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Nr.W sechster Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhellen)Donnerstag, ZV.April 1936

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Geistige Arbeit im Dienste -es Volkes

Der Künstler Schöpfer und Handwerker zugleich.

dert. Daher kann auch

Der Kaufmann an der Rechenmaschine.

Dozent und Studentenschaft Arbeitsgemeinschaft des Geistes.

Die Laborantin, treue Helferin der Wissenschaft und der Volksgemeinschaft.

Wenn das Alltagswerk getan ist, sehnt sich der schaffende Mensch nach Erholung und Ruhe, um neue Kraft zu sammeln für die Arbeit des folgenden Tages. Bei der schönen Feierabendgestaltung tritt wiederum der geistige Arbeiter in den Vordergrund. Der Schauspieler, der Sänger, der Musiker, der Dichter, sie alle sind schaffende Kräfte, die uns mit ihrer Kunst über das Ringen des Alltags erheben. Wie gern verweilen wir z. B. in unferm Stadt­theater, um hier die darstellende Kunst auf uns wir­ken zu lassen. Welche genußreichen Stunden bereiten uns die gehaltvollen Werke unserer großen Kompo­nisten in der prächtigen künstlerischen Wiedergabe, die wir in unseren Konzertstätten zu hören gewohnt sind. Mit unendlichem Fleiß und mit begeisternder Liebe zur Kunst setzen sich die geistig schaffenden Volksgenossen unseres Theaters und unserer Kon­zerte für das volle Gelingen ihrer künstlerischen Ar­beit ein. Und da ist es für sie immer wieder em An­

allen Zeiten, früher leider nur nicht anerkannt, so i st es heute und so wird und muß es zum Wohl unserer deutschen Volksgemeinschaft in aller Zu­kunft bleiben.

gutem Grund den An­spruch erheben, in der Reihe der geistig schaffen­den Menschen als voll­wertiges Glied angesehen zu werden.

Unser neues Deutschland kennt zum Glück nicht mehr das üble Schlag­wort vomStehkragen- Proletarier", das in einer früheren Zeit häufig zu hören war, wenn von dem geistig schaffenden Arbei­ter gesprochen wurde. Die­ses 'Wort schloß eine Ge­ringschätzung des geistigen Schaffens in sich, die zu allen Zeiten unberechtigt war. Wie der Führer immer wieder gesagt hat und wie es durch ihn zum Gemeingut der Er­kenntnisse der deutschen Menschen geworden ist gehören die geistige Ar­beit und das Schaffender Faust unlöslich zusam­men, kann keiner ohne den anderen leben; so war es im tatsächlichen Geschehen der Dinge zu

riellen Stoffe des Wirtschaftslebens am Werk. Hier steht auf einem bedeutsamen Posten der Archi­tekt, der Konstrukteur, der Statiker, gleichermaßen geistig aufbauend auch der Künst­ler. Kein Bauwerk kann entstehen ohne die vorher­gehende Tätigkeit des Architekten und in gegebenen Fällen des Statikers; keine Maschine kann ihre Tä­tigkeit beginnen, ohne zuvor in der Geisteswerkstatt des Konstrukteurs in der Planung bis ins kleinste Teilchen entworfen, in den Berechnungen kontrol­liert und schließlich auf dem Prüfstand erprobt zu sein; undSchönheit der Arbeit", wie auch die gei­stigen Annehmlichkeiten des Daseins, die Freuden des Auges und der Seele wären nicht denkbar ohne das Schaffen des Künstlers, sei es in der Gestalt des Bildhauers, des Malers, des Gartenarchitekten oder dergleichen. Nicht selten sieht sich dabei der geistige Arbeiter in einem schweren Ringen mit dem Stoff, ehe er zu der Gestaltung seiner Idee in den Plänen und schließlich zu deren Vollendung gelangen tonn. Und wie jede wohlgelungene Arbeit um ihrer selbst willen den schaffenden Menschen beglücken muß, so ist auch der geistig Schaffende am Zeichenbrett, am Konstruktionstisch, im Atelier des Bildhauers oder des Malers erfreut, wenn ihm der Wurf geglückt ist. Die Anerkennung der Gemeinschaft für sein Werk ist ihm dann der schönste Lohn.

