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„Das
Polizeiauto 99.
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Bildbericht zu einer jener von
Russische Musik.
Zum 4. Symphonie-Konzert des Gietzener Konzertvereins. Wenn man auch Michail Glinkas Oper
letzten Zusammensein mit seinen Freunden sprach er noch von der sicheren Hoffnung auf ein langer > Leben und stellte der „alten Stumpfnase", denn Tode, eine recht späte Begegnung in Aussicht.
Groh-VarielL der NSG. „Kraft durch Freude" am 31. März in der Gießener Volkshalle.
Wer denkt nicht noch gerne an das wundervolle Gastspiel des Frankfurter Schumanntheaters zurück, das im November 1935 mit beispiellosem Erfolg stattfand. Jeder dachte: „So etwas gibt es nur einmal". Und das stimmt auch bis zu einem gewissen Grade, denn jedes Programm ist nur einmalig. Wir bringen am heutigen Dienstag, 31. März, ein Barietö-Programm, das bestimmt nur einmalig und grundverschieden ist von dem Programm im No. vember. Trotzdem ist es in seinem Aufbau und seiner Wirkung bestimmt genau so gut, wenn nicht noch besser, wie unser letztes Programm. Nicht weniger als vier Nummern haben in letzter Zeit im Wintergarten Berlin gearbeitet. Wenn wir dieses VarietL unter den vielen anderen nennen, bann deshalb, weil der Wintergarten Berlin auch heute noch die führende Bühne dieser Art ist. Wenn also ein Artist über diese Bühne gegangen ist, dann muß seine Nummer schon erstklassig sein, weil zweit, klassige Artisten dort nicht arbeiten können. Aber auch die anderen in der Tournee mitwirkenden Kräfte sind ganz ausgezeichnet und werden den Beifall unserer Besucher in jeder Hinsicht fiyben. Ein Name leuchtet aus dem Programm, den schon ein großer Teil unserer Volksgenossen kennt: Rudotf Klaus. Bereits im November war dieser hervorragende Akkordeonvirtuose in unserer Gau« tournee. Ueberall waren die Zuschauer begeistert von seiner großen Kunst. Der Beifall steigerte sich von Stück zu Stück, und so mußte Klaus Zugabe um Zugabe bringen. Zwei Adaros, unter die« fern Namen stellen sich zwei Parterre-Akrobaten vor, die jetzt nach ihrer zweijährigen Amerika- Tournee zum erstenmal wieder in Deutschland auftreten. Drei Ninons, ist eine Tanzgruppe von internationalem Ruf, die jeden in Entzücken versetzen wird. Streth - Stre eth, vom Eismeer bis Kapstadt lachten und staunten Menschen aller Rassen über die unerreichten Meisterkaskadeure. In allen fünf Erdteilen, in nicht weniger als 40 Staaten in der Welt, sind Streth-Streeth aufgetreten. Und überall, wo sie auch arbeiteten, war der Erfolg riesengroß. C h r i st o p h, die gesamte kontinentale Presse nennt ihn „Deutschlands originellsten Zauberer". Das muß schon so sein, sonst hätte ihn die Kultur« abteilung der Ufa nicht für ihre Wissenschaft" lichen Filme verwendet B uster und 3o«: Strobl, der tanzende Mann auf dem Brett,, zeigen eine artistische Leistung, die den Re/^ Ser- amerikanischen Grotesk-Kunst mit den Köstlichkeiten eines gelockerten, der ganzen Welt verständlichen Humors und bester Varietä-Tradition verbindet.. Die Besucher unserer November-Tournee werden sich noch recht gut an Bobby Hasmann, diesen sympathischen, seriös humorvollen Ansager aus Düsseldorf erinnern. Auch diesmal wird er es verstehen, den Kontakt mit unseren Besuchern gleich von vornherein herzustellen und ihnen die mit" wirkenden Künstler im rechten Licht zu zeigen.. Jedenfalls versprechen wir mit diesem Programm
die Presse gehenden Meldungen von Kapitalverbsi" chen der Unterwelt in USA. und gibt einige schlußreiche Einblicke in den auf beiden Seiten tn® den Hilfsmitteln der modernen Technik geführt' Kampf, besonders in die Anwendung des drübeiu sehr ausgebauten und beweglichen Polizeifunks. ™ es sich bei dem vorliegenden Fall indessen nicht upr eine Reportage handelt, sondern die Vorgänge Form eines Spielfilms dargestellt wurden, lieher die Hersteller, zur Erzeugung der erforderliche Spannung, die Polizei zunächst eine nicht befow ders rühmliche Rolle spielen; es ergeben sich Situ^' tionen, die dem erfahrenen Kinobesucher ein Lackes abnötigen, weil er ooraussieht, daß es auf diese nicht gutgehen kann. Zum Schluß sind aber, nM etlichen aufregenden Autojagden (die Solidität, o» amerikanischen Reifen ist zu bestaunen) die tüchüg^ Beamten, wie es sich gehört, obenauf. Von den Do»' fteUern sind zu nennen: Fred Mac Murray, Guy Standing, Ami Sheridan. — Film läuft seit gestern im G l o r i a - P a l a st Beiprogramm sieht man u. a. eine Pantherjagd _ Florida, einen Kulturfilm von der Kurischen rung und die Fox-Wochenschau.
