Die Außenpolitik der englischen Regierung.
„Endgültig der Zukunst zugewandt." - Bereinigung im Mütelmeer. - Are Krage der Kolonialgebiete. — Nie Friedenssicherung in Europa.
London, 27. Juli. (DNB.) Am Montagnachmittag fand im Unterhaus die letzte außenpolitische Aussprache vor Beginn der Parlamentsferien statt. Nach der üblichen Fragezeit erhob sich
Außenminister Eden
um die mit Spannung erwartete Erklärung über die Außenpolitik abzugeben. Eden wandte sich sofort der geplanten Konferenz der fünf Locarno möchte zu, die er als den wichtigsten Abschnitt der internationalen Lage bezeichnete. Seit der Wiederbesetzung des Rheinlandes durch Deutschland sei es das ständige Bestreben der britischen Regierung gewesen, Verhandlungen in Gang zu bringen, um die Lage wieder herzustellen. Sie habe es für ihre Pflicht gehalten, aus einer Periode der Schwierigkeiten eine solche der Gelegenheiten zu schaffen, und in diesem Geiste habe sie während der Londoner Konferenz im März ständig gehandelt. In diesem Geist habe sie auch dem Uebereinkommen vom 19. März zugestimmt; in demselben Geist habe sie gewisse Fragen an die deutsche Regierung gerichtet. In dem gleichen Geist sei auf der Völkerbundsversammlung im letzten Monat die Möglichkeit eines weiteren Zusammentreffens der Locarnomächte erwogen worden.
Die britische Regierung sei sich klar darüber gewesen, daß eine Konferenz nur eines Teiles der Locarnomächte eine begrenzte Tagesordnung im Vergleich zu der Fünfmächtekonferenz haben müßte, um ein konstruktives Ergebnis zu haben. Dies fei notwendig gewesen, um Mißverständnisse zu vermeiden und damit sie als erster Schritt für eine darauffolgende Zusammenkunft aller Locarnomächte dienen könnte. Lr glaube feststellen zu können, daß das Ergebnis der Londoner Konferenz zeige, wie vollständig das konstruktive Ziel, das die Mächte im Auge gehabt hätten, erreicht worden fei. Die ausgegebene Verlautbarung zeige, daß man nunmehr endgültig sich der Zukunft zugewandt habe und sich nicht auf die Vergangenheit beschränke. Lr wünsche zu unterstreichen, daß diese Ansicht von allen Teilnehmern dieser Zusammenkunft geteilt worden sei und er sei überzeugt, daß der Wunsch, ein neues Locarno herbeizuführen und zu einer europäischen Regelung zu gelangen, von den französischen und den belgischen Ministern ebenso sehr empfunden werde, wie von den Engländern.
Eden berührte sodann die Unterrichtung der deutschen und der italienischen Regierung und erklärte, die britische Regierung sei sicher, daß jedes Mitglied des Hauses eine günstige Antwort dieser beiden Regierungen erhoffe. Bezüglich der Zukunft wünsche er jedoch ein Wort der Warnung hinzu- zusugen. Ein vorbereitendes Stadium, und zwar- ein wichtiges, sei zu Ende geführt worden, aber es sei immer noch ein vorbereitendes Stadium. Das Vorwort, so hoffe er, sei gut verfaßt, die eigentlichen Kapitel des Buches müßten erst noch geschrieben werden. Wenn die Einladungen angenommen würden, würde eine Uebereinstimmung über das Ziel im allgemeinen herbeigeführt sein, aber die Methode^ um es zu erreichen, würden noch viel Fleiß und viele Beratungen erfordern.
Eine umfangreiche Arbeit auf diplomatischem Wege werde notwendig fein, bevor die Zusammenkunft der fünf Mächte erfolgen könne, viele Hindernisse mühten noch überwunden werden.
Aber er glaube, daß ein Stadium erreicht worden sei, in dem es möglich sein sollte, die Schwierigkeiten zu überwinden, wenn der Geist der Zusammenarbeit bei allen vorhanden sei.
