Ausgabe 
30.10.1936
 
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es einem unverzagten, pflicht- und ehrliebenden deutschen Soldaten eignet und gebühret."

Sie Eidesleistung.

Trommelwirbel klang dann über den Platz, und das KommandoAntreten zur Vereidigung!" Vor jede Einheit der zu vereidigenden Soldaten trat ein Offizier und zog den Degen, die Offiziere der Ar­tillerie, der 13. und der 14. Kompanie traten vor die Geschütze. Von jeder Kompanie traten dann die vorher eingeteilten Rekruten als Vertreter ihrer Kameraden vor und berührten Mit der Linken die waagerecht gehaltenen Degen der Offiziere, die Re­kruten der Artillerie legten die linke Hand auf die Geschützrohre. Die Vereidigungsparade und die übrigen Einheiten standen auf Kommando des Kommandeurs des Jnf.-Rgts. 116, Oberstleutnant Herrlein, still, die Offiziere grüßten durch Handanlegen . Alle Rekruten erhoben die rechte Hand zum Schwur. Nunmehr sprach der Regimentsadjutant des Jnf.-Rgts. 116, Ober­leutnant Dreher, den Fahneneid laut und lang­sam vor, die zu vereidigenden Rekruten sprachen den Eid nach.

Nach der Eidesleistung traten die vorgetretenen Rekruten bei ihren Einheiten wieder ein, und nun­mehr ließ der Führer der Vereidigungsparade prä­sentieren. Dann sprach

Generalleutnant Oßwald

In dieser feierlichen Stunde gedenken wir Sol­daten des Führers und Obersten Be­fehlshabers der Wehrmacht und unse­res Reiches und Volkes, denen wir unver­brüchliche Hingabe und Treue, im Frieden und im Kriege, im Leben und im Sterben, geloben wir mit dem Ruf:

Der Führer, unser Oberster Befehlshaber, und unser Volk und Vaterland, Sieg-Heil!

Mächtig klang der Gruß an den Führer über das weite Aufmarschgelände, begeistert reckten die Zu­schauer die Arme zum deutschen Gruß, während das Musikkorps die Nationalhymnen spielte.

Der Vorbeimarsch.

Anschließend stellten sich die Truppen in dem be­fohlenen Raume zum Vorbeimarsch vor dem Di­visionskommandeur bereit. Das Musikkorps an der Spitze setzte sich die lange Kolonne in Bewegung. Gegenüber dem Standortältesten schwenkte die im Exerzierschritt oorbeikommende Musik ein. Nun­mehr zog, ebenfalls im Exerzierschritt, die Vereidi­gungsparade an dem Divisionskommandeur vorbei. Dann marschierten die Rekruten unter Führung ihrer Kompanie- bzw. Batterie-Chefs im Gleich­schritt mitAugen rechts!" vor dem Standortälte­sten vorüber. Während des Vorbeimarsches standen der Regiments- und die Bataillonskommandeure des Jnf.-Regts. 116 rechts, der Abteilungskommandeur der III. Abtlg. Art.-Regt. 9 links vom Standort­ältesten. Nach dem Vorbeimarsch rückten die Truppen in ihre Unterkünfte ein.

Nach der Feier war für die Soldaten dienstfrei. Der Nachmittag des heutigen Tages soll dazu benutzt werden, den Rekruten den Standort Gießen und seine nähere Umgebung zu zeigen.

h e i t e n für kommende Tage schafft. Sicherheiten für das Alter, in dem Armut und Hilflosigkeit bit­ter wehe tun. Sicherheiten für die Familie, die durch frühen Tod ihres Ernährers vielleicht plötzlich beraubt wird. Banken und Sparkassen geben mit Zins und Zinseszins zurück, was ihnen an Kapital anoertraut wurde. Die Lebensver­sicherung zahlt, wenn der Tod den Versicherten aus der Vollkraft seines Schaffens reißt, schon nach wenigen Monaten Zugehörigkeit zur Versiche­rung die volle, vereinbarte Versicherungssumme. Auch hier ist es Sache der Frau, des häuslichen Sparkommissars, mit dem Mann gemeinsam durch sparsame Wirtschaftsführung die Aufbringung der Versicherungssumme zu ermöglichen.

