HMer-Llrlauber erleben Oberhessen
bändigen liehen.
bei
Heiliges Pfingstfest.
Bon Propst Knodt.
Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung e. V Ortsgruppe Gießen.
Neue Sprechstunden der Gauwattung der Deutschen Arbeitsfront.
NSG. Ab 1. Juni 1936 sind die Sprechstunden der (Baumaltung der DAF. im Hause der Arbeit neu festgesetzt:
a) Re'chtsberatung: Montag, Mittwoch und Freitag von 13.30 bis 16 Uhr.
b) Alle anderen Dienststellen haben Sprechstunden: Montag und Freitag von 9 bis 12 Uhr, Mittwoch von 14 bis 16 Uhr.
Außerhalb dieser festgelegten Sprechstunden kann eine Abfertigung nur in ganz dringenden Fällen erfolgen.
inzwischen weiter von aufsteigenden Säften und gewaltigen Naturkräften, die sich selbst durch zolldicke Taue (gemeint war die Wäscheleine) nicht ........ H. S.
Wenn Ostern Durchbruch war — Rhein Schaffhausen, so ist Pfingsten Glanz und Fülle — Rhein im Rheingau. Wir spüren, daß ein verschwenderischer Taumel die ganze Schöpfung ergriffen hat; man meint, sie wolle sich tot grünen und blühen. Und gesteh's nur, lieber Leser, wer du auch seist: an diesem leidenschaftlichen Blühen und Sich-Verströmen möchtest auch du teilhaben. Du bist dein kleines enges Philisterdasein müd, in dem immer mit allem gespart und gegeizt werden muß — nicht bloß mit Geld, sondern auch mit der Freude und dem Leben überhaupt. Du möchtest auch
blauer Streifen in der wagerechten Richtung ver- läuft. In der Mitte erscheint — in einer aus ver- schlungenem Linienwerk zusammengesetzten zwei- farbigen Rosette — ein Hakenkreuz. Im unteren Teil befindet sich der Kennbuchstabe. Sie rechte Seite der Rote zeigt — in Stahldruck — auf breiter Zierleiste, von reichem Netzlinienwerk umgeben, das Kopfbildnis Justus Liebigs m dunkelblauer Farbe. Rechts oben ist, wie unten auf dem Schau- ranb, die Wertzahl „100" angebracht. In der Mitte der Note steht — ebenfalls in dunkelblauem Stahl- druck — folgende Beschriftung in deutschen Buch- staben: „Reichsbanknote Hundert Reichsmark Aus- gegeben auf Grund des Bankgesetzes vom 30. Au- guft 1924."
Außerordentlich stark waren ihre Eindrücke, die , sie am Samstag, 23. Mai, auf der Fahrt von Bad Salzhausen unter Führung von Bürgermeister Philippi (Nidda) zur Reich sn ah r- ; stands-Ausstellung in Frankfurt a.M. gewannen. Dieses Erlebnis hatten sie m ihre Erwartungen gar nicht eingestellt, und um so fremn- ger waren sie überrascht von dieser schönen Bereicherung ihrer Urlaubszeit. Sie hatten die Möglichkeit, die große Schau des Reichsnährstands in allen Teilen zu besichtigen. Da an diesem Tage auch das Luftschiff „Hindenburg" in dem Weltflughafen bei Frankfurt lag, nahmen die Urlauber die Gelegenheit wahr, durch eine Abordnung den Luftschiffkapitän Lehmann um die Erlaubnis zur Besichtigung des Luftschiffes zu bitten. Diese Erlaubnis wurde für sechs Kameraden erteilt, die unter den 31 Köpfen der Urlauberkameradschaft ausgelost wurden. Während diese sechs das Luftschiff besuchten, verbrachten die übrigen die Zeit beim Frankfurter Appelwein, der für sie etwas Neues war und ihnen zusammen mit der Gemütlichkeit einer Appelweinstube reiche Freude bereitete. Erst spät am Abend wurde die Rückfahrt nach der Ur-
zu krank oder zu müd — oder zu klar und zu reif! , Pfingsten aber bedeutet das Geschenk der Lebens- , fülle für alle Lebensalter und alle Verhältnisse —- und vor allem für die Mühseligen und Beladenen!
