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Nr. 101 Zünfte; Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Donnerstag, 30.April 1936

Anordnungen und

Der 1. Mai in Gießen.

Marschordnung für den Umzug. Kundgebung auf Oswaldsgarten.

3,90 Mk., Aepfel, das Pfund 25 bis 35 Pf., Suppen­hühner 85 bis 90, Tauben, das Stück 50, Salat 15 bis 20, Salatgurken 50 bis 60, Oberkohlrabi 20 bis 22, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Rettich, alte 5 bis 20, neue, das Bündel 30 bis 40, Radieschen, das Bündel 12 bis 15 Pf.

Es wird in zwei Marschgruppen marschiert:

Marschgruppe I.

Aufstellung im Hitlerwall, Spitze an der SS.- Standarte. Anmarsch nur durch den Hitlerwall oder Moltkestraße, Marschleiter der Marschgruppe I ist Kreiswalter der DAF. Wagner, Stellvertreter ist der stellvertretende Kreiswalter der DAF. Jung. Zur Unterstützung werden herangezogen die Mit­arbeiter der Kreiswaltung Gießen.

Zur Marschgruppe I gehören:

Sämtliche Betriebe, wie Reichsbahn, Ta­bakindustrie, Bänninger, sämtliche Betriebe und Arbeitsstellen der Stadt, Sparkasse, alle Banken, Poppe, Schaffstaedt, Heeresverwaltung, Heeres- bauamt, Heil- und Pflegeanstalt, Denninghoff. O. T, Gießener Anzeiger, Stempel-Kreuter, Grieb mit Filialen, Gailsche Werke, auch sämtliche anderen Betriebe, die nicht aufgezählt sind.

Freie Berufe, wie Aerzte und ihre Mitar­beiter, soweit sie nicht in den Kliniken beschäftigt sind, Rechtsanwälte mit Büropersonal, Versiche­rungsbüros.

Angestellte, Reichsnährstand, soweit er in Gießen vertreten ist.

Marschweg der Gruppe I:

Hindenburgwall, Goethestraße, Seltersweg, Ka- plansgasse, Bahnhofstraße, Neustadt, Oswaldsgarten.

11.15 Uhr i ft hie Gruppe I angetreten. Dieser Zeitpunkt muß pünktlich eingehalten werden. Alle Betriebe müssen also spätestens um 11.15 Uhr im Hitlerwall sein.

Abmarsch 11.30 Uhr.

Marschgruppe II.

Aufstellung in der Ludwigstraße, Spitze Ecke Ludwigstraße/Bleichstraße. Anmarsch nur vom Lud- wigsplatz her, Marschleiter der Marschgruppe II ist Ortsgruppenleiter Thomas, Stellvertreter Kreis­handwerksmeister Stüh l er. Zur Unterstützung werden heran-gezogen die erforderliche Anzahl po­litischer Leiter aus der Ortsgruppe Gießen-Nord.

Zur Marschgruppe II gehören:

Handel, Handwerk, Gewerbe. Dazu ge­hören sämtliche Geschäfte Gießens, sämtliche In­nungen, Kraftfahrzeuggewerbe.

Sämtliche Behörden, wie Universität mit allen Kliniken. Vor der Universität marschiert die Ehrenabteilung des NSDSt. Die Reihenfolge in­nerhalb der Universität bestimmt der Rektor.

Es gehören ferner dazu: Polizei, Arbeitsamt, alle Gerichtsbehörden, Provinz, Kreisamt, Zoll, Finanzamt, Reichsbank, Forstbehörden, Vermes- surxgsämter, Post, alle Krankenkassen, Biebertal­bahn, Schulen auch Privatschulen. Sämtliche Lehrer aller Schulen, alle Angestellte an Schulen treten um 11 Uhr im Hofe des Realgymnasiiums an. Geistliche Behörden.

Marschweg der Gruppe II:

Bleichstrahe, Hindenburgwall, Horst-Wessel-Wall. Oswaldsgarten.

