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ttr.202 Drittes Blatt

bamrtag, 29. August (936

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

andlungen im Gießener Stadtbild

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Georg Dem und seine Heimat

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u^M.aug.1936

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geboren wurde, von sich reden; vom kennt man den Kalendermann, den der Volksschriftsteller verherrlichte, selbst, ein Kind unserer Stadt, wurde

ließ aber

im Weiselschen Hause in der Sonnenstraße geboren. Noch mancher andere berühmt gewordene Name könnte in diesem Zusammenhänge genannt werden. Gestern konnten wir> von Georg D ern berichten, der, fern seiner Stammheimat, in den Vereinigten Staaten von Amerika verstarb und dort in den vergangenen drei Jahren als Kriegsminister tätig war und großes Ansehen erwarb. Das Bild (rechts), das den verstorbenen Kriegsminister als einen etwa 22jährigen jungen Mann zeigt, wurde uns aus einem Familienalbum von einer Base Georg Derns freundlich zur Verfügung gestellt. (Aufnahme: Elite Studio Townsend, Lincoln.) Darunter das Bild seiner Stammheimat, die Häusermühle bei Hausen. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.)

schäft legen stratze wald Stadt

hob sie in seine Arme und trug sie fort durch Wald.

Nach einem Weilchen fühlte er, wie jemand

Kinder nefrkdi kiengs- werbe,

Aus unserer Heimat ist schon mancher bedeutende Mann herausgewachsen. Im 18. Jahrhundert machte der Kupferstecher Wille, der auf der Obermühle

aus

für

Don Selma Laoerlöf.

ein Mann, der hieß Reor. Er war

den Hut abgenommen hatte. Sie b-'ielt ihn darum über seinen Kopf wie einen Sonnenschirm, aber sie setzte ihn ihm nicht auf, fon^'rn hielt ihn so, daß sie immerzu in sein Gesicht sechen konnte. Da deuchte es ihn, daß er nichts zu fragen, nichts zu sagen brauchte. Stumm trug er sie hinab zu seiner Mutter Hütte. Doch sein ganzes Wesen durchbebte Glückseligkeit, und als er auf der Schwelle seines Heims stand, da sah er, wie die weiße Schlange, die Glück ins Haus bringt, unter die Grundmauer schlüpfte.

jehen, wie der Mann aussah, der sie trug. Er sie gewähren, er machte größere Schritte, sagte nichts.

Da mußte sie wohl gemerkt haben, wie heiß die Sonne auf den Kopf brannte, nachd^-m "sie

trunken.

in .einem Ctrotzv njährigeD- Schultz. Das fe er über 70 3® it einer Echlaw

begonnen, indem sie den Eichgärtenteich an- unb die breite, mit Bäumen gezierte Quer­

endung dieses Wohnviertels wird an dem Tage eintreten, an dem die Wohnbaracken an der Kaiser­allee, die vor gut zehn Jahren als Notbehelf er­richtet wurden, verschwinden und gefällig gebauten, massiven Häusern Platz machen werden. Erfreu­licherweise kann gesagt werden, daß die Stadtver­waltung auch auf diesen Punkt des lokalen Er­neuerungswerks ihr Augenmerk gerichtet hat, jedoch läßt sich diese Aufgabe nicht von heute auf morgen lösen.

Große Ausdehnung hat die Bautätigkeit auch im südlichen Stadtteil in der Nachbarschaft des Klinikviertels angenommen. Vor etwa zehn Jah­ren hatte dort am Wartweg der Zeichenoberlehrer Schäfer mitten ins Feld gebaut, er war gewisser­maßenaufs Land gezogen". Alle Einrichtungen, die zu einem städtischen Straßenbau nun einmal gehören, fehlten und blieben auch noch einige Jahre lang aus. Trotzdem setzte schon im Verlaufe der folgen­den Jahre eine rege Bautätigkeit ein, und nunmehr ist an jener Straße und von ihr seitwärts ausstrah­lend ebenfalls fast ein neuer Stadtteil entstanden, dessen weiterer flotter Ausbau bei der Beliebtheit der dortigen Baugegend in den kommenden Jahren mit Sicherheit zu erwarten ist. Die baufördernden Maßnahmen der Stadtverwaltung werden diese Entwicklung zweifellos weitgehend begünstigen, so daß man heute schon unaefähr den Zeitpunkt ab­sehen kann, an dem die Geschlossenheit der Bebau­ung vom Nizza her über das Schiffenberger Tal zum Wartweg herauf erreicht sein wird. Bis dahin dürfte dann wohl auch das Bauland bis herüber zur Frankfurter Straße seine planmäßige Ver­wendung gefunden haben. Ergänzend trat bisher zu der baulichen Ausdehnung im Südviertel die Er­richtung zahlreicher neuer Häuser am Leihgesterner Weg, in der Nähe des StUdentenhauses usw. hinzu, wodurch manche vor einigen Jahren dort noch vor­handene Baulücken im Straßengelände ausgefüllt wurden.

