Trotzki wird interniert
iröen. Damit markiere i)eur|a)iano in oeöug . -- <•
f die Höhe der Rundfunkteilnehmer mit England in Detnebbefindlicheri Fernsehstuven n rrerun zweiter Stelle. Im R^ndfuykgeschäftsjahr 1932/33, standen wahrend der Olympischen Spiele weitere -n 1 340 000, im vorigen Geschäftsjahr 1 939 000 115 Fernsehstuben zur Verfügung.
an
seien 1340 000, im vorigen Geschäftsjahr
sendung gelangen. .
Die Zahl der Rundfunkteilnehmer sei in den hinter uns liegenden Jahren wieder um fast eine Millirm von 6 516 732 auf 7 404 144 erhöht worden. Damit marschiere Deutschland in bezug aus die Höhe der Rundfunkteilnehmer mit England
men, zum Mithören aufzufordern.
4. Das Programm des Rundfunks muß so gestaltet werden, daß es den verwöhnteren Geschmack noch i n t e r e ssi e r t und dem a n - spruchsloseren noch gefällig und ver- st ä n d l i ch erscheint. Es soll in einer klugen und psychologisch geschickten Mischung Belehrung, Anregung, Entspannung und Unter- Ha l t u n g bieten. Dabei soll besonderer Bedacht gerade auf Entspannung und Unterhaltung gelegt werden, weil die weitaus überwiegende Mehrzahl aller Rundfunkteilnehmer meistens vom Leben sehr hart und unerbittlich angefaßt wird, in einem nerven- und kräfteverzehrenden Tageskampf steht und Anspruch darauf hat, in den wenigen Ruhe- und Mußestunden nun auch wirkliche Entspannung und Erholung zu finden. Demgegenüber fallen die wenigen, die nur von Kant und Hegel ernährt werden wollen, kaum ins Gewicht.
5. Es ist nicht wahr, daß Rundfunk oder Film b ejc Kultur Schaden zugefügt hätten. Gewiß entspricht es den Tatsachen, daß die reine Schauspielkunst, künstlerisch gesehen, der filmischen Wiedergabe überlegen ist, genau so wie ein Musikstück bei unmittelbarem Hören auch unmittelbarer wirkt als bei mechanischer Wiedergabe durch Rundfunk. Das aber steht ja gar nicht zur Debatte. Es steht zur Debatte, ob es für die Millionen Menschen, weit* verstreut im Lande, besser ist, niemals Beethoven oder Wagner oder sie w e n i g st e n s über den Rundfunk zu hören, und niemals einen großen Schauspieler oder ihn wenigstens im Film zu sehen.
London. 28. Aug. (DNB.) Der Vorsitzende der sowjelrussischen Handelsdelegation in Großbritannien O z e r s k i ist nach einer „Exchanges-Meldung nach Moskau zurückberufen worden. An seiner Stelle ist der gegenwärtige Leiter des Rauchwarentrusts Staschewski ernannt worden. Ob Ozerfki der Aufforderung, nach Moskau zu kommen, Folge leisten wird, ist noch unbekannt.
zu mir: „Ich weiß schon, warum du so grün im Gesicht bist, mein Kind, das ist nicht die Gelbsucht, sondern die Bosheit."
Bubensommer dann — mit Kopfsprüngen in das kühle aufspritzende Wasser, dazu das Zählen des Schwimmeisters: ein—e! zwei—e! Tauchen nach Geldstücken in die geheimnisvolle grüne Tiefe mit den aufperlenden Luftbläschen, eine Freischwimmer- prüsung über einen kleinen Fluß, Kahnfahrten mit Umwerfen und unter dem Wasser unter das kiel- obenschwimmende Boot tauchen, damit die guten Leute am Ufer glauben sollen, diese lieben Jungen seien allesamt ersoffen ...
Arme um den fchaumbeflockten Hals schlingen und ihm einen Kuß auf die weichen Nüstern geben.
Dann aber die große Sommerschlacht von Lublin bis Lemberg in dieser grenzenlos weiten Landschaft, wo man sich nachts eher unter den Sternbildern des Himmels zurechtfindet als auf den Wegen, die sich in den großen Wäldern verlieren, während draußen, am Himmelsrand die Dörfer aufflammen.
