Ausgabe 
28.9.1936
 
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Montag, 28. September 1936

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Nr. 2 27 Zweiter Blatt

AeWaufobahn Aanlsml-Vad-Aauheim dem Verkehr wergeben

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In elegantem Schwung zieht sich die Reichsautobahn durch die heimatliche Landschaft.

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Reichsautobahnen in Betrieb ist: die 160 km lange Strecke BruchsalMannheimHeidelbergFrank­furt a. M.Bad-Nauheim. Landschaftlich ist die neue Teilstrecke besonders reizvoll, führt sie doch zu einem großen Teil durch das Taunusgebiet und gewährt einen prächtigen Blick auf eines der schönsten Gebirge unserer Heimat. Die Strecke hat daher auch außer­ordentlich viel Park - und Ra st Plätze erhalten. Wie auf allen Strecken der Reichsautobahn, so muß­ten auch hier viele Bauwerke zur Ueberwin- dung von Geländehindernissen und -Unebenheiten ge­schaffen werden. Die bedeutendsten Bauwerke der Strecke sind die 270 m lange Mainbrücke, die 315 m lange Urseltalbrücke und die 130 m lange Brücke über die Limburger Bahn. Durch die neue Autobahnstrecke erhält Frankfurt nun einen direkten und durch vier Rampen gesicherten Zugang zur Reichsautobahn, bei dem jede Weg­kreuzung vermieden wird. Große Bedeutung hat die neue Strecke auch für die rheim-mainischen Bäder, werden doch zwei große Bäderbezirke durch die Reichsautobahn schnell miteinander verbunden. Fer­ner erhält die Wetterau, unsere große Kornkammer, eine bessere Gelegenheit zum Abtransport ihrer Er­zeugnisse.

Landschaftsidyll an einer der vielen Brücken, die über die Autobahn führen.

Teil st recke nach Darmstadt durch einen feierlichen Akt an Kilometer Null durch den Führer eröffnet werden. Autostraßen gibt es auch sonst, und in allen Ländern bemüht man sich, den neuen Anforderungen, die der Kraftwagen an die Straßen stellt, gerecht zu werden, aber in so vollendeter Form wie hier in Deutschland ist bis jetzt däs Problem in keinem einzigen Lande gelöst. Am 6. Oktober des­selben Jahres bereits wurde die Strecke von Darmstadt nach Heidelberg eröffnet und heute nach drei Jahren haben wir nicht nur eine wundervolle Strecke von der südlichsten Grenze des Gaues bis zur nördlichen, nein, darüber hinaus sind weitere Strecken soweit gediehen, daß wir vielleicht schon im Frühsommer die erste Bahn von der Süd - nach der Nord­grenze haben. Wir werden weiter fertig haben die Strecke FrankfurtKöln über Lim­burg. Q

15 000 Arbeiter sind zur Zeit an den Autobahn­strecken in unserm Gau tätig. Wir wissen, daß keiner dieser Männer große Werte aus seiner Ar­beit nach Hause trägt; aber eines steht fest: alle diese Männer haben wieder einen morali­schen Halt bekommen. Sie fühlen sich wieder als deutsche Männer, als Glieder der deutschen Volksgemeinschaft. Sie sind sich bewußt, durch ihr Opfer dazu beizutragen, das herrliche Werk zu voll­enden. Wir haben die besondere Verpflichtung in unserm Gebiet, dem Führer dankbar zu sein, und wir haben besonderen Anlaß zum Stolz, denn wenn irgendwo in der Welt eine Verkehrs­sinfonie aufgefuhrt werden kann, bei uns wird sie gespielt. Hier, wo die herrliche Autobahn an unserm Rhein-Mainischen Flug- und Luftschiffhafen vorbei­führt, trifft sich alles, was den Verkehr ausmacht. Der Gauleiter dankte allen, die an diesem Werk

Der Festakt.

Eigener Bericht des GA.

