Ausgabe 
29.2.1936
 
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Die Zührerlausbahn im Reichsarbeitsdienst

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den Leitern der Stu»

der Studenten.

Berlin, 28. Febr. (DNB.) Bor des Reichsleistungskampfes

bringen, die der deutsche Generalstab und mit ihm das ganze deutsche S)eer für den tapferen Bundes­genossen von einst empfindet.

Mit um so größerem Bedauern mußte der Gene­ralfeldmarschall feststellen, daß der österreichische Gast nicht erscheinen konnte, weil die der­zeitige österreichische Regierung seine Ausreise nach Deutschland als nicht erwünscht bezeich­net hatte. So unerfreulich auch das Hinübergreifen des politischen Streites in die Sphäre der alten Waffenbrüder von einst ist, so mögen der ver­diente General und seine alten Soldaten sich damit trösten, daß die Erinnerung an die ge­meinsamen Kämpfe des deutschen Volkes und die großen Leistungen des österreichischen Heeres nie verblassen wird.

NerBauderneuenHochschule

Reichsminister Rust zum Leistungskampf

gingen, aber es gibt andere große Völker, dle we- tiger als wir immun gegen den bolschewistischen Sazillus sind." Der Führer erklärte zum Schluß, laß Frankreich, wenn es nur wolle, für immer jener angeblichen deutschen Gefahr «in Ende bereiten könne, weil das deutsche Solk vollstes Vertrauen zu seinem Führer habe und lief er Führer d i e Freundschaft mitFrank- reich wünsche.

Aussichten für Sonntag: Wechselhaftes Wetter mit zeitweiliger Aufheiterung, aber auch ein­zelnen Niederschlägen, nachts vielerorts leichter Frost, Windrichtung veränderlich.

Aussichten für Montag: Noch unbestän­dig, aber nicht durchweg unfreundlich.

Lufttemperaturen am 28. Februar: mittags 3,2 Grad Celsius, abends 2,1 Grad; am 29. Feo

Empfänge beim Hülfter.

Berlin, 27. Febr. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler empfing heute den neuernann­ten deutschen Gesandten für Estland, Frowein. Der Führer und Reichskanzler empfing ferner den Grafen Hutten-Czapski, der ihm sein Buch 60 Jahre Politik und Gesellschaft" überreichte.

Ein verhinderter Gast.

Berlin 28. Febr. Die NSK. meldet u. a.: Die Schlieffen-Gesellschaft die Vereint- auna der ehemaligen und aktiven deutschen General­stabsoffiziere hatte zu ihrer Generalversammlung auch den österreichischen General der Infanterie Alfred Krauß den Sieger von Tolmein geladen. General Krauß, der im Ruhestände in Wien lebt, ist einer der verdien­testen Heerführer aus dem Kriege und weit bekannt geworden durch seine Schriften über den Gebirgs­krieg Der Vorsitzende der Schlieffen-Gesellschaft, Generalfeldmarschall von Mackensen, wollte durch die Einladung des Generals Krauß und seine Ernennung zum Ehrenmitglieds der Schlieffen- Gesellschaft die hohe Wertschätzung zum Ausdruck

Knedensficherung durch friedliche Aenderung. Sin englischer Völkerrechtslehrer spricht in Berlin über die künftige Gestaltung der zwischenstaatlichen Beziehungen.

dierenden im Haus der Jugend in Berlin- Neukölln sprach Reichsminister R u st über die nationalsozialistische Ausrichtung der Hochschule. Die Hochschule zeige noch kein geschlossenes Bild der nationalsozialistischen Bewegung, während die Arbeiterschaft in gläubigem Vertrauen ihr schweres Los trage und dem Führer folge. Während alle Gebiete des öffentlichen und politischen Lebens vom Nationalsozialismus total erfaßt seien, müsse man im Bezirk der geistigen und kulturellen Belange das Umgekehrte erleben.Je mehr wir uns dem

