Ausgabe 
27.6.1936
 
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Das Olympische Dorf füllt sich

Schleussner

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Nun, es ist heiß, sogar die Eidechsen liegen im Schatten. Aber ich habe es mir in den Kopf gesetzt, diesen Reiher aufzunehmen. Und ich laufe in roa« b?rndem Licht bis zur Straßengabelung, wo eine

Nein, nein, Sie irren sich!"

Sie wollten den Reiher mit der Dose auf Platte haben?"

müssen wir uns in die grauenhaften Jahre nach dem Zusammenbruch 1918 in Deutschland zurück­versetzen, da das hilflose Bürgertum vor jedem Streik zitterte, und der kommunistisch-sozialistische Terror die Straße beherrschte. Es kann heute kein Zweifel darüber herrschen, daß dies in ganz Spa­nien mit vielleicht wenigen Ausnahmen wie d./r ruhigeren Balearen (Mallorca, Menorca und Ibiza) abgesehen, zutrifft. Ein ganz großer Teil der rei­chen Leute hat sich längst außer Landes begeben, ein Vorgang, der ihnen um so weniger Schwierig­keiten bereitet, als ohnehin schon der Hochadel und das Großbürgertum eine zahlenmäßig in Spa­nien nur sehr schwache Schicht seit Jahrzehnten gewohnt war, sein Geld an der Riviera und in Paris oder dem später noch moderner gewordenen England auszugeben. Sie nehmen jetzt die Plätze

begibt d ÄHR.

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Ich wollte ihn gerade ohne Dose haben!"

Das begreife ich nicht, Mann! Was wollen ... mit dem Reiher? Mit der Kiste dahinter kriegen Sie zwanzig Dollar von der Firma."

Wie bitte?" Und meine Augen irren ab wie die Wegegabelung nach Gatun.

D ,Ä S Irlich,

Di zum Nei »erden i Wen lebe oU aus, wünbel

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Befestigungszone.

Von Hans Friedrich Blunck.

Die Hitze in Colon ist unerträglich. Durch die dünnen durchsichtigen Vorhänge kommt kein Wind, nur der Brotfruchtbaum vor unserem Gasthof schwitzt einen Saft aus, der süßlich bis in die Halle dunstet.

Da sitze ich nun mit hängenden Armen im Korb­sessel, Eiswasser, Zitrone und Tabak tun es nicht mehr. Ich schiebe die Fliegen beiseite, sie sind zu faul, sich vom Tisch zu rühren; ich versuche zu lesen, lasse wütend die Zeitschriften fallen, weil sogar die Druckerschwärze sich aufzulösen scheint.

Aber dann steigt die Wut über diese trägen Stunden doch so sehr in mir hoch, ich gehe ingrim­mig dagegen an, klappe den Strohhut auf die Stirn und nehme mir vor, etwas anzufangen. Und weil kein Mensch zu vernünftiger Unterhaltung in der Nähe ist, hänge ich den Knipskasten vom Nagel und setze mir in den Kopf, einige Aufnahmen vom Panamakanal zu machen. Hundert Schritt hinterm Gasthof beginnt der alte Dschungel, der stärker als Lesseps war, durch den die Pankees nun aber eine herrliche Straße gebaut haben nein, nicht für die schönen Augen der Reisenden, sondern um ihre Flugzeugstation auf der atlantischen Seite des Ka­nals in blitzschnellen Wagen zu erreichen.

Blaue Reiher stehen inr Brackwasser, unweit der Straße. Sie sehen in ihren blassen wachsenen Far­ben wie unecht aus; ich hielt sie, als ich sie auf der Herfahrt vom Wagen aus sah, zunächst für Re- klamestücke aus Porzellan. Aber als einer aufflog, wußte ich auch: der oder jener wird mir ein präch­tiges Bild für die Mappe geben.

Und ich stapfe in der Hitze hinaus; die Straße schimmert vor meinen Augen, ich habe Mühe, den Fuß recht auf den Boden zu setzen.