Bei seinem Aufenthalt in München im Jahrü 1811 lernte Karl Maria von Weber u. a. audji den ausgezeichneten Klarinettisten der München«' Kapelle Heinrich Bärmann kennen, und baßi waren die beiden durch Bande der Freundschaft! genähert. Das frohe Können Bärmanns auf feinem Instrument nahm Weber völlig gefangen, und eini Concertino für Klarinette, das er bald daran!! schrieb, sand bei dem ersten Konzert im Hoftheatet. das Weber veranstaltete, so den Beifall des an ■ wesenden Königs, daß dieser ihm den Auftrag ffr' zwei weitere Klarinettenkonzerte erteilte. Wedel' erfüllte diese Aufgabe mit ganz besonderem Interesse-. denn es eröffnete sich ihm hier bei der vollen Suf nützung des Klangcharakters der Klarinette ('nl Fülle von Möglichkeiten und neuen Klangfarben, die seinen künftigen Werken neue, unverbraucht Ausdrucksmittel gab. Unter den Weberschen JnD" mentalkonzerten sind gerade die für die Klarinette auch heute noch in die erste Linie zu stellen; na" mentlich aber die langsamen Sätze geben ein Spit" gelbild der schwärmerischen romantischen Entwio* lungsepoche des Meisters. Dr. H.
NSG. ,Kraft durch Freude": 20.30 Uhr in der Gießener Dolkshalle „Lache mit uns". 20.30 21.45 Uhr fröhliche Gymnastik und Spiele Lyzeum; 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr (nur für Frauen) Schwimmen im Volksbad; 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schombs. — Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Die unvollkommene Ehe". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Polizeiauto 99". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Letzte Rose". — Oberhessischer Kunstverein (Turmhaus am Brand-
____ Mittwoch, 1. April, werden die Spenden (Pfundsammlung) durch die NS.-Frauenschaft eingesammelt. Die Hausfrauen werden gebeten, den Inhalt der Päckchen auf der Umhüllung kenntlich zu machen und die Mitgliedskarte zur Quittungs- einzeichnung bereitzuhalten.
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Oeffentliche Handelslehranstalt Gießen
Oie Aufnahmeprüfung.
nen Jchs sich nicht immer zur Lebensbejahung durchringen läßt. So klingt der Höhepunkt seines symphonischen Schaffens, die s e ch st e Symphonie in h-moll, in Resignation, ja, in Verneinung aus. Wir haben eben bei ihm weniger einen aktiv auf eine bestimmte Tendenz des Werkes gerichteten Willen, wie ihn die Höhenwerke der deutschen Symphonik bezeugen, sondern mehr ein Wiedergeben erlebter Gefühlsmomente, die sich, entsprechend den dem russischen Temperament eigentümlichen starken Kontrasten, wohl zu steigern vermögen, aber selbst nach stärkster Erhebung nicht den eisernen Willen zur konsequenten Durchführung, zur Tat, finden, sondern melancholisch absinken.
Die d-moll-Symphonie, auch wohl die „Pathetische" genannt, (diese Bezeichnung rührt von dem Bruder des Meisters, Modest Tschaikowsky, her) läßt sich schwerlich nach rein formalistischen Prinzipien als Symphonie erfassen. Wenn man aber den Blick auf das Sinngemäße des Inhalts lenkt, so wird man verstehen, daß sich für dieses Werk nur diese eine Möglichkeit der Formung ergab.
Nein äußerlich betrachtet, zerfällt der Eingangssatz der Symphonie in verschiedene getrennte Abschnitte.
und Männer im Volksbad: von 21 bis 22 Uhr nur für Frauen im Volksbad.
Reiten. Von 21 bis 22 Uhr, Universitäts-Reit- inftitut, Brandplatz. (Neuanmeldungen nimmt die Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, entgegen.)
Reichsverbilligungsscheine zugunsten der Minderbemittelten.
Im heutigen Anzeigenteil ruft das Wohlfahrtsamt diejenigen Volksgenossen, die nicht laufende Fürsorge vom Wohlfahrtsamt oder Arbeitsamt erhal- ten, aber ebenfalls zum Bezug der Fettverbilligungs- scheine berechtigt sind, zur Empfangnahme der Scheine für April, Mai und Juni 1936 auf. Aus diese Bekanntmachung und die darin für Bezugsberechtigte und Verkaufsstellen enthaltenen Hinweise werden alle Interessenten aufmerksam gemacht.
die vorgesetzten Dienststellen vornehmen zu können, werden die Inhaber aller im Geschäftsverkehr mit dem WHW. stehenden Firmen und Betriebe aufgefordert, ihre Ansprüche an die Kreisführung Gießen des WHW. bis spätestens zum 5. April geltend zu machen. Rechnungen, die, in doppelter Ausfertigung einzureichen sind, und die bis zu dem obigen Termin nicht eingegangen sind, können nicht mehr berücksichtigt werden.
Die Kreisführung des WHW. Gießen.
Amt für Dolkswohlfahrt.
Ortsgruppe Gießen-Mite.
Bett. Pfundsammlung.
am Nachmittag durckgeführt. Unter den Gasten, die den Verlauf der Prüfung aufmerksam verfolgten, sah man Schulrat Nebeling, den Syndikus der In- dustrie- und Handelskammer Lemke, den Sachbearbeiter des Amtes für Berufserziehung und Arbeitseineinsatz der Deutschen Arbeitsfront, M e r - t h e s, ferner den Leiter des Amtes für Berufsberatung beim Arbeitsamt Gießen, Dr. Wagen- b a ch. .
Die Prüfung in ihrer Gesamtheit nahm einen sehr befriedigenden Verlauf. Dor allem konnte dabei festgestellt werden, daß das Leistungsniveau der Schüler aus den Volksschulen durchweg hoher liegt, als in den Jahren vorher. So kam es denn auch, daß nur eine geringe Anzahl Schüler „bedingt Aufnahme finden kann, bzw. es wird nut den Eltern der betreffenden Prüflinge noch einmal Rücksprache genommen. Im übrigen findet für aUejene, die verhindert waren, an der gestrigen Prüfung teilzunehmen, eine Nachprüfung statt.
Erfreulicherweise kann berichtet werden, daß die Oeffentliche Handelslehranstalt Wert daraus legt, möglichst nur solche Schüler aufzunehmen, die sich bereits in der Berufsberatung des Arbeitsamtes Gießen einer Vorprüfung ihrer Fähigkeiten unterzogen haben. Diejenigen Mädchen und Jungen, die aus der Stadt Gießen zur Aufnahmeprüfung erschienen, waren durchweg durch die hiesige Berufsberatung gegangen.
platz): 16 bis 17 Uhr Ausstellung von Gemälden von Richard Geßner (Düsseldorf).
Slabttheater Gießen.
Heute von 20 bis 22.30 Uhr Erstaufführung der neuen Lustspieloperette „Die unvollkommene Ehe" von Albrecht Nehring. Musikalische Leitung: Kapell- meister Ernst Bräuer. Die Spielleitung hat Paul W r e d e. 24. Vorstellung im Dienstag-Abonnement.
4. Symphonie-Konzert.
Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Am Donnerstag, 2. April, 20 Uhr, findet das vierte Symphoniekonzert des verstärkten Städtischen Orchesters statt. Dieses Konzert — unter der Leitung von Professor Dr. Temesvary — ist das letzte Symphonie-Konzert dieser Spielzeit. Die Vortragsfolge enthält ausschließlich romantische Werke. Die „Polowetzer Tänze von Borodin können wohl als eines der urwüchsigsten Werke der russischen Musikliteratur angesehen werden. Werke fremden Volkstums, die sich in so echter Art ausdrücken, werden uns immer willkommen fein. Ferner enthält das Programm das k-moll-Konzert für Klarinette von C. M. von Weber; die Solopartie in diesem Konzert übernimmt Heinrich Grau vom städtischen Orchester. Den Beschluß bildet die pathetische Symphonie von Tschaikowsky, ein Werk von packender Leidenschaftlichkeit, das immer wieder gern gehört wird. Die Werke von Weber und Borodin werden in Gießen erstmalig zu Gehör gebracht. Das Konzert ist außer Abonnement. Kartenverkauf nur bei Chai- Her, Neuenweg. Ende des Konzertes 22 Uhr.
Der Splelplan der AS.-kulturgemeinde Gießen, King Deutsche Bühne
wird zu April und Mai im heutigen Anzeigenteil veröffentlicht. Es handelt sich durchweg um Stücke, die eine gelungene Aufführung verbürgen dürften, so daß der diesjährige Spielplan, der bisher befriedigt hat, auch erfolgreich abschließen dürfte. Man beachte die heutige Anzeige.
An alle Einzelhandelsgeschäste und Zirmen derGtadtund desKreisesGießen
Das Winterhilfswerk des deutschen Volkes wird am 31. März 1936 abgeschlossen. Um in der vorgeschriebenen Zeit eine endgültige Abrechnung an
Butter und als Belag zum Vesperbrot gibt es für diese verbilligten Sorten noch vielseitige Verwendungsmöglichkeiten, z. B. als Füllmasse für Kuchen, Krapfen, zum Bereichern und Verzieren von Flammeris, Puddings und Torten. Diese Marmelade ist auch als Beigabe zu Milch und Brot ein vorzügliches und leicht verdauliches Nachtessen für Kinder. Ferner ilt sie als Zukost für Pfannkuchen usw. vor- züalich geeignet.
Der Äadenverkaufspreis von 32 Pfennig für das Pfund ist absichtlich so niedrig wie möglich gehalten, um jedem Volksgenossen den Erwerb dieser preiswerten Nahrungsmittel zu ermöglichen, die ohne jegliche Bedenken empfohlen werden können.
Aus der provinzialhaupistadt.
Oer heimliche Tyrann.
Wenn sich jemand dazu hergibt, einen anderen zu denunzieren, ohne sich selbst zu nennen, so ist er ein erbärmliches Subjekt. Denn in diesem Falle ist er ein Schütze aus dem Hinterhalt, der womöglich noch mit vergifteten Pfeilen schießt. Wenn aber jemand einen Ausweg sucht, um seine eigene Haltung zu erklären, so finden wir das häufig genug in der Ordnung. Nur eine kleine Blütenlese:
Man sagt, daß der vom Unglück Betroffene selbst die Schuld an den Vorgängen trägt ...
Man erinnert sich, daß das Mädchen schon vor Jahren einen bösen Leumund hatte ...
Man ist der Meinung, daß es einfach nicht mit diesen Methoden geht, daß vielmehr radikalere Mittel zur Anwendung kommen müssen ...
Es ist unglaublich, was „man" alles weiß, kann und noch durchführen wird. Frau Müller kann sich nicht genug damit tun, allen Nachbarn zu erzählen, was „man" über ein gewisses Verhältnis denkt. Frau Meier hingegen ist gern bereit, allen, die es wissen wollen, zu sagen, wie „man" Frau Müller beurteilt. Und Frau Schulze wiederum läßt es feine Ruhe, zu verbreiten, was „man" von dem Ganzen zu halten hat.
