Ausgabe 
1.2.1934
 
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j t na einen Offizier, Unteroffi« d Mann für ihre Arbeit, für ihre Lei-

Erstes Echo -er Berliner presse

er»

des Heeresmate»

derselben Mächte auf den gegenwärtigen

Stand.

Oie Heeresstärken

Was

Den würde famen

wa schon die Generallösung der Abrü­stungsfrage fei. dieK r e u z z e i t u n g" ist der Ansicht, daß die englische Regierung mit der Ver­öffentlichung der Denkschrift offenbar den Zweck ver­folge, die Regierungen, die bisher einer Entschei­dung in der Abrüstungsfrage die größten Schwie-

q u o und der von den deutschen Vorschlägen an­gebotenen Beschränkung zu verhandeln.

Was die Etappen betrifft, in denen die Um­formung und Vermehrung der deutschen Kräfte vor sich zu gehen hätte, so glaubt die italienische Regie-

z i e r und Mann für ihre Arbeit, für ihre Lei­stung und für ihre Gesinnung. Mein Dank gilt in in gleicher Weife allen denen, die als Beamte, Angestellte und Arbeiter für das Heer wirken. Solange das Heer dem deutschen Volke vorlebt in Disziplin und Hingabe, wird unser Weg

arnung gilt denjeni- püren sollten, sich zu Für»

aufwärts gehen.

Der neue Chef der Heeresleitung General der Artillerie Freiherr von Fritsch gibt bekannt: Durch das Vertrauen des Herrn Reichspräsi­denten Generalfeldmarschall von Hinden­burg an die Spitze des Heeres berufen, übernehme ich mit dem heutigen Tage den Befehl. Ich tue dies in dem festen Willen, das Heer so zu führen, daß es, ruhmreicher Ueberlieferung fol­gend, auch zukünftig in selbstloser und vorwärts- strebender Pflichterfüllung das feste Rückgrat unseres neugeeinten Reiches ist.

erlassen:

Am Tage meines Ausscheidens danke ich jedem ein**'---

bare Sicherheit zu garantieren. Was die Sicherheit durch die Verträge betrifft, so ist es über­flüssig, an den Pakt von Rom und an den Pakt von Locarno zu erinnern. Der Vierer­pakt erhält seinen Wert durch die in ihm vorge­sehene dauernde und methodische Zusammenarbeit der großen Westmächte. Dem Locarnopakt fühlt sich Italien als Garant loyal verpflichtet und weiß sich hierin mit der Regierung von London einig. Die deutsche Regierung hat übrigens den Abschluß von 10jährigen Nichtangriffspakten mit allen seinen Nachbarn an geboten. Ein letzter und wesentlicher Gegenwert für die An­nahme der deutschen Forderungen, der außerdem einen neuen Beitrag zur Sicherheit liefern würde, könnte d i e Verpflichtung Deutschlands sein, nach Genf zurückzukehren, nicht nur um >das Abrüstungsabkommen zu unterzeichnen, son­dern um seinen Sitz im Völkerbunde wie­der einzunehmen. Die italienische Regierung weist nachdrücklichst darauf hin, von welchem Interesse ein solches Ereignis fein würde.

Zum Schluß betont die italienische Regierung aus­drücklich die Notwendigkeit, daß der augenblicklich im Gange befindliche Gedankenaustausch endlich so viel Fortschritte zeitige, daß er eine Zusammen- berufung der Außenmini st er oder Re­gierungschefs der vier großen West - m ächte rechtfertigen würde. Zu einer solchen Zu­sammenkunft könnten auch die Vertreter an­derer Großmächte eingeladen werden.

Dank des Reichskanzlers für die Glückwünsche znm Jahrestag der Machtergreifung.

Berlin, 31. Jan. (DBB.) Zum Jahrestag der nationalen Revolution sind mir aus dem In- und Ausland so zahlreiche Glück- und Se­genswünsche zugegangen, daß es mir leider nicht möglich ist, die guten Wünsche im einzelnen zu beantworten. Ich bitte daher alle, die meiner in Treue gedacht haben, meinen aufrichtigen Dank auf diesem Weg entgegenzunehmen.

