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zelnen Gebieten haben aber — mangels Transportmitteln, Maschinenersatzteilen, Hilfsindustrien — zu einer weiteren Desorganisation innerhalb der Ge- samtwirtschaft geführt. Da so die Warenproduktion mit dem Geldumlauf nicht Schritt halten konnte, ist das Endresultat der genannten, wirtschaftspolitisch zum Zwecke der Deflation eingeleiteten „Reformen" eine neue Inflation geworden. So kommt es, daß der Lebensstandard des Sowjetarbeiters immer noch tiefer liegt als in irgend einem anderen, von der weißen Raffe bewohnten Land, während bei den Millionen der Kollektivbauern überhaupt nicht von „Lebensstandard", sondern nur noch von an oder jenseits des Hungerpunktes liegender „Lebensfristung" die Rede sein kann.
Dies ist der Hintergrund, auf dem man d i e innerpolitischen Manöver des Bolschewismus im vergangenen Jahr betrachten muß. Auf diesem Hintergrund lösen sich auch ihre scheinbaren Widersprüche. Denn der Sinn und die propagandistischen Absichten der in erster Linie auf die Aufmerksamkeit des Auslandes berechneten „Ber- fassungs"-Komödie werden dem Betrachter, der diesen Hintergrund mitsieht, ebenso klar, wie die Reihe der blutigen, echt bolschewistischen Schauprozesse der GPU., wo in Gestalt von „Trotzkisten", „Schädlingen", „faschistischen Agenten" Sündenböcke geschaffen werden mußten.
Der jüngste Abschnitt der sowjetischen Entwicklung
bezogen, an Stelle der bisherigen Stützpunkte, die gemäß den vertraglichen Verpflichtungen von 1930 geräumt werden müssen. Hierzu gehören auch die Stutzpunkte in Mosul und Hinaidi. Insgesamt handelt es sich um eine Verlegung von 5000 Offizieren und Mannschaften.
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Marschall T s ch i a n g k a i s ch e k hat dem Zentralausschuß der Kuomintang-Partei sein Rücktrittsgesuch eingereicht. Der Ausschuß hat jedoch Tschiangkaischek in allen Aemtern wieder
Täuschungsmanöver in INoskau.
23on unserem Or. E.G.-Äerichterstatter.
Mehr als in den vergangenen Jahren hat die innere und äußere Politik Sowjetrußlands während des Jahres 1936 in der Welt von sich reden gemacht. Und mit gutem Grund: Hat doch der Bolschewismus in diesem Jahre aufs Neue versucht, durch ganz groß angelegte Manöver auf wirtschaftlichem und politischem Gebiet sowohl die eigene Bevölkerung wieder einmal über ihr trauriges Schicksal hinwegzutäuschen, wie auch mit Hilfe einer raffinierten Propaganda dem Ausland neuen Sand über seine wirklichen Absichten und Ziele in die Augen zu streuen.
Eine Umschau über die derzeitige wirtschaftliche und innerpolitische Lage des Sowjetstaates zeigt, welcher Art diese Bestrebungen waren und wohin sie in Wirklichkeit geführt haben. Auf wirtschaftlichem Gebiet hatte man seit dem Herbst des Jahres 1935 eine Reihe von Maßnahmen in Szene gesetzt, die von der Sowjetseite selbst als „R e - forme n" bezeichnet wurden und von denen man sich und der Welt große Dinge versprach. Diese „Reformen" hatten mit der Aufhebung des Kartensystems auf Lebensmittel begonnen, und zur Abschaffung der Valutageschäfte (Torgsins) geführt,, ferner zur Schcff- fung eines neuen — vorläufig fiktiven — Wechselkurses für den Papierrubel, und schließlich zur „S t a ch a n o w b e w e g u n g" — dem Versuch, von der Seite der Arbeitsleistung her die Produktion zu steigern. Die Krönung des Ganzen hätte — wie noch im Frühjahr 1936 offiziell angekündigt worden war — eine allgemeine Preissenkung „um mehrere Dutzend Prozent" (nach Molotow) bilden sollen. Aber all diese Pläne sind, wie die Entwicklung der letzten Monate gezeigt hat, im wesentlichen gescheitert. Die Landwirtschaft des Sowjetstaates vermag infolge der Mißernte des Jahres 1936 (auf rund 40 v. H. der gesamten Anbaufläche) die Ernährung des Volkes so wenig sicherzustellen, daß in diesem Winter aufs Neue Millionen kollektivierter Bauern, denen der Staat ihre an sich schon minimalen Ernteerträge einfach abnimmt, mit dem Hunger ringen, Hunderttausende jedenfalls auch Hungers sterben werden. Schon im September und Oktober war in den Dürregebieten des Wolgagebietes und Zentralrußlands die Landbevölkerung f a st ohne alle Nahrungsreserven. Sogar das nicht- kollektivierte Vieh war damals bereits geschlachtet. Inzwischen hat aber die Sowjettegierung noch in keinem der bettoffenen Hungergebiete Abhilfe geschaffen.
