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14. Fortsetzung.

Nachdruck verboten!

dem beabsichtigten

Bekannten ange- schwere Gedanken

Kinder, ich reise in den nächsten Tagen ab." Das sagte er endlich, um sie loszuwerden

Nee, jetzt sollte es erst schön werden. Seien Sie so gut, und zerstören Sie bitte unseren magischen Kreis nicht. Was sollen denn unsere Damen sagen?" fragte traurig-komisch Doktor Degenhardt, der Arzt aus dem Rheinland.

Graf Härtlingen schüttelte den Kopf.

»Jetzt muß ich wirklich um Entschuldigung bitten, ich habe Verschiedenes zu erledigen. Damit Sie

wollte. Er leistete keinen Widerstand? Und er zog seine Kinder mit zu sich hinunter!

Das Letzte war das Schlimmste! Das Aller­schlimmste!

Eine hatte sich vor ihm gerettet: Gertraude!

Sie, von der flüchtig einmal in seiner Ehe die Rede gewesen. Und diese Schwester war von Lelia abgetan, als sei sie etwas Lästiges. Er, Härtlingen, hatte flüchtig gedacht, vielleicht sei die Kleine in wildes, ungebärdiges Kind, das den Ihrigen Un­annehmlichkeiten bereitet hatte, und zur Strafe hatte man sie nun in ein strenges Pensionat gesteckt. Das kam öfters vor, und er hatte sich über diese junge Schwester Lelias keine Gedanken weiter gemacht. Aber nun bekam diese Angelegenheit ein anderes Bild. Aus der Art geschlagen war diese jüngste Tochter freilich, aber doch so, daß man sich darüber freuen konnte. Ihr Vater hatte geschrieben, daß sie sehr schön sei. Nun, da hatte Lelia wahrscheinlich diese Schönheit ihrer jungen Schwester gefürchtet, und aus diesem Grunde hatte sie sie nicht nach Schloß Härtlingen einladen wollen.

Wie der Charakter der schönen Lelia in diesem Zuge wieder zutage trat!

Graf Härtlingen stand dem verhörenden Beamten Rede und Antwort.

Der Tote ist der Vater meiner verstorbenen Frau. Ich werde hier alles Weitere anordnen, so­bald die Behörde die Leiche freigibt", sagte er zu­letzt noch.

Der Beamte blickte ihn überrascht an, dann trat er abseits und flüsterte mit seinen zwei Kollegen. Schließlich trat er wieder zu Härtlingen.

Wenige Tage darauf reiste Graf Härtlingen in Begleitung der Tänzerin ab. Zn Zürich beauftragte er einen sehr tüchtigen Herrn, dessen Büros sich in allen Großstädten Der Welt befanden, Gertraude zu suchen.

So, nun hatte er vorläufig getan, was getan werden konnte. Er reifte dann mit seiner Begleiterin nach Montreux.

Sie saßen eines Abends auf der Terrasse des vor­nehmen Hotels. Kritisch betrachtete Graf Härtlingen das schöne Gesicht der Tänzerin. Ganz ruhig, sachlich stellte er fest, daß Jolanthe Seeburg den ersten Schmelz der Jugend längst eingebüßt. Daß ihre Schönheit erborgt war mit tausenden von Mitteln. Die tiefrot gefärbten Lippen ekelten ihn plötzlich an.

Bot die Welt wirklich nichts Besseres mehr als diese Art Frauen, deren kleinste Bewegung auf den Mann eingestellt war?

Jolanthe Seeburg lächelte. Spielend schob sie den kostbaren Ring an ihrem rechten Goldfinger hin und her. Fast liebkosend betrachtete sie diesen Ring, der eines der wertvollen Geschenke darstellte, die sie im Laufe dieser Wochen von Graf Härtlingen er­halten. Und sie würde noch viele solcher Geschenke erhalten, noch sehr viele. Denn er war freigebig. Sehr freigebig.

Aber das sollte nicht alles sein.

