Einzelbild herunterladen

m. 204 Drittes Blatt

Samstag, l. September 1954 miujiiiimi i i w^MiwnnE-

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen)

Aus Oer Provinzialhauptstavt.

Frau und Heim.

Mutti, ich langweil mich so..." Wenn dieser Ruf von Kinderlippen ertönt, ist er als Warnunäs­signal aufzusassen. Es wird höchste Zeit, daß die Mutter sich eingehender mit ihren Kleinen be­schäftigt. Denn naturgemäß hat das gesunde Kind eine reiche Phantasie. Alles wird ihm zum Wunder, wird ausgebaut und gestaltet. Dazwischen steht das Spiel und die Beschäftigung, die von außen kommt. Da bleibt kein Raum für Langeweile.

Kinder, die diesen Verzweiflungsschrei von sich geben, haben wenig Phantasie, wurzeln im Irdischen, und es fehlt ihnen an sinnvoller Anregung, die sie darüber hinaus hebt. Sie sind nicht faul und nicht unbegabt. Ihre Gedanken laufen nur schwerer, und da sie den kühnen Flug nicht kennen, der die Alters­genossen ins Wunderland führt, so tritt eine nutz­lose Kraftverschwendung ein. Sie würden sich gern beschäftigen, aber sie wissen nicht, warum sie etwas tun und wozu sie es machen müssen. Wenn man ihnen erklärt, daß hinter allem, auch hinter dem Kleinsten, ein Ziel steht, um das es sich verlohnt zu arbeiten, zu opfern und sich zu freuen, so können sie wohl meist sehr schnell verwandelt werden, wie man aus folgenden Beispielen ersieht.

Ein kleiner Junge wollte durchaus nicht lernen. Die Buchstaben waren für ihn leere Gebilde. Nach­dem sie den Reiz der Neuheit verloren hatten und er begriff, daß damit nicht gespielt werden sollte, fühlte er sich vergewaltigt und machte einfach nicht mehr mit. Darauf sagte man ihm: Es ist schade, daß du nicht lernen willst. Wir hatten gedacht, es wäre sehr schön, wenn wir uns in Zukunft mehr mit dir unterhalten könnten. Aber wenn du nicht willst, so spiele nur ruhig weiter. Es macht ja nichts und stört nicht sehr, wenn du dann dumm dabei sitzt, wenn wir plaudern. Wir glaubten auch, du würdest es später einmal brauchen, wenn du vielleicht schöne Reisen in fremde Länder machen willst, oder einmal einen Beruf haben willst. Nach­denklich blieb er sitzen. Nach Stunden kam er von selber und bat, man möchte ihm doch weiterhin Unterricht geben. Die Anregung der Phantasie und die Erkenntnis, daß er ohne diese Anstrengung am Schönsten vorbeigehen müsse, hatte dem Lernen- Müssen einen Sinn gegeben.

Ein kleines Mädchen klagt über Langeweile, und die Mutter sagt: Du kannst mir in der Küche helfen. Nun, das Abtrocknen von Geschirr war nur vor­übergehend eine reizvolle Arbeit, und die Kleine streikte schnell. Doch als man ihr klarmachte, daß ein Rädchen ins andere greift, daß man mit Ord­nung und Sauberkeit erst das Heim behaglich macht, in dem Vati und Mutti und die Kinder glücklich sein wollen, kam der Schaffenseifer, denn hinter der Arbeit stand jetzt ein Sinn.

Und darum, Mutter, wenn dein Bub oder dein Mädel sich langweilen, überhöre ihren Ruf nicht, auch wenn du glaubst, gerade jetzt keine Zeit zu haben. Nichts ist wichtiger als die seelische Entwick­lung deines Kindes. In deine Hand und in dein Herz wurde diese Aufgabe gelegt. Sorge du, daß du ihr gerecht wirst.

Mahnen heraus

einladend und hübsch bereitstehenden Packungen tragen deutlich ganz bestimmte Namen und Mar­ken, an denen man die einzelnen Fabrikate sofort wiedererkennt. Die Zeit für die namenlos von un­bekannten Fabrikanten angebotene Ware ist vor­über: unsere Zeit ist die desMarkenartikels", d h. der Ware, die unter bestimmtem Namen und bestimmter Marke für einen festen Preis in immer gleicher, überall daher kenntlicher Aufmachung ver­kauft wird und für die der Hersteller mit dem guten Namen seiner Firma einsteht.