11.15 Uhr ist die Gruppe II angetreten. Dieser Zeitpunkt muß pünktlich eingehalten werden.

Abmarsch: 11.30 Uhr.

Anordnungen fürbeideMarschgruppen

Bis auf die Ehrenabteilungen wird in Achter- Reihen marschiert. Eine bestimmte Reihenfolge innerhalb der einzelnen Marschgruppen wird nicht festgelegt. Die Reihenfolge erfolgt in der Reihen­folge der Ankunft der einzelnen Betriebe.

'Aufmarsch auf Oswaldsgarten.

Die Aufmarschrichtung auf Oswaldsgarten hat der SS.-Sturmbannführer H a i n b a ch. Die Absper­rung erfolgt durch die SS.

Auf Oswaldsgarten findet die Uebertragung des Staatsaktes aus Berlin statt. Es spricht der Führer.

Anfragen in Zweifelsfällen täglich zwischen 15 und 16 Uhr bei der Kreisleitung (Tel. 4032).

Kapellen am 1. Mai.

Folgende Kapellen stellen sich am 1. Mai zur Verfügung:

1. Musikzug und Spielmannszug der SA.-Stan- darte 116.

2. Musikzug der Marine-SA.

3. Spielmannszug der HI.

4. Spielmannszug des Jungvolks.

Musikzug und Spielmannszug der SA.-Standarte 116 marschieren an der Spitze der Marschgruppe I. In der Mitte der Marschgruppe I marschiert der Spielmannszug der HI.

Musikzug der Marine-SA. marschiert an der Spitze der Marschgruppe II. In der Mitte der Marschgruppe II marschiert der Spielmannszug des Jungvolks.

<?hrenabteilungen am 1. Mai.

Marschgruppe I:

1. SA., 120 Mann.

2. NSKK., 120 Mann.

3. HI., 120 Mann.

4. NSBO.-Bereitschaft, 60 Mann.

5. Werkscharen der DAF.

Die Ehrenabteilunq des HI. marschiert in der Mitte der Gruppe I hinter dem Spielmannszug der Hitler-Jugend.

Marschgruppe II:

1. Bereitschaft der PL., 60 Mann.

2. Arbeitsdienstabteilung Gießen.

3. NSDStB. .

4. Jungvolk, 60 Mann (ältere Führer).

Der NSDStB. marschiert vor der Universität. Die Ehrenabteilung des Jungvolks marschiert in der Mitte des Zuges hinter dem Spielmannszug des Jungvolks.

Fahnengruppen am 1. Mai

Marschgruppe I

1. Sturmfahnen der Gießener SA.

2. Sturmfahnen des NSKK. Gießen.

3. Fahnen der Hitler-Jugend.

Marschgruppe II:

1. Fahnen der Gießener Ortsgruppen.

2. Fahnen der Arbeitsfront.

3. Fahnen des Jungvolks.

Zugendkundgebungen am 1. Mai.

Um 8.30 Uhr finden überall Jugendkundgebungen statt. An diesen Kundgebungen nimmt die ganze deutsche Jugend teil. Nichtorganisierte Schüler und Schülerinnen über 10 Jahre werden von den Schu­len erfaßt. Mit der Führung der HI. sind folgende zentralen Kundgebungen im ehemaligen Kreis Gie­ßen festgelegt worden:

In Gießen auf dem Oswaldsgarten für Gie­ßen. Leitung: Bannführer Schreiber.

In Klein-Linden mit Allendorf a. d. Lahn, Heuchelheim. Leitung: Ortsgruppe Klein-Linden und Gefolgschaftsführer Kreiling.

In W i e f e ck für Wiefeck. Leitung: OG. Wiefeck und Fähnleinführer T a e s l e r.

In Lang-Göns mit Großen-Linden und Leih­gestern. Leitung: OG. Lang-Göns und Gefolgschafts­führer Faber.