Bedeutsame Arbeit zum Wohle der Volksgemein­schaft wird auch von den geistig schaffenden Men­schen in den Geschäftsstuben des Kaufmanns geleistet. Unsere Zeit kennt allerdings nicht mehr die geruhsamen Schreibstuben des Kaufmanns, wie sie uns in Bildern aus der Zeit der Hansa, oder aus den Jahren vor etwa einem halben Jahrhun­dert gelegentlich vor die Augen kommen. Wir sind heute auch im kaufmännischen Geschäftsverkehr weit hinausgeeilt über das Ausmaß und die Technik des Kaufmanns, die uns Aelteren aus den Jahren der Jahrhundertwende oder etwa bis zum Beginn des großen Krieges noch, in der Erinnerung ist. Im Zeitalter der Blitzgespräche, des Flugzeugs, des Radios, der Schreibmaschinen, der Rechen-

Der Architekt am Zeichenbrett. (Aufnahmen [6]: Neuner, Gießener Anzeiger.)

Der Rundfunk am 1. M.

Berlin, 29. April. (DNB.) Die Reichssendelei­tung führt am Nationalen Feiertag des deutschen Volkes für alle deutschen Sender die Uebertragung folgender Veranstaltungen durch:

8.00 9.20 Uhr: Jugendkundgebung im Berliner Poststadion. Es spricht der Führer. Einleitend nehmen Reichsminister Dr. Goeb­bels und Reichsjugendführer Baldur von S ch i r a ch das Wort.

10.3011.30 Uhr: Festsitzung der Reichs­kulturkammer im Deutschen Opernhaus, Berlin, mit der Verleihung des Buch- und Filmpreises 19 3 6 durch Reichs­minister Dr. Goebbels.

12.0012.30 Uhr: Funkbericht von dem Aufmarsch der Millionen im Lustgarten und in den Auf­marschstraßen.

12.3013.30 Uhr: Staatsakt im Berliner £u ft garten. Es spricht derFüührer. Die Eröffnungsansprache hält Reichsminister Dr. Goebbels. Das Schlußwort spricht Reichs­organisationsleiter Dr. Ley.

22.00 23.00 Uhr: Abendkundgebung im Berliner Lustgarten. Es spricht Ministerpräsi­dent Generaloberst Göring.

Die deutschen Sender bringen an diesem Tage ein großes Gemeinschafts-Programm, das durch festlich-heitere Darbietungen dem Feiertag des deutschen Volkes Rechnung trägt. Lediglich für die Zeit von 20.50 bis 21 Uhr hat jeder Sender Funk­berichte von den Maifeiern seines Sendebereiches vorgesehen. Von den Be­triebsfeiern der NSG.Kraft durch Freude" am Samstag und den Ausflügen und Fähr­te n der Betriebe am Sonntag werden alle deutschen Sender Uebertragungen und Funkberichte durch­führen.

Freut euch des Lebens."

Berlin, 29. April. (DNB.) Am Donners­tag, 3 0. April, übertragen alle Reichssender mit Ausnahme des Deutschlandsenders den Aufruf des Reichsorganisationsleiters der Deutschen Ar­beitsfront, Dr. Robert Ley, mit dem unter der ParoleFreut euch des Lebens!" die Kraft- durch- Freude -Maifeste im ganzen Reiche eingeleitet werden. Der Aufruf, der von Darbietungen der Werkscharen umrahmt tfV wird von dem Ämtsleiter der NS.-G.Kraft durch Freude", Horst Dreßler-Andreß, verkündet. Mit diesem Aufruf, der überall in Gemeinschatts- empfang gehört wird, beginnen im ganzen Reiche die Kraft-durch-Frellde - Veranstaltungen am Vor­abend des 1. Mai. Nach dem Gemeinschaftsempfang wird die neue Fassung des Liedes Freut euch des Lebens" gesungen.