Es muß aber, wenn wir ein wirkliches Pfingsten erleben wollen, zweierlei ganz ernst und tief bedacht werden. Erstlich: Es handelt sich beim Heiligen Geist, den wir im III. Artikel des christlichen Glaubens bekennen, nicht um irgendwelche Begeisterung menschlicher Art! Man braucht dabei noch gar nicht an berauschende Getränke zu denken, man denke auch an die edle Begeisterung für eine ideale Sache. Das alles kommt aus dem Menschen, darum hat solche Begeisterung auch das Schicksal, daß sie mit dem Menschen schwankt und mit dem Menschen fällt. Der Heilige Geist hat damit nichts zu tun: er kommt nicht aus dem Menschengeist, sondern er kommt, wie das natürliche geschöpsliche Leben, von Gott her und aus Gottes freiem Willen. Der Heilige Geist ist die unbegreifliche Kraft, die von Gott her, oft gegen den eignen Willen des Menschen, über den Menschen kommt, ihn zwingt, Christus lieb zu haben und die Treue zu ihm, ja das Leiden für ihn, als größtes Glück des Lebens anzusehen. Diesen Heiligen Geist kann man mit allem himmelhohen Idealismus nicht an sich reißen, er i ft ein Geschenk an die, welche auf ihn warten.
Und damit ist ein Zweites deutlich. Wie der Wein nicht ohne Gesäß gefaßt werden kann, so der Heilige Gei st nich Lohne die Kirche! Wie der irdische Wein, sei er noch so edles Gold, in rohen Eichenfässern gelagert wird, so hat es Gott gefallen, den Wein des Heiligen Geistes zu fassen und zu lagern in das irdische und hölzerne Gesäß, das man Kirche heißt. Wohlgemerkt: Nicht den erlesensten, hochgezüchteten Vertretern edelsten Blutes und Geistes etwa ist der Heilige Geist ver- heißen und verliehen, sondern den Getauften, die nichts anderes wissen und begehren, als einzu- tauchen in die unergründliche Gottesliebe, die sich im Christus offenbart! Das gefällt dem Stolz des natürlichen Menschen nicht und soll ihm auch nicht gefallen! Und der natürliche Mensch kann ja auch solche christliche Offenbarung ablehnen. Er soll aber wissen, daß dies Christentum ist und nichts anderes: der Heilige Geist ist an die Kirche gebunden, d. h. an irrende arme sündige Menschen. Und er
ende in der Hand kletterte er auf einen überhängenden Ast des Baumes, zog die Zeltspitze hoch und machte das Seil fest. Jede feiner Bewegungen war dabei von einer sakralen Feierlichkeit, wie die eines original-indianischen Medizinmannes. Don oben herab gab er uns dann Anweisungen, wie wir das Zelt spannen und die Häringe einschlagen sollten. — Dann stand das Zelt. Als Heino von feinem Ast heruntersprang, reckte sich der Ast wieder in die Höhe, zog die Zeltspitze dabei noch weiter nach und straffte die Zeltbahnen. — Ein so anständig gespanntes Zelt hatten wir lange nicht gehabt.
Platz war in dem „Tipi" beinah für eine ganze Kameradschaft. Und als es in der Nacht zu regnen anfing und kein Tropfen durch die straffgespannten Zeltbahnen drang, als der Regen darauf herumtrommelte, wäre es beinahe gemütlich geworden — wenn es eben nicht von Zeit zu Zeit unheimliche Geräusche gegeben hätte. Ein langgezogenes „bäng- bäng", wie die Saiten einer Hawai-Gitarre, fangen die Wände. Heino tröstete uns: Spuk gäbe es in unserem aufgeklärten Zeitalter überhaupt nicht mehr, alle Dinge hätten einen natürlichen Ursprung. Die „singende Zeltbahn" ließe sich so erklären: durch den Regen fliegen neue Säfte in den Baum und in den Ast, der unsere Zeltspitze hielt. Dadurch reckt sich der Ast und spannte unser Zelt nur noch straffer; daher kämen die singenden Töne. Das Zelt aber würde nur noch wasserdichter. Das hätten die alten Irokesen schon in ihrer unverbildeten Intelligenz erkannt und sich zunutze gemacht.
