Ausgabe 
28.9.1936
 
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Ur. 227 Erstes Blatt

186. Jahrgang

Montag, 28. September 1936

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Eichener Anzeiger

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Tausend Kilometer Reichsautobahn

Der Führer dankt allen Mitarbeitern an dem großen Werk auf der festlichen Kundgebung in Schlesien.

Symbol -er Aeichseinhei't.

Nun klingen uns wieder die Worte in den Ohren, die der Führer am 1. Mai 1933 auf dem Tempelhofer Feld sprach:Wir werden große öffentliche Probleme noch in diesem Jahre zu ver­wirklichen uns bestreben: in erster Linie ein Riesen­programm, das wir nicht der Nachwelt hinterlassen wollen, sondern das wir verwirklichen müssen; ein Programm, das viele Milliarden erfordert: das Programm unseres S t r a ß e n n e u b a u e s , eine gigantische Aufgabe. Wir werden sie groß be­ginnen und die Widerstände dagegen aus dem Wege räumen." Wahrlich, diese Aufgabe ist groß be­gonnen und, wie wir heute hinzufügen können, auch groß durchgeführt worden. Die ersten 1000 Kilometer der Straßen Adolf Hitlers sind fertiggestellt. Ueberall, im Osten und Westen, im Norden und Süden unseres Vaterlandes ziehen sich die schwingenden Bänder des künftigen Kraftwagen­verkehrs durch die deutsche Landschaft. Zwar sind es Teilstücke erst, aber sie beginnen schon zusammen­zuwachsen zu jenem gewaltigen Verkehrsnetz, das wir unseren Kindern und Kindeskindern als eine steinerne Bürgschaft ihrer nationalen Einigkeit über­geben wollen und das noch in Jahrhunderten von dem Manne künden soll, der nach dem furchtbarsten aller Kriege sein Volk aus dem Abgrund der Ver­zweiflung emporriß zur leuchtenden Höhe eines neuen Lebensideals. Als ewige Zeugen dieser Zeitenwende sollen die Autobahnen auch die kom­menden Geschlechter daran mahnen, daß die Ein­heit und Freiheit der Nation die höchsten Güter eines Volkes sind. Vom Fels zum Meer, von der Memel bis zum Rhein strecken sich die geplan­ten Linien der Autobahnen, deren ersten großen Abschnitt wir nun vollendet sehen, lieber Fluß und Sumpf, über Berg und Tal, über die Grenzen der ehemaligen Länder hinweg führen die ersten Stra­ßen einer schöneren Zukunft. Und während wir noch die Einweihung des tausendsten Kilometers feiern, sind schon weitere 1 5 0 0 Kilometer im Bau, werden weitere Hunderte von Kilometer für den Baubeginn vorbereitet.

Dieser Augenblick an der Schwelle einer neuen Verkehrsepoche ist wohl dazu angetan, in der Ar­beit kurz inne zu halten und die Ergebnisse des ersten Werkabschnitts zu überdenken. Die Auto­bahnen, die uns als Idee ein Symbol der Reichs­einheit und ein Ausdruck unserer Weltanschauung sind, haben auch praktisch schon die größten Wir­kungen auf das wirtschaftliche und soziale Leben des Volkes ausgeübt. Sie haben beispielsweise ihre Aufgabe der Arbeitsbeschaffung in höchstem Maße erfüllt, sie haben Hunderttausenden von Ar­beitern aus Stadt und Land wieder das tägliche Brot verschafft. Besonders aus den Großstädten und den Zentren der Erwerbslosigkeit kam ein großer Teil der Arbeiter, die in den Barackenlagern der Autobahnen untergebracht werden konnten.

