Ausgabe 
30.12.1936
 
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15= I Das Gymnasium wird jedoch als eine für ne unsere Kultur wesentliche Bildungsanstalt weiter

Berlin, 29. Dez. (DNB.) Reichserziehung« Minister R u st hat in einem neuen Erlaß an bi

anerkannt und bleibt daher mit Latein

Unterrichtsverwaltungen die Grundsätze klargelegt,

bisher das Gymnasium wegen der gründlichen Aus-

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Angeworbenen hort man fluchten, da der Staatsgouverneur Vorbereitungen Europas. Wenn sich I getroffen hatte, seinen Posten mit Gewalt zu

fast alle Sprachen

her zur Reifeprüfung zugelassen werden, voraus­gesetzt, daß ihre Vorbereitung auf diese Prüfung auf Grund der vorzulegenden Unterrichtszeugnisse

Die Vereinheitlichung des höheren Schulwesens.

Englisch und Lateinisch in derHauptform^ Lateinisch und Griechisch in der gymnasialenTiebenform" der höheren Schule.

nach denen die künftigen Arten der h ö h e r c 11 Schule an Stelle der bisherigen Vielgestaltigkeit verteilt werden sollen. Reben den sechsjährigen A u f b a u s ch u l e n wird es nur noch zwei Arten der grundsätzlichen höheren Schule für Jungen geben, und zwar eine Hauptform (Ober­schule) und eine Nebenform (Gymna­sium). lieber all dort, wo nur eine höhere Schule am Ort ist, muß diese grundsätzlich die Haupt­form haben. Nur wo das Gymnasium von beson­derer Bedeutung ist und auf eine ehrwürdige Ver­gangenheit zurückblickt, wird der Reichserziehungs­minister auf Antrag eine Ausnahme zulassen. Ein Bedürfnis kann nicht anerkannt werden, wo Gym­nasium als Dorbereitungsanstalten für bestimmte Berufe, etwa Theologie, angesehen werden. Wenn mehrere grundständige höhere Schulen an einem Ort sind, hat grundsätzlich die Hauptform den Vorzug und muß auch der Zahl nach die Neben­form überwiegen. Bei nur zwei Schulen kann aus­nahmsweise eine die gymnasiale Nebenform erhal­ten, wenn dadurch die Schule der Hauptform nicht in ihrem Bestände oder ihrer Leistungsfähigkeit be­einträchtigt wird. Die D o p p e l a n st a l t e'n sollen fortan grundsätzlich nur eine Form haben und nur in ganz dringenden Einzelfällen beide Formen in sich vereinigen dürfen.

Verdrießlichkeiten vermeidet, die her entstanden, wenn sie den mußten und in dem neuen Ort vorfanden, an der ihre Kinder waren. Daher wird eine

Paris, 29. Dez. (DNB.) In Paris wird viel besprochen, daß die Anwerbung von Frei­willigen für die spanischen Bolschewisten in allen Teilen Frankreichs, vor allem in der franzö- stschen Hauptstadt, jetzt verstärkt betrieben mirb. Die drei Hauptrekrutierungsstellen in Paris finb die spanische Botschaft, das offizielle spanische Reisebüro und das spanische Handelsbüro.Jntran- figeant" hat festgestellt, daß täglich vom Pa­riser Orsay-Bahnhof aus mit dem fahr­planmäßigen Zuge um 22.05 Uhr Sammel­transporte nach Perpignan abrollen. Die­ser Zug hat bereits im Volksmund den Namen "Der Rote Zug" bekommen. In dichten Scha­ren sammeln sich allabendlich hunderte von abfah­renden Freiwilligen, umgeben von Frauen und Kindern. Meist erkennt man die Freiwilligen schon an ihrer Kleidung. Sie tragen Lederwesten, Knie­hosen und Ledergamaschen oder hohe Stiefel und auf dem Kopf einheitliche Sportmützen. Gruppen­weise begeben sich dann die roten Freiwilligen auf den Bahnsteig und in ihre reservierten Ab­teile, die erst kurz vor der Abfahrt des Zuges geöffnet werden. In der dichten Masse der Ange­hörigen und unter den A ' '"

Kriegszustand

im brasilianischen Staate Matto Gr offo.