Plötzlich fang es noch einmal „bäng" und bann klatschte das Zelt über uns zusammen. Während Heino noch über steigende Säfte und die Intelligenz der alten Irokesen dozierte, war seine morsche Wäscheleine gerissen. — Hardi holte seine „für alle Fälle" mitgebrachten und schon bereitgelegten Zelt- ftäbe aus Der Ecke und wir richteten mit vereinten Kräften das Zelt wieder auf. Heino aber erzählte
Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Es dürfte wohl der Wunsch aller sein, Pfingsten, das Fest der Freude, das man in der Natur ober auch zu Hause in festlicher Stimmung verlebt, auch roh und festlich zu beschließen. Einen schönen Ab- chluß der Pfingstseiertage bietet ein Besuch der letzten Vorstellung der Spielzeit im Stadttheater am Pfingstmontag, 1. Juni. Shakespeares heiter beschwingte Komödie „Ende gut, alles gut", deren Erstaufführung in Gießen ein großer Erfolg war, geht unter der Spielleitung von Intendant Hermann Schultze-Griesheim von 19 bis 21.30 Uhr zum letztenmal in Szene. Diese letzte Vorstellung ist auch gleichzeitig Abschiedsvorstellung von Hans von S p a 11 a r t in der Rolle des Parolles. Kleine Preise.
Oienstjubiiäum in der Neichsjustizverwaitung.
Glückwunsch des Führers.
Der Juftizinspektor bei dem Landgericht Gießen Wilhelm Ritter blickt am 1. Juni 1936 auf eine 41jährige Dienstzeit zurück. Aus diesem Anlaß hat ihm der Führer und Reichskanzler seine besten Wünsche ausgesprochen und damit seinen Dcmk und feine Anerkennung für die dem Reich geleisteten treuen Dienste verbunden.
Verwendung von Ahnenpässen zum Nachweis der Abstammung.
Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — hat an alle unterstellten Behörden, Gemeinden, Gemeindeoerbände und sonstigen Körper-
desämter und Kirchenbuchführer bedarf. Das mit der Einführung des Ahnenpasses erstrebte Ziel hat ich nach einer Verfügung des Reichs- und Preußi- chen Ministers des Innern jedoch bisher nicht in vollem Umfange erreichen lassen, weil wiederholt trotz Vorlage des Ahnenpasses die Beibringung von Originalurkunden verlangt worden ist.
Der Ahnenpaß enthält alle Angaben, die Inhalt der Urkunden sind, welche zum Nachweis der Ab- tammung vorgelegt werden müssen. Die Verwendung des' Ahnenpasses ist daher selbst in den Fällen möglich, in denen die Gesetze, z. B. die Erste Verordnung zur Durchführung des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums, die Richtlinien zu § la Abs. 3 des RBG. usw., vorsehen, daß der Nachweis der Abstammung durch Vorlegung von Geburtsurkunden, Heiratsurkunden der Eltern usw. zu erbringen ist. Bedenken gegen die zuverlässige und gewissenhafte Ausstellung des Ahnenpasses bestehen nicht, da zur Bescheinigung von Eintragungen im Ahnenpaß nur die Standesbeamten und die Kirchenbuchführer für zuständig erklärt worden sind, die im übrigen auch sonst zur Ausstellung der Auszüge aus den Registern und Kirchenbüchern berufen sind.
Daß der Inhaber des Ahnenpasses diesen für den Nachweis der Abstammung mehreren Stellen gegenüber vorlegen kann, empfehle ich allen Dienststellen, die mit der Nachprüfung der arischen Abstammung von Personen befaßt sind, an Stelle der sonst vorgeschriebenen Urkunden einen vorgelegten einwandfreien Ahnenpaß als ausreichend zum Nachweis der arischen Abstammung anzuerkennen. In solchen Fällen ist es jedoch erforderlich, vor Rückgabe des Ahnenpasses in den Akten einen Vermerk über die Vorlage aufzunehmen, aus dem sich ergibt, daß die Abstammung einwandfrei nachgewiesen ist.
Die Sprechstunden für Arbeitsbeschaffung für die Ortsgruppe Gießen und die ihr angeschlossenen Stützpunkte sind von jetzt ab nur noch Freitags von 15 bis 17 Uhr.
Polizeibericht.
