Ausgabe 
29.1.1936
 
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Wie derVölk. Beob." meldet, wird seit zwei Tagen in Garmisch-Partenkirchen daran gearbeitet, auf einer weiten Wiese eine K d F. - F e st h a l l e zu bauen. Die Halle, die etwa 4000 Menschen fas­sen soll, wird zum Beginn der Olympia-Spiele vol­lendet sein. Den KdF.-Urlaubern soll diese Halle eine Verpflegungsstätte sein, damit sie nicht ge­zwungen sind, sich in Hotels zu verpflegen. Die Halle wird aus Holz gebaut.

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300 deutsche Menschen sich zu Feierstunden und zu den Versammlungen der Ortsgruppe der Aus­landsorganisation der NSDAP, zusammenfinden können. Stolz waren die Deutschen bei der Einwei­hung ihrer Schule, und sie können es mit Recht sein. Es ist ein Verdienst der Arbeit der Auslands­organisation, überall in der Welt bei den Deutschen die Kräfte zu eigenem Schaffen und zur Erhaltung des Volkstums zu wecken.

Zehnjähriger Junge ermordet.

wird dann darauf hingewiesen, daß auch bei den Mordtagen der Fälle Thomas- Wittenberge, P rätori us-Rostock und G n i r k - Wittenberge ebenfalls unerklärliche Zeichen im Tagebuch einge­tragen find. Ebenso verhält sich der Ängeklagte zu den ihm sonst noch vorgehaltenen Verdachtsmomen­ten dieses Mordfalles und bestreitet alles mit seiner ständigen Redensart:Meine Person kommt nicht in Frage."

Am Ostersonntag 1933, den 16. April, wurde bei Wittenberge der elfjährige Schüler Kurt G n i r k ermordet. Der Junge war aus seinem Eltern­haus fortgegangen, um Verwandte zu besuchen, und seitdem spurlos verschwunden, bis zwei Tage später seine Leiche in der Kiefernschonung außer­halb Wittenberges gefunden wurde, die vom Schwurgericht am Montag besichtigt worden war. Auch in diesem Falle machte die Leiche den Ein­druck, als sei der Junge im Schlaf erfroren. See- feldts Tagebuch weist auch zu diesem Morde eine merkwürdige Lücke auf. Auch in diesem Falle ant­wortet Seefeld auf alle Vorhalte mit Ausflüchten und mit der Behauptung, er käme auch für diesen Mord nicht in Frage.

Damit ist die Vernehmung des Ange­klagten zu den einzelnen Morden beendet. In allen Fällen hat der Angeklagte die Taten b e - st r i t t e n. Zum Schluß wurden dem Angeklagten noch alle allgemeinen Indizien für den Tod der 12 Knaben durch fremde Schuld vorge­halten, insbesondere die Gleichartigkeit der Um­stände beim Verschwinden der Knaben, der Befunde an den Leichen und der Fundorte. Der Angeklagte wurde weiter befragt nach merkwürdigen Ant­worten, die er bei den staatsanwaltschaftlichen Ver­nehmungen in der Voruntersuchung gab. Viele die­ser Aeußerungen sehen aus wie ein Anlauf zu einem Geständnis, andere dagegen wieder bedeuten das genaue Gegenteil. Seefeld gibt zu allem, was ihn belasten könnte, nach seiner bis­herigen Taktik ausweichende Antworten, aber keine klaren Erklärungen.

Am Donnerstag tritt das Schwurgericht in Beweisaufnahme ein.

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Gefängnis- und Geldstrafen imMorro-Casile"- Prozeß.