In Watzenborn-Steinberg mit Garben­teich und Hausen. Leitung: OG. und Fähnleinführer S ch m a n d t.

In G r ü n i n g e n mit Holzheim, Dorf-Gill, Eberstadt, Ober-Hörgern. Leitung: OG. und Unter­bannführer Buß.

In L i ch mit Steinbach, Albach und Langsdorf. Leitung: OG. und Gefolgschaftsführer Lerch

In M u s ch e n h e im mit Bettenhausen, Birklar, Bellersheim, Obbornhofen. Leitung: OG. Betten­hausen und Gefolgschaftsführer Jost, Hungen.

In Hungen mit Villingen und Langd. Leitung: OG. und Gefolgschaftsführer Schlesinger.

In Trais-Horloff mit Inheiden, Utphe, Rodheim, Steinheim, Rabertshausen. Leitung: OG. und Fähnleinführer B ö ch e r.

In Ettingshausen mit Röthges, Nieder- Bessingen, Ober-Bessingen, Nonnenroth, Münster, Harbach, Hattenrod. Leitung: OG. Ettingshausen und Fähnleinführer Mengel

In Grünberg mit Oueckborn, Lauter, Weik- kartshain, Saasen, Göbelnrod. Beltershain. Rein- hardshain, Stangenrod. Leitung: OG. Grünberg und Fähnleinführer G r a v e l i u s.

In Großen-Bufeck mit Oppenrod, Burk­hardsfelden, Alten-Bufeck, Rödgen, Trohe, Bersrod, Reiskirchen, Beuern, Lindenstruth, Annerod. Lei­tung: OG. Großen-Buseck und Unterbannführer Schneider.

In Lollar mit Ruttershausen, Mainzlar, Stau- feberg, Daubringen. Leitung: OG. Lollar und Fähn­leinführer U h r b e r g.

In Londorf mit Kesselbach, Allertshausen. Allendorf, Treis, Klimbach. Leitung: OG. Londorf und Gefolgschaftsführer Nachtigall.

In G e i l s h a u s e n mit Lumda, Odenhausen, Weitershain, Rüddingshausen. Leitung: OG. Geils­hausen und Fähnleinführer Schlapp

Die Kundgebungen im ehemaligen Kreis Fried­berg werden wie im Vorjahre durchgeführt.

Kreisleitung Delterau der NSDAP.

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

ch Daubringen, 29. April. In der jüngsten Sitzung befaßte sich der G e m e i n d e r a t mit dem Voranschlag für 1936. An größeren Arbeiten sind vorgesehen die Errichtung eines Leichenhauses mit Raum für einen Leichenwagen, Kanalisation der oberen Waldstraße und Ausbau der noch fehlenden Wasserleitung. Der RAD. ist zur Zeit mit der Fertigstellung des restlichen Teiles des Kirchen­weges beschäftigt.

) A l l e n d o r f a. d. Lumda, 29. April. Auf dem heutigen Schweinemarkte waren 185 Ferkel und Läuferschweine aufgetrieben. Die Preise hiel­ten sich ungefähr auf derselben Höhe wie beim vorigen Markt. Es kosteten Ferkel: 6 bis 8 Wochen alte, je nach Qualität, 25 bis 28 Mark, 8 bis 9 Wochen alte 28 bis 32 Mark pro Stück. Trotzdem der Handel flott ging, verblieb doch etwas Ueber- ftand. Für Läuferschweine, die pro Stück zu 45 Mk. und höher angeboten wurden, war wenig Nachfrage.

Weickartshain, 29. April. Im Saale des Gastwirts Hock fand durch die NS.-G.Kraft durch Freude" eine Filmvorführung statt. Der HauptfilmFerien vom Ich", wie auch das Beiprogramm wurden sehr dankbar ausgenommen.

Lang-Göns, 29. April. Unsere Einwohne­rin Katharina R e u s ch konnte gestern in körper­licher und geistiger Frische ihren 8 3. Geburts- t a g feiern.