- Untersuchungsgefangenen übergeführt, d. h. dieKa- : tegorie der Schwerverbrecher und Todgeweihten", ' und bekam einen Wachhabenden vor seine Zellen- l tür. Mitte Mai teilte man dem Häftling mit, daß 1 die Angelegenheit an das Kriegstribunal 1 weitergeleitet worden sei. Während des ganzen Monats ließ man den Gefangenen in Ungewißheit, was mit ihm geschehen werde. Eines Tages machte man ihm den Vorschlag, er solle für irgendeinen Staatsbetrieb in seiner Zelle eine technische Arbeit übernehmen, für die er natürlich Bezahlung erhalten würde.

Als der Gefangene zu verstehen gab, daß er für sowjetrufsische Interessen nicht mehr tätig zu sein gedenke, und seine Behandlung als Schwei­nerei bezeichnete, sollte er mit einer Methode der geistigen und seelischen Folter vertraut gemacht werden, wie sie nur von wahr­haft teuflischen Gehirnen ersonnen werden kann. Der Gefangene schreckte aus dem Schlaf und hörte an seiner Zelleniür eine flüsternde Stimme:Emil, Schweinerei!" und wieder:Emil, Schweinerei!" So ging das Nacht für Nacht und Tag für Tag. Auf die gleiche Weife wie dieser Begriff Schweinerei", von dem die teuflischen Psycho­logen der GPU. mit Recht annahmen, daß er das Gehirn des Gefangenen in den einsamen, von keiner Ablenkung ausgefüllten Stunden stark beschäftigen mußte, wurden ihm andere Dinge flüsternd suggeriert. So ;. B. gewisse Zahlen und Aktenzeichen, die mit der Anklage zu tun hatten. Es ist zwei­fellos, daß man damit einen einsamen Gefange­nen zum Wahnsinn treiben kann, und es wird nun vielleicht klar, wie die kläglichen Zusam­menbrüche und Selb st anklagen, die man im letzten Trohkistenprozeß erlebt hat, Zu­standekommen. Die flüsternde Stimme vor der Zellentür nannte Namen seiner gar nickt in Sowjekrußland befindlichen Freunde. Bon Juni bis Oktober, wandte man diese Flüsterfolter gegen ihn an.

Als auch das nichts half, führte man mitten in Oer Nacht, während alle Zellenfenster offen waren, angebliche Zeugenverhöre durch, laut genug, daß der Gefangene es hören konnte. Bei 'diesen Zeugenverhören, die teilweise in Deutsch geführt wurden, versicherten angebliche Zeugen immer wie­der dem Untersuchungsrichter, daß der Häft­ling ganz bestimmt einSpion" sei und daß sie die Beweise dafür in Händen hätten. Dann trat die flüsternde Stimme wieder in Tätigkeit und sagte nichts weiter alsEmil: Fünf Tage", und wenn die fünf Tage vergangen waren: Emil: Zehn Tage". Auch daraus, daß man ihn plötzlich 3um Baden und Rasieren abbolte, sollte der (Befangene entnehmen, daß feine Befreiung oder doch fein Prozeß bevorstünde. Alles war aber nichts weiter als bewußte Taktik, um feine Nerven zu ger- mürben.

Schließlich brachte man ihn in das sogenannte UeborfieMungsgefängnis, in dem die zur Zwangsarbeit Verurteilten vor ihrem Ab­transport nach Sibirien untergebracht werden. Dieser riesige Gefängniskompler faßt 10 000 bis 15 000 (Befangene und war so überfüllt, daß in Zellen von 8 Quadratmeter Rauminhalt 6 bis 8 Personen unterge­bracht waren, die auf dem nackten Fußbo- den schlafen mußten. Endlich, nach gehn- einhalb Monaten gaben die raffinierten Hen­ker der GPU. den Kampf auf. Die Nerven des (Befangenen hatten standgebalten. Er erhielt den Ausweisungsbefehl, und die Weihnachtsfeiertage sahen ihn schon im (Befanaenentransportgug unter­wegs nach der polnischen Grenze.

