Ausgabe 
28.7.1936
 
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Die Außenpolitik der englischen Regierung.

Endgültig der Zukunst zugewandt." - Bereinigung im Mütelmeer. - Are Krage der Kolonialgebiete. Nie Friedenssicherung in Europa.

London, 27. Juli. (DNB.) Am Montagnach­mittag fand im Unterhaus die letzte außen­politische Aussprache vor Beginn der Par­lamentsferien statt. Nach der üblichen Fragezeit er­hob sich

Außenminister Eden

um die mit Spannung erwartete Erklärung über die Außenpolitik abzugeben. Eden wandte sich so­fort der geplanten Konferenz der fünf Locarno möchte zu, die er als den wichtigsten Abschnitt der internationalen Lage bezeichnete. Seit der Wiederbesetzung des Rheinlandes durch Deutsch­land sei es das ständige Bestreben der britischen Regierung gewesen, Verhandlungen in Gang zu bringen, um die Lage wieder herzustellen. Sie habe es für ihre Pflicht gehalten, aus einer Pe­riode der Schwierigkeiten eine solche der Gelegen­heiten zu schaffen, und in diesem Geiste habe sie während der Londoner Konferenz im März stän­dig gehandelt. In diesem Geist habe sie auch dem Uebereinkommen vom 19. März zugestimmt; in demselben Geist habe sie gewisse Fragen an die deutsche Regierung gerichtet. In dem gleichen Geist sei auf der Völkerbundsversammlung im letzten Monat die Möglichkeit eines weiteren Zusammen­treffens der Locarnomächte erwogen worden.

Die britische Regierung sei sich klar darüber gewesen, daß eine Konferenz nur eines Teiles der Locarnomächte eine begrenzte Tagesord­nung im Vergleich zu der Fünfmächtekonferenz haben müßte, um ein konstruktives Ergebnis zu haben. Dies fei notwendig gewesen, um Mißverständnisse zu vermeiden und damit sie als erster Schritt für eine darauffolgende Zu­sammenkunft aller Locarnomächte dienen könnte. Lr glaube feststellen zu können, daß das Ergebnis der Londoner Konferenz zeige, wie vollständig das konstruktive Ziel, das die Mächte im Auge gehabt hätten, erreicht wor­den fei. Die ausgegebene Verlautbarung zeige, daß man nunmehr endgültig sich der Zukunft zugewandt habe und sich nicht auf die Vergangenheit beschränke. Lr wünsche zu unterstreichen, daß diese Ansicht von allen Teilnehmern dieser Zusammenkunft geteilt wor­den sei und er sei überzeugt, daß der Wunsch, ein neues Locarno herbeizuführen und zu einer europäischen Regelung zu ge­langen, von den französischen und den belgi­schen Ministern ebenso sehr empfunden werde, wie von den Engländern.

Eden berührte sodann die Unterrichtung der deutschen und der italienischen Regierung und er­klärte, die britische Regierung sei sicher, daß jedes Mitglied des Hauses eine günstige Antwort dieser beiden Regierungen erhoffe. Bezüglich der Zukunft wünsche er jedoch ein Wort der Warnung hinzu- zusugen. Ein vorbereitendes Stadium, und zwar- ein wichtiges, sei zu Ende geführt worden, aber es sei immer noch ein vorbereitendes Stadium. Das Vorwort, so hoffe er, sei gut verfaßt, die eigentlichen Kapitel des Buches müßten erst noch geschrieben werden. Wenn die Einladungen ange­nommen würden, würde eine Uebereinstimmung über das Ziel im allgemeinen herbeigeführt sein, aber die Methode^ um es zu erreichen, würden noch viel Fleiß und viele Beratungen erfordern.

Eine umfangreiche Arbeit auf diplomatischem Wege werde notwendig fein, bevor die Zu­sammenkunft der fünf Mächte erfolgen könne, viele Hindernisse mühten noch überwunden werden.

Aber er glaube, daß ein Stadium erreicht worden sei, in dem es möglich sein sollte, die Schwierig­keiten zu überwinden, wenn der Geist der Zusam­menarbeit bei allen vorhanden sei.

