Nr. 76 Erster Blatt
186. Zahrgang
Montag, 30. März 1936
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Der Führer und Oeuischland sind eins.
In beispiettoserCinmütigkeit bekannte sich das deutscheVoik zumKührer und seinerpolitik derEhre,der Freiheit und desFriedens
Des Volkes Antwort.
Der Führer rief! Und alle, alle kamen! Deutschland ist wach geworden, das deutsche Volk hat sich aus sich besonnen: denn nur ein Volk, das unmittelbar die Größe des Geschehens empfindet, das weiß, daß es sich sein Schicksal selbst gestalten muß, nur ein Volk von dieser inneren, und äußeren Gewißheit war fähig, in dieser einzig dastehenden Geschlossenheit den Führer auf den Schild zu erheben. Gewiß, der Führer hat mit seinen Getreuen unermüdlich daran gearbeitet, das Volk wach zu rütteln, aber wäre das Volk nicht bereit gewesen, auf den Ruf des Führers zu hören, so wäre nicht ein Zuruf der Millionen gefolgt, die am 29. März sich hinter den Führer stellten.
Um was es sich gehandelt hat am 29. März, das ist die Bindung von Führer und Volk, also nicht etwa um eine Wahl im üblichen Sinne, ein Verfahren übrigens, das von der politischen und sozialen Entwicklung ebenso überholt werden wird, wie das früher schon in der Geschichte geschehen ist. Der Führerstaat ist der Staat der Zukunft, während der Parteienstaat der Vergangenheit angehört. Das deutsche Volk hat in den drei Jahren seit der Machtergreifung erlebt und erfahren, daß es zwischen Führerstaat und Parteienstaat einen Unterschied gibt, wobei dem Führerstaat aller und jeder Vorzug gebührt. Das haben auch die Millionen empfunden, die in Stadt und Land, die aus dem Mietshaus der Großstadt wie aus dem Einödhof in der Rhön den Weg zur Urne gingen.
Wenn noch einmal am Wahltag alles aufgeboten wurde, um jeden Volksgenossen an seine Pflicht zu mahnen, an die Pflicht, die auch sein höchstes Recht ist, so geschah das in der Hauptsache deshalb, weil auch für Staat und Bewegung der Wahltag ein denkwürdiges Ereignis gewesen ist. Wer wie zahlreiche Korrespondenten ausländischer Blätter Gelegenheit gehabt hat, das deutsche Volk zu sehen, wie es zur Wahl ging, hat sich des Eindrucks nicht entziehen können, daß es freudig und bereit sein Bekenntnis für den Führer ablegte. Er hat sich auch von der Sauberkeit und Ehrlichkeit des Wahlverfahrens überzeugen können, wenn er den Willen dazu gehabt hat. Ein Teil der Auslandspresse, der durchaus nicht zulernen kann und zulernen will, hat nichts unterlassen, um aus seinem Vorstellungskreis heraus den Wahlakt in Deutschland anzuzweifeln, Die Einmütigkeit der Willenskundgebung des 29. März ist die beste Antwort darauf.
Wenn Volk und Führer übereinstimmen, so bedeutet die Wahlhandlung als solche auch wirkliche Volksherrschaft. Das deutsche Volk ist mit der Politik des Führers einverstanden, mit der Politik also, die nicht nur Deutschland, sondern Europa von dem Ungeist von Versailles befreit hat. Aber das deutsche Volk ist erst recht mit der Politik des Führers zufrieden, die wirtschaftlich und sozial, die geistig und seelisch den Aufstieg aus dem Zusammenbruch des verlorenen Krieges und der Ohnmacht unter dem Druck von Versailles gebracht hat. Jeder Stimmzettel, der am 29. März für den Führer und Reichskanzler in die Urne gelegt wurde, war und ist auch ein Gelöbnis der Treue, das nicht an den Tag gebunden ist, sondern dauernd und unzerreißbar bleibt wie Erz. 'Der Ruf des Führers wird das deutsche Volk nicht nur immer finden, es wird das deutsche Volk auch immer erreichen zu den Werken des Friedens ebenso wie zur Verteidigung von Freiheit und Ehre.
Oeuischland ist Hitler.
Alfred Rosenberg zum Ergebnis des 29. März.