Reichskanzler Adolf Hitler.

Italiens Denkschrift stützt den deutschen Standpunkt

Oer Wechsel in der Leitung des Reichsheeres.

Berlin, 1. Feb. (DNB.) Der Chef der Heeres­leitung General der Infanterie Freiherr von Hammer stein hat aus Anlaß seines Aus­scheidens aus dem Reichsheer folgenden Aufruf

hier vorgesehenen Zugeständnissen gegenüber Frankreich einen sofortigen und wirk- Gegenwert erhalten in der Aufrecht- erhaltung seiner Gesamtrüstung. Ohne Zweifel würde das von der technisch-militäri­schen Seite gesehen genügen, um ihm für die ganze Dauer des Abkommens eine unbezweifel-

DieDeutsche Allgemeine Zeitung" stellt fest, daß die englische und italienische Denk­schrift vielfach Parallelen und übereinstimmende Gedankengänge zeigen. Der Plan Macdonalds sei keinesfalls aufgegeben, vielmehr noch weiter ausgebaut worden. Es komme England mehr auf die Qualität zwischen den Mächten an. Bemer­kenswert sei, daß die englische Denkschrift mit be­sonderem Nachdruck die Rückkehr Deutsch­lands nach Genf und in den Völkerbund als wesentliche Bedingung einer Mächteeinigung hin­stelle. Auch die italienische Presse spreche von einer Verpflichtung Deutschlands, nach Genf zurückzukeh­ren, als Gegenwert für die Annahme der deutschen Forderungen. Auch derBerliner Börsen- zeitung" erscheint es nicht unbedenklich, daß die englischen Vorschläge sich auch auf andere S t a a t en beziehen. Das Blatt meint, man könne sich schwer vorstellen, daß eine solche Erweiterung der Diskussionsbasis einer raschen Lösung der ohne­hin so schwierigen Fragen besonders förderlich sein könne. Man müsse den Engländern jetzt schon zu verstehen geben, daß ihre Denkschrift letzten Endes eben nur eine Denkschrift und nicht et-

so großzügige Politik ist, wie sie der Führer des deutschen Volkes wünscht. Mit einer warmherzigen Huldigung für den greifen verehrungswürdigen Marschall-Präsidenten, den besten Garanten für die Ehrlichkeit der deutschen Friedensliebe und der deutschen Friedensarbeit, schließt der Kanzler. Sein Volk steht heute geschlossener denn je hinter ihm und seiner Friedenspolitik. Wird in Frankreich ein Staatsmann die gleiche Größe der Gesinnung und den gleichen Mut zur Beseitigung alter Vorurteile aufbringen, um einem gequälten Europa den wah­ren Frieden zu schenken?

4. Beschränkung rials

Berlin, 1. Febr. (DNB.) Die Berliner Presse nimmt zu den am Mittwoch veröffentlichten englischen und italienischen Denkschriften zur Abrüstungsfrage vorerst sehr zurückhaltend Stellung, da eine ein­gehende Prüfung der Auswirkungen der gemachten Vorschläge in der kurzen Zeit noch nicht hat erfol­gen können. Die Blätter werfen besonders die Frage auf, welche Gründe die britische Regierung geleitet haben mag, die Denkschrift im gegenwärtigen Zeit­punkt zu veröffentlichen, nachdem die diplo­matischen Verhandlungen über die Abrüstungsfrage bisher vertraulich behandelt worden

ränitcjt der Länder. Dieser tatsächlich also schon da­mals geschaffene Zustand wird durch das am Jah­restage der nationalsozialistischen Revolution von allen verfassungsmäßigen Instanzen angenommene und vom Reichspräsidenten verkündete Gesetz über den Neuaufbau des Reiches legalisiert. Darüber hinaus macht aber das Gesetz auch die Wege frei, für eine planmäßige Weiterführung der Reichs­reform auf das Ziel des kraftvollen nationalen Einheitsstaates hin, der die tausendjährige Sehn­sucht der Besten unseres Volkes, den uralten Traum vom völkischen Nationalstaat erfüllt, um dessen Be­sitz die Deutschen seit den Tagen des frühen Mittel­alters die beiden großen westeuropäischen Natio­nen beneiden mußten.

