Ausgabe 
30.11.1936
 
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rr. 280 Erstes vlatt

186. Jahrgang

Montag, 30. November 1036

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Es gibt heute Staatsmänner, die eine neue Wettkatastrophe verhindern werden. Der Stellvertreter des Führers spricht auf der Schlußkundgebung des Neichsbauerntages.

Goslar, 29. Nov. (DNB.) Arn Sonntagfrüh lur Ministerpräsident Generaloberst Göring, der Lrauftragte für den Vierjahresplan, in Begleitung sines Stellvertreters für den Vierjahresplan, Laatssekretär Körner, zur Teilnahme an der Wußkundgebung des Reichsbauerntages einaetrof- ftn. Ihm und dem Stellvertreter des Füh - r? r 5, Reichsminister Rudolf Heß, wurden vor ihrer Fahrt durch die menschengefüllten Straßen Lumensträuße überreicht. Reichsbauernführer Jarre begrüßte die Gäste bei ihrer Ankunft vor fcir Stadthalle und geleitete sie unter jubelnden Heil- r.fen der Massen an ihre Plätze. Der Sprecher des N»ichsbauernrates, Ministerpräsident a. D. Gran- nxo, eröffnete die Schlußkundgebung mit einer Lfonderen Begrüßung für Generaloberst Göring, br für den minutenlangen Beifall dankte. Darauf prlas Granzow folgende Adresse, die von den ciwesenden 57 Vertretern von 21 Bauern- shaften ausländischer Staaten an den Seichsbauernführer gerichtet worden ist:

Die unlerserliglen Vertreter bäuerlicher und landwirtschaftlicher Organisationen hatten es für eine Herzensangelegenheit, Ihnen für die schönen lehrreichen Tage, die sie in Goslar er­lebt haben, herzlichst zu danken. Jetzt in diesen Tagen, wo der Kamps zwischen dem Guten und Bösen, zwischen dem Ausbau- und dem Zerstörungsprinzip sich heftiger zu gestalten beginnt, ist es von besonderer Bedeu­tung, die Stellungnahme der Bau­ernschaft Europas dazulegen und sich ganz klar und offen zum Aufbauprinzip und zu den Bauernideaten zu be­kennen, zur Ehre und zum Vaterland, zur Fa­milie und zum Gottesglauben und zur Rasse des eigenen Volkes. Die alte ehrwürdige Stadt Gos­lar bleiet für eine derartige Stellungnahme den geeigneten Rahmen, und wir danken Ihnen, daß Sie uns das möglich gemacht haben. Seien Sie unserer Dankbarkeit und weiterer Kame­radschaftlichkeit versichert."

Der Stellvertreter des Führers

bmfte allen denjenigen, die im Kampfe um die Er- lährung des deutschen Volkes auch im vergangenen ?ohre ihren Mann gestanden haben. Er gedachte cuch besonders des Einsatzes der deutschen ! rbeiterschaft. Sodann behandelte er die Rutschen Maßnahmen zur Sicherung des friedens vor der Bedrohung durch ne Komintern.Wir können dem Führer", so sihr Rudolf Heß unter dem stürmischen Beifall der Versammlung fort,nicht dankbar genug sein, daß r diese schwere, dauernde Bedrohung unserer Na- tvn durch einen Akt von hochpolitischer Bedeutung ksrhindert hat durch das Antikomintern- lündnis, das er vor wenigen Taaen mit der kroßen Macht im Osten, Japan, geschlossen hat. Luch Japan hat das völkerzerfetzende Wirken der Komintern in seiner ganzen Bedeutung erkannt. )wei Nationen haben sich damit zusammengefunden nn gemeisamen Interesse: In derAbwehr der »efahr, welche beide bedroht.. Die spa- riischen Ereignisse haben der Welt gezeigt, welche Sesahren das Wirken der Komintern nicht nur für len zunächst betroffenen Staat, sondern für die Luhe und damit für den Frieden zwischen !en Nationen überhaupt im Gefolge hat. deshalb ist der Abschluß eines Vertrages zu gemein- zimer und wirkungsvoller Abwehr der Tätigkeit der Komintern ein bedeutungsvoller Beitrag für die Sicherung des Friedens.

