jlr.122 Zweites Blatt
Neues Mß und Gewicht.
Von M. v. Treskow, ßamburg.
Man staunt oft über die Sicherheit alter erfahrner Hausfrauen, mit der sie Gewicht und Maß j^ndhaben, ohne Waage und Meßgerät zu benutzen, iererbung und eigene Kenntnisse haben diese Treffsicherheit geschaffen. Das Kochbuch unserer Mütter arbeitete nur mit: einer Prise, einer Handel, einem kleinen Pfündchen. Einige dieser Bekiffe sind uns geblieben, obgleich die neueren Kochbücher die Menge ihrer Zutaten in festen Gewichen und Maßen angeben, weil sie fest in unserm leben und Denken verankert sind. Zu diesen Bekiffen gehört das Pfund. Zwar ist es heutzutage nicht mehr nötig, beim Einkauf darauf zu chten, ob das Pfund groß oder klein, das heißt richlich oder knapp bemessen sei, wie es in früheren Leiten auf dem Markte der Fall war, dafür sorgt le Marktsicherheit. Aber das Pfund hatte so aller- jit Schwierigkeiten. Es war nicht jede Hausfrau in ler Lage, ein ganzes Pfund einzukaufen von dem, ras sie für ihren Bedarf wünschte. So wurden iilbe, viertel und achtel, ja sechzehntel Pfunde ge- Iiuft. Wenn nun das Pfund auch noch einen un- praben Betrag kostete, so ging die Rechnerei los. (in achtel Pfund aber sind 62Vr Gramm. Das hlbe Gramm verlor sich also nach oben oder nach taten, der Geldbetrag wurde entsprechend gekürzt l»er erhöht, aber der Begriff des Pfundes ging auch hbei verloren. Ein anderes Mal wurde ein Pfund See gekauft. Beim Nachwiegen ergab sich, daß es r_ir 450 Gramm waren. Ja, das war ein englisches lfund, das nur 450 Gramm wiegt. Man hatte also rehr bezahlt für den Tee, als man annahm. Aehn- lch stand es mit dem Begriff: eine Flasche roll. Im Laden stand eine besonders große Flasche bn der Süßigkeit, die man wünschte. Später ergab sch, daß er Boden der Flasche besonders hohl und rcht mehr Inhalt in der Flasche enthalten war alc ii einer ähnlichen kleineren.
Seit dem 1. April diefes Jahres trat nun eine Lenderung ein. Das Pfund verschwindet und macht । i>r Berechnung nach Kilogramm Platz. Darus folgt, daß in Zukunft auch nur noch ein Gramm S’rerfjnet wird. Es wird zwar eine Weile dauern, ks bet Begriff des Pfundes verschwinden wird, inb bas Reich hat bem auch Rechnung getragen, bdern es erlaubt, baß bie Bestäube an Tüten unb ilerpackungen mit ber Gewichtsbezeichnung nach Ifunb aufgebraucht werben bürfen. Für bie kaufen be Frau wirb sich aus biefer Gewichtsklarheit mch eine Gewichtswahrheit ergeben, benn bie Zahlen haben gegenüber ben Begriffen vor allem bie Sugenb, baß sie klipp und klar vor Augen führen, vieviel gekauft und was dafür bezahlt worden ist. Sie zeigen unter anderem auch, daß es oft recht mwirtschaftlich ist, kleine Gewichtsmengen zu kau- j:n, ba bie Verpackung sie nicht unwesentlich r?rfeuert. So wiegt z. B. eine große braune Tüte tier ein bickes Fleischpapier fast 25 Gramm. Wenn i:r Kaufpreis ber Ware nach Gewicht zu berech- n n ist, so kommt natürlich das Gewicht der Verlockung in Abzug. Damit der Käufer sich selbst von Oim Vorgang des Abwiegens überzeugen kann, be- jfmmt die Verordnung, daß alle Waagen dem Säufer deutlich vor Augen sein müssen. Die neue fohlmaßverordnung dagegen verlangt, daß in Zu- sinft auf jeder Flasche neben der Fabrikmarke auch kne Bezeichnung des Rauminhalts ver- rerft fein muß, die genau festgelegten Maßgrößen entsprechen muß. Diese Maßgrößen werden in Zull n ft normiert sein. Zur Bekämpfung des unlau- firen Wettbewerbs wird diese Normung sehr bien- lch sein, da die manchmal täuschende Größe der slasche nun dem klaren Zahlenbild des angegebe- |nen Rauminhalts standhalten muß.
