Ausgabe 
27.6.1936
 
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Der Bötterbundskommissar in Danzig stört den inneren Frieden der Freien Stadt

Danzig, 26. Juni. (2)9123.) Im Zusammen- Hang mit der Tatsache, daß der Kommandant des gegenwärtig in Danzig zu Besuch befindlichen deutschen KreuzersLeipzig" den sonst üblichen Besuch beim Danziger Bölkerbunds- kommissar nicht erstattet hat, veröffent­licht Gauleiter Staatsrat Forster einen Aufsatz über den Völkerbundskommissar in Danzig, in dem er u. a. sagt:

DerF r e t st a a t" Danzig wurde von den ehemaligen Siegermächten unter dem Schutz des Völkerbundes geschaffen, um zwischen den Staaten Deutschland und Polen ein dauerndes Ele­ment der Beunruhigung und des Strei­tes zu haben. Man nannte damals Danzig das Pulverfaß im Osten Europas. Mit der Ueber- nahme der Macht durch den Führer in Deutschland und der nationalsozialistischen Bewegung in Dan­zig hat die deutsche Ostpolitik eine Äenderung erfahren. Es war der Wille unseres Führers, daß zwischen Danzig und Polen ein Ausgleich ge­funden wird, der es möglich macht, daß alle zwi­schen beiden Staaten evtl, auftauchenden Streitig­keiten nicht mehr vor das internationale Forum in Genf gebracht, sondern in direkter Aus­sprache aus der Welt geschafft werden. Die na­tionalsozialistische Danziger Regierung handelte in diesem Sinne und erreichte tatsächlich, daß alle Mißverständnisse, die zwischen Danzig und Polen auftreten, durch gegenseitige Der- Handlungen aus der Welt geschafft werden. So wurde erreicht, daß sich das Verhältnis im Osten Europas zwischen Danzig und Polen und im Gefolge auch zwischen Deutschland und Polen immer erträglicher gestaltete und der Völkerbund seit drei Jahren keine Streitigkeit zwischen Danzig und Polen mehr zu besprechen hat.

Da nun der hohe Kommissar nichts mehr zu tun hat und überflüssig geworden ist, glaubt er seine Existenzberechtigung in Danzig auf einem anderen Gebiete nachwei­

sen zu müssen, indem er sich fortwährend in die innerpolitischen Geschehnisse des Frei­staates einmischt. Erst seit wir Nationalsozia­listen regieren, bemüht sich der Vertreter des Völkerbundes Lester, die Opposition in Danzig, die sich aus den letzten Resten der übrig gebliebenen Parteien, angefangen von den Deutfchnationalen über das Zentrum bis zu den Kommunisten, zusammenseht, bei jeder (Be­legenheit in seinen Schuh zu nehmen und der Regierung in Danzig das Leben sauer zu machen. Es gäbe in Danzig längst keine Par­teien mehr, wenn der Völkerbund nicht wäre. Diese Parteien Hetzen seit drei Jahren planmäßig und bewußt gegen den Rational­sozialismus, gegen Deutschland und gegen den Führer. Anstatt, daß der hohe Kommissar des Völkerbundes der Danziger Regierung die Mög­lichkeit gibt, mit diesen berufsmäßigen kom­munistischen und sonstigen Hetzern aufzuräu­men, fällt er der Regierung in die Arme und duldet diese Hetze. Wie weit diese Hetze geht, das haben die Ereignisse der letzten 14 Tage in Danzig bewiesen. Ein halbes Dutzend schwerverletzte und drei tote Ra­tionalsozialisten sind das traurige Ergebnis der Hetze.

Dieser Mann müßte dem Führer und seiner Bewegung dankbar sein, daß heute ein gutes Verhältnis zwischen Danzig und Po- l e n besteht, und der P a r t e i k r i e g auch in Dan­zig gegenüber der Zeit vor der Machtübernahme durch uns vorbei ist. Der Vertreter des Völker- bundes in Danzig kann sich kümmern, um was er will. Er soll jedenfalls uns Nationalso- zialisten in Ruhe wirken lassen. Wir werden ihm beweisen, daß wir imstande sind, sowohl nach außen als auch nach innen Ruhe und Frieden zu bewahren.

Em Blitz fällt denBaum des Friedens".

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Dor einigen Tagen wurde Paris von einem schweren Gewitter heimgesucht, bei dem der Blitz den im Montrouge-Park stehendenBaum des Friedens" fällte. Der Stamm stürzte auf einen Musikpavillon, in den sich Frauen und Kinder vor dem Regen geflüchtet hatten. Fünfzig Personen wurden verletzt. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Aus aller Wett.