Wenn die 100 Millionen Bauern in diesem Winter hungern oder zum Teil verhungern, so ist die Lage der Arbeiterschaft nur um weniges besser. Denn durch die Abschaffung der Lebensmittelkarten ist der Lebens st andard des Jndusttiearbei- ters aufs Neue um 50 bis 60 v. H. gesunken während die Preissenkung, die man ihm vorgegaukelt hat, nicht eingstreten ist, ja, es hot sogar eine fühlbare Preis st eigerung wichtiger Produkte Platz gegriffen. Die Preissenkung aber scheiterte, weil die „Stachanowbewegung" im wesentlichen gescheitert ist. Trotz allen Propagandarummels, trotz der rücksichtslosen Antreiberei hat sich die Arbeitsleistung in der Industrie nur ganz wenig gehoben, künstliche Leistungssteigerungen auf ein-
Jm verflossenen Jahr sind die europäischen Fronten immer klarer hervorgetreten: auf der einen Seite jene Staaten und Völker, die Ruhe und eine friedliche innere Entwicklung wollen, auf der anderen Seite der zersetzende und kriegslüsterne Bolschewismus. Freilich gibt es dazwischen immer noch Staaten, die sich nicht entscheiden können oder wollen. Zu ihnen gehört, wenn man den Versicherungen der Staatsmänner Glauben schenken kann, auch die Tschechoslowakei. Allerdings mit der Einschränkung, daß sie praktisch durch ihr Bündnis mit Sowjetrußland und dadurch, daß sie der kommunistischen Wühlarbeit keinen staatlich organisierten Widerstand entgegensetzt, eigentlich schon Partei ergriffen hat.
Die Fesseln, die ihrer auswärtigen Politik die sowjetrussische Freundschaft auferlegt, werden allerdings auch von immer größeren Schichten des tschechischen Volkes, besonders seit der eindeutigen Entwicklung in Spanien und ihren blutigen Folgen, immer drückender empfunden. Daher kam es auch, daß zum ersten Male tschechische Parteien gegen die bisher einhellig gebilligte außenpolitische Richtung meuterten. Es waren vor allen Dingen die tschechischen Agrarier, die auf die Gefahr hinwiesen, daß die Tschechoslowakei durch ihre Bindungen auch gegen ihren Willen „z u m Kriegsschauplatz beim Zusammenstoß zweier Kolosse" werden könnte und die daher eine Revision der Außenpolitik verlangten. So weit freilich ist auch die tschechische Rechte nicht gegangen, daß sie die Aufkündigung des sowjetrussischen Bündnisses verlangt hätte.
Die Bewegung ist noch im Fluß, es zeigt sich aber
Die Beerdigung des finnischen Lappo-Führers K o s o l a fand unter großer Beteiligung der Lappa statt. Die gerichtsmedizinische Untersuchung der Leiche Kosolas hat stattgefunden. Das Ergebnis wird jedoch erst in zwei Wochen vorliegen.
Außenpolitische Jahresbilanz 4936
Rückblick und Ausblick unserer Ausländskorrespondenten.
unternehmen erschienen in Amtstracht. Ihnen feilten sich aus „Solidarität" andere Beamte und
Der Iünf-Milliarden-Fehlbetrag im französischen Staatshaushalt.
Trotzdem im Senat weitere Lustaufrüstung gefordert.
bereits, daß die Mehrheit der Bevölkerung der Tschechoslowakei die bolschewistische Gefahr richttg einschätzt und daß die strikte Aufrechterhaltung des Bündnisses nur von der Minderheit der Linken gefordert wird. Die Linke versteht es allerdings, durch Hetznachrichten gegen das Deutsche Reich am laufenden Band das tschechische Volk immer wieder in einer förmlichen Kriegspsychose zu erhalten. Immer wieder, besonders auch von der Emigrantenpresse unterstützt, taucht entgegen den amtlichen tschechischen Versicherungen von „korrekten" Beziehungen zum Deutschen Reich in der tschechischen Presse die Verleumdung auf, der deutsche Nachbar wolle „die Tschechoslowakei überfallen" ober es wird das Schreckgespenst einer nicht vorhandenen „pangermanistischen Gefahr" an die Wand gemalt.