Berlin, 29. März. (DNB.) Unter dieser Ueber- schrift schreibt Alfred Rosenberg im „Völkischen Beobachter" u. a.:
Das was sich am Sonntag in der stillen und unerschütterlichen Bejahung in Deutschland abgespielt hat, ist geradezu phänomenal in der Ge- schichte aller Zeiten der Völker und $eigt nun auch der gesamten übrigen Welt, daß irgendwelche Versuche, das deutsche Volk zu spalten oder es durch Einschüchterungsversuche nach Versailler Methode zu zermürben, heute vergeblich geworden sind. Ganz Deutschland wird heute getragen von einem einzigen, alles beherrschenden Lebensgefühl. Dessen höchster Wert die nationale Ehre, ist nicht nur das Vermächtnis der großen Menschen der deutschen Geschichte gewesen, nicht nur der Leitstern der nationalsozialistischen Bewegung in ihrer Kampfzeit, sondern ist nunmehr unmittelbar lebengestaltendes und staaten- bildendes Gemeingut aller Deutschen geworden. Das ist vielleicht der tiefste Sinn des 29. März 1936. Ganz Deutschland kann heute froh und stolz sein, daß es sich einer großen Stunde würdig gezeigt hat. Mit dem Phänomen einer stahlharten Einheit von 66 Millionen hat nun die Welt als mit einem politischen Faktor zu rechnen und kein einziger Vertreter eines anderen Staates kann sich mit auch nur annähernd so viel Macht als Vertreter und Bevollmächtigter seines Volkes fühlen wie Adolf Hitler als Mittler der deutschen Gesamtnation.
Vielleicht wird dieser 29. März auch so manchen Skeptiker des Auslandes zum Nachdenken bringen, ob diese seine bisherige Kritik an Deutschland jemals eine Berechtigung gehabt hat. Jedenfalls wird dieser 29. März 1936 mit zu den Gründertaaen des deutschen Führer st aates als Ablösung des Kaiserstaates und der demokratischen Republik in der Weltgeschichte erscheinen. Der deutschen Nation kommender Zeiten aber wird von dem heutigen kämpferischen Geschlecht die Pflicht übergeben, jenen
Geist von heute weiter zu tragen, ihn an Kinder und Kindeskinder zu vererben in der Erkenntnis, daß nur er allein dem ewigen Deutschland entspricht und nur er allein befähigt, dem deutschen Volke das ihm gebührende Recht auf Ehre und Freiheit und gestaltende Arbeitsmöglichkeiten auf dieser Welt zu sichern. Der Führer hat das deutsche Volk gerufen, es ist gekommen und hat gesprochen! Jetzt hat wieder der Staat zu handeln.
Vor der Reichskanzlei.
5 Berlin, 30. März. (DNB.) „Herr, mach' uns < frei" war es inbrünstig am Samstagabend überall im deutschen Vaterland gen Himmel gestiegen, ein
1 Gebet aus Millionen deutscher Herzen, in denen i/ die aufrüttelnde Rede des Führers in der freien t Stadt am deutschen Rhein noch nachklang. So innig der Gesang dieses Liedes emporgestiegen war, so aufrecht lohten die Herzen 24 Stunden später im Jubel.
Das vorläufigeamtltcheEndergebnis
99 v. Hundert aller Stimmen für den Führer
DTtB. Berlin. 30. März. Gegen 2.20 Uhr morgens lag beim Reichswahlleiter das vorläufige amtliche Endergebnis aus allen 35 Wahlkreisen vor. Danach haben von 45431 102 Wahlberechtigten sich an der Wahl beteiligt 44954937. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 99 v.H., eine Wahlbeteiligung, wie sie in der Welt noch niemals dagewesen ist. Bon
den 44 954 937 Stimmen wurden abgegeben:
1. für die Liste und damit für den Führer . . . 44411 911
2. gegen die Liste und ungültig......... 543 026
Es sind somit 99 v. H. aller Stimmen für die Liste und damit für den Führer abgegeben worden.
Das deutsche Volk hat damit eine Einmütigkeit bekundet, wie sie in einer so grandiosen Geschlossenheit noch niemals in der Geschichte ein Volk bekundet hat. Ganz Deutschland ist in dieser Rächt erfüllt von unbändigem Stolz über diese so einzigartige Demonstration seines Willens und ist erfüllt von heißem Dank gegen den Mann, zu dem die deutsche Ration erneut ein Bekenntnis abgelegt hat, das von niemand mehr in der Wett mißdeutet werden kann.
Berlin huivigt dem Führer.
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Sdjon am frühen Nachmittag mußte sich der Führer mehrere Mals der begeisterten Menge auf dem Balkon der Reichskanzlei zeigen. — (Scherl.-M.) u
Was lag für die Berliner Bevölkerung näher in dem Bestreben, ihrer Stimmung Ausdruck zu geben, als zur Reichskanzlei zu wandern. Ein ununterbrochener Zug war es, der von den ersten Abendstunden bis tief in die Nacht hinein nach dem Wilhelmplatz zog. Ein Meer freudig gestimmter Menschen wogte auf und ab vor dem Haus, das dem Führer Arbeitsstätte und Heim zugleich ist. Vor der Reichskanzlei konnte selbst die Schupo nicht gegen den Jubel der Menschen an. Es gab keine Sperrkette, keinen Streit, es gab nur Freude, Freude, immer wieder Freude. Vaterländische Lieder, die die Befreiung der Rheinlande feierten, die Nationalhymnen und alte Kampflieder lösten einander ab.