Vieles, vieles würde schon durch vernünftige Wirtschaftsweise erspart, lieber 11 Milliarden Spargelder sammelten die Sparkassen an, über 21 Milliarden die Lebensversicherungsgesellschaften. Aber mehr, immer mehr noch soll gespart werden, und zwar mit Freude gespart werden, denn Sparen ist ein ethisches Gesetz, ein Gesetz gesunder Selbsterhaltung. Ersparte Gelder entheben unsere Kinder, entheben den Staat der Sorge für uns in unseren alten Tagen, entheben uns der Schwere des Gnadenbrotes. Sparen ist aber auch ein natio­nales Gesetz, denn die Gelder der Sparkassen, Ban­ken und Versicherungen, die in Hypotheken, Grund­besitz und Wertpapiere angelegt sind, schaffen Ar­beit und Brot für so viele, die bisher noch abseits vom Arbeitsleben stehen mußten. Ihnen durch un­sere sinnvolle Haushaltführung zur Arbeit zu ver­helfen, heißt das Gebot des Gemeinnutzes er­füllen. Dabei wollen wir Frauen auch weiter tätig

die heute noch besteht und die Schlachtviehversiche­rung. Von 1892 bis 1904 gehörte er ferner der Stadtverordnetenversammlung und eben so lange dem Evangelischen Gesamtkirchenoorstand an. Her­vorragend betätigte sich Ludwig Pirr im Turnver­ein 1846 Gießen, dem er viele Jahre als erster Sprecher diente.

Der Sohn des verdienten Mannes übernahm nach dem Tode seines Vaters, im Jahre 1904, das Geschäft, das er bis heute nach den Grundsätzen seines Vaters fortführt. Karl Pirr folgte seinem Vater nachdem in den Jahren von 1904 bis 1927 Metzgermeister Sack das Amt des Ober­meisters innehatte in diesem Amt von 1927 bis heute nach. Seit dem Jahre 1875 gehört die Fa­milie Pirr zum Stamm der treuen Leser des Gie­ßener Anzeigers.

Komponist Paul Buchwald 60 Jahre alt.

Der in weiten Kreisen bekannte Gießener Kom- vonist Paul B u ch w a l d kann am nächsten Sonntag feinen 60. Geburtstag feiern. Zahlreiche seiner Kom­positionen sind in Gießen und über die Mauern unse­rer Stadt hinaus bekannt geworden. Unter Stabs­musikmeister Ernst Krause wurden hier zwei Märsche von Paul Buchwald uraufgeführt, von ihm stammt das am Tage der Oberhessischen SA. in Gießen aufgeführte MarschliedImmer mar­schieren, nimmer verlieren", ebenso noch manche andere Kompositionen. Eine Anzahl seine Kompo­sitionen ist auch durch den Rundfunk in breitere Kreise gedrungen. Demnächst werden seineSonn-

Kaust, was der deutsche Boden bietet!

Ein Aufruf des Reichsnährstandes.

DNB. Der Reichsnährstand erläßt an die Hausfrauen folgenden Aufruf:

Denkt daran, daß Ihr in erster Linie immer die Speisen aus Euren Speisezettel seht, die jahreszeitlich bedingt sind, die die deutsche eigene nationale Produktion im Augenblick hervorbringt." Diese Worte aus dem eindringlichen Appell Hermann Görings in seiner mitreißenden Sportpalast-Rede wenden sich an die deutschen Hausfrauen, denen bei der Ueberbrückung von Versorgungs­schwierigkeiten die bedeutendste Aufgabe zufällt. Wennjede Hausfrau mit- hilst, das zu verwenden, was der Tag bringt, werden wir auch über kleine Einschränkungen Hinwegkommen.