Eine eiserne Treppe in einer russischen Kaserne, die dicht unter das Dach führt; von dort kann man durch die vor Hitze zitternde Luft, weit hinaus, bis zur Wolga sehen. Ueber die Dächer her kommt weißer Taubenflug und verliert sich, eine fröhliche Himmelsschrift, draußen im Blauen. Ein Leierkasten tönt herauf. Heimweh und Glück machen traurig und selig zugleich.
Ziehen wir hier den Schleier rasch wieder zu und zeigen wir ein anderes Bild, einen See, ein Boot und in dem Boot da liegen wir und hören die leichten Wellen an den Kiel plätschern und halten die Augen geschlossen. Da rauscht es über uns, wir blicken auf, Wildenten find es, deren Flügelschlag unser Herz mit der Botschaft des Der- gänzlichen rührt. Oben am Himmel aber stehen wie eine Waage mit gleichschweren Schalen eine kleine rötliche Sonne und ein blasser Mond, als würde die Zeit ausgewogen am längsten Tage des Jahres.
sah.
Kindersommer am Meere, mit dem weichen Sand der Dünen zwischen den Zehen — und die Frage der Mutter: „Wo sind denn alle Kirschenkerne hin?" — „Die habe ich alle geschluckt!" — Beileibe nicht aus Uebermut oder aus Bosheit, nur weil während des Spielens wirklich keine Zeit zum Ausspucken war. Dann aber dürfen alle baden gehen und der Kerneschlucker muß im Bette liegen. Da besucht ihn eines Tages der gute Onkel, der Kopfschmerzen hat und die Brille abnimmt. „Ich wußte gar nicht, wie schön man von diesem Fenster aus bas Meer sehen kann. Ja, das Meer, es ist ein erhebender, ein herrlicher Anblick!"
Da richtet sich der kleine Junge mit der Gelbsucht ein wenig im Bett auf und blickt dem Onkel über bie Schulter, er will auch wissen, welches Meer der Onkel denn da sehen kann und da merkt er, daß cs das große, in der Sonne blitzende Blechdach dort brühen auf dem Hof ist, was der Onkel für das Meer hält. So habe ich zum erstenmal erfahren, was ein Dichter ist, der sich auch über den Schein freut, aber es kam mir ein wenig lächerlich vor, weil der Onkel wirklich ein erhabenes Gesicht machte. Sie Brille versteckte ich, denn ich war ein gutes Kind und wollte dem Onkel keine Enttäuschung bereiten. Aber ein paar Tage später sagte die Tante
straft — hört ihr, dort tief unten rauscht die Pasterze.
Aber einmal gehen wir mit dem Tandel Simon- lehner, vulgo Perlehner, Schafe suchen, die sich in den Wäldern verstiegen hatten. Wir steigen auf Leitern aus Lärchenbäumen die steilen Wände hinan, wir locken: „Huzala, Huzala", dann trete ich auf ein Schneebrett, der Fuß rutscht ab, in sausender Fahrt geht es hinunter. Irgendwie bekam die Hand doch einen Latschenzweig zu fassen, nun liegt man da, zerschunden und blutig.
Auf dem Heimweg zittern noch ein wenig die Knie und die Mutter meint, wie sie ihren Jungen so zugerichtet sieht: „Ich seh schon, dich werden sie noch einmal auf einer Bahre nach Hause bringen." Nun, ich bin auf einer Bahre nach Hause gekommen, aber das war ein wenig später, im Kriege.
Vorher aber noch die ersten Manöver, da bie Brust so von Glück war, daß man ganz vorschriftswidrig, allein auf Patrouille, vor Freude über das schöne Leben, das hohe Korn und die Lerchen oben im Blau, zu brüllen begann, weil es einem sonst das Herz abgedrückt hätte. Und immer, im tiefen Flug um die Beine des Pferdes, bie Schwalben als Begleiter, ja, da muß man — zur größten Verwunderung des Dienstpferdes, diesem die
Scheidender Sommer.
Don Bruno Brehm.