Reichsinnenminister Dr. Frick hat in seiner gestrigen Rundfunkansprache auf die furchtbaren Folgen hingewiesen, die aus dem Fehlen einer star­ken Reichsgewalt und dem Ueberwuchern eines eigensüchtigen Territorialfürstentums für das deut­sche Volk erwachsen waren. Deutsches Land, den Einfällen mächtiger Nachbarn schutzlos preisgegeben, war Jahrhunderte hindurch Kriegsschauplatz aller politischen Konflikte zwischen West und Ost, Nord und Süd, und die deutschen Fürsten, deren dyna­stische Interessen häufig genug über die Reichs- gremen hinausgriffen, achteten tm Bunde mit frem­den Mächten nicht selten den Schaden gering, den die Kriegsfurie in deutschem Lande verursachte. Wozu das Bismarck-Reich den Grundstein gelegt hatte, wird nun vollendet werden: die Zersplitterung der Gewalten, die so oft dem deutschen Volke in kriti­schen Augenblicken seiner Geschichte zum Verhäng­nis geworden ist, weicht der einheitlichen starken Reichsgewalt. Die Landesregierungen werden zu bloßen Ausführungsorganen des künftighin einzig bestimmenden politischen Willensträgers, des Reichs. Und das Reich allein wird die Gliederung des Reichsgebiets nach den Eigentümlichkeiten der Stämme und Landschaften und den Bedürfnissen der Wirtschaft und des Verkehrs vornehmen. Reifen lassen, was werden will, und im rechten Augenblick mutig und sicher zupacken, diesen Grundsatz hat der Nationalsozialismus sich auch bei der Behandlung der Reichsreform zur Richtschnur genommen. So vertraut das Volk auch der Hand des Führers bei der Neugestaltung feines Lebensraums im nationa­len Einheitsstaat des Dritten Reiches.

Mit Bedacht haben wir den genialen Wurf der Reichseinheit aus der Fülle großer Eindrücke vor­weggenommen, die die staatsmännische Rede des Führers vor dem am Jahrestage der nationa­len Erhebung versammelten Reichstage hinterlassen hat. Wenn der Führer das Gesetz, zu dessen Be­gründung er sprach, auch selber kaum erwähnte, so wird es doch einst diesem 30. Januar 1934 seinen Platz in der Geschichte anweisen als dem Tage, an dem ein Volk auch in seiner äußeren Form den Schritt zur Nation tat, den das erste Jahr der na­tionalen Revolution innerlich vorbereitet hatte. Rück­schau und Programm war des Führers Rede in einem. Ein Blick klarer Erkenntnis der Ursachen und Zusammenhänge zurück auf die dunklen Irr­wege deutschen Schicksals und ein mutiger, gläubiger und vertrauensvoller Blick in die Zukunft deutschen Wollens. Als Volksmann hat der Kanzler mit sechs Getreuen den Weg zur politischen Macht begonnen und stolz bekennt er, daß er auch als Führer des Reiches der Volksmann geblieben ist, dessen redliches Mühen es war,die in der Macht liegende Auto­rität in die Stärke des Vertrauens zu ver-

Oie Neuordnung des evangelischen Zugendwerks.