Der englische Außenminister wandte sich hierauf der Konferenz von Montreux zu und gab 8er Auffassung Ausdruck, diese Konferenz habe bewiesen, daß eine vertragliche Neuregelung durch ein verhandeltes Uebereinkommen in Uebereinstimmung mit den normalen Grundsätzen der internationalen Beziehungen zu einer Regelung führen könne. Nur eine Frage habe der Konferenz Schwierigkeiten gemacht, nämlich die Frage des Durchfahrtsrechtes für Kriegsschiffe in Kriegszeiten, wenn die Türkei neutral sei. hier habe man zuerst Vorschläge gemacht, die den Uferstaaten im Kriegsfall ein freies Durchfahrtsrecht gewährt hätten, während die Meerengen für Nichtuferstaaten geschlossen werden sollten. Die britische Regierung habe sich gegen jede derartige Diskriminierung schärfstens gewandt. Eine noch schwierigere Frage sei der Versuch gewesen, der Türkei die Verpflichtung aufzuerlegen, zwischen den Kriegführenden zu unterscheiden, mit denen sie durch Verträge gebunden sei, und solchen, bei denen das nicht der Fall sei. Auch dieser Vorschlag sei aufgegeben worden.
Zur Frage der M i t t e l m e e r p a k t e übergehend erklärte Eden, daß der Zu st and der Ungewißheit, während dessen Dauer die britischen Beistandszusagen weiter endgültig sein sollten, nunmehr beendet sei. Gegen Mitte dieses Monats habe die italienische Regierung den Regierungen Jugoslawiens, Griechenlands und der Türkei freiwillig eine Erklärung übermittelt, die auch der britischen Regierung übergeben worden sei. Aus diese Mitteilung gehe hervor, daß Italien niemals irgendeinen Angriff gegen diese Länder wegen ihrer Sanktionspolitik beabsichtigt habe oder beabsichtige. __________________________
Die italienische Regierung betrachte das Sanktionskapitel als abgeschlossen und sehe nunmehr einer Periode der Mitarbeit unter den Rationen wieder entgegen. Die italienische Regierung habe weiter daran erinnert, daß zwischen Italien und Griechenland und Italien und der Türkei Freundschaftsverträge bestünden, an die sich Italien stets gehalten habe und die die italienische Regierung auch weiter zu respektieren beabsichtige. Auch mit Jugoslawien wünsche Italien die besten Beziehungen zu pflegen. Diese Mitteilung rechtfertige den Schluß, daß die Umstände, unter denen die britische Regierung es für nötig gehalten habe, jene Zusicherungen zu geben, nicht mehr fortbestünden. Er freue sich daher feststellen zu können, daß nach Ansicht der britischen Regierung keine weitere Notwendigkeit für die Aufrechterhaltung der Beistandszusiche-
• rungen bestehe.
Eden behandelte dann die Verhandlungen mit Aegypten und wies daraufhin, daß das erste Stadium der Verhandlungen abgeschlossen sei. Der Außenminister gab hierauf seinem Bedauern über die Ereignisse in Svanien Ausdruck und wies darauf hin, daß die Lage noch ungeklärt sei. Durch Vermittlung des chilenischen Gesandten seien die auswärtigen Missionen gemeinsam an die spanische Regierung herangetreten, die versprochen habe, alles in ihrer Macht Stehende zum Schutze der Ausländer zu tun. Man hoffe, daß die Ausländer aus Madrid nach Valencia gebracht werden können.
Auf eine Zwifchenfrage von Lloyd George erklärte Eden sodann, es sei nicht richtig, daß er Vorstellungen bei der französischen Regierung wegen Waffenlieferungen an die spanische Regierung gemacht habe.
Eden wandte sich sodann der Lage in Danzig zu. Er schilderte die Vorgänge der letzten Zeit und erklärte, er könne über die letzten Verordnungen nichts sagen, solange er noch keinen Bericht hierüber habe. Sein ganzes Bestreben habe darin bestanden, die Völkerbundsmaschinerie zum Arbeiten zu bringen.
Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen kam der englische Außenminister aus die Frage der Mandatsgebiete zu sprechen. Die Regierung erkenne die Bedeutung der Angelegenheit in vollem Umfange an. Sie sei sich des Interesses bewußt, das diese Frage in vielen Kreisen erwecke, und fei bereit, die Frage auf einer inkernationalenkonferenz unter den Auspizien des Völkerbundes zu erörtern. Auf einer solchen Konferenz würde sie ihrerseits völlig bereit fein, größere Garantien für den Zutritt z u kolonialen Rohstoffgebielen und die ihnen ent- gegenstehenden Hindernisse zu erörtern. Diese Frage konnte sehr wohl auf der kommenden Volkerbundsfihung im September behandelt werden.
Eden wandte sich hierauf der Frage zu, ob eine tatsächliche Ueberaabe von Gebieten von der Regierung beabsichtigt werde, die sie auf Grund eines Mandates besitze. Eden betonte, daß diese Frage die Politik aller Mandatsmächte berühre, sowohl die britische Regierung und die Regierungen der Dominien, als auch die Regierungen fremder Mächte. Die britische Regierung habe mit keiner von ihnen irgendeine diesbezügliche Beratung abgehalten.
Soweit die britische Regierung in Frage komme, würde die Frage der Uebertragung eines Mandatsgebietes unvermeidlich große Schwierigkeiten moralischer, politischer und rechtlicher Ra- fur Hervorrufen, von denen die Regierung offen sagen müsse, daß sie nicht in der Lage gewesen fei, irgendeine Losung für sie zu finden.
Die britische Regierung hoffe ferner, daß angesichts so vieler anderer bisher ungelöster internationaler Fragen, aber auch angesichts der neuen Gelegenheit, die für ihre Lösung in den letzten Tagen geboten worden sei, nirgendwo zur Zeit der Wunsch bestehe, weitere schwerwiegende Meinungsverschiedenheiten zwischen die Völker zu tragen.
Eden verteidigte dann noch einmal den Entschluß der Regierung zur Beendigung der Sanktionspolitik und erklärte, daß die Tatsache, daß England in einigen Teilen Europas gewisse Verpflichtungen habe, keineswegs bedeute, daß sich die Regierung für den Rest des übrigen Europas nicht interessiere.
Gebe es, so fragt er, in Europa überhaupt einen Konflikt, der lokalisiert werden könne? Der Frieden in ganz Europa gehe daher auch ganz Europa an. Es fei jedoch die Frage, ob jedes Land in Europa auch für jedes andere kämpfen wolle. Wenn jede Ration in Europa bereit fei, sich zu verpflichten, dem Opfer eines Angriffes nicht nur wirtschaftlich, sondern auch militärisch zu Hilfe zu eilen, würde diese Frage zu losen fein. Die Schwierigkeit bestünde jedoch darin, daß dies nicht der Fall fei. Alle Anregungen für die Reform des Völkerbundes
müßten diese Tatsache in Rechnung stellen.
Abschließend wandte sich Eden gegen die Haltung der Arbeiteropposition in der Aufrüstungsfrage. Es werde die Pflicht der Regierung bleiben, dafür zu sorgen, daß jede Gelegenheit ergriffen werde, um eine Begrenzung der
Rüstungen zu fördern. Die Gelegenheit hierfür werde vielleicht früher kommen als man glaube, wenn sich die schwere Last der Rüstungen bemerkbar mache.
Die Aussprache.