Aus einem Garten der Schillerstraße wurden 2 Stallhasen (Hase und Häsin) von blauweißer Farbe — Holländer — gestohlen. Die Tiere tragen an den Ohren die Tätowierung H 35.5. 22 — 5. 5. 21. Sachdienliche Mitteilungen, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, erbittet die Kriminalpolizeistelle.
Am 1. Mai ist im Restaurant „Hessischer Hof" ein silberner Armreif auf der Toilette versehentlich zurückgelassen worden. Eine Dame soll den Armreif an sich genommen haben und zur Abgabe beim Wirt aufgefordert worden sein. Wer hierüber Auskunft geben kann, insbesondere eine Dame soll hierfür in Frage kommen, wird gebeten, bei der Kriminalpolizeistelle vorzusprechen. Wunschgemäße vertrauliche Behandlung wird zugesichert.
Liedertag des OSB.
SBK. Am Sonntag, 28. Juni, findet, wie alljährlich, der Liedertag des Deutschen Sängerbundes statt, an dem alle deutschen Gesangvereine in Stadt und Land im Freien, in Parks und auf Plätzen Volkslieder fingen, um so mit dazu beizutragen, das Volkslied wieder unter das Volk zu bringen. Auch in diesem Jahre wird der Deutsche Sängerbund, von dem der Liedertag ausgeht, ein besonderes Liedblatt herausbringen, das eine Reihe bekannter und unbekannter Lieder zum Mitsingen enthält. Die deutschen Gesangvereine werden nämlich nicht nur mehrstimmige Chöre singen und so ein Konzert im Freien veranstalten, sondern auÄ mit den Hörern gemeinsam singen. Erst dadurch wird der Zweck des Liedertages voll erreicht, indem die Zuhörer selbst, mit Unterstützung des Gesangvereins als Kernchor, Lieder erarbeiten. Das Liedblatt enthält folgende Lieder: „Wacht auf, ihr schönen Vogelein", „Kommt, ihr G'spiekr", *3®
schäften des öffentlichen Rechts die nachstehende Verfügung erlassen:
In seinem Runderlaß vom 26. Januar 1935 — IL 22/236 II — (MBliv. S. 163) hat der Reichsund Preußische Minister des Innern zum Nachweis der arischen Abstammung die Verwendung von Ahnenpässen empfohlen. Diese Anordnung bezweckte in den Fällen, in denen der Nachweis der deutsch- blütigen Abstammung von ein und derselben Person gegenüber verschiedenen Stellen geführt werden muß, eine überflüssige und auf die Dauer untragbare Belastung der Standesbeamten und Kirchenbuchführer auszuschließen, die sich aus der andernfalls vielfach notwendigen mehrfachen Anforderung derselben Urkunden ergeben hätte. Demgegenüber gestattet der Ahnenpaß, der alle für den Nachweis der Abstammung erforderlichen Angaben enthält, die Führung des Abstammungsnachweises gegenüber mehreren Stellen, ohne daß es in jedem Falle einer erneuten Inanspruchnahme der Stan-
Dor vierzehn Tagen, am 16. Mai, trafen in Gießen Urlauber der H i 11 e r - F r e i p l a tz - vende ein, um von hier aus ihre Erholungsstätten in Oberhessen für einen zweiwöchigen Aufenthalt zu erreichen. Die Besucher kamen aus allen deutschen Gauen. Sie wurden in Gießen von der Kreisamtsleitung der NSV., der auch die Betreuung der Urlauber obliegt, und von der SA-Standarte 116 empfangen. Unter den Bäumen auf dem Platze vor dem Standartengebäude wurden die Gäste von der NSV. und der SA-Standarte 116 herzlich begrüßt und danach in ausgiebiger Weife bewirtet. Nach einem kleinen Imbiß mit Tee erhielten die Besucher in der Abendzeit ein kräftiges warmes Essen aus der Feldküche (Erbsensuppe mit Würstchen), ferner wurden sie mit Bier, Zigarren und Zigaretten ausgiebig versorgt. Der Musikzug der Standarte 116 spielte dazu schneidige Märsche und Soldatenlieder, so daß die Zeit des Zwischenaufenthalts in Gießen sehr schnell vorüberging. Am Abend wurden die Urlauber mit den Kraftwagen des NSKK. nach den Orten ihres Urlaubsaufenthaltes in Oberhessen gebracht. Es handelte sich dabei um BadSalzhausen und Bad Selters.