Der Kampf gegen das Gespenst der Arbeitslosig­keit ist heute nahezu abgeschlossen, geblieben aber ist der Kamps um die beste Arbeitsbedin­gung. Auch in dieser» Hinsicht waren die Auto­bahnen musterhaft. Die Barackenlager wurden mit erheblichem Aufwand nach dem Muster der Ar­beitsdienstlager errichtet, und die Aemter der Deut­schen Arbeitsfront sorgten dafür, daß den Arbeitern der Aufenthalt in diesen Räumen so angenehm wie möglich gemacht wurde. Die Baracken sind nicht nur Nachtquartier und Schlafgelegenheit, sondern sie haben auch Wohnräume, Waschräume, Lesestuben. Der Rundfunkempfänger, gelegentlich auch ein Kino- oder Theaterabend, sorgen für die Unterhaltung des Arbeiters während seiner Freizeit.

Aus der Lust und Liebe, mit der Arbeiter, Tech­niker, Ingenieure und Unternehmer ans Werk gin­gen, entstand die verkehrspolitische Großtat. Die Autobahnen brachten dem Kraftwagenver­kehr endlich die Einheit von Straße und Fahrzeug, denn bisher war es so, daß unsere Verkehrswege mit der Entwicklung des Autos nicht entfernt Schritt halten konnten. Wie dankbar der Autobahnbau von den motorisierten Volksgenossen begrüßt wird, dafür ein schlichtes Beispiel: Die Verkehrsabwanderung von der alten Reichsstraße zur neuen Autobahn betrug aus der Strecke DarmstadtHeidelberg 49,2 v. H-, auf der Strecke MannheimHeidelberg sogar 63 v. H. «Die überaus starke Beanspruchung der bisher fertig- gestellten Autobahnstrecken ist ja auch schließlich kein Wunder, denn die Vorteile, welche die Be­nutzung der Autobahn bietet, liegen für jeden Krast- wagenbesitzer auf der Hand. Außer einer beträcht­lichen Ersparnis an Zeit und ®elbi die

Autobahn dem Fahrer noch das Gefühl unbedingter Sicherheit und das Erlebnis der schonen deutschenLandschaft. Gerade auf die Linien­führung der Autobahnen wird der allergrößte Wert elegt, denn die schöne Straße wußte , STusbrud <nes geglückten Ausgleichs zwischen der technischen Zweckerfüllung, den Gestaltungsgesetzen der Land­schaft und der Geisteshaltung ihrer Bewohner sein. Zu diesem Zweck wurde bei jeder Obersten Bau- iritung dem Ingenieur ein Landschaftsanwalt zur Seite gestellt, der dafür zu sorgen hat, daß das Werk der Technik nicht durch rücksichtslose Zweck­bestimmung an kulturellem Wert embußt, sondern daß aus der Straße ein schöpferisches Kunstwerk wird. 1

Die wirtschaftliche Bedeutung der Autobahnen ist noch gar nicht abzuschätzen. Man denke nur an den geringeren Benzinverbrauch, an den geringeren Reifenverschleiß, an die geringere Beanspruchung der Motoren, an die Beschleunigung des Güterfernverkehrs, an die Möglichkeit, in un­erschlossenen Landschaftsräumen neue Industrien und Gewerbezweige heimisch zu machen. Schon heute braucht man beispielsweise für die Strecke

BerlinMagdeburg statt früher drei Stunden nur noch zwei Stunden Fahrzeit, obgleich die Zubrin­gerstraßen noch keineswegs dem Ideal eines guten Verkehrsweges entsprechen. So gibt uns der tau­sendste Kilometer Anlaß, mit Stolz und Genug­tuung auf das bisher Geleistete zurückzublicken und mit neuer Energie die nächste Etappe dieses größ­ten Bauunternehmens der Neuzeit in Angriff zu nehmen. E. V.

Die Feierstunde bei Klettendors.