In diesen Wochen hat uns der deutsche Boden in reicher Fülle den kohl beschert, der schon in dem Speisezettel unserer Rlütter eine vorherrschende Stellung einnahm, und der auch heute wieder geeignet ist, unsere Ernährung vielgestaltig zu machen und unsere Versorgung sicherzustellen. Zeht ist es Zeit, sich von dieser reichlich angeborenen Feldsrucht Vorräte hinzulegen, die in den gemüsearmen Wintermonaten den Küchenzettel abwechslungsreich gestalten. 3m Herbst und Winter ist der kohl eine der wichtigsten, wertvollsten und billigsten Vitaminquellen, die der deutsche Boden uns schenkt. Ruht diesen Erntesegen aus, solange noch reichliche Vorräte vorhanden sind und deckt Euch ein mit dem, was der deutsche Bauer und Landwirt für Luch geerntet hat.

Aus der Provinzialhauptstadt.

Gicherheiisfanatiker."

Unsere häuslichen Sparkommissare am Nationalen Spartag.

Man sagt, wir Frauen seien Sicherheitsfanatiker. Man sagt es und meint damit etwas spöttisch, daß uns allein der Spatz in der Hand etwas gilt. An­schaulicher ausgedrückt, wir schätzten nur den Lie­besschwur, dem die Ehe folgt, nur das Häuschen, das uns wirklich zu eigen ist, nur den Haushalts­etat, der pünktlich am Monatserften in vereinbar­ter Höhe aufgefüllt wird. Man (in brefem Falle meist der Mann) spricht meistens etwas hämisch von diesem unserem Sicherheitsfanatismus und fühlt doch, daß wir mit unserer Einstellung der w i r k l i ch k e i ts n ä h e r e Teil im Leben sind.

Knaben träumen vom großen Abenteuer. Lesen auch heute noch Karl May. Kaufen heimlich von ihrem Taschengeld die Bücher vom großen Sioux- tnbianer. Auch Mäbchen haben ihre Träume vom Glück. Immer noch hängt es unb heute erst recht wieber unwiderruflich zusammen mit bem H a m st e r k a st e n" unb ber Sparbüchse. Sie ist nicht mehr wie in wohlhabenberen Zeiten bes 18. unb 19. Jahrhunderts aus Delfter Porzellan ober Silber. Sie trägt auch keine so sinnvollen In­schriften mehr wie zu Großmutters Tagen, wo in großen Lettern auf ber Büchse ftanb:Mit Gebulb unb Zeit roirbs Maulbeerblatt zum Atlaskleib". OberSpare, lerne, leiste was, bann hast bu, kannst bu, trift bu was". Aus unscheinbarem Steingut, aus Blech ober Aluminium finb bie Spartöpfe unserer Zeit. Zeitgemäß schlicht unb anspruchslos im Aeuße- ren. Aber ber Grunbgebanke ist berselbe geblieben: Spare in ber Zeit, bann hast bu in ber N o t".

Es gab eine Zeit, sie liegt noch nicht lange zurück, ba war bas Sparen in Mißkrebit gekom­men. Inflationszeit! Das Gelb zerrann in ben Hänben, unb wer es festhielt, verlor baran von Tag zu Tag. Erfolg: Es würbe alles ausgegeben. Die Stabilisierung kam. Die Mark würbe wieber wertbestänbig. Unb schließlich kehrte auch bas Vertrauen zurück. Das Vertrauen zur Wert- bestänbigkeit bes Gelbes, zur Sparbüchse, zum Sparbuch, zum Sparkonto, zur Versicherung. Die Frauen, burch beren Hänbe ber weitaus größte Teil bes Volkseinkommens geht, hatten wieber ihre Zeit.