> Hungen, 29. April. Im Saale des Gasthofes Zur Traube" hielt die Spar - und Leihkaffe Hungen ihre Generalversammlung ab. Aufsichts­ratsvorsitzender und Ortsgruppenleiter Kirch- Höfer gedachte zunächst der im vergangenen Jahre verstorbenen Mitglieder. Direktor Köhler erstattete den Geschäftsbericht. Rechner Büttel erläuterte die im Druck vorliegende Vermögens-Bilanz, sowie die Gewinn- und Verlustrechnung. Anschließend be­richtete der Aufsichtsratsvorsitzende über das Ergeb­nis der gesetzlichen Revision, die in allen Teilen ein günstiges Ergebnis zeitigte. Dem Vorstand und dem Aufsichtsrat wurde einstimmig Entlastung erteilt. Die durch Los ausscheidenden Vorstands- und Auf­sichtsratsmitglieder wurden einstimmig wieder­gewählt. Es sind dies Direktor Köhler und die Aufsichtsratsmitglieder Karl T r o p p, Hugo Kam­mer und Heinrich Hofmann V. Die Versamm­lung wurde in üblicher Weise geschlossen.

Q] Hungen, 29. April. Am Sonntag veran­staltete die hiesige Kirchengemeinde im Gast­hofZur Traube" einen gut besuchten G e - meindeabend. Pfarrer Bock begrüßte die Teilnehmer. Der Abend brachte neben gemeinsam gesungenen Liedern eine Reihe von Darbietungen des Kirchenchores, Lieder ernster und heiterer Art, Frl. Bock wartete, am Klavier begleitet von ihrem Vater, mit einigen Liedern auf. Sämtliche Darbie­tungen wurden mit großem Beifall ausgenommen. Während der Pausen wurden die ausgestellten Ar­beiten der Konfirmanden besichtigt. Den Höhepunkt der harmonisch verlaufenen Veranstaltung bildete die Aufführung eines Theaterstückes in einer Fas­sung von Walter Flex. Unserem Stadtschäfer Hermann D ö l l wurden für gute Haltung und Pflege seiner Herde von der Landesbauernschaft Hessen-Nassau als Anerkennung 20 Mark überwiesen.

Kreis Friedberg.

= Butzbach, 29. April. Die hiesige Ortsgruppe der Kriegsopferversorgung (NSKOV.) veranstaltete imDeutschen Haus" einen Kame­ra d s ch a f t s a b e n d, mit dem eine Werbung für die Organisation verbunden war. Der Leiter der Ortsgruppe, Strafanstaltsbeamter Klee, gab einen Ueberblick über die Ziele der Kriegsopferversorgung. Jetzt sei auch jeder Frontkämpfer, der nicht zu den Kriegs opfern gehöre, in der NSKOV. willkom­men. Nach dem stillen Gedenken an die Toten wech­selten dann im reichhaltigen Programm unterhal­tende Darbietungen einander ab. Die Kapelle Ader- bold hatte den musikalischen Teil übernommen. Der Leiter des Abends schloß die in kameradschaftlicher Einmütigkeit verlaufene Werbeveranstaltung mit dem Sieg-Heil auf Führer und Vaterland. -

Kreis Alsfeld

# Ober-Ohmen, 29. April. Bei den Straßen­bauarbeiten im Vorjahre am Bettelwald mußten größere Erdmengen bewegt werden, mit denen man einen ziemlich breiten, längs der Straße in der Engelstruth laufenden Hoh/weg ausfüllte. Dadurch wurde ein ansehnliches Stück Land ge­wonnen, das nunmehr landwirtschaft­lichen Zwecken nutzbar gemacht wurde. Unser Dorf weist, abgesehen von einem älteren Kriegsbeschädigten, nunmehr keine Arbeits­losen mehr auf.

Schafbock-Versteigerung in Lich.

