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Versicherung, bah ble Zelt aufgeböd habe, in der eine kleine Schar Bevorzugter das ganze amerikanische Volk allmählich immer mehr zu ihren Dienstsklaven herabdrücken könnten.

Kleine politische Nachrichten.

Der Führer und Reichskanzler hat dem König und der Königin sowie dem Kronprinzenpaar von Italien zur Ge­burt der Prinzessin von Italien telegraphisch seine aufrichtigsten Glückwünsche übermittelt.

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Aus Anlaß der kürzlichen Taifunkatastrophe in Japan hat der Führer und Reichskanzler an Seine Majestät den Kaiser von Japan nachstehendes Telegramm gerichtet:Tief erschüt­tert durch die Nachricht von der furchtbaren Kata­strophe, die Japan, heimgesucht und soviele Opfer an blühenden Menschenleben gefordert hat, spreche ich Eurer Majestät und dem japanischen Volke zu­gleich im Namen des deutschen Volkes d i e wärm st e Anteilnahme aus. (Gez.) Adolf Hitler, Deutscher Reichskanzler."

Der deutsche Gesandte in Wien, Herr von P a - p e n, ist für einige Tage zur Jagd bei Bekannten in Budapest eingetroffen und hat bei dieser Ge­legenheit dem Ministerpräsidenten G ö m b ö s einen Besuch abgestattet.

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Die Geheime Staatspolizei konnte in Berlin vier führende KPD. - Funktionäre fe st nehmen, darunter den ehemaligen Reichs­tagsabgeordneten Thielen aus Koblenz. Die Festgenommenen waren als Reichskuriere bzw. als sogenannte Oberberater der KPD. tätig. Es gelang, in der Nähe von Heidelberg zwei weitere Spitzen- funktionäre festzunehmen, die für die Bezirke Mannheim und Frankfurt a. M. bestimmt waren. Sämtliche Personen wurden wegen Vorbereitung zum Hochverrat dem Richter vorgeführt.

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Am Samstagabend fand in der Wiener Ste- phanskirche eine Trauerkundgebung für Dr. Seipel und Dr. Dollfuß statt, an der Bundespräsident Miklas teilnahm. Nach der feier­lichen Einsegnung durch Kardinal-Fürsterzbischof Dr. Jnnitzer wurden die beiden Särge i n d i e G e - dächtniskirche zur endgültigen Beisetzung übergeführt.

Das südslawische Königspaar ist am Sonntagfrüh in Begleitung des Außenministers Jeftitsch aus Sofia abgereist. Zum Ab­schied hatten sich am Bahnhof der König und die Königin von Bulgarien eingefunden. Eine große Menschenmenge brach immer wieder in begeisterte Kundgebungen aus.

In seinem Geburtsort Coro Piceno starb Kar­dinal Joseph Mori im Alter von 84 Jahren. Damit hat sich nunmehr die Zahl der Mitglieder des Kardinalkollegiums, die eigentlich 65 betragen soll, auf 4 5 vermindert.

Der Völkerbundsrat beschäftigte sich mit dem Eintritt Ecuadors in den Völker­bund. Ecuador gehört als Mitunterzeichner des Versailler Vertrages zu den Gründevstaaten des Völkerbundes, hat aber bisher van dem Recht, Mitglied des Völkerbundes zu sein, niemals Ge­brauch gemacht. Jetzt, nach 15 Jahren, hat es den Entschluß gefaßt, doch noch Mitglied des Völker­bundes zu werden. Das neue Mitglied wurde, vor allem von den Südamerikanern, im Völkerbundsrat herzlich begrüßt. *

Der kürzlich vom Posten des lettländischen Ge­sandten in Paris enthobene frühere marxistische Außenminister Seelen wird von der Staats­anwaltschaft wegen Verwendung staatlicher Gelder zum Zweck des Ankaufs von Waffen für die lettische Sozialdemokratische Partei zur Verantwortung gezogen werden. Die bei dem früheren Parlamentsvorsitzenden Dr. Kalnin und anderen Sozialdemokraten gefundenen Waffen sind seinerzeit von Zeelen in seiner Eigenschaft als Außenminister aus Mitteln des lettlän­dischen A u ß e n r e s s o r t s gekauft worden.

Verheerender Brand im Nienhagener Oelgehiet bei Celle.

Ein Bohrturm in Klammen. - Elf Arbeiter verwundet, fünf weitere vermißt. Beträchtliche Verluste der deutschen Wirtschaft.

(SeHe, 29. Sept. (DRV.) Lin großer Oel- brand entstand in einer von der Düsseldorfer Firma Haniel & Lug im Nienhagener Oeigebiet niedergebrachten Bohrung. In wenigen Augen­blicken stand der große Bohrturm in Flam­men. Die dort stehende, aus 16 Mann bestehende Belegschaft geriet in die größte Gefahr. Das Feuer war zunächst nicht zu löschen, da die Versuche, mit dem Schaulöschverfahren dem wütenden Element Einhalt zu tun, fehlges chlagen sind. Der große

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Braunschweig

Mter Ate/ZeX GR. moor / Nienhagen.