Im N o r d v i e r t e l hat im Verlaufe der letzten Jahre das Schwarzlachgebiet im Vordergründe der Stadterweiterung gestanden. Nachdem der Asterweg zunächst in Verlängerung des Abschnitts jenseits der Steinstraße beiderseits zwei langgestreckte Klein­wohnungsblöcke erhalten hatte, folgte als nächstes eine gleichartige Verlängerung der Schottstraße, sodann wurde der Ausbau nach beiden Seiten hin in Richtung Ederftraße, neben den alten Abschnit­ten des Asterwegs und der Schottstraße, und ost­wärts nach der Marburger Straße hin durchge­führt. Für den weiteren Ausbau ist das Gelände in Richtung nach dem Rodtberg planungsmäßig, zum Teil auch bereits bautechnisch vorbereitet, so daß dort zu jeder Zeit die Bautätigkeit fortgesetzt werden kann. Ferner sind im nördlichen Stadtteil in der oberen Marburger Straße, an der Friedhofs­allee und weiterhin in der Nähe der Karlsruhe, dem sog.Rinnshausen", zahlreiche Wohnhäuser erstanden. Nicht vergessen sei auch die ansehnliche Gagfah-Siedlung an der Feuerbachstraße, die dort einen ansehnlichen Geländeblock in Anspruch ge­nommen hat.

Jenseits der Lahn, inSachsenhause n", hat sich die Bautätigkeit in den letzten Jahren ebenfalls rege entfaltet, auch dort sind zum Teil neue Stra­ßenzüge entstanden, eine Anzahl Baulücken im Ge­lände ist ausgefüllt worden, und neues Bauland für Kleinstwahnungen an der Krofdorfer Straße ist in den Dienst der Bevölkerung getreten. Be­kannt ist ferner, daß ein Teil des Neustädter Fel­des in der Richtung nach dem Umspannwerk zu für eine größere Kleinsiedlungs-Baumaßnahme Ver­wendung finden soll, deren Verwirklichung wohl auch im Laufe der nächsten Jahre zu erwarten sein wird.

Alle diese Wohnungsbauten zusammen haben naturgemäß die Zabl der Häuser und der Wohnun­gen erheblich anwachsen lassen, insbesondere seit der Machtergreifung des Führers. Zählte unsere Stadt im Jahre 1925 noch 8080 Wohnungen, so war deren

recht einig mit sich selbst, wie er gegen sie handeln sollte.

Doch da lauschte er, der die Sprache der Natur besser kannte als die der Menschen, dem großen ernsten Walde und dem strengen Berge.Sieh", sagten sie,dir, der du die Wildnis liebst, geben wir unsere schöne Tochter. Besser ziemt sie dir als die Töchter der Ebene. Reor, bist du der edelsten Gabe würdig?"

Da dankte er in seinem Herzen der großen wohl­tätigen Natur und beschloß das Mädchen zu seiner Frau zu machen und nicht nur zu seiner Magd. Und da er dachte, daß sie, wenn sie das Christen­tum und Menschensitte angenommen hatte, sich bei dem Gedanken, daß sie so unoerhüllt dagelegen habe, schämen würde, löste er die Bärenhaut von seinem Rücken, entrollte das steife Fell und wa,rf den grauen zottigen Pelz des alten Bären über' sie.