Der gestrige Sonntag brachte für den Gau Hessen- Nassau, insbesondere für das Gebiet zwischen Frank­furt a. M. und Bad-Nauheim, und in weiterem Sinne auch für unsere engere Heimat ein Ereignis von weittragender Bedeutung. Gestern wurde die Reichsautobahn Strecke Frankfurt a. M. Bad- Nauheim ihrer Bestimmung übergeben. Auch die Autobahnstrecke Heidelberg Bruchsal wurde dem Verkehr übergeben. Die Strecke Frankfurt a. M. Bad-Nauheim hat eine Länge von 40 Kilometer, die von Heidelberg bis Bruchsal 35 Kilometer. Die Fertigstellung dieser beiden Teilstrecken bedeutet eine eminente Arbeitsleistung, vollbracht unter zum

Während die Kraftfahrzeuge über die neue Strecke brausen, wird eifrig an der Fortführung der Straße gearbeitet.

Erste Fahrt über die neue Teilstrecke Frankfurt a. M.Bad-Nauheim. Der Wagen des Rerchsstatt- Halters Sprenger zerreißt das symbolische weiße Band und gibt damit die Strecke frei. (Aufnahmen [5J: Neuner, Gießener Anzeiger.)

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der Straßen Adolf Hitlers im Gau Hessen-Nassau mitgearbeitet haben, von dem einfachsten Mann bis zum Unternehmer und übergab die dem Verkehr mit einem dreifachen auf den Führer.

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Die erste Fahrt.

Eindrucksvoll gestaltete sich dann die

Oberhessen.

Ein Kind beim Spielen erschlagen.

LPD. Lauterbach, 26. Sept. Auf einer Bau­stelle in unserer Stadt machten sich gestern mehrere kleine Buben an einer Mörtelpfanne zu schaffen, die an einer rückwärtigen Wand der Baustelle angelehnt stand. Dabei stürzte die schwere eiserne Pfanne plötzlich um und traf im Sturz den fünf Jahre alten Sohn des Kaufmanns­gehilfen Kolb zu unglücklich am Kopf, daß das Kind auf der Stelle tot war.

CanMreis Gießen

00 Klein-Linden, 26. Sept. Die Obst- Versteigerung an der Straße nach Dutenhofen war stark besucht. Es kamen an Aepfeln zum Aus­gebot Landsberger Renetten, Goldparmänen, Gold- pepping, Schöner von Boskop und Französische Re­netten, sämtlich von sehr guter Qualität. Der Zent­ner kostete am Baum 6 bis 10 Mark. Einzelne sehr stark behangene Bäume kamen auf 40 Mark und darüber. Anschließend wurde das wenige Obst an der Straße nach Lützellinden ausgeboten. Der Zent­ner Honiabirnen kam hier auf 1 bis 2 Mark. An der Straße nach Großen-Linden waren nur einige Boskop, Goldrenetten und Goldparmänen vorhan­den, die in mehreren Losen zusammen abgegeben wurden. Für den Zentner Aepfel wurden hier 5 bis 10 Mark bezahlt.

A Allendorf (Lahn), 25. Sept. Gestern fand die Versteigerung des Gemeindeobstes statt. Nicht nur die Ortseinwohner, sondern darüber hinaus auch die Interessenten aus nah und fern sorgten dafür, daß manche Bäume auf 40 RM. und mehr kamen, d. i. umgerechnet für den Zentner rund 1012 RM. Die Zwetschenernte ist noch nicht abgeschlossen. Täglich kommen noch die Händ­ler, um in großen Lastwagen denSegen abzuholen. Viele hundert Zentner wurden bereits geliefert, weitere werden in diesen Tagen noch folgen. Die ältesten Leute in unserem Dorfe können sich nicht

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Volksgenosse Philipp Daun aus Mörfelden, Über­mittelte die Grüße aller Arbeitskameraden, die an dem Bau der neuen Strecke beteiligt waren. Wenn wir heute das große Werk vollendet sehen, so fuhr er dann fort, dann sind alle schweren Tage ver­gessen, die bei den Schwierigkeiten des Geländes so manchen Tropfen Schweiß gefordert haben. War uns die Witterung auch meist unfreundlich ge­sinnt, so hat doch die vorbildliche Kame­radschaft zwischen Betriebsführung und Ge­folgschaft uns immer wieder vorwärts getrieben. Heute haben wir das stolze Gefühl, an dem großen Werk unseres Führers mitgearbeitet zu haben, das unfern Kindern und Kindeskindern zeigen wird, was ein Volk zu leisten yermag, das durch den Nationalsozialismus zusammengeschweißt worden ist.