So wurden die Voraussetzungen für die Zustimmung des Prager Parlaments zu den beträchtlich erhöhten Rüstungsausgaben geschaffen, damit wurde die Staatsverteidigungsanleihe begründet, ebenso das Staatsverteidigungsgesetz und das neue Spionage- g e s e tz. Wenn auch die offiziellen Stellen leugnen, daß als Vorbereitung für das Zusammenwirken mit der sowjetrussischen Armee eigene Flugplätze angelegt werden, so kann doch die innige Verbindung der beiden Heere schon im Hinblick auf die zahlreichen Besuche sowjetrussischer Flieger und Militärs nicht abgestritten werden. Fest steht die tatsächliche Vermehrung der Flugplätze besonders in der Slowakei, fest steht der Ausbau westöstlicher Eisenbahnen und Straßen durch Karpathorußland. Fest steht ferner, daß der rumänische Bundesgenosse immer wieder darauf hingewiesen wurde, welche Bedeu-
Oer Streik der pariser Nahrungsmittelindustrie.
Paris, 30. Dez. (DNB. Funkspruch.) Der Streik in der Nahrungsmittelindustrie von Paris ist durch die am Dienstagnachmittag erfolgte Einigung der Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter nicht beendet worden, denn die Arbeitnehmer haben — allerdings nur mit einer schwachen Mehrheit — am Abend d i e Unter-
Hat darum jedem, der es nur sehen will, aufs Neue gezeigt, daß das bolschewistische Herrschaftssystem vielleicht seine Methoden, aber niemals fein Wesen ändern kann. Die neue Welle der Unterdrückung, die mit der Propagierung der „demokratischsten Verfassung der Welt" parallel läuft, die neuen Massenoerhaftungen, darunter nicht zuletzt die in der Geschichte der zwischenstaatlichen Beziehungen beispiellose Einkerkerung von 35 Reichsdeutschen durch die GPU., reden eine deutliche Sprache.
Gerade eine Betrachtung des gegenwärtigen Zustandes des Sowjefftaates beweist daher, daß alles Gerede von einer angeblichen „Verbürgerlichung" oder „Evolutton" des Bolschewismus, von einer „Normalisierung der Verhältnisse" in der Sowjetunion nicht nur falsch, sondern auch gefährlich ist. Denn der krampfhafte Versuch, dem herrschenden Parteidespotismus — wenigstens nach außen hin — das Mäntelchen der „Demokratie" umzuhängen, entspricht im übrigen genau den außenpolitischen Bestrebungen des Bolschewismus: der Tarnung feiner Intervention im spanischen und chinesischen Bürgerkrieg, dem Anschluß an die Genfer Phraseologie und der europäischen, in erster Linie gegen Deutschland gerichteten Bündnispolitik des Sowjetstaates — und auf der anderen Seite der neuen „elastischen" Taktik des Weltbolschewismus und der „Einheitsfront"- Parole der Komintern.
Die Tschechoslowakei am Scheidewege
Von unserem Ao.-Äerichierstaiter.
bestätigt und auf Antrag Tschlcmgkaischeks beschlossen, die Beilegung der Tschanghsueliana-Ange- legenheit an den Militärausschuß zu verweisen und alle militärischen Bewegungen gegen Sianfu einzustellen.
Angestellte, Eisenbahner und Briefträger bei. Der Andrang der Demonstranten wurde bald so stark, daß die Polizeikette durchbrochen wurde und die Kundgeber auf den Rathausvorplatz gelangten. Bevor sie jedoch die Pforten des Rathauses erreichten, wurden die eisernen Gitter geschlossen. Die Menge stimmte die Internationale an, und Sprechchöre forderten den Rücktritt des Stadtrates und Lohnerhöhung. Als die Polizeibeamten sich dem weiteren Vordringen der Kundgeber widersetzten, wurden Rufe laut: „Polizei auf unsere Seite!" Gegen 19 Uhr wurde schließlich eine Abordnung der Kundgeber ins Rathaus ein- aelassen. Die Menge begrüßte das mit neuerlichem Absingen der Internationale. Kurz daraus wurde von den Anführern der Kundgebung bekanntgegeben, daß die Forderungen der städtischen Arbeiter und Angestellten noch am gleichen Abend von der Stadtverwaltung wohlwollend geprüft werden würden. Darauf löste sich die Kundgebung in Ruhe auf.