Der Käufer, der ja nicht alles probieren kann, weiß, daß er beim Markenartikel keine Qualitäts- verschlechterung, keine Preiserhöhung zu fürchten hat: würde ein Markenartikel-Fabrikant auch nur einen solchen Versuch machen, so wäre in kurzer Zeit die betreffende Ware völlig unverkäuflich, und er könnte seine Fabrik schließen. Die Namensnen­nung bietet also eine Garantie, und weil der vor­sichtige Käufer diese sucht, istanonym" nicht mehr beliebt.

Fliegergeist und Treue!

In gewaltigem Kampfe, dessen letzte Tiefen erst in Jahren begriffen werden können, formte Adolf Hitler die Wiederauferstehung des Vaterlandes aus Kameradentreue und Gemeinschaftsgeist. Aus dem Frontgeist erstand der Geist der neuen Zeit, wuchs der Kampf gegen Materialismus, gegen Pazifis­mus und Bruderstreit, gegen Unehre und Macht­losigkeit.

Fliegergeist ist alter und doch immer neuer Geist, denn er ist Geist der Jugend, Geist vorwärts stür­mender Begeisterung, die alles Werden bestimmt. Fliegergeist ebenso Ausdruck höchster Treue zum Daterlande, unsterblich erprobt und bewiesen im

bahnhof Frankfurt und marschierte sogleich in das Lager am Ostpark, um dort im Block 13 der Zelt­stadt die Nacht zu verbringen. Die oberhessische Hitler-Jugend nimmt heute vormittag bereits an den sportlichen Wettkämpfen teil.

Rückkehr der Hitlerjugend von Frankfurt

Am morgigen Sonntagabend bringen die Sonder­züge die HI. von Frankfurt zurück. Der Zug des Bannes 116 trifft in Gießen um 21.26 Uhr ein. Das Deutsche Jungvolk kommt schon um 20.01 Uhr in Gießen an.

Oie Anmeldung zum Arbeitsdienst.

Die Meldestelle für den Arbeitsdienst gibt hier­mit bekannt, daß Anmeldungen zur Einstellung nur noch in den Vormittagsstunden von 8.30 bis 11.30 Uhr, Samstags von 8.30 bis 9.30 Uhr stattfinden können.

Polizeibericht.

Festnahmen.

In letzter Zeit hat em gerissener Betrüger, der sich Heinz M o k r a u l nannte, eine ganze Anzahl Wohnungsvermieter in einer Reihe von Städten West- und Mitteldeutschlands hereingelegt. In Gießen trat der Betrüger vor einigen Tagen auf. Hier gab er sich als Abteilungsleiter der Firma Falter AG., Schokoladenfabrik in Tangermünde, aus und mietete eine geräumige Wohnung nebst Garage. Im Laufe der Verhandlungen erklärte er, es müsse auf Grund gesetzlicher Bestimmungen eine Stempelgebühr in Höhe von 26 Mark entrichtet werden, die von beiden Teilen zu tragen sei. Durch sein sicheres und gewandtes Auftreten gelang es ihm tatsächlich, die hiesige Vermieterin zur Hergabe von 13 Mark zu

Das Volk wacht auf

Roman von Lvaltev von Molo

Eins der reifsten Werke des Dichters ein Stück lebendig gewordener Geschichte eine hinreißend ge­staltete Chronik der nationalen Erhebung ein Roman, der die Deutschen unserer Gegenwart innerlich angeht

ab Montag, den 2. September

kn den Gießener SamMerrblattern

vom Samstag, 1. September, um 18 Uhr bis Sonntag, 2. September, um 19 Uhr.

den deutschen Volksgenossen von der Saar und den 300 Schwerkriegsbeschädigten des Gaues kurhesten- kwiel der VSKOV., die am Samstag und Sonntag Gäste unserer Stadt sind, zum Gruß. Wir bitten alle Gießener Familien, in der oben angegebenen Zeit die Fahnen zu hissen.

Kreisleitung Gießen der VSDAP.

Deutsches Lied.

Was ziehst du, Bauer, die Furche?

Was ist der Stunde Gebot?

Ich säe und ernte für Deutschland, Ich sorge fürs tägliche Brot.

Was schwingst du, Werkmann, den Hammer? Was wirkst du Tag und Nacht?

Ich wirke und schaffe für Deutschland, Ich sorge für Deutschlands Macht.