Reichsbahn-Oberbaurat D ö l s i n g als Vertreter der Obersten Bauleitung überbrachte die Grüße des Generalinspektors des Deutschen Straßenwesens Dr. Todt und der Gesellschaft Reichsautobahn an den Gauleiter, an die Arbeitskameraden der Stirn und der Faust sowie an die Unternehmer, die Partei- tellen und die Behörden. Die Teilstrecke Frank- urt a. M.Bad-Nauheim könne wohl als die ch ö n st e des Reichsautobahnnetzes bezeichnet wer­den. Nach der Aufzählung der Leistungen, die in verhältnismäßig kurzer Zeit vollbracht worden sind, gedachte Oberbaurat Dölsing der toten Arbeits­kameraden, die während der Bauzeit als Opfer der Arbeit zu beklagen find. Nach einer Minute stillen Gedenkens meldete er dem Gauleiter die Strecke als vollendet und bat ihn, die Eröffnung oorzu- nehmen.

Der Gauleiter spricht

Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger führte dann u. a. aus: Heute vormittag hat der Führer den 1 00 0. Kilometer Autobahn in Schlesien und damit eine ganze Anzahl von Teil­strecken in ganz Deutschland dem Verkehr über­geben. Der Name Autobahn ist neu, ist eine Wort­prägung des Führers, ist ein Wort, hervorgegan­gen aus nationalsozialistischer Tatkraft. Es ist schon früher von Auto st raßen geredet worden. Ge­rade in unserer Gegend wurde von tatkräftigen Männern wiederholt der Wunsch laut, Autostraßen zu bauen. Es blieb aber bei der Forderung, weil man in der Zeit des Systems und der Rederei nicht zu Taten kommen konnte. Erst mit der Macht­übernahme durch den Führer wurde das Wort Autobahn ausgesprochen und damit war auch schon der Weg zur Tat beschritten. Wir alle denken noch an den Tag, da der Führer hier an dieser Stelle symbolisch die praktische Arbeit einleitete. Er zeigte hier symbolisch, daß er willens ist, diese Arbeit so rasch vorwärts zu treiben, daß alsbald der Bau seiner Straßen der Welt zeigen würde, was im Nationalsozialismus steckt an Wil­len und Energie.

Traumhaft war es uns damals, als kurz nach der Machtübernahme 700 Arbeiter mit geschultertem Spaten vor dem Führer hier aufmarschierten, die jahrelang arbeitslos waren und die nunmehr wie­der durch ihrer eigenen Hände Arbeit die Unter­haltung für sich und ihre Familie verdienen sollten. Und schon am 19. Mai 1935 konnte d i e erste

Augenblicksbild vom Weiheakt zur Eröffnung der neuen Reichsautobahn-Teilstrecke.

Teil außerordentlichen Schwierigkeiten, und unter dem Einsatz ollen Pflichtbewußtseins und aller Opferkraft der Beteiligten. Die Inbetriebnahme der neuen Autobahnstrecken wird jedermann erneut be­wußt werden lassen, wie bedeutungsvoll das Werk des Führers ist und zu welcher achtunggebletenden Größe es heranwächst. Die vielen Arbeiter, die hier den Plänen des Führers zur Verwirklichung halfen, mag berechtigte und stolze Freude erfüllen über das vollendete Werk der neuen Teilstrecken.