In der anschließenden Aussprache ergriff zunächst der Führer der Liberalen Opposition Sir Archibald Sinclair das Wort. Er gab seiner Befriedigung über die Feststellung des Außenministers Ausdruck, daß die britische Regierung nicht geneigt sei, die Verhandlungen, die durch die deutsche Wiederbesetzung des Rheinlandes ausgelöst worden seien, als gescheitert anzusehen. Er bedauere jedoch, daß Eden nicht wenigstens andeutungsweise Mitteilungen über die Absichten der Regierung hin
sichtlich der Dölkerbundsresorm gemacht habe. Das eigentliche Friedensproblem sei wirtschaftlicher Natur. In diesem Zusammenhang behandelte der Redner die Frage der Arbeitslosigkeit und des Bevölkerungsdrucks, sowie das Kolonial- Problem. Er vertrat die Meinung, daß ähnliche Fragen, vor denen Deutschland stehe, durch die Rückgabe der früheren Kolonien nicht gelöst werden könnten. Es könne aber auch nicht behauptet werden, daß die Frage, ob Deutschland Kolonien besitzen könne, nicht diskutabel sei.
Der Ardeiterparteiler Lawrence verlangte von der Regierung die Abgabe einer Erklärung, aus der hervorgehe, in welchem Falle die englischen Stellkräfte eingesetzt werden würden. Die Arbeiterpartei habe kein Vertrauen zu der Außenpolitik der Regierung.
Als nächster Redner sprach der konservative Abgeordnete Sir Austen Chamberlain. Seine Ausführungen erschöpften sich im wesentlichen in den bei ihm üblichen gehässigen Angriffen und Verdächtigungen Deutschlands.
Bei Schluß der Unterhausaussprache wurde der haushalt des Foreign Office mit 313 gegen 138 Stimmen angenommen.
Aus aller Welt.
Ausnahmebestimmungen für ausländische Teilnehmer an den Olympischen Spielen.
Amtlich wird mitgeteilt: Den an den Olympischen Spielen beteiligten Ausländern, die in der Zeit bis Zum 15. August d. I. einschließlich nach Deutschland einreifen, wird von der deutschen Reichsregierung allgemein die Erlaubnis erteilt, ihre Uniformen, die sie in ihrem Heimatstaat zu tragen berechtigt sind, auch innerhalb des Deutschen Reichsgebietes anzulegen.
Oie Olympische Fackel in Ungarn.
Szeged, 28. Juli. (DNB Funkspruch.) Von Neusatz bis zur Grenze durcheilt die Olympia- Flamme viele deutsche Dörfer, wo sie überall begeistert begrüßt wird. Gegen Morgen laufen die letzten jugoslawischen Läufer. Noch ein letzter Fackelwechsel, und die Grenze ist erreicht. Auf beiden Seiten der Grenzlinie ist ein fahnengeschmücktes olympisches Fort errichtet. 1500 ungarische Radfahrer, darunter viele Frauen, erwarten den Ablauf des ersten ungarischen Läufers. Die Läufer machen halt. Der Vertreter der Jugoslawen hält eine kurze Ansprache. Ungarn und Jugoslawen kreuzen die Fahnen. Der stellvertretende Bürgermeister von Szeged, Bela Toth, übernimmt das olympische Feuer im Namen des Königreichs Ungarn. Nach seiner von leidenschaftlichem Patriotismus erfüllten Ansprache singt die Szegeder Liedertafel die ungarische Nationalhymne. Die erste Etappe bis Budapest ist 160 Kilometer lang. 203 Läufer wirken mit, meistens erstklassige Sportsleute, darunter Dr. h e r n a d i, der die ungarische Marathon-Meisterschaft mehrmals errang. Um 7.15 Uhr erreicht das olympische Feuer das Stadthaus der königlichen Freistadt Szeged, wo es von Obergespan Dr. Georg I m e c s empfangen wird.
Lindbergh in Warnemünde. — Leichter Flugzeugunfall Udets.
