Ausgabe 
27.1.1936
 
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Ur. 22 Erstes Vlatt

186. Jahrgang

Montag, 27. Januar M6

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Der Wrer spricht über die Sendung des deutschen Studenten.

Die Kundgebung im Zirkus Krone der Höhepunkt der Zehnjahresfeier des NGO. Gtudentenbundes in München.

München, 27. Ian. <DNB.) Den Höhepunkt der Zehnjahresfeier des NS D.-Stu­dentenbundes bildete am Sonntagabend eine Kundgebung im Zirkus Krone. Die Kunde, daß der Führer selbst dieser Veranstaltung beiwohnen werde, hatte zur Folge, daß das riesige Zirkusge­bäude schon mehrere Stunden vor Beginn überfüllt war. Aber immer noch marschierten Kolonnen von Braunhemden an, so daß um 19.30 Uhr auch der letzte Gang und der hinterste Winkel vollgepfropft mit Menschen waren.

Das Zirkusgebäude hatte einen würdigen Schmuck angelegt. Den rückwärtigen Teil der Bühne schloß ein sattbrauner Vorhang ab, vor dem das Hoheits­zeichen in Gold aufgestellt war. Das Mittelrund des Zirkusgebäudes war mit Hakenkreuzfahnen be­kleidet. Lange vor Beginn der Veranstaltung hatten die Ehrengäste Platz genommen. Brausender Jubel setzte ein, als der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, Reichsjugendführer v. Schi rach und. mit ihm der Reichsstudenten­bundsführer Derichsweiler den Saal betraten. Wenige Minuten nach 20 Uhr erfolgte der Ein­marsch der Fahnen, zum Schluß die 33 Fah­nen des NS D. - Studentenbundes, die jüngsten Banner der Bewegung, die am Vormittag durch den Stellvertreter des Führers ihre feierliche Weihe empfangen hatten.

Der Führer des Zieichsstudentenbundes Derichsweiler

eröffnete die Kundgebung mit einer Rede, in der er u. a. ausführte: Der Studentenbund habe es vor zehn Jahren gewagt, die Hochschule des Li­beralismus anzugreifen. Er habe es gewagt, die Fata Morgana einer voraussetzungslosen Wissen­schaft zu zerstören. Dieser Studentenbund schaffe aus sich heraus neues studentisches Leben, das feine Wurzel in der nationalsoziali­stischen Weltanschauung habe. Diese Jugend betrachte die Hochschule niemals als Selbstzweck, sondern als Mittel, Volk und Nation zu die­nen. Der Weg zu einer idealen Endlösung werde noch lang sein. Es wäre ein Irrtum, nach dem Ende von Verbänden und Korporationen auch an das Ende korporationsstudentischer Auffassung und Lebenshaltung zu glauben.

Das Endziel müsse fein die Schaffung einer einheitlichen, nationalsozia- listifchen deutschen Studenten­schaft unter eindeutiger Führung durch den NS D.-S t u d e n t e n b u n d, der die charakterlich und weltanschaulich einwand­freien Kräfte in sich zusammenfassen müsse. Um diesen Weg gehen zu können, stelle sich die Forderung auf, dem NS D. - Studenten­bund als der Zusammenfassung der politischen Aktivisten die eindeutige Führung über das gesamte deutsche Stu- dententum und seine Selb st Ver­waltung zu geben.

Wir sehen unsere Aufgabe darin, so sagte der Redner weiter, durch unsere grundsätzliche weltan­schauliche Haltung alle Hemmnisse und Schwierig­keiten durch den Schwung der Jugend hinwegzu­räumen und damit dem Staat neuen Boden auf dem Wege zur Vollendung des Dritten Reiches frei zu machen. Im Studentenbund haben wir jetzt unsere Gemeinschaften aufgebaut, die die Anfangs­zellen studentischer Lebensgestaltung sind. In die­sen Rahmen fällt alles, was in das Gebiet der studentischen Selbsterziehung gehört.

In der Kampfzeit hat jeder Studentenbunds­mann in der SA. oder SS. gestanden und dort seine Pflicht getan. Genau so selbstver­ständlich ist es für uns, daß auch in Zu­kunft jedes Mitglied dieses Stu- denbundes in der SA.» der SS., dem NSKK. oder der h I. sieht oder das Amt eines politischen Leiters ausfüllt. In jeder Gruppe des Studentenbundes stehen je nach Größe drei bis zehn Zellen oder käme- radfchasten, die die ersten bis vierten Semester der Studentenbundsmitglieder umfassen. Nach dieser Zeil erfolgt ihre Abkommandierung in ihre juristische, medizinische oder technische Fach­gruppe. So baut sich dann auf einer einheit­lichen weltanschaulichen Erziehung in den Zel­len eine sachwissenschastliche Ausrichtung auf, die es ermöglicht, aus den Männern des Sku- dentenbundes Persönlichkeiten zu machen, die fachlich einwandfrei, charakterlich anständig und weltanschaulich gefestigt sind.