Zentrum der alten Kräfte nähern", fo sagte der Minister,umso zäher scheint die Materie zu wer­den. Der Weg zu einer völligen geistigen Umge­staltung ist darum so schwer, weil gerade in den Bezirken der Forschung und der Wissenschaft die Umkehr zum großen Teil für ihre Träger gar nicht mehr möglich ist." Er beneide die Studenten tief darum, daß sie einmal berufen seien, eine ganz neue Wissenschaft und eine ganz neue Hochschule zu bauen. Was heute noch in der Geisteswissenschaft lebe, das sei von gestern und vorgestern. Der Kampf werde noch schwieriger da­durch, daß diese Kräfte, die er mit keinem Wort angreife und beleidige, als das Ergebnis der all­gemeinen deutschen Geschichte aufzufassen seien. Das Tragische aber sei, daß ihnen nicht schon jetzt eine junge, völlig geschlossene Stu­dentenschaft gegenüberstehe. Die Gründe hier­für seien weniger weltanschaulicher Art als vielmehr in einem mangelnden Mut zum Einsatz und einem Trägheitsgesetz zu suchen.Der nationalsozialistische Student jedoch ist dazu berechtigt und berufen, diesen Zustand zu überwinden, denn der Kampf, der hier zu führen ist, ist der Kampf der Parte i." Dem Reichsleistungskampf komme des­halb so große Bedeutung bei, weil der Student sich in diesem Wettstreit neben seinen gleichaltrigen Ar­beitskameraden stelle. Alle Studenten, die sich an diesem ersten Reichsleistungskampf beteiligt haben, hätten bewiesen, daß der Geist eines Horst Wes­sels unter den deutschen Studenten lebendig sei. Die Arbeiten seien der erste positive Beitrag der deut­schen Studentenschaft zu einer nationalsozialistischen Ausrichtung der Wissenschaft.

NSG. Die Führerlaufbahn im Reichsarbeitsdienst unterscheidet zwei Laufbahnzweige: 1. den unte­ren, der die Dienstgrade vom planmäßigen Trupp­führer an bis zum Unterfeldmeister ein­schließlich umfaßt und 2. den mittleren und höheren, dem die Führer vom Feldmeister an aufwärts angehören. Zwischen den beiden Laufbahnen, die in ihrem ersten zwei Probejahre umfassendenAbschnitt zusammenfallen, besteht keine feste für den Einzelnen endgültige Trennung, sondern es ist jedem Angehörigen der unteren Füh­rerlaufbahn die Möglichkeit gegeben, auch später durch Erfüllung der geforderten Voraussetzungen in die mittlere und damit unter Umständen auch in die höhere Laufbahn aufzusteigen.

Die Aufgaben des Reichsarbeitsdienstes stellen höchste Anforderungen an seine Führer. Entsprechend diesen Anforderungen muß auch der allge­meine Bildungsgrad, insbesondere bei den Anwärtern für die mittlere und höhere Führerlauf­bahn eine angemessene Höhe aufweisen. Es sind keine Vorschriften erlassen, daß alle Anwär­ter für die mittlere Führerlaufbahn das Abitur haben müssen. Der Unterschied in der Laufbahn zwi­schen den Abiturienten und den Nichtabiturienten be­steht lediglich darin, daß letztere den Nachweis der nötigen geistigen Veranlagung und der für einen Arbeitsdienstführer der mittleren Laufbahn erforder­lichen positiven Kenntnisse in der Ersatzprü - sung zu erbringen haben.

Oie untere Zührerlausbahn

Der Ausbildungsgang für die untere Führerlauf, bahn dauert zwei Jähre (Probejahre) und fällt mit dem ersten Abschnitt der Ausbildung für die mittlere und höhere Führerlaufbahn zusammen, ohne Unterschied zwischen Anwärtern für die eine ober die andere Führerlaufbahn.

