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Da«! deutsche Ledermuseum in Offenbach feiert Richtfest.
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wirtschaft eine Stätte, die nicht nur ihr selbst zur Anregung, Belehrung und Werbung zu dienen vermag, sondern auch der Allgemeinheit dient und vor Augen führt, daß das Leder nicht allein ein wichtiger Werkstoff des täglichen Gebrauchs iit, sondern auch als Träger künstlerischer und handwerklicher Arbeit eine hohe kulturelle Bedeutung
[ isiatischen Kulturvölker zeigen. Dann schließt sich |ertag b»ie größte Schattenspielsammlung der Welt an: lr,i a8 j Schattenspielfiguren und -kulissen in Leder aus der h'ner lürfei, Aegypten, Siam, Java, China in einem 'ichen Umfang von 4500 Einzelstücken. Es folgen die Jei(.; Räume für die Volkskunst und die Lederkleidung dichte. iller Völker, ferner die Entwicklung der deutschen hfam Lederware im vorigen Jahrhundert, von den An
besitzt.
Nun ist nach mancherlei Fährnissen das Gebäude soweit gefördert, daß der erste Bauabschnitt durch Fort, ein Richtfest gefeiert werden konnte. Die Zimmer- die ft leute zogen den geschmückten Kranz am Gebäude rren. hoch, ein Altgeselle sprach nach altem Zunftbrauch den Richtspruch und die Werkleute des Baues fanden sich zu einem kräftigen Trunk zusammen. Im Herbst nächsten Jahres wird das neue Museum -mit seinen Schätzen als ein weiteres Zeugnis des Aufbauwillens im Deutschland Adolf Hitlers feine
ängen bis zur Jetztzeit. Endlich bringt das vierte ^Pelle .. Stockwerk eine Darstellung der Handwerksberufe achts« 2us dem Materialgebiete Leder und die Technolo- I der gische Sammlung: Tier, Haut, Lederware, Gerben, Mit. ■ Färben, Lederschäden, Berufskrankheiten.
Mit diesem Museum erhält die deutsche Leder-
LPD. Oss - nbach, 27. Dez Dem in der Welt lnzigartigen Fachmuseum der deutschen Lederwirt- ch°!t hat die Stadt Offenbach a. M IN be er Lage, iamitten der 500 G-fchastsb-tnebe der Offenbacher ^ederwarenindustrie, ein großes Gebäude über, niesen. Durch Umbau soll dieses 1828 für Messe- pcde erbaute Haus für die Ausnahme des aus« -«dehnten wertvollen Museumsbesitzes vorbereitet herben. Der alte Charakter des geschichtlichen Bauwerks wird durch den planenden Architekten Pro- sssor Dr Hugo Eberhardt, den Schöpfer und ihrenamtiichen Leiter des Museums, nach Möglich- r 7- >ieit gewahrt. Ein neuaufgesetztes Stockwerk und I. °as in gut belichtetes Dachgeschoß bringen das Fasler -fungsoermögen des alten Gebäudes auf das Dop- Pjjte ,elte. Das Erdgeschoß wird neben den Derwaltungs- Jöe« : äumen und einer für Vorträge bestimmten Halle
inen Saal für ständig wechselnde Sonderausstel- ungen sowie die bedeutende Sammlung des Schuh- oerks aller Zeiten und Völker aufnehmen. Im f-rsten Stock folgen Arbeiten der beiden hauptsäch- !i.chen Ziertechniken des Mittelalters, der Renaissance -und des Barock: der Lederschnitt und die Hand- Fj°r‘: Vergoldung, dann große Räume für die handwerk- MA lief) bemerkenswerten Lederarbeiten primitiver Völ- pet. I ;er. Das dritte Stockwerk wird die Arbeiten der
Pforten öffnen.
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Don der Rangierlokomotive totgefahren
* Wetzlar, 27. Dez. Am Weihnachts-Heiligabend wurde auf dem hiesigen Bahnhof der Reichs- bahnvbersekretär Schaaf von einer Rangierlokomotive ersaßt und überfahren. Dabei erlitt der bedauernswerte Mann so schwere Verletzungen, daß er bald nach feiner Ueberführung ins Krankenhaus verstarb.