2m Vorgarten der alten Reichskanzlei war in den späten Abendstunden der Musikzug der Leib standarte unter Begleitung von Fackelträgern aufmarschiert. In die Weisen stimmte immer wieder von neuem die Menge ein. In den Pausen erschollen begeistert und unbändig die Rufe nach dem Führer. Und wenn er dann auf den Balkon hinaustrat und lächelnd und ergriffen die Menge grüßte, dann klang der Jubel wie das Rauschen des Meeres. Und wie sie dort standen, Mann und Frau, jung und alt, Kämpfer der Idee aus allen Gliederungen, alle beseelte wohl innerlich nur das eine: Dank an d e n Führer, der dieses Millionenvolk einte, der die ganze deutsche Nation zu einem Willen erzog: Dank und Bitte an den Herrgott, daß er diesen Mann dem deutschen Volke noch lange erhalte.
Die durch den Lautsprecher bekanntgegebenen Wahlergebnisse wurden mit tosendem Beilfall aufgenommen. Und wenn anfangs noch bei der Nennung der Stimmen, die gegen die Liste fielen, Pfuirufe laut wurden, so ernteten später die verschwindend wenigen Bedauernswerten, die immer noch nicht heim zu ihrem Volk gefunden haben, das Gelächter der Menge.
Um Mitternacht zeigte sich Adolf Hitler noch einmal, mit ihr erschien auch Rudolf Heß auf dem Balkon der Reichskanzlei. Aus der Menge streckten sich Arme mit Blumen dem Führer entgegen: Fähnchen wurden geschwungen, und spontan stiegen immer wieder das Lied der Deutschen und -$9mne &es unvergeßlichen Sturmführers zum nächtlichen Himmel. Als sich dann die Vorhänge der Reichskanzlei wieder schloffen, das Licht erlosch und einige wenige mit den Worten: „Laßt unseren Führer schlafen" zur Heimkehr mahnten, trat für kurze Zeit Ruhe ein. Aber sie dauerte nicht lange. Einige Pimpfe stimmten auf ihrem luftigen Sitz in den Baumen das Lied der Hitlerjungen an, das fid) im Nu fortpflanzte über den Wilhelmsplatz in die anliegenden Straßen und den Beginn für eine neue Welle des Begeisterungssturmes bildete. Noch bl5 J*e.f 'n die Nacht hinein wich und wankte die Menge nicht, blickte bald jubelnd, bald stumm zu den Fenstern auf, hinter denen der Füh- rer, wie sie alle wissen, unermüdlich weiter arbeiten wird für sein Volk, für dessen Freiheit und
Oer Oank des Führers.
®e rlin. 30. März. (DNB., Am Gonntaq um ÜRi ternad)t als an Hand der letzten Zusammen- Zahlung endgültig zu überblicken war, daß der Füh* rer am 29. März einen Wahlsieg errungen hat rote er m der Geschichte einzigartig ' da steht,' eroP l? ng der Führer im Kabinettssaal der Reichskanzlei die Mitglieder der Reichs- Wahlkampfleitung der NSDAP., die ihm vom Reichsmimster Dr. Goebbels vorgestellt "'U^en. Jene Manner, die drei Wochen lang Tag und Nacht unermüdlich mit nur wenigen Stunden Schlaf gearbeitet haben, um dieses so gewaltige und einmütige Bekenntnis der deutschen Nation \u' ihrem bereiten organisatorisch und propagandistisch vorzu-
Der Führer begrüßte jeden dieser M ä n* n e r m 11 f e ft e m Händedruck und dankte 'ur b'esen f° grandiosen, ebenfalls in der Geschichte wohl einmalig dastehenden Aufklärunqs- felöjng mit einer herzlichen Ansprache für ihre große Leistung. Er wies daraus hin, daß der schönste Dank aber das erhebende Bewußtsein jedes einzelnen sei, daß er mit dabei sein durste.
Flaggen herius!
Berlin, LS. März. (DNB Aus Anlaß de» überwältigenden geschichtlichen S -ges vom 2» Mär, bittet der R e i ch s m i n i st e r • ii r V o I k s a u f. f l a r u n g u n d P ropaganüa die g c f a m t e oa £!J$c Bevölkerung, am Montag, 30. Marz, zu flaggen.