Der Ausbildungsgang umfaßt ein halbes JahrReichsarbeitsdienst als Arbeitsmann, ein Vierteljahr T r u p p f ü h r e r s ch u l e nach deren erfolgreichen Besuch, einDierteljahr praktischen Außendienst als außerplan­mäßiger Truppführer. Ferner gehört zu der Aus­bildungszeit die Ableistung von einem Jahr Wehrdienst, der zwischen die sechsmonatige Dienstzeit als Arbeitsmann und den Besuch der Truppführerschule oder im Anschluß an die dreimona­tige Dienstzeit als außerplanmäßiger Truppführer abzuleisten ist. Nach Beendigung des Ausbildungs­ganges und nachdem sich der Anwärter vorher zu einer ununterbrochenen Dien st zeit von mindestens zehn Jahren verpflich- t e t hat, erfolgt die Ernennung zum planmäßi­gen Truppführer. Die Beförderung zum Obertruppführer und Unterfeldmeister erfolgt auf Grund der Bewährung nach Erfüllung der für diese Dienstgrade vorgeschriebenen Dienstzeit. Bei der vorgenannten Verpflichtung von mindestens zehn Jahren wird die Ausbildungszeit im Reichsarbeits­dienst und der Wehrdienst, also insgesamt zwei Jahre in Anrechnung gebracht. Es besteht ferner die Möglichkeit, jederzeit aus der unteren Führer­laufbahn durch Ablegen der Ersatzprüfung bzw. durch Vorlegen des Reifezeugnisses zur Feldmeisterschule und damit in die mittlere (und unter Umständen auch die höhere) Laufbahn aufzusteigen. Wird der Truppführerlehr­gang ohne Erfolg besucht, so muß der Betreffende ausscheiden oder kann als Dormann ober Obervor­mann weitere zwei Jahre bienen.

Die mittlere un d e höhere Zührer- laufbahn.

Der Ausbilbungsgang für bie mittlere und da­mit unter Umständen auch für die höhere Führer­laufbahn umfaßt ein weiteres Jahr, von welchem acht Monate an der Feldmeister- schule und nach erfolgreichem Besuch weitere vier Monate im praktischen Außendienst als Unterfeldmeister abzuleisten sind; danach er­folgt bie Ernennung zum Feldmeister.

Die Eignung für deck Innendienst, Verwaltung

daß die deutschsprechenden Schweizer ebenfalls nicht unter diesen Begriff fielen, verbleibe aber ein beträchtliches deutsches G e - biet, wie z. B. Oesterreich, das Sudetenland, von kleineren Gebieten, wie Südtirol, Memelland und Eupen-Malmedy, ganz abgesehen. Eine gründliche Aenderung auf diesem augenscheinlich wichtigsten und schwierigsten Gebiet müsse versucht werden.

In seinen weiteren Ausführungen kam Professor Toynbee auf die Rohstofffrage zu sprechen, wobei er auch das Kolonialproblem berührte. Es ist augenscheinlich, so erklärte er, daß die Mächte die Kolonien besitzen, wesentliche Vorteile vor den anderen Ländern voraus haben. Das gleichliegende deutsche und englische Bedürfnis einer Abfluß­möglichkeit für die U e b e r s ch u ß b e v ö l- kerung könne nicht gewaltsam in Afrika be­friedigt werden, da dieser Erdteil wie die Geschichte beweise, nur verschwindend geringe Möglichkeiten für eine europäische Siedlung böte. Weil der deutsche Bedarf nach Rohstof- f e n aus den Tropengebieten die Produktionsfähig­keit der früheren deutschen Kolonien weit übersteige, wäre das Problem, selbst wenn alle früheren deut­schen Kolonien Deutschland zurückgegeben würden, nicht gelöst.

Deutschland würde sich aber nach wie vor ver­letzt fühlen, weil ihm eine Form des Be­sitzes vorenlhalten wäre, über die an­dere europäische Großmächte verfügten.Unter diesen Umständen kann ich es leicht verstehen", erklärte Professor Toynbee,daß Sie es als Ehrenpunkt betrachten, daß wenigstens einige ihrer Kolonien Ihnen zurückgegeben werden. Dies werden die meisten Engländer verstehen."

Diese Frage der Rückgabe der deutschen Kolonien wirft indes auch eine Ehrenfrage für England auf. Wir betrachten uns als Treu­händer für das Wohlergehen der unter unserer Herrschaft lebenden eingeborenen Bevölke­rung und wir haben darum das Gefühl, daß es von uns nicht ehrenhaft wäre, afrikanische Bevöl­kerungsteile ohne Rücksicht auf ihr Wohlergehen einem anderen Souverän zu überlassen, als ob sie nicht menschliches Wesen, sondern waren, beweg­liche Sachen wären. Professor Toynbee gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß es möglich ist, den deutschen und den englischen Ehrenstandpunkt mit­einander in Einklang zu bringen. Das Royal In­stitute of International Affairs in London werde eine internationale Konferenz über diese Fragen im Sommer 1937 abhalten, nachdem bis dahin das Problem gemeinsamer Beratung aller Beteiligten untersucht worden wäre. Mit einer deutschen Betei­ligung an dieser wissenschaftlichen Arbeit, die für die Staatsmänner Europas von beträchtlichem Wert sein könne, werde gerechnet.