Berlin, 31. Jan. (DNB.) Der Jugend- Pfarrer der Deutschen Evangelischen Kirche für die Neuordnung des evangelischen Jugendwerkes und Eingliederung in die Hitler- Auyend hat für die einzelnen Gebiete Bevoll­mächtigte ernannt und zwar für das Ober- gebiet West Pfarrer Dr. Voß in Düsseldorf- Obertasse! und unter ihm für das Gebiet 13 Hessen-Nassau Lehrer Both (Frankfurt-M.), Pfarrer von der Au (Darmstadt) und Pfarrer Fries (Wiesbaden), für das Gebiet 14 Kur- dessen Pfarrer Meyer in Arolsen, Pfarrer Lic. Schäfer in Kassel.

wandeln". Nächst der eigenen nationalsozialistischen Partei galt der Dank des Führers dem Stahl­helm sowohl wie dem Führer der ehemaligen Deutschnationalen. Beide, S e l d t e sowohl wie Hugenberg, haben als wahrhafte Patrioten sich dem Gebot nationaler Notwendigkeiten unter­geordnet, als die Stunde es erforderte. Ein beson­ders warmes Wort des Dankes zollt der Führer der Reichswehr, deren vorbehaltlose Gefolgschaft zum neuen Staat erst den Erfolg dieses Jahres er­möglicht hatte. Die Kirchen werden ermahnt, dem Staate zu geben, was des Staates ist und eine nach dem mancherlei Spuk der letzten Tage wohl zu wartende besonders scharfe Warnung gilt denj aen, die Neigung verst " ' " "

sprechern dynastiscyer Interessen zu machen. Hier fällt die ausgezeichnete FormulierungDie deutschen Stämme sind gottgewollte Bausteine unse­res Volkes, die politischen Gebilde der Einzel­staaten sind Menschenwerk und daher vergäng­lich". Mit großer Entschiedenheit erklärt der Kanz­ler unter dem Beifall des Hauses:Die Frage der endgültigen Gestaltung der Staatsform steht außer jeder Diskussion, wer Deutschlands letzte Spitze ver­körpert, erhält feine Berufung durch das deutsche Volk und ist ihm allein ausschließlich verpflichtet". Ein besonders sarkastisches Wort des Führers gibt die üblen Konjunkturritter, diedurch über­lautes Geschrei und hundertzehnprozentiges Betra­gen" peinlich auffallen, der allgemeinen Lächerlich­keit und Verachtung preis. Millionen nicht der schlechtesten Deutschen werden dem Führer dankbar sein für den Trennungsstrich, den er mit aller Deut- lichkeit zwischen diesenaufdringlichen Parasiten" und jeneninnerlich anständigen Menschen" zog, die aus Furcht vor Mißdeutung ihres Handelns sich bislang ferngehalten haben.

Die außenpolitischen Darlegungen des Kanzlers knüpften an an die Schuld des Versailler Dik­tats. an dem moralischen, politischen und wirt­schaftlichen Chaos, das erst den Boden für die kom­munistische Drachensaat gelockert habe. Den destruk- tiven, vertrauenzerstörenoen und Unfrieden verewi- genben Tendenzen dieser Politik von Versailles stellte der Kanzler das völkische Prinzip einer Außenpolitik entgegen, die aus der Erkenntnis der rassischen Grundgesetze für die Erhaltung des eige­nen Volkes auch die Achtung vor der Eigenart anderer Völker folgert. Das Derständigungs- abkommen mit Polen kann als erster Erfolg dieser Politik gebucht werden. Das Verhältnis zu Oesterreich wurde dann vom Kanzler besonders eingehend erörtert. Dem Dollfuß-System, das sich nur durch rücksichtslose Brutalisierung der bewußt deutschempfindenden Bevölkerung Oesterreichs am Ruder zu halten vermag, empfiehlt der Kanzler, vor aller Welt durch eine Volksabstimmung den Beweis anzutreten, ob es noch eine Mehrheit des Volkes hinter sich habe. Die Generalbereinigung mit Frankreich, das schwierigste Problem der euro­päischen Politik, kommt trotz oes immer wieder be- kündeten ehrlichen Willens Deutschlands zu einer endgültigen Begrabung des historischen Kriegs­beils' nicht vorwärts. Eine sofortige Bereinigung des Saarproblems, die der Kanzler voraefchlagen hatte, um später begreifliche Gefühle der Ent- täuschung und Verstimmung zu vermeiden, ist von Frankreich abgelehnt worden. Die Abrüstungsfrage, die um Frankreichs Furcht vor mangelnder Sicher­heit und Deutschlands vertraglich begründeter For­derung nach Gleichberechtigung' kreist, liegt als drohender Klotz zwischen beiden Nationen. Das Echo des Mißtrauens, das die Kanzlerrede in der Pariser Presse gefunden hat, zeigt, wie wenig reif noch im- m§r die öffentliche Meinung Frankreichs für eine

rung, daß sie sich aus technischen Notwen­digkeiten von selb st ergeben und daher auch verpflichtend festgelegt werden könnten. Es ist auch zu beachten, daß der Vorgang der Umformung an sich schon eine Schwächung der Schlagkraft nicht nur der offensiven, sondern auch der defensiven mit sich bringt. Während es schwer zu sein scheint, den deutschen Forderungen in bezug auf defensive Rüstung (15-Zentimeter-Geschütze, Flugabwehr­geschütze, Panzerwagen zu sechs Tonnen, Erkun- dungs- und Jagdflugzeuge) grundsätzlich die Zu­stimmung zu versagen, so können die Grenzen und die Verhältnisse zwischen Defensivwaffen und Effek- tivstärken noch Gegenstand der Diskussion bilden. Für die Seerü st ungen müßte man eine Revi­sion zur nächsten Seekonferenz vorbereiten.

Oie Gicherhett

die E f f e k t i v st ä r k e n betrifft, so geht die deutsche Forderung nach 300000 Mann von der Tatsache aus, daß die bewaffneten Mächte ihre Effektivstärken nicht auf die Ziffern des Mac- donald-Planes heruntersetzen, sondern die augen­blicklichen Ziffern beibehalten. Wenn die Herabsetzung in Betracht gezogen wird, er» klärt sich Deutschland bereit, über die oben genannte Ziffer mit s i ch reden ä u lassen. Bei dieser Lage zweifelt die italienische Regierung, wenn sie die augenblicklichen Effektivstärken zum Beispiel Frankreichs, Polens und der Tschecho­slowakei betrachtet, ernstlich daran, ob man mit Recht die Behauptung aufstellen kann, daß die im Macdonald-Plan angedeuteten Verhältnisse in den deutschen Vorschlägen zugunsten Deutschlands ver­ändert worden seien. Das Problem der Herab­setzung und gegenseitigen Abwägung der Effektiv­stärken ist so kompliziert und wirft so viel Fragen auf, daß dadurch der Abschluß eines A b - kommens in Frage gestellt würde. Es ist deshalb besser, auf der Basis des Status

Oer Ernst der Lage zwingt zu Taten.

Rom, 31. Jan. (DNB.) Die Agenzia Ste­fan i veröffentlicht eine Verlautbarung zu dem Standpunkt der italienischen Regierung zum Ab­rüstungsproblem, so wie er bereits von Mussolini Anfang Januar Sir John Simon bei seinem Be­suche in Rom bargelegt worden war. Der Text um­faßt etwa zehn Schreibmaschinenseiten.

In der Einleitung stellt die italienische Regierung fest, daß in der Abrüstungsfrage köine Zeit mehr verloren werden darf, und daß der tote Punkt überwunden werden muß, wenn nicht ein Verfallen Europas in feindliche Mächtegruppen und ein Rüstungswettlauf eintreten soll. Daher muß jede Regierung nunmehr ihre eigene Verant­wortung übernehmen, indem sie sich entscheidet, eine klare Haltung einzunehmen und sie auch öffentlich bekanntzugeben.

Es besteht die Gefahr, daß, wenn man nicht zu einem Abkommen gelangt, die Tatsache der Gleich­berechtigung sich vollzieht außerhalb jener Übereinkommen, die sie zulassen und ihre Form regeln. Die Feststellung birgt in sich die Frage nach der Möglichkeit und dem Willen eventueller Sanktionsanwendung, um Ueberschreitun- aen der Verträge zu unterdrücken. Aber die ein­fache Erwägung einer solchen MöalMeit läßt schon den Ernst einer Lage ermessen, die im Falle einer nicht zustandekommendey^Tinigung eintreten wurde.

OeutschlanLs Forderung auf Gleichberechtigung ist wohl begründet.

Es ist unleugbar, daß Deustchland und den an- beren durch die' vertrage entwaffneten Staaten die Gleichberechtigung feierlich zuerkannt worden ist. Die Unmöglichkeit, in der sich die be­waffneten Unlerzeichnermächte der vertrage be­finden, sofort ihre materiellen Rüstungen auf ein Nweau herabzusehen, das sich dem der deutschen Abrüstung in vernünftigem Waße nähert, verleiht den deutschen Forderungen nach Erhöhung des Rüstungssiandes eine juristisch moralische Kraft, deren Vorhandensein nicht leicht zu leug­nen ist, und man kann darlegen, daß auch die Frage der Sicherheit zugunsten Deutschlands spricht.

Die italienische Regierung kann nicht umhin, den Friedenserklarungen des Prä­sidenten Hindenburg und des Reichs­kanzlers Hitler die größte Beach- t u n g zu sche nken. Abgesehen davon, daß Abkom­men nicht aus/ Mißtrauen aufgebaut werden kön- n,tx* mu6 Man zugeben, daß die wiederholten gleichlautendein Erklärungen des deutschen Regie- rungschefs ein sicheres Unterpfand da- lur sind, tnafo klare und freiwillig angenommene Abkommen nicht nur nicht gebrochen, sondern nicht einmal für I die Dauer ihrer Geltung durch weiter­

gehende und auf Abänderung zielende Forderungen diplomatisch ausgeschaltet würden.

Die italienische Regierung ist der Ansicht, daß es noch möglich ist, zu einem Abkommen zu ge­langen, unter Bedingungen, die dem weltgewissen eine vielleicht nur teilweise, aber immerhin positive Genugtuung verschaffen würden. Klare Anzeichen liegen dafür vor, daß auch in neutralen Ländern die öffentliche Meinung sich damit ab­findet, daß die praktische Hauptfrage nicht mehr die ist, die deutsche Wiederaufrüstung ja verhindern, sondern die, zu vermeiden, daß sie sich ohne Regelung und Kontrolle vollzieht.

Oer italienische Vorschlag.

Die italienische Regierung hält folgendes Abkommen als im Rahmen des Möglichen lie­gend. Es könnte gelten bis zum 31. Dezember 1940 und müßte vor allem folgende Verpflichtungen ent­halten:

1. Abschaffung des chemischen Krie­ges mit Kontrolle über Vorbereitung und Ausbil­dung,

2. Verbot des Bombenabwurfes auf Zivilbevölkerung, wobei zu bemerken ist, daß auf dem Gebiete der Abschaffung des Luftbombarde­ments noch radikalere Maßnahmen erreicht werden können. Diese Maßnahmen würden die Lösung der Frage der deutschen Gleichberechtigung in der Luft sehr erleichtern.

3. Beschränkung der Militärausga­ben der durch die Friedensverträge nicht o e - schränkten Mächte auf ihren gegenwärti­gen Stand.

Oer Gtavisky-Gkan-al.

Der ehemalige Finanzminister Bonnet schwer belastet.

Paris, 1. Febr. (DNB. Funkspruch.) Die Rechtsbeistände des verhafteten Direktors der Bayonner städtischen Kreditanstalt, T i f f i e r, haben den Untersuchungsrichter in einem Schreiben aufgeforbert, mehrere höhere Beamte bes französischen Handels- unb Arbeitsministeriums, sowie ben frühren Kolonialminister Dalimier und ben ehemaligen Finanzminister Bonnet zu vernehmen. Bonnet soll Aufschluß über seine Be­ziehungen zu bem verhafteten Direktor berVo- lontä", Dubarry, geben unb bie Frage beant­worten, ob er auf ber Konferenz von Strefa mit Stavifky zusammen geta­felt habe.