Wirklich, es ist eine tolle Sache, welche Rolle der Anonymus „man" spielt. Er ist in den Gassen zu Hause und in den Wirtshäusern, in den Büros und auf der Eisenbahn. Er dringt in die verborgenden Schlupfwinkel, wittert politische Maßnahmen und scheut selbst vor Schlafzimmergeheimnis, fen nicht zurück. Er ist immer und überall auf dem Posten, und retten kann sich eigentlich niemand vor ihm.
Dabei ist er ein heimlicher Tyrann und ein unerbittlicher Allesbeherrscher. Wehe, wenn die junge Frau jenen Hut nicht besitzt, den „man" trägt. Was soll „man" davon halten, wenn Krauses einen Kin- berroagen fahren, wie „man" ihn längst nicht mehr benutzt? Und ist es nicht ganz und gar erschreckend, wenn Onkel Gustav von einer Angelegenheit erzählt, über die „man" längst nicht mehr spricht?
Nur einen Widersacher hat der unsichtbare und furchtbar über allen Dingen schwebende Anonymus: den Mann mit der eigenen Meinung. Den Mann nämlich, dem es höchst schnuppe ist, was „man" jagt ober spricht, wie „man" sich kleidet oder trägt. Der das meint, was er in ehrlichem Bemühen um gerechte Beurteilung für richtig hält und der das tut, rofcs ihm nach Prüfung der Dinge geraten er- scheint.
Und wäre es nicht gut, wenn wir uns alle be- mühten, dem Anonymus und heimlichen Tyrannen ein wenig das Wasser abzugraben. H. W. Sch.
Dornolizen.
Tageskalender für Dienstag.
Gestern morgen versammelte sich vor dem Hause „Justus von Liebig" in der Liebigstrahe eine große Anzahl von Jungen und Mädchen, die gekommen waren, um sich der Aufnahmeprüfung für die Oes- ftntliche Handelslehranstalt zu unterziehen. Die Schülerinnen und Schüler kamen zum großen Teil aus Gießen, viele jedoch auch von auswärts, von Butzbach, Grünberg, Lich, Wetzlar usw. Zahlreiche Eltern fanden sich ebenfalls ein, um zum Schluß zu hören, wie die Prüfung ausgefallen ist. m
Pünktlich zur vorgesehenen Zeit traten alle Prüf- finge im Flur der Schule an. Gemeinsam wurde bann ber erste Vers bes Liebes „Siehst bu im Osten das Morgenrot?" gesungen. Laut hallte es von ben Wänben roiber. Der Leiter ber Schule, Dr. Kruse, hielt fobann eine Ansprache an biß Eltern und an die Schulter, in der er auf den Sinn dieser Vrüfung hinwies, der nicht darin bestehe, soundso viele Schüler abzulehnen, sondern die Prüfung sei viel- mehr so zu betrachten, daß diejenigen nicht die Schule besuchen sollten, die entsprechend ihren Befähigungen keinen Nutzen davon haben könnten. Mit der Aufforderung zu frisch-fröhlicher Arbeit schloß er seine Ansprache.
Der Verlauf des Vormittags brachte fobann die schriftliche Prüfung der etwa 130 Schülerinnen und Schuler, die in fünf verschiedenen Gruppen geprüft wurden. Die Aufnahmeprüfung verlangte eine Dik- tatschrift, einen Aufsatz und eine Rechenaufgabe. Die mündliche Prüfung in verschiedenen Fächern wurde
Paramount in deutscher Sprache; er wirkt wie Zeit zu Zeit burfc von Kapitalverbri"
verbrauchtheit volksgebundener Kunst. Sie entstammen Borodins Oper „Fürst Igor", die, durch Rimski-Korssakow und Glasunow vollendet, drei Jahre nach dem Tode des Komponisten aufgeführt wurde. (1890.) Der tartarische Chan, in dessen Gefangenschaft Igor geraten war, führt diesem die Tänze seiner Polowetzer vor und stellt so dem Russen das asiatische musikalische Volkserleben gegenüber.