Sie finb nun einmal Verehrerinnen ber Sicher­heit. In aller Stille legten sie Reisesparbüchsen an für bie Erholungsreise im nächsten Jahr; be­geisterten sich für Sparkalender unb Sparmeter; so mancher Groschen vom Wirtschaftsgelb roanberte hinein. Kurz unb gut, ihre Spartugenb war wieder geweckt. Sie schenkten Sparbüchsen zur Geburt ihres Patenkindes, zum Geburtstag ihrer Kinder, zur Einsegnung ihrer Töchter, Sparbüchsen mit einem respektablen kleinen Anfangskapital, legten Sparbücher für sich und die Ihrigen an. Heute aibt's schon wieder 22 Millionen Spar­bücher in Deutschland. Jeder dritte Deutsche ver­fügt stolz über solch ein Buch unb empfinbet es als Freubentag, wenn er zur Kasse gehen unb ein­zahlen kann.

Nationaler Spartag 1936. Am heutigen 30. Okto­ber wirb er begangen. Einen Tag im Jahr soll alt unb jung, groß unb klein, Stabt unb Land ganz besonders daran erinnert werden, daß Sparsamkeit, wo nicht Vermögen, so doch Sicher-

mitwirken. Selbst auf die Gefahr hin, etwas ma- litiösSicherheitsfanatiker" genannt zu werden.

L. H.

Dornotizen.

Tageskalender für Freilag.

Stadttheater: 20 bis 23 UhrDon Karlos", Erstaufführung. Gloria-Palast, Seltersweg: Glückskinder". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Drei Mädel um Schubert". AusstellungDas Buch" im Foyer des Stadttheaters. Oberhessi­scher Kunstverein, Turmhaus am Brand: 17 bis 18 Uhr Kunstausstellung von Oelgemälden, Aqua­rellen und Tempera.

Sladtthealer Gießen.

Heute abend findet die Erstaufführung vonDon Carlos", dramatisches Gedicht von Schiller, statt. Die Spielleitung führt Dr. Fr. H e l l m u n d a. G. Bühnenbilder: Karl Löffler. Mitwirkende: Da­men: Birkmann, Gerhardt, Prinz, Stirl; Herren: Frickhoeffer, Geiger, Geißler, v. Geschmeidler, Hub, Kühne, Lindt, Neuhaus, Nieren, Rosenthal, Volck, Walter, Winkel. Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr. Frei­tag-Miete. 7. Vorstellung.

25 Lahre im Dienst der Evangelischen Kirche Gießen.

Am 1. November d. I. sind es 25 Jahre her, seitdem Kirchendiener Karl Kolbe, Gießen, Bleichstraße 42, den Dienst an der Evangelischen Johanneskirche in Gießen versieht. Treue und Pflichterfüllung waren sein Los. Herr Kolbe erfreut sich in weiten Kreisen der Bevölkerung großer Wertschätzung, be­sonders auch bei den alten Soldaten, denen er sich als Kamerad herzlich verbunden weiß.

Eine Neunzigjährige.

Erinnerungen an eine alle oberhessische und Gießener Familie.

Am morgigen Freitag, 31. Oktober, kann Frau Christine Pirr, geb. Kätscher (aus Londorf), Kai­serallee 51, in großer geistiger unb körperlicher Frische ihren 90. Geburtstag feiern. Die hochbe­tagte Frau hatte sieben Kinber geboren, von denen drei noch am Leben sind. Neben ihren zwei Töch­tern und dem Sohne, werden sie fünf Enkel und fünf Urenkel zu ihrem Geburtstag beglückwünschen. Die Jubilarin ist die Witwe des Metzgermeisters Ludwig Pirr, der im Jahre 1904 verstarb, die ihn bei seiner vielseitigen Arbeit im Dienste des Ge­meinwohls lebhaft förderte und unterstützte.

