Zreitag, 2. Marz 1954
Siebener Anzeiger (General-Anzeiger^Gberheffen)
Nr. 52 Drittes Blatt
Iugendlebens bringen wird. In Lied und Spiel I fragen" (Rundschreiben Nr. 5) lesen wir unter vor- oll vor den Einwohnern Hungens Zeugnis abge-1 stehender Uebcrschrift folgendes. ™ irf
legt werden von neuer Festgestaltung und von an» „In Ergänzung der Maßnahmen • J
dersartiger Auffassung von Kultur und Volksver- regieruna auf den, Gebiete der Forderung oer bundenheit. Eheschließungen gewahren viele Unternehmer den
Aus der Provinzialhauptstadt
bundenheit.
zur
besonders dankbar.
Der Sternhimmel im März
abbekommt, einen am
: Beginn der Kund- der Kundgebung sind
9'
Plan&SrL
D1. Viertel (t) Vollmond (J letztes Viertel
® Mars (§) Jupiter <Q>Safurn
Hitler-Jugend
Oberjungbann IV/13.
Jungen und unserer Sache um rege Beteiligung bitten. Für Bereithaltung von Quartieren sind wir
von:
a) Einkommensteuer (Lohnsteuer),
b) Ehestandshilfe,
(Nachdruck verboten.)
Sonnenaufgang von 6.50 bis 5.40 Uhr. Sonnenuntergang von 17.35 bis 18.30 Uhr.
STERNBILDER;
GROSZE BUCHSTABEN
man will, kann man den letzten als „Frühlingsvoll- rnvnd" ansehen, dem wir es zu danken haben, daß mir an dem sich pünktlich am 1. April einstellenden Sonntag das Osterfest feiern können. Ich sage, ,.wenn man mlll , denn man darf nicht vergessen, daß der Frühlingsvollmond nicht der wirkliche am Himmel sichtbare Vollmond, sondern ein sich aus der Rechnung ergebender, aber immer in seine Nähe fallender Tag ist. So ist dieser Monat für die Sonne und den Mond bedeutungsvoll, denn die Sonne eilt in ihm besonders schnell nach Norden, woher ja die rasche Zunahme des Tages kommt; den Himmelsgleicher überschreitet sie am 21. um 8 Uhr 28 Minuten in nördlicher Richtung.
Aber nicht nur für die Sonne und den Mond, auch für den Fixsternhimmel ist der Monat von Wichtigkeit. Bezeichnend für ihn ist, daß am westlichen Abendhimmel alle die herrlichen Winter-
Heiratsbeihilfen der Arbeitgeber an ausscheidende Arbeitnehmerinnen. In den vom Wirtschaftsprüfer Hermann Will zu Gießen herausgegebencn „Aktuellen Steuer-
Der Sonntagmorgen hat ein reichhaltiges Programm. An das Wecken wird sich in der Frühe der Morgensport anschließen. Später sind alle Führer zur Tagung vereinigt.
Wir möchten die Eltern und Freunde unserer
Der die 24 Stundenzahlen von Mittcr-\ nacht bis Mitternacht eines Tages ent- haltende Kreis und die dick punktierte Linie, der sogenannte Horizont, sind feststehend zu denken. Der Sternhimmel dreht sich samt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil — gewissermaßen dem Zeiger der Himmclsuhr — in 23 Stunden und 66 Minuten im Sinne des gebogenen Pfeils einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingczeichnete Horizont umrahmt die zu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um die Monatsmitte sichtbaren Sterne. Unsere Karte zeigt also den Zustand um Mitternacht der Monatsmitte. Will man zu einer anderen Stunde beobachten, so denke man sich den Sternhimmel samt dem geraden Pfeil so gedroht, daß dieser auf die Bo- obachtungsstundo zeigt; dadurch werden die zu dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hineingedreht. Für jo 5 Tage vor der Mo- natsmitto ist der gerade Pfeil V3 Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monatsmitte 7s Stunde später zu stellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellungen ein, wenn er die angedeutete Lichl- gcstalt zeigt.
orten verpflichtet.
NSLN. Kreis Gießen.
Beiträge für März, die bis zum 5. März 1934 bei der Kreiskasse nicht eingegangen sind, werden durch Nachnahme auf Kosten der Säumigen erhoben.
gez.r N e b e l i n g, Kreisobmann.