Jolanthe Seeburgs Wünsche gingen hoch hinaus. Sie wollte die Gemahlin dieses vornehmen, reichen Mannes werden!

Erst war sie über diese geheimen Wünsche wohl selbst erschrocken. Jetzt aber glaubte sie schon ganz fest daran, daß sie sich erfüllen würden.

(Fortsetzung folgt.)

nichts von dem leichtsinnigen, schönen, freien Cefreri wissen mochte und geflohen war.

Am Abend aber hatte er sie vergessen. Jolanthe Seeburg, die bekannte Tänzerin, war angekommen. Und sie wandte ihre Aufmerksamkeit sofort dem Manne mit dem kühlen, spöttischen Lächeln zu. Sie war sehr unterhaltend, die schöne, dunkelhaarige Frau. Ihr perlendes Lachen riß zu frohester Laune hin. Und sie konnte sich ganz bestimmt auch nicht beschweren, daß ihr ausgewählter Kavalier nicht aufmerksam genug sei; aber es kam eben doch an diesem Abend vor, daß Graf Härtlingen plötzlich still und in sich gekehrt dasaß. Dabei dachte er an den toten Mann, der kein Anrecht auf irgendwelche Trauer besaß. Dieses Anrecht hatte er verwirkt, weil er den Betrug geduldet, den man an ihm, Härt­lingen, verübt.

Trotzdem! Irgendein Zusammengehörigkeitsgefühl war doch da, regte sich plötzlich.

Dann reckte Graf Härtlingen sich hoch auf.

Nein! Kein Zusammengehörigkeitsgefühl! Sis stehen mir fern, sind wesenlose Schatten geworden, der alte Abenteurer und seine schönen Kinder."

Herr Graf, der Selbstmord ist einwandfrei er­wiesen. Einer Beisetzung seitens der Angehörigen teht nichts mehr im Wege."

Der Arzt hatte den Toten untersucht. Die leere Glasviole auf dem Tisch enthielt dasselbe Nestchen Gift, das noch auf den Lippen des Toten vorge­funden worden war. Der Graf betonte, daß er nur auf den Abschiedsbrief des Toten hierhergekommen fei, um ihn vielleicht noch von * Schritt zurückhalten zu können.

So war alles erledigt.

Graf Härtlingen wurde von rufen, als er langsam, ganz in versunken, über die Promenade schritt. Er wehrte ab, als sie ihn mit zum Frühschoppen schleppen wollten.

Das Näisel einer Frühlingsnacht Vornan von Gert Gothberg.

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; aber sehen, daß mfr tatsächlich viel an ihrem Wohl­wollen liegt, verspreche ich Ihnen, heute abend im Kasino zu sein."

Die Herren lachten befriedigt. Dann verabschie­deten sie sich. Im Weiterschreiten dachte Graf Härt­lingen:

Wie hohl und leer ist jetzt mein Leben. In jeder Stadt, an jedem Ort immer wieder ist es das­selbe. Und wie hatte ich mir mein Leben einst gedacht? Zusammen mit einer geliebten Frau da­heim in meinem alten, schönen Härtlingen? Was ist aus all den Träumen von Glück und Liebe und Treue geworden?

Graf Härtlingen stand an einem blühenden Ge­büsch. In Wut und Schmerz schüttelten seine Hände die Zweige.

Dann schritt er weiter, auf sich selbst erzürnt, weil er wieder in der Vergangenheit angekommen war mit seinen Gedanken. Aber sie starb ja nicht, diese Vergangenheit, sie kam immer wieder. For­dernd, vernichtend! Und jetzt kam diese Vergangen­heit und forderte eine Pflicht von ihm. Eine lächer­liche, unannehmbare Pflicht!

Wie kam er dazu?

Wie war der tote Mann dazu gekommen, ihm, Härtlingen, diese Pflicht aufzuzwingen?

Er hatte ihn gebeten!

Das Gute, das hatte sich zuletzt doch noch Bahn in ihm gebrochen. Und er wollte die kleine Ger­traude geborgen wissen.