Da tut mir auch gleich ein Reiher den Gefallen und steht mitten in einer Lache an der Straßen­gabelung nach Gatun. Steht unbeweglich und läßt mich, das Licht im Rücken, auf zehn Schritt heran­kommen. Er tut, als sei ich überhaupt nicht da, als hätte er nur Sinn für Fisch und Lurch, auf die er, uralt und weise, schräg niederblinzelt. Erst im Augenblick, wo ich die Linse hochhebe, tut er, hupp, wie zufällig einige gelangweilte Flügelschläge und steht genau so ernst und besinnlich auf der andern Gabelseite.

gebiet, das Reich des Marschalls Blücher, prak- tich kaum durchführbar, well der Amur, dieser aewaltige Flußlauf, eine kaum ubersteigbare na- tünche SäMtzmauer bildet. Blücher und das Fern- Ostgebiet sind nur and e r sibirischen B a h n tödlich zu treffen. Gelingt es den Japanern die sibirische Bahn irgendwo zu unterbrechen, dann wäre dem Marschall Blücher der Lebensfaden durchschnitten und das Fernostgebiet fallt wie em Kartenhaus zusammen.

Man nimmt an, daß Japan m entscheidenden Augenblicken durch die Mongolei, allgemeine Rich- tunq Tschita, gegen diese Bahn vorzustoßen gedenkt, also eine weitausholende Umfassungsbewegung aus- führen wird, die aber eben nur möglich ist, wenn das eingangs erwähnte nordchinesische Gebiet als Etappe, Aufmarschgelände und Rückendeckung ge­sichert ausgebaut ist. Das zu erreichen dürfte also die nächste Aufgabe der japanischen Politik sein.

V antveisu w.

Natürlich", sagt mein Freund ermunternd,und es tut mir leid, daß ich Ihnen die schöne Gelegen­heit verderben muß. Was für eine Reklame: Blauer Reiher untersucht unser Cornedbeef!" Sein Verdacht regt sich wieder.Haben Sie wirklich nicht daran gedacht? Was hatten Sie denn sonst vor?"

Ich merke, jetzt wird er gefährlich, ich muß ihm seinen Willen tun.Nun, meinetwegen und es ist eine gute Idee, he? Aber für 20 Dollar ist mir nicht feil."

Mein freundlicher Gegner mustert mich kopf­schüttelnd. Er traut mir nicht. Aber er überlegt: Gntroeöer ich sage die Wahrheit, bann bin ich un­gefährlich. Oder aber ich bin ein Mann, der sich die Reklame mit der Cornedbeefdose aus den Händen gehen läßt. Dann bin ich ein Esel, aber kein Spion. ®r schiebt mich also schweigend auf den Weg und winkt zum Gasthof. Wie ich mich aus sicherem Ab- ftano noch einmal umsehe, stehl er selbst mit schiefem stopf vor dem hartnäckigen Reiher neben der Cor- ü^^dose- Und ich weiß, es geht im sehnsüchtig ®mn nun- aber ist es nicht verboten Lichtbilder m der Vefestigungszone aufzunehmen?

ssischen Nordregaierun^im wesentlichen nurauf und "Tag zwischen der Mandschurei und N°rdchlna qefcfjaffcn worben ift. Diese entmilitarisierte Zone , in der die Nankinq-Zentralregierunq nichts mehr Äu faacn hatreift allerdinqs an mehreren Stel­len über die Eisenbahn TientsinPekingKalgan hinaus, die auf diese Weise von den 3apmern ton- trolliert wird und die tue Japaner reftlos m iftre Hände bringen müssen, wenn sie den Nachschub für ihre präsumtiveMongolische Front slcherstellen "°Denn nur von der Mongolei aus kann die russifche Fernvst-Stellung umfaßt und ZU Fall gebracht werden, und zwar aus .folgenden Grün­den: Don der Landseite aus ist ein Angriff gegen Wladiwostok nicht möglich, ebenso ist eme japanische Offensive aus der Mandschurei heraus allgemeine Richtung Norden, gegen das eigentliche Fernost

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) III.

Am japanischen Ofen/'

Tientsin, Ende Mai 1936.

Arn japanischen Ofen" so hat mal jemand neulich sehr nett und poetisch die wöchentlichen Presse-Empfänge beim japanischen Oberbe­fehlshaber in Tientsin genannt: zur Seite des wär­menden, transportablen Kanonenofens versammeln sich in irgendeinem Adjutanten-Zimmer des Ober­kommandos neugierige Männer aus aller .Herren Länder, um sich von den japanischen Offizieren über die jeweilige Lage in Nordchina unterrichten zu lassen. Diese japanischen Offiziere sind sehr höf­lich, sehr liebenswürdig, immer guter Laune und verstehen es ausgezeichnet, humorvoll über Dinge zu plaudern, die mit dem eigentlichen Thema sehr wenig zu tun haben. Nun das kann man ihnen schließlich nicht Übelnehmen, denn auch ein Kauf­mann wird zum Beispiel niemals feine geplanten großenTransaktionen" vorher an die große Glocke hängen, infolgedessen sind die Dinge, über die auf solchen Dresseempfängen nicht gesprochen wird, im­mer wesentlich interessanter, als der Inhalt einer freien Aussprache".