Lich, 29. April. Der Landesverband der Schafzüchter in Hessen-Nassau hielt in Zusammenarbeit mit dem Tierzuchtamt Gie­ßen der Landesbauernschaft hier seine erste Jähr­lings-Schafbockversteigerung ab, die in jeder Hin­sicht ein guter Erfolg war. Der Versuch der Ver­steigerung der Jährlingsschafböcke hat sich derart be­währt, daß in Zukunft nur noch Jahrbockverftelge- runqen stattfinden sollen. Bei der diesjährigen Frühjahrsoersteigerung waren rund 40 einjährige Tiere des deutschen schwarztöpfigen Fleischschafes aufgetrieben. Es waren zahlreiche Interessenten vor­handen, sogar Kurhessen, der Taunus, die Nahe, das Lahngebiet waren vertreten.

Die vorwiegend guten Formentiere in bestem Futterzustand und mit ausgeglichenen Wollequali­täten waren vornehmlich aus den bekannten Zuch­ten der Gutsverwaltung Eisenbach, des Züchters Otto Rinn (Utphe), Schudt (Mittel-Gründau) und Wicke (Rudlos).

Fast die Hälfte der Vöcke konnte prämiiert wer­den. Es kamen allein 5 erste, 4 zweite und 6 dritte Preise zur Verteilung.

Weiterhin ließ die Prämiierungskommission einen Jahrbock der Gutsverwaltung Eisenbach und zwei des Züchters Otto Rinn (Utphe) für die Reichs- nährstandsausstellung in Frankfurt a. M. zu.

Vor Beginn der Versteigerung widmete Tierzucht­inspektor Oberlandwirtschaftsrat Dr. Wagner (Gießen) dem kürzlich verstorbenen ersten Vorsitzen­den des Landesverbandes, dem Fürst!. Oberverwal­ter B ü ch s e n s ch ü tz (Lich) einen ehrenden Nach­ruf, in dem er seine großen Verdienste um die Schafzucht würdigte.

Mit besonderer Freude stellte er den Besuch der Käufer aus Kurhessen fest und gab seiner Befrie­digung darüber Ausdruck, daß drei Tiere der ober- hessischen Zucht für die Ausstellung des Reichsnähr­standes in Frankfurt a. M. ausersehen wurden.

Außer den Geldpreisen von 25 Mk. für die erste, 20 Mark für die zweite und 15 Mk. für die dritte Klasse durch die Landesbauernschaft, bewilligte der Landesverband der Schafzüchter einen weiteren Zu­schuß in Höhe von 30 v. H. bis zu 150 Mark für die

in feinem Bereich verbleibenden aufgekauften Tiere.

Bei der nachfolgenden Versteigerung wurden gute und flotte Angebote gemacht, so daß nur ein ganz geringer Rest verblieb, der dann noch im freien Handel den Besitzer wechselte.

Der erzielte Spihenpreis betrug 485 INark für ein mit dem ersten Preis ausgezeichnetes Tier der Gutsverwaltung Eisenbach. Käufer war die Landesbauernschaft Kassel.

Im allgemeinen bewegten sich die Preise zwischen 200 Mark und 300 Mark. Der Durchschnittspreis be­trug 266 Mark. Die Böcke wurden nach Kurhessen, ins Nahetal, in den Taunus und das Lahngebiet, vorwiegend aber nach Oberhessen verkauft.

Die nächsten Jährlingsversteigerungen des Lan­desverbandes finden am 29. Juli in Gießen und am 19. August, hier mit einem Schafmarkt verbunden, in Wetzlar statt.

Prämiierung.

1. Preise: Drei Schafböcke der Gutsverwaltung Eisenbach und zwei des Züchters Otto Rinn (Utphe).

2. Preise: Zwei Tiere des Züchters O. Rinn (Utphe): je ein Tier der Gutsverwaltung Eisenbach und des Züchters Schudt (Mittel-Gründau).

3. Preise: Vier Böcke des Züchters Otto Rinn (Utphe): ein Bock des Gutspächters Wicke (Rudlos) und ein Bock der Gutsverwaltung Eisenbach.