Was sollte also nun zunächst geschehen?

Vorläufig hatte er ja genügend Zeit. Er wollte sowieso reifen. Graf Härtlingen lachte plötzlich auf. Bitter klang dieses Lachen. Da hatte er Schloß Härtlingen verlassen, um sich draußen in der Welt zu betäuben, all das Leid der letzten Jahre zu ver­gessen, und nun heftete sich diese Vergangenheit wieder an seine Fersen.

Als Graf Härtlingen die Treppen in seinem Hotel hinaufstieg, hatte er einen Entschluß gefaßt. Er wollte die ganze Angelegenheit einem Detektiv übergeben. Der würde die Kleine vielleicht bald ge­nug finden, und dann konnte er ja sehen, wo er sie unterbringen würde. Wie alt war denn die Kleine eigentlich? Richtig, das stand im Brief. Denn selbstverständlich mußte er dem Detektiv sehr genaue Anhaltspunkte geben.

Er konnte dann mit dem Manne immer in Füh­lung bleiben; er würde ja sehen. Geld spielte ja keine Rolle. Das Vermögen, das würde er nicht an­rühren. Nicht einen Pfennig würde er davon ver­wenden, um das Mädchen zu finden.

Sie hatte sich geweigert, zu ihrem Vater zu kom­men. Wer mochte sie vor diesem Leben gewarnt haben?

Graf Härtlingen dachte darüber nach. Ohne daß er das wußte und wollte, beschäftigte er sich immer wieder mit diesem seltsamen kleinen Mädel, das

Die Uhr tickte die Sekunden ab. Die Zigarre war ausgegangen. Das Zimmermädchen hatte geklopft, ohne eine Antwort zu erhalten.

Graf Härtlingen faß vor dem Brief und dem Geld. Die letzte Bitte eines Verlorenen!

Die letzte Bitte eines Mannes, der in dieser Nacht gestorben war, und der noch etwas gutmachen wollte.

e Ja! Wie aber kam der Mann dazu, ihm, Härt­lingen, eine Pflicht aufzubürden? Eine verhaßte Pflicht? Was ging ihn, der an der Vergangenheit fast zugrunde geaangen war, was ging ihn diese Schwester jener Lelia an?

Ruhe wollte er haben!

Ruhe in erster Linie vor der Familie Schwarz­koppen!

Aber man ließ ihn doch in Ruhe?

Nur ein Mensch in seiner größten Not hatte ihn gebeten, der kleinen Gertraude ein Freund zu sein. Ein Schutz! Das Geld sollte er ihr verwalten, so lange, bis sie gefunden war.

Eine kleine, eine leichte Mühe. Was hatte die Vergangenheit damit zu tun?

Wieder saß Graf Härtlingen lange da, starrte vor sich hin. Plötzlich sprang er auf.

Schwarzkoppen! Der wollte sich---!

Er konnte ihn vielleicht noch retten? Vielleicht hatte er es doch noch nicht getan?

Wenn nun alles nur eine fein ausgedachte Ko­mödie wäre, um ihn erneut an das Haus Schwarz­koppen zu ketten?

Während er das dachte, kleidete er sich hastig an. Was der Zweck war, war jetzt Nebensache. Er mußte den Mann zu retten versuchen!

Die Adresse?

Flüchtig blickte Härtlingen noch einmal auf den Brief. Dann schloß er Brief und Geld in seinen großen Koffer und ging schnell hinaus.

Aber es war keine Komödie, wie er gedacht. Es war tatsächlich das Ende einer Tragödie, denn Guido Schwarzkoppen lag kalt und starr vor ihm.

Da schmolz der Abscheu, der ihn vor diesem Manne gepackt. Graf Härtlingen blickte in das wächserne Gesicht und suchte nach einem Zug, der ihn bas Leben dieses Mannes verständlich machen konnte. Aber der Schluß blieb dann doch wieder:

Ein haltloser, schwacher, genußsüchtiger Mensch, den das Leben dorthin warf, wo es ihn haben

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