Sorgen am Zahltag.
Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau, Verwal- hngsamt Frankfurt a. M., bittet um Aufnahme fügender Zeilen:
„Guten Morgen, Frau Peter, na, was machen ■Eie denn für ein sorgenvolles Gesicht? Heute ist Zahltag, da sollte sich doch jede Hausfrau freuen!" — „Ja, liebe Frau Koch, gerade dieser Zahltag bet' itet mir so viel Kummer. Kaum hat mir mein Kann das Wirtschaftsgeld ausgehändigt, bezahle irj bie Schulden, und mit dem Rest komme ich nie aus. Ich überlege und rechne schon immerzu, voran kann ich nur sparen. Aber sehen Sie, mein Kann braucht für feine anstrengende Arbeit kräftiges Essen und meine vier Kinder verzehren viel $iot, dazu den teuren Aufstrich. An dem Mittag- |t||'en kann ich wirklich nicht mehr sparen, höchstens ai bem Brotaufstrich. Ich koche fast {eben Spätsommer einige Töpfe Marmelade und Gläser Ge- 1(2 ein. Aber da die Kinder diesen süßen Aufstrich bevorzugen, ist der Vorrat bald erschöpft. Außerdem stellt sich das Einmachen für mich viel zu teuer."
Frau Koch hört sich geduldig und interessiert die Ragerede der Frau Peter an. Plötzlich lacht sie h rzhaft, klopft ihr auf die Schulter und sagt: „Wissen Sie, ich glaube, ich kann Ihnen helfen, dergleichen wir doch einmal unsere Wirtschaftsbücher! Ich habe sogar fünf Kinder zu versorgen inb mein Mann verdient nicht mehr als Ihr Mann inb trotzbem komme ich ganz gut mit meinem Gelb ojs." Beibe Frauen rechnen eifrig über ihren Wirtschaftsbüchern unb kommen zu bem Ergeb- riis, baß Frau Peter fast bie doppelte Menge an rett — also Butter, Schmalz und Margarine ein- Inuft unb verbraucht als Frau Koch. Hierburch ent- s-eht das Minus in ihrer Kasse. „Ja", sagt Frau 5 och, „ba haben wir ja bie Lösung. Meine Kmber unb ich essen jeben Morgen unb auch nachmittags anm Kaffee Marmelabe, die jetzt wesentlich billiger osworden ist. Das Pfund kostet nur 32 Pfg. Und dabei ist diese Marmelade in ihrer Qualität ganz ^gezeichnet. Sie besteht zur Hälfte aus deutschen 2 epfeln und teilweise aus Birnen. Die übrige Sätfte setzt sich aus Pflaumen, Himberen, Johan- risbeeren, Kirschen, Mirabellen, Erdbeeren und zum 2«il aus deutschen Trauben zusammen. Nur völlig enroanbfreies Obst wird verarbeitet. Meine Kinder freuen sich besonders, wenn ich Pfannkuchen.oder Oüerkuchen backe und sie dann mit Marmelade fülle, versuchen Sie sie doch einmal! Da Ihre Kinder sowieso süßen Aufstrich lieber mögen, wird die Narmelade sicher allseitigen Beifall finden."
Frau Peter war für diesen Rat sehr dankbar, und hat nach einiger Zeit festgestellt, daß das
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen-
Mittwoch, 21. Mai 1956
Aus dem Reiche -er Krau.