Ein Cageplan des Erdölgebietes von Nienhagen.

eiferne Turm ist umgestürzt. Die Flammen schlagen aus dem Boden, und große, mächtige Rauch­schwaden ziehen über die Gegend. Die Wehren be­schränken sich darauf, Gräben zu ziehen und Sand­wälle aufzuwerfen, um die Bohrtürme zu schützen.

Elf von den Leuten im Turm war es gelungen, sich durch Abspringen vom Turm in Sicher­heit zu bringen. Alle bis auf einen hatten aber schon mehr oder weniger schwere Brandwunden davongetragen. Sie wurden nach Lelle ins Kranken­haus gebracht. Der Oberbohrmeister kiel aus Nienhagen ist besonders schwer mitgenommen, aber glücklicherweise bestehl auch bei ihm keine Lebens­gefahr. 3m Laufe des Vormittags wurde die trau­rige Feststellung gemacht, daß fünf Leute ver­mißt werden. Es muh angenommen werden, daß sie, durch Gase betäubt, in der furchtbaren Glut einen schnellen Tod gefunden haben

lieber öie Entstehungsursache des Bran­des ist man, wie erwähnt, noch nicht ganz im kla­ren. Die größte Wahrscheinlichkeit sand die An­nahme, daß bei der riesigen Gewalt des Gasaus­bruches ein Stein gegen ein Eisenstück oder das Drahtseil geschleudert worden war und dabei einen Funken ausgelöst hat. Anderseits kann es auch sein, daß dieser Funke durch die reibende Bohrkette ober sonstwie, etwa bei der Schaltung, entstanden ist.

Die Gewerkschaft Nienhagen (Tochtergesellschaft der Wintershall AG. in Kassel) als Eigentümerin der in Brand geratenen Bohrung hat zur Linde­rung der er st en Not der Verletzten und Ver­mißten bzw. für deren Angehörige 5 0 0 0 Mark zur Verfügung gestellt. Am Sonntagvormittag ist es gelungen,' den Brand der Sonde Nienhagen 22 zu löschen. Die Bohrfirma Haniel & Lueg in Düsseldorf hat zur Linderung der ersten Not der Verletzten und Angehörigen der Vermißten eben­falls 50 0 0 Mark zur Verfügung gestellt.

Die B r a n d k a t a st r o p h e im Nienhagener Erdölgebiet stellt sich als ein Unglück dar, wie es in der heimischen Erdölindustrie noch nicht daoe- wesen ist. Der an sich erfreuliche Augenblick des Anbohrens einer ergiebigen Ader ist durch höhere

.Gewalt, gegen die alle menschliche Vorsichtsmaß- ! nahmen wirkungslos bleiben müssen, zum Verhäng­nis für viele brave Arbeitskameraden geworden. Da­neben find aber auch der deutschen Wirtschaft b e - trächtliche Verluste entstanden. Denn abge­sehen von den Bohreinrichtungen, die zehntausende von Mark gekostet haben, sind g e w a l t i ge Men­gen Rohöl verloren.

Erbitterter Kampf gegen das entseffelte Element.

Ueber die Vorgänge am Samstag und Sonntag sind noch folgende Einzelheiten nachzutragen: Man bemühte sich, da dem Feuer mit gewöhnlichen Mit­teln nicht beizukommen war, Schaumlöschge­räte zu erhalten. Es war geplant, den ganzen Brandherd mit einer riesigen Schaum decke zu überziehen, um das Feuer auf diese Weise zu er­sticken. Dach stellten sich dieser Löschmethode un­überwindliche Schwierigkeiten in den Weg, da man vor allem die Reste des Bohrturmes nur schwer wegschaffen konnte. Kurz nach 21 Uhr wurde des­halb der Generalangriff auf das Feuer einge­stellt. In den ersten Nachtstunden ging die Häufigkeit der Eruptionen langsam zurück. Die Gas- und Oelstöße, die sich den ganzen Samstag über in regelmäßigen Abständen von etwa zwei Minuten wiederholt hatten, traten jetzt etwa alle sieben Minuten auf. Da kam am Sonntag früh gegen 5 Uhr eine neue Eruption, die die ganze Umgebung in schwarze Rauchschwaden hüllte. Die Lage war äußerst kritisch. Da knickte zum Glück die eiserne Düse um, aus der das Erdöl sprudelte, und v e r st o p f t e so selbst dem kostbaren Brennstoff den Ausweg. Jetzt konnten die Schaum­löschapparate eingesetzt werden, die man hier zum erstenmal im Ernstfall in Deutschland verwendete. Die beiden eingesetzten Löschrohre deckten das bren­nende Oel in einer Minute mit etwa 15 Zentimeter Schaum zu. Nach etwa 20 Minuten waren am Sonntagmorgen die letzten Flammen verschwunden.