Der schwerverhangene Himmel, der ständig nie­dergehende staubfeine Regen, die empfindliche herbst­liche Kühle des gestrigen Nachmittags vermochte nicht die feierliche Stimmung und den bedeutungs­vollen Ernst der Stunde zu beeinträchtigen, die alle diejenigen erfüllten, die gestern an der Eroffnungs- feier für biefe Teilstrecke teilnehmen tonnten. Sie keier fand an denkwürdigster Stelle statt, lieber dem Platz, an dem der Führer den ersten Spaten- stich zu diesem großen Werk vollzog, wo sich letzt einer der mächtigen Pfeiler der Mambrucke für die Reichsautobahn erhebt und wo eine gefct)niactDo(I gestaltete große Tafel mit erinnernden Worten die hi lorifche Stelle kennzeichnet, ragten gestern viele Fahnenmaste auf. Vertreter der Parte, und ihrer Formationen, Offiziere der Wehrmacht und Herren der Seppelinreeberei hatten sich emgefunden. Be­hörden aus weitem Umkreis batten ihre Repräsen­tanten entsandt. Die Stadt Gießen war durch Oberbürgermeister Ritter und den B°ig°°rdne en Sudheimer vertreten. Man sah ferner Kreis birettor Br. Loh und Herren der Prooinzialdirek. finn 3n Siunderten von Kraftwagen kamen die (Hätte Taufende von Volksgenossen säumten die Strafte und fanden auf den Brücken über der Auto- bahn^um Aeiigen der Erössnungs ahrt zu fern 3n Omnibussen waren die Belegschaften der am Bau beteiligten Firmen gekommen, um unmittelbaren Anteil am vollendeten Werk zu nehmen, das ihnen a%na«UbembeVtreff?nLbeä (Bauleiters und Reichs- ftattbalters Sprenger eröffnete (Baupropaganba- (eiter und Landesstellen,eiter Mulle r - S ch e I d den Weihealt. Ein Mitglied der Belegschaft, der

Eröffnung der Reichsautobahn Zwischen zwei Fahnenmasten war ein weißes Band über die Straße gespannt, eine SA-Kapelle hatte auf dem Brückenkopf Aufstellung genommen, die Autos der Teilnehmer an dieser Feier hatte sich zu schier end­loser Kette formiert. Die Fahnen, so schwer und re­gennaß sie geworden waren, flatterten hoch über der Brücke lebhaft im Winde. Jedermann harrte der ersten Fahrt über die Reichsautobahn. Auf den Wink des Gaupropagandaleiters Müller- S ch e l d, der die gesamte Feier geleitet hatte, gaben drei SA-Trompeter Signal und nun setzte sich langsam der Wagen des Reichsstatthalters in Bewegung Der Kühler des Wagens zerriß das Band, die Strecke war frei! Der Wagen des Gauleiters nahm dann rasche Fahrt und ihm folgte unmittelbar die unübersehbare Kette meh­rerer hundert Personenkraftwagen zur ersten denk­würdigen Fahrt über die Autobahnstrecke Frank­furt am MainBad-Nauheim. In der langen Reihe der Fahrzeuge fielen besonders die schätzungsweise 50 großen Omnibusse auf, in denen die Arbeiter fuhren, die an der Auto­bahn beschäftigt waren. Diele der Omnibusse waren mit Herbstblumen und Girlanden geschmückt. Die Zuschauer folgten der großartigen Auffahrt mit aller Aufmerksamkeit, lieber viele Brücken und unter mehrere Unterführungen hindurch fuhren die Wagen den Taunus entlang hinauf auf die Vorhöhen, über die große Brücke des Urselbach- tales, später hinab in das Tal der Ufa, bis unweit Bad-Nauheim. Bei Bad-Nauheim nahm der Reichs­statthalter und Gauleiter die Dorbeifahrt ab, dann wurde die Rückfahrt nach Frankfurt a M. anqe- treten. Leider war es den Teilnehmern an dieser Fahrt nicht vergönnt, die außerordentlichen und ungemein reizvollen landschaftlichen Schönheiten ge­rade dieser Strecke bewundern zu können, denn der anhaltende Regen und der Dunst über der Land­schaft verwehrten jeglichen Blick in die Ferne.

Seit heute morgen steht diese Teilstrecke der Reichsautobahn dem öffentlichen Verkehr zur Ver­fügung. Jeder, der sie zum erstenmal befährt, wird es tun in dankbarem Gedenken an den Führer, im Gedanken an den deutschen Aufbau und im neu be­stätigten Glauben an unüberwindliche deutsche Kraft und deutsche Zukunft

160 Kilometer von Bruchsal bis Bad-Aauheim.

Unter den neuen Autobahn-Teilstrecken, die am Sonntag in Betrieb genommen worden sind, kommt der Teilstrecke Frankfurt a. M.Bad-Nauheim inso­fern eine besondere Bedeutung zu, als durch die gleichzeitige Eröffnung der Teilstrecke Mannheim Heidelberg Bruchsal nunmehr das bisher längste zusammenhängende Stück der

Lange.

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