Breslau, 27. Sept. (DNB.) Auf schlesischem Boden weihte der Führer am Sonntag den tau® sendsten fertigge ft eilten Kilometer des feiner Jntiatioe zu verdankenden eines das ganze Reich durchziehenden Autostraßennetzes. Ko­lonnen von SA., SS., HI. und der Technischen Nothilfe marschierten nach den Spalierstellen. Be­reits um 8 Uhr war die Spalierbildung vom Flug­hafen bis zur Reichsautobahn vollzogen. Während­dessen ergoß sich ein ununterbrochener Strom von Autobussen, Personenwagen und Motorrädern hin­aus zur Reichsautobahn. Aus ganz Schlesien waren Tausende von Volksgenossen mit Sonderzügen nach Breslau gekommen, um hier Zeugen des großen Tages zu fein. Einige hundert Meter hinter der provisorischen Abzweigstelle vom regulären Straßen­netz ist eine Tribüne errichtet, auf der sich die zur Feier geladenen Persönlichkeiten einfinden. Auf dem Mittelstreifen der Autobahn ist eine kleine Tribüne errichtet, von der aus der Führer zu den Dolks- genofsen sprechen wird. Abordnungen der 15 Ober­sten Bauleitungen des Reichsautobahnnetzes, Be­amte, Arbeiter und Angestellte haben sich eingefun- den, um Zeugen der Uebergabe des 1000. Kilometers zu sein. Jenseits der Einfahrt zur Reichsautobahn haben 80 Lastwagen der Reichsverkehrsgesellschaft, 30 weitere Personenkraftwagen, 20 neue Fahrzeuge der Autmobilindustrie, 20 Fahrzeuge des DDAC. und ein Ehrensturm des NSKK. Aufstellung genom­men, um hinter dem Führer und seiner Begleitung und der Belegschaft der Reichsautobahnteilstrecke BreslauKreidau die Fahrt über die neue Straße anzutreten. 100 Meter hinter der Rednertribüne spannt sich zwischen zwei Fahnenmasten das weiße Band, das der Wagen des Führers durchreißen wird.

Die Ankunft des Führers.

Um 9.45 Uhr heult vom Kommandoturm des Flughafens die Sirene auf, das Zeichen für die Ankunft der Maschine des Führers. In dem Augen­

blick, in dem die D 2600 den Boden berührt, fällt das Musikkorps der Wehrmacht ein. Der Führer entsteigt als erster der Maschine. Nach der Begrü­ßung schreitet der Führer die Front der Ehren­formationen ab und nimmt aus den Händen zweier Kinder Blumensträuße entgegen. Kurz nach 10 Uhr setzt sich die lange Wagenkolonne in Bewegung. Der Führer steht, wie immer, neben dem Fahrer des Wagens. Winken und Heilrufe kennzeichnen den jeweiligen Standort seines Wagens. Im Remter des Rathauses wird dem Führer eine Ehrengabe überreicht. Als der Führer das Rathaus verläßt, bricht die Bevölkerung in brausende Heilrufe aus. Um 10.30 Uhr setzt sich die Wagenkolonne zur Fahrt nach Klettendorf in Bewegung. Der Führer wird auf dem Wege zum Festplatz überall stürmisch be­grüßt.

Der Festakt.

Gauleiter Wagner leitet den Festakt ein. Er nennt die Reichsautobahnen ein Zeichen der inne­ren Vollendung der Volkwerdung und zugleich des Ausreifens des durch die Jahrhunderte werdenden Staats zu einem einheitlichen Deutschen Reich. In diesen Straßen drücke sich die innere völkische Geschlossenheit und Einheitlichkeit der erwachten Nation aus. Sie offenbarten zugleich die Schaffenskraft und den Willen, auch in die fernere Zukunft hinein das Schicksal zu gestal­ten und zu meistern. Die Straßen mahnten dort, wo sie die Grenzen des Staates erreichten, die an­liegenden Völker, dem deutschen Volk die Hand zu geben, um das Werk des Zusammenrückens aller europäischen Völker zu fördern. Die Autostraßen würden europäische Bedeutung gewinnen und für den Frieden werben. Der Gauleiter schloß mit der Versicherung an den Führer, daß das Grenzland Schlesien seine besondere Mission kenne, und alle­zeit seine Kräfte einsetzen werde, um der Gesamt­ausgabe gerecht zu werden.