Ein Tleviahrsgruß an das evanaelischeAuSlanbsdeutschtum

Bischof D. Heckel, der Leiter des kirchlichen Außenamtes, sendet den evangelischen deutschen Gemeinden im Ausland zum Jahreswechsel nach­stehendes Grußwort:Am Morgen des neuen Jah- res grüße ich die deutschen evangelischen Auslandsgemeinden in der weiten Welt. Auch dies Jahr ist ein Jahr nach Christi Geburt und darum ein Jahr, das für unsere Kirche und für unser Volk der Heilsbotschaft von dem Herrn JefUH Christus steht. Ein neues Jahr dürfen wir begin­nen! Das bedeutet, daß uns in Kirche und Gemein­den von neuem die Kraft der Gnade angeboten wird, daß uns ein neuer Anfang geschenkt wird.-

Die äußere Neuordnung des höheren Schul­wesens ruht auf dem Grundsatz, daß dem einheit­lichen nationalsozialistischen Bildungsziel auch ein einheitlicher Bildungsweg entsprechen müsse, der eine innere Geschlossenheit gewährleistet und der auch all die zeit- und *'

sozialistischer Ausrichtung zusammenfaßt. Sie wird mit dem Englischen als er st er Fremd­sprache ip der untersten Klasse be­ginnen und als zweite Pflichtsprache das Lateinische hinzunehmen, das damit allgemein eine ausgiebige Pflege erhält. Hiermit werden auch die Wünsche derer zum größten Teil erfüllt, die

In unserer heutigen Lage werden mtr bedach! fein müssen, den Anbau der Zuckerrübe von ganz anderen Gesichtspunkten aus zu betrachten als früher und ihn so weit es geht zu fördern. Dasselbe gilt übrigens auch von Pflanzen wie der Soyabohne, deren Anbau bisher fast nur von der Preisseite beurteilt wurde, ohne den ihr innewohnenden Wert für menschliche und tierische Ernährung entsprechend in Rechnung zu setzen. Der Zuckerrübenkultur steht freilich ein gesteigerter Arbeitseinsatz in der Land­wirtschaft entgegen, der zwar z. T. durch Maschinen­arbeit ersetzt werden könnte, trotzdem aber größter Aufmerksamkeit aller beteiligten Stellen bedarf.

Die im Goslarer Programm stehende Vor­ratswirtschaft geht nun nicht nur den Bauern als Erzeuger an, sondern fordert auch vom Ver­braucher eine ebenso tätige Mithilfe und steht in engster Beziehung zum Kampf dem Verderb. Für den Bauern bedeutet dies vor allem restlose Erhaltung und Verwendung aller anfallenden Futterstoffe, Ausbau der Silowirtschaft. Welche Werte der Volksernährung alljährlich in Stadt und Land durch Gleichgültigkeit und Unachtsamkeit ver­loren gehen, ist uns in letzter Zeit mehrfach dra­stisch vor Augen geführt worden. Hier ist es in erster Linie d i e deutsche Hausfrau, welche sich im Kampfe um die Erhaltung der in mühsamer Arbeit gewonnenen Erzeugnisse aus dem deutschen Boden bemühen soll. Der Vorratswirtschaft im Großen durch den Reichsnährstand gilt die Sorge, in Zeiten der Uebererzeugung den Ueberschuß für Zeiten der Knappheit einzulagern, um dadurch eine gleichmäßige Versorgung des Marktes im ganzen Jahre sicherzustellen.

Wurde gezeigt, daß vom deutschen Bauern außer­ordentliches gefordert wird und es für den Reichs­nährstand selbstverständliche Pflicht ist, darüber zu wachen, daß vorübergehende Zeiten des Mangels nicht durch Preissteigerungen zum Nachteil des Ver­brauchers werden, so muß sich dieser auch mit sei­nen Bedürfnissen den vorhandenen Vorräten oder dem, was die deutsche Scholle liefert, anpassen. Daß die deutsche Hausfrau gewillt ist, auch dieser Parole zu folgen, konnte kürzlich an dem verstärkten Verbrauch von Kohl, der in diesem Jahr außerordentlich gut und reichlich geraten war, fest- gestellt werden.Verknappungen in der Ernährung sind Prüfsteine für die Haltung des gesamten Volkes."