3m Auslande wirft man Deutschland vor, es strebe eineTrennung der Völker nach widerstrebenden Regierungsformen" an. wir wollen keine Trennung der Völker, sondern einen Zusammenschluß der Völker über alle Regierungssormen hin­weg. wir wollen einen Zusammenschluß der Völker zur Abwehr derjenigen, welche nur zu oft verkündet haben, daß sie beabsichtigen, mit Feuer und Schwert, Brand und Mord den Bürgerkrieg in die übrigen Völker zu fragen, und die so off schon den Beweis am lebenden Objekt brachten, wie ernsthaft ihnen diese Ab­sicht ist.

wir wollen einen Zusammenschluß der Volker gegen Verbrecher, die bewußt Gift in die Völker fragen. 3d) sage: Verbrecher, denn es ist ja auch in Sowjetrußland nicht das volk, das von sich aus bolschewistisch ist, sondern eine jüdische Eligue hat dem Volk terroristisch die Zwangsjacke des Bolsche­wismus ausgedrängt. And deswegen bedauern wir es am meisten, daß sich unsere Abwehr zu- Sleich gegen ein Volk richten muß, das die Ver­brecher ihren dunklen Zielen so ganz dienstbar gemacht haben.

Wir fragennichtnachderRegierungs- o r m d e r V ö l k e r, die zur Selbsterhaltung gegen !oie Weltpest zusammenstehen, wir fragen nicht da­

nach, ob sie autoritär oder demokratisch sind. Wir denken nicht daran, unsere Regierunasform anderen Völkern auch nur zu empfehlen, geschweige denn zu versuchen, unsere Regierungsform bei ihnen Ein­gang zu verschaffen. Wir wissen aber, daß es die Absicht der Komintern ist, die Regierungsform des Staates, in dem sie die Gewalt haben, mit Ge­walt anderen Völkern aufzuzwingen, und wir wünschen, daß die Völker zusammen- menstehen gegen diese Versuche der Einmischung in ihre inneren Angelegenheiten gegen die Versuche der Vergewaltigung ihrer Selbstbestimmung.

Will man diesen Weg, so fuhr Rudolf Heß fort, nach geschlossener und gemeinsamer Abwehrin­tolerant" nennen?! Mit der gleichen Berech­tigung könnte man das Zusammenstehen der Bür­ger eines Staates gegen Menschen in ihren eigenen Reihen, die sich organisiert haben, um an ihren Mitbürgern Eingriffe zu verüben, Brandstiftungen vorzunehmen, Raubmorde zu begehen, Frauen zu schänden, Kinder zu martern, mit der gleichen Be­rechtigung könnte man die Abwehr hiergegen, die Gesetze zum Schutze der Gesellschaft, könnte man die Maßnahmen mitIntoleranz" bezeichnen.

Man verübelt es uns hier und da in der übri­gen Welt, daß wir einen Zusammenhalt geschaffen haben zwischen den Staaten, die die Gefahr der Komintern und der ihnen zur Verfügung stehenden Machtmittel erkannt haben. Sollten wir etwa deshalb, well andere Staaten trotz des spani­schen Fanals diese Gefahr noch nicht erkennen und, in die wieder und wieder dargebotene Hand einzuschlagen, scheinbar nicht gewillt sind, darauf verzichten, eine Abwehrgemeinschaft zu bilden? Erwartet man von uns, daß wir sehenden Auges das Verderben über uns hereinbrechen lassen, weil andere keine Augen haben zu sehen?

Lord k i f d) e n e r sprach wenige 3ahre vor dem Weltkriege zu einem deutschen Offizier das Wort, daß er die kommende Katastrophe des Weltkrieges herannahen sehe, aber sie für unabwendbar halte, weil auf allen Seifen hie Staatsmänner fehlten, die weitblickend und tatkräftig genug seien, sie abzuwenden. 3n der heutigen Welt gibt e s, so stellte Rudolf Heß unter lang anhalten­dem und stürmischen Beifall fest, einige Staats­männer, die weitblickend und tatkräf­tig genug sind, alles z u tun, um für ihre Völker die sichtbar heraufsfeigende neue Gefahr zu bannen, die Gefahr im Lhaos eines Welfbolschewismus zu versinken. Sie lassen ihre Völker nicht in eine Katastrophe stolpern, wie die Staatsmänner von 1914. Wag die Welf heute noch jene Staatsmänner verdächtigen wir find der lleberzeugung, daß die Zeit kommt, da sie ihnen Dank wissen. Wir Deutsche danken ihnen schon heute.