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eitere 1500 Kilometer im Bau.

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Der Direktor der Reichsautobahnen Dr. Ru­dolphi gedachte zunächst der fünf Arbeitskame­raden, die bei den Bauarbeiten für die Reichsauto­bahnen ein Opfer der Arbeit geworden sind, und führte dann aus, über die bereits fertiggestellten tausend Kilometer hinaus seien mehr als 15 0 0 Kilometer Reichsautobahnen im Bau. Die Bauarbeiten seien geleistet worden mit 7800 Mann. Während der Hauptbaumonate seien 120 000 Arbeiter der deutschen Bauindustrie beschäf­tigt gewesen, ungerechnet der zahllosen mittelbar Beschäftigten in Steinbrüchen, Gruben usw. Dom Beginn der Arbeit bis heute seien fast 60 Mil­lionen Tagewerke geleistet worden. Auf den Baustellen seien an Geräten eingesetzt gewesen 160 Betonieraggregate, 670 Betonmaschinen und 420 Bagger, ferner seien vorhanden 3000 Kilometer Baugleise, 23 000 Lokomotiven und 53 000 Roll­wagen. Mit diesem Einsatz seien verarbeitet 280 000 Tonnen Eisen und Stahl und 6,5 Millionen Beton und Mauerwerk, 175 Millionen Kubikmeter Boden seien bewegt worden.

Ein an der Baustelle Bresla u Kreibau beschäftigt gewesener Arbei- t e r machte sich zum Sprecher der Gefühle und Ge­danken seiner Arbeitskameraden. Als er den Führer als den alleinigen und eigentlichen Brotgeber Deutschlands bezeichnet, wurde dieses Bekennt­nis von allen Anwesenden mit starkem Beifall be­kräftigt.

Generalmspekkor Dr. Todt

führte dann u. a. aus:

Es find genau drei Jahre, feit Sie, mein Füh­rer, in Frankfurt a. M. beim ersten Spaten- ft i ch zum großen Werk Ihrer Straßen den Befehl gegeben haben:Das Werk nehme feinen Anfang! Und ehe wieder Jahre vergangen, soll ein Riesen­werk zeugen von unserem Willen, unserem Fleiß, unserer Fähigkeit und unserer Entschlußkraft." E i n erstes Teilziel dieses Befehls ist mit dem heu­tigen Tage erreicht. In weniger als 900 Ar­beitstagen wurden tausend Kilometer der Straßen des Führers fertiggestellt. Der deutsche Arbeiter auf den Baustellen und in den Lieferwerken, der deutsche Beamte und Angestellte im UnternehmenReichs­autobahnen", die deutsche Banuindustrie, alle haben sich Ihrem Willen gehorchend, dem Dolksganzen dienend z u einer Gemeinschaftsarbeit zusammengefunden, deren Ergebnis diese tausend Kilometer Straßen sind. Wer eine dieser Strecken, die heute fertig sind, von der Stelle des

ersten Baubeginns bis zur Stelle der letzten Arbei­ten durchfährt, erkennt deutlich an den Bauwerken, an der landschaftlichen Eingliederung und an allen technischen Einzelheiten die bedeutende Aufwärtsent­wicklung von Technik und Baukultur im Laufe die­ser drei Jahre.