Kreis Wetzlar.
Wißmar, 26. Dez. Die hiesige Sonn- t-agsschule hielt im Saale Wolf ihre Weihnachtsfeier ab. Gemeinsam gesungene Lieder, Weihnachtsspiele und Gedichte wechselten in bunter Reihe miteinander ab. Zum Abschluß der Weihnachtsfeier erhielt jedes der Kinder ein Geschenk. — Die hiesige Schäfereigenossenschaft hält einen schönen Brauch der Vorfahren aufrecht. Der Schäfer, der in diesem Jahre mit seiner Herde bis zum Weihnachtsfest im Felde bleiben konnte, wurde von der gesamten Schäferei vom Felde abgeholt. Voraus ging der Schäfer, der seinen Hut geschmückt hatte, ihm folgte die Herde, hinter der die Schafhalter marschierten. Den Abschluß des Zuges bildete die geschmückte Hütte. Auf dem Adolf-Hitler- Platz fand eine kleine Feier statt. Der Ortsbürgermeister LOF. Wagner hielt eine kurze Ansprache. Sodann sprach der Schäfereivorsitzende (der söge- nannte „Salzmeister") Hermann. Am Abend des 23. Dezember, der sogenannten „langen Nacht", fand dann die Jahreshauptversammlung der Schäfereigenossenschaft statt. Der Vorsitzende Hermann gab den Kassenbericht bekannt, der einen guten Ab-
schluß zu verzeichnen hatte. Die Genossenschaft zählt nach zwei Abgängen und einem Zugang 28 Mitglieder. Der älteste Schafhalter H. Schwalm ge- hört in diesem Jahre feit 48 Jahren der Schäferei an. Auf Vorschlag von Bürgermeister Kraus wurde er für seine Verdienste um die Genossenschaft zum Ehrenmitglied ernannt. Dem Schäfer
Eckard wurde für sein treues Aushalten im Few ein schönes Weihnachtsgeschenk überreicht. Die Geschäftsführung der Genossenschaft geht in diesem Jahr an den Schafhalter Georg Ufer (247) über. Nach einer allgemeinen Aussprache klang die Versammlung in kameradschaftlichem Beisammensein
Leder Hilst dem WHW.!
Opferspenden vom Lohn oder Gehalt sind an das D! n t e r h i l f s w e r k des Deutschen Volkes, Kreisführung Vetterau in Gießen, Postscheckkonto Jlr. 23 v33, oder auf dessen Bankkonto 6100 bei der Bezirkssparkasse Gießen zu überweisen.
aus.
Das Mnlerhilsswerk als Weihnachtsmann.
Gewaltige Leistungen der NGV.
LPD. Frankfurt a. M., 23. Dez. Eine der schönsten Aufgaben des WHW. ist die Weihnachtsbetreuung der Volksgenossen. Einen Begriff von den gewaltigen Leistungen, die in den Weihnachtstagen von Der NSV. für das WHW. vollbracht wurden, bekommt man z. B. von den Zahlen, wie sie für Groß-Frankfurt soeben bekannt werden:
Aus den 12 Kreisen des Gaues sind rund 30 000 Pakete nach Frankfurt gekommen und ebenso viele hinausgeschickt worden an die Kreise. 20 000 Pakete enthalten Kleider, 5 000 Schuhe und weitere 5 000 Lebensmittel. Damit an den Feiertagen kein Volksgenosse friert, hat das DhW. zu Weihnachten 51 079 Zentner Steinkohlen und 39 531 Zentner Briketts ausgegeben.
An Lebensrnitteln wurden verteilt: 30 000 Kilo Fischfilet, 28 303 kg Zucker, 14 500 kg Schmalz, 10 500 Dosen Gemüse und andere Konserven, 44 000 kg Mehl, 12 760 Dosen Fischkonserven für Alleinstehende, 38 400 Brote ober Brotgutscheine, 12 500 Kg Malzkaffee, 5 250 Kilo Käse für Alleinstehenbe, 5 000 kg Erbsen, 5 000 kg Nubeln, 10 000 kg Linsen. Zu biefen Mengen kommen noch 800 Zentner hochwertige Lebensrnittel aus der Pfunbsammlung.