Rudolf Heß schloß seine Rede: Wir danken vor allem dem Führer (erneute stürmische Beifallskundgebungen), daß er uns das Gefühl der Geborgenheit gegeben hat in unse­rem Lande. In dieser Geborgenheit wird der deutsche Bauer auch im nächsten Jahre dem Volk das täg­liche Brot schaffen und so seinen Beitrag leisten für das Leben unseres Volkes. Das friedliche Schaffen des deutschen Bauern, ja das friedliche Schaffen des ganzen Volkes ist der Inhalt nationalsozialistischen Willens und Trachtens. Und der Allmächtige wird unsere Arbeit segnen, wie er sichtbar gesegnet hat das ehrliche Streben des deutschen Volkes und seines Führers!

Der Reichsbauernfiihrer an das Bauerntum Europas.

ReichsbauernsjjhrerR. W. Darre

beschäftigte sich zunächst mit den Kritikern an der nationalsozialistischen Agrarpolitik. Es gibt heute noch unter unserem Volke Menschen, so führte er aus, welche einen Gefallen darin finden, zwischen dem Nationalsozialismus auf der einen Seite und dem Preußentum auf der anderen Seite einen Gegensatz zu konstruieren. Die Erfolge der national- sozialistifchen Ernährungswirtschaft sind die durch­aus folgerichtige Übertragung der Grundge­danken Friedrichs des Großen auf das Gebiet der Ernährungswirtschaft. Von einem Gegensatz zwischen Preußentum und National­sozialismus kann hier keine Rede fein. Wenn schon gewisse Kreise das Bedürfnis haben, ihr patentiertes Originalpreußentum ausschließlich für sich in An­spruch zu nehmen, dann stellen wir die Frage, warum handelten sie auf dem Gebiet der Ernäh­rungswirtschaft während des Weltkrieges nicht gemäß der Forderung des großen Königs, als sie noch die Möglichkeit dazu hatten? Man hat vor dem Jahre 1933 behauptet, daß das Bauern­tum Zwar notwendig sei, Führer aber aus dem Bauerngeschlecht nicht stellen könne. Heute kann ich sagen, daß ich nicht nur Bauernführer gefunden habe, ich sage sogar: Der Kern des Führer­korps im Reichsnährstand besteht aus wasch­echten Bauern, die ihre Führereigenschaften durch die Erfolge der nationalsozialistischen Agrar­politik in den letzten drei Jahren unter Beweis gestellt haben und die nicht nur den Glauben des Nationalsozialismus an das deutsche Bauerntum rechtfertigen, sondern ihre Berechtigung zur Füh­rung damit bereits vor der Geschichte erwiesen haben.- Solange sich das Führerkorps des Reichs­nährstandes durch die Leistung zur Führung be­rechtigt erweist, solange ist mir um die Zukunft des Reichsnährstandes wenig bange. Das durch den Nationalsozialismus frei gewordene deutsche Bauern­tum steht bei Adolf Hitler und nicht bei Kreifen, die einen Führeranspruch erheben, ohne ihn durch Leistungen zu begründen. Ich betone, daß ich mich nicht gegen den Adel an sich wende; das beweist, daß van 21 Landesbauern­führern allein drei Landesbauernführer adlig sind. Es war der tzroße Krebsschaden der deutschen Ge­schichte, daß sich der Begriff desAdels" in einen Gegensatz zum Begriff des Bauerntums hinein entwickelte.Adel" ift im Grunde seines Wesens Führungsausdruck des Bauerntums.

In den gegenroärfigen Schickfalsstunden un­seres Volkes habe ich nicht das Recht, meiner Langmut die Zügel freizugeben. Daher erkläre ich hier für das mir vom Führer und Reichs­kanzler verantwortlich übertragene Gebiet der Ernährungswirtfchaft und wende mich dabei in erster Linie an gewisse Hamen auf wissenschaftlichen Lehrstühlen deutscher Hochschulen: 3ch habe ge­glaubt, daß drei Jahre sachlicher Erfolge auf dem Gebiet der Agrarpolitik die einfachste Ge­legenheit für einen denkenden Wenschen sein

würden, um einen Frieden mit uns National­sozialisten zu finden. Aber aus Verantwortungs­gefühl gegenüber Führer und Volk vermag ich nicht mehr schweigend Dingen zuzusehen, die sich Gott sei Dank vereinzelt auf einigen Hochschulen abspielen. Es glauben nur noch heute Wenschen beweisen zu müssen, daß ich den Bauern zu ideal und zu romantisch sehe. Ich muß es mir verbitten, daß man mir nach drei Jahren nationalsozialistischer Erfolge vorwirfl, ich sei ein Romantiker des deutschen Bauerntums. Das ist keine Kritik mehr an mei­ner Person, sondern eine Kritik am Füh­rer, der mich 1930 gerade wegen dieser mei­ner Einstellung zum Bauerntum rief.