Es ist interessant, bei dieser Gelegenheit an einige Dinge aus der Geschichte der Familie Pirr zu er­innern, die in verschiedener Weise im öffentlichen Leben in Erscheinung trat und noch heute in man­cher Beziehung für bie Allgemeinheit wirkt. Metz­germeister Lubwig Pirr, ber Ehegatte ber Jubi­larin, kam im Jahre 1875 von Großen-Linben nach Gießen unb grünbete eine Metzgerei, bie noch heute besteht und von seinem Sohne Karl Pirr in der Neuen Bäue betrieben wird. Ludwig Pirr war der Gründer der Metzger-Innung Gießen (1886) und dessen langjähriger Obermeister. Das Ver­trauen seiner Kollegen berief ihn auch in den Vorstand des damaligen Bezirksvereins Beide Hessen unb Nassau". Mit seiner fachmännischen Unterstützung entstanb ber Gießener Schlachthof. Er grünbete bie Fleischerinnungskasse,

wenbfeier-Ouverture" unb seinFrühlingswalzer" burch ben Reichssenber Leipzig aufgeführt. Paul B u ch w a l b, ben zu seinem 60. Geburtstag wohl mancher Glückwunsch erreichen wirb, hat sich auch burch bie Vertonung einiger Volkslieber verdient gemacht.

Ortsgruppe Gießeu-Mitte.

Winkerhilfswerk. Kleider- und Wäschesammlung.

Am Freitag, 30. Oktober, ab 8.30 Uhr findet im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Mitte die diesjäh­rige Kleider- und Wäschesammlung für das Winter­hilfswerk statt. Es wird gebeten, bie Kleiber- unb Wäschestücke, evtl, verpackt, zu ber angegebenen Zeit bereitzuhalten. Gebt alles irgenbroie Entbehr­liche für unsere notleibenben Volksgenossen!

Oie Gefolgschaft des Glaubens marschiert."

Am Sonntag, 1. November, werben in allen Dörfern unseres Gaues und der Gaue Koblenz- Trier und Kurhessen die Dorfgemeinschaften ver­sammelt sein, um die aus Gießen übertragene Feierstunde

Die Gefolgschaft des Glaubens marschiert"

zu hören. Die NSG.Kraft durch Freude" be­kundet durch die Inangriffnahme der Volkstums­arbeit erneut ihren Willen, Kulturarbeit zu leisten, die vom Volk verstanden und getragen wird.

H. A. Weber, der Dichter des Dolksstückes Holzappel", berichtet hier überDie Gefolgschaft des Glaubens marschiert" folgendes: Die Feier­stundeDie Gefolgschaft des Glaubens marschiert", ist ein Versuch, in einer knappen Stunde eine ge­schichtliche Entwicklung zu zeigen: das deutsche Wunder der Volkwerbung, Dolkwerdung aus dem tiefsten Sinne dieses Wortes, aus dem gemeinsamen Blut, aus dem gemeinsamen Herz­schlag. Es versteht sich, daß hierfür kein eigentliches dramatisches Geschehen die Form sein konnte. Es galt den Hörer unmittelbar durch das ganz einfache Wort den Aufgaben gegenüberzustellen, ihn gleich­sam in direkter Weise anzureden. Es galt zu zei­gen, welche Kraft das Volkstum und die Heimat in sich bergen. Wie aus dem Bewußtwerden beider Freude und Glauben wachsen, Freude an der Ar­beit für das Volk, und Glauben an das ewige Deutschland, Glauben an den Führer und Freude, ihm und mit ihm dem Volke zu dienen.

Als Form, in die diese Gedanken gegossen wer­den sollten, wurden bewußt das Nacheinander und Nebeneinander von Licht, Ton, Wort und Bewe­gung vermieden. Eins geht ins andere über, durch- licht'et sich, überschneidet sich, trifft sich in gesteiger­ten Zusammenklängen, um endlich die Hörer selbst, bie ganze, große Gemeinschaft barfteüenb, in bem gemeinsamen LiebHeilige Fahne" zu umfassen. LandschastsbundVvikstumund Heimat.

Unsere Mitglieber unb ihre Angehörigen werden zu reger Beteiligung an ber Feier st unbe am Sonntag, 1. November, um 10 Uhr, im Gloria-Pa­last aufgeforbert. Eintritt 30 Pf.

Von der Universität.