Minus in ihrer Wirtschaftskasse immer geringer wurde. — Als sie nach einigen Wochen schuldenfrei ihr Wirtschaftsgeld in Empfang nahm, hat sie die ganze Familie Koch zum großen Pfännkuchenessen — gefüllt mit der schmackhaften Marmelade — eingeladen.
Frau Peter ist dann später auch klar geworden, daß sie mit dieser kleinen Umstellung in ihrer Hauswirtschaft nicht nur sich selbst, sondern auch der deutschen Volkswirtschaft einen Dienst erwiesen hat. Sie erinnerte sich an die Zeit, wo — noch vor wenigen Monaten — Butter und Schmalz manchmal knapp waren und sie freute sich, daß auch sie für ihren Teil dazu beitragen konnte, die Fettlücke in der deutschen Erzeugung zu schließen.
Wie wäre bas zu Pfingsten?
Oer gekochte Sandkuchen, das Prachtstück der Urgroßmutter
Kein Kuchen ist so empfindlich in seinem Gelingen wie ein Sandkuchen. Ist er glücklich fertig gerührt, kommt die Backsorge. Nicht jeder hat einen erstklassigen Gasofen, ein Küchenwunder oder den Bäcker so nahe, daß er den Teig unbesorgt über die Straße tragen kann. Eine uralte Vorschrift aus Urgroßmutters Zeit hilft hier aus der Not. Der Kuchen wird gekocht!
Teig: 300 g Butter, 300 g Puderzucker, 1 Teelöffel Backpulver mit 300 g Kartoffelmehl gesiebt, 9 große oder 10 kleine Eier, 2 Eierschalen voll gutem Rum, 1 auf Zucker abgeriebene Zitronenschale. Zubereitung: Die Butter leicht angewärmt,
wird dünn gerührt. Nach und nach kommt abwechselnd 1 Löffel Zucker, 1 Löffel Mehl, 1 Eigelb dazu, bis alle Zutaten unter tüchtigem Schlagen verbraucht sind. Unterdessen hat man das Stück Zi- tronenzucker im Rum aufgelöst und rührt es ebenfalls unter. Zum Schluß zieht man lose den sehr steifen Eierschnee unter den Teig. Er wird sofort in eine gut mit Butter und Zwiebackmehl vorbereitete hohe Puddingform gefüllt, die nur dreiviertel voll sein darf. Der Deckel ist ebenfalls mit Butter und Zwiebackmehl vorbereitet. Mit dem in den Eierschalen verbliebenem Eiweiß verrührt man etwas Weizenmehl und verklebt damit die Verschlußritze zwischen Deckel und Form Diese setzt man sofort in kochendes Wasser (Wecktopf), das soweit reichen muß, als der Teig die Form füllt. Damit sie nicht Umfallen kann, wird sie mit zwei Plättbolzen beschwert. Das Wasser muß kochend bleiben und wird, wenn verkocht, sofort mit kochendem Wasser wieder aufgefüllt. Der Deckel des Wecktopfes muß sich leicht abheben lassen, damit der Kuchen nicht erschüttert wird. Kochzeit 1% Stunden Dann nimmt man den Deckel ab und läßt ungerührt alles stehen. Erst nach völligem Erkalten des Wassers darf der Kuchen herausgenommen werden.
Der fertige Kuchen bekommt einen Schokoladenüberzug. Ein Eiweiß wird mit 125 g Puderzucker und 1 Teelöffel Zitronensaft tüchtig geschlagen. Dann gibt man 2 Teelöffel Kakao dazu und schlägt ein paar Minuten weiter. Unter vorsichtigem Rühren wird der Guß in heißem Wasser leicht erwärmt, und der Kuchen damit angepinselt. Am schönsten und stolzesten wirkt eine hohe gerippte Puddinaform. Frida Aisch, Bad-Nauheim.
-Ääas sollen wir tragen ?
PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS
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Aus farbigem Seinen wird auch in diesem Jahr wieder ein großer Teil der sommerlichen Garderobe bestehen, einerlei, ob aus einfarbigem, bunt- bebrudtem oder aus plastisch gewebtem Material.
Das einfache Kleid unserer heutigen Skizze ist aus blaßgelbem, knitterfreien Leinen mit einem schwarzen Gurtengürtel. Zur Ergänzung kann ein kurzes Cape aus dem Kleidmaterial getragen werden oder eine lange Tunika, zu der ebenfalls gelbes Seinen, diesmal mit einem aparten schwarzen
Webeffekt verwendet ist. Zu der Schulterpartie zeigen Cape und Tunika die gleiche Schnittform wie das Kleid, an Cape und Tunika werden die beiden Kragenteile des Kleides herausgeklappt getragen.
Der H u t rechts ist aus grobem und stark glänzendem schwarzen Stroh, der mittlere aus gelbem und der linke aus schwarzem Exotenstroh. Alle drei Formen haben eine schmale, schwarze Ripsband - garnierung. H.
Von allerlei wohlschmeckenden Krankem
Don Dieter von -er Schulenburg.
Nun sind sie wieder da, auf allen Märkten zu haben, die vielen wohlschmeckenden Suppen-, Salat- und Küchenkräuter. Don den Klostergärten her, in denen sie von kundigen Mönchshänden angepflanzt und gepflegt wurden, fanden sie ihren Weg in die Bauerngärten und erwarben sich dort Heimatrecht. So ein weiser Küchenpater hatte die untrügliche Feinschmeckerzunge eines Brillat-Savarin und verstand es meisterhaft, dem jungen Salatkopf durch den Zusatz eines bestimmten Würzkrautes eine immer neue Nuance des Wohlgeschmacks, ein köstliches Aroma abzugewinnen, öo entstanden früh schon die Einfassungen der Salbei mit ihren silberhaarigen Blättern, die Polster des Thymian — keine gute Wurst ohne ihn —, der Estragon, das üppig wuchernoe Pfefferminzkraut, der unentbehrliche Majoran, der ja mit Aepfeln zusammen den knusprig gebratenen Bauch der Gans füllen soll. Auch der Dill mit seiner aromatischen Dolde, das Bohnen- ober Pfefferkraut unb nicht zuletzt die Peterfilie feien genannt, ber man ihres Wohlgeschmacks wegen ganze Beete einräumte.
Ein Kräutereckchen zuminbesten hat heute jeber Bauerngarten, dem jede tüchtige Bäuerin beson
deres Interesse entgegenbringen und sorgsamste Pflege angedeihen lassen wird. Das bekannteste und verbreitetste Küchenkraut ist naturgemäß die Petersilie, ein zweijähriger Sippenblütler, der im Juni bis Juli seines zweiten Lebensjahres grüngelbe Blütendolden trägt. Sie stammt eigentlich aus Südosteuropa und war schon im Altertum ein Arzneimittel. Nicht nur ihre geträufelten Blätter, sondern auch ihre mohrenarUgen, süßlich schmeckenden Wurzeln sind geschätzt.
Bekannt ist auch die verdauungsfördernde Wirkung der Saucharten, wie vor allem Schnittlauch; wie wohlschmeckend ist der Kerbel und die zarte Garten- und Brunnenkresse als Zusatz zum Kopf- oder, wie er in Süddeutschland vielfach heißt, Häuptersalat! Mehr noch vielleicht als die „Krause Minze" erfreut sich die Raute allgemeiner Beliebtheit mit ihrem herben, leicht bitteren Aroma. Der beliebte Borretsch hat seine Wiege in Südeuropa. Die Pflanze ist steifborstig, verästelt mit gurkenartig schmeckenden Blättern, sehr saftig und treibt von Juni bis August langstielige Blüten mit himmelblauer, sternförmig ausgebreiteter Krone. Ein kleines unscheinbares Wiesenkraut endlich sei noch erwähnt, dessen Name durch den englischen Meisterfilm „Die scharlachrote Blume" Berühmtheit erlangte: Pimperneil,
Die Fran in der Gestiigelzuchi.