Nationalsozialistische Sriegdopfep versorgung/LandeSleitungGroß-Hessen
Es wird das Gerücht verbreitet, daß das kommende Heeresoersorgungsgesetz Rentenkürzungen und -entziehungen bringen werde.
Das neue Gesetz wird zur Zeit bei den m Frage kommenden Regierungsstellen bearbeitet. Solange es nicht unserer Organisation zur Begutachtung vor- liegt, kann von irgendwelchen geplanten Maßnahmen'nichts behauptet werden, insbesondere daß Kürzungen usw. bevorstehen.
Es handelt sich hier sicherlich um unverantwortliche Schwätzer, die anscheinend nichts Besseres zu tun haben. Derartigen Gerüchten ist entgegenzutreten, und die Verbreiter find an die zuständigen Stellen der NSKOV. zu melden.
Heil Hitler!
I ö ck e l, Obmann für das Pressewesen.
Zungvolksührertagung in Hungen.
Am Samstag und Sonntag wird in Hungen eine Tagung aller Jungvolkführer des Oberjungbanns IV/13 stattfinden. Grundsätzliche Fragen über zukünftige Arbeit' sollen dort behandelt werden. Die bessere Ausgestaltung des Jungvolklebens verlangt Anregungen <md engste Zusammenarbeit aller Führer.
Am Abend des 3. März wird eine Veranstaltung steigen, die Ausschnitte aus der Vielgestaltigkeit des
nen nicht so reiche, aber doch auch recht bemerkenswerte Himmelsgegend mit dem Krebs und darunter der Wasserschlange. Im Krebs ist der Sternhaufen der Krippe (Praosepe), In der Wasserschlange der Stern Alphard, der „Einsiedler", bemerkenswert, der als einiger hellerer Stern in einer sonst ziemlich sternarmen Gegend erstrahlt.
Von den Wandelsternen ist vor allem der Jupiter auffallend, der in der Jungfrau über deren Hauptstern Spien steht und durch seinen hellen Glanz dem Abendhimmel sein Gepräge verleiht. Am Morgenhimmel steht die Venus etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang als Morgenstern. Am 11. ist sie in der Stellung des „größten Glanzes", der aber, weil der Frühling für Morgensterne ungünstig ist, nicht so lang andauert, wie in anderen Jahren.
bilder in noch ungeschmälerter Pracht zu sehen sind, während die östliche Himmelshälste schon ganz frühlingsmäßig, in späten Nachtstunden sogar ichon etwas sommerlich aussieht. Werfen mir unfern Blick auf die nun bald scheidende Winterhälfte, so fällt dort zunächst das große Sechseck in die klugen, das sich von der Capella bis zum Sirius erstreckt und die Bilder Ftthrmann, Stier, Zwillinge, Orion tmd die beiden Hunde enthält. Ihm folgt, mehr
Einigungsämter für Wettbewerbsstreitigkeiten.
Das Hessische Staatsministerium hat eine Verordnung über Einigungsämter für Wettbewerbs st reitigkeiten erlassen, die mit sofortiger Wirkung in Kraft tritt. Danach können Einigungsämter im Sinne des § 27a des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb von der obersten Landesbehörde bei den Industrie- und Handelskammern, ihren öffentlich-rechtlichen Zweckverbänden und bei den Handwerkskammern eingerichtet werden. Mehrere dieser Körperschaften können auch Träger eines gemeinschaftlichen Einigungsamtes sein. Oberste Landesbehörde ist das Hessische Staatsministerium, Abteilung 3 (Arbeit und Wirtschaft). Die Bezirke der Einiqungsämter werden von dem Hessischen Staatsministerium jeweils bei ihrer Errichtung bestimmt. Die Verhandlung vor dem Einigungsamt ist mündlich und nicht öffentlich. Vertreter des Hessischen Staatsministeriums, sowie der amtlichen Berufsvertretungen von Handel,
Handwerk und Industrie können den Verhandlungen beiwohnen.
Das Einigungsamt hat einen gütlichen Ausgleich anzustreben. Kommt ein Vergleich zustande, in welchem sich der Verpflichtete der sofortigen Zwangsvollstreckung unterworfen hat, so muß der Vergleich in einem besonderen Schriftstück niedergelegt und unter Angabe des Tages seines Zustandekommens von den Mitgliedern des Einigungsamtes, die an der Verhandlung mitgewirkt haben, sowie oon den Parteien unterschrieben werden. Der Vergleich ist auf der Geschäftsstelle des zuständigen Gerichts niederzulegen. Kommt ein Vergleich nicht zustande, so kann das Einigungsamt sich in einem gutachtlichen Spruch über den Streitfall äußern.
Das Schulgeld au den höheren Lehranstalten in Heffen.
Zur Behebung oon* Zweifeln wirb von der Ministerialabteilung für Bildungswefen, Kultus, Kunst und Volkstum darauf hingewiesen, daß das Schulgeld an den höheren Lehranstalten in Hessen stets für ein volles Schuljahr, das im Sinne der Schulgeld-Berechnung und -Erhebung gleichbedeutend ist mit dem Rechnungsjahr, mithin für die Monate April bis einschließlich März zu zahlen ist, einerlei, wann das Schuljahr beginnt und enbigt. Diejenigen Schüler, die nach bestandener Reifeprüfung vor Schluß des Schuljahres aus der Schule austreten, sind gleichwohl bis Ende März schulgeldpflichtig.
Oie Kundgebung der NSDAP, in der Volkshalle.
Zu der Kundgebung der NSDAP. Gießen am kommenden Sonntag 14.45 Uhr in der Volkshalle ist der Kartenvorverkauf auf der Kreisleitung, Löberftrahe 9, bis zum morgigen Samstag 17 Uhr im Gange. Soweit bis dahin nickt alle Karten üer- fauft sind, erfolgt die weitere Kartenausgabe am Eingang zur Volkshalle vor Beginn der Kundgebung. Zur Teilnahme an t die Mitglieder aller nationalsozialistischen Formati-
An die Einwohnerschaft Gießens!
Anläßlich der Kundgebung des Gauschulungsleiters für Hessen-Nassau pg. Professor Werner am Sonntag, 4. 21i ä r 3, in der v 0 lkshalle fordern wir die Bewohner Gießens auf, ihre Verbundenheit mit der nationalsozialistischen Idee und ihr Interesse an der großen Aufgabe, welche das Amt für nationalsozialistische Schulung für Deutschland zu leisten hat, dadurch zu bekunden, daß Gießen in reichemIlaggenschmuck prangt.
Gießen, 1. Alärz 1934.
Bürgermeisterei Gießen. 3.B.: Bartholomäus.
Eintopfmahl — Opfermahl.
Die Gauführung des Winterhilfswerks teilt mit:
So wie es ein Volksbrauch geworden ist, an je» jedem Freitag im Gedenken an den Kreuzestod Christi zu saften oder wenigsten nur Fisch zu essen, so ist auch das Eintopfgericht in kurzer Zeit ein deutscher Volksbrauch geworden. Die deutsche Nation begeht diese ernste Feier zum Ge- döchtnis an die Toten des Weltkrieges, in dessen Granatfeuer die Volksgemeinschaft aller Menschen deutschen Blutes geboren wurde. So wie damals Offizier und Mann,- Arbeiter und Akademiker aus einem Kessel speisten, so vereinigt uns auch heute einmal im Monat das Eintopfessen zu einer Gemeinschaft, die keine Unterschiede der Klasse oder des Standes kennt.
Das Eintopfgericht ist jedoch nicht nur eine schöne Geste, eine sentimentale Erinnerung an vergangene Zeiten, sondern es ist ein Opfermut)!, in dem immer wieder aufs neue der Gedanke der Volks gemein schäft erlebt und verwirklicht wird. Das Eintopfessen vereinigt bereits in vielen Städten Deutschlands an jedem ersten Sonntag im Monat zahlreiche Volksgenossen zu einem gemeinsamen Essen in einem öffentlichen Saal. Erwerbslose und hohe Beamte, Handwerker und Akademiker sitzen in bunter Reihe an einem Tisch.
Das Eintopfessen soll für diejenigen, die sich nicht täglich mit einem Eintopfgericht begnügen müssen, ein gewisses Opfer, sein. Darum hat es seinen Sinn verloren, wenn es so üvpig zubereitet wird, daß es nur noch der Form nach ein Eintopfessen ist, und es hat auch keinen Sinn, wenn nicht das ersparte Geld wirklich für die notleidenden Brüder geopfert wird. Das Eintopfgericht ist die Fasten - speise der deutschen Nation. So wie gläubige Christen sich zum Heiligen Abendmahl im Dienste ihres Herrn und Heilandes vereinigen, so feiert das nationalsozialistische Deutschland dieses Opfermahl als Gelöbnis der unerschütterlichen Volksgemeinschaft!