Jetzt, ba sich in ber früh herabsinkenden Dämmerung Gegenwart und Vergangenheit die Hände reichen, ba sich dieser dahingehende Sommer zu allen andern Sommern unseres Lebens gesellt, wollen wir ihrer, die unsere Jahre gekrönt, gewärmt und beglückt haben, so gedenken, als wären sie alle einer gewesen, in welchem wir selig an der Brust dieser guten Erde gelegen sind.
Kindersommer, nach grauen Schuljahren, geduckt im kühlen Schatten des Waldes, auf der Suche nach braunen Schwämmen, herumkriechend zwischen Stachelbeeren und Johannisbeeren, mit einem Butterbrot in der Hand, das nicht schmecken will, weil die Butter in der Sonne zergangen ist — und auf einmal ist man von den längerwerdenden Abenden überrascht, sitzt lange im Finstern und hört die Geschichten von dem edlen, gerechten, aber grausamen Räuberhauptmann Schinderhannes, kann gar nicht begreifen, daß dies noch der gleiche Sommer fein soll, zu dessen Beginn man zwischen stacheligen Brombeersträuchern und bösen Brennesseln auf den weiten Schlägen so viel Erdbeeren gepflückt hat, daß man abends vor dem Einschlafen die roten Küglein durch den heraufziehenden Traum rollen
Entspannung und Unterhaltung im Vordergrund des Rundsunkprogrannns.
Statin setzt die„Säuberungsaktion" fort
Der sowjetrufsische Handelsdelegierte in London abberufen. Frau und Kinder auf ein Sowjetschiff verschleppt.
Eine Wasserschlacht können wir aufsprihen sehen, zwei Segelboote rauschen hart nebeneinander her, ein Mädchen soll geraubt werden, wir haben sie schon bei den Händen gefaßt, aber ihr Helden« Hafter Verteidiger hält die Zappelnde noch bei den Füßen fest, er geht lieber mit seinem Boot unter und reißt uns mit, als daß er feine Herzdame auf« gegeben hätte. Geschrei, Lachen, Spritzen — Mädchen wird zu einem solchen Verteidiger be« glückwünscht.
Die Tische der Felder sind schon abgedeckt, das Abendrot des Jahres, die rötlich blühende Heioe und die rotwangigen Aepfel leuchten auf und unter den Giebeln der Stadeln und Häuser hängt ^or dem bräunlichen Holz, Kolben an Kolben, per golden prunkende Mais. Nun heben wir noch em« mal den Arm und teilen wieder den Schleier. Ee* reinigt von Dünsten, mit weiter Sicht, in klarem Licht liegen das Land, die Seen, das Meer, ox Berge und die Wiesen vor uns. Gegenwärtig m der Sommer noch, wir können uns noch oie|e ober jenen Tag pflücken, können in der Sone U gen ober aus bem Schatten in das Bunte, hinausblicken, wir können für ben Winter ernt unb für spätere Tage, beren Zukunft ungewiß uno beren Geschenke vielleicht herb unb bitter |e» werben.
„Daily Telegraph" weist darauf hin, baß die Abberufung Ozerskis kurze Zeit nach der Abreise des sowjetrussischen Botschafters, Maisky, erfolgte, der zusammen mit Ozerski der eifrigste Unterstützer der britisch-russischen Handelskammer gewesen sei. „Morning Post" kommt auf die Verhaftung des bisherigen sowjetrussischen Militärattaches in London, General Putna, zu sprechen und berichtet, daß dieser sehr bald vor ein Militärgericht gestellt werben würde. „Daily Heralb" schreibt, baß bie Abberufung Ozerskis bi e sowjetrus -
Oslo, 28. Aug. (DNB.) Wie ber Norwegische Justizminister bekanntgibt, hat die norwegische Regierung beschlossen, Trstzki und seine Ehefrau zu internieren. Der Grunb für diesen Beschluß liegt in der ausdrücklichen Weigerung Trotzkis, die ihm auferlegte Bestimmung, sich nicht mehr politisch zu betätigen, anzunehmen. — Die beiden Sekretäre Trotzkis werden aus dem norwegischen Staatsgebiet aus»
6 Für die Bildung eines Volkes darf niemals ber Grundsatz gelten: „Alles ober nichts". Man muß im Gegenteil in ewigem eifrigem Bemühen bas Bildungsniveau eines Volkes z u heben unb z u befeftigen suchen. Verwerflich aber ist jener Stanbpunkt geistigen Hochmutes, ber mit Verächtlichkeit auf ein niebrigeres Bildungsniveau herunterschaut. Auch der Rundfunk darf nicht im luftleeren Raum eines überspitzten und damit massenfremden Bildungsideals wirken. Er soll im Gegenteil ben Geschmack des Volkes durch systematische Arbeit veredeln, fein Bildungsniveau nicht mit Hochmut belächeln, sondern mit Liebe und eifernder Hingabe heben."