Dieser rein national gerichteten Novatorengruppe reihten sich vermittelnd Anton Rubinstein und sein Schüler Peter Tschaikowskn an; namentlich dem letzteren gelang es, der russischen Musik über die Grenzen des Vaterlandes hinaus übernationale Weltgeltung zu verschaffen. Bei ihm könnte man fast von einem ähnlich liegenden Fall wie bei Chopin sprechen: ein russischer Vater und eine einer französischen Emigrantenfamilie entstammende Mutter gaben seinem Schaffen eine doppelte blutsmäßige Verankerung, einmal nach der russischen Nationalmusik hin, zum andern aber eine Orientierung nach Westeuropa. Damit wurde er ber berufene Mittler für bie Binbung russischen Volkswesens in ber Musik, inbem er Anschluß an die überkommenen symphonischen Formen sucht, und in dieser Weitung des Nationalen, wobei manches spezifisch Russische eine gehörige Glättung erfahren hat, gab er ben Zugang für biefe frembartige, bisher wenig gekannte Musikwelt. Seiner äußerst sensiblen Natur, bie sich ebenso tief aufgewühlt erregbar gibt, wie sie in Feinnervigkeit sich kundtut, bindet sich ein starker Einschlag zum Melancholischen, der den Komponisten in der Erkenntnis seines eige-
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Leben für ben Zaren" (1836) bie Geburtsstunde der russischen Musik nennt, so hatte doch dieser russische Komponist wie die meisten seiner Vorgänger die entscheidende musikalische Ausbildung durch die italienische Schule erhalten. Für eine nationale Musik typisch russischer Prägung traten in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts die fünf Novato- ren Balakirew, Cui, Borodin, Rimski-Korssakow und Mussorgski ein, von denen die meisten erst auf Umwegen zur Musik als ihrer Hauptberufung kamen. Beispielsweise schreibt Rimski-Korssakow bie erste russische Symphonie auf einer Weltumseglung, an ber er als Ofizier teilnaym, ebenso war B o r o b i n von Hause aus Militärarzt unb in späterer Zeit Professor ber Medizin an der Petersburger Militärakademie. Daß diese Betonung des nationalen Elements gerade von Außenseitern angeregt und durch das Beispiel oertreten wurde, beweist um so stärker die ursprüngliche Kraft dieser ganz aus dem Volkstum herauswachsenden Bewegung. Wenn sich auch in einzelnen Werken Grenzfälle, die sich der westeuropäischen Musikausübung annähern, nicht verleugnen lassen, so bedeutete doch ihr Streben ein Eingehen ber russischen Volksseele unb ihrer musikalischen Aeußerungen als Volkslied und Volkstanz in die nationale Kunstmusik. Dafür mußten neue Ausdrucksmittel erst gewonnen werden. Die harmonische Durchbildung mag unsere Ohren zunächst fremdartig berühren (sie erhielt ihre extremste Formung sicher durch Mussorgski), vielleicht haben ge» rabe typisch russische Volksinstrumente, wie die Ba-
Oie erste Reichsstraßensammlung der RG.-Volkswohlfahrt.
NSG. Arn 4. unb 5. April finbet bie erste Reichsstraßensammlung ber NSV. statt. Die Sammlung wirb von ben NSV.-Waltern unb -Helfern unb den NSV.-Mitgliedern durchgeführt. Es werden hand- gemalte Porzellanabzeichen verkauft, die acht verschiedene Schmetterlinge darstellen. Bei der Wahl der Abzeichen ist ganz besonderer Wert auf geschmackvolle Ausführung gelegt worden, damit ein großer Absatz erzielt wird. Der Verkaufspreis der Schmetterlinge beträgt 20 Rpf. Der Ertrag aus der ersten Reichsstraßensammlung soll den Beginn der Sommerarbeit der NSV. sichern. Die NSV. hat noch große Aufgaben zu erfüllen, die der Aufbauarbeit des Führers an unserem Volke dienen.
Sportamt „Krast durch Sreufre".
Heuke folgende Kurse:
Fröhliche Gymnastik und Spiele (Frauen). Von 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26.