Gewaltig ist der Eindruck der fertigen Stra­ßen, bewundert wird die Kühnheit der Brücken­bauten, die Vollendung der Technik und die Harmonie mit der Landschaft. Aber all diese äußeren Erscheinungen treten weit zurück hin­ter der Achtung vor dem unermüdlich zähen Fleiß des deutschen Arbeiters, der mit einer unendlichen Kleinarbeit Schippe um Schippe zum großen Werk geschaufelt, Roll­wagen um Rollwagen gefüllt und Stein auf Stein gesetzt hat und durch die Arbeit seiner treuen deutschen Hand aus Boden und Stein ein Derk schuf, das ewig zeugen wird von der gewaltigen Leistungsfähigkeit eines ge­einten, fleißigen Volkes unter großer Führung. Dem persönlichen Eingreifen des Führers ver­dankt der deutsche Arbeiter seine muffet- gültigen Lager. Eine Reihe von Zu­lagen, die die frühere Zeit nicht kannte, er­gänzen den Lohn im Interesse der Familien­versorgung und des Familienlebens. Die Reichs­autobahner haben in ihren Lagern ihr eigenes Reichsautobahn-Theater zur Unterhaltung am Feierabend. Aus dem kummervollen, unter­ernährten Arbeitslosen der früheren Zeit ist eine stolze, kraftvolle, teistungsfähige und ar­beitsfreudige Arbeiterschaft geworden, die sich mit StotzReichsautobahner" nennt.

Der Kreis derer, die den Segen dieser großen Ar­beit genießen, geht aber weit über die direkt beim Dau beschäftigten Werkleute hinaus: Die zusarn- rnengebrochene deutsche Bauindustrie bekam wieder Boden unter die Füße. Die Stein- industrie, die in den ärmsten Gehenden Deutsch­lands zu Hause ist, wo es viel Steine und wenig Brot gibt, ist wieder voll beschäftigt. Die Zement- i n ö u ft r i e liefert mehr als ein Drittel ihrer Ge­samtproduktion der früheren Jahre heute jährlich für die Reichsautobahn. Die Baumaschinen- industrie hat bei intensiver Beschäftigung die modernsten und leistungsfähigsten Straßenbaugeräte geschaffen und erobert sich damit in ganz großem

Umfange Absatz im Ausland.

Die stärkste Anregung durch den Bau der Straßen des Führers hat aber wohl die Automobil- industrie erfahren. Die Anregungen, die diese neuen Straßen dem Kraftfahrer bringen, zei­gen sich am Verkehr auf diesen Straßen. Die stärkst befahrenen Landstraßen in Deutschland tru­gen bisher einen Tagesverkehr von 2000 bis 3000 Fahrzeugen. Wir haben das Doppelte an der Autobahn erwartet, ein fünf - bis sechsfacher V e r k e h r hat sich ergeben. Auf der Reichsautobahn MünchenLandesgrenze wurde vor vier Wochen in 24 Stunden ein Verkehr von 14 000 Fahrzeugen in einer Richtung gezählt. Davon passierten zwischen 18 und 20 Uhr 3152 Kraftfahrzeuge die Zählstelle, d. h. alle zwei Sekunden ein Fahrzeug. Dieser Ver­kehr einer geschlossenen Kraftwagenkolonne von vielen Kilometern Länge spielt sich dank der Lei­stungsfähigkeit dieser Straßen ohne jeden ver­kehrsregelnden Eingriff, ohne einen ein­zigen Verkehrsschutzmann und auch ohne jeden Un­fall ab und bestätigt, daß diese Straßen nicht nur jedem gegenwärtigen Verkehr genügen, sondern auch für jede künftige Verkehrsentwicklung ausreichen.

Und wenn heute einige Menschen mit sorgen­vollem Ausdruck unken, ja, die Autobahn, aber wo bleiben das Benzin und der Gummi, den wir nicht besitzen, so können wir nur sagen: Rach dem Dillen des Führers wurden in 900 Arbeitstagen 1 0 0 0 Kilometer Reichs- autobahnen gebaut, obwohl viele nicht daran glaubten, nach dem Dillen des Führers wird für eine weitere große Zahl von Volks­genossen der Volkswagen entstehen und nach dem Willen des Führers wird der deutsche Kraftfahrer auch das Benzin und den Gummi haben, den er braucht. Die Klein­mut der ewig Aengftlichen kann unseren Glau­ben nicht stören, daß wir die vom Führer ge­steckten Ziele alle und in höchster Vollendung erreichen.