Es ist nicht wahr, daß die ungeheuren dynamischen Kräfte dieses Jahrhunderts Feinde des Menschen seien; sie sind seine Diener unb Freunbe, wenn eine kluge unb überlegene Staatsführung bie Kunst beherrscht, sie zu regulieren, zu führen unb planmäßig einzusetzen. Im Rahmen einer ganz neuartigen Menschenführung, wie sie vom Nationalsozialismus zum ersten- mal praktisch eingeleitet würbe, ist ber Runbfunk eines der wichtigsten Volkserziehungs-, Dolksfüh- rungs- und Volksbildungsmittel. Möge auch von der diesjährigen Schau des deutschen Rundsunkschaj- fens ein starker Impuls ausgehen. Möge auch ste mithelfen, die deutsche Volksgemeinschaft zu zimmern und die Kraft und die Fähigkeit des Rundfunks selbst zu vermehren, Glück und Frieden ben deutschen Menschen zu bringen. Ich verbinde mit
Reichsminister Dr. Goebbels gab bann eine Reihe von Gesichtspunkten für bie P r o g r a m m g e ft a l- tung: 1. Bei einer Teilnehmerzahl von fast fiebern einhalb Millionen muß das Programm des Rundfunks nach der unterhaltenden wie nach der künstlerischen Seite entsprechend seiner Massenzuhörerschaft möglichst vielseitig sein. Für ihn gilt in der Tat das Goethewort: „Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen. 2. Es ist selbstverständlich, daß bei einem Tagesprogramm eines einzigen Senders, das meistens von morgens 6 bis nachts 1 Uhr ununterbrochen abrollt, Im Laufe der Zeit auch manche Minderwertigkeit mit unterlaufen muß. Es ist ungerecht, vom frühen Morgen bis in die Nacht hinein ein Rundfunkprogramm abzuhören, feine Höhepunkte zu vergessen und feine Tiefpunkte zu kritisieren. 3. Das Niveau des Rundfunkprogramms darf nicht zu tief gesenkt, aber auch nicht z u hoch geschraubt werden. Jede Sendung muß darauf Bedacht nehmen, daß sie von Millionen Teilnehmern nicht nur gehört, sondern auch verstanden werden will. Es ist etwas anderes, in einem Konzertsaal ober Theater mit einer immerhin begrenzten Teilnehmerzahl höchste Kunst in Ton unb Wort zu bringen, ober im Rundfunk, ohne baß durch unmittelbares optisches Teilnehmen das Verständnis erleichtert wird, Millionen Menschen, die aus allen Volksklassen und Bildungsschichten stam-
pflücken — ohne Erlaubnis — einige Birnen, legen uns auf ben Rücken, becken uns mit dem Bauche zu und schlafen, wie man nur mit siebzehn Jahren schlafen kann.
* Kohlröserln, zum erstenmal gepflückt auf einem windigen Joch, Habichtschreie in der Luft, Pfeifen ber Murmeltiere — o biefer zarte, milde Duft, der alles Glück des Sommers in sich schließt, die ersten Schreie der Gipfeldohlen und unten, tief unten ziehen die kleinen Straßen durch das Land, schleicht unendlich langsam ein Zug mit einer Rauchfahne dahin, blinkt ein Fluß, liegt der Flickenteppich von Feldern, Wiesen und Wäldern.