Zu den vier Pfund Lebensrnitteln je Kopf der Betreuten kommen noch die Fische und das Brot hinzu, die nicht in das Gewicht der Pakete eingerechnet sind. Ferner werden verteilt insgesamt 500 Stück Wild.
Das ist eine Leistung, bie sich wirklich sehen lassen kann. Sie gibt aber auch Zeugnis für den G e - m e i n s ch a f t s g e i st, der heute bereits im ganzen Volke herrscht. Was aber wären alle Gaben, wenn sie nicht unter dem brennenden Weihnachtsbaum lägen. Darum hat das WHW. auch in diesem Jahre wieder für jeden Volksgenossen einen Weihnachtsbaum.
2000 Weihnachlsbäume sind vom WHW. in Frankfurt a. M. ausgegeben worden.
Daß auf den Weihnachtstisch auch Konfekt gehört, ist selbstverständlich. Hierfür hat die Frauenschaft in großzügiger Weise gesorgt. Es konnten 300 Zentner Gebäck von ihr gesammelt und verteilt werden. Wenn wir die Leistungen für die Erwachsenen genannt haben, so soll auch nicht vergessen werden, der Weihnachtsbescheruna für die Kinder zu gedenken. Auch in diesem Jahre wurde wieder der Gabenttsch für 1 0 000 Kinder gedeckt, die Spielzeug erhielten.
Wirtschaft.
Mehreinschlag und Waldverwüstungs-Gesetz.
DNB. Dom Reichsforstamt wird amtlich mitge» teilt, daß die vor kurzem ergangene Verordnung zur Erhöhung des Hiebsatzes in allen Waldbesitz- formen auf 150 0. H. in keiner Weise das Wald- Verwüstungsgesetz vom 18. Januar 1934 berührt. Während es sich hier um einen volkswirtschaftlich schädlichen Raubbau oder zumindesten um einen vorzeitigen, betrieblich nicht vertretbaren Abtrieb solcher betriebsunreifer Bestände handelt, die noch in wertvolle Nutzholzsortimente hineinwachsen können, wird der auf Grund unseres derzeitigen ver- stärkten Holzbedarfs notwendige Mehreinschlag im Rahmen eines ordnungsmäßigen Forstbetriebes erzielt. Insbesondere kann er durch Nachholung versäumter Durchforstungen, durch Pflege und Lich
tungshiebe in äußeren Beständen erfüllt werden. Die Bestimmungen des Waldverwüstungsgesetzes gelten in vollem Umfange weiter.
Die Beschäftigung der Industrie im November.
Fwd. Im November hat die Beschäftigung der Industrie trotz der weiter vorgerückten Jahreszeit stärker zugenommen als im Vormonat. Nach der Jndustrieberichterstattung des Statistischen Reichsamts ist die Zahl der geleisteten Arbeiterstunden von 68,9 v. H. der Arbeiterstundenkapazität im Oktober aus 69,8 v. H. gestiegen. Die Zahl der befchäf- ttgten Arbeiter ist mit 72,3 v. H. der Arbetterplatz- kapazität nahezu unverändert. Die durchschnittliche tägliche Arbeitszeit ist von 7,68 Stunden im Oktober auf 7,80 Stunden gestiegen.
Der Personenverkehr mit Omnibussen
im Wirtschaflsbezirk Hessen.
Fwd. Im Wirtschaftsbezirk Hessen, also in der Provinz Hessen-Nassau und dem Lande Hessen, bestanden im ersten Vierteljahr 1936 = 101 private Linien mit einer Gesamtlänge von 1708,3 Kilometer. Die Zahl der verwendeten Omnibusse betrug 284. Die Reichspost betrieb 175 Linien mit 287 Fahrzeugen. Das Streckennetz belief sich auf 3608 Kilometer. Beide StreKennetze zusammen ergeben 5316,3 Kilometer, denen ein Netz der Schienenbahnen von insgesamt 4613 Kilometer gegenübersteht, wovon auf Straßenbahnen, Bergbahnen u. dgl. 317,7 Kilometer entfallen.