Oberst Lindbergh, der das Wochenende dazu bnutzt hatte, um sich die Umgebung Berlins, den neuen Sportflugplatz in Rangsdorf, die historischen Stätten Potsdam und den Wannsee anzusehen, besichtigte Montag vormittag die Heinkel-Flug- zeugwerke in Warnemünde. In Begleitung des amerikanischen Attaches für Marineluftfahrt, Commander Mailo, und für die heeresluftfahrt Kapitän König traf Oberst Lindbergh auf dem Flugplatz Marienehe ein und besuchte die Anlagen und Einrichtungen der heinkelwerke. Nach einem Gang durch die Werkstätten wurden mehrere Flugzeuge vorgeführt. Ein neues Flugzeugmuster wurde von dem Chef des technischen Amtes der Luftwaffe im Reichsluftfahrtministerium, Oberst Udet, oorgeflogen. hierbei ging das Flugzeug aus bisher noch nicht geklärter Ursache in der Luft zu Bruch. Oberst Übet sprang geistesgegenwärtig mit dem Fallschirm ab und erlitt bei dem Unfall lediglich einige Schnittwunden und eine Beinoerstauchung. Es ist zu erwarten, daß Oberst Udet bereits in acht Tagen wieder seinen Dienst im Reichsluftfahrtministerium aufnehmen wird. Im Anschluß an die Flugvorführungen begab sich Oberst Lindbergh und die anderen amerikanischen Gäste nach dem Fliegerhorst Warnemünde, um den dortigen Truppenteil der Luftwaffe zu besichtigen.
Sfanborlmelbung des LZ. „Hindenburg".
Das von Südamerika heimkehrende Luftschiff „Hindenburg" stand nach Mitteilung der Deutschen Seewarte am Dienstagfrüh um 7 Uhr 280 Kilometer nordöstlich von Teneriffa.
Deutscher Sieg
im Internationalen Amateurfilmwettbewerb.
Das Preisgericht des im Rahmen des Zweiten Internationalen Amateurfilm-Kongresses veranstalteten fünften internationalen Wettbewerbes um den beften Amateurfilm, dem aus mehr als 15 Staaten 56 Filme gemeldet worden waren, hat sieben erste und sechs zweite Preise verteilt. Davon entfielen drei erste Preise und ein zweiter Preis an Deutschland. Deutschland steht dadurch als b e st e Nation im Wettbewerb an führender Stelle. In der Gruppe A fiel der erste Preis an R. Groschopp (Dresden) für den Film „Bommerli", in der Gruppe B der zweite Preis an Professor Ramme (Berlin) für den Film „Saga, die Riesenschnecke". In der Gruppe C errang Dr. G. Schneider (Dresden) den ersten Preis für den Film „Frühling am Bodensee" und in der Gruppe D O. F1 iedner (Flensburg) mit dem Film „Das letzte Gericht". An zweiter Stelle steht Frankreich mit zwei ersten und einem zweiten Preis. Danach folgen die Tschechoslowakei, Ita
lien, Ungarn, Holland und Portugal. Das Preisgericht, das diese Entscheidung fällte, setzte sich aus 28 Delegierten zusammen, darunter drei Deutschen.
Hinrichtung in Ellwangen.
Die Justizpressestelle Stuttgart teilt mit: Am 28. Juli dieses Jahres früh 5 Uhr ist in Ellwangen der am 19. Januar 1877 geborene Christian Hammer, Stillau (Krs. Ellwangen), hingerichtet worden. Hammer, der vom Schwurgericht in Eli- wangen wegen Mordes zum Tode verurteilt worden war, hatte am 11. Juli 1935 gemeinschaftlich mit feiner vermindert zurechnungsfähigen Tochter ihre in Blutschande erzeugten beiden Kinder im Alter von 4 und 8 Jahren in einem Tümpel ertränkt, um sich ihrer zu entledigen.
Zwei Tote bei einem Verkehrsunglück.
Unweit des Fröhnerhofes bei Eselsfürth (Pfalz) ereignete sich ein schweres Verkehrsunglück. Ein mit Ausflüglern besetzter Postomnibus aus Pirmasens befand sich auf der Heimfahrt. Zwei Mo» toradfahrer, der Polsterer Fritz Bernd und der Schlosser Heinrich Strasser, beide aus Kaiserslautern, wollten den Postkraftwagen Überholen. Obwohl dieser sich ganz rechts hielt, streifte das Motorrad den Autobus. Der eine Motorradfahrer wurde unter den Wagen geschleudert und vollständig zerstückelt. Auch der Mitfahrer blieb tot auf der Straße liegen. Der Geistesgegenwart des Postkraftwagenführers ist es zu verdanken, daß die Insassen des Wagens mit dem Schrecken davonkamen. Die Verunglückten befanden sich auf der Heimfahrt vom Nürburgring.