Was sinnt ihr Dichter, ihr Denker? Sagt, was den Weg euch weist?

Wir sinnen und forschen für Deutschland, Wir dienen dem deutschen Geist

Was wiegst du, Mutter, das Kindlein? Was sorgst du treu und zart?

Ich wache und bete für Deutschland, Ich sorge für deutsche Art.

Was steht ihr, Männer, in Reihen?

Wem gilt die strenge Wehr?

Wir leben und sterben für Deutschland, Wir kämpfen für Deutschlands Ehr'.

Was hebst Du, Jugend, das Banner? Was ist dein Wollen, dein Recht?

Auf unseren Fahnen steht Deutschland, Wir sind das neue Geschlecht.

Was glüht dir, Volk, im Blute?

Wem willst dein Leben du weihn? Dem Lande, das mich geboren, Mein Deutschland, dir allein

Helene Steiner.

Anonym unbeliebt'

Vergleicht man einmal Bilder von Ladengeschäf­ten aus der Zeit vor wenigen Jahrzehnten mit dem Anblick, den ein Geschäft unserer Tage bietet, so drängt sich dem Betrachter ein grundlegender Unterschied auf, der von einer veränderten Einstel­lung des Käufers gefordert und durch sie ermög­licht wurde.

Vor wenigen Jahrzehnten noch waren die Läden eine Sammelstätte von Stapeln und Stößen, von Kisten, Ballen und Tonnen, in denen die verschie­densten Waren des Käufers harrten. Hatte dieser seinen Wunsch ausgesprochen, so wurde die ver­langte Menge umständlich aus der großen Masse heräusgesucht, abgewogen oder abgezählt, während das beim ersten Griff zuviel Entnommene in die Behälter zurückwanderte. Heute bietet jedes Ge­schäft eine Fülle von nach Menge und Gewicht be­reits abgezählten und abgewogenen, sauber einla­dend, oft sogar luftdicht verpackten Waren, die der Kaufmann mit einem Griff richtig und nach Wunsch des Käufers auf den Ladentisch stellt.

Und ein wesentliches Kennzeichen: Alle diese tauf­

Großen Kriege, in dem die Fliegerwaffe ihre Treue zahlenmäßig dadurch bewies, daß sie fast ebenso viele Männer opferte, wie sie überhaupt stark war.

Das Wunder der deutschen Wiederauferstehung ist der gewonnene Gemeinschaftsgeist, als aufge- gangene Saat der Millionen von Gefallenen, die ihre Treue mit dem Leben bewiesen!

Begreifst du nun, deutscher Volksgenosse, wes­halb die Fliegerei auch dich sucht und braucht? Deine INitgliedschaft im Deutschen Luftsport- Verband beweist, daß du den Geist der toten Fliegerhelden erhalten und fortpflanzen willst und hilfst!

Anmeldungen bei: Flieger-Ortsgruppe Gießen (Kreisamt), Fernruf 2951, 2952.

Aus parteiamtlichen Bekanntmachungen

Das Amt für Beamte, Kreis Gießen, veranstaltet am kommenden Dienstag, 4. September, um 20 Uhr einen Schulungsabend im Cafe Lew. Redner ist Pg. Böcher vorn Amt für Beamte, Gau Hessen-Nassau, der über das ThemaUntere grundsätzliche Auffassung über den Nationalstaat und die nationale Wirtschaft" sprechen wird. Sämt­liche Beamte des Kreises Gießen und die Fach­schaftsfahnen werden zu diesem Schulungsabend erwartet.

Ami für Krieqsopferversorgung der NSDAP. Gießen.

Zu dem Besuch der Kriegsbeschädigten von Mar­burg am morgigen Sonntag in Gießen mit dem kameradschaftlichen Beisammensein mit den Gieße­ner Kameraden auf dem Schiffenberg und anschlie­ßend im Cafe Leib ist noch mitzuteilen, daß Fahrge­legenheiten um 12 Uhr, 12.30 Uhr und 13 Uhr mit Postautos vom Ludwigsplatz nach dem Schiffen­berg zur Verfügung stehen.

7iE>.-Gemeinsck'akt,.Kraff durch Freude"

Kreis Gießen.

Achtung! Winzerfeftbefucher aus dem Lumdatal.