Der englische Außenminister wandte sich hierauf der Konferenz von Montreux zu und gab 8er Auffassung Ausdruck, diese Konferenz habe be­wiesen, daß eine vertragliche Neuregelung durch ein verhandeltes Uebereinkommen in Uebereinstim­mung mit den normalen Grundsätzen der inter­nationalen Beziehungen zu einer Regelung führen könne. Nur eine Frage habe der Konferenz Schwie­rigkeiten gemacht, nämlich die Frage des Durch­fahrtsrechtes für Kriegsschiffe in Kriegszeiten, wenn die Türkei neutral sei. hier habe man zuerst Vorschläge gemacht, die den Uferstaaten im Kriegsfall ein freies Durchfahrts­recht gewährt hätten, während die Meerengen für Nichtuferstaaten geschlossen werden sollten. Die bri­tische Regierung habe sich gegen jede derartige Diskriminierung schärfstens gewandt. Eine noch schwierigere Frage sei der Versuch gewesen, der Türkei die Verpflichtung aufzuerlegen, zwischen den Kriegführenden zu unterscheiden, mit denen sie durch Verträge gebunden sei, und solchen, bei denen das nicht der Fall sei. Auch dieser Vorschlag sei auf­gegeben worden.

Zur Frage der M i t t e l m e e r p a k t e über­gehend erklärte Eden, daß der Zu st and der Ungewißheit, während dessen Dauer die briti­schen Beistandszusagen weiter endgültig sein soll­ten, nunmehr beendet sei. Gegen Mitte dieses Monats habe die italienische Regierung den Regie­rungen Jugoslawiens, Griechenlands und der Tür­kei freiwillig eine Erklärung übermittelt, die auch der britischen Regierung übergeben worden sei. Aus diese Mitteilung gehe hervor, daß Italien nie­mals irgendeinen Angriff gegen diese Länder wegen ihrer Sanktionspolitik beabsichtigt habe oder beab­sichtige. __________________________

Die italienische Regierung betrachte das Sank­tionskapitel als abgeschlossen und sehe nunmehr einer Periode der Mitarbeit unter den Ratio­nen wieder entgegen. Die italienische Regierung habe weiter daran erinnert, daß zwischen Ita­lien und Griechenland und Italien und der Türkei Freundschaftsverträge bestünden, an die sich Italien stets gehalten habe und die die italienische Regierung auch weiter zu respek­tieren beabsichtige. Auch mit Jugoslawien wün­sche Italien die besten Beziehungen zu pflegen. Diese Mitteilung rechtfertige den Schluß, daß die Umstände, unter denen die britische Regierung es für nötig gehalten habe, jene Zusicherungen zu geben, nicht mehr fortbestünden. Er freue sich daher feststellen zu können, daß nach An­sicht der britischen Regierung keine weitere Notwendigkeit für die Aufrecht­erhaltung der Beistandszusiche-

rungen bestehe.

Eden behandelte dann die Verhandlungen mit Aegypten und wies daraufhin, daß das erste Stadium der Verhandlungen abgeschlossen sei. Der Außenminister gab hierauf seinem Be­dauern über die Ereignisse in Svanien Ausdruck und wies darauf hin, daß die Lage noch ungeklärt sei. Durch Vermittlung des chilenischen Gesandten seien die auswärtigen Missionen gemein­sam an die spanische Regierung herangetreten, die versprochen habe, alles in ihrer Macht Stehende zum Schutze der Ausländer zu tun. Man hoffe, daß die Ausländer aus Madrid nach Valencia gebracht werden können.

Auf eine Zwifchenfrage von Lloyd George erklärte Eden sodann, es sei nicht richtig, daß er Vorstellungen bei der französischen Regie­rung wegen Waffenlieferungen an die spa­nische Regierung gemacht habe.

Eden wandte sich sodann der Lage in Danzig zu. Er schilderte die Vorgänge der letzten Zeit und erklärte, er könne über die letzten Verordnungen nichts sagen, solange er noch keinen Bericht hierüber habe. Sein ganzes Bestreben habe darin bestanden, die Völkerbundsmaschinerie zum Arbeiten zu brin­gen.

Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen kam der englische Außenminister aus die Frage der Mandatsgebiete zu sprechen. Die Regierung erkenne die Bedeutung der Angele­genheit in vollem Umfange an. Sie sei sich des Interesses bewußt, das diese Frage in vielen Kreisen erwecke, und fei bereit, die Frage auf einer inkernationalenkonferenz un­ter den Auspizien des Völkerbundes zu erörtern. Auf einer solchen Konferenz würde sie ihrerseits völlig bereit fein, größere Ga­rantien für den Zutritt z u kolonia­len Rohstoffgebielen und die ihnen ent- gegenstehenden Hindernisse zu erörtern. Diese Frage konnte sehr wohl auf der kommenden Volkerbundsfihung im September behandelt werden.

Eden wandte sich hierauf der Frage zu, ob eine tatsächliche Ueberaabe von Gebieten von der Regierung beabsichtigt werde, die sie auf Grund eines Mandates besitze. Eden betonte, daß diese Frage die Politik aller Mandatsmächte be­rühre, sowohl die britische Regierung und die Re­gierungen der Dominien, als auch die Regierungen fremder Mächte. Die britische Regierung habe mit keiner von ihnen irgendeine diesbezügliche Beratung abgehalten.

Soweit die britische Regierung in Frage komme, würde die Frage der Uebertragung eines Man­datsgebietes unvermeidlich große Schwierig­keiten moralischer, politischer und rechtlicher Ra- fur Hervorrufen, von denen die Regierung offen sagen müsse, daß sie nicht in der Lage gewesen fei, irgendeine Losung für sie zu finden.

Die britische Regierung hoffe ferner, daß ange­sichts so vieler anderer bisher ungelöster internatio­naler Fragen, aber auch angesichts der neuen Ge­legenheit, die für ihre Lösung in den letzten Tagen geboten worden sei, nirgendwo zur Zeit der Wunsch bestehe, weitere schwerwiegende Meinungsverschie­denheiten zwischen die Völker zu tragen.

Eden verteidigte dann noch einmal den Ent­schluß der Regierung zur Beendigung der Sanktionspolitik und erklärte, daß die Tat­sache, daß England in einigen Teilen Europas gewisse Verpflichtungen habe, keineswegs bedeute, daß sich die Regierung für den Rest des übrigen Europas nicht interessiere.

Gebe es, so fragt er, in Europa überhaupt einen Konflikt, der lokalisiert werden könne? Der Frieden in ganz Europa gehe daher auch ganz Europa an. Es fei jedoch die Frage, ob jedes Land in Europa auch für jedes andere kämpfen wolle. Wenn jede Ration in Europa bereit fei, sich zu verpflichten, dem Opfer eines Angriffes nicht nur wirtschaftlich, sondern auch militärisch zu Hilfe zu eilen, würde diese Frage zu losen fein. Die Schwierigkeit bestünde jedoch darin, daß dies nicht der Fall fei. Alle An­regungen für die Reform des Völkerbundes

müßten diese Tatsache in Rechnung stellen.

Abschließend wandte sich Eden gegen die Haltung der Arbeiteropposition in der Aufrü­stungsfrage. Es werde die Pflicht der Regie­rung bleiben, dafür zu sorgen, daß jede Gelegen­heit ergriffen werde, um eine Begrenzung der

Rüstungen zu fördern. Die Gelegenheit hierfür werde vielleicht früher kommen als man glaube, wenn sich die schwere Last der Rüstungen bemerk­bar mache.

Die Aussprache.

In der anschließenden Aussprache ergriff zunächst der Führer der Liberalen Opposition Sir Archibald Sinclair das Wort. Er gab seiner Befriedigung über die Feststellung des Außenministers Ausdruck, daß die britische Regierung nicht geneigt sei, die Verhandlungen, die durch die deutsche Wie­derbesetzung des Rheinlandes ausgelöst worden seien, als gescheitert anzusehen. Er bedauere jedoch, daß Eden nicht wenigstens andeutungsweise Mitteilungen über die Absichten der Regierung hin­

sichtlich der Dölkerbundsresorm gemacht habe. Das eigentliche Friedensproblem sei wirt­schaftlicher Natur. In diesem Zusammenhang behan­delte der Redner die Frage der Arbeitslosigkeit und des Bevölkerungsdrucks, sowie das Kolonial- Problem. Er vertrat die Meinung, daß ähnliche Fragen, vor denen Deutschland stehe, durch die Rückgabe der früheren Kolonien nicht gelöst wer­den könnten. Es könne aber auch nicht behauptet werden, daß die Frage, ob Deutschland Kolonien besitzen könne, nicht diskutabel sei.

Der Ardeiterparteiler Lawrence verlangte von der Regierung die Abgabe einer Erklärung, aus der hervorgehe, in welchem Falle die englischen Stellkräfte eingesetzt werden würden. Die Arbeiter­partei habe kein Vertrauen zu der Außenpolitik der Regierung.

Als nächster Redner sprach der konservative Ab­geordnete Sir Austen Chamberlain. Seine Ausführungen erschöpften sich im wesentlichen in den bei ihm üblichen gehässigen Angriffen und Ver­dächtigungen Deutschlands.

Bei Schluß der Unterhausaussprache wurde der haushalt des Foreign Office mit 313 gegen 138 Stimmen angenommen.

Aus aller Welt.

Ausnahmebestimmungen für ausländische Teilnehmer an den Olympischen Spielen.

Amtlich wird mitgeteilt: Den an den Olympischen Spielen beteiligten Ausländern, die in der Zeit bis Zum 15. August d. I. einschließlich nach Deutsch­land einreifen, wird von der deutschen Reichsregie­rung allgemein die Erlaubnis erteilt, ihre Uni­formen, die sie in ihrem Heimatstaat zu tragen berechtigt sind, auch innerhalb des Deutschen Reichs­gebietes anzulegen.

Oie Olympische Fackel in Ungarn.

Szeged, 28. Juli. (DNB Funkspruch.) Von Neusatz bis zur Grenze durcheilt die Olympia- Flamme viele deutsche Dörfer, wo sie überall be­geistert begrüßt wird. Gegen Morgen laufen die letzten jugoslawischen Läufer. Noch ein letzter Fackelwechsel, und die Grenze ist erreicht. Auf bei­den Seiten der Grenzlinie ist ein fahnengeschmück­tes olympisches Fort errichtet. 1500 ungarische Rad­fahrer, darunter viele Frauen, erwarten den Ab­lauf des ersten ungarischen Läufers. Die Läufer machen halt. Der Vertreter der Jugoslawen hält eine kurze Ansprache. Ungarn und Jugoslawen kreuzen die Fahnen. Der stellvertretende Bürger­meister von Szeged, Bela Toth, übernimmt das olympische Feuer im Namen des Königreichs Un­garn. Nach seiner von leidenschaftlichem Patrio­tismus erfüllten Ansprache singt die Szegeder Lieder­tafel die ungarische Nationalhymne. Die erste Etappe bis Budapest ist 160 Kilometer lang. 203 Läufer wirken mit, meistens erstklassige Sports­leute, darunter Dr. h e r n a d i, der die unga­rische Marathon-Meisterschaft mehrmals errang. Um 7.15 Uhr erreicht das olympische Feuer das Stadt­haus der königlichen Freistadt Szeged, wo es von Obergespan Dr. Georg I m e c s empfangen wird.

Lindbergh in Warnemünde. Leichter Flugzeugunfall Udets.

Oberst Lindbergh, der das Wochenende dazu bnutzt hatte, um sich die Umgebung Berlins, den neuen Sportflugplatz in Rangsdorf, die historischen Stätten Potsdam und den Wannsee anzusehen, be­sichtigte Montag vormittag die Heinkel-Flug- zeugwerke in Warnemünde. In Begleitung des amerikanischen Attaches für Marineluftfahrt, Com­mander Mailo, und für die heeresluftfahrt Ka­pitän König traf Oberst Lindbergh auf dem Flugplatz Marienehe ein und besuchte die Anlagen und Einrichtungen der heinkelwerke. Nach einem Gang durch die Werkstätten wurden mehrere Flug­zeuge vorgeführt. Ein neues Flugzeugmuster wurde von dem Chef des technischen Amtes der Luft­waffe im Reichsluftfahrtministerium, Oberst Udet, oorgeflogen. hierbei ging das Flugzeug aus bisher noch nicht geklärter Ursache in der Luft zu Bruch. Oberst Übet sprang geistesgegenwärtig mit dem Fallschirm ab und erlitt bei dem Unfall ledig­lich einige Schnittwunden und eine Beinoerstau­chung. Es ist zu erwarten, daß Oberst Udet be­reits in acht Tagen wieder seinen Dienst im Reichs­luftfahrtministerium aufnehmen wird. Im Anschluß an die Flugvorführungen begab sich Oberst Lind­bergh und die anderen amerikanischen Gäste nach dem Fliegerhorst Warnemünde, um den dortigen Truppenteil der Luftwaffe zu besichtigen.

Sfanborlmelbung des LZ.Hindenburg".

Das von Südamerika heimkehrende Luftschiff Hindenburg" stand nach Mitteilung der Deutschen Seewarte am Dienstagfrüh um 7 Uhr 280 Kilo­meter nordöstlich von Teneriffa.

Deutscher Sieg

im Internationalen Amateurfilmwettbewerb.

Das Preisgericht des im Rahmen des Zweiten Internationalen Amateurfilm-Kongresses veranstal­teten fünften internationalen Wettbewerbes um den beften Amateurfilm, dem aus mehr als 15 Staaten 56 Filme gemeldet worden waren, hat sieben erste und sechs zweite Preise ver­teilt. Davon entfielen drei erste Preise und ein zweiter Preis an Deutschland. Deutschland steht dadurch als b e st e Nation im Wettbewerb an führender Stelle. In der Gruppe A fiel der erste Preis an R. Groschopp (Dresden) für den Film Bommerli", in der Gruppe B der zweite Preis an Professor Ramme (Berlin) für den Film Saga, die Riesenschnecke". In der Gruppe C er­rang Dr. G. Schneider (Dresden) den ersten Preis für den FilmFrühling am Bodensee" und in der Gruppe D O. F1 iedner (Flensburg) mit dem FilmDas letzte Gericht". An zweiter Stelle steht Frankreich mit zwei ersten und einem zwei­ten Preis. Danach folgen die Tschechoslowakei, Ita­

lien, Ungarn, Holland und Portugal. Das Preisge­richt, das diese Entscheidung fällte, setzte sich aus 28 Delegierten zusammen, darunter drei Deutschen.

Hinrichtung in Ellwangen.

Die Justizpressestelle Stuttgart teilt mit: Am 28. Juli dieses Jahres früh 5 Uhr ist in Ellwangen der am 19. Januar 1877 geborene Christian Ham­mer, Stillau (Krs. Ellwangen), hingerichtet worden. Hammer, der vom Schwurgericht in Eli- wangen wegen Mordes zum Tode verurteilt worden war, hatte am 11. Juli 1935 gemeinschaftlich mit feiner vermindert zurechnungsfähigen Tochter ihre in Blutschande erzeugten beiden Kinder im Alter von 4 und 8 Jahren in einem Tümpel er­tränkt, um sich ihrer zu entledigen.

Zwei Tote bei einem Verkehrsunglück.

Unweit des Fröhnerhofes bei Eselsfürth (Pfalz) ereignete sich ein schweres Verkehrsunglück. Ein mit Ausflüglern besetzter Postomnibus aus Pir­masens befand sich auf der Heimfahrt. Zwei Mo» toradfahrer, der Polsterer Fritz Bernd und der Schlosser Heinrich Strasser, beide aus Kaisers­lautern, wollten den Postkraftwagen Überholen. Obwohl dieser sich ganz rechts hielt, streifte das Motorrad den Autobus. Der eine Motorradfahrer wurde unter den Wagen geschleudert und vollstän­dig zerstückelt. Auch der Mitfahrer blieb tot auf der Straße liegen. Der Geistesgegenwart des Post­kraftwagenführers ist es zu verdanken, daß die Insassen des Wagens mit dem Schrecken davonkamen. Die Verunglückten befanden sich auf der Heimfahrt vom Nürburgring.

Ein Volksschädling verhaftet.

Verhaftet und dem Gerichtsgefängnis Limburg zugeführt wurde der Verwalter des Heimes für Gelehrte und KünstlerVier Türme" in Bad Ems, Karl Becher. E hatte die Stellung erst feit kur­zem inne, trotzdem aber schon erhebliche Ver­untreuungen begangen. Da Becker vorher bet einer anderen Organisation tätig war, wurde die Untersuchung auch auf seine frühere Amtsführung ausgedehnt. Dabei stellte man fest, daß er auch hier Unterschlagungen begangen hatte.

Reuer Schnelligkeitsrekord derQueen Mary"?

Die Londoner Presse spricht durchweg die Hoff­nung aus, daß auf Grund der Standortmeldungen der Cunard-DampferQueen Mary" den Schnelligkeitsrekord derNormandie" brechen und damit das Blaue Band erringen werde. Ein von Neuyork aus derQueen Mary" entgegenflie­gendes Flugzeug mit Pressevertretern und Presse­photographen st ü r z t e ins Meer. Vier Flugzeug­gäste konnten von dem DampferExermont" ge­borgen werden. Einer von ihnen war tot, ein an­derer soll im Sterben liegen.

Drei Alpini in einem norditalienischen Wildbach ertrunken.

Bei Truppenübungen, die eine Alpini-Abteilung am Ufer der Dora Riparia an der Einmündung des Waldbaches Baronecchia in der Nähe der Stadt Ulx im Gebiete der Cottifchen-Alpen vornahm, gab das von den mächtig angeschwollenen Flüssen unter­spülte Erdreich plötzlich nach, so daß ein Unteroffi­zier und sechs Mann in das reißende Wasser stürz­ten. Trotz sofortiger Hilfeleistung durch die Kame­raden ertranken drei von den verunglückten Soldaten.

Wetterbericht

-des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Die Großwetterlage befindet sich in einer Um­gestaltung. Da aber dabei zunächst die Störungstätig­keit über das europäische Festland hinweggeht und durch sie in Deutschland Luftmassen verschiedener Herkunft und Temperatur zusammengeführt werden, hat sich die Niederschlagsbereitschaft bei uns sogar noch gesteigert, während Nord- und Ostdeutschland dagegen einen allgemein günstigeren Witterungsoer­lauf zeigen. Der unbeständige Charakter bleibt auch vorerst noch erhalten, wenn auch für später Witte­rungsbesserung wahrscheinlich ist.

Aussichten für Mittwoch: Gelegentlich aufheiternd, doch noch unbeständig und zeitweise auch Regen, Taaestemperaturen um 20 Grad, schwül, ver­änderliche Winde.

Aussichten für Donnerstag: Wieder häufiger aufheiternd, doch immer noch unbeständig.

Lufttemperaturen am 27. Juli: mittags 16,7 Grad Celsius, abends 14,4 Grad; am 28. Juli: morgens 14,1 Grad. Maximum 17,5 Grad, Minimum heute nacht 13,8 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. Juli: abends 17,7 Grad; am 28. Juli: mor­gens 16,3 Grad. Niederschläge 6,7 mm.

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denn mii Opekia wird die Marmelade billiger. Ohne Opekia nämlich kocht die Marmelade durch die lange Kochzeii häufig bis zur Hälfte ein. Mit Opekta jedoch bekommen Sie ungefähr das ganze Gewicht an Marmelade in die Gläser, das Sie an Obst und Zucker in den Kochtopf geben.