Der Omnibusverkehr der Reichsbahn wird für die einzelnen innerdeutschen Bezirke nicht gesondert erfaßt. Die befahrenen Sttecken belaufen sich für das ganze Reichsgebiet auch nur auf rund 700 Kilometer. Ein Vergleich mit der Gesamtlänge der deutschen Kraftfahrlinien (außer Reichsbahn) von zirka 78 000 Kilometer zeigt seine Geringfügigkeit (Reichspost = 45 800 Kilometer, Privatunternehmungen - 32 200 Kilometer). Immerhin ist der Reichsbahnomnibusverkehr für den Wirtschaftsbezirk Hessen von besonderer Bedeutung. Hier wurden die ersten von der Reichsbahn betriebenen Reichsautobahn-
Omnibusverbindungen geschaffen: Frankfurt a. M. — Darmstadt und Frankfurt a. M. — Heidelberg- Mannheim; neuerdings läuft auch die Linie Frank- furt a. M. — Friedberg (Bad-Nauheim).
Die Zahl der in Hessen mit Reichspost und privaten Omnibussen beförderten Personen erreichte 7 669 000. Davon entfallen 6 306 900 auf die privat- wirtschaftlichen Betriebe und 1 360 100 auf die Post. Die Ziffern stehen mit dem befahrenen Streckennetz in keinem proportionalen Verhältnis. Die Erklärung hierfür ist nach der amtlichen Darstellung darin zu suchen, daß die Reichspost vornehmlich Ueberlandverkehr betreibt (zirka 97,6 v. H. ihrer Linien), während sich von den privaten Unternehmen im Reichsdurchschnitt mehr als ein Fünftel der Linien, d. s. zehnmal soviel wie bei der Reichspost, im Ortsverkehr betätigen.
Im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbezirken war der Omnibus-Personenverkehr in Hessen sehr rege. Er überragte mit 7 667 000 Personen bei weitem das Badener Land (zirka 1,5 Mill.), liegt über Bayerns Frequenz (4 099 400) und übertrifft sogar noch Westfalen mit Lippe (5 232 300) und das Rheinland (7 067 900). Lediglich Sachsen mit
13 567 200 und Berlin mit 40V2 Millionen Perso- nen stehen dem hessischen Bezirk voran.
Im zweiten Vierteljahr 1936 haben sich diese Zahlen für Hessen nicht wesentlich geändert. Gegenüber dem ersten Quartal ging allerdings die Zahl der beförderten Personen um rund 100 000 zurück, während der Reichsdurchschnitt eine etwa 2prozen- tige Erhöhung aufwies.
Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 1050: Deutsch - Südamerikanischer Industrie- und Handelsführer. — 1051: Verlängerung des Warenabkommens mit dem Irischen Freistaat. — 1052: Verwertung deutscher Auslands- bonds durch Auswanderer. — 1053: Verordnung über die Verarbeitung von Rohstoffen in landwirtschaftlichen und gewerblichen Brennereien im Betriebsjahre 1936/37. — 1054: Anordnung Nr. 4 der Ueberwachungsstelle „Chemie" (Zusammensetzung und Markenbezeichnung von Harzleimen oder har^- halttgen Leimstoffen). — 1055: Neues Warenabkommen mit der Südafrikanischen Union für 1937. — 1056: Verlängerung des Wirtschaftsvertrages mit Polen bis zum 28. Februar 1937. — 1057: Das bisherige Ergebnis der deuffch-österreichifchen Besprechungen. — 1058: Verlängerung des Handelsvertrages und des Verrechnungsabkommens mit Finnland. — 1059: Verlängerung des Warenabkommens mit Lettland. — 1060: Zuständigkeit der Ueberwachungsstellen für die besonderen Nebenkosten der Wareneinfuhr. — 1061: Bestimmungen über den Fernsprechverkehr mit dem Ausland. I. Monats- und Wochengespräche. II. V-Gespräche. III. U-Gespräche. — 1062: Anordnung 29 der Ueberwachungsstelle für Lederwirtschaft (allgemeine Einkaufsgenehmigungen für die Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 1937). — 1063: Anordnung Nr. 5 der Ueberwachungsstelle „Chemie" betr. Lieferung mtb Selbstverbrauch von Schwefelsäure.