Von ber Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt:

Lic. habil. Karl Friebrich Euler würbe die Do­zentur für bas Fach altteftamentlicher Wissenschaft

unb Biblische Geschichte bei der Evangelisch-theolo« gischen Fakultät ber Universität Gießen verliehen.

Erbauung eines Lazaretts in Giehen.

Das Kreisamt Gießen veröffentlicht im Amtsver« kündigungsblatt eine Bekanntmachung über die Ein­leitung eines Enteignungsoerfahrens zwecks Erbau­ung eines Lazaretts in Gießen. Für ben Bau die­ses Lazaretts hat der Wehrmachtfiskus, vertreten durch bie Wehrkreisverwaltung IX in Kassel, bie Enteignung einer Reihe von Grunbstücken bean­tragt. Aus Grünben bes öffentlichen Wohls hat der Reichsstatthalter in Hessen Landesregierung das vereinfachte Enteignungsverfahren bei die­sen Grundstücken angeordnet. Die behördlichen Un­terlagen für bie Enteignung liegen vom Freitag, 30. Oktober, bis Donnerstag, 12. November ein­schließlich, im Stabthaus Gießen, Bergstraße, Zim­mer 3, zur Einsichtnahme offen. Zur Verhandlung über ben Plan unb bie Entschäbigung, sowie zur Beschlußfassung über bie Enteignung ist Tagfahrt vor der Lokalkommission auf Freitag, 13. Novem­ber, vormittags 9 Uhr, im Sitzungssaale des Kreis- amtsgebäudes zu Gießen anberaumt worden.

Keine Kundgebung des Jungvolkes.

Wie uns vom Pressereferenten des Jungbannes am gestrigen Donnerstag kurz nach Drucklegung unserer gestrigen Ausgabe mitgeteilt wurde, findet die Kundgebung, die für den heutigen Freitagnach­mittag auf dem Brandplatz angesetzt war, entgegen der gestrigen Veröffentlichung, nicht statt.

** Silberne Hochzeiten. Der Verwal- tungsinfpektor Johannes Bill und Frau Anna, geb. Stein, Stephanstraße 41, konnten am gestri­gen Donnerstag das Fest der silbernen Hochzeit begehen. Am Abend des festlichen Tages wurde dem Jubelpaar eine besondere UeberraJdjung zu­teil. Kameraden des Vereins ehemaliger 116er brachten ihm ein Trompetenständchen. Kamerad Reitz übermittelte bem Paar herzliche Glück­wünsche unb übergab bem Jubilar ein Ehren­geschenk. Der Gärtner Hermann Schab und Frau Ernestine, geb. Büttner, Licher Straße 57, können am heutigen Freitag ebenfalls ihre Silher- Hochzeit begehen. Im Januar dieses Jahres konnte der Jubilar auch auf ein 25jähriges Bestehen seiner am Alten Steinbacher Weg gelegenen Gärtnerei zurückblicken.

* D i e W and er g ew e rb e s ch e inö^und Legitimationskarten für 19 3 7 müssen zur Neuausstellung beantragt werden. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen mit ber Emp­fehlung, ihre Anträge umgehend bei der zustän­digen Behörde vorzulegen.

** Einen großen Erfolg erzielte Frl. Birg. H ü 11 e n b e r g e r bei der Zucht- und Melde­hundeprüfung in Marburg. Die deutsche Schäfer­hündinAlma vom Lahnhof", Besitzer Konrad R ü b s a m e n, erhielt bie nur einmal vergebene Höchstbewertungvorzüglich".

** U n f a 11. Der 63 Jahre alte Jnvalibe Johannes Hoßfelb, Rittergasse 23, ber bei einem Verkehrs­unfall in ber Bahnhofstraße zu Schaben kam, erlitt eine schwere Gehirnerschütterung sowie Prellungen und Hautabschürfungen. Der bedauernswerte Mann mußte durch die Sanitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz in die Chirurgische Klinik gebracht werden.