Diese japanischen Offiziere bei den Stäben in Nordchina machen rein militärisch gesehen einen ausgezeichneten Eindruck, das ju­gendliche Alter der Stabsoffiziere fällt besonders auf, und man hat so das Gefühl, als hätten sich hier auf vorgeschobenem Posten alle aktivi- st i s ch e n Elemente einStelldichein" gegeben. Daß das Auswärtige Amt in Tokio oder die poli­tische Leitung einer solchen konzentrierten und ge­ladenen (Energie gegenüber keinen leichten Stand hat, leuchtet ohne weiteres ein. Denn die japanische Armee hat und das darf man nie vergessen! seit dreißig Jahren keinen Krieg mehr geführt. Wenn man daran denkt, dann werden dem fernwestlichen Zeitungsleser auch die vielen, oft unverständlichen militärischen Einzel­aktionen, die sich seit Ausbruch des Abessinien- Krieges in Nordchina abgespielt haben, eher und leichter klar.

Was also ist bisher geschehen? Nach der land­läufigen Auffassung ist Japan in Nordchina e i n m a r s ch i e r t, um die an die Mandschurei angrenzenden chinesischenFünf nördlichen Pro­vinzen^ zuerobern , um sie dann der Mandschu­rei gleichzuschalten und so den Grundstock zu einem fernöstlichenWeltreich" unter japanischer Füh­rung zu legen. Diese Auffassung ist in dieser krassen Formulierung nicht ganz zutreffend: selbst­verständlich will Japan die führende Macht in Fcrnost werden und das Vorgehen gegen China ist ein Teil des japanischen Festlandsprogramms, des­sen Durchführung sich aber in erster Linie gegen Rußland und nicht gegen China richtet. Um diese Behauptung verständlich zu machen, muß man von dem schlummernden russisch-japanischen Gegen­satz ausgehen, der seit dem russisch-japanischen Kriege von 1904 bis 1905 in unverminderter Schärfe wei­ter besteht und der um so deutlicher in Erscheinung treten wird, je mehr sich England ganz of­fensichtlich! den Russen zu nähern be­ginnt.

Und warum sucht England diese Annäherung an Rußland? Die Antwort ist sehr einfach: die Ge­schichte hat noch immer bewiesen, daß England jeden Gegner zu vernichten trachtet, dessen H a n - d e l dem britischen Weltreich gefährlich zu werden droht: Spanier, Portugiesen, Niederländer, Fran­zosen, Dänen und erst vor zwanzig Jahren! Deutsche haben diese Erfahrungen am eigenen Leibe machen müssen . . . heute ist Japan der Feind des Weltreiches geworden, und zwar in wirtschaftlicher und marine-politischer Hinsicht! Und wie England und auch das beweist die Geschichte nach Möglichkeit immer andere die Kriege für

Blücher und Klopstock

Der alte Blücher besuchte während eines 2luf-

"Hamburg die Witwe K l o p st o ck s. Sie war eine Jugendfreundin des Helden, die er qern Wiedersehen wollte; vor allem aber wollte er auch öie Witwe des Dichters ehren, der von Reliaion

'Ä Vaterlandsliebe so begeistert gesungen arüfe n»^dem beide sich gegenseitig freundlich be- rimrt nUkÖ Manche frohe Jugendszenen in Erinne- gebracht hatten, wandte die Witwe sich gegen L kleinen gedeckten Tisch, auf welchem eine Flasche Wem und zwei Gläser standen. J

wurde einst von dem deutschen faate x altem Tokayer beschenkt"

3X bem Fürsten von Wahlstatt fünfe ss ms

Sag unseres Lebens fein. Mein Klopstock starb uls

Lissabon, im Juni.