Der Führer hat den Studentenbund für seine jetzt zu schaffende neue Ehrenordnung die Grundlage gegeben, daß die Ehre nur durch Blut gereinigt werden kann. Glaube aber niemand, daß der Studentenbund die Ehraufsaf- sung einer vergangenen akademischen Exklusivität übernehmen mied. Unter die Vergangenheit machen wir einen Strich. Wir arbeiten in Zukunft nur noch mit dem, der sich bedingungslos diesem Studentenbund unte r st e l l t und für den es keinWenn" undAber gibt. An Stelle der bisherigen korporationsstudentufchen Embleme, die in ihrer malerischen Buntheit Oie

Zerrissenheit des Studententums liberaler Prägung verkörperten, wird in Zukunft das Banner des Studententums bei feierlichen Akten das Zeichen der Einheit und Geschlossenheit studentischer Jugend im Braunhemd sein.

Brausender Jubel empfängt den Führer.

Brausende, nicht endenwollende Heilrufe er­tönen, als der Führer das Haus betritt. Durch ein Spalier erhobener Arme schreitet er zum Po­dium. Im Orkan des Jubels drückt sich die grenzen­lose Treue und Liebe der deutschen Studentenschaft aus, die stolz und freudig bewegt ihren Führer in dieser Feierstunde in ihrer Mitte weiß. Die Klänge des Badenweiler Marsches gehen unter in dem Sturm der Begeisterung. Auf der Treppe zum Po­

dium überreicht die Reichsreferentin der national­sozialistischen Studentinnen dem Führer einen Flie­derstrauß. Lächelnd nimmt der Führer den Strauß entgegen. Nachdem er neben Rudolf Heß Platz ge­nommen hat, tritt nochmals der Reichsstudenten­bundsführer ans Rednerpult und ruft:Die natio­nalsozialistische deutsche Jugend grüßt Sie, mein Führer, mit einem dreifachen Sieg-Heil!" Dieltausendfältig braust das Echo durch das Haus; dann wendet sich Derichsweiler an den Führer und sagt:Wir sind gekommen, um aus Ihrem Wort, mein Führer, die Kraft zu schöp­fen zum endgültigen Sieg um die Seele des deut­schen Studenten." Nochmals brausen laute Heilrufe durch den weiten Raum; dann weicht die Begeiste­rung einer erwartungsvollen Stille, als d e r F ü h - r e r vor das Mikrophon tritt. Ein Meer von Köp­fen wendet sich ihm zu, bereit, seine Worte zu ver­nehmen, gläubig und kampfbereit.

Ar gewinnt die deutsche Zukunst."

Ich handle zweckmäßig, wenn ich dem deutschen Volke jene Verfassung gebe, die es stark macht."

Die Rede des Führers.

Der Führer spricht von dem tiefgreifenden Prozeß der nationalsozialistischen Machtergreifung, die eine wahrhafte Revolution, eine Umwälzung von geschichtlich seltenem Ausmaß darstellt. Er spricht von der neuen Anschauung des Le­bens, aus der der Nationalsozialismus dem gan­zen Wesen und Leben eines Volkes seinen Stempel aufgedrückt habe.Wer nicht die Phantasie besitzt, sich vorzustellen, was er erreichen will, kann das, was er erreichen will, niemals erreichen." Diese Feststellung leitet über zu einer Darstellung der modernen Staatenbildung. Der Führer stellt dabei der bürgerlich-ökonomischen Auffassung die nationalsozialistisch - heroische Weltanschauung gegenüber. Mit zwingender Logik wies der Führer, immer wieder von lebhafter Zustimmung unterbrochen, den Zwiespalt nach, der darin liegt, daß die bürgerliche Welt in ihrem poli­tisch-parlamentarisch-demokratischen System den Grundsatz der Gleichheit aller aufstellt, ihn aber wirtschaftlich verleugne. So er­leben wir, daß die bürgerliche Welt politisch letzten Endes kommunistisch, wirischast- l i ch aber individualistisch denkt.