hing für die Tschechoslowakei die Erlaubnis des Durchmarsches russiscyer Truppen durch die Bukowina nach Karpathorußland hätte. Hier hat allerdings zunächst der Rücktritt Titulescus der Ausdehnung einer solchen militärpolitischen Linie auf die ganze Kleine Entente einen Riegel vorgeschoben.
Durch die Erklärung fast des gesamten f u ö e • tendeutschen Gebietes zum Grenzgebiet wird dies Gebiet praktisch in einen Ausnahmezustand versetzt. Bis tief ins Privat- und Wirtschaftsleben greifen die Gesetze ein: „Staatlich un- verläßliche Personen" dürfen „kriegswirtschaftlich wichtige Betriebe" weder leiten noch von ihnen be- schäfttgt werden. Kriegswirtschaftlich wichtige Betriebe sind aber auf Grund der Verordnungen f a st
schrift ihrer Vertreter nicht anerkannt und beschloßen, den Streik bis zur Durchsetzung aller ihrer Forderungen fortzusetzen. Da dieser Beschluß aber gegen Den Willen einer starken Minderheit zustande kam, nimmt man an, daß mindestens das Personal der Lebensmittelverkaufsstellen am Mitt-
Paris, 30. Dez. (DNB.) Dem einftünbigen „Warnungsstreik" der städtischen Arbeiter und Ange st eilten folgte eine Kundgebung vor dem Rathaus, die den Einsatz starker Polizeikräfte und berittener Mobilgarde notwendig machte. Die Kundgeber versammelten sich zu Zehntausenden in den angrenzenden Straßen. Soweit sie im Dienst Amtskleidung tragen, waren sie in dieser Uniform erschienen, so die Angestellten der Untergrundbahn, der Straßenbahn, der Autobusse, die Parkwächter und die Hausfeuerwehren, woch arbeiten und sich der Streik hauptsächlich au Sogar die Angestellten der städtischen Beerdigungs-> die Großvertriebsstellen beschränken wird.
Paris, 30. Dez. (DNB. Funkspruch.) Kammer und Senat haben am Mittwoch gegen 4 Uhr morgens ihre Sitzungen beendet. Die Kammer verabschiedete die neue Fassung des Gesetzes über die Pflicht-Schlichtungsverfahren mit 446 gegen 125 Stimmen. Der Senat verabschiedete den Haushaltsplan für 1937 mit 286 gegen 2 Stimmen. Der Gesamthaushalt stellt sich in den Einnahmen mit 42 751 Millionen Franken, in den Ausgaben mit 48146 Millionen Franken, was einen Fehlbetrag von 5395 Millionen Franken ergibt. Bei der Aussprache über den Haushalt des Luftfahrtministeriums verlangte der frühere Luftfahrtminister Senator Laurent-Eynac die beschleunigte Herstellung der vorgesehenen 1500 Flugzeuge. Die Schaffung dieser Angriffswaffe fei angesichts des Wettrüstens zur Lust dringlich. Die Luftwaffe werde zu einer Art sehr weittragender Artillerie gemacht werden, die die Mobilmachung des Gegners stören und seine Bevölkerung mutlos machen solle. Man müsse deshalb innerhalb der Luftwaffe den schweren Bombern eine größere Bedeutung einräumen.
Demonstrationen vor dem pariser Rathaus.
Die städtischen Arbeiter und Angestellten fordern Lohnerhöhung.
Wenn durch die Welt der Sturm großer geistiger Auseinandersetzungen geht, bann laßt uns als evangelische Männer und Frauen um so fester zusammen stehen in der Treue zum Glauben unserer Väter, in der treue zu unserer Kirche, in der uns das Evangelium immer von neuem verkündigt wird, in der Dienstbereitschaft und Treue zu unserem Volk. Laßt uns auch fern von der deutschen Heimat, auch in der Einsamkeit der Diaspora treu fein inder Fürbitte für Gemeinde und Kirche, für Volk und Führer. Laßt uns feststehen, weil der Felsengrund feststeht, auf dem unser Glaube gegründet ist: Jesus Ehristus, gestern und heute und derselbe in Ewigkeit." Erzherzog Friedrich gestorben.