Die meisten Eier für den Markt werden in Deutschland in den bäuerlichen Betrieben erzeugt. Seit Jahren arbeitet man daran, um den kleinen Sandwirt für sachgemäße Geflügelhaltung zu gewinnen. Da dieser Betriebszweig der Wirtschaft in den Händen der Bauersfrau liegt, wird auf die Ausbildung in ber Geflügelzucht in allen bäuerlichen Werkschulen ber größte Wert gelegt. Außerdem ergreifen zahlreiche junge Mädchen den Beruf der Geflügelzüchterin, weil sie entweder in größeren Betrieben die Herdbuchtierzucht treiben ober aber in ber bäuerlichen Beratung Aussicht auf eine Anstellung haben.
Sie arbeiten zunächst als Lehrling in einer ber bafür befonbers zugelafsenen Sehrwirtschaften, bie unter bauernber Aufsicht ber Sanbesbauernschaften stehen. Es ist baburch die Gewähr gegeben, baß bie jungen Menschen tatsächlich lernen, sich auf allen Gebieten — z. B. künstliche unb natürliche Brut, Aufzucht unb Mast, Zuchtfragen unb Krankheiten — zurecht zu finden. Von dem Betriebsleiter wird erwartet, daß er auch theoretischen Unterricht erteilt. Don ben staatlichen Anstalten unb Mitglie- bern ber Prüfungskommissionen werben ferner burch bie Fachzeitungen von Zeit zu Zeit Fragen veröffentlicht, bie alle Sehrlinge schriftlich beantworten müssen. Die Beauftragten ber Sanbesbauernschaften prüfen biefe Einfenbungen ber Sehrlinge. Die Sehrzeit bauert zwei Jahre, so soll, um eine gewisse Vielseitigkeit zu gewährleisten, möglichst in zwei verschiebenen Betrieben verbracht werben. Nur in Ausnahmefällen wirb bie Arbeit im elterlichen Betrieb anerkannt. Der Sehrling soll beim Eintritt in bie Sehre bas 16. Jahr vollenbet haben. Die be- ftanbene Prüfung gibt bem Sehrling bas Recht, sich „Gehilfe" zu nennen. Vielen genügt bas Erreichte. Es beginnen bie Jahre praktischer Arbeit in größeren Geflügelzuchtbetrieben.
Nach fünf Jahren praktischer Tätigkeit bietet sich ben tüchtigen Gehilfinnen bie Möglichkeit, an einer anerkannten staatlichen Anstalt ihr Examen als Ge- flügelmeifter zu bestehen. Diese Prüfung wirb besonders in Zukunft Bedeutung gewinnen, wenn die schon lange erstrebte Bestimmung durchgeführt fein wird, daß die Seiter von Geflügellehrwirtschaften ihr Meisterexamen bestanden haben müssen. Daneben läuft noch der Weg zur Zuchtleiterin. Er verlangt ebenfalls nach bestandener Gehilfenprüfung fünf volle Jahre praktischer Arbeit und ein Jahr Arbeit unb Stubium auf einer staatlichen Sehranstalt. Als geprüfte Zuchtleiterin kann bie Frau auf eine gehobene unb felbftänbige Anstellung Anspruch erheben, als Sachbearbeiterin für Geflügelzucht bei ben Sanbesbauernschaften ober als Geschäftsführerin ber Sanbesfachgruppen Herbbuchzucht unb lanbwirtfchaftliche Geflügelhaltung. Auch bie großen Dermehrungsbetriebe mit ihren unter Kontrolle stehenben Zuchthennenherben werben biefe tüchtigen unb erfahrenen Kräfte suchen. „WiefiehtdennIhrTeppichaus?"