Wie leicht ist der Deutsche geneigt, Spanien und Portugal in einen Topf zu werfen. Ge­meinsame Geschichte, Kultur, ähnliche Sprache usw. Derselbe Menschenschlag scheinbar. Und wie unend­lich verschieden sieht doch die Wirklichkeit aus! Der Sprung von Cadiz, der weißen Stadt im Meer, nach Lissabon ist viel, viel größer als man jemals früher vermutet hätte. Es ist heute nicht nur ein Sprung von einer Nation mit aus­geprägtestem Eigenwillen zur anderen, sondern auch ein Sprung von einem politischen System zum an­dern. Spanien befindet sich in einer revolutionären Entwicklung, von der kein Mensch weiß, wann sie im Bolschewismus enden wird. Portugal dagegen genoß, viel zu wenig beachtet in Deutschland, seit Jahren den Segen einer starken, autoritären Regie­rung und konnte seine wirtschaftliche wie außen­politische Stellung ungemein befestigen!

Wenn wir uns von den spanischen Zuständen ein wirklich zutreffendes Bild gestalten wollen,

Die japanischen Olympia-Schwimmer mit der japanischen Fahne beim Abmarsch vom Bahnhof Friedrichstraße. (Scherl-Bilderdienst-M.) <

Zwischen Cadiz und Lissabon.

Gegensätze auf -er iberischen Halbinsel.

Von unserem Or. V.-Sonderberichierstaiier.

andern und Reisen.

Wertungen und Erfahrungen in Aordchina

Don unserem H.Tr.-Äerichierstatter.

das Imperium hat führen lassen, so dürfte diesmal den Russen die undankbare Aufgabe zugedacht Jem, im Verein mit China und der Mongolei den stür­mischen Vormarsch Japans zum Stehen zu brin­gen und es so zu schwächen, daß es als Konkurrent Englands auf dem Weltmarkt bis auf weiteres ausfällt. _ _

Nun erhebt sich natürlich die große Frage: Will oder wird Rußland diesen Krieg für Großbritannien führen? Man kann darauf nur folgendes erwidern: Rußland befindet sich in einer Zwangslage: auf der einen Seite möchte es einen Krieg vermeiden, weil ein solcher Krieg mag er ausgehen, wie er will den innenpolitischen Gegnern des Sowjet­systems nicht unerwünscht wäre und wohl eine weitgehende Umgestaltung der derzeitigen Regie­rungsform nach sich ziehen würde. Andererseits und das ist die Zwangslage, in der sich Rußland befindet: dieses Rußland, mag es von einem Stalin oder einem Zaren regiert werden, kann sich auf keinen Fall von feinem letzten Weltmeerhafen Wladiwostok abdrängen lassen.

Das aber ist die Absicht und das Ziel der japanischen Festlandspolitik, und damit sind alle Voraussetzungen für einen russisch-japanischen Krieg gegeben! Daß England alles tun wird, um den Russen das Durchkämpfen eines solchen Krieges zu erleichtern, darf man wohl ohne weiteres an­nehmen. Denn wird Rußland von den Japanern nochmals geschlagen und vom Fernen Osten ab« gedränat, dann muß Moskau sein Gesicht wieder nach oemW este n" wenden, der in diesem FalleM e e r e n g e n",Persien" oder In­dien" heißt. An einem japanischen Sieg Über Rußland ist England also in keiner Weise inter­essiert. Rußland selbst baut zur Zeit seine Stellung in Femvst mit fieberhafter Hast aus. Dadurch fühlt sich also wieder Japan auf dem Festlande täglich mehr bedroht, und insonderheit ist es der Name W l a d i w o st o k", der wie ein Alp auf Japan ruht. Denn bei der rasenden Entwicklung der Flug­zeugtechnik sind die japanischen Industriezentren wenn nicht schon heute so doch sicher morgen in den Bereich der schweren russischen Wladiwostok- Bomber gerückt, das mit dem ganzen Fernostgebiet des Marschalls Blücher zusammen eine ftäpbige Flankenbedrohung der Mandschurei und der ge­samten japanischen Festlandsstellung bildet.