Bei der Frage der abgetrennten Gebiete berührte der Redner zunächst geschichtliche Vorgänge, wie den Austausch Helgolands gegen Sansibar und die Abtretung der Jonischen Inseln durch Großbri­tannien an Griechenland. Zur Lösung dieses Pro­blems schlug Professor Toynbee eine Unter­suchung vor, ob ohne Aenderung bestehender internationaler Grenzen eine Lösung in der Rich­tung einer echten und wirksamen Autonomie gefunden werden könne.

' Die Ausführungen von Professor Toynbee, der in so offener und ehrlicher Weise das große Pro­blem der friedlichen Aenderung behandelte, wurden von der Versammlung mit stärkstem Beifall aus­genommen. - Von Vertretern der aus­wärtigen Mächte wohnten der Sitzung bei der italienische Botschafter Attolico ein Vertreter des japanischen Botschafters sowie die Gesagten von Ungarn, der Tschechoslowakei Aegypten, Boli­vien und der Union von Südafrika. Unter den Ehrengästen sah man ferner die R e i ch s m i n i - st e r von Neurath, Gürtner, Rust und von Schwerm- 6>rnfinf Botschafter von Ribbentrop, Gau­ker Sprenger, den Führer der NSKOV. Dberlinbober, Generalmspektor Dr. Todt, die Reichsfrauenschaftsführerin Frau Scholz-Klink u. a.

Berlin, 28. Febr. (DNB. Funkspruch.) Im Mittelpunkt der 10. Vollsitzung der Akademie für Deutsches Recht am Freitagvormittag stand ein Vor­trag des Direktors des Königlich-britischen Instituts für zwischenstaatliche Angelegenheiten Professor Toyndees (London) überFriedliche Revision".

Professor Toynbee hob die große Bedeutung der Frage für die Zukunft Deutschlands und Englands und der ganzen Welt hervor. Die Frage laute: sollen die internationalen Beziehungen zwischen den Völkern verschiedener Staaten in Zukunft vom

ober Außendienst wird in den Truppführerschulen bzw. Feldmeisterschulen festgestellt. Der Ausbil­dungsgang für die Anwärter der V e r w a l - t u n g ist genau derselbe wie der der Anwärter für den Außendienst; für die untere Führer­laufbahn bis zum erfolgreichen Besuch der Trupp« sührerschule, für die mittlere Laufbahn bis zum erfolgreichen Besuch der Feldmeisterschule. Amts­walter können nur Führer des Reichsarbeits­dienstes werden, wenn sie die für ihren Dienstgrad oorgeschriebene Altersgrenze erreicht haben, aber auf Grund ihrer Fähigkeiten noch weiterhin im Reichsarbeitsdienst belassen werden können.

Die E i n st e 11 u n g als Anwärter für die Füh­rerlaufbahn kann nur zu den Einstellungsterminen am 1. April und 1. Oktober eines jeden Jahres erfolgen. Die Meldung muß bis späte­stens zwei Monate vor dem Einstel« lungstermin bei den nachstehenden Gruppen erfolgt fein: Reichsarbeitsdienstgruppe 250 Monta­baur, 251 Nassau a. d. Lahn, 252 Königstein, 253 Gonsenheim, 254 Darmstadt, 255 Bensheim, 257 Wiesbaden. Irgendwelche Kosten entstehen bei der Ausbildung nicht. Taschengeld: Arbeitsmann 0,25 Mark täglich, Vormann 0,50 Mk. täglich, Obervor­mann 0,75 Mk. täglich, außerplanmäßige Trupp­führer 1 Mk. täglich. Ab planmäßiger Truppführer gilt die Besoldung nach dem Reichsarbeitsdienstbe­soldungsgesetz.

Weiterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Mit verstärktem Druckfall hat sich der Schwer­punkt der Wirbeltätigkeit vom Mittelmeer in das Nordseegebiet verlagert. Dementsprechend setzte eine Zufuhr polarmaritimer Luft ein, die bei ihrem Eindringen in die feuchte und mildere Luft Anlaß zu verbreiteten Niederschlägen gab. Im Bereich der polarmaritimen Luft setzten im Gebirge Schnee­fälle ein, die auch in unseren Nachbaraebirgen zu Sportmöglichkeiten geführt haben. Im Bereich des ausgedehnten Tiefdruckgebietes bleibt der Witte­rungscharakter noch unbeständig, aber nicht durch­weg unfreundlich.

morgens 0,9 Grad. Maximum 3,5 Grad, Minimum heute nacht 0,6 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. Februar: abends 1,7 Grad; am 29. Fe­bruar: morgens 1,6 Grad Celsius.

Dintersport-Wetternachrichten.

Vogelsberg. Hoherodskopf: Nebel, 5 Grad Celsius, 15 Zentimeter Gesamtschneehöhe, 15 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Ski gut, Rodel mäßig. Herchenhainer Höhe: Nebel,5 Grad Celsius, 12 cm Gesamtschneehöhe, 12 cm Neu­schnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut.

Rhön. Wasserkuppe: Nebel,6 Grad Celsius, 15 cm Gesamtschneehöhe, 12 cm Neuschnee, Pulver­schnee, Ski und Rodel gut.

Schwarzwald. Feldberg: heiter,6 Grad, 50 cm Gesamtschneehöhe, 4 cm Neuschnee, Pulver­schnee, Ski und Rodel gut.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwort­lich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. 1.36: 11 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange, K-G., sämtlich in Gießen.

Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.

Professor Toynbee (links) im Gespräch mit Reichs­minister Dr. F r a n t. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Recht oder von Macht und Gewalt be­herrscht werden, wie dies in der Vergangenheit fast ausschließlich der Fall gewesen ist?

Professor Toynbee stellte die beiden Seiten des Rechts gegenüber, die repressive Seite, die eine unter Verletzung des bestehenden Rechtszustandes vor sich gehende gewaltsame Aenderung des Status quo verhindert oder jedenfalls zum Stillstand bringt, und die k o n st r u k t i v e Seite, die eine friedliche Aenderung des bestehenden Zu­standes durch ein verfassungsmäßig begründetes rechtliches Verfahren vorsieht. Die repressive Seite des Rechts nähme bei der Anwendung auf inter­nationale Beziehungen die Form derkollek­tiven Sicherheit", die konstruktive Seile die Form derfriedlichen Aenderung" an. Diejenigen , die begütert und mit ihrer gegen­wärtigen Stellung zufrieden seien, kümmere mehr die repressive Seite des Rechts, d. h. die ,,to j l e r = tive Sicherheit", diejenigen, die nicht be­gütert und unzufrieden seien, mehr die kon­struktive Seite des Rechts, d. h. diefriedliche Aenderung".

Die drei unzufriedenenGrohmächte feien Deutschland, Italien und Ja­pan. Gelänge es, die Forderungen dieser drei Großmächte auf friedlichem Wege zu erfüllen, wäre es nicht so schwer, auch den Forderungen der kleineren, nicht zu frieden gestellten £ anbei Ungarn unb Bulgarien auf dem gleichen Dege Genüge zu tun. könnte eine friedliche Aenderung nicht erzielt werden, so sei die dann entstehende Gefahr die Gefahr eines Krieges unter Großmächten, der d i e Z i v i - lisation zerstören würde.

Die materiellen Forderungen der drei genannten Großmächte seien die politische Befreiung 9eJ'

Gebiete, eine Abflußmöglichkeit für den Bevolke- rungsüberschuß, Zutritt zu fremden Nay- rungs- und Rohstoffquellen und z fremden Märkten. x , ..

Während es in der Gegenwart innerhalb d°r Grenzen des Reiches kaum mchtdeufiche Beoolke rungsteile gäbe, lebten außerhalb des R-i° cb e s Zahlreiche Volksgruppen, die nicht nur Der Sprache, sondern auch der politischen Gesinnung nach deutsch seien. Wenn Deutschland die Forde LsMME