Nachdem der Führer eine Reihe treffender Bei­spiele für seine These angeführt hatte, befaßte er sich mit dem Aufbau des Volkskörpers und legte die Grundsätze dar, die die deutsche Volksge­meinschaft beherrschen, aus denen sie entstanden ist und durch die sie sich erhalten wird. Mit größter Aufmerksamkeit und atemloser Spannung folgen die Tausende dann den Gedankengängen des Füh­rers, die er anschließend über die Staatenbildung entwickelte. Der Aufbau unseres Volkstums habe zwangsläufig nur stattfinden können auf Kosten der Stammesinteressen, später a u f Kosten der Länderinteressen. Mit inner­ster Ueberzeugung hob der Führer hervor, daß die Entwickelung, die das germanische Staatenwesen ge­nommen habe, notwendige Stufen auf dem Wege zu dem gewesen seien, was das deutsche Volk heute sei.

Wir sehen in den geschichtlichen Erscheinungen des Germanentums die unbewußte Beauftra­

gung des Schicksals, dieses störrische deutsche Volk, wenn notwendig, mit Gewalt zusammenzuschließen. Das war, ge­schichtlich gesehen, genau so notwendig, wie es heute notwendig ist." Den bürgerlichen Spie­ßern, die da meinen, unsere ganze Eigenart gehe durch den nationalsozialistischen Zentralis­mus verloren, hielt der Führer unter dem Jubel der Zuhörer entgegen:Ich weih, was ihr verliert, aber ich weiß auch, was ich euch dafür gebe. Ihr verliert die Ver­gangenheit, aber ihr gewinnt die deut­sche Zukunft. Deutsch fein, heißt klar fein, klar fein heißt logisch denken und handeln, logisch handeln heißt zweckmäßig han­deln, und ich handle zweckmäßig, wenn ich dem Volke jene Verfassung gebe, die es stark macht. Das deutsche Volk als lebendige Substanz lebt länger als bayerische oder preußische Landtage gelebt haben." (Mi­nutenlanger, donnernder Beifall folgte diesen markanten Sätzen.)

Aus dieser Erkenntnis ergebe sich, fuhr der Füh­rer dann fort, die Stellung neuer Auf­gaben, nämlich die Feststellung des Wesens die­ses Volkskörpers und der Voraussetzungen für den Bestand dieser Volkseinheit. Zweitens neben dem Bekenntnis zu dieser Volkseinheit und Volksgemein­schaft die Einordnung der Veranlagungen dieses Volkes und drittens die Sorge dafür, daß d i e Volksführung organisch richtig und da­mit fest und sicher untermauert ist. Das sei nun die Aufgabe der NSDAP.: die dauernde Sicherheit abzugeben für die Führung des deutschen Volkes durch ein System der Aus­lese der politischen Fähigkeiten.

Mit unwiderlegbarer Beweisführung wies der Führer in eindringlichen Worten nach, daß das politisch-heroische System über das pri­vatkapitalistisch-ökonomische System am Ende den Sieg daoontragen mußte, weil dieses poli­tisch-heroische System logisch und organisch auf gebaut gewesen sei.

Dieparleisicherl die Ziihrung des deuischenVoikes

Niemals wird unsere Erziehungsarbeit ein Ende nehmen.

Das Problem für den Nationalsozialismus der Führer stellte es im Schluhteil seiner staats­philosophischen, die Grundgesetze des Volks- und Staatslebens behandelnden großen Rede klar her­aus ist nach wie vor die ewige Arbeit an unserem Volke selbst. Die Erziehungs­arbeit der nationalsozialistischen Bewegung werde eine ewige sein, solange wir an eine deutsche Volksgemeinschaft glauben. Nie werde diese Arbeit ein Ende nehmen, weil dieses Volk kein Ende nehmen soll.

Wieder hängen sich an diesen Sah des Füh­rers donnernde Heilrufe. And nochmals brandet der Beifall in überwältigendem Maße auf, als der Führer erklärt:Niemals wird diese Erziehungsarbeit ein Ende nehmen, solange unser Volk fruchtbar bleibt, weil sich bei jedem neuen Kinde die Ar­beit wieder erneuert. Weil wir bas erkennen, ist es notwendig, die Bewegung ewig als Bewegung zu erhalten, d. h. die Partei stets und immer wieder zu erneuern, ihr frisches Blut zuzuführen und sie z u m kraft-

oollen Gestalter der nationalso­zialistischen Ideenwelt zu machen.

Die letzten Worte des Führers gelten den jun­gen Studenten, die er an ihre beson­dere Sendung erinnert, die sie einst zu erfül­len haben als die zu höheren Führerstellen Berufe­nen.Und so sollen Sie Bannