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Zu dem Vorfall erfahren wir folgendes: Die beiden SA.-Sturmmänner Todenhöfer und Stiegel befanden sich in einem Tilsiter Gasthaus. Sie waren in Zivil, trugen jedoch das SA.-Abzei- 1 chen. Als Todenhöfer austreten wollte, wurde er von einem unbekannten Mann ange­pöbelt. Es kam zu einer Auseinandersetzung. Der Unbekannte verlies darauf das Lokal. Als die beiden SA.-Männer um Mitternacht aus dem Lokal gingen, erschien plötzlich der Unbekannte in einem anderen Ueberrock, so daß er von- den bei» Den SA.-Männern nicht sofort erkannt wurde und 'brachte Todenhöfer von hinten eine Stichverletzung in den Rücken bei. Als Stiegel Todenhöfer Hilfe leisten wollte, erhielt er einen Stich in den Unterleib. Der Täter flüchtete. Beide Verletzte begaben sich ins Gasthaus, von wo sie ins Krankenhaus übergeführt wurden. Stiegel ist an seiner Bauchverletzung nach einer schweren Operation gestorben. Die Verletzung Todenhöfers dürfte nicht ernster Natur sein.

Ser DSA. zur Ermordung eines deutschen Schülers in Riga.

Berlin, 28. Febr. (DNB.) Der Reichsfuhrer des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland, Br. Hans Steinacher, hat im Hinblick auf die Ermordung des deutschen Schülers Kurt Masting in Riga folgende Anordnungen getroffen: Die Gruppen des VDA. haben sofort eine schlichte und würdige Trauerfeier zu ver- linstalten. Sämtliche VDA.-Wimpel tragen vom L März bis 30. April Trauer. Außerdem richtet der DDA.-Reichsführer einen Aufruf an die jungen Kämpfer, in dem u. a. heißt:

Am 26. Februar nachmittags wurde unser drei- 1 zehnjähriger Schulkamerad Kurt Masting aus Riga ton einem lettischen Jungen ermorde t, weil er sich weigerte, sein Bedauern über das Singen eines deutschen Liedes aus- j.usprechen. Sein Tod legt Zeugnis ab von dem un- ! rbittlichen Kampf, den täglich Taufende unserer nmgen auslanddeutschen Kameraden um unser Deutschtum führen. Fast genau vor 7 Jahren I (19. Februar 1927) nahm man uns Deut' chen Öen deutschen Rigaer Dom. Die deutsche Gemeinde wurde vertrieben, die deutschen Kirchengüter geraubt. Ein neuer lebendiger deut- cher Dom ist entstanden, der weit und tief in die Herzen der deutschen Jugend gestellt ist. Deutsche Jungen und Mädel in aller Welt und mit ihnen das ganze deutsche Volk trauern um den jungen Volksdeutschen Kämpfer. Umflort die VDA.-Wunpel um Zeichen Eurer Verbundenheit und Trauer."

Kleine politische Nachrichten.

König Boris von Bulgarien hatte Donners- >agnachmittag eine Unterredung mit dem Reichs- I I'anzler Adolf Hitle r.__

Oer tausendjährige Stammtisch

Wie dieOonnerwetterwurst" entstand. Das llffschneidemeffer. Altberliner Kneiptradition.

Don unserer Berliner Redaktion.

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Tilsit, 1. März. (DNB.) In Tilsit wurde Sturmmann Albert Stiegel vom Sturm 13/41 Tilsiter SA. in der Nacht zum 24. Februar nach einem Kvm -

einer Auseinandersetzung von muniften durch einen Messerstich in Öen Bauch so schwer verletzt, daß er am 28. Februar seinen Verletzungen erlag. Stiegel hatte sich nach 12jähriger Dienstzeit bei der Reichswehr sofort der SA. angefchlosfen und war ein treuer und vorbildlicher Kämpfer des Führers, frau und zwei unmündige Kinder, ierluft des Ernährers in große Not

Reparaturwerkstätten ufw. zu vergeben, die nicht nur alle sonstigen Voraussetzungen hierfür erfüllen, jonöern bei denen vor allem das WortDienst am Kunden" nicht allein im Munde geführt, sondern praktisch bewiesen wird. Das NSKK. gibt ein eigenes Empfehlungsschild nicht heraus. An­träge auf Genehmigung zum Führen des DDAA- Schildes find an die Hauptverwaltung des DDAC. in München, Königinftraße 11a, zu richten.

Neichsbürgschasien sür den Kleinwohnungsbau.

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zog sich trotz äußerst starken Bodenwindes glatt. Das Begleitflugzeug, in dem sich der Chef des Generalstabes der nordafrikanischen Armee, General P o u p i n e l, und einige Begleiter befanden, wurde vom Sturm zu Boden gedrückt und stark beschädigt. Alle Jnsaßen wurden verletzt. Em dritter Apparat, der verankert worden war, ritz sich los und wurde ebenfalls beschädigt.

Furchtbare Granatexplosion in Polen. Fünf Tote, neun Kinder schwerverletzt.

Dieser Tage fand ein Dorfbewohner in der Nähe von Pruschkow bei Warschau in einem Graben eine Granate, die er mit nach Hause nahm. Er versuchte nun, das Geschoß auseinanderzuneh­men. Dabei explodierte es und tötete den Finder sowie vier Kinder. Neun Kinder wurden chwer verletzt. Die Kinder hatten zugesehen.

Der große Spionageprozeh in Helsingfors.

In Helsingfors begann im Hofgericht von Wasa die Verhandlung des sogenannten Wasa-Lapposchen S p i o n a g e p r o z e s s e s. Die Hauptangeklagte ist die Hausangestellte A n t t i l a. Auf der An­klagebank sitzen noch ein gewisser Nieminen und Maenpää. Die Anklageschrift bezichtigt die Anttila des Mordes und des Landesver­rats und die übrigen Angeklagten des Landes­verrats, bzw. der Mithilfe zum Landesverrat. In der Anklageschrift wird ferner festgestellt, daß in Finnland bereits seit mehreren Jahren bezahlte Kräfte tätig gewesen seien, die zu Gunsten einer fremden Macht Angaben über die staatliche Wehr­macht und das staatliche Verkehrsnetz gesammelt haben. An der Spionage haben besonders die drei Angeklagten teilgenommen. Der Staatsanwalt sagt, daß die Spionage auch zu Gunsten Sowjetruß­lands erfolgt fei. Die Angeklagte Anttila gestand, Spionage getrieben und den Leiter der Patronen­fabrik Lappo, den Oberstleutnant Asplund, er­mordet zu haben.

Aufsehenerregender Selbstmord eines franzö­sischen Sparkassenkassierers.

Der Kassierer der Sparkasse von Brive (franzö­sisches Departement Cvrreze) namens Ruff in, der von den ihm anvertrauten Geldern 90 000 Francs für f i ch verbraucht, diese Summe aber später wieder zurückerstattet hatte, wurde vom Verwaltungsrat der Sparkasse nach Bekanntwerden dieser Tatsache abgesetzt. Der Kassierer hat sich jetzt das Leben genommen. Er fuhr mit der Kraftdroschke in einen 8 Kilometer entfernten Ort, bezahlte den Kraftwagenführer für die Hin- und Rückfahrt und übergab ihm einen Brief an feine Frau. In diesem Brief teilte er mit, daß er aus dem Leben scheide, da er diese Schmach nicht er­tragen könne. Die unglückliche Frau machte sich mit Freundinnen auf die Suche und fand ihren Mann in einer Scheune an einem Balken erhängt auf. Russin war 68 Jahre alt, gehörte der Ehrenlegion an und war eine der bekanntesten Persönlichkeiten von Brive.

Drei Scheunen niedergebrannl.

bamer Stangenbier ausgescbenkt.

Bald wurde es den Besuchern aber zuviel, immer nach der Sperlingsgasse zur Fleischfabrik Koschwitz zu laufen, um sich dort zu dem Bier die Wurst zu besorgen, ßimann war nicht zu bewegen, selbst Würstchen zu verkaufen, und erst als Koschwitz seinen Laden hier aufgab, ließ sich Limann er­weichen und führte in feinem Geschäft Brühwürst­chen ein. Der erste Gast, der den dampfenden Wurst­kessel sah, rief hocherfreut aus:Donnerwetter, Limann hat Würstchen!" Er hatte sich wohl damals nicht träumen lassen, daß dieser historische Augen­blick den Limannschen Würstchen ihren Namen geben würde. Und tatsächlich verlangt heute nie­mand hier ein Paar Wiener ober Frankfurter, sonbern stets eineDonnerwetterwurst".

Inmitten bes grauen Häusermeeres hat sich hier in einer kleinen Seitenstraße ein Stück Altberliner Kneipentrabition in seiner frischen Ursprünglichkeit

Berlin, 1. März. (DNB.) Durch Derorbnung vom 26. Februar 1934 hat der Reichsarbeitsmim- fter bie bisherigen Ausführungsbestimmungen für die Uebernahme von Reichsbürgschaften für ben Kleinwohnungsbau aufgehoben. Gleichzeitig finb neue Bestimmungen veröffentlicht worben, bie auch die Richtung ber vom Reich verfolgten Wvh- mungspolitik anzeigen. Das Ziel ist bie Bes chaf - -jung geeigneter Wohnungen für bie wirtschaftlich schwächere Bevölkerung. Dementsprechenb muß zur Erzielung von Mieten unb Lasten, bie von biesen Schichten wirklich ge­tragen werben können, jeher überflüssige Aufwanb bei bem Bau ber Wohnungen o er­nt i e b e n werben. Als Wohnung s g röße wirb bei Einfamilienhäusern eine Wohnfläche bis zu 100 Quabratmeter, in Ausnahmefällen bis zu 120 Quadratmeter und bei Geschohwohnungen bis zu 75 Quadratmeter, in Ausnahmefällen bis zu 90 Quadratmeter zugelassen. Voraussetzung ist da­bei, daß die Bauvorhaben mindestens vier Einfamilienhäuser oder bei Geschoßbauten mindestens vier Wohnungen enthalten. Verbürgt werden nachstellige, in der Regel unkündbare Til­gung s h y p o t h e k e n, die sich Bauherrn selbst beschaffen müssen, biszueinerBeleihungs- grenze von 75 v. H. des geschätzten Bau- und Bodenwertes. Eigenkapital muß der Bauherr mindestens in Höhe bes Wertes bes aufgeschlossenen Grunbstückes beibrin­gen. Besonbers ist barauf hinzuweisen, baß die Bauarbeiten vor der Entscheidung über die Reichs-

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In dem Anwesen des Landwirts Eduard Rübe- fam I. in Nieberhvne bei Eschwege brach ein Brand aus, ber sich infolge bes reichlich vorhan­denen Stroh- und Heuvorrats auf die Wirtschafts­gebäude der Landwirte Eduard Rüdejam II. und Wilhelm Mengel ausdehnte. Die drei großen Scheunen mit allen Futteroorräten wurden voll­kommen vernichtet. Trotzdem die Bekämpfung des Brandes aroße Schwierigkeiten machte, konnten die Wohnhäuser und andere angrenzende Gebäude vor dem Uebergreifen des Feuers bewahrt werden. Vermutlich liegt Brandstiftung vor.

Blutiges Eifersuchtsdrama in Berlin.

In Berlin-Neukölln ereignete sich ein furchtbares Eifersuchtsdrama. Der erst vor etwa acht Tagen aus dem Zuchthaus entlassene frühere Zu­hälter Gustav Schultze schoß auf offener Straße den 22jährigen Herbert S t a p a l, in dem er feinen Nebenbuhler erblickte, nieder. Dann stürzte er in ein Lokal, in dem sich seine Geliebte, eine geschiedene Frau Helga Winkler, befand und schloß sich mit ihr in einem Nebenzimmer ein. Einige Sekunden später krachten erneut Schüsse. Bei der gewaltsamen Deffnung der Tür sand man beide mit schweren Schußverletzungen auf. Auf dem Transport ins Krankenhaus starb die Winkler.

Wettervoraussage.

Die kräftige Jslandstörung schiebt über die briti­schen Inseln warme Lust östlich vor. Da diese zu­nächst in höheren Schichten auch auf das Festland gelangt, ist mit meist trübem Wetter zu rechnen. Dabei steigen die Temperaturen allgemein an und gehen nachts nicht mehr unter den Gefrierpunkt zurück. Vereinzelt ist auch mit dem Auftreten leich­terer Niederschläge zu rechnen.

Aussichten für Samstag: Vielfach neblig, wolkig, im ganzen milder, Neigung zu Nieder­schlägen.

Aussichten für Sonntag: Ziemlich mildes unb meist bewölktes Wetter, vereinzelt etwas Nie- berschlag.

Lufttemperaturen am 1. März: mittags 1,7 Grad Celsius, abenbs 1,5 Grab; am 2. März: morgens 0,9 Grab. Maximum 1,7 Grab, Minimum3,7 Grab. Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 1. März: abenbs 0,4 Grab; am 2. März: morgens 0,4 Grad Celsius. Niederschläge 0,1 mm. Sonnenschein­dauer 1/io Stund«.

Amtliche Wintersportnachrichten.

Vogelsberg. Hoherodskopf: Nebel, 4 Grab, im Walbe 40 cm Schnee, am Hang 12 cm Pulverschnee; Sportmöglichkeit im Walde gut bis sehr gut, am Hang mäßig.

Sauerlanb. Winterberg: Nebel, 4Grab Celsius, 30 cm Pulverschnee; Sportmöglichkeit sehr gut.

Schwarzwald. Felbberg: klar, 5 Grad, 55 cm Schnee, gekörnt, Sportmöglichkeit sehr gut.

Hauptschriftleiter: Dr. Friebrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friebrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für ben Inhalt ber An­zeigen: Theobor Kümmel. DA. 1.34: 11700. Druck unb Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steinbruderei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen.

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Der am Donnerstagabenb in Plymouth ein­getroffene amerikanische ©onberbeauftragte für Ab­rüstungsfragen, Norman Davis, erklärte, baß er für brei Wochen zu einem priv a- ten Besuch nach Stockholm reisen werbe. Danach werbe er nach Lonbon zurückkehren.

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In Kopenhagen ist ber Architekt Ebuarb Hei - berg vom Gericht zu 40 Tagen Haft ver­urteilt worben. Er hatte im September v. I. bem beutschen Gefanbten in Kopenhagen eine Ent­schließung übersanbt, in ber bie Reichsregie­rung beleibigt würbe. *

Der Referent beim Preußischen Staatsmini- fterium, Dr. Baron v o n D a z u r, ist zum Direktor unb Rebakteur besDeutschen Reichsan- z e i g e r s unb Preußischen Staatsanzeigers" er­nannt worben. Der bisherige Direktor, Ministerial­rat Pfeiffer, würbe in ben Ruhestanb versetzt.

Aus aller Welt.

Flüchtlingsschicksal.

Das Schicksal eines russischen Emigran- t e n entrollte eine Derhanblung vor bem Berliner Einzelrichter. Der russische Fürst Alexander Da- bischa-Kotromanicz unb seine Frau Ariabne Mana würben wegen Paßvergehens zu 50 bzw. 20 Mark Geldstrafe verurteilt. Der Fürst war mit seiner Frau vor zwölf Jahren aus Rußland geflüchtet. Seine großen Besitztümer mußte er im Stich lassen, um das nackte Leben zu retten. In Berlin bezog das Ehepaar Wohlfahrtsunter» stützung. Der Fürst suchte zwar a l s C h a u s - f e u r seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, doch reichte der Verdienst nicht aus. So kam es, daß der verlängerte Nansenpaß, der im Polizeipräsidium ausgestellt war, von dem Fürsten nicht abgeholt werden konnte, weil er nicht im Stande war, bie geringen Kosten auszubringen. Das Ehepaar lebte daher seit Mitte Oktober 1933 ohne ben notwen­digen Ausweis in Berlin. Fürst Dabischa-Kotro- manicz hat in den letzten Jahren die Oe fenthdjfeit in Deutschland wiederholt beschäftigt. Auf Grund von Familienforschungen, die der verstorbene Vater des Fürsten schon vor dem Krieg in Rußland be­trieben hat, glaubte der Fürst berechtigt zu sein, Ansprüche aus den seit 1463 verwai­sten kroatischen Königsthron erheben zu können. Der vor 470 Jahren von den Türken ver­triebene König von Kroatien soll sein Urahn gewe­sen sein. Als 1928 die Sowjetregierung Kunstschatze aus russischen Schlössern in Berlin versteigern ließ, erregte es Aufsehen, als der Fürst auf einzelne Kunstgegenstände Eigentumsrechte geltend machte.

Naturkatastrophe im Rheinland vor 150 Jahren: der furchtbare Eisgang von 1784.

In diesen Tagen sind es 150 Jahre her, daß sich im Rheinland eine schwere Naturkatastrophe ereignete. Gemeint ist der Eisgang 1784. Hierzu schreibt ber Chronist: Die Wogen des Rhei­nes und feiner Nebenflüsse fluteten wild dahin, schon zu Weihnachten 1783 ängstigten die Hoch­fluten die Bewohner des Rheinlandes. Es kam

An der alten und gerne und viel besuchten Berliner Kneipe ack der Friedrichsgracht er­eignete sich gestern abend ein schwerer Unglückssall. Hier herrschte nämlich hinsichtlich eines bestimmten Oertchens ein gar böser Mißstand. Es ist nämlich viel zu eng. Als nun gestern ein Herr, bem es unter großen Mühen gelungen war, seinen gut- entwickelten Bauch in ben engen Raum hineinzu­zwängen, ihn später verlassen wollte, gelang es ihm allein nicht mehr, so baß bie Feuerwehr alarmiert werben mußte, um ihn aus seiner verhängnisvollen Lage au befreien. Warum wirb denn biefes Oertchen nicht um einen halben Meter erweitert, bamit auch körperlich etwas stärker ent­wickelte Leute es ohne Schwierigkeiten in An­spruch nehmen können?"

Diese Nachricht erschien vor einigen Jahrzehnten unter ben Lokalnotizen einer Tageszeitung, unb bis heute hat sich an biesem stillen Plätzchen, bas vor 150 Jahren bei ber Grünbung ber Schank­stube ber Großbestillation Limann erbaut würbe, nichts geänbert. Kaum sichtbar liegt biefe älteste Berliner Kneipe neben bemFranzösischen Hof", jenem Lokal, bas zur Zeit bes Großen Kur­fürsten Berlins vornehmster Gasthof war, in ber Friebrichsgracht. Bekannt ist biefe Destillation vor allem burch ihren tausenbjährigen Stammtisch. Man sollte nun nicht etwa annehmen, baß ber Stammtisch selbst auf eine tausendjährige Trabi- tion zurückblicken könne. Es hanbelt sich vielmehr um eine Tafelrunbe von ehrbaren, alteingesessenen Berlinern, bie zusammen tausenb Jahre alt sinb. Das jüngste Mitglieb biefes eigentümlichen Ver­eins istnur" 66 Jahre alt, währenb bas älteste 85 Lenze zählt unb stets von Lichterfelbe aus hier­her gefahren kommt. Auch kann man schlecht von einem eigentlichen Stamm tisch sprechen, benn in biefer im Jahre 1784 gegrünbeten Schankstube gibt es nur einige hölzerne Bänke, bie um eine wuchtige Tonne herumstehen. Seit bem Jahre 1872 ist diese schicksalsreiche Destillation im Besitz der Familie Li­mann. Sie hat ihr besonderes Stammpublikum. Es gibt Leute, die seit 50 Jahren schon Tag für Tag hiereinen hinter die Binde gießen". Es ist kein Wunder, daß sich ber Schifferknecht genau so wie der alte Herr Geheimrat hier zu Hause fühlen, denn hier findet man noch alten, ursprünglichen Berliner Humor. Die zahlreichen Bilder und Trinksprüche an den Wänden beweisen es.

Ein eingerahmter Tausendmarkschein wird mit den traurigen WortenWenn ich dich seh, dann muß ich meinen" gekennzeichnet, und wenn bei Limann dieMaulwürfe" tagen, glaubt man bei einer Riesenversammlung im Sportpalast zu wei-

dazu, daß vor den hohen Festtagen grimmige Kälte eintrat. Da diese anhielt, setzten die sich immer mehr verdichtenden Eismassen überall sest. Zuletzt erstarrte der Rhein im Eispanzer. Zwar versuchten die gigantischen Wasserkräfte sich wiederholt ihrer Fesseln zu entledigen. Doch war die Folge nur, daß desto machtvoller sich diearktischen Land­schaften" vergrößerten. Die Kälte erwies sich von unerhörter Hartnäckigkeit. Wochenlang hielt sie stand. Da lösten die Sorgen der bitteren Kälte weit schlimmere ab. Teilweise setzte sich das Eis in Be­wegung. Das Wasser stieg dermaßen, daß am Mor­gen des 26. Februar in Köln in beängstigender Weise die Flut anstieg. Die vor Entsetzen flüchtende Bevölkerung wußte nicht mehr ein noch aus. Von Stockwerk zu Stockwerk, von tiefer gelegenen Haus- dächem flüchteten die Menschen. Die ungeheuren Eisgebirge wurden unter dem Druck des gewaltig steigenden Wassers gesprengt und brausten, Tod und Verderben bringend, heran. Grausig hallten die Todesschreie Ertrinkender, übertönt von dem Kra­chen der anstürmenden Eismassen und der zusam­mensinkenden Häuser.

12 Meter P e g e l h ö h e erreichte der Rhein bei Köln, 10,20 bei Koblenz. Unermeßlich waren bie Schüben. Hunderte von Häusern waren vom Erd­boden verschwunden. Gewaltig war die Naturkata­strophe, bie bas Rheinlanb vor 150 Jahren heim- suchte. Der seit dieser Zeit unbestritten schwerste Eisgang war ber um bie Jahreswenbe 1879/80, der aber bei weitem nicht von den Folgen begleitet war wie der vor anderthalb Jahrhunderten.

Neue große Ausstellungsprojekte in München.

In einer Besprechung des Vorstandes des Ver­eins Ausstellungspark in München gab Geheimrat Zentz bekannt, baß im Jahre 1935 in ben Hallen bes Münchener Ausstellungsparkes bie Ausstellung D i e Welt ber Strahlen" burchgeführt werben soll. Der Anlaß zu biefer Ausstellung war bie im Februar v. I. abgehaltene Gebenktagung ber Bayerischen Röntgen-Gesellschaft aus Anlaß bes zehnjährigen Tobestages Röntgens. Weiter würbe beschlossen, im Jahre 1936 eine Ausstellung Die Alpen" zu veranstalten. Demnächst soll entschieben werben, ob es eine beutsche ober eine internationale Ausstellung werben soll.

Schweres Erdbeben in Ehile.

In ber sübchilenischen Stabt Valbivia ereignete sich ein schweres Erbbeben, bas vier Minuten bauerte. In Temuco würben ebenfalls E r b ft ö ß e von einer Minute Dauer verspürt. Die Verbinbung zwischen Santiago be Chile unb Valbivia ist unter­brochen. lieber bie Zahl ber Opfer unb sonstige Einzelheiten ist noch nichts bekannt. Valbivia, eine Stabt von 31000 Einwohnern, hat einen großen Prozentsatz beutscher Bevölkerung, in beren Hänben sich ein bebeutenber Teil bes bärtigen Hanbels unb ber Jnbustrie befinbet.

Notlandung französischer Militärflugzeuge in Nordafrika.

Nach einer Meldung aus Algier mußte ein Mili­tärflugzeug, in bem General Nogues eine In­spektionsreise unternahm, während eines heftigen Sanbsturmes in Amguib lanben. Die ßanbung voll-

ftertetter unb ben sauren Persico.

Bis in bie sechziger Jahre trank man hier über­haupt nur Korn ober Schnaps, bis eines Tages bann bie Schifferknechte plötzlich Bier verlangten. Bis heute wirb bas bamals hier eingeführte Pots-

len. Dann treffen sich nämlich hier bie Mitglieber bes seit 75 Jahren bestehenben Gesangvereins Cecilia Melobia", um mit kräftigen Stimmen bie beutschen Volkslieder erschallen zu lassen. Ihr Banner ist ein großer ausgeftopfter Maulwurf in einem Glaskasten. Auch ber kleinste Berliner Verein, ber nur aus vier Mann bestehenbe Skat-, tlubAlt Cölln", verkehrt hier.

lieber ber großen Ecktonne hängt bas gefürchtete Uffschneibemesser". Sodalb einer ber Gäste unter bem Einfluß bes Alkohols hier allzu große Reben schwingt unb ben Munb etwas zu voll nimmt, er­tönt plötzlich ein Glöckchen. Das ist bann bie Klin­gel bes Uffschneibemessers, bie mit einer roten Schnur an ber Wanb befestigt ist.Wer sich bei't Uffschneiben läßt ertappen, ber mußne ßage Korn berappen" steht beutlich lesbar auf biesem seltsamen Messer geschrieben, unb tatsächlich schenkt heute noch ber Wirt nach altem Brauch, sowie bas Glöckchen ertönt, eine Runbe Korn ein, bie auf bas Wohl unb auf Kosten bes jeweiligen Ausschnei- bers getrunken wirb. Aber auch sonst hat biefes ßokal feine Spezialitäten. In seltsam geformten Glasbehältern, fogenantenKluckerflafchen", befin- ben sich nach besondrerem Verfahren hergestellte Schnapsarten, bie ben alten Berlinern ebenso wie ben heutigen mobernen Grohstäbtern trefflich mun- ben. Die verblichenen Etiketts tünben ihre seltsamen Namen: Müller-träne, Antigrippina, alter Mün-

büraschaft roeber begonnen, noch fest vergeben werden bürfen. Die Anträge sind bei ben von ben obersten ßanbesbehorben bestimmten Stellen unb gleichzeitig bei ber Deutschen Bau- unb Bvbenbank AG., Berlin W 8, Taubenstraße 48 bis 49, ein­zureichen, bie auch zu weiteren Auskünften bereit ist.