20 Jahre Zwangsarbeit für Kindesraub.

Das Schwurgericht in Aix-en-Provence verur­teilte einen ehemaligen Büroangestellten und seine Mutter wegen Kindesraubes zu je 20 Jah­ren Zwangsarbeit. Die beiden Verurteilten hatten im vergangenen Jahre das fünfjährige Kind eines Arztes entführt und ein Lösegeld von 50 000 Franken gefordert. Die polizeilichen Nachforschun­gen waren jedoch nach einigen Tagen von Erfolg gekrönt, und das Kind konnte seinen Eltern zurück­gegeben werden. In seiner Anklagerede erklärte der Generalstaatsanwalt, daß in Deutschland der Kin­desraub mit dem Tode bestraft werde, und er forderte die Geschworenen auf, ebenso streng zu handeln.

Aufsehenerregender Rlordprozeh in Köln.

In Köln findet gegenwärtig ein aufsehenerregen­der Mordprozeß statt. Unter schwerer Anklaae steht ein gewisser Ludwigs, der beschuldigt wird, eine Frau Graß, deren Haus er verwaltete, um ihres Vermögens willen ermordet zu haben. Ein Kommissar der Kölner Mordkommission, der die Er­mittlungen führte und jetzt als Zeuge vernommen wurde, belastete den Angeklagten erheblich; der Kom­missar bekundete, daß Ludwigs bereits wahrend der ersten Vernehmung Teilgeständniss e abgelegt habe. habe. Ludwigs sei schon vor längerer Zelt durch große Ausgaben in Kölner Nachtlokalen aufgefallen. Bei der Durchsuchung der Wohnung der Frau Graß in Anwesenheit des Angeklagten habe Ludwigs Goldschmuck, mehrere Sparkassenbücher und 600 Mk. Bargeld aus dem Bett der Frau Graß geholt. Bel der planmäßigen Durchsuchung der Räume wurden auch, wie der Zeuge angibt, Blutspuren an einem Handtuch, einem Bettuch unb an einem Tep- pich gesunden. Der Angeklagte ft, schon bei berJBcr. nehmung nahe daran gewesen, em Geständnis ab-

zulegen. , ...

Acht Jahre Zuchthaus wegen Ausspähung militärischer Geheimnisse.

Die I u st i z p r e s s e st e l l e B e r l i n teilt mit: Der Volksgerichtshof hat , den 22jahrlgen tschechoslowakischen Staatsangehörigen Gun her Hof mann aus Josephstadt zu 8 Jahren Zucht­haus verurteilt, weil er die Aufforderung eines aus­ländischen Nachrichtendienstes, Einrichtungen des deutschen Flugwesens und der deut-

schen Flugabwehr auszukundschaften, angenom­men hat.

VI. Wettgeflügelkongreh in Leipzig.

Vom 24. Juli bis 2. August findet in Leipzig der VI. Weltgeflügelkongreß statt, an dem Tausende der bedeutendsten in- und ausländischen Geflügelwissenschaftler und -Praktiker teilnehmen werden. Die Vertreter von 39 Staaten haben ihr Erscheinen zugesagt. Mit diesem Kongreß, auf dem alle Fragen der Organisation, der Zucht, der Hal­tung, der Fütterung, der Krankheiten usw. be­handelt werden, ist auf dem Leipziger Messegelände eine Ausstellung von Kleintieren, ihren Erzeug­nissen und Bedarfsgegenständen verbunden, zu dem das In- und Ausland rund 17 0 00 Stück Geflügel, 3000 Kaninchen und sehr viel wissen- schaftliches und praktisches Material entsendet. Da­durch wird diese Ausstellung zur größten Schau der Welt die jemals auf diesem Gebiet stattgefun- den hat. Besonderes Interesse werden die Lehr- schauen und die Länderkojen, sowie dieKleintier­zucht im Betrieb" und dieVerwertung der Klein- tiererzeuqnisse" Hervorrufen. Da hier zum ersten Male auch der internationale Siegerpreis für Ge- Hügel und Kaninchen vergeben wird, haben ver- schiedene Länder schon große Vorschauen veran- stattet um nur das Beste in Leipzig oorzufuhren Die Bedeutung des VI. Weltgeflügelkongresses wird durch die Tatsache unterstrichen, daß vier deutsche Reichsminister das Protektorat übernommen ha­ben, von denen der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, Reichsbauernfuhrer R. Wal- ther D a r r 6, den Kongreß eröffnen wird.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für öie Wider: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: vr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil i.V.: H. L. Neuner. Anzeiaenletter: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. V. 36: 9760. Druck und Verlag: Brühl sche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R.Lange,K.-G., sämtlich in Gießen.

Etnzelverkauftpr-i- 10 Pst und Samstags 15 Pst, mit der Illustrierten 5 Pst mehr

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Ium 1935 gültig.

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