Freut euch des Lebens, Froh seid zu jeder Stund' hell eure Augen, Lachend der Mund.

Das Leben bringt oft Kampf und Müh'» Doch wär's nicht schöner ohne sie;

Das Leben bringt uns Arbeit viel Dann freut uns Tanz und Spiel.

Freut euch des Lebens, Froh seid zu jeder Stund' hell eure Augen, Lachend der Mund.

Ausschneiden und aufheben

Maschinen hat natürlich die Arbeit des Kaufmanns ein ganz anderes Gesicht erhalten als in der sog. guten alten Zeit". Heute hat der Kaufmann auch eine bedeutsame volkswirtschaftliche Mission im Dienste der Volksgesamtheit zu erfüllen, die ein hohes Maß von beruflichem Können und eine weit­reichende Verantwortung für sein Handeln erfor- ~ ' der Kaufmann heute mit

etwa als Achitekt, Konstrukteur und Künstler, oder als Beamter im öffentlichen Dienst, oder in der Rolle des Sachwalters der materiellen Grundlagen der Arbeit, also des Kaufmanns, zur Erledigung der handelsgeschäftlichen Beziehungen auf dem Ge­biete des Warenverkehrs, des Geldwesens usw., überall als täglicher Organisator der Arbeitsleistun­gen auf allen Gebieten. $

Es ist in einer Universitätsstadt ganz natürlich, daß man bei einer Betrachtung über die geistige Arbeit in unserer Volksgemeinschaft den Blick zuerst aus das Wirken der Wissenschaft lenkt. Es ist uns allen zur Genüge bekannt, daß die deutsche Wissenschaft in der Welt mit Recht einen hohen Ruf genießt. In diesem Ruhmeskranze des Schaffens der deutschen Gelehrten ist unsere Universität Gie­ßen an hervorragender Stelle durch Namen von Weltruf vertreten. In mancherlei Gestalt haben Forschungserkenntnisse und praktisch-wissenschaftliche Arbeitsmethoden zum Segen der Menschheit von Gießen aus ihren Weg in die weite Welt genom­men. Unsere Gießener Universität hat es aber nicht nötig, nur von wissenschaftlichen Großtaten der Ver­gangenheit zu berichten und zu zehren. Die Geistes­arbeit der Gegenwart an unserer Universität kann sich mit Stolz und-mit dem berechtigten Bewußtsein der Gleichwertigkeit in die Front des geistigen Schaffens der gesamten deutschen Hochschulen ein- reihen Wir Gießener wissen wohl alle, daß wir z B mit unseren Universitätskliniken Einrichtungen im Dienste des Volkes wirken sehen, die weithin im Reiche und im Auslande einen hervorragenden Ruf genießen, oder einzigartig im deutschen Va erlande dastehen. Es unterliegt auch keinem Zweifel daß in den übrigen Disziplinen unserer Universität durch die Ausbildung eines wissenschaftlich gediegen fun­dierten Nachwuchses ebenfalls Aufbauarbeit im Dienste des Volkes geleistet wird, die mit vollem Recht Anspruch auf Anerkennung erheben darf. So haben wir denn allen Anlaß, an dem Tage, an dem d-^s hohe Lied der deutschen Arbeit Mittelpunkt der G'danken des schaffenden Volkes sein soll, dankbar bi>r vielfältigen geistigen Werte zu gedenken, die von d»r Gießener Universität dem deutschen Volk ge- p.ehon worden sind und weiterhin von diesen 2lr= beitrjfättten ihren Weg in unser Volk nehmen werden.