Eine wichtige Krage für die Hausfrau.
„Sehen Sie sich boch nur mal meinen neuen Teppich an", klagt eine Hausfrau. „Drei Wochen habe ich ihn erst, behanble ihn so sorgfältig mit bem Staubsauger, unb boch habe ich immer eine ganze Hanbvoll Wolle nach bem Kehren! Wenn bas so weitergeht, ist ber Teppich in einem halben Jahr kaputt!" — „Ja, ba haben Sie recht, aber tragen bann selbst bie Schulb. Ein neuer Teppich barf nämlich in ben ersten brei Wochen überhaupt nicht mit bem Staubsauger ober einer scharfen Bürste behanbelt werben! Jeber neue Tep. pich gibt in ben ersten Wochen Wolle ab — bas schabet aber gar nichts. Wenn man ihn vorsichtig behanbelt, bann gibt sich bas halb. Das Gewebe eines neuen Teppichs ist nämlich ganz trocken, und ehe es genügend Feuchtigkeit aus der Umgebung angenommen hat, wird es immer Wolle verlieren! Der Staubsauger nimmt aber bei neuen Teppichen die kurzen Wollfasern weg und trocknet das Gewebe zu sehr aus. Die viele Wolle, die die Hausfrau in den ersten Tagen so erschreckt, sind abgeschorene Härchen, die sich zwischen die Noppen des Gewebes gesetzt hatten und nun natürlich mit der Zeit herausgehen — ohne daß aber die Qualität des Teppichs leidet.
Wenn z. B. in der Wohnung geheizt wird, muß man auch seinen Teppich besonders pflegen. Die trockene Hitze der Zentralheizung ist nämlich für das Teppichmaterial gar nicht zuträglich. Der Teppich trocknet zu sehr aus, und das Gewebe wird locker. Da muß man der Luft den nötigen Feuchtigkeitsgehalt geben. Es genügt schon, wenn man an die Heizungen Tonröhren hängt, die Wasser zu verdunsten haben! Feuchtes Abbürsten ist dann nicht mehr nötig."
„Warum hat der Teppich von Frau Müller schon ein Loch?" fragt man erstaunt, denn Frau Müller hat sich mit dem Teppich große Mühe gegeben und ihn alle paar Tage gründlich geklopft. Aber daran liegt es ja gerade! Kein Teppich verträgt das viele Klopfen, weil sich nämlich davon die Fäden lösen. Sie brechen, werden mürbe, und schon ist das Loch da! Teppiche sollen mit dem Staubsauger ober, wenn man keinen besitzt, mit einem weichen Feger behanbelt werben. Selbst- verstänblich barf immer nur in ber Richtung des Striches gebürstet werden. Einmal tm Jahr kann man den Teppich mit Sauerkraut abreiben, bie Farben werben bann roieber hell, auch leichtes Essigwaffer ist zu verwenben.
Fettflecke auf bem Teppich entfernt man am besten mit Benzin. Natürlich muß man bie nötige Vorsicht walten lassen. Im Herrenzimmer barf man auch zwei Stunben später nicht rauchen, wenn man ben Teppich mit Benzin gereinigt hat, benn bie Benzinbämpfe halten sich noch minbeftens zwei Stunden im Raum, auch wenn man sonst nichts davon spürt! Einen ganzen Teppich selbst zu reinigen, ist nicht anzuraten, das überlasse man besser dem Fachmann.
Mit einer milden Seifenlösung kann man helle Teppiche wohl einmal auswaschen, aber meistens hält das nicht lange vor. Auf jeden Fall muß der Teppich völlig ausgetrocknet sein, ehe man ihn wieder hinlegt! Dunkle Teppiche kann man mit Panamarinde behandeln, aber vorsichtig, so daß das Grundgewebe nicht naß wird, weil sonst die Appretur herausgeht und der Teppich seine Festigkeit verliert. D. K.