Opfert am 4. März durch das Eintopfgericht!
bei Urnen beschäftigten Arbeitnehmerinnen unter der Bedingung Beihilfe, daß sie heiraten und ihre Arbeitsstelle für mäiinlid)e Arbeitnehmer frei irmchen.
Diese Beihilfen sind grundsätzlich steuerpflichtig, da sie mit Rücksicht auf das Arbeitsverhaltnis geneben werden. In einem Ruiiderlaß vom 13. Fe- bruar 1934 (S.2114 — 132 III) hat der Reichs- Minister der Finanzen unter Anerkennung ihres volkswirtschaftlich gesilndeii Zwecks derartige Heiratsbeihilfen aus B i l l i g k e i t s g r ii n d e n unter gewissen Voraussetzungen für st e u e r s r e 1 er- klärt. Im einzelnen ist auf folgendes hinzuweisen:
1. Die Heiratsbeihilfen sind frei
Sternei
Kleine Buchstaben
Lichtgestalten des Montes: Vollmond am 10. um 11 Uhr, letztes Viertel am 8. um 19 Uhr, 1. Viertel am 23. um 3 Uhr, Vollmond am 31. um 2 Uhr.
Da der Februar keinen Vollmond gehabt hat, ist es recht und billig, daß der März zwei Vollmonde, unu uie veium j/uhuc •w*1* )w\p*e "*;*'*
1. und einen am 31. Wenn | nach links, also nach Osten hin, eine an hellen Ster-
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„Kraft durch Freude".
Konzert des Stadttheater-Orchesters.
Als erste Veranstaltung der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" fand gestern im Gießener Stadttheater ein Opern- und Ope rette n a b e n d des Stadttheater-Orchesters unter Leitung von Kapellmeister Fritz C u j e statt. Theaterraum und Bühne erstrahlten im Hellen Licht der großen Festbeleuchtung und waren reich geschmückt mit den Fahnen des Dritten Reiches, mit den Hoheitszeichen der Bewegung und mit dem Bilde des Führers. Als Motto des Abends standen die Worte „Kraft durch Freude" in wuchtigen Lettern über dem Bühnenrahmen.
Kreiswart Pg. Betz eröffnete die Veranstaltung, hieß die Erschienenen herzlich willkommen, gab seiner Freude über die zahlreiche Beteiligung Ausdruck und teilte mit, daß Fraulein Erna Renz vom Stadttheater ihre Mitwirkung wegen Krankheit leider habe absagen müssen. Darauf gab er dem Beigeordneten Pg. Bartholomäus als Vertreter der Stadt das Wdrt zu einer Ansprache, :n der u. a. folgendes ausgeführt wurde: Durch den Sieg der nationalsozialistischen Bewegung fei auch das Gießener Stadttheater ein wahres Volkstheater im besten Sinne des Wortes geworden,Als Vertreter der Stadt entbiete er der ersten Veranstaltung der Gemeinschaft herzlichen Gruß und Gluckwunsch zu einem guten Beginn. Der Redner gedachte der Kämpfe, die um die Erhaltung des Theaters geführt werden mutzten; er betonte, daß die deutsche Kultur in den letzten vierzehn Jahren immer mehr verdrängt worden fei, während die nationalfozialistifche Bewegung non Anfang an deftrebt war die Guter der deutschen Kultur Allgemeinbesitz des Volkes werden zu lassen. Darum sei es zu begrüßen, daßi, durch die Gemeinschaft „Kraft durch ^"ude in Verbindung mit der Deutschen Bühne nun auch die Aerm ften der Armen teilhaben können an ewigen Werten der deutschen Kultur. Kuttur sei nicht mehr das Vorrecht einer gewissen Schuht oder Gesell- schaftsklasse; nach dem Wort des Führers fei vielmehr grade für die unbemittelten Volksgenossen das Beste grade gut genug. Die Festbeleuchtung, die heute abend erstrahle, möge ein Symbol jein, die deutsche Musik möge Widerhall finden in den Herzen der Besucher. Und die Gemeinschaft „Kraft durch Freuoe" als berufene Trägerin und Mittlerin deutscher Kultur möge nachholen, was früher an den Aermsten des Volks versäumt murde, auf daß
auch im Kultur-Erleben die wahre deutsche Volksgemeinschaft verwirklicht werde.
Anschließend hielt Kreisbetriebszellenleiter Pg. Wagner eine Ansprache, in der er etwa folgendes sagte: Wer heute noch nach dem Sinn unserer Organisation „Kraft durch Freude" frage, habe das Wesen des Nationalsozialismus nicht begriffen. Die Revolution habe die ewige Aufgabe, um die Seele des deutschen Menschen zu ringen; der Nationalsozialismus habe die marxistischen Verbände und Vereine aufgelöst, die nur Stätten des Klassen- kampfes gewesen sind. Der Redner richtete dann eine scharfe Kampfansage gegen die verschiedenen Klubs und Gesellschaftsvereine, für die im Dritten Reich kein Platz mehr sei. Die Einheit des deutschen Volkes dürfe durch nichts beeinträchtigt werden; es sei ein Segen, daß es derartige Organisationen und Vereine nicht mehr gebe. Der deutsche Mensch brauche ein seelisches Erlebnis, wenn er abends oon der Arbeit heim kommt. Was da versäumt wurde, sei die Schuld des alten Systems. Der Führer habe nun in der Gemeinschaft „Kraft durch Freude" den rechten Ersatz geschaffen; sie solle dem deutschen Menschen nach dem Werktag den Feierabend bringen. Deshalb sei das gewaltige Werk ge- schassen, das mehr geben wolle als seichte Unterhaltung: Kraft durch freudiges Erleben deutscher Kunst. Grade der deutsche Arbeiter müsse zum ewigen Quell der deutschen Kunst geführt werden, die ja in der Seele des Volkes wurzelt. Aus der Gemeinschaft „Kraft durch Freude" wachse eine neue Volksgemeinschaft im gemeinsamen großen Erleben. So sei auch dieses Werk Dienst am Volke, getragen oon der gewaltigen Idee des Nationalsozialismus und unseres herrlichen Führers Adolf Hitler. — Die Ansprachen wurden mit starkem Beifall ausgenommen.
Das Programm des Abends war mit Geschick und Verständnis zusammengestellt; es war volkstümlich im besten Sinne des Wortes und entsprach in der Auswahl der einzelnen Stücke durchaus den Erfordernissen und Zielen der Veranstaltung. Der erste Teil umfaßte Werke romantischen und klassischen Charakters. Die Ouvertüre zur Oper „Der Wildschütz" oon Lortzing gab den schwungvollen Auftakt; anschließend horte man die graziöse Bal ett- musik aus „Undine", ferner die wahrhaft deutsche, oon blühendem Melodienreichtum uberquellende Phantasie aus dem „Freischütz" von Carl Maria von Weber. Die Einleitung zum 3. Akt des „Lohengrin" von Wagner be-schloß mit ihren feierlichen Klängen, mit kraftvollem Einsatz zum Vortrag gebracht, den ersten Teil der Vortrags- 1 folge.
Kapellmeister Cuj 6 leitete sein Orchester, energisch akzentuierend, mit fester und sicherer Hand, mit feinsinniger Einfühlung in den Geist und die musikalische Wesenheit der einzelnen Werke; er verfügt, wie schon früher mehrfach festgestellt werden konnte, mit seinen Leuten über einen Klangkörper von erfreulicher Geschlossenheit, in dem sich insbesondere der warme, gesättigte Klang der Streichinstrumente wohltuend bemerkbar macht. — Als Solistin steuerte Fräulein Maria Perry vom Stadttheater zwei Gesangseinlagen bei: die anmutig heitere Arle der Frau Fluth aus Nicolais „Lustigen Weibern" und dann im zweiten Teil das vielberühmte Lied „Wer uns getraut" aus dem „Zigeunerbaron". Beide Stücke wurden mit geschulter Stimme ausgezeichnet zum Vortrag gebracht und mit reichem Beifall belohnt; zuletzt gab es eine Wiederholung.