Am heutigen Samstag sind die Urlauber nach ihrem zweiwöchigen Aufenthalt in Oberhessen wieder nach ihrer Heimat zurückgekehrt. Mehrere von den Gästen besuchten uns am gestrigen Freitagmittag auf der Schriftleitung und schilderten uns mit lebhafter Freude ihre starken und schönen Eindrücke während dieser herrlichen Urlaubszeit.
Mit Dankbarkeit gedachten sie zunächst des überaus herzlichen Empfangs in Gießen, wobei sie in gebührender Weise die vorbildliche Fürsorge durch die NSV. und die SA.-Standarte 116 rühmend hervorhoben. Dann erzählten sie von ihrer Fahrt nach den oberhessischen Urlaubsorten und von ihren reichen Erlebnissen dort und bei den verschiedenen Veranstaltungen. Mit Freude hoben sie hervor, daß sie bereits am Tage nach ihrer Ankunft, am Sonntag, 17. Mai, nach dem Abendessen einem Miütär- konzert in Nidda mit anschließendem Tanz beiwohnten und dort herrliche Stunden verlebten, die ihnen noch lange in Erinnerung bleiben werden. Sie hatten weiter Gelegenheit, einer großen Versammlung in Nidda mit dem Reichsredner Münchmeyer beizuwohnen, wobei sie auch mit dem Standartenführer der Standarte 222 und dem Kreisleiter des Kreises Büdingen in kameradschaftlichen Verkehr traten.
laubsheimat angetreten.
Am 27. Mai vereinigte ein Kameradschaftsabend in Bad Salzhausen die Urlauberkameraden in Salzhausen mit denen von Bad Selters, ferner war der Kreisleiter des Kreises Büdingen zugegen. Der Quartierwirt hatte in vortreffliche Weise für Speise und Trank Sorge getragen. Die Musik des Arbeitsdienstlagers Nidda erfreute mit ihren ausgezeichneten Darbietungen. In schönster kameradschaftlicher Gemeinschaft verlebten die Urlauber wiederum herrliche Stunden, die ihnen noch lange in der Erinnerung bleiben werden.
Im übrigen erzählten uns die von reicher Freude erfüllten Urlauber noch von mancherlei frohen Erlebnissen innerhalb ihrer engeren Urlaubsgemeinschaft, bei denen es an mancherlei humorvollen Begebenheiten, gutmütigen Spitznamen usw. nicht gefehlt hat. Alles in allem waren diese Besucher unserer Stadt Gießen und der Provinz Oberhessen von Begeisterung erfüllt von den vielen herrlichen Eindrücken und Erlebnissen, die sie während ihrer zweiwöchigen Urlaubszeit hier gewinnen konnten.
Mit dankbarer Erinnerung an die schöne Zeit ihrer Erholung in Oberhessen durch die Hitler-Frei- platzspende sind sie gestern nach ihren Heimatorten zurückgekehrt.
Wetterführung der Fettverbilligungsmaßnahmen.
DNB. Die von der Reichsregierung zur Verbilligung der Speisefette für die minderbemittelte Bevölkerung getroffenen Maßnahmen werden für die Monate Juli, August und September im bisherigen Umfange fortgeführt. Die nichtoerbrauchten Stammabschnitte sind entsprechend den bisherigen Bestimmungen bis zum 5. bzw. 10. Oktober 1936 zurückzugeben.
Neue Neichsbanknoten zu 1OO NM.
mit dem Datum vom 24. 3uni 1935.