Budapest, 30. Dez. (DNB. Funkspruch.) Feldmarschall Erzherzog Friedrich ist Mittwoch früh auf feinem Landsitz in Ungarisch-Altenburg gestorben. Erzherzog Friedrich, der im 80. Lebensjahr stand, war ein Enkel des Erzherzogs Karl, des Siegers von Aspern. Im Mai 1871 war er Leutnant bei den Tiroler Kaiserjägern geworden, 1878 heiratete er die Prinzessin Isabella von Croy- Dulmen, 1882 kam er nach Preßburg, wo er 22 Jahre hindurch als Divisionär- und Korpskommandant verblieb. 1905 wurde er Generaltruppeninspektor in Wien. Zu Beginn des Weltkrieges wurde Erzherzog Friedrich an die Spitze der österreichisch- ungarischen Armee berufen. Bei seinem 80. Geburtstag im Juni dieses Jahres wurde er zum Inhaber des 8. ungarischen Honoed-Jnfanterie-Regi- ments ernannt. Von dem großen Grundbesitz, den er von seinem Onkel, dem kinderlos verstorbenen Erzherzog Albrecht, geerbt hatte, gingen vier Fünftel nach Kriegsende in den Nachfolgestaaten durch Konfiskation verloren. Erzherzog 'Friedrich lebte feit 1921 in Ungarn auf feinen Gütern Ung.-Altenburg und Halbthurn. Er war österreichischer und preußischer Feldmarschall, Ehrendoktor mehrerer Fakultäten und Inhaber des Ordens Pour le märite.
Kleine politische Nachrichten.
Der polnische Landrat in Tarnowitz hat der Ortsgruppe Radzionkau des Katholischen Deutschen Frauenbundes jede weitere Tätigkeit untersagt, da die Ortsgruppe sich bei ihrer Arbeit nicht an die Satzungen gehalten und so gegen das Vereinsgesetz verstoßen habe. Don den unteren polnischen Behörden in Ostoberschlesien sind unter ähnlichen Vorwänden bereits zahlreiche deutsche Jugendorganisationen aufgelöst worden.
Wie Reuter berichtet, haben sich die britische und die französische Regierung geeinigt, den Flottenvertrag von 1 936 im Januar durch das englische Parlament und die französische Kammer ratifizieren zu lassen. Das Abkommen ist bereits von den Vereinigten Staaten am 18. Mai 1936 ratifiziert worden.
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Die britischen ßuftftreitfräfte im Irak haben in Dhrbban einen neuen Stützpunkt
alle wirtschaftlichen Unternehmungen der Sudetendeutschen, wer „staatlich unverläßlich" ist, bestimmt allein die tschechische Behörde, ohne daß sie ihre Enffcheidungen zu begründen braucht. Die zahlreichen neugeschaffenen halbmilitärischen Formationen bilden ständige Besatzungen des fudetendeut- scheu Gebietes, die Tschechisierung mit all ihren Folgen wird dadurch bis in die kleinste deutsche ’ Grenzgemeinde vorgettieben.
Es ist begreiflich, daß die Sudetendeutschen sich demgegenüber immer fester zusammenschließen, daß die „Sudetendeutsche Partei" Konrad Henleins eine immer deutlichere Kampfstellung nicht gegen den Staat, wohl aber gegen diese einschneidenden Regierungsmaßnahmen bezieht. Daß es sich um eine natürliche Abwehrbewegung handelt, die auch von dem in sudetendeuffchen Gebieten immer noch herrschenden Elend diktiert wird, will man in Prag nicht wahr haben. Aber auch maßgebenden ffchechischen Polittkern dämmert die Erkenntnis auf, daß die Bereinigung der offenen nationalpolitischen Fragen der Tschechoslowakei die beste Friedens sicherung wäre. Zunächst! ist es allerdings bei den Worten gebliebem Es ist von tschechischer Seite festgestellt worden, daß sich das Deutsche Reich nie in innerpolitische Verhältnisse der Republik eingemischt hat, es ist aber auch das Interesse als natürlich bezeichnet worden, das das deutsche Gesamtvolk an dem Schicksal der Sudetendeutschen hat. Solange die Sudetendeuffchen wirtschaftlich und pvlittsch, vor allen Dingen aber seelisch in Not leben, werden sie immer um so aufmerksamer beobachten, wie anders die Lage ihrer Volksgenossen jenseits der Grenzen geroorben ist. Ein vernünftiger Tscheche sollte sich darüber nicht wundern. Daß eine Befriedung nur dann eintreten kann, wenn die Voraussetzungen in Zusammenarbeit mit der größten sudetendeuffchen Partei geschaffen werden, müßte auch in Prag verstanden werden. Es ist nicht möglich, den tschechischen Staatsmännern Ratschläge zu erteilen, wie sie aus ihr herauskommen sollen. Das zu erkennen, ist ihre eigene Aufgabe. Viele Anzeichen lassen jedoch darauf schließen, daß die von der bolschewistischen Hetze und der daraus entspringenden Deuffchfeindlichkeit um jeden Preis noch nicht ergriffenen, gesunden Schichten des ffchechischen Volkes gefühlsmäßig erfaßt haben, worauf es ankommt.