Das Bundesgericht in Neuy 0 rk fällte im M 0 r r 0 - C a st l e"-P r 0 z e ß das Urteil. Wegen verbrecherischer Fahrlässigkeit erhielten der Chef­ingenieur Abbott 4 Jahre Gefängnis, der stellvertretende Kapitän W a r m s 2 Jahre Gefäng­nis, der leitende Direktor der New York and Cuba Mail Steamship Co., Henry Cabaud, 1 Jahr Gefängnis und 5000 Dollar Geldstrafe mit Straf­aufschub für die Gefängnishaft. Die Schiffahrtsge­sellschaft wurde zur Höchststrafe von 10 000 Dollar verurteilt.

Bau einer kdF.-Festhalle in Garmisch-Partenkirchen.

Zum Mordfall Ernst Tesdorf in Ludwigslust erklärte der Angeklagte Seefeld vor dem Schwurgericht, er wisse von dem Mord nichts. Die ihm vorgehaltenen Zeugenaussagen, die bekundeten, daß Seefeld am fraglichen Tag mit dem ermordeten Knaben gesehen worden ist, b e <- st r i t t Seefeld entschieden.

Sodann wurde Seefeld zu dem Rostocker Mord vom 22. November 1933 vernommen. An jenem Tag verschwand der damals 10jährige Alfred Praetorius, der einige Zeit später'im Schilf tot aufgefunden wurde. Aus den Vorhaltungen, die dem Angeklagten gemacht wurden und die er in allen ihn belastenden Punkten ebenfalls b e st r i t t, geht hervor, daß nach dem Ermittlungsergebnis' der Staatsanwaltschaft Seefeld in der Zeit vom 21 bis 24 November 1933 in der Umgebung Ro- Uvcks weilte daß er die Eintragung des Ortsnamens Rostock für den 21. November 1933 in seinem Notiz­buch unkenntlich zu machen versucht hat, daß er am 22. November 1933 in unmittelbarer

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7)issenfchast und Erzeugungsschlacht

Die Dortragsiagung des Reichsnährstandes auf der Grünen Woche.

baus hat erstens bei der Beschaffung von Arbeit u n d B r 0 t f ü r s i ch e r l i ch 1 M i l l i 0 n d e u t- Icher Volksgenossen mitgeholfen; fürKunst- o^nger, Landmaschinen und Baustoffe konnten rund 300 Millionen Mark mehr ausgegeben werden, gegenüber 1932 ist allein bei Textilien und Haus- haltsgegenstanden der Absatz um mehr als 600 Millionen Mark ausgeweitet worden, während die Devisenersparnis bei der Lebensmitteleinfuhr Mit- 12** $efcfiaffung lebenswichtiger industrieller Rohstoffe frei machte. Die Finanzierung des Ar- beitsbeschaffungsprogramms wurde durch Abtra- 9un9 rückständiger Steuern des Bauerntums und durch Abstößen von noch rund % Milliarden Mark Schulden in den letzten zwei Jahren wesentlich er­leichtert. Hmzukommt die st ä r k e r e S p a r t ä t i g- auf dem Lande, die es dem Landbau ermög­lichte, die innere Kapitalbildung durch Kreditgewäh­rung an die übrigen Wirtschaftsteile zu unter­stützen. Schließlich brachte die Ertragssteigerung eine bessere materielle Grundlage für einen größe­ren und leistungsfähigen Menschennachwuchs vom Lande. Die Erzeugungsschlacht gibt uns also eine widerstandsfähigere und leistungs-

Nationalwirtschaft und ein Höchstmaß von Unabhängigkeit nach außen. Im Innern bekommt die heimische Wirtschaft ein stär­keres Gefüge und eine bessere soziale Verfassung, innom hna .6 .... V V . . . ..

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Deutsche in Brasilien bauen aus eigenen Mitteln eine Schule.