Die Abfahrtzeit des fahrplanmäßigen, um 23 Uhr abgehenden Zuges wird für Sonntag, 2. Septem­ber, um eine Stunde, also um 24 Uhr, verlegt. Abfahrt in Gießen 24 Uhr, Ankunft in Londorf 0.34 Uhr. Wir erwarten von den Orten Lollar, Staufenberg, Ruttershausen, Mainz­lar, Allendorf, Climbach, Londorf und Kesselbach einen regen Besuch unserer Veranstaltung.

Der Eintritt kostet, wie schon wiederholt bekannt­gegeben, nur 20 Pfennig, dafür wird em ausge­zeichnetes Variete-Programm, ausgefuhrt vom Gie­ßener Stadttheater, geboten.

Hitlerjugend und Jungvolk fahren nach Frankfurt

Gestern abend fuhren das oberhessische Jungvolk und die Hitler-Jugend des Bannes 116 in drei Sonderzügen nach Frankfurt, um dort amTag der 100 000" teilzunehmen. Auch m unserer Stadt sammelte sich die Jugend zu langen Kolonnen und marschierte geschlossen zum Bahnhof. Der Zug, der das Jungvolk nach Frankfurt brachte, fuhr bereits um 20.25 Uhr ab, die HI. fuhr mit einem zweiten Sonderzug, der um 22.56 Uhr den Bahnhof Gießen verließ. Ein Sonderzug, der von Alsfeld kam, passierte kurz nach 22 Uhr unsere Stadt. Die ober­hessische Hitlerjugend fuhr über Hanau zum Ost­

überreden. Der Betrüger, der von zahlreichen Straf­verfolgungsbehörden gesucht wurde, konnte nun­mehr am 30. August in Worms festgenommen werden. Er entpuppte sich als der 31jährige Fredi Köllermann aus Bochum. Wer noch geschädigt worden ist, setze sich mit der hiesigen Kriminal­polizeistelle in Verbindung.

Die Polizeiverwaltung Weilburg teilte gestern nachmittag der hiesigen Kriminalpolizeistelle fern­mündlich mit, daß der Steinhauer Gottlieb O r t aus Weilburg nach Unterschlagung einer größeren Geldsumme zum Nachteil der Deutschen Arbeitsfront in Richtung Gießen flüchtig gegangen fei. Die sofort angestellten Ermittelungen hatten Erfolg. Ort wurde in hiesiger Stadt betroffen und festgenommen. Den größten Teil des Geldes hatte er bereits beiseite geschafft.

Eigentümer gesucht.

Bei der hiesigen Polizeidirektion ist, wie bereits früher veröffentlicht, seit 6. Juni ein älterer, zwei- räderiger Handkarren sichergestellt. Ferner hat eine hier sichergestellte Damenuhr ihren Eigentümer noch nicht gefunden. Die Uhr wurde im Juli d. I. im Schiffenberger Wald (Nizza) gefunden. Eigentums­berechtigte wollen sich mit der hiesigen Kriminal­polizeistelle ins Benehmen setzen.

Luffscbufi>ehrirupp in Gießen.

Vom Reichsluftschutzbund, Ortsgruppe Gießen, wind uns geschrieben:

Der Luftschutzlehrtrupp 7 wird im Auftrage der Inspektion der Landesgruppe Hessen-Rheinland- Süd e. 23., Frankfurt a. M., in der Woche von Montag, den 10., bis Samstag, 15. September in Gießen einen Luftschutzlehrgang veranstalten, zu dem die Ortsgruppe Gießen 100 Teilnehmer zu stellen hat. Da der zivile Luftschutz jeden, ob jung oder alt, ob arm oder reich, gleichmäßig berührt, sollen auch alle Schichten der Gießener Bevölke­rung bei diesem Lehrgang vertreten sein.

Die NS. -Frauenschaft wird eine Anzahl Frauen namhaft machen können, die sich ihrer Ver­antwortung gegen Familie und Volk bewußt sind und sich gern bereitfinden werden, schon jetzt durch diesen Lehrgang das Rüstzeug zu empfangen, um im Ernstfall den hohen Anforderungen, die gerade an die deutsche Frau zu stellen sein werden, ge­wachsen zu sein. Da neben dem Schutz der Men­schenleben die Erhaltung von Sachwerten eine dringliche Aufgabe des Selbstschutzes der Zivil­bevölkerung ist, darf erwartet werden, daß die Hausbesitzer Gießens sich zahlreich für die Ausbildung zur Verfügung stellen, auch wenn per­sönliche und berufliche Opfer damit verknüpft sein sollten. Gilt es doch, ihr Eigentum, die Häuser, vor allzu großem Schaden zu bewahren. Es dürfte eine ganze Reihe von Hausbesitzern in Gießen geben, die nicht mehr in einem festen Berufsverhältnis stehen und sich deshalb ohne allzu große Opfer diese eine Woche der Ausbildung im Luftschutz widmen können.