Rumänien:
An der Grenze Europas...
Von unserem L.-Äerichierstaiier.
Die rumänische Außenpolitik stand im Laufe des Jahres 1936 vor einer schicksalsschweren Entscheidung. Sie hatte sich über den Weg schlüssig zu werden, den sie in der politischen und weltanschaulichen Spaltung Europas einzuschlagen hatte. Die Tragweite dieser Entscheidung war um so größer, als Rumänien selbst an der Scheidelinie zwischen den zwei Welten steht, zwischen denen es zu wählen hatte. Die internationale Presse hatte sich mit diesem Fragenkomplex lange unter dem Schlagwort „D u r ch m a r s ch r e ch t" zu beschäftigen. Tatsächlich hätte die Gewährung dieses Durchmarschrechts für die sowjetrussische Armee, der Abschluß eines Beistandspaktes mit Sowjettußland, der Anschluß an das französisch-sowjetrussische und ffchechoslowa- kisch-sowjettussische Vertragssystem Rumänien end- gültig dem Jnteressenkreis der Sowjetpolitik aus- geliefert.
Wenn auch die technischen Vorbereitungen für die Durchführung sowjetrussischer Truppen- und Material-Transporte sehr weit gediehen waren, so sind sie doch, seither über die Grenzen rein theoretischer Bedeutung nicht hinausgelangt. Die Erwägungen, die Rumänien davon abhielten, die letzten Folgen aus seinem Bündnis mit Frankreich und der Tschechoslowakei zu ziehen, haben schließlich auch den Mann zu Fall gebracht, an dessen Namen die Sowjetpolitik der Bukarester Regierung geknüpft war, Nikolaus Titulescu. Die Szene, in der er fiel, stellten die außenpolitischen Ereignisse, wenn auch )er Sturz deswegen kam, weil plötzlich der Lebens- aden der königlichen Gnade abriß, an dem auch )iefe verwöhnteste Primadonna des polittschen Theaters Rumäniens hing. Die Notwendigkeiten des polnisch-rumänischen Abwehrbündnisies, die unbeirrbare Haltung Jugoslawiens, die spanischen Erkenntnisse und die Stimme Deutschlands in Europa stellten die außenpolitische Szene.
Rumänien hat sich allerdings keinen der beiden Lager diesseits und jenseits der roten Scheidelinie endgültig angeschlossen. Den Beweggründen, die es von der letzten Entscheidung für die Sowjetpolitik abhielten, steht die Rücksichtnahme auf eine Verbündeten gegenüber. Rumänien trägt am Erbe der Weltkriegssiege weiter. Es muß noch immer „Alliiertenvolitik" machen, ob es will oder nicht. Zum größten Teile will es aber sogar, und für dieses Wollen sind Sympathien, Anhänglichkeiten und auch Ueberzeugungen ausschlaggebend, die nicht nur am linken Flügel der rumänischen Parteifront, sondern auch im christlichen Zentrum und zum Teile auch an der nationalen Reckten noch immer vorhanden sind. Daß aber diese Rücksichtnahmen durch rein rumänische, nationale Beweggründe ausgewogen werden konnten, daß Rumänien nicht die rote Scheidelinie überschritt, ist ein Erfolg, der nicht zu unterschätzen ist. Es ist ein europäischer Erfolg, weil Rumänien an der Grenze zwischen europäischer Kultur und Bolschewismus steht, und es ist vor allem