<Yx5J^re^.eamt der Auslandsorganisation der NSDAP, teilt mit: Die Deutschen im Auslande, oft durch 10 000 Kilometer und durch jahre- und jahrzehntelange Abwesenheit von der Heimat ge­trennt, bekennen sich immer mehr und mehr zu dem Geist und Willen Adolf Hitlers. An vielen Stellen zeigen sie ihr Bekenntnis durch praktische Leistungen. So weihten die Deutschen in Santa Clara bei Sao Paulo in Brasilien kürzlich ihre deutsche Schule ein. Nur auf ihre eigene Straft und ihren Opferwillen gestellt, gelang es ihnen in neunmonatiger Arbeit, das Werk zu vol­lenden. Die wenigen 100 deutschen Familien, die in diesem kleinen Ort leben, sind fast ausschließlich Arbeiter und Handwerker. Sie haben grummelt und gespart. 90 Männer und Frauen haben jede Woche einen, teilweise mehrere Tage freiwilligen Arbeitsdienst geleistet. So wurde eine vierklassiqe ganz moderne Schule aufgebaut. Und nicht nur eine Schule für Kinder haben sie geschaffen, son- dern auch em großer Saal ist entstanden, in dem

Seefeld leugnet hartnäckig.

Oie Vernehmung des Angeklagten im Schweriner Knabenmordprozeß beendet.

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Nahe des Fundortes der Leiche gesehen worden ist daß er m seinem Notizbuch für den 21. und 22. November falsche Eintragungen gemacht hat, und daß er auch an den Tagen um diesen Mordtag herum seinen Aufenthalt ständig wechselte.

Der Angeklagte wurde zum Mordfall Wolfgang ^.ßdorf m Potsdam vernommen. Der damals achtjährige Junge verschwand am 7. Juni 1933 am JLoge vor seinem Geburtstag. Am 26. Juli 1933 er de* einer Roggenmahd in einem Kornfeld gefunden. Auch diese Knabenleiche lag in Schlas- l^uung. Eine sehr verdächtige Eintragung in See- N ^agebuch fmdet sich für den 7. Juni 1933. Hier

-dle Ortsangabe. Statt dessen sind vier Nullen gezeichnet, welche durchstrichen sind, und ein Minus- daß der Angeschuldigte auch diese Nacht im Freien verbrachte. Obwohl Seefeld gebürtiger Potsdamer ist, behauptet er, er kenne Öie Oegcnö, mo der Junge tot aufgefunden wurde, mchit. Er will auch nicht erklären können, was die vier durchstnchenen Nullen zu bedeuten hätten und

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o r[tfiun95bfienft (Reichsarbeitsgemeinschaft der Landbauwlssenschaft) im Rahmen der Grünen Woche in Berlin abhält, wurde in Gegenwart des Rektors der Technischen Hochschule Berlin, Prof, von Arnim, und anderer namhafter Wissenschaftler von Reichsbauernführer und Reichsernährunas- 7'Nlster R. Walter Darre mit einer eindring­lichen Aufforderung an Wissenschaft und Praxis zu gemeinsamer fruchtbarer Arbeit für die Erzeugunqs- schlacht eröffnet. 0 9 8

Nachdem der Minister die Ordnung als Voraussetzung der Leistungssteige- r u n g gekennzeichnet hatte, umriß Prof. Dr. M e y e r (Berlin) die Erzeugungsschlacht als Aus­druck deutschen Leistungswillens. Nicht Rente sei der Maßstab für echte Leistung, sondern fer 'n die Tat umgesetzte Leistungswille. Brachte das Jahr 1933 die Befreiung des Bodens und des Menschen von der Herrschaft des Kapitalismus, so 'st oie Erzeugungsschlacht in ihrem geisügen Gehalt e h u n gs schlacht zum unverbogenen Wirtschafts- und Leistungsgedanken. Zu den Fra­gen richtiger Bodenpflege und Düngung sprachen dann Kreisbauernführer Mette (Teltow), Land­wirt S 0 h m a n n (Alt-Steinbeck) und Professor Dr. Tornau (Güttingen), zur bodenständigen Futterwirtschaft Bauer Zschirndt (Pasewalk), Landesobmann Direktor Sidow (Weimar) und Dr. Geith (Leipzig).

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