Gießener Wochenmarktpreise

* Gießen, 30. April. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse A 10/4, Klasse B 10, Klasse C 9/4, Klasse D 9, ungezeichnete 8, Gänse­eier 30, Enteneier 9 bis 11, Weißkraut, das Pfund 15 bis 20, Rotkraut 20 bis 25, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 12 bis 15, Römisch­kohl 12, Spargel 80 Pf. bis 1 Mk., Unterkohlrabi 8 Pf., Feldsalat 80 Pf. bis 1 Mk., Tomaten 40 bis 50, Zwiebeln 12 bis 14, Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 20 bis 35, Rhabarber 18 bis 20, Kartoffeln 5, 10 Pfund 45 Pf., der Zentner 3,70 bis

Preußen.

Kreis Wetzlar.

# Wißmar, 29. April. Die hiesige Bezugs- und Absatzgenossenschaft hielt bei Gast­wirt H. Wolf ihre Jahreshauptversammlung ab. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates Landwirt H. Stroh sprach einleitend über den Wert Jnö die Bedeutung des Genossenschaftswesens und wies darauf hin, daß auch bei der hiesigen Genossen­schaft im vergangenen Jahre der Umsatz erheblich gesteigert werden konnte. Im Verlaufe der Ver­sammlung wurde bekanntgegeben, daß eine Divi­dende von 5 v. H. zur Verteilung gelangt. Der Hüttenarbeiter H. Stroh wurde neu in den Auf­sichtsrat gewählt. In der üblichen Weise wurde die Versammlung geschlossen. Durch das anhaltende Regenwetter stieg der Wasserstand der Lahn er­heblich an. Zum Teil ist der Fluß hier über d i e Ufer getreten.

A Hochelheim, 29. April. Der Gemeinde­haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1936 schließt im ordentlichen Haushalt in Einnahme und Ausgabe mit 77 215 Mark, im außerordentlichen Haushalt in Einnahme und Ausgabe mit 28 400 Mark ab. An Gemeindesteuern werden er­hoben: Grundvermögensteuer I 325 v. H., Grund- oermögenfteuer II 325 v. H., Gewerbeertragsteuer 375 v. H., Gewerbekapitalsteuer 375 v. H., Bürger- steuer 100 v. H. Zur Ansammlung einer Schulbau­rücklage sind 2000 Mark vorgesehen. Die Fürsorge- kosten sind mit 4500 Mark (im Vorjahre 6000 Mark) eingestellt. Für Unterhaltung der Gemeindewege und Straßen sind 5000 Mark bereitgestellt, für die Neuerschließung einer weiteren Quelle für die Ge­meindewasserleitung 5000 Mark. Der Schuldendienst (Zinsen und Tilgung) für die Gemeindewasserleitung erfordert rund 11 000 Mark. Die von der Gemeinde zu zahlenden Kreissteuern sind mit 9800 Mark vor­gesehen, der Anteil an den Kosten der Zweckver­bandskasse mit 2500 Mark. Der außerordentliche Haushaltsplan sieht eine verstärkte Schuldentilgung öon 28 400 Mark beim Umschuldungsverband deut­scher Gemeinden vor. Hierdurch und durch die plan­mäßige Tilgung wird sich der Schuldenstand der Gemeinde von 181400 auf 150 300 Mark vermin­dern.

O Niederkleen, 29. April. Der Hütten- berg, im VolksmundDer Hetteberg" genannt, von dem die ganze Gegend des ehemaligen Amtes Hüttenberg ihren Namen hat, erfährt zur Zeit eine erhebliche Veränderung. Er war an sich kein über­ragender Berg, er verdankte feine Bedeutung ledig­lich feiner Geschichte. Nunmehr wird der Berg a b - getragen. Zwei große Bagger, die etagenmäßig ausgestellt sind, und etwa 200 Mann sind dabei, mit Hilfe von vier Feldbahnzügen den Berg an eine andere Stelle zu versetzen. Das gewonnene Erd­material wird zur Auffüllung eines Geländestückes, das etwas östlicher liegt, verwandt. Dieses Gelände soll später als Grünlandfläche eingesät werden. Wer sich den Hüttenberg in seiner alten Gestalt noch ein­mal ansehen will, tut gut, dies bald zu tun, denn in der nächsten Zeit wird der Berg verschwunden fein.