Ich wiederhole, was ich im vergangenen Jahre zu gleicher Zeit heroorzuheben bereits für notwen­dig hielt, wir werden zu einer Umstellung u n - f e r e r Ernährung kommen müssen. Der über­aus starke Fettoerzehr, der sich gegenüber 1913 um 24 v. H. je Kopf und Jahr erhöht hat, muß und kann auch ohne Schaden entsprechend unserer Fetterzeugung, deren 100 v. H. Deckung uns vorläufig noch nicht möglich sein wird, ein­geschränkt werden. Da Fett z. T. durch andere Nährstoffe, vor allem Zucker (Marmeladen), mit Vorteil ersetzt werden kann und wir Zucker belie­big viel aus dem eignen Boden schaffen können, liegt hier ein Weg sogar unter Verbesserung unse­rer Ernährung mancher Schwierigkeiten in der Selbstversorgung Herr zu werden. Es sei auch hier nochmals auf den Verzehr einer unserer Gesund­heit mehr zuträglichen Mischkost (Fleisch und Gemüse) hingewiesen. Wir verzehren im allgemei­nen zu viel Fleisch und sollten daher da, wo die Möglichkeit besteht, leicht verdauliches pflanzliches Eiweiß für unsere Mahlzeiten zu verwenden, diese ausnutzen und dadurch den Umweg, welchen die Pflanze durch den Tiermagen macht, zu vermeiden suchen. Dieser Umweg bedeutet einen sehr bedeu­tenden Verlust an wertvollen Nährstoffen.

An der Lösung all dieser Fragen mitzuarbeiten und der Regierung auf Grund eingehender Unter­suchungen neue Wege empfehlen zu können, ist der Forschungsdienst der Landbauwissen­schaften auch im Jahre 1936 sehr tätig gewesen 1 und hat in seinen Arbeitstagungen Zeugnis davon ! abgelegt. Auch die Gießener landwirtschaftlichen 1 Institute haben im Rahmen ihrer Einrichtungen er- : folgreich ihr Teil dazu beitragen können. Den ge- ' steigerten Anforderungen genügen aber leider zum j Teil die überalterten Einrichtungen nicht mehr, so j daß es sehr zu begrüßen wäre, wenn der Absicht, J neue Forschungsstätten zu schaffen, bald die Tat ; folgen würde.

Wir sehen, daß zur Erreichung des großen Zieles, ] in unserer Ernährung und Rohstoffversorgung vom ; Ausland frei zu werden, im zu Ende gehenden , Jahre wieder ein bedeutsamer Schritt vorwärts getan ist, daß vor allem nicht der , Erzeuger allein die Aufgabe zu lösen in der Lage fein wird, sondern daß auch der Ver-, b r a u d) e r sein gut Teil dazu beitragen muß. , lieber allem darf aber nicht vergessen werden, daß die Bedeutung des Bauerntums nicht nur durch feine Mitarbeit an der Sicherstellung der Ernährung > erschöpft ist, sondern es ist und bleibt auch die f Blutsquelle unseres Volkes.

Eine unpatn'otische Handlung.

Amerikas Neutralität gefährdet.