Ein Volksschädling verhaftet.
Verhaftet und dem Gerichtsgefängnis Limburg zugeführt wurde der Verwalter des Heimes für Gelehrte und Künstler „Vier Türme" in Bad Ems, Karl Becher. E hatte die Stellung erst feit kurzem inne, trotzdem aber schon erhebliche Veruntreuungen begangen. Da Becker vorher bet einer anderen Organisation tätig war, wurde die Untersuchung auch auf seine frühere Amtsführung ausgedehnt. Dabei stellte man fest, daß er auch hier Unterschlagungen begangen hatte.
Reuer Schnelligkeitsrekord der „Queen Mary"?
Die Londoner Presse spricht durchweg die Hoffnung aus, daß auf Grund der Standortmeldungen der Cunard-Dampfer „Queen Mary" den Schnelligkeitsrekord der „Normandie" brechen und damit das Blaue Band erringen werde. — Ein von Neuyork aus der „Queen Mary" entgegenfliegendes Flugzeug mit Pressevertretern und Pressephotographen st ü r z t e ins Meer. Vier Flugzeuggäste konnten von dem Dampfer „Exermont" geborgen werden. Einer von ihnen war tot, ein anderer soll im Sterben liegen.
Drei Alpini in einem norditalienischen Wildbach ertrunken.
Bei Truppenübungen, die eine Alpini-Abteilung am Ufer der Dora Riparia an der Einmündung des Waldbaches Baronecchia in der Nähe der Stadt Ulx im Gebiete der Cottifchen-Alpen vornahm, gab das von den mächtig angeschwollenen Flüssen unterspülte Erdreich plötzlich nach, so daß ein Unteroffizier und sechs Mann in das reißende Wasser stürzten. Trotz sofortiger Hilfeleistung durch die Kameraden ertranken drei von den verunglückten Soldaten.
Wetterbericht
-des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.
Die Großwetterlage befindet sich in einer Umgestaltung. Da aber dabei zunächst die Störungstätigkeit über das europäische Festland hinweggeht und durch sie in Deutschland Luftmassen verschiedener Herkunft und Temperatur zusammengeführt werden, hat sich die Niederschlagsbereitschaft bei uns sogar noch gesteigert, während Nord- und Ostdeutschland dagegen einen allgemein günstigeren Witterungsoerlauf zeigen. Der unbeständige Charakter bleibt auch vorerst noch erhalten, wenn auch für später Witterungsbesserung wahrscheinlich ist.
Aussichten für Mittwoch: Gelegentlich aufheiternd, doch noch unbeständig und zeitweise auch Regen, Taaestemperaturen um 20 Grad, schwül, veränderliche Winde.
Aussichten für Donnerstag: Wieder häufiger aufheiternd, doch immer noch unbeständig.
Lufttemperaturen am 27. Juli: mittags 16,7 Grad Celsius, abends 14,4 Grad; am 28. Juli: morgens 14,1 Grad. Maximum 17,5 Grad, Minimum heute nacht 13,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. Juli: abends 17,7 Grad; am 28. Juli: morgens 16,3 Grad. — Niederschläge 6,7 mm.
WvWfV wAO MhwUw <wU
denn mii Opekia wird die Marmelade billiger. Ohne Opekia nämlich kocht die Marmelade durch die lange Kochzeii häufig bis zur Hälfte ein. Mit Opekta jedoch bekommen Sie ungefähr das ganze Gewicht an Marmelade in die Gläser, das Sie an Obst und Zucker in den Kochtopf geben.