Rundfunkprogramm
Dienstag, 29. Dezember:
6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Werkskonzert. 9.30: Schrammelmusik von Freun- dorfer. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Landfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Nach Tisch gönnt Euch ein wenig Rast, seid bei Frau Musica zu Gast! 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Das deutsche Lied. 16: Unterhaltungskonzert. 17.30: Märchen für Erwachsene! Eine besinnliche Funkfolge von Johannes Maurer. 18: Konzert. 19: „Zu wihen nahten". Glaube und Brauch in den 12 heiligen Nächten zwischen den Jahren. 19.30: Kamps dem Verderb! Der Griff in die Ladenkasse. 19.45: Die eiserne Rose. Funkbericht von der Herstellung des WHW.-Abzeichens für Januar. 20: Nachrichten. 20.10: Tanzabend der Kapellen Hauck und Burkart. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Tanz- und Volksmusik. 24 bis 2: Nachtmusik.
Mittwoch, 30. Dezember.
6 Uhr: Morgenspruch; Gymnastik. 6.30: Früh- konzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11.40: Landfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund (XXXI). 15: Volk und Wirtschaft. Das Wirtschaftsjahr 1936. 15.15: I. Winter am Bodensee. Prosa und Lyrik von Paul Sattele, Allensbach. II. Wir besuchen Dichter des badischen Oberlandes. 16: I. Klaviermusik. II. Unterhaltungsmusik. 17.30: Georg Schweinfurth. Zum 100. Geburtstag des deutschen Afrikaforschers (29.12.). Von Univ.-Prof. Dr. Konrad Günther. 17.50: „In letzter Stunde." Das Erlebnis einer Kriegs-Silvesternacht. Von Fritz Kaiser. 18: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation. „Hitler-Jugend 1936". Eine Ringsendung zum Jahresschluß. 20.45: Konzert
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Das fremde Gesicht.
JRoman von Caren.
2. Forffetzung. (Nachdruck verboten!)
Der Dobermann verließ seine Ecke und drückte sich leise wedelnd an die Knie der Weinenden, als wollte er für sie Partei ergreifen. Dieser Anblick entwaffnete den Zornigen. Seine Wut schlug in eine finstere Traurigkeit um.
„Evelyn", sagte er fast flehend, „sei doch aufrichtig zu mir, Evelyn. Zieh doch unsere Liebe nicht mit solchen unwürdigen Lügen in den Schmutz. Das hab' ich doch, weiß Gott, nicht verdient. Wenn du", er atmete schwer, „wenn du mich nicht mehr liebhast, dann sag es mir doch."
„Liebster!" _ .
Frank Alland überhörte den erstickten Aufschrei Fröstelnd vor Erregung lief er im Zimmer auf und ab.
„Wir, die sechs Jahre lang jeden Gedanken miteinander geteilt haben! Wir, die wir ..." Er stieß ein bitteres Lachen aus. „Früher sagtest du einmal, ich sei der einzige Mensch, zu dem du Vertrauen hättest — der einzige, den du nie belügen könntest. Und jetzt? Hast du vergessen, was uns zusammen- aeführt hat, und wie wir gekämpft haben um unser Glück? Mehr, weit mehr als jedes durchschnittliche Liebespaar. Hast du das alles schon vergessen?"
Evelyn hob den Kopf und kehrte ihm ihr tranenüberströmtes Gesicht zu.
„O nein, Frank — ich werde mich noch oft daran erinnern müssen", sagte sie leise mit schmerzlicher Betonung.
„Dann handle an mir, wie es der Anstand erfordert einem Menschen gegenüber, den man einmal geliebt hat. Sag mir die Wahrheit!"
„Eben weil ich dich geliebt habe und noch liebe — kann ich sie dir nicht sagen. Ich kann nicht, hörst du, Frank — und ich will auch nicht."