** Vom Westerwaldverein, Ortsgruppe Gießen, wird uns leider verspätet folgendes berichtet: War doch am Sonntag, 18. Oktober, unsere herrliche Herstwanderung zum StaufenbergHeid- königFriedelhausen reich an Erlebnissen. U. a. das seltene Erlebnis, um 10.30 Uhr einen Fuchs in einem Wiesenwinkel im Walde auf ber Mäusejagd anzutreffen. Nur hatten wir es starkem Gegenwind zu verdanken, daß uns der sonst so schlaue Fuchs nicht witterte, so daß wir seinem Spiel in etwa 15 Meter Entfernung zusehen konnten. Vergangenen Sonntag ging unser Weg nach Krofdorf. Hier wurde gefrühstückt, mittlerweile klärte sich das Wetter auf. Wir marschierten bald in Richtung Fellingshausen weiter. Herrlichen Blick rückwärts auf unsere Hei­matfluren, sowie vor uns majestätisch ber Dünsberg im Spiel der Sonne. Hinzu feierlicher Glockenton, so daß die Natur im Herbstkleibe ein besonberes Gepräge erhielt. Nach Fellingshausen beginnt nun ber Aufstieg. Viel Spaß macht es uns, schon 12.30 Uhr auf bem Dünsberg zu landen. Kurze Rast, und wir nehmen bann vom Turme Ausschau. Unser Blick schweift bis zum Vogelsberg unb ben Aus­läufern des Westerwalbes, Taunus ufm. Anschlie­ßend nehmen wir unfern Mittagsschmaus ein und bleiben noch einige Zeit bet Erzählen, Singen, so­wie Sport, oben. Gegen 16 Uhr treten wir den Heimmarsch an. Dieser geht dem schwarzen Kreis nach bergab. Viel Spaß unserer Alten, die wieder beispiellose körperliche Opfer bringen müssen, Dpa Mandler mit seinen 76 Jahren meinte:Ach, das macht mer nigs aus." Unser Weg geht auf Rod- heim zu. Allmählich kommt die Nacht, und vor uns schimmert der Vetzberg, Gleiberg und in ber Ferne bas Blinklicht des Felbberges. Gegen 19 Uhr kom­men wir im Heimatstädtchen an.

Neue Landkrastpost ab Butzbach.

Am 1. November wirb in Butzbach (Ober­hessen) eine neue Landkraftpost ben Betrieb auf- nehmen. Sie wirb über Gambach, Oberhörgern, Münzenberg, Rockenberg, Oppershofen, Griedel, Butzbach, Hausen, Espa, Weiperfelden, Branbobern- borf, Cleeberg, Oberkleen, Ebersgöns, Doknholz- haufen, Niederkleen, Pohlgöns und zurück nach Butzbach verkehren. In Haufen, Espa und Weiper­felden werden Poststellen eingerichtet.

Mit den Poststellen sind öffentliche Fernsprech­stellen verbundm. Die Poststellen haben die Eiaen- schaft einer Postanstalt im Sinne des § 1 des Reichs­postgesetzes vom 28. Oktober 1871 unb einer Tele- graphenanstalt im Sinne ber Telegraphenordnung mit ber Befugnis ber Annahme unb Ausgabe von Postsendungen aller Art und von Telegrammen. Sie nehmen Bestellungen auf die durch die Post zu beziehenden Zeitungen an und zahlen für ihren Zustellbereich die Renten aus. Im Briefverkehr gelten die Ortsgebühren nur innerhalb bes eigenen Zustellbereichs der Poststellen. Im übrigen gilt die Ferngebühr.

Soweit die genannten Orte anderen Landkraft- poftgebieten zugeteilt waren, werden sie von diesen abgezweigt.

Sämtliche Postagenturen und Poststellen werden dem Postamt Butzbach, das als ßeitpoftamt gilt, unterstellt unb erhalten den Namen des Leitpost« omts als zusätzliche Bezeichnung in der Form: (Ortsname) über Butzbach (Oberhessen).

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