Doch als er dies tat, erdröhnte hinter der Fels­wald ein Lachen, von dem die Erde erzitterte. Es klang nicht wie Hohn, nur so, als hätte jemand in großer Angst gewartet, der lachen mußte, als er ganz plötzlich davon befreit wurde. Die furchtbare Stille und die drückende Hitze hatten nun auch ein Ende, lieber das Gras schwebte ein erquickender Wind, und die Nadeln begannen ihren rauschenden Gesang. Der glückliche Jäger fühlte, daß der ganze Wald den Atem angehalten hatte, in Unruhe, wie die Tochter der Wildnis von dem Menschensohn be­handelt werden würde.

Die Schlange schlüpfte jetzt in das hohe Gras; aber die Schlummernde lag in Zauberschlaf versun­ken und regte sich nicht. Da rollte Reor sie in die grobe Bärenhaut, so daß nur ihr Kopf aus dem zottigen Fell hervorguckte. Obgleich sie sicherlich eine Tochter des alten Riesen im Berge war, war sie doch zart und fein gebaut, und der starke Schütze

den, deuchte es ihn, als fangen sie zusammen ein eintöniges Lied:Kommt, ihr schönen Gäste, kommt heute, denn morgen sind wir tot. Morgen lieaen wir auf dem trocknen Laub."

Doch es sollte Reor vergönnt sein, das frohe Ende des Blumenmärchens zu sehen. Er vernahm hinter sich ein Flattern wie das allerleiseste Lüft­chen und sah einen weißen Schmetterling im Dunkel zwischen den dicken Stämmen umherirren. Unruhig suchend flog er hin und wieder, als wüßte er den Weg nicht. Er war nicht allein, ein Schmet­terling nach dem andern tauchte im Dunkeln auf, bis endlich ein ganzes Heer dör weißbeschwingten Honigsucher versammelt war. Aber der erste war der Anführer, und er fand, vom Dufte geleitet, die Blumen. Nach ihm kam das ganze Schmetterlings­heer herangestürmt. Er stürzte sich auf die sehnsüch­tigen Blumen, wie der Sieger sich auf die Beute stürzt. Wie ein Schneefall von weißen Flügeln senk­ten sie sich auf sie herab. Und nun gab es ein Fest- und Trinkgelage um jede Blume. Der Wald war voll von stillem Jubel.

Reor ging weiter. Doch nun war es, als folgte ihm der honigsüße Duft auf dem Fuße, wohin er auch ging. Und er empfand, daß sich drinnen im Walde eine Sehnsucht verbarg, stärker als die der Blumen. Daß da etwas war, was ihn zu sich zog, so wie die Blumen die Schmetterlinge angelockt | hatten. Er ging mit einer stillen Freude im Her­zen einher, so, als harrte er eines großen unbe­kannten Glückes. Das einzige, was ihn ängstigte, war, ob er auch den Weg zu diesem finden konnte, was sich nach ihm sehnte.

Vor ihm auf dem schmalen Pfade kroch eine weiße Schlange. Er bückte sich, um das glückbrin­gende Tier aufzuheben, aber die Schlange glitt ihm aus den Händen und eilte rasch den Pfad hinauf. Da rollte sie sich zusammen und lag still, doch als der Schütze wieder nach ihr griff, glitt sie so glatt wie Eis zwischen seinen Fingern durch. Nun war Reor ganz und gar darauf erpicht, das klügste Tier zu besitzen. Er lies der Schlange nach, konnte sie aber nicht erreichen, und sie lockte ihn von dem Pfade fort auf den ungebahnten Waldboden.

Dieser war mit Föhren bestanden, und in einem Föhrenwalde findet man selten Rasen. Aber jetzt verschwand plötzlich das trockene Moos und die braunen Nadeln, Farrenkräuter und Preisel- beerbüsche zogen sich zurück, und Reor fühlte sei­denweiches Gras unter seinen Füßen, lieber der grünen Matte zitterten federleichte Blumenrispen auf sanftgeneigten Stengeln, und zwischen den langen schmalen Blättern zeigten sich die kleinen, halberblühten Blumen der Steinnelke. Es war nur eine ganz kleine Stelle, und darüber breiteten die hochstämmigen Föhren ihre knorrigen, braunen Aeste mit dichten Nadelbüscheln. Doch zwischen die­sen konnten die Sonnenstrahlen viele Wege zur Erde finden, und es war erstickend heiß.