DNB. In den nächsten Tagen werden auf Grund des Bankgesetzes vom 30. August 1924 neue Reichsbanknoten zu 100 RM. in den Verkehr gegeben werden. Sie sind 9 :18 Zentimeter groß und auf leicht bläulich gefärbtem Papier hergestellt. Das Papier zeigt in der Durchsicht, von der Vorderseite aus gesehen, links auf dem Schaurand ein Kopfwasserzeichen (Justus Liebig) und im bedruckten Teil die große Wertzahl „100". Ueber dem rechten Teil des Schaurandes, bis in das Druckbild hineinreichend, läuft ein etwa 2 Zentimeter breiter Streifen mit orangeroten, kupferbraunen und grünen Fasern. Der etwa 4,5 Zentimeter breite Schaurand der Vorderseite ist mit einer das Kopfwasserzeichen umschließenden gemusterten Linksprägung versehen, die die Wertzahl „100" — abwechselnd lesbar und in Spiegelschrift — und den Kontrollstempel enthält. Links unten steht die blaue Wertzahl „100". Das Druckbild der Note ist nach dem Schaurand zu durch eine schmale Zierleiste abgeschlossen. Der Untergrund mit der kleinen Wertzahl „100" ist als Kreuz-Iris so ausgestattet, daß ein blau-grün-blauer Streifen in der senkrechten und ein olau-braun-
Oie Gießener Haushaltssahung für 1936.
Der Oberbürgermeister gibt in einer Bekanntmachung in unserem heutigen Blatte die Haushaltssatzung für das Rechnungsjahr 1936 bekannt. Die Bekanntmachung enthält neben den Schlußsummen des ordentlichen und des außerordentlichen Haushaltsplans die Steuersätze für die Gemeindesteuern. Der Haushaltsplan liegt vom 29. Mai bis 5. Ium im Stadthaus, Bergstraße, zur Einsichtnahme offen. Näheres in der Bekanntmachung.
Oie Skagerrak-Feier
des Marine-Sturmbannes 11/34.
Die zwanzigste Wiederkehr des Tages der ruhmreichen Schlacht am Skagerrak begeht der Marine-Sturmbann 11/34 Gießen in besonders festlicher Weise.
Die Feiern werden eingeleitet durch einen Same- radschaftsabend des Sturmbannes mit Angehörigen und geladenen Gästen am heutigen Samstagabend im CafL Leib.
Der morgige Pfingstsonntag, der vor allem im Zeichen der Grundsteinlegung zum Skagerrak-Platz Gießen steht (siehe unseren Bericht vom 28. Mai), sieht folgende Festfolge vor: 7 Uhr: Großes Wecken unter Mitwirkung des Musikzuges der Manne- Standarte 34, eines Spielmannszuges und Abordnungen der Marine-SA. und der Marine-HI. Der, Marsch geht durch folgende Straßen: Alicenstraße, ' Bahnhofstraße, Marktstraße, Marktplatz, Kirchenplatz, Lindenplatz, Walltorstraße, Hitlerwall, Land- grafenstraße, Kanzleiberg, Sonnenstraße, Seltersweg, Alicenstraße. — 10 Uhr: Kranzniederlegung am Gefallenen-Denkmal auf dem Langraf-Philipp- Platz durch den Führer des Marine-Sturmbannes 11/34, Oberscharführer Mettenheimer. Aufziehen einer Ehrenwache der Marine-SA. und - Marine-HI. am Denkmal. — 10.20 Uhr: Antreten des gesamten Marine-Sturmbannes 11/34 und der Marine-HI., des Ehrensturmes der Standarte 116, der Abordnungen der SS. und des NSKK., der Marine-Kameradschaft Gießen, des Musikzuges und des Spielmannszuges vor dem Bootshaus der Marine-Kameradschaft Gießen, Wißmarer Weg 11. — 10.30 Uhr: Kranzniederlegung am Gefallenendenkmal der Marine-Kameradschaft: Ausziehen einer Ehrenwache der Marine-Kameradschaft. — 10.40 Uhr: Abmarsch sämtlicher angetretener Formationen durch die Ederstraße, Wemerwall, Hitlerwall, Moltkestraße, Kaiserallee zur Pestalozzischule in den Eichgärten. Dortselbst 11.15 Uhr: Grundsteinlegung zum Skagerrak-Platz durch den Führer des Manne- Sturmbannes 11/34, Oberscharführer Metten- Heimer; Ansprache des Oberbürgermeisters der Stadt Gießen, Ritter. Versenkung der Urkunde, die in eine englische Kartusche eingelötet ist, die aus der Skagerrakschlacht stammt und von dem Führer des Marine-Sturmes Bad-Nauheim, Scharführer Brückmann, gestiftet wurde. Die Hammerschläge werden u. a. von dem Teilnehmer an der Skagerrakschlacht Georg Emrich, Scharführer der Marine-SA. Gießen, ausgeführt. 11.45 Uhr: Abmarsch der Formationen durch die Kaiserallee, Ludwigs- platz, Gartenstraße, Sonnenstraße, Kanzleiberg zum Vorbeimarsch an dem Führer der Brigade 147, Brigadesührer Schmidt. — Einbringen der Fahnen und Abmarsch durch die Brandgasse, Asterweg, Ederstraße zum Bootshaus der Marine-Kameradschaft. Dort um 13 Uhr: Gemeinschaftliches Mittag- ; essen aus der Feldküche; anschließend Ausklang der 1 Feierlichkeiten unter Mitwirkung des Musikzuges ‘ der Marine-Standarte 34 unter Führung des Mu- ' sikzugsührers, Oberscharführer Scheid.