Washington, 30. Dez. (DNB.) Präsident . o o s e d e 11 äußerte sich in der Pressekonferenz sehr scharf gegen den amerikanischen Makler, der Kriegsmaterial nach dem noch unter bolsche­wistischer Herrschaft stehenden Spanien ausfüh­ren will und dem das Staatsdepartement nach den bestehenden Gesetzen die Ausfuhrgenehmi­gung gewähren mußte. Roosevelt tagte, 90 v. H. der amerikanischen Geschäftsleute seien anständig und richteten sich nach der Politik der Regierung, und dann komme ein Mann, der die restlichen zehn vom Hundert darstelle, und begehe diese durchaus unpatriotische Handlung, die der Außenpolitik der Regierung zuwiderlaufe und Amerikas Neutralität gefährde. Dieser Fall zeige offensichtlich, daß etwas geschehen müsse, um aus inneren Kämpfen entstehende Fragen zu regeln. Er lehne das WortBürgerkrieg" ab, denn es sei zu schwer zu bestimmen, wasBürger­krieg" sei, wann es sich um einen Krieg und wann es sich um einenbewaffneten Aufstand" handele. Deswegen müsse die Entscheidung hierüber jemand überlassen werden, der 365 Tage im Jahr Autorität habe. (Der Präsident meinte damit, daß man die Entscheidung in sein Ermessen stellen solle, weil der Kongreß einen großen Teil des Jahres nicht tagt.) Er hoffe, daß etwa zwei Wochen nach dem Beginn der Kongreßtagung ein entspre­chendes Gesetz verabschiedet werden könne, so daß man die Verschiffung von Kriegs­material nach Bilbao vereiteln könne. Wahr­scheinlich würde der amerikanische Makler dann auf Schadenersatz für den ihm entgangenen Gewinn klagen, aber das Oberste Bundesgericht habe kürz­lich im Chaco-Fall entschieden, daß Verträge, die gegen die Außenpolitik der Regierung verstießen, nicht auf einen Schutz durch die Ge­richte rechnen könnten.

Derrote Zuq" von Paris nach Katalonien.

Wie die Rekruten der Internationalen Bri­gade auf den Weg gebracht werden.

Roosevelt verurteilt die amerikanischen Nugzeuglieservogen Oer Präsident kündigt ein neues Gesetz an.

der Zug in Bewegung setzt, ballen sich Hunderte von Fäusten zum Bolschewistengruß und die Inter­nationale wird angestimmt.

In Perpignan wird den Eintreffenden von dem örtlichen marxistischen Komitee jedesmal ein großer Empfang bereitet. Außerdem erhält hier jeder Angeworbene eine neue,e ch t spani­sche" P e r s o n a l k a r t e. Pierre Derval aus Lille erfährt damit plötzlich, daß er nun Pedro del Dalle zu heißen hat. Im Triumph werden die Freiwilligen quer durch die Stadt gefahren. Dabei fingen sie und grüßen sie nach allen Seiten mit Bolschewisten- gruß. Schließlich wird ein Appell abgehalten und dann geht es weiter nach Katalonien. Hier gibt es freilich keine Jubelempfänge mehr. Hier braucht man keine Propaganda mehr zu machen.

Gegen die bolschewistische Ausplünderung.

DieSowjetisierung" der spanischen Blei­bergwerke. Große Oelvorräte von den nationalen Truppen erbeutet.

Salamanca, 30. Dez. (DNB. Funkspruch.) Wie der nationale Sender bekanntgibt, veranstal­teten die anarcho-syndikalistischen Verbände in Car­tagena und in Ciudad Real Protestkundgebungen gegendie Sowjetisieru n g" der Blei­bergwerke. Die sowjetrussischen Vertreter hätten, so wurde bei diesen Kundgebungen ausgeführt, schon alles Gold aus dem Lande ge­schleppt und versuchten jetzt auch noch, sich die spanischen Bodenschätze anzueignen. Bei der Kundgebung kam es zu zahlreichen Verhaftun­gen. Die großen Gebietsverluste an der Cor­doba-Front macht den Roten große Sorge, weil, wie die Madrider Sowjetzeitungen mitteilen, ein gro­ßer Teil der Olivenernte und der älteren Oelvorräte im Werte mehrerer Millionen Pe­seten in den Besitzder Nati onalisten ge­langt sei.

Oer deutsche DampferpaloS" wieder frei.