Zu den unmittelbaren Aufgaben des vor uns lie­genden Jahres folgendes: Wenn auf der einen Seite die Erzeugnisse des Bodens durch die Markt­ordnung in ihren Preisen stabil gehalten werden, kann man logischerweise auch nicht den Bo­de n, der nicht vom Erbhofgesetz erfaßt ist, als Han­delsobjekt dem freien Spiel der spekulativen Kräfte überlassen. Auch hier werden wir zu einer Ord­nung kommen müssen, um unsere Aufgabe meistern zu können. In der Tierzucht habe ich mit vol­lem Bewußtsein den Grundsatz der L e i st u n g zur Grundlage der Beurteilung der tierzüchterischen Ar­beit gemacht. Um die Ausgaben der Erzeugungs­schlacht bewältigen zu können, muß unser Land­volk auch körperlich gesund sein. In eini­gen Gauen war die gesamte Körperhaltung der ländlichen Jugend biszu 75 v.H. schlecht. Der Atmungsunterschied zwischen Ein- und Ausatmung betrug bis zu 75 v. H. zwischen zwei und vier Zen­timeter, während er sich normalerweise zwischen acht und neun Zentimeter bewegen soll. Bis zu 75 v. H. war die Ruckenbildung schlecht und die Wir­belsäule in irgendeiner Form verkrümmt. Bei einem Gau wurden sogar 7 0 v. H. Plattfüße festge­stellt. Die Hauptschuld an dieser Entwickelung trägt die jahrzehtelange bewußt betriebene Mißach­tung des Körpers und der Körper­kultur auf dem Lande. Hat sich ein Dorf erst ein­mal praktisch von dem Wert der Leibesübungen überzeugt, dann ift es verblüffend, wie schnell das Interesse für die Leibesübungen der Dorfjugend wach wird.

Zu der Parole:Kampf dem Verderb" sehe ich als unbedingte Voraussetzung die gründliche haus- wirtschaftliche Erziehung unserer Heranwachsenden M ä d ch e n g e n e r a - t i o n. Auch unsere Architekten beim Häuserbau werden erheblich umlernen müssen, denn die beste Hausfrau steht hilflos da, wenn sie bisher in ihrer modernen Wohnung zwar ein hygienisches Badezim­mer, aber eine völlig unzweckmäßige Speisekammer und einen unzureichenden Kellerraum findet.

Folgen wir rein betriebswirtschaftlichen lleber- legungen, so ist die Vetriebsform und Betriebs­größe unseres Bauerntums unrentabel. Das Bauerntum erhält feine Berechtigung nur aus der Tatsache, die uns die Geschichte lehrt:

Nämlich, daß das Volk sich immer nur aus seinen Bauerngeschleechtern erneuert, und daß Bauerntum mithin d i e ewige Vlutsquelle des Volkes dar­stellt, und daß ein Volk fein Bauerntum leben­dig erhalten muh, um fein eigenes Dasein zu erhalten. Der Kommunismus kann an einer einzigen Tatsache scheitern: Diese Tatsache ist die Nichtachtung der Lebensgesehe der Wenschheit. Hier wird der Kommu­nismus so unbedingt scheiterten, wie alle ent­sprechenden Ideologien und Theorien der Ge­schichte gescheitert sind, die da glaubten die Lebensgesehe der Wenschheit beiseiteschieben zu können. Warum ift der Kommunismus fo, wie er sich heute darstellt. Weil er der geistige und praktische Ausdruck eines Volkes ist, welches Gott dazu verdammt hat, nur Unheil und Un­freiheit über die Wett zu bringen. Ich meine das jüdische Volk.