In parlamentarischen Kreisen hat die Veröffent­lichung gewisser Schriftstücke durch denAmi du Peuple" großen Eindruck gemacht. Es handelt sich um urkundliche Belege dafür, daß Finanzminister Bonnet auf Empfehlung Dubarrys einen Mit­arbeiter in seinem Kabinett ange­teilt hat, während Bonnet von der Kammer­tribüne aus bei der Aussprache über den Stavisky- Skandal in Abrede gestellt hat, den Betref­fenden, es handelt sich um einen Rechtsanwalt, überhaupt zu kennen.Le Jour" ver­öffentlicht einen geheimen Polizeibericht, ber vor dreieinhalb Jahren abgefaßt ist, aus bem hervor­geht, daß bereits damals die Pariser Polizei die Staatsanwaltschaft auf die Umtriebe Staviskys und seine Beziehungen zu bekannten Persönlich­keiten aufmerksam gemacht hat.

Schwere Unruhen in Westaustralien.

Sidney, 31. Jan. (DNB.) In Westaustralien ist es zu schweren Tumulten gekommen. In Kal - goorlie sollte ein ausländischer Barmixer, der sich des Totschlags schuldig gemacht hatte, ver­haftet werden. Mehrere taufend Personen rotte­ten sich zusammen und verlangten die gewalt­same Entfernung sämtlicher Auslän- d e r. Als diese Forderung abgelehnt wurde, erging sich die Menge in wüsten Ausschreitungen. Fünf Hotels und dreizehn Läden, von denen man an» nahm, daß sie sich in ausländischem Besitz befänden, wurden geplündert und alles, was nicht niet- und nagelfest war, auf der Straße verbrannt. Dabei wurde noch eine Person erschlagen. Polizei und Feuerwehr erwiesen sich machtlos, die Straßenbahn wurde gestürmt und Autos beschlag­nahmt, um in der Nachbarstadt Bouldercity eben­falls bie Läben unb Lokale von Fremden zu stür­men. Aus Perth wurde ein Polizeikommando zur Verstärkung geschickt, das die Ruhe wiederherstellte; dabei wurden 20 Verhaftungen vorgenommen. Sämtliche Bergwerke liegen jedoch auch jetzt noch st i l l. Die Mißstimmung gegen die Ausländer ist in den betroffenen Bezirken schon feit langem festzustellen gewesen. Man macht ihnen zum Vorwurf, daß sie die Löhne der Ein­heimischen unterbieten. In Kalgoorlie dauerten die ganze Nacht über die Kämpfe zwischen den Bergarbeitern und den Ausländern, die einen Schützengraben ausaehoben hatten, an. Gegen Morgen begann nach einem heftigen Feuer­gefecht ber Sturm auf bie Verschanzun­gen, bie genommen und 3 e r ft ö r t wurden.

sind. Aus ber Veröffentlichung ber Denkschrift, so schreibt derVölkische Beobachte r", kann man ben Wert ermessen, ben bie ßonboner Regie­rung selbst biesem Dokument zuerkannt hat. Alles in allem genommen versucht bie britische Regierung in großem Wurf das Zustanbekommen einer all­gemeinen Abrüstungskonvention zu ermöglichen, in­dem sie die Forderungen der Sicherheit, der Gleich­berechtigung und der Abrüstung einheitlich zusammenfaßt, die nach ihrer Ansicht unter den heutigen Umständen zu dem erstrebten Ziele führen. Als Vermittlungsaktion zwi­schen Deutschland unb Frankreich, so meint das Blatt weiter, könne die britische Denkschrift nicht in Frage kommen, weil sie sich nicht nur an Frankreich und Deutschland, sondern auch an alle an der Abrüstung interessierten Staaten mit neuen Vorschlägen wendet. Das ... M1V

Blatt hofft, daß die britische Regierung gute Gründe jrigkeiten bereitet haben, zu einer klaren St el- fur die Annahme haben möge, daß ihre Vorschläge lungnahme zu zwingen.

auf fruchtbaren Boden fallen. |----