Berlin, 29. Dez. (DNB.) Der deutsche Dampfer Palos" ist auf Forderung des Kreu­zersKönigsberg" freigegeben worden und hat seine Reise fortgesetzt. Dagegen ist ein spanischer Staatsangehöriger, der sich an Bord des deutschen Schiffes und damit auf deutschem Hoheits­gebiet befunden hatte, sowie ein Teil der Ladung noch zurückbe halten worden. Eine r e st l o s e Erledigung der Angelegenheit ft e h t also noch aus.

Berlin, 29. Dez. (DNB.) Zu dem Erlaß des Reichserziehungsministers über die Vorverlegung der Reifeprüfung 1937 im Zusammenhang mit der Einführung der zwölfjährigen Schulzeit wird zur Behebung von Zweifeln ergänzend mitgeteilt:

Der Erlaß ist auf alle höheren S ch u l e n f ü r Jungen anzuwenden, d. h. für die öffentlichen Schulen und die voll ausgebauten mit dem Recht der Reifeprüfung ausgestatteten Privat­schulen. Die Anforderungen für Mädchen an Jungenschulen dürfen durch keinerlei Sonderregelungen abgeändert werden. Schülerinnen der Oberprima, die Jun­genschulen besuchen, sind wie die Schüler zu behan­deln; auch für sie fällt daher die schriftliche Prüfung fort. Schüler der O I und U I, die zur Prü­fung nicht zugelassen werden oder sie nicht be­stehen, dürfen frühestens im Herbst 19 3 7 die Prüfung wiederholen. Schulfremde, die sich zur Reifeprüfung melden, haben sich in der bis­herigen Form der schriftlichen wie der mündlichen Prüfung zu unterziehen. Sie können diesmal ein Jahr früher als bis-

als erster und Griechisch als zweiter Pflichtsprache bestehen. Daß die Zahl der Gymnasien um der Einheitlichkeit der deutschen Bildung willen und bei der ausgesprochenen Son­derart dieser Schulform künftig zahlenmäßig hinter der Hauptform zurücktreten muß, entspricht der nationalsozialistischen Entwicklung der Bildungsidee. Infolgedessen ist eine Umwandlung nichtgymnasialer Anstalten in Gymnasien nicht möglich, wohl aber soll an die Stelle von Gymnasien auf Antrag der Schulträger die Hauptform treten können. Die Ein­fügung der Antike in den Bildungsplan aller höheren Schulen wird nicht nur durch die allge­meine Pflege des Lateinischen gewährleistet, son­dern ist auch in starkem Maße in den neuen Richtlinien vorgesehen, die zur Zeit dem Stellvertreter des Führers zur Begut­achtung vorliegen, und mit deren Veröffentlichung zu Ostern 1937 gerechnet werden darf.

Vorverlegung der Reifeprüfung.

Moskaus Umtriebe inJnnerafien.

Die Berechtigung

des deutsch-japanischen Abkommens.

London, 30. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die Notwendigkeit des deutsch-japanischen Abkommens gegen die Weltgefahr des Kommunismus wird von dem Schanghaier Korrespondenten derMorning Post" uneingeschränkt anerkannt. England und China hätten schon einmal die diplomatischen Beziehungen zu Moskau wegen der feindseligen Betätigung der Komintern abgebrochen. Diemili­tärische Betätigung" der Japaner in der Man­dschurei und in Nordchina sei vielfach angepran­gert worden, aber von den hartherzigen und un­barmherzigen Eingriffen der Sowjets auf chinesischem Gebiet habe man nur wenig gehört. Schon vor vielen Jahren hätten die Sowjets die Aeußere Mongolei besetzt und sie inzwischen in eine S o w j e t p r o v i n z umaewandelt. 3n jüngerer Zeit hätten sie ihre Kontrolle über Chinesisch-Turkestan ausgedehnt. Daß die Sowjetrussen eines Tages die Außenmongolei völlig von China isolieren würden, sei keine auf Ein­bildung beruhende Drohung. Die Japaner seien natürlich entschlossen, sich einer solchen Politik, die mit Hilfe der chinesischen Kommunisten durchge­führt werden solle, zu widersetzen. Die militärische Ausrüstung der chinesischen roten Armeen sei von Moskau geliefert worden. Es dürfe nicht etwa an­genommen werden, daß die bolschewistische Drohung von Japan oder von China deshalb ignoriert wer­den könne, weil Moskau seinen Einfluß in erster Linie nicht durch militärische Machtmittel, sondern hauptsächlich durch eine unterirdische Taktik ausdehne. Es handle sick um eine wirkliche Gefahr, auch wenn sie nicht die Beachtung ge­nieße, die sie verdiene.