Bauerntum und Judentum scheiden sich wie Wasser und Feuer. Wenn Sowjetrußland seine Bauern verhungern läßt, um dadurch logischerweise die jüdischen Herren in Sowjetrußland, die Rü­stungsindustrie, die Armee und die GKU. zu er­nähren, so ist das genau so folgerichtig vom jüdi- dischen Standpunkt aus wie in Deutschland Nürn­berger Gesetze und Reichserbhofgesetz logisch sind zum Schutze des deutschen Blutes. Der National­sozialismus und das ist Adolf Hitler, ift d i e Ver­körperung der von Gott gewollten Ordnung innerhalb unseres Volkes, der Bolsche­wismus ist die von Juden und feinen Gesetzen ge­wollte krebsartige Zersetzung aller göttlich gewollten L e b e n s b e d i n g u n - gen unseres Volkes. Alle Bauernparteien auf jü­disch-demokratischer Grundlage mögen Tageserfolge erreichen, vielleicht auch das Schlimmste einstweilen verhindern, gefährlich aber find solche Organisa­tionen, weil sie dem Bauerntum ihres Volkes den eigentlichen Feind verschleiern und ihm statt eines entscheidenden Kampfzieles ein durchaus nebensächliches Augenblicksziel zeigen. Das Bauern­tum Europas täusche sich nicht: Alle bäuerlichen Vertretungen in Ländern, wo das Judentum noch mittelbar oder unmittelbar regiert, sind dem Juden in den Fragen des bäuerlichen Daseinskampfes nicht mehr als eine Stierkampfarena: Das Juden­tum bewundert bestenfalls den Mut und die Ent­schlossenheit, womit sich das Bauerntum zur Wehr setzt. Das europäische Bauerntum muß erwachen, denn es ist die Aufgabe jedes euro­päischen Bauemführers, sein Leben in den Dienst dieser Erkenntnis zu stellen. Das deutsche Bauern­tum i st'durch einen Adolf Hitler er« wacht und ist entschlossen, den Bolschewismus mit aller Kraft und mit einem eisernen Willen von Haus und Hof fernzuhalten. Das Bauerntum Euro­pas muß sich klar darüber werden, daß es vor einem Kampf steht, wie er ausgefochten wurde zwischen der Bauernrepublik Rom und dem puni- schen Händlertum Kartagos.

Ministerpräsident Göring,

der Beauftragte für den Vierjahresplan, erklärte dann u. a.:Kein Mensch vermag den deutschen Bauern heute von seinem Hof zu bringen. Es mögen schwere Zeiten kommen keine Schulden­last, keine wirtschaftliche Not oder Unglücksernte vermag das zu zerbrechen, was aufgebaut worden ist. Wenn es manchmal schwer für euch wird, dann gedenkt das eine: Wenn ihr das Schicksal eurer Volksgenossen, der deutschen Arbeiter, anseht, sie haben noch keine Erbhofstellen auf ihrem Ar­beitsplatz, sie sind den wirtschaftlichen Schwankun­gen preisgegeben und noch abhängig von den Kon­junkturen. Dann dankt Gott und nächst ihm dem Führer, daß ihr davor be­wahrt und behütet seid. (Stürmische Zu­stimmung.) Darum muß auch das Bauernvolk und vor allem sein Führerkorps verstehen, daß auf seine Schultern eine schwere Verantwortung ge­legt ist, und daß das deutsche Volk ein Recht hat au verlangen, daß die deutsche Bauernschaft auch diese Verantwortung trägt. Und ich weiß, i h r werdet eure Pflicht erfüllen als echte Bauern des Dritten Reiches. (Erneut lebhafter Bei­fall.)

Wenn wir jetzt daran gehen, den großen Wirt­schaftsplan in vier Jahren zu erfüllen, wenn wir Deutschland frei machen wollen, muß ich an euch, meine deutschen Bauern, appellieren, und verlangen, daß ihr in meiner Gefolgschaft als er ft es Sturmbataillon bereit steht, die deut­sche Ernährungsfreiheit, die ja die Grundlage der Gesamtwirtschaft ist, zu erringen. Ihr habt von Eurer Führung bereits die Richtlinien bekommen. Jahrelang habt ihr eine Erzeugungsschlacht nach der anderen gewonnen. Ihr sollt nichts weiter tun, als auch d i e nächste Erzeugungsschlacht mit noch mehr Willen und noch größerem Einsatz als bisher schlagen, damit sie zu einem noch größe­ren Erfolge führt. (Stürmischer Beifall.)

Hierauf betonte Ministerpräsident Göring, daß der Reichsnährstand bisher die richtige Linie ge­halten habe und daß feine Maßnahmen auf dem Gebiete der Marktordnung und Preisregelung ge­rechtfertigt und erfolgreich gewesen seien.

Aus der Tatsache heraus, daß der Führer mich beauftragt hat, alle Kräfte von Partei und Staat zu sammeln und einheitlich zu lenken, hat mancher geglaubt, daß ich ein angenehmer Prellbock gegen die Partei fein würde, hat mancher geglaubt, daß er meine Autorität miß­brauchen könne, um durchzufehen, was man bisher ohne einen Nationalsozialisten nicht hat