Schwimmen. Von 20 bis 21 Uhr für Frauen
Im Hinblick auf die innere Organik des Werkes bedeuten diese Teile aber einzelne Entwicklungsstadien, die wir durchaus mit der üblichen Aufstellung der Themengruppen gleichsetzen können. Im Adagio des Anfangs führt das Fagott in tiefer Klanglage das Grundmotiv ein, aus ihm erwächst in mehrfachen Anläufen und Aufsteigerungen die Aufstellung des ersten Themas; sie verliert sich in einsamen Klängen ber Bratsche. Ein ähnliches Bilb zeigt die zweite Themengruppe die sich aus weicher Lyrik erhebt und im vierfachen Piano der Klarinette und sechsfachem Piano des Fagotts versinkt. Mit dissonantem Aufschrei bricht ein allegro vivo herein; die Durchführung beginnt in deren Verlauf das Hauptthema von den Streichern kontrapunktisch verarbeitet wird und die Bläser ein dem Seitenthema verwandtes Motiv einführen. Leidenschaftliches Aufwallen, Versinken in Resignation kennzeichnen den weiteren Fortgang des Satzes. Nach der Reprise gibt ein kurzes Andante zu dem Piz- zikato der Streicher in den Bläsern ein Trost erhoffendes Verklingen.
An Stelle des in der Symphonie üblichen Adagio steht nun ein allegro con grazia, das sich im Gegensatz zu dem dunklen Grundton des Eingangssatzes abhebt. Eigenartig berührt hier der unserem Ohre weniger geläufige Vi-Takt. Dem leicht beschwingten,' anmutigen Grundthema tritt der Mittelsatz (con dolcezza e flebile) mit seinem klopfenden Orgelpunkt gegenüber.
Das folgende allegro molto vivace erhebt sich über den eigentlichen Scherzocharakter, es laßt ein rhythmisch prägnantes Thema herauskristallisieren, dem sich Gegenthemen verbinden und steigert sich zu triumphalen Klängen (Schlagzeug) auf. Es läßt alle Register Tschaikowskyscher Jnstrumentations- kunst spielen vom Huschenden bis zum Ausbreiten in gespanntesten unisono-Passagen unb Aufstrahlen in heroischem Glanze.
Diese Erhebung des Impulses ist dem Komponisten kein dauernder Zustand. Das Schicksal oder vielmehr seine persönliche Stimmung läßt ihn in Resignation verfallen. Dem gibt er Ausdruck in einem adagio lamentoso, das sich zwar zu klanglichen Höhepunkten auswächst, dann aber absinkt unb mit bem gehaltenen h-moll-Dreiflang in ben tiefsten Lagen der Celli und Bässe sich verliert. Wie letztes Flackern eines Lichtes geistert bas Piz- zikato ber Kontrabässe hinein — Zusammenbruch — Vernichtung; ein Selbstbekenntnis, bas an die tiefsten Gründe menschlichen Erlebens rührt.
Man hat die düstere Grundstimmung, die diese Symphonie durchzieht, als ein Todesahnen des Meisters deuten wollen.
Es ist wohl aber mehr als ein Zufall anzusehen, daß er wenige Wochen nach der Uraufführung ber Symphonie (16. Oktober 1893) der tückischen Cholera erlag (16. November 1893). Denn bei seinem
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। spreche. -
lalaika, hier bestimmend gewirkt. Dazu tritt eine unverbrauchte Farbigkeit bes Klanges, in ber ber einzelne Ton selbst Eigenwert erhält, unb die unserem Ohr zum mindesten fremdartig, ungewöhnlich erscheint, aber andererseits wieder durch eine ursprüngliche Frische gefangen nimmt. Das Erleben der- Natur, der weiten ausgedehnten Ebene in ihrer Einsamkeit unb Verlassenheit wie auch ein starker religiöser Einschlag waren bie Grundquelle für bie symphonischen Werke. Die Vielfältigkeit bes Aus- vrucks im russischen Volksliebe, bie uns bie Kosakenchore in unserer Zeit so nahe gebracht haben, würbe bas ©runbmaterial; hier, wie aber besonbers in bem Tanz, bestimmt eine zwischen größter Deh- nung und überhitzten Temperamentsausbrüchen penbelnbe Rhythmik bas Bild mit schroff wechseln- den Taktarten, die in ihrer Grundgestalt von den unfrigen gewohnten abweichen.
Borodins Polowetzer Tänze sind ein markantes Beispiel dieser Ursprünglichkeit unb Un-
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Dies ist ein amerikanischer Kriminal-Film j ‘ *,e6 l