Ihre Tränen waren versiegt, aber ihr kleines Gesicht war ganz schmal geworden, ganz ausaelöscht vor Kummer. Mühsam erhob sie sich und griff nach Handtasche und Hut. Ihr Gang hatte etwas Müdes, Gebrochenes. Mitten im Zimmer blieb sie noch einmal stehen und fügte mit zuckenden Lippen:
„Nur das eine, wenn du mir glauben wolltest — daß ich mich nie an unserer Liebe versündigt habe, und daß ..."
Die Stimme versagte ihr. Mit einer hilflosen Gebärde streichelte sie über den Kopf des Hundes, der ihr bis zur Tür folgte.
Alland pfiff ihn zurück. Die stumme Parteinahme des Tieres erbitterte ihn. Er hörte das Einschnappen der Klinke und die leise sich entfernenden Schritte. Er rührte sich nicht. Eine eisige Leere war in seiner Brust. Er fühlte, das war das Ende. Das Ende seiner Liebe. Nie mehr würde es zwischen ihnen werden wie früher. Nie mehr, und wenn diese Ehe noch zwanzig Jahre dauerte. Bis in alle Ewigkeit würde diese Lüge zwischen ihnen stehen ...
Eine Uhr schlug drei, als Frank Alland endlich die Schreibtischlampe verlöschte, um sein Schlafzimmer aufzusuchen.
Durch einen Spalt der Verbindungstür drang Licht, und ihm war, als höre er nebenan ein unterdrücktes Schluchzen. Ganz flüchtig tauchte Evelyns blasses, verzweifeltes kleines Gesicht vor ihm auf, und einen Augenblick war er versucht, auf die Klinke zu drücken und zu ihr hineinzugehen. Nur einen Augenblick lang. Dann verschloß jäh aufquellende Bitterkeit aufs neue fein Herz. Und wie gebrannt zog er die ausgestreckte Hand wieder zurück.
*
Drei Tage später, an einem Samstagnachmittag, fuhr Dr. Alland in die Stadt. Er hatte sich für vier Uhr bei seinem Zahnarzt angemeldet und wollte vorher noch seinen Wagen in die Reparaturwerkstätte bringen. Der Motor gab in der letzten Zeit so ein verdächtiges Nebengeräusch von sich, dessen Ursache er selber nicht feststellen konnte.
Er ließ den Wagen bei dem Mechaniker, der ihn sofort nachzusehen versprach, und ging das kurze Stück durch die Altstadt zu Fuß weiter. Das Wetter hatte sich nach den Regentagen wieder aufgeklärt. Die Sonne schien hell wie im Sommer, aber vom Gebirge her blies schon ein herbstlich kalter Wind. Alland knöpfte fröstelnd sein Jackett zu, er bereute jetzt, seinen Mantel im Auto gelassen zu haben. Rasch überquerte er die Straße, um auf die Sonnenseite zu gelangen. Da gab es ihm plötzlich einen Riß. War das nicht Evelyns kleiner sandfarbener
Fiat, der dort drüben vor dem Postamt stand? Was hatte sie in dieser entlegenen Gegend zu suchen?
Allands Blick verdunkelte sich. Ein jähes Mißtrauen krampfte ihm das Herz zusammen. Seit drei Tagen lebten sie nebeneinander wie zwei Fremde. Kein gutes Wort, keine Zärtlichkeit ... Wenn es so weitergeht, muß ich mich betrinken, dachte er. Das hält fein Hund aus ...
Wie ein Dieb pirschte er sich von rückwärts an den Fiat heran. Die Nummer stimmte — rr hatte sich nicht getäuscht. Aber der Wagen war leer. Evelyn mußte ins Postamt gegangen sein. Sonderbar, daß sie sich gerade dieses kleine Winkelpostamt ausgesucht hatte ...!
Instinktiv schritt er auf die schmale Glastür zu, die mit höllischem Geschmetter hinter ihm ins Schloß schnappte. Alland fuhr erschrocken zusammen.
Wie ein versprengter Einbrecher blieb Alland in dem kleinen Vorraum stehen und spähte verstohlen durch die Scheide. Mit einem Blick hatte er Evelyn gesichtet. Sie stand, mit dem Rücken gegen ihn, vor einem der Schreibpulte und las einen Brief, den sie sich offensichtlich gerade am Schalter abgeholt hatte, denn das Kuvert lag noch, in Eile aufgerissen, neben ihr.