Was sie hier lernen, dient ja doch ihren eigenen Interessen.

Auch von Mietern, die möglichst das 45. Le­bensjahr überschritten haben und die sich körperlich gesund fühlen, kann eine ganze Anzahl in den Ge­nuß dieser kostenlosen Ausbildung kommen. Es wird ihnen dringend empfohlen, sich umgehend auf dem Büro des RLB., Gartenstraße 2, zur Teil­nahme an dem Kursus anzumelden.

Damit auch die Jugend, die im Ernstfall in nicht geringem Umfange zur Hilfeleistung herangezogen

werden muß, Gelegenheit findet, sich praktisch für den Luftschutz einzusetzen, werden je 20 Jugend­liche der H I. und des B d M. an der Ausbildung teilnehmen. So gern gerade die nationalsozialistische Jugend sich für die Belange der Allgemeinheit ein­setzt, so stehen leider ihrer Verwendung oft Schwie­rigkeiten entgegen, da Arbeitgeber zuweilen glau­ben, die Jugendlichen in ihrem Betrieb nicht eine Woche entbehren zu können, während die Eltern wegen der vermeintlichen Gefahren der Ausbildung Bedenken haben, ihre Einwilligung zu erteilen. Es fei auch an dieser Stelle noch einmal ein Appell an Arbeitgeber und Eltern gerichtet, den Jugendlichen die Einwilligung zur Teilnahme bereitwilligst zu geben und eigene Interessen zurückzustellen, wo es sich um eine derartig hohe Aufgabe wie den Selbst­schutz der Zivilbevölkerung handelt. Die Woche, die der Jugendliche mit der Schulung im Luftschutz verbringt, ist für ihn selbst von höchstem erziehe-, rischem Werte, und die mannigfachen Kenntnisse, die er dort erwirbt, werden in vielfacher Beziehung seine menschliche und berufliche Fortbildung för­dern.

Als Selbstverständlichkeit sei noch erwähnt, daß die Ausbildung trotz aller Annäherung an die Praxis keinerlei Gefahren mit sich bringt.

Vorläufig kein neues Gesangbuch.

Der Landesbischof der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen gibt bekannt, daß die Einführung eines neuen Gesangbuches in absehbarer Zeit nicht zu erwarten ist.

Gietzener Wochenmarktpreise.

* Gießen, 1. Sept. Auf dem heutigen Wachen­markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,45 bis 1,50 Mark, Landbutter 1,35 bis 1,40 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (in­ländische), Klasse S 11, Klasse A 10^, Klasse B 10, Klasse C 9^, Klasse D 8%, Wirsing (grün), das Pfund 15 bis 20, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 15 bis 18, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20 bis 25, Bohnen (grün) 15 bis 20, (gelb) 20 bis 25, Erbsen 40, Tomaten 10 bis 12, Zyüebeln 12, Meerrettich 80, Rhabarber 8 bis 10, Kürbis 8 bis 10, Pilze 40 bis 60, Kartoffeln 5 Pf., der Zentner 4,50 bis 5 Mark, Frühäpfel, das Pfund 10 bis 20 Pf., Falläpfel 3 bis 4, Pfirsiche 20 bis 35, Brombeeren 20 bis 30, Preißelbeeren 35 bis 40, Birnen 10 bis 25, Zwetfchen 8 bis 10, Mirabellen 15 bis 18, Reineclauden 15, junge Hähne 80, Sup­penhühner 70, Gänse 80 bis 85, Enten 80 bis 90, Tauben, das Stück 50, Blumenkohl 10 bis 60, Salat 10, Salatgurken 15 bis 25, Einmachgurken 1 bis 2, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 20 bis 25, Radieschen, das Bund 10 Pf.

Vornotizen.