im Kirchspiel Soartborg und galt . Schützen der Gegen. Er wurde getauft, Olof die alter Lehre in Viken ausrottete, fortab ein eifriger Christ. Er war von

von der Moltkestraße nach dem Philosophen- in Angriff nehmen ließ; diese Gegend der ______ ist zu einem der beliebtesten Spaziergänger­gelände geworden, da sie gute Erholungsmöglich­keiten fern vom Trubel des Verkehrs inmitten von Gärten, Wiesen und Wald bietet. Eine schöne Voll-

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nen breitrandigen Hut abhob. Da sah er auf und merkte, daß die Riesentochter erwacht war. Sie saß ganz ruhig in feinem Arm, aber nun wollte sie

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sehr geschätzt wird. Die Bautätigkeit in jenem Ab­schnitt ist ja auch schon in der Nähe des Klingel­baches in Gang gekommen, allerdinas handelt es sich bisher noch um vereinzelte Wohnungsbauten, die natürlich erst noch in einen systematisch geglie­derten Bauplan eingeordnet werden müssen.

In der Nachbarschaft derOstmark" ist nach den E i ch g ä r (e n zu ein gleiches Wohnviertel in flottem Ausbau begriffen, Dem man ebenfalls weit­reichende Zukunftsmöglichkeiten zusprechen muß. Es dürfte wohl nicht mehr allzu lange dauern, bis das gesamte Eichgärtengelände vollständig bebaut ist und damit der bauliche Zusammenhang von der

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freier Geburt, aber arm, schön, aber nicht nom= gewachsen, stark, aber sanft. Er zähmte junge Foh­len mit Blick und Wort allem, und er konnte mit seinem einzigen Zuruf die kleinen Vöglein an sich locken. Er hielt sich fast immer im Walde auf, und Lie Natur hatte große Macht über ihn. Das Wachs­tum der Pflanzen und das Knospen der Baume Ibas Spiel der Hasen in den Waldlichtungen und Der Sprung des Barsches in dem abendstillen See, Der Kampf der Jahreszeiten und der Wechsel der Witterung, dies waren die Hauptgeschehnisse m ."einem Leben. Schmerz und Freude beredete ihm Derlei, und nicht das, was sich unter Menschen

An den wenigen Tagen dieses Sommers, die mit schönem Wetter erfreuten, konnte man zahl­reiche Volksgenossen in den verschiedensten Stadt­vierteln spazierengehen sehen, die dort eifrig Um­schau hielten. Für viele, die nur selten in andere Stadtviertel kommen, gab es dabei allerlei Über­raschungen. Sie kamen gewissermaßen nicht aus dem Staunen darüber heraus, wie verhältnis­mäßig rasch und weiträumig unsere Stadt im Verlaufe von wenigen Jahren angewachsen ist, insbesondere wieder die Bautätigkeit dieses Som­mers die Stadtgrenze immer weiter hinausge­schoben hat. An diesem Wachstum der Stadt nach allen Richtungen hin kann man überzeugend die Auswirkungen des großen Aufbauprögramms unseres Führers und Reichskanzlers sehen und Den erheblichen Anteil feftfteUen, den auch unser 'Gemeinwesen an dem gewaltigen Erfolg des Kampfes gegen die Arbeitslosigkeit und an dem »Einsatz aller Kräfte für die wirtschaftliche Wieder- »gesundung unseres Volkes zu verzeichnen hat. Es iist eine erhebende Sprache der Tatsachen, die -Zeugnis gibt für den glücklichen Wandel der Dinge, den auch unsere Stadtgemeinschaft dem Führer zu danken hat. Lassen wir diese weit- lgehende Veränderung in einem kurzen Rundblick zufamrnenfassend zu uns sprechen!

Arn eindrucksvollsten zeigt sich der Aufschwung in «unserem Stadtbild im sog. O st markenviertel. Dort waren vor gut zehn Jahren die Einwohner ivonPlattenhausen" sozusagen noch abseits unter sich; sie waren eine ArtWaldkolonisten". Dann kam die StraßeAm Kugelberg" hinzu, etwas Jpäter folgten die Bauten parallel zur StraßeAm Kugelberg", anschließend einige Wohnhausbauten öder Hegemag an der Licher Straße. Hieraus erlebten wir die schlimmen Auswirkungen des im­mer schnelleren wirtschaftlichen Niederganges, der iiud) in unserer Stadt zum Stillstand der gesamten Bautätigkeit führte und trotz großen Bedarfs an Wohnungen dem weiteren Ausbau des Stadt- zgebiets im Osten ein Ende bereitete. Erst der wirt­schaftliche Auftrieb durch die großzügigen Maß­nahmen des Führers im Kampfe gegen die Arbeits­losigkeit hat dem Ostmarkenviertel in seiner jetzigen Gestalt das von vielen Volksgenossen begrüßte Da­sein gegeben. Zahlreiche schaffensfrohe Menschen, Die in den vorhergehenden Jahren das furchtbare Glend der Arbeitslosigkeit bitter empfunden hatten, Sonnten bei den Bauten in diesem Stadtteil für sich uunb ihre Angehörigen wieder das tägliche Brot Verdienen. Weitere Kreise der heimischen Wirtschaft Wurden durch diese Arbeiten mit neuer Kraft aus- ggeftattet und konnten ihre wirtschaftliche Erstarkung Weitergeben an andere Arbeitsgebiete. Neben die- ifem großen und dankbar begrüßten Erfolg stand zals weiteres erfreuliches Ergebnis schon nach kar­ger Zeit die Möglichkeit, daß zahlreiche Familien schöne und gesunde Wohnungen in jenem Stadt­viertel beziehen und dabei auch manche Familien aus ungünstigen Wohnungsoerhältnissen heraus- geholt werden konnten. In der schönen landschaft- "ichen Umgebung haben diese Volksgenossen Wohn- iitätten, die insbesondere auch für die Kinder gute Gntwicklungsmöglichkeiten bieten, da neben den gesunden Räumen der Häuser Gelegenheit zum Tummeln in frischer Luft in unmittelbarer Nähe Des Waldes reichlich vorhanden ist. Sogar eine Wahnstation steht jenen Bewohnern in dem Halte- PunktLicher Straße" zur Verfügung, an dem morgens einige Züge zur Fahrt nach der Stadt und nm Abend wiederum mehrere Züge zur Rückkehr Don der Arbeitsstätte kurzen Aufenthalt haben. Eine weitere Ausdehnung dieses Stadtteils ist zu erwar­ten, sobald die Baulandumlegung in dem benach- ckarten GeländeAm Nahrungsberg" durchgeführt jein wird. Es ist ja bekannt, daß jenes Gelände mit guten Baumöglichkeiten in der Front nach Süden

^Emes Tages tat der geschickte Jäger einen guten Zang. Er traf im tiefen Waldesdickicht einen alten Wären und erlegte ihn mit einem einzigen Schutz. Die scharfe Spitze des grünen Pfeiles drang in Das Herz des Gewaltigen, und er rank dem Jager tot gu Füßen. Es war Sommer, und der Pelz Des j Wären war weder dicht noch glatt, dennoch zog der Schütze ihn ab, rollte ihn zu einem harten Bündel Zusammen und ging mit dem Bärenfell auf dem Mücken weiter.

Er war noch nicht lange gewandert, als er einen überaus starken Honigduft verspürte. Der kam von Den kleinen blühenden Pflanzen, die den Boden be- Deckten. Sie wuchsen auf dünnen St.elen, hatten "ichtqrüne, glatte Blätter, die sehr schon 9eaDert waren, unb auf der Svitze des Stengels flei- Tnes Büschelchen, das dicht mit weißen Bluten be- etzt war. Die kleinen Kronen waren nach winzigem Maßstabe geraten, doch aus ihnenragte; e neHeine Bürste von Stempeln auf, deren blutenstaubgefullte Knöpfchen auf weißen Saiten zitterten. Reor dachte. Während er so unter ihnen e'nherglNtz daß diese EBlumen, die einsam und unbemerkt m Waides- Dunkel standen, Botschaft um SpWt Wuf um Ruf aussandten. Der starke honigsüße Duft war ihr Ruf, Der verbreitete die Kunde ihres Daseins weit unter Die Bäume unD hoch bmaufinDie Wolken. Aber es lag etwas Beängstigendes in dem schweren Duft. Die Blumen hatten ihre .Becher gefüllt unb .ihre Tischlein geDeckt, Der geflügelten Gaste har- irenb, aber niemanD kam. Sie Ahnten sich zu Tobe i:n ihrer trüben Einsamkeit in Dem dunkeln, romD- stillen Waldesdickicht. Sie schienen fchreien unD jammern zu wollen, weil Die schonen Schmetter­linge nicht kamen, um bei ihnen zu Gaste zu |em. Da wo die Blumen am dichtesten beisammen stan-

Aber gerade vor dieser kleinen Wiese erhob sich eine Felswand lotrecht aus Dem Boden. Sie lag im Hellen Sonnenschein, und man sah deutlich die moosigen Steinflächen, die frischen Brüche, da wo der Winterfrost zuletzt gewaltige Blöcke gelöst hatte, die großen Stauden Steinwurz, die die braunen Wurzeln in erdgefüllte Spalten drängten, und die zollbreiten Absätze, wo Die Säulenflechte ihre rot- gestreiften Pokale aufrichtete unD eine grasgrüne Moosart auf naDelfeinen Stiftchen Die kleinen grauen Mützen erhob. Die ihre Befruchtungsorgane enthielten.

Diese FelswanD schien in allen Stücken jeder an­dern Felswand zu gleichen ,aber Reor bemerkte sogleich, daß er gerade vor die Giebelwand einer Riesenbehausung gekommen war, und er entdeckte unter Moos und Flechten die großen Angeln, auf denen das Steintor des Berges sich drehte.

Er glaubte setzt, daß die Schlange sich in das Gras verkrochen habe, um sich da zu verbergen, bis sie unbemerkt in den Felsen schlüpfen konnte, und er gab die Hoffnung auf, sie zu fangen. Er spürte jetzt wieder den honigsüßen Duft der sehnsüchtigen Blumen und merkte, daß hier oben unter der Berg­wand eine erstickende Hitze herrschte. Es war auch seltsam still: kein Vogel rührte sich, keine Nadel spielte im Winde, es war, als hielte alles den Atem an, um in unbeschreiblicher Spannung zu warten unb zu lauschen. Reor war gleichsam in ein Gemach gekommen, wo er nicht allein war, obgleich er niemanden sah. Er hatte das Gefühl, als ob jemand ihn beobachtete, es war ihm, als würde er erwartet. Er empfand keine Angst, nur ein woh­liger Schauer durchrieselte ihn, so, als sollte er bald etwas überaus Schönes zu sehen bekommen.

In diesem Agenblick gewahrte er wieder die Schlange. Sie hatte sich nicht versteckt, sie war viel- mehr auf einen der Blöcke gekrochen, die der Frost von der Felswand abgesprengt hatte. Unb dicht unter ber weißen Schlange sah er ben lichten Leib eines Mäbchens, bas im weichen Grase lag unb schlief. Sie lag ohne anbere Decke, als ein paar fpinnroebbünne Schleier, gerabe als hätte sie sich Dort bingeroorfen, nachdem sie Die Nacht hinburch im Elfenreigen getanzt, aber bie langen Gras­halmen unb bie zitternden, federleichten Blumen­rispen erhoben sich hoch über ber Schlafenben, so baß Reor nur unbeutlid) bie weichen Linien ihres Körpers gewahren konnte. Er trat auch nicht näher, um besser zu sehen, aber sein gutes Messer zog er aus ber Scheibe unb warf es zwischen das Mädchen und die Felswand, damit die den Stahl fürchtende Riesentochter nicht in den Berg fliehen konnte, wenn sie erwachte.

Dann blieb er in tiefe Gedanken versunken stehen. Eines wußte er sogleich, das Mädchen, das hier schlief, wollte er besitzen; aber noch war er nicht

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Kaiserallee bis hinüber zum Philosophenwald- Grundstück, dem jetzigen Arbeitsdienstlager, herge­stellt wird. Auch an dieser Stelle bietet die schöne Landschaft mit weiter Blickmöglichkeit hinüber zum Gleiberg und Dünsberg sowie zum Hangelstein einen besonderen Anreiz für Baulustige. Unmittel­barvor der Haustür" hat überdies bie Stadtver- roaltung mit ber Erfüllung eines feit Jahren be- ftehenben Wunsches nach Verschönerung ber Land-.