Frank Alland fühlte seine Schläfe kalt werden, ein feiner, kühler Schweiß brach ihm aus allen Poren. Er mußte sich Gewalt antun, um sich nicht auf Evelyn zu stürzen und ihr diesen Brief zu entreißen, der — er fühlte es — die Lösung des qualvollen Rätsels enthielt.
Auf einmal wurde er sich bewußt, daß er hier im Weg herumstand und von den Aus- und Eingehenden mit unfreundlichen Blicken gestreift wurde. Und außerdem war dieser Platz als Beobachterposten ziemlich ungeeignet. Wenn Evelyn sich zufällig umdrehte, mußte sie ihn sehen, ein Ausweichen gab es nicht. Wohin aber? Sich unverrichteter Dinge wieder zurückziehen? Nicht um alles!
Die Telephonzelle — durchzuckte es ihn plötzlich. Drei, vier Schritt waren es bis dorthin. Wenn er Glück hatte — wenn Evelyn nicht von ihrem Brief auffchaute ...?
Er hatte Glück. Unbemerkt verschwand er in der dunklen Zelle, durch deren Glasfenster er den ganzen Schalterraum bequem Überblicken konnte. Er beobachtete, wie Evelyn ihren Brief zusammenfal
tete und ihn Dann langsam in kleine Schnitzel zerpflückte. Ein dünnes Schwindelgefühl zog ihm die Kopfhaut zusammen, als er sie die Hand nach dem Papierkorb ausstrecken sah. Aber er frohlockte zu früh. Im nächsten Augenblick zog sie, sich besinnend, die Hand zurück und steckte die Papierschnitzel in ihre Manteltasche. Dann entnahm sie einem kleinen Holzkasten ein Telegrammformular. Zog langsam den rechten Handschuh aus. Kramte ihren Füllfederhalter aus der Handtasche. Und blieb dann mit ratlos grübelndem Gesichtsausdruck vor dem leeren Papier stehen.
Sie blickte erst auf, als ein Postangestellter zu ihr an das Pult trat, um die Schreibunterlage auszuwechseln. Evelyn raffte ihre Sachen zusammen und wartete geduldig, bis der Mann das alte, tintengetränkte Löschpapier gegen ein neues vertauscht hatte. Dann setzte sie mit plötzlichem Entschluß die Feder an und warf ein paar Worte auf das Formular, das sie dann noch einmal flüchtig überlas, ablöschte und zum Depeschenschalter trug ...
Frank Alland konnte es kaum erwarten, bis Evelyn gezahlt hatte und sich langsam dem Ausgang zuwandte. Kaum war die Tür geräuschvoll hinter ihr zugefallen, verließ er auch schon die Telephonzelle und stürzte sich wie ein Stoßoogel auf das Schreibpult, an dem sie soeben noch gestanden hatte. Mit ein, zwei Griffen riß er das Löschblatt aus der Metalleinfassung und verbarg es in seiner Rocktasche. Niemand hatte seinen Raub bemerkt. Jetzt nur noch ein paar Minuten warten, bis Evelyn mit ihrem Wagen außer Sehweite war. Zwei, drei Minuten noch ...
Als er endlich die Luft rein glaubte, trat er ins Freie, prallte aber erschrocken zurück, als er den sandfarbenen Fiat noch immer draußen stehen sah. Er wollte schleunigst wieder in Deckung gehen, da sah er auf etwa zwanzig Schritt Entfernung den laubroten Herbstmantel seiner Frau aufleuchten. Sie ging sehr rasch, in der leicht vornübergeneigten Haltung eines Menschen, der es eilig hat. Vielleicht hatte sie irgendwo in der Nähe noch eine Besorgung zu machen und wollte nur den Wagen solange stehen lassen. Jetzt bog sie um die Ecke in eine schmale Seitenstraße, die auf den Kai münden mußte. Was hatte Evelyn da zu suchen? Wo in aller Welt ging sie hin ...?
(Fortsetzung folgt!)