bisher das Gymnasium wegen der gründlichen Aus- Aussicht auf Bestehen der Prüfung bietet und sie bildung hn Lateinischen für ihre Kinder wählten. * auch sonst alle Zulassungsbedingungen erfüllen.

Rio de Janeiro, 30. Dez. (DNB. Funkspr.) Der brasilianische Staatspräsident beschloß die Ver­kündung des Kriegszustandes für den Staat Matto Grosso, um Folgerungen der derzeitigen politischen Spannung auszuschalten, die im Staate Matto Grosso durch einen Mordanschlag a u f zwei oppositionelle Senatoren hervorgerufen smd. Der Staatsgouverneur steht im Verdacht, den Mordanschlag organisiert zu haben. Die Abgeord­neten der Opposition im Staatsparlament, die neuerdings die Mehrheit hatten, mußten sich in die Käse r n e d e r B u n d e s g a r n i s o n in Cuyaba

die geldraubenden vielen Eltern bis- Wohnsitz wechseln nicht die Schulart bisher ausgebildet beherrschende Hauptform geschaffen, die sowohl die Ein­seitigkeiten der bisherigen gegensätzlichen Schul­formen vermeidet als auch ihre Werte in national-

verteidigen. Der Maa! Matto Grosso, eineff der größten, aber auch menschenleersten Staaten im Innern Brasiliens mit kaum 400 000 Einwohnern auf fast 1,5 Millionen Quadratkilometer, ist zum größten Teil mit Wald und Grasfluren bedeckt. Das ungesunde Klima und die schlechten Verkehrsoerhält- niste haben bisher eine Ausbeutung der reichen Bodenschätze (Gold, Eisen, Kupfer, Diamanten) ver­hindert.

Zehn Monate in Sowjetterkern.

Ein Deutscher

berichtet über die Foltermethoden der GPU.

Berlin, 29. Dez. (DNB.) DieB. Z. am mit­tag" veröffentlicht den erschütternden Bericht eines Deutschen, der vier Jahre lang in Sowjetrußland als Jngenieurspezialist tätig war. Im Februar dieses Jahres wird er yachts aus dem Bett geholt und im Auto, eskortiert von drei Schwerbewaffneten, in das berüchtigteHaus für politische Un­tersuchung" gebracht. Vom nächsten Morgen an beginnen die Verhöre. 14 bis 16 Stunden, das ist das tägliche Pensum. Erst nach einigen Tagen teilt man ihm mit, daß er beschuldigt ist,Spio­nage zu Gunsten einer fremden Macht" und staatsfeindliche Propaganda" getrieben zu haben. Er sieht sich einem Belastungszeugen gegen­über, der sich einmal an ihn herangemacht hat und den er gleich im Verdacht hatte, ein Spitzel der GPU. zu sein. Die Gegenüberstellung bleibt er­gebnislos. Nach anderthalb Monaten erfolgt eine neue Gegenüber st ellung, diesmal mit einem jungen Mädchen sowjetrussischer Staatsange­hörigkeit, mit dem der Angeklagte befreundet roar< Das Kollegium der Kommissare, sämtlich Juden, nutzt die freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden aus, um auf den (Befangenen einen seelischen Druck auszuüben. So z. B. nimmt der (Befangene, als er wieder einmal zum Verhör geführt wird, einen starken Aethergeruch wahr. Auf seine Frage erklärt ein Kommissar, daß kurz vor ihm das junge Mädchen alles einge standen habe und dar-, aufhin in eine so schwere Ohnmacht gefallen sei, daß man ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Als auch dieser niederträchtige Trick nichts half, wurde er in die sogenannteKategorie 1" der