ZüdischeMehgerei polizeilich aeschlo^en.

LPD. Mainz, 29. April. Die Polizeidirektion teilt mit: Die Polizeidirektion Mainz hat sich ver- anlaßt gesehen, die M e tz g e r e i des Juden Gold­schmidt wegen Zuwiderhandlung gegen die hygie­nischen Vorschriften des Lebensmittelgesetzes und zur Abwendung weiterer für die Volksgesundheit ZU befürchtenden Gefahren zu schließen. Goldschmidt hielt in seinem Laden, wie bei einer Lebensmittelkontrolle durch Sachverstän­dige festgestellt werden konnte, ein Kuheuter zum Verkauf bereit, das zur Hälfte verdorben und genußuntauglich war. Außerdem wurden zum Ver­kauf bereitliegende Knochen vorgefunden, die ekel­erregend und unverkäuflich waren. Der Eisschrank wurde in einem völlig unsauberen Zustande ange­troffen: ihm entströmte ein ekelerregender Geruch, der von einem Stück verdorbenen Rinderherz her­rührte.

Bücheriisch.

Ferdinand Küchler: Goethes Mu­si k v e r st ä n d n i s. 40 Seiten. Verlag Gebrüder Hug & Co., Leipzig und Zürich. (20) Die kleine, dem Gewandhauskapellmeister Hermann Abendroth gewidmete Schrift des aus Gießen stam­menden, als Lehrer des Violinfpieles am Landes­konservatorium in Leipzig wirkenden Verfassers be­müht sich mit liebevollem Eingehen und anerken­nenswertem Ueberblick über den weitschichtiaen Stoff um die umstrittene Frage von Goethes Musikver­ständnis und gelangt zu einer positiven Lösung. Die Abhandlung ist anregend geschrieben, gibt aller- lei reizvolle Ausblicke und dürfte eine für Musik­freunde und Goetheverehrer in gleichem Maße fes­selnde und nützliche Lektüre sein.

Heinrich Hauser: Am laufenden Band. So entsteht der deutsche Kraftwagen. Ganzleinenband, 180 Seiten, 4,50 Mark. Verlag Hauserpresse, Frankfurt a. M. (42) Dieses interessante, vorzüglich bebilderte Buch wurde ge- schrieben von einem, der wissen wollte, rote Auto­mobile gebaut werden^ und der selbst mitarbeitete am laufenden Band. Aufzeichnung und Illustra­tion sind ein Stück Zeitgeschichte. Hauser plaudert als Arbeiter unbefangen und überzeugend. Seine Tagebuchblätter gleichen dem Bekenntnis eines Laien, der wißbegierig mitten hineinkam ins Jn- buftriegetriebe des großen Opelwerkes. Die FoMs zeugen von der Schönheit und dem Adel der Ar­beit. Eine beseelte Schilderung von wuchtiger Kraft. Lebensecht gesehen und von der Kamera meisterhaft erfaßt, singen die Bilder das hohe Lied der Ar­beit. Das ganze gibt einen plastischen Eindruck der größten europäischen Automobilfabrik. Wir stehen Pate bei der Geburt des Motors und schauen er­staunt und voll Bewunderung auf die Hände, die uns das deutsche Auto schaffen Das Buch über­zeugt durch die Lebendigkeit seiner Darstellung und durch seine typographische und bildnerische Gestal­tung: es stellt eine neuartige und wirksame Wer­bung für die Welt des Kraftwagens und die fort­schreitende Motorisierung dar.