Der zweite Teil des Programms war der heiteren Muse gewidmet. Aus dem klassischen Operettenschatz wienerischer Prägung von Johann Strauß und Lanner dis zu Millöcker und Franz von S u p p 6 hatte man eine Reihe der beliebtesten und volkstümlichsten Konzertstücke zusammengestellt, die alle ihrem Charakter nach gerade für ein Theater-Orchester hervorragend geeignet schienen und unter der schwungvollen Leitung von Cuj6 trefflich zu Gehör gebracht wurden.
So wurde die erste Veranstaltung der (ftemein- schast „Kraft durch Freude" ein schöner Erfolg bei vollem Hause, das seine Dankbarkeit für die Darbietungen durch reichen Beifall bekundete. Kreis« wart Pg. Betz gab diesem Dank der Gemeinschaft an alle Mitwirkenden zuletzt mit einigen Worten Ausdruck und beschloß den Abend mit einem freudig aufgenommenen, dreifachen Sieg-Heil auf den Führer. —
Am Ohrläppchen erkennt man den Daiai Lama.
Es wird noch etwa drei bis vier Jahre dauern, bevor Tibet feinen neuen Dalai Lama als Gott und Herrscher erhält. So viel Zeit nehmen die überaus schwierigen Vorbereitungen und Prüfungen in Anspruch, die mit der Auswahl des Nackfolgers verknüpft sind. Der Ober-Lama des Reling-Klosters, der ein Hutuktu, d. h. die Verkörperung eines der Boddhisatwas ist, hat die Regentschaft über Tibet übernommen, bis der neue Gott-König entdeckt ist. Gebete werden jetzt durch das ganze Land zum Himmel gerichtet, die eine rasche Wiederverkörperung des dahingegangenen Dalai Lama auf Erden
erflehen. Der Bericht aus Peking, daß bereits ein neuer Dalai Lama in der Umgegend von Lhasa gefunden worden sei, bestätigt sich nicht, und das wäre auch ganz ungewöhnlich gewesen, denn in der Regel wird der neue Herscher nicht ausfindig gemacht, bevor drei bis vier Jahre feit dem Tode feines Vorgängers verflossen sind. Der dahinge- schiedene Dalai Lama hinterläßt meistens einige Angaben darüber, wo das Kind, in dem er zu neuem Leben erwachen wird, gesucht werden soll. Er gibt z. B. Anweisungen, daß man sich in einem Dorf umsehen müsse, das die und die besonderen Kennzeichen hat. Die Kinder, "ble zur Zeit des Todes des alten Dalai Lama geboren wurden, werden dann auf gewisse Merkmale genau untersucht, und unter diesen ist die Länge der Ohrläppchen besonders wichtig und bedeutsam. Die Kinder, die die größte Anzahl dieser charakteristischen Zeichen besitzen, kommen in die engere Wahl, und eine weitere Ausscheidung geschieht auf Grund der Klugheit der Antworten, die sie geben. Die Namen der zuletzt Uebrigbleibenbcn werben bann auf Blätter geschrieben unb in ein golbenes Gefäfz gelegt, bas von einem früheren chinesischen Kaiser geschenkt würbe. Beim Herausnehmen bieser Blätter bezeichnet basjenige, bas nach einer bestimmten Reihenfolge gezogen wirb, ben neuen Dalai Lama. Die Regentschaft währt, dis ber neueHerrscher 18 Jahre ist.
Eine seltsame Ehrung.
Prinz Georg von Englanb, ber sich auf einer großen Reise Durch Afrika befmbet, ist jetzt zum zweitenmal Gegenstand einer Ehrung durch bie Eingeborenen geworben, bie bem Europäer gewiß zuerst merkwürbig erscheinen wirb. In Port Elisabeth würbe er oon einer großen Menge empfangen, bie aus ber gesamten Umgebung herbeigeströmt war unb bie ihn lärmenb mit bem Ruf begrüßte: „Heil bir, 0 h mächtiger Elefant!" Dieser Ehrentitel wiegt burchaus so schwer wie bie Ordens» Verleihung eines europäischen Staates. Der Prinz verteilte nach seiner Begrüßung burch bie Stammes- Häuptlinge als Ehrengabe einige Spazierstöcke, bie mit großer Freube angenommen würben.
(
Sockschulnackrichten.
Der namhafte Staats-, Verwaltungs- unb Kir- chenrechtler ber Universität München, Geh. Hof- rat Professor Dr. Anton D y r 0 f f, begeht am 5. März feinen 7 0. Geburtstag