Mein Führer! Mit dem Dank an alle Arbeits­kameraden und Mitarbeiter in den Betrieben, im UnternehmenReichsautobahnen", in den beteilig­ten Industriezweigen und Behörden melde ich die Fertigstellung der ersten tausend Kilometer Ihrer Straßen. Der deutsche Bauarbeiter und seine Ka­meraden danken Ihnen für die erhaltene Arbeit an einem großen Werk von ewigem Bestand. Ich bitte Sie, an der Spitze der Arbeiter dieser Baustelle und der Arbeiterabordnungen aus dem ganzen Reich den tausendsten Kilometer als erster zu befahren."

Während der Generalinfpektor sprach, versuchte ein Jungvolkjunge den Platz vor der Red­nertribüne zu überqueren, wurde aber von einem SS.-Mann aufgefangen und brach darob in Tränen aus. Der Führer hatte die Szene beobachtet und ließ einen SS.-Mann zu dem Jungen hinschicken, um ihn zu trösten und ihm mitzuteilen, daß er bei Schluß der Feierlichkeit zu ihm kommen möge. In der Tat kommt der Junge nach der Rede des Führers zu seinem Ziel. Unter der Anteilnahme aller Anwesenden wird er von dem Führer auf der Tribüne empfangen und mit einem gelinden Backenstreich geehrt.

Der Dank des Führers.

Als Dr. Todt geendet hatte und der Führer vor das Mikrophon tritt, brausen ihm stürmische Heilrufe entgegen. In seiner Rede sprach der Füh­rer in tiefempfundenen Worten allen an diesem gewaltigen Werk tätig Schaffenden feinen Dank aus für ihre erfolgreiche Arbeit und ihre großartige Leistung. Er dankte ganz besonders herzlich seinen Arbeitskameraden dafür, daß sie den Weg zur Gemeinschaf tdes deutschen Volkes g e f u n b e n und gleich ihm den Spaten in die Hand genommen und gehandelt hätten.

Der Führer brachte zum Ausdruck, wie sehr er, der selbst einmal die Schaufel in der Hand hatte, die Schwere der Arbeit, die hier geleistet werde, zu würdigen wisse. Daß ihn der deutsche Arbeiter am besten verstehe und am meisten auch dieses große Werk und seine Rotwendlgkeit begreife, das beglücke ihn ganz besonders. Und durch dieses Verstehen werde die Arbeit er st wahrhaft segens­reich für unser deutsches Volk.

Daß wir in so ganz kurzer Zeit allen Zweiflern und Nörglern, allen Miesmachern und Ungläubigen Zum Trotz heute schon die ersten 1000 Kilometer einer Betonstrecke eröffnen könnten, wie sie in die- fer ober auch nur ähnlicher Art noch niemals gebaut worben ist, bas sei ein Grund zum Stolz für jeben einzelnen Arbeiter, ber daran mitgewirkt habe. Mit anerkennenden Worten gedachte ber Füh­rer auch ber zahlreichen g e i ft i g e n Mitarbei­ter, bie wirklich rounberbare Lei st ungen ü o 11 b r a ch t hätten. Es seien in diesen drei Jah­ren Brücken konstruiert worben, bie z u b e m S ch ö n st e n gehörten, was bie T^hnik überhaupt geschaffen habe, unb bie, rein künstlerisch gesehen, M e i st e r w c r k e barstellten, bie ihresgleichen zur peit noch nicht hätten. Ebenso sprach ber Führer jeipen Dank aus den unzähligen anderen, bie im Vüro unb Kontoren ober in ber Zubohörinbustrie am Werk mitgeholfen hätten.