Klirren im Gestein. Horch! Das sind Gemsen. Wo denn? Ja, wo denn? Dort drüben stehen unb äugen unb sichern sie unb ziehen langsam höher hinan. Aus Den Latschen buftet bas Harz, ber Schnee kühlt ben Puls — ja unb ba stehen wir drei bumme Jungen, ausgerüstet mit einem Wäschestrick, überhören bie Warnungen der Bergführer und wollen gerade durch die Wand da hinauf. Diesmal wurde Dummheit unb Uebermut nicht be
kamen über 3000 Berichte zur Sendung Allein 10 000 Schallplatten wurden in den Hauptsprachen der Welt aufgenommen. Es erwies sich als notwendig, 17 Rundfunkzentralen einzurichten, bie von 29 europäischen und außereuropäischen Sendegesellschaften benutzt wurden. Die Hauptschalttafel mit einer Länge von 21 Meter und einer Höhe von 2,5 Meter wies 10 000 Eingangsbuch- fen auf, sie ist geradezu ein Wunderwerk der Technik. Es konnten zur gleichen Zeit 70 Sendungen auf Platten ausgenommen werden und 30 verschiedene Sendungen nach allen Erdteilen zur Aus
sischeKolonie inLondon in panischen Schrecken versetzt habe. Frau Ozerski und ihre beiden Kinder seien verschwunden und es werde befürchtet, daß sie an Bord eines Sowie t s ch i f f e s verschleppt worden seien, das morgen von hier aus nach Sowjetrußland ab fahr en werde. Vermutlich würden sich deshalb bie Aus- wanderungsbehörden bie Passagierliste des Schiffes genauer ansehen. Die sog. „Säuberungsaktion" ber Sowjets erstrecke sich nahezu über bie ganze Welt. Wenn irgenbein Sowjetrusse heute etwas gegen einen anberen habe, so bringe er ihn ber Moskauer Behörbe gegenüber mit dem angeblichen Trotzki-Komplott in Serbin« düng. „Daily Mail" erklärt, amtliche britische Stellen seien über bie Abberufung sehr er« staunt gewesen, weil bas Handelsministerium erwarten könne, von einem derartigen Schritt unterrichtet zu werden. Das Blatt erinnert daran, daß Ozerski besonderen Anteil an der 10- Millionen-Pfund-Anleihe für Sowjetrußland gehabt habe. _______
Jünglingssommer mit erster, scheuer Liebe voll Angst und Bangen, Parkbänke mit eingeschnittenen Herzen unb Schulhefte mit den ersten Gedichten — bann bie ersten Bergfahrten, ber erste Anblick eines funkelnd weißen Schneefeldes gegen den von Bläue bebenden Himmel über ben grellen Zacken bes Kalkgesteins — ja, unb bann finb wir einmal ein wenig von daheim burchgebrannt, weil wir es nicht mehr aushalten konnten, baß allmorgenblich die liebe Frau Konsul ben Arm aus dem Schal wickelte und von der Terrasse der Pension bei Sonnenschein und Nebel auf bas Gebirge zeigte unb ihren Gemahl fragte: „Liebes, siehst bu bie S'h'ichenspitze?" Dann sind wir, nur mit einer Schwimmhose unb einer Zahnbürste bewaffnet unb mit unwahrscheinlich wenig Gelb, bavongeschlichen unb quer durch bas Salzkammergut gezogen unb hatten babei als rauher Jüngling bas Gefühl, als wären wir ganz unvermittelt auf ben Monb geraten. Da gab es auf einmal Bürschchen in unserem Alter, aber es waren geschniegelte unb gebügelte Bürschchen mit weißen Hosen unb weißen Schuhen, ben Tennisschläger unter bem Arm, geschleckte Knaben, bie es verstauben, mit Mäbchen zu scherzen unb zu plaubern — ba flanierten sie so auf ber Stranbpromenabe auf unb ab, als könnte bas ihr ganzes Leben lang so weitergehen unb zogen sich babei meine abgrundtiefe indianische Verachtung zu. Nachdem ich aber alle Seen dort, wo sie am breitesten waren, durchschwommen hatte — immer mit einem Auge nach den in den Badeanstalten Zurückbleibenden schielend, ob diese auch merkten, welch verfluchter Kerl ich war —, da war dann auf einmal bas ohnehin schon so knappe Geld zu Ende unb die reuemütige Heimkehr schien an der Zeit. Im Laufschritt also ein Seeufer entlang, aber da pfiff schon das Züglein, die Berge wiederholten höhnisch den langgezogenen Pfiff und da stand ich mit dem Fahrgeld, von dem sich nichts . mehr herunterbeißen liefe und konnte bis morgen , warten. Aber immer gibt es etwas, was den ; Kummer tröstet unb hier war eine Tafel mit einem : Derschen von Busch:
Gin Rundgang.