Tageskalender für Samstag: NSLB., Fachschaft Volksschule, Kreis Gießen, 15.30 Uhr, Hotel Köhler, Besprechung der Bezirksarbeits­leiter. NSG.Kraft durch Freude", Volks­halle, 20 Uhr, Rheinlieder-Abend unter Mit­wirkung der SA.-Standartenkapelle. Lichtspiel­haus, Bahnhofstraße:Das Schloß im Süden". Artillerie-Verein, 20.30 Uhr,Hessischer Hof", Pflicht­versammlung. Caf6 Amend, Tanz anläßlich des Winzerfestes.

Tageskalender für Sonntag: NSG. Kraft durch Freude", Volkshalle, ab 15 Uhr, gro­ßes Winzerfest, ausgeführt von dem Gießener Stadttheater. Amt für Kriegsopfer, NSKOV., Bezirk Gießen, 13 Uhr Schiffenberg, ab 16 Uhr, Cafe Leib. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Das Schloß im Süden". Aquarien- und Zierfischver- ein Gießen, Hotel Köhler, 9 bis 21 Uhr, Werbe­schau. Bergschenke, ab 16 Uhr, Künstler-Konzert. 16 Uhr, Lahn, Städte-Achter Gießen-Wetzlar.

** D i e Vergebung von Steinanfuhr in den städtischen Waldungen betrifft eine Bekanntmachung der Bürgermeisterei in un­serem heutigen Anzeigenteil, auf die wir die Interessenten besonders aufmerksam machen.

** Die Fuhrwerkswaage in derFrank- f u r t e r Straße wird wegen Verlegung bis auf weiteres geschlossen. Siehe heutige Bekanntmachung der Bürgermeisterei.

** D i e Badezeiten im städtischen V o l k s b a b betrifft eine Bekantmachunq in unse­rem heutigen Anzeigenteil. Unsere Mitbürger seien besonders darauf hingewiesen.

** Rindermarkt in Gießen. Am kom­menden Dienstag findet in Gießen Rindvieh-(Nutz- vie-)Markt statt.

** E i n Ziegenmarkt in Gießen, ver­bunden mit Prämiierung, findet am Mittwoch nächster Woche auf dem Viehmarktplatz an der Margarethenhütte statt. Man beachte die heutige Anzeige des Kreisziegenzuchtvereins Gießen.

** Die Bewertung im Blumenschmuck­wettbewerb des Verkehrsvereins wird tm Laufe der nächsten Woche erfolgen. (Siehe heutige Anzeige!)

** Der Verein Hundesport lädt alle Hundebesitzer für morgen auf den Schliefplatz an derLiebigshöbe" ein. (Siehe heutige Anzeige.)

** Eine Werbeschau des Aquarien- und Zierfischvereins Gießen findet vom 2. bis 9. September hier statt. Interessenten seien auf die heutige Anzeiae hingewiesen.

** Schwerer Verkehrsunfall. Gestern gegen 16 Uhr ereignete sich im Neuen Weg ein schwerer Verkehrsunfall. Das sechsjährige Söhnchen eines Anwohners vom Neuen Weg war auf noch nicht völlig geklärte Weife unter einen Lieferwagen geraten und anscheinend auch überfahren worden. Der Vater des Kindes brachte den bewußtlosen Jun­gen zunächst nach Hause. Durch die Freiwillige Sa­nitätskolonne vom Roten Kreuz wurde das be­dauernswerte Kind dann in die Chirurgische Klinik gebracht. Bei der Untersuchung wurde ein Lungen- riß und eine Gehirnerschütterung festgestellt. Das Kind liegt schwer darnieder. Der Unfall ist um so bedauerlicher, als der Knabe nach einigen Tagen Krankenlager wieder die ersten Schritte auf die Straße tat.

RVH. Von der Pflege des Hundes. Die Nahrung fei nie zu beiß und nicht zu kalt. Man füttere Jungtiere am Tage öfter mit kleineren Por­tionen, etma fünf- bis sechsmal, erwachsene Hunde früh, mittags und abends, wobei mittags die Haupt­fütterung, abends etwas mehr als früh und du nur verhältnismäßig wenig verabreicht werden soll. Futter, welches nicht vollständig ausgenommen wurde, ist besonders im Sommer, wegen der Ge- fahr des Sauerwerdens, zu beseitigen, damit es nicht später gefressen, Darmkrankheiten erzeugt, bzw. zu einer Fliegenplage die Ursache gibt. Als Flüssig­keit stelle man reines, frisches Wasser zurecht.