Kein Wunder also, wenn Japan alles daran zu setzen versucht, die Russen hinter den Baikal­see zu manövrieren. Nun ist aber ein frontales Zurückdrängen eines Gegners in strategischer und taktischer Hinsicht immer nur ein Notbehelf wirk­sam ist nur die Umfassung und damit kommen wir auf den eigentlichen Kern der japanischen Aktion in Nordchina. Diese richtet sich, wie eingangs bereits erwähnt wurde, in seinen Grundgedanken gar nicht gegen China, sondern eben in allererster Linie gegen Rußland. China hat dem Durch­marsch der Japaner Widerstand entgegen­gesetzt und infolgedessen hat die japanische Armee von sich auskurzen Prozeß" gemacht. In Form von zahllosen kleinen Einzelaktionen, die durchJn- cidents" aller Art ausgelöst wurden, hat sich die Armee in engster Zusammenarbeit mit gewissen separatistischen chinesischen Kreisen, in Nordchina Schritt für Schritt jene Grundlage geschaffen, von der aus die russische Fern-Ost-Front umfassend an­gegriffen werden kann.

Allerdings hatte die japanische Armee damit ge­rechnet, daß es ihr gelingen würde, gleich im ersten Anlauf alle fünf chinesischen Nordprovinzen in Form einesautonomen", aber von Japan abhän­gigen Staates aus dem Verbände der chinesischen Republik h e r a u s z u l ö s e n, um sv das Auf­marschgelände, die Etappe und die rückwärtigen Verbindungen im großen Stil ausbauen zu können ;--diese japanische Hoffnung hat getrogen und

ist an dem chinesischen Beharrungsvermögen g e - scheitert: zur Stunde beschränkt sich der Ein­fluß der von Japan abhängigen autonomen separa- mit sichtbar leuchtender Firma aus dem Morast aufragt; und dann laufe ich das andere Wegende entlang und suche voll Eifers einen schrägen Licht- einfaU und ertaste mir, den einen Fuß noch auf dem Asphaltrand, abenteuerlich für das andere Bem einen alten Pfahl, der hier aus der Franzo- senzeit stehen mag. Er zittert ein wenig, als drohe mir em Wadenkrampf, aber er erlaubt mir doch eine vorzügliche Stellung für meinen blauwächser- nen Fischreiher, der tiefsinnig in die Weite stiert den Hals trag eingezogen, so daß der Schnabel' auf der oorgebogenen Brust ruht. Schon hebe ich die Linse vor da, im Augenblick, wo ich nieder­schaue, ziehen einige schlaffe Flügelschläge quer durch den Spiegel. Es ist nichts mit dem Bild; mein Reiher ist schämig oder abergläubisch.

Aber mein Freund liebt diesen Sumpf, er ist qar nic^t roeit geflogen und hat sich gleich neben der Cornedbeefdose niedergelassen. Ich also zurück. Jn- ?iS:J$,?Qbe etwas gegen alte Dosen auf Land- M)a tsbilöern und gewiß taugen sie nicht auf die -Platte, roenn ich daheim von Reihern im Dschun­gel erzählen will. Also wieder rund um die Weg- gabel um das leuchtende Blech neben meinem Freund perspektivisch abzuschneiden. Aber ehe ich soweit bin, hupp, ist mein Reiher hinter der Dose da scheint es ihm sicherer. Er sieht nicht ein einziges Mal nach nur auf; er tut nur drei Schritte ober e>"en Flugelschlag, was mich an die hundert schritte kostet.

die Flasche blieb unberührt, aber lebte er noch, er würde mit mir sagen: der heutige ist jener feier» licfjfte Tag! und mit Ihnen, mein Fürst, trinke ich aus dieser Flasche zur Erinnerung Klopstocks!"

Der hochbejahrte Marschall war tief bewegt über diesen zartsinnigen Beweis der Hochachtung.

Zeitschriften.

Da? innere R e i ch". Herausgeber: Paul Alverdes und Karl Benno von Mechow. Verlag Albert Langen-Georg Müller, München. Das Juliheft erinnert mit zwei Beiträgen an den Tag, an dem vor zehn Jahren Hans Grimms großer RomanVolk ohne Raum" erschien: Erwin Witt» stock grüßt ehrfurchtsvoll den Dichter. Karl Kaltwas» ser erzählt eine wahre Begebenheit, in der Grimms Werk deutsches Schicksal mitgestaltet hat. Einen dichterischen Beitrag gibt Edzard Schaper mit der Erzählung Das Lied der Väter"; eine knappe Verdichtung jugendlichen (Erlebens fügt Oda Schae» fer mit demGewitter" bei. Eine Fülle lyrischer Beiträge von Josef Weinheber, G. Fischer-Grave« "2, Joseph Georg Oberkofler, Georg Britting, Heinrich Ringleb, Carola Schiel und Georg von oer Bring. (Einen von liebevoller Kenntnis ge­tragenen BeitragVon der Volkskunst" gibt 211» freö Zacharias, der durch feine geschickte Illustrie­rung das Auge erfreut. Dem nordischen Gedanken- ireis und der nordischen Dichtung gelten drei bei­trage: eine Untersuchung von Johannes Pfeiffer überKierkegaards Kampf gegen den Dichter", eine kleine Dichtung Jarl Hemmers und eine Be­trachtung über die Dichtung Hemmers von Otto Freiherrn von Taube. H. Chr. Mettin legt unter bem TitelVon der Bedeutung des Theaters in unserer Zeit" einen Rückblick auf die Theaterfpiel» zeit 1936/37 vor.