einmal das Leben in seiner ganzen Fülle schmecken und halten und ganz von ihm erfüllt und durchströmt fein.
Wenn du mir das zugibst und sagst: Ja, so ist es, dann bist du in der richtigen Verfassung, um Pfingsten zu erleben. Pfingsten, das wirkliche christliche Fest der Pfingsten kann nämlich nur von Menschen erlebt werden, die sich bewußt sind, daß sie das wahre Leben noch nicht haben und die darum sehnsüchtig auf es warten. Gesteh es nur: Das wundert dich! Denn unter dem Heiligen Geist, um den die Christenheit an Pfingsten bittet, denkst du dir so etwas recht Enges, Strenges und Freuden- seindliches, so recht das Gegenteil von dem, was du ersehnst. Kein Wunder, daß du ihn dir so vorstellst, denn so malt man ihn dir ja bei den Christus- aegnern als Schreckgespenst vor. Und überdies: Wir sind ja auch selber in der Tat meist so enge und muffige Christen, daß du weder an dir selber, noch an uns andern gewähr werden kannst, was der Heilige Geist für eine lebendige Kraft ist. Die Pfingstgeschichte von der Geburt der christlichen Kirche, wie du sie am Pfingstfest im Gottesdienst horst, die läßt uns aber erkennen, daß der Heilige Geist eine gewaltige Kraft ist, wie sie nur mit dem Brausen des Sturmes und dem Lodern des Blitzes verglichen werden kann. Wie ein mächtiger Rausch tarn es über die nüchterne und schüchterne Jüngerschar; und so urmächtig gab sich nach außen kund, was über sie gekommen war, daß die versammelte Menge, die ja immer nur nach sich selber urteilt, an nichts anderes denken konnte, als an wirkliche alkoholische Trunkenheit. An diesem gewaltigen Kraftstrom mußt du Anteil gewinnen, wenn du Hunger nach Leben hast! Denn für das bloße naturhafte Zeugen und Vergehen da draußen um dich herum bist du ja vielleicht schon zu alt oder
soll nicht so tun, der natürliche Mensch, als wäre Christentum etwa die höchste Vollkommenheit in allerlei menschlichen und völkischen Tugenden. Die haben ihren Wert in sich, aber die christliche Offenbarung besteht unabhängig von dem allem. Sie ist, was Pfingsten betrifft, für deutsche Menschen ein für allemal von Dr. Martin Luther so festgelegt: „Ich glaube, daß ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesus Christus meinen Herrn glauben oder zu ihm kommen kann; sondern der Heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben geheiligt und erhalten, gleichwie er die ganze Christenheit auf Erden beruft, erleuchtet, sammelt, heiligt und bei Jesus Christus erhält im rechten einigen Glauben!“. — Dabei muß und soll es verbleiben!
Dornotizen.
Tageskalender für Samstag.
Gloria-Palast, Seltersweg: „Wenn der Hahn kräht". — Lichtspielhaus, Bahnhofitraße: „Anna Karenina". —
Tageskalender für Pfingstsonntag.
Gloria-Palast, Seltersweg: „Wenn der Hahn kräht." — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Anna Karenina". —
Tageskalender für Pfingstmontag.
Stadttheater: 19 bis 21.30 Uhr „Ende gut, alles gut". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Abenteurer von Paris". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Anna Karenina". —
Stadttheater Gießen.