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ben dem schaffenden deutschen Menschen der G '"hrtenstube und der Forschungslaboratorien sehen wir in unserer Stadt als folgendes Glied der Kette *en geistigen Arbeiter bei der Verwertung der mate-

sporn und zugleich der beste Preis für ihre Mühe, wenn sie die Gewißheit haben können, daß ihr geistiges Schaffen die An­erkennung derVolksgenos- sen findet. Denn bekannt­lich empfindet gerade der Künstler feinfühliger das Urteil über sein Schaffen, als der in dem robusten Kampf mit der Materie des Alltags sich herum­schlagende Mensch. Daher ist auch bei dem hand­werklich schaffendenDolks- genossen, gleichermaßen bei dem vom frühenMor- gen bis in den Abend hin­ein in den kaufmännischen Arbeitsstellen tätigen Menschen, wie bei dem in angestrengte Forscher­arbeit vertieftenGelehrten und nicht zuletzt auch bei unseren Hausfrauen das starke Bedürfnis geistiger Erholung an den Stätten der Kunst vorhanden.Dort gibt ihnen allen der Künstler sein Bestes. Und für alle miteinander gilt in gleicher Weise das schöne Bekenntnis, das Will Vesper in folgenden Vers kleidet:

Wissenschaft ist Wegbereiter für viele Gebiete unseres täglichen Lebens.

In treuer Berufskameradschaft mit dem Arbeiter der Faust steht der Mann des geistigen Schaffens täglich im Dienste der Aufgaben, die ihm an seiner Stelle zu treuen Händen übertragen sind. Der gei­stige Arbeiter weiß, daß er mit seinem Wirken nicht etwa allein auf einer Insel lebt, sondern daß er unlöslich verbunden ist mit dem Arbeiten und Leben der Dolksgesamtheit, daß für das Gelingen feines Werkes die Arbeit der Faust ebenso vonnöten ist, wie umgekehrt die Handarbeit nicht vollbracht werben kann ohne die vorhergehende geistige Ar­beit. Wir sehen daher auch den geistigen Arbeiter in allen Zweigen der werteschaffenden Arbeit, ent­weder als Wegbereiter zu neuen Zielen und neuen Arbeitsgebieten durch das Mittel der Wissenschaft und der Forschung, oder als Urheber und voraus- fchauender Gestalter großer Werke der Handarbeit,

Flaggen mit Eintritt der Dunkelheit wieder einziehen!

Berlin, 29. April. (DNB.) Der Reichs, und Preußische Minister des Innern gibt im Einverneh­men mit dem Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda folgendes bekannt:

Es ist erneut beobachtet worden, daß die Reichs- unb Nationalflagge an allgemeinen Beflaggungs­tagen nachts nicht eingezogen wird und häufig über bie angeordnete Beflag- gungszeit hängen bleibt. Für die öffent­lichen Gebäude ist vorgeschrieben, daß die Beflag­gung um 7 Uhr morgens beginnt und bei Eintritt der Dunkelheit endet. Diese Vorschrift gilt auch dann, wenn die Beflaggung für mehrere Tage angeordnet worden ist. Die Bedeutung der Flaggenhissung erfordert, daß die Bevölkerung ihr Verhalten der behördlichen Rege­lung anpaßt. Es ergeht daher die allgemeine Auf­forderung, daß bei Beflaggungen auch a u f den Privatgebäuden die Flaggen mor­gens 7 Uhr gefetzt und mit Eintritt der Dunkelheit wieder eingezogen werden.

Arbeit bringt Freude, höchste Freude der Welt, die bis zum Tode uns Treue hält.

Arbeit im Geist und Arbeit der Hände!

Daß sich der Menschheit Berufung vollende, tönen die eisernen Hämmer des Lebens freudigen Ringens und männlichen Strebens! Brüder auf Erden: Das Arbeitskleid ziert! Arbeit bringt Freude! Die Zukunft marschiert.

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In dieser Ueberzeugung von der Gleichwertigkeit des Schaffens im Dienste der deutschen Nation kann der geistige Arbeiter Hand in Hand mit dem Arbeiter der Faust morgen den hohen Festtag der deutschen Arbeit und des deutschen Arbeiters be­gehen. Und er mag sich dabei in Dankbarkeit daran erinnern, daß auch ihm durch das Wirken unseres Führers Adolf Hitler nun die wohlverdiente all­gemeine Anerkennung feiner Arbeit im ganzen deutschen Volke gesichert ist.