Blick auf einen Teil der Bohrtürme von Nienhagen.

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Aus alter Wett.

Der,e>d)iencn$cpp" in Frankfurt.

Auf einer Betriebsfahrt tarn am Sonntag der Fliegende Hamburgs r", der Schienenzepp, zum erstenmal nach Frankfurt. Um 7.10 Uhr wat die Abfahrt in Berlin erfolgt. Fahrplanmäßig um 12.09 Uhr lief der Zug auf dem Frankfurter Haupt- bahnhof ein. An der Fahrt hatten u. a. Oberbürger« meister Staatsrat Dr. Krebs und Bürgermeister Linder teilgenommen. Imponierend war der An« blick, wie der zweiteilige Triebwagen beinahe ge« räuschlos in die Frankfurter Bahnhofshalle einlief.

Nach einer schlichten Feier fand eine F ühr ung durch den Schienenzepp statt. Dabei wurde in Aus« sicht gestellt, daß der regelmäßige Schnell« triebwagenverkehr Berlin Frank« f u r t bereits im Frühjahr 1935 eröffnet werde. Bisher fei derFliegende Hamburger" der erste Zug dieser Art. Dreizehn weitere seien von der Deutschen Reichsbahn bereits in Auftrag gegeben worden. Der Sinn dieses Schnellverkehrs fei es, die Reisezeiten auf den innerdeutschen Fernstrecken erheblich zu verkürzen. Wesentlich sei, daß der Fliegende Hamburger" seit seiner Einführung durchaus rentabel sei. Oft sei der Zug restlos ausverkauft. Um 14.05 Uhr trat der Schienen« zepp nach zweistündigem Aufenthalt die Rück­fahrt nach Berlin an.

Ein gemeingefährlicher Terrorist in Hamburg hingerichlel.

Das vorn Hanseatischen Sondergericht am 25. September ausgesprochene Todesurteil gegen den Terroristen Johann Wilhelm Jasper, geboren 1898 zu Meldorf, ist im Hofe des Unter­suchungsgefängnisses in Hamburg durch das Beil vollstreckt worden. Jasper war Funktionär der Roten Marine. Er leitete schon 1932 hinterlistische Feuerüberfälle auf Angehörige der SA. und HI. und ist besonders beteiligt gewesen an einer großen Anzahl feiger schwerster Gewalttätigkeiten, bei denen 18 Volksgenossen verletzt und zwei g e tötet wurden. Da es sich bei Jasper um einen führenden Funktionär der Roten Marine handelt, der noch weit mehr niedrige Gesinnung, Hinterlist und Heimtücke als die bereits abgeurteilten und Hin­gerichteten Mittäter Fischer und Schmidt ge- zeigt hat, hat der Herr Reichsstatthalter es abge­lehnt, in diesem Falle von seinem Begnadigungs­recht Gebrauch zu machen.

Churchill schreibt ein Filnttexlbuch zum Regierungsjubiläum König Georgs.

Der bekannte englische Staatsmann Winston Churchill schreibt augenblicklich im Auftrage der Firma London Film Production limited das Text­buch für einen FilmDie Regierung König Georgs V.", der im nächsten Jahr anläßlich des 25. Regierungsjubiläums des Königs aufgeführt werden soll. Churchill ist für diese Aufgabe beson­ders geeignet, da er von seiner politischen Tätigkeit her genaue Kenntnisse über die letzten 25 Jahre der englischen Geschichte mitbringt. Der Film soll in 200 bis 300 Exemplaren her gestellt werden, so daß er gleichzeitig in allen Teilen des britischen Reiches aufgeführt werden kann.

Wettervoraussage.

Das festländische Hoch wird von der nördlichen Störungstätigkeit abgebaut, die den Witterungs­charakter wechselhafter gestaltet. Da an ihrer Vor­derseite ozeanische Lust mit verschieden temperierten Staffeln heranbefördert wird, ist weiterhin mit dem' Auftreten von Regenschauern zu rechnen. Zwischen­durch kann die Wolkendecke auch aufreißen, jedoch wird es vorerst nicht mehr zu überwiegend freund­lichem und tagsüber warmem Wetter kommen.

Aussichten für Dienstag: Dunstig und! wechselnd bewölkt, vereinzelt auch zwischenzeitlich aufheiternd, zeitweise Niederschläge, tagsüber mäßig warm, nachts geringere Abkühlung.

Hauptschriftleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VIII. 34: 10100. Druck und Verlag: Drühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckere

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