...77 r?!1, BeitragHeidelberg und seine Universi» tat steht zur 50 - Jahr - Feier der Alma mater Kuperto-Carola im Mittelpunkt des neuesten Heftes ^M^rirten Zeitung Leipzig (Verlag

7?' Weber, Leipzig). Abbildungen aus dem Um» oersuatsleben in der Vergangenheit und Gegen» wart und aus dem schönen Heidelberg vermitteln o^^'.^^^dvolles Bild aus einem langen Zeit- Schn'" deutscher Lebens- und Geistesgeschichte der Stadt und ihrer Universität. Bei den Anhängern des Bergsports wird die BildseiteGipfelstürmer" P prächtigen Aufnahmen von der Bezwingung der Viertausender in den Westalpen viel Freude ^«^o^ujem Weitere Bildseiten berichten von einer e/schule" in Oberbayern, von der ^"°lgewmnung in Bulgarien" und vom Le» Mte Gorch F'äs! 5intenn,äricr"- Geburt--

Noch einmal versuche ich, mich heranzupirschen. .. E bann tippt mich jemand auf die Schulter steht, ich weiß nicht woher noch wie, auf einmal ein seidenweiches amerikanisches Pastorengesicht hin- ter m,r. Ich will ihm höflich zunicken, aber der -öli(T ist mir feindlich, das merke ich gleich. Wissen S'e Nicht, daß es verboten ist, Bilder zu machen?" ".Wie bitte? In solchen Augenblicken versagt mein Englisch. ' 9

."Sie sind im Festungsgebiet." Er versucht höflich mir die Worte ins Deutsche zu Übersetzen, aber das fürchterliche Wort Photographieren, das gewiß auch eine schände unserer Sprache ist, bereitet ihm Pein l) tonn zwischendurch meine Einwände ordnen

2lba, Lichtbilder sind hier verboten?" Und ich packe mein noch mir gehöriges Kästchen sorgfältig ein. ,,^zch dachte, ich wäre in einem freien Land."

Natürlich bin ich in einem freien Land, der Ein- niSt den geringsten Eindruck auf ihn. Utas haben Ste denn alles ausgenommen? Nur ben ^iber? Ich habe Sie schon eine zeitlang beob- bab£rn S,ct/um Teufel mit dem Reiher £ ? Augenblick erblickt mein Gegner die

9fhn7n b2ht° ?h Cr Zögernd an und ein

riesige kindsgroße Cornedbeefdose, eingebeult aber I Reklamephotograph?^^ 5u9e: »Vielleicht sind Sie

m vor Ö? ?«?::*» Cs" k en J1 $eiii S-Ä yfc t>on ?tn . ju i W® gnfplfli °° W(in' &lft9 die Gefahr ZU Nlanö6?Ä n- ßlf abon Deutsche beim; 5 meerbuse gelegenen W ländern g scheinen iW® ' mit den en* 'BerfleiW " fd)enM\ Km Wer er in die @e|Wj -uW den F a ten des portugte Men Horen- - ,ur die flämisch Kaufleute ein eb öie die Fahrt j Ws jetzt im < rage in Frank; ichtig auf die f Ischen Kolonien merkte die Welt oenz in Lissabc dieses Land sich schöne Land fim ren Geschichte u Es wurde m aus den Kolon deutsche Pflanz bestätigt, um n portugiesische K gola und Moza mit der alten ! Besitzungen als torrupte Beaml tisch nur die Kolonien. Bim einer schlimmer läfsigung und viel kräftigere^ beim besten A

Wir haben seufzend unse Geste auf die ; jten. Lieber j) andere südliche renber Militär Salazar diesem