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M.203 Zweiter Blatt
Montag, 31.August 1936
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Besinnliche Weltreise.
Don unserem E. M.-Sonderberichierstatier.
reien und die Verteilung der Farben sind wahrhaft künstlerisch.
Zwei Tage nach unserer Ankunft fuhr unser Auto westwärts m Richtung Padang. Da waren wir chon mit den Menschen versöhnt, um so mehr, als
sie stellenweise sogar gewaschen waren. Beim Kilo» meterstein 101, von Sibolga gerechnet, standen wir wieder in stiller Bewunderung vor der Landschaft, die diesmal achthundert Meter tief unter uns nach der nächsten Kurve verschwinden sollte.
3m Hauptquartier der roten Frauenmiliz
ersten Stock eine vergoldete Stuckdecke und »sigen, strahlenden Kronleuchter wie ein
sehen."
Wir betreten einen großen anstoßenden Raum, hinter einem Tisch drei Frauen. Die Präsidentin sieht aus wie eine Lehrerin, die beiden anderen mögen Stenotypistin oder Verkäuferin gewesen sein. Ein Dutzend Kandidatinnen stellen sich diesem Komitee vor. Sie überreichen der Präsidentin einen Zettel, auf dem sie ihren Namen, Adresse, Familienstand und ihren Wunsch für ihre Der - wendung in der Miliz ausgeschrieben haben Meine Führerin nimmt ungefähr 20 solcher Zettel vom Tisch. „Sehen Sie." Alle 20 drücken tatsach- lich die Bitte aus, an die Front geschickt zu werden. Aber in neun Fällen hat die Präsidentin am Rand anders vermerkt: Laboratorium, Lazarett, Proviantamt. „Sie sehen," sagt meine Führerin, als wir zurückgeben, „daß wir Sie nicht getaufcht
drei verschiedene Ausbildungsstellen geschickt, |e nachdem, ob wir sie zur Infanterie oder Artillerie oder zur Fliegerei bestimmen. Wir brauchen Flugzeugbeobachterinnen. Rach 8—10 Tagen Ausbildung gehen sie an die Front." „Sind schon viele gefallen?" „Unge-
Die deuischen Physiologen tagen in Gießen.
Oie heutige Eröffnungssitzung im physiologischen Institut der Universität.
seinen Partner! .
Schon nach den ersten Zügen des neuen Spiels bemerkte er, daß der andere ein guter Schüler war. Er murmelte etwas vom Glück des Anfängers und nach Verlust der Partie sogar von typischem Zufall. Aber dieser Zufall wiederholte sich zu regel- mäßig! Der Europäer konnte Gegen den Malayen nicht gewinnen. Zum Schaden kam noch der Spott. Wie ein Lauffeuer ging es durch den Kampong, wie schlecht der toewan im Schachspiel sei, das sie, die Bataker, doch schon lange vor seiner Ankunft in Sumatra mit großer Virtuosität beherrschten.
Dieses Zeichen ungewöhnlicher Klugheit — die Bataker sind vielleicht der klügste Stamm unter den Malayen — erklärt möglicherweise auch etwas anderes. Ein bekannter Architekt auf Java, der viele Regierungsgebäude errichtet hatte, worunter die Markthalle in Medan z. B. jeder europäischen Großstadt zur Ehre gereichen würde, plagt sich noch heute mit dem Problem des Hausbaues bet den Malayen und bei den Batakern insbesondere. Er versucht noch immer vergeblich die Verteilung der Druck- und Zugverhältnisse in der Eingeborenenarchitektur zu finden, die schon seit undenklichen Zeiten besteht, und die es ermöglicht, mit nur 50 v. H. des Materials auszukommen, die der Europäer, bei einem Versuch im malayischen Stil zu bauen benötigte, lieber dieses Geheimnis hinaus sind die Häuser oer Bataker auch noch die vielleicht schönsten, sicher aber die in der Form elegantesten des Archipels. Schade, daß nur noch so wenig Originale vorhanden sind, vor allem die Schnitze-
an den Marktständen, wo heute Reis und Früchte liegen, auf ihr Schicksal zu warten. Eine Flucht war bei der Fülle von Menschen, die ein malayischer Pasar immer aufweist, unmöglich. Wie heute, so drängten sich auch damals die Käufer in dichten Scharen an den Ständen vorüber: Schwatzendes Volk, kokette, buntgekleidete Frauen. Sachkundig wurden die Gefangenen abgetastet. Begehrliche Hände prüften Maus und Wangen, die als besonders wertvoll galten. Und dann begann das Handeln. Wer den Orient kennt, wird die Qual der Menschen ermessen, die Gegenstand dieser „Aussprache" waren. Rur die Unwissenden — und dazu werden die Missionare gehört haben — ahnten nicht, was kommen würde. War nämlich das Geschäft abgeschlossen, so erhob sich der Käufer und schnitt mit der Sicherheit eines Chirurgen die er» worbenen Stücke vom lebenden Menschen ab.
Heute liegt mitunter, fast im geheimen, an diesen Ständen eine andere Ware, wenn man wieder einmal vom Reis, Gemüsen und Früchten absieht, die von dem hochzivilisierten Europäer auch nicht qutgeheißen wird. Zunächst hält man die fein äuberlich sezierten Stücke für Spanferkel. Bei näherer Betrachtung kann man bann aber feststellen, daß es Hunde sind, fein zerteilt in Brust-, Lenden- und Rückenstücke. Die Furcht, in Balige Hundeflersch zu bekommen, ist aber unberechtigt, weil es eine Delikatesse ist, die der Bataker um
fahr 30." ....
Draußen finde ich immer noch die Kämpferinnen in ihren Schaukelstühlen. Sind diese jungen Frauen wirklich zu fürchten? Wenn man sie da sieht mit ihren Augen, aus denen die Lebenslust lacht, kann man daran zweifeln. Aber ich habe sie an der Front gesehen, wie sie töteten und starben — wie Männer. Sie sind mitleidloser als Männer. Sie sind es, die den lob für Gefangene verlangt haben, die die Männer retten wollten. Unb sie haben das Todesurteil nicht nur ausgesprochen, sondern vollstreckt. An diesem selben Abend sah ich 1500 Kämpfer zur Front abmar- schieren. An der Spitze hinter der roten Fahne schritten b i e Frauen. Sie hatten nicht wie manche Männer eine Blume zwischen ben Lippen unb am Gewehr. In blauer Bluse, ben Tornister auf bem Rücken, den Patronengürtel umgefchnallt, die Hand um das Gewehr geklammert, schritten sie mit einem Ausdruck wilder Entschlossenheit gerade- aus, ohne einen Blick rechts ober links auf bis Menge zu werfen, die ihnen Beifall klatschte.
In fast allen Häusern sind die Lichter gelöscht. Rur hier unb da sieht man in einer großen, ausgeräumten, von der Miliz beschlagnahmten Woh-
Wie furchtbar die Leidenschaften in dem spam- chen Bürgerkrieg aufgewühlt sind, zeigt sich in nichts stärker als in der Teilnahme der Frauen am Krieg. Der Berichterstatter des „Pariser Soir", Louis Delapröe, hatte Gelegenheit, die Frauenformationen der Rotxn Miliz in Spanien zu besuchen und berichtet darüber.
„Das Zentralkomitee der Antifaschistischen Frauenmilizen hat sein Hauptquartier in einem Hotel in Barcelona aufgeschlagen. Auf einem kleinen Vorplatz ruhen in Schaukelstühlen einige dreißig weibliche Soldaten, schwatzend, rauchend, träumend, und so ruhig, so nichtachtend, als be- änben sie sich auf der Terrasse eines Cafss ober am Straub. An einer Tür ein Schild- Generalsekretariat. Unb ba stehe ich vor ben Mitgliebern bes Komitees. Fünf Frauen. „Seit wann", frage ich, „haben Sie Ihre Milizen ge- bilbet?" „Seit brei Wochen." „Welches ist ihre Kampfstärke?" „Wir sinb heute in Katalonien nur 3 000 Frauen. Wir können uns leicht verboppeln unb verbreifachen, aber wir üben eine strenge Auslese. Wir nehmen nur solche Frauen an, bie körperlich kräftig unb sittlich einwanbfrei sind." „Wieviele von den 3 000 Frauen sind an der Front?" „Die Hälfte. Aber wenn es nach ihnen ginge, würden sie alle in der Feuerlinie sein. Seitdem wir unsere Annahmestelle eröffnet haben, hat keine einzige unserer Freiwilligen auf die Frage, was sie tun wollte anders geantwortet als mit dem einen kleinen inhaltsschweren Wort: Kämpfe n." Kommen Sie mit, Sie sollen selber
keinen Preis an die Fremden abgibt.
Alles das, was hier über die Bataker gesagt wurde, dürfte ihnen keinen Freund geschaffen haben. Nun erfordert es allerdings die Gerechtigkeit, zu sagen, daß sie auch lobenswerte Eigenschaften besitzen. Eine von ihnen mußte ein holländischer Beamter zu seinem größten Leidwesen erfahren. Dieser saß, wie so viele seiner Kollegen, auf einer einsamen Station, von der er nur selten in ben Club einer entfernten Kleinstabt unb nur alle sechs Jahre nach Europa kam. Was tun? Da er in Holland als bebeutenbes Amateur im Schach- spiel bekannt war, versuchte er es bamit. Aber die vielen Musterpartien waren auf bie Dauer ermüdend. So rief er kurzerhand seinen Boy zu sich herein und versuchte diesem das Spiel zu erklären. Er atmete auf, als der Bataker grinsend zu verstehen gab, alles begriffen zu haben. Nun hatte er
Schweine und keinen der zerzausten Hunde zu Überfahren, die hier so schmutzig wirken, weil sie anscheinend mit den Menschen hausen. Wir sind in den Bataklanden.
Eine weihe Kirche auf einem kleinen Hügel zeigt uns an, daß wir christliches Land betreten haben. Es ist das Wirkungsgebiet der Barmer Mission. Deutsche waren es, die, noch bevor die holländischen Beamten ins Innere vorstießen, hier zu kolonisieren begannen. Mit aufopfernder Liebe und beträchtlichen Summen find sie an das mühselige Werk gegangen. Zahlreiche Schulen und Krankenhäuser wurden mit deutscher Gründlichkeit erbaut. Nach den Anfangserfolgen steuerte bann auch bie hollänbische Regierung Subventionen bei. Der ausschließliche Umgang ber „Jnlanbers" — Eingeborene barf man in Nieberlänbisch-Jnbien nicht sagen — mit ben beutschen Missionaren brachte es mit sich, daß sie anfingen, beutsch zu verstehen, soweit sie es überhaupt für nötig halten, eine europäische Sprache zu erlernen. Auch ihre Vornamen sinb, neben solchen biblischer Natur, überwiegend, besonders in Balige, deutsch. So lesen wir an ben Schildern: Karl Heinrich und Ernst, suchen aber leider vergeblich nach Goethe, Hohen- zollern und Bismarck, die es hier gleichfalls zahlreich gibt.
Wenn man ehrlich ist, muß man bei aller Vorliebe für fein christliches Europäertum eingestehen, daß die Erfolge der Mifsionare doch noch immer oberflächlich geblieben sind. Den Batakern war nämlich auf die Dauer der eine Gott der Christen ju wenig. Zunächst ganz im stillen und jetzt hochoffiziell haben sie sich noch einen Singamaharadja geschaffen. Neuerdings zeigen die Bataker, und das entspricht ganz ihrem Selbstbewußtsein bem Europäer gegenüber, erfolgreich Neigung, ihre christliche Kirche noch unabhängiger zu gestalten. Sie forbern eine Nationalkirche, ähnlich ber auf Nordcelebes unb ber Molukkeninsel Ambon.
Als bie ersten Missionare in bie Bataklande kamen, hatten sie allerdings noch andere als politische Schwierigkeiten zu überwinden. Damals entgingen wenige — bem Kanibalismus, ber in feiner Grausamkeit einzigartig war. In aller Frühe, als es noch bunfel war, zogen bie Bataker mit ihren Gefangenen auf bie Pafars — HKärfte — von Baligä unb Porfea. Mit Angstschweiß auf ber Stirne folgten biese ihren Besitzern, um schließlich
Am heutigen Montagvormittag begann bie Deutsche Physiologische G es e l ls ch a f t unter Leitung ihres Dorsitzenben, Professor Dr. Rein (Göttingen), in bem vollbesetzten großen Hörsaal bes Physiologischen Instituts ber Universität Gießen ihre 14. Tagung mit einer Er- Öffnungssitzung.
Der Vorsitzende Pros. Dr. Rein
betonte in feiner kurzen Einführungsansprache ben Charakter einer Arbeitstagung für biese Zu- sammenkunft ber beutschen Physiologen, bie burch sich selbst gerechtfertigt sei. Er bezeichnete es als politische Pflichterfüllung, wenn bie Männer, bie zur Wissenschaft berufen sinb, in ber vollen Erfüllung dieser wissenschaftlichen Mission ihre Aus- gäbe erblicken unb verwirklichen. Nach bem Gedenken an bie seit ber letzten Tagung vor zwei
Jahren verstorbenen Mitglieber erwähnte ber Vorsitzende ben Eingang zahlreicher Grüße unb guten Wünsche von öffentlichen Stellen unb von Gelehrten. Er bankte fobann bem Direktor bes Physiologischen Instituts der Universität Gießen, Prof. Dr. Bur- (er, für die ausgezeichnete Vorbereitung der Tagung.
Anschließend horte die Versammlung die Be- grühungs- und Einführungsrede von
Professor Dr. Vürker,
der unter starker Aufmerksamkeit der Versammlung u. a. folgendes sagte:
Namens ber Veranstalter ber Tagung heiße ich Sie in Gießen, bem Sitz ber alten Academia Lu- doviciana, ber Hessischen Lanbesuniversität, herzlich willkommen. Nach bem Beschluß bes Dorstan» bes soll biese Tagung eine äußerlich schlichte, wissen-
(Nachbruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) V.
3n den Vataklanden.
Prapat, August 1936.
Kurz hinter ben riesigen Gummiplantagen, an ber Straße von Meban nach Pabang, steigt unser Auto in zunächst weiten unb bann immer kürzeren Kurven langsam auf über breizehnhunbert Meter Höhe. Tannenwälber unb kühle Luft lassen in uns wirklich den Gedanken an einen „sumatranischen Schwarzwald", wie meine holländische Begleiterin meint, aufsteigen. Aber die Illusion ist nur kurz.
Sie wird schon wenige Augenblicke später erschlagen von ber Wucht bes Bilbes, bas sich bann vor uns auftut. Heber 400 Meter tiefer liegt plötzlich bas gewaltige Tobameer vor uns, wie ein überbimenfionaler norwegischer F j o r b. Ihn zu beschreiben, besonbers wenn bie Sonne in allen erdenklichen Farben untergeht, ist einfach unmöglich. Wirklich unb wahrhaftig setzt mein Herzschlag aus, angesichts bieser gewaltigen, zerrissenen unb wilben Mürchenlandschaft.
Neugierig und mit hohen Erwartungen fahren wir in steilen Kurven abwärts. Noch ehe wir den ersten Ort dieses Landes, Prapat, erreicht haben, wissen wir, daß die Gebirgskette uns von einer anderen Welt getrennt hat. Das Auto hat Mühe und Not, keines der zahlreichen und grohköpfigen
nung im ersten Stock eine oergoioere ©rucroeae unu einen riesigen, strahlenden Kronleuchter wie ein Anachronismus. In dieser von dumpfem Trommelwirbel erfüllten Nacht scheint diese Fülle von Licht und Kristall aus einer anderen Welt zu kommen. Eine der Soldattnnen hat wohl dasselbe Gefühl. Plötzlich bleibt sie stehen. Sie fetzt ein Knie auf die (Erbe, zielt, brückt ab. Der erste Schuß geht in bie Decke, ber zweite trifft einen Kristallanhänger, ber dritte zerreicht genau bie Kette. Der Kronleuchter stürzt herab, und das Klirren des zersplitternden Kristalls, das auf ben Schuß folgt, klingt wie Ge- lächter oder Schluchzen einer menschlichen Stimme. Die Soldatin lächelt, vollkommen glücklich. Im Laufschritt holt sie ihre Kameradinnen ein. Der Tambour verstummt. Und ich höre diese Frauen» Soldaten lachen, lachen wie Schulmädchen. Sie als wir wrutfaetien oan wir öie ma^ Muuu|u;i s finden es wohl ebenso spannend einen Kronleuchter haben Die fünftigen' Kämpferinnen werden an > zu zertrümmern wie einen Menschen zu erschießen.
(Sturm auf em Herz.
Lon Horst Thieme.
Als Robert Wehling aus dem Fenster seines Arbeitszimmers blickte, erschrak er. denn auf bem Kies- weg der durch den kleinen gepflegten Garten vor dem Haufe führte, fchritt ein Mann der Haustur zu, in dem Robert Wehling zu seiner größten Bestur- zung Martin Pachwitz erkannte . r
6 •aroar — es lag kein erkennbarer, wirklicher Grund vor, weshalb Robert Wehling durch das Erscheinen dieses Mannes beunruhigt werden konnte, denn bisher hatte er mit Martin Pachwitz stets in gutem geschäftlichen Verkehr gestanden, und bis zu dieser Stunde hatte sich das, was man so allgemein von Pachwitz erzählte - daß er nämlich em ruck- sichtsloser und brutaler Geschäftemacher sei — nicht bewahrheitet. Aber - wenn Pachwitz I» “«™" auftauchte, dann blieb es mcht aus. daß Robert Wehling mit Herzklopfen und Sorge dem Grunde dieses seltenen Besuches entgegensah.
Er erhob sich vom Schreibtisch, als er vernahm, wie draußen die Tür geöffnet wurde und Stimmen laut wurden. Harte und feste Schritte näherten sch, ein kurzes Klopfen an der Tür Rauh und heiser vor
beiden Männer persönlich nähergekommen h "Mwerden natürlich uberrafch. !°m,H°-rWch.
ls.“ Ä ÄS
beftimmt bamit ~ inSgnbe bedeute?!"
’Va'Ä touü bnQuV «Uf feiner falten J0aKe herum und machte eine anbers
aung. Dann meinte er: .§4 kann nicht anders. Ich brauche das Geld, Herr Wehling! .
— es lag eine halb neugierige, halb
gestellten Leser bie Ausführungen uberdenAlpen-. I tropf von Professor Webmger interessieren. I
ängstliche Frage barin.
Der Mann blieb stehen. Sie sahen sich stumm an. Eine ganze Weile. Dann glitt ein Lächeln über bas runbe Kinbergesicht, bie rosigen Fingerchen griffen nach bem Manne, ber ba so still und hilflos stand, und ein helles Jauchzen kam aus dem kleinen
— „Die 16 Olympischen Tage" heißt das neue Sonderheft der „Berliner Slluftrirten , das Bilder über Bilder zeigt von der Eröffnung bis zum Ausklang. Tabellen über bie Rekorb-Lei- ftungen, Aufnahmen von ben erregenbften Kampf- Momenten, bem Beqeisterungstaumel ber Masten, den Sieger-Feiern unb der Leistung ber Olympia- Organisation machen bieses Heft zu einem wert- vollen Andenken.
— Eine Besteigung bes Olymp tragt zwar keine Golbene" ein, es wird aber doch jeder von einer solchen Bergfahrt Näheres wissen wollen. Alfred Graber berichtet darüber im August-Heft der Al- penvereinszeitschrift „Der Ber g st e i g e r (Verlag F. Bruckmann, München) in seinem Beitrag „Parnaß und Olymp". Wir erfahren von Kristas Kakalos, bem Erstersteiger, und können uns durch die Bildbeigaben eine lebhafte Vorstellung biefer Gegend machen. Aus dem Heft ist ferner em eben, falls reich und schön bebilderter Fahrtenbericht „Kleine B-rninapäst-" von Henry 50ef Schilderung der zweiten Begehung der Matterhorn Rordwand durch Sepp Schmidbauer
Den Naturfreund werden die Be trage .^Blaue Enziane" und „Bergdahlen den >>°lk-kundl,ch ein
genommen hatte.
Ironisch meinte er zu seinem Sekretär: „Ich weiß schon, warum mich der Bankier heute nicht mehr eingeladen hat."
„Ja, warum denn —?"
„Weil ich mir immer die besten Stücke aussuche! , meinte der Direktor schmunzelnd.
Jarno und ber Librettist.
Der Schriftsteller F. quälte jeden Theaterdirektor mit feinen Erzeugnissen. Einmal erwischte er Direk- tor Jarno beim Weggehen.
„Darf ich Sie ein Stück begleiten, Herr Direktor?
„Ein Stück schon", erwiderte Jarno schmunzelnd, „aber es darf nicht von Ihnen fein."
Marionetten.
Der wegen seines scharfen Witzes bekannte Theaterdirektor P. besuchte unlängst Professor Tesch- ners Marionettentheater. Nach Schluß der Vorstellung suchte er den Meister auf.
„Ich beneide Sie, lieber Herr Professor", meinte Direktor P., ber gerabe unter ben Launen eines Stars zu leiben hatte, sarkastisch lächelnb. „Sie können nach jeher Vorstellung Ihre Schauspieler aufhängen."
Der unbekannte Bekannte.
Burgtheaterbirektor Schlenther würbe von einem Theateragenten gefragt, ob er ben Schauspieler Po» lipny kenne.
Der Direktor schüttelte ben Kopf.
„Parbon, Herr Direktor, aber ben Neudegg kennen Sie boch sicher", erkunbigte sich ber Agent weiter.
„Nein!", antwortete Schlenther. ,F)a kenne ich I noch eher den Polipny!"
Der Mann mit ben kalten, harten Augen war etwas gelangweilt. „Das Kind —", sagte er langsam. „Was geht mich Ihr Kind an?! — Ich kann nicht mehr warten, Herr Wehling ... Er erhob sich, er wollte dieser Auseinandersetzung em Ende machen. Was er zu sagen hatte, war gesagt worden, alles andere war ihm höchst gleichgültig. Er streckte Wehling, der ganz zusammengesunken war die Hand entgegen. Wehling sah es nicht, er wandte sich ab, er wußte, daß es keine Worte gab, bie bas Herz dieses kalten nüchternen Menschen zu rühren vermochten. Er zuckte nur ein wenig zusammen, als bie Tür mit einem harten Schlag zufiel.
Martin Pachwitz schritt burch bie Diele bem ©arten zu. Ein etwas belustigtes Lächeln lag auf feinem kantigen Gesicht. „Das Kmb —", sagte er halblaut unb schüttelte ben Kopf. Was bieser Mann sich eigentlich bachte! Um eines kleinen Kmbes willen, bas ihn nichts anging, sollte er sich eines seiner besten Geschäfte entgehen lassen?! Nee, so bumm war Pachwitz nicht!
Er trat in ben Garten hinaus. Da stanb — im Schatten eines hohen Kirschbaumes - ber Kmber- wagen. Das Krähen unb Jauchzen bes Kindes er- reichte das Ohr bes Mannes. Pachwitz runzelte bie Stirn. Kinder -? Er hatte in I-m-r Ehe k-ne Kmber gehabt, auch kerne gewollt. Spater freilich, als er ein alter einsamer Mann geworben war, hatte es ihn manchmal wie ein leises Bebauern er- saht, aber bas war ihm selbst kaum recht zum Be- wuhtsein gekommen.
Er wollte vorbeigehen, ohne hinzusehen. Das Gestammel, bas Helle Jauchzen bes Kinbes, das mit feinen kleinen bicken Fingerchen nach einem herab- bängenben Ast bes Baumes greifen wollte, wurde immer aufgeregter. Martin Pachwitz warf einen schnellen Blick auf das Kind. Unb 'm selben Augen- blick hatte bas Kinb ben fremben Mann erspäht.
Es hielt in feiner Beschäftigung inne, es verstummte. mrofeffor
und (chaute den Mann mit (einen großen dunklen l tropf von Prosestor
Munbe. .
Da trat Martin Pachwitz an ben Wagen heran. Plötzlich schlug sein Herz wie ein schwerer Hammer. Er wußte gar nicht, baß er seinen Arm hob, baß er bem Kinde bie Hanb hinreichte. Und warme, tolpatschige Händchen griffen danach, und fragend blickten die dunklen Kinderaugen.
Ein feiner, weher Schmerz erhob sich in der Brust des Mannes. „Du kleiner Kerl —", sagte er leise und war wundersam berührt, als er merkte, wie feine Stimme schwankte. Er strich dem Kinde über das feine weiche Haar — bann roanbte er sich um unb schritt roieber zurück zum Hause.
Ohne anzuklopfen trat er in Wehlings Zimmer. „Ich hab mir's überlegt", knurrte er, „ich will bie Frist verlängern."
Unb ehe Wehling noch ganz erfassen konnte, was Pachwitz eben gesagt hatte, fiel bie Tür schon roieber ins Schloß. —
Zeitschriften.
Theaterdirektoren schmunzeln.
Talent und Frechheit.
Zu Heinrich Laube, dem berühmten Direktor des Wiener Burgtheaters, kam eines Tages ein recht flotter, junger Mann und bat ihn, doch fein fchau- fpielerisches Talent zu prüfen. Der Jüngling fügte die Worte hinzu:
„Talent ist die Hauptsache, aber ohne Frechheit kommt man auch nicht vorwärts."
Direktor Laube ließ sich etwas vorsprechen und sagte dann: „So, junger Mann, nun versuchen Sie es mal mit der Frechheit ..."
Die besten Stücke.
Einem Budapester Theaterdirektor war es passiert, daß er durch Zufall nicht mehr 3U einem Souper eingeladen wurde, an dem er sonst immer teil»
Wehling sprang auf. „Und was wird aus mir?! I Augen an Ich habe Ihnen doch gezeigt, wie sich mein Geschäft anafthdie » immer besser und besser gemacht hat, wie ber Gewinn ein immer größerer aeroorben ist! Aber wenn Sie jetzt so unvermutet unb plötzlich Ihr Geld herausziehen — dann stehe ich vor dem Nichts —, dann ist es aus mit mir, Herr Pachwitz! — Ich habe eine Frau — Sie wissen doch — vor zwei Jahren erst habe ich geheiratet, und vor acht Monaten ist das Kind gekommen — ein kleiner Junge, ein kleines unschuldiges Kind! Wenn Sie meinetwegen, unserer langen Geschäftsverbindung wegen, keine Einsicht haben wollen — dann denken'Sie wenigstens an das Kind — an das kleine Kind, das darunter leiden wird —"