Ein Fernsehgespräch mit Dr. Goerdeler, Leipzig.
Reichsminister Dr. Goebbels besichtigte im Anschluß an bie Eröffnungsfeier bie Ehrenhalle, Die Schau der Funkwirtschaft und den Fernsehprogrammbetrieb. Das besondere Interesse des Ministers galt dem A u t o z u g d e r R e i ch s p r o p a - qandaleitung, ber ben Eingang zur Ehrenhalle flankierte unb mit allen für Großübe^ragun- gen erforberlidjen runbfunktechnifchen Einrichtungen ausgerüstet ist. Der Leiter bes Reichspropaganda, amtes der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Geiger, zeigte bem Minister eine im Dienste der Freizeitgestaltung vorbildlich ausgerüstete Maschinenhalle, worin u. a. der Arbeitsfrontempsänger einen Ehrenplatz einnimmt. Nach diesem Vorbild sind bereits viele hundert Betriebe ausgerüstet worden Viel Aufmerksamkeit schenkte der Minister der nach Dr. Vierling konstruierten großen Tonorgel. Weiter interessierte ihn besonders der deutsche O l y m Pia - Koffer. Der Konstrukteur, Ingenieur Hans Sta- niend, erläuterte dem Minister die Konstruktion unb Verwendbarkeit dieses transportablen Empfanggerätes.
Beim Eintritt in die Fernfehha11 e empfing ihn der Programmbetrieb des Fernsehsenders Paul Nipkow. In einer aktuellen Bildschau wurde ihm seine Ankunft in ber Festhalle wenige Zeit vorher in ausgezeichneten klaren Silbern gezeigt. 3n einer Fernsehsprechzelle ber Reichspost sprach der Minister mit dem Leipziger Oberbürgermeister Dr. G o e r b e l e r. Auf ben Ständen ber Fernseh- inbuftrie fanben bie hochzeiligen Silber von großer Klarheit unb Scharfe sein besonberes Interesse. Hier würben auch moberne Großprojektionsanlagen vorgeführt, bie bie Fernsehbiiber auf eine Wand- fläche von einem Quadratmeter projizieren. Abschließend besichtigte der Minister die Freilicht- f e r n s e h b ü h n e, auf der der Fernsehsender Paul Nipkow gemeinsam mit dem Volkssender seinen Programmdienst durchführt. Zum ersten Mal werden hier Männern und Frauen aus dem Volke die Arbeitsgänge des Fernsehens vom Geschehen über den Empfänger bis zum leuchtenden Fernsehbild vorgeführt.
Gerate und in diesem Jahr bis zum 3 0. Juni schon 1300000 Geräte abgesetzt worden. Don zwei Millionen Volksempfängern VE 301 seien bereits 1944 886 verkauft. Die Zahl der im Rundfunk a n g e ft e l (t e n P e r s onen sei von 2019 im Januar 1933 auf 3395 bis zum 30. Juni dieses Jahres gestiegen. Wahrend früher für Honorare und Sendegebuhren ährlich 9,5 Millionen NM. ausgeworfen wurden, stehen heute für den gleichen Zweck 1 7 2R i ll i o - nen zur Verfügung. Von den gesamten dem Rundfunk zur Verfügung stehenden Mitteln erüsallen 74 v. H. auf die Sendungen, 16 v. H. auf bie Technik und 10 v. H. auf die Verwaltung.
Am 15. Januar 1936 wurde der regelmäßige Fernsehbetrieb des Fernsehsenders „Paul Nipkow" Serlin ausgenommen. Neben .den zehn
Ein Vergnügen eigner Art Ist unb bleibt bie Wasserfahrt.
Lesen unb beherzigen ist eines, wir besteigen einen nicht angeschlossenen Kahn, rudern auf bas andere Ufer, bedanken uns bei dem gastlichen Soot,
Grubenarbeiterstreik in Frankreich.
Paris, 28. Aug. (DNS.) Im Bergbaugebiet von Lens kam es auf den Gruben von Ostricourt zu einem Streik, der sich zu einem Generalstreik in dem ganzen Gebiet auswachsen kann. Schon weht bie rote Fahne auf einem Schacht« eingang. Der Grubeningenieur und der Polizeichef entfernten zweimal die Fahne. Sie wurde ihnen jedoch jedesmal wieder von den Streikenden entrissen und von neuem gehißt. Die Streikparole wird bereits von über 1100 Arbeitern befolgt. Im Grubengebiet von Ostricourt werden rund 40 polnische Auf eher beschäftigt, deren E n t l a s s u n g die franzö ischen Bergarbeiter fordern mit der Vehauptung, daß diese Aufseher wiederholt bie Arbeiter schwer mißh anbelt hätten. Es würbe beschlossen, wohl in die Grube einzufahren, aber nicht z u arbeiten. Man fürchtet, daß sich die Streikbewegung auf bas ganze Grubenbecken ausdehnt.
Das neue österreichische Iugeridae eh.
Wien, 28. August. (DNB) Ein Gesetz über bie vaterländische Erziehung der Jugend außerhalb der Schulen ist in Kraft getreten. Die beiden großen Jugendvcrbände, die O st märkischen Sturmscharen unb ber Heimatschutz, werden bestehen bleiben, aber einem Dachverband „O e st e r r e i ch i f ch e s Jungvolk" untergeordnet. Um auch die in den Bewegungen nicht organisierten Jugendlichen zu erfassen, wurde die Vestimmung erla|- sen, daß alle österreichischen Jugendlichen zu Veranstaltungen und Hebungen bes Oesterreichijchen Jungvolks herangezogen werben können. Eine Ausnahme wirb nur mit den im Konkordat genannten katholischen Jugendorganisationen gemacht. Alle Vereinigungen, die vornehmlich religiösen Zwecken dienen, einen Teil der Katholischen Aktion bilden und als solche laut Konkordat der Diözesangewalt unterstehen, werden nicht dem Unterrichtsministerium untergeordnet.
gewiesen.
Lenins Witwe kritisiert die Todesurteile.
Stalin droht mit Verbannung.
Moskau, 28. Aug. (DNV.) In Moskau sind Gerüchte verbreitet, daß zwischen Stalin und der Witwe Lenins, Krupskaja, ein ernster Konflikt ausgebrochen sei. Die Krupskaja, auf deren Fürsprache bei Stalin im Januar 1935 S i n o w» j e w und Kamenew, die der moralischen Schuld an der Ermordung Kirows angeklagt waren, nur zu einer Gefängnis- und Verbau- nungsftrafe verurteilt wurden, habe heftige Kritik an bem Tobesurteil gegen Sinowjew und Kamenew, die zu den engsten Mitarbeitern Lenins gehörten, geübt. Darauf fall es nach einer Lesart zu einer hitzigen Aussprache zwischen ihr unb Stalin gekommen sein, in beren Verlauf Stalin ber Witwe Lenins fchärfftens untersagt hat, sich m bie politischen Angelegenheiten feines Regimes einzumischen. Nach einer anberen Lesart hat Stalin es überhaupt abgelehnt, bie m r u p s • faja z u empfangen, worauf sie eine B e • schwerbe an bic Parteileitung gerichtet habe. Es wirb mitgeteilt, baß ber Witwe Lenins bic Verhaftung und die Verbannung aus Moskau drohe.
diesem Wunsche meinen unb des deutschen Volkes
Dank an alle die, die an der Gestaltung bes deut- . . .. w
schen Rundfunks mitarbeiten, vom Intendanten bis Norwegen unterbindet revolutionäre Hetze, zum letzten Arbeiter. Das ganze Volk ist täglich *- w
Zeuge dieser Arbeit, und es will, daß sie getan werde im Geiste der Freude, die alle Deut- schen am Werk- und Feiertag verbindet. In biejem Sinne erkläre ich die Große Deutsche Funkausstel- lung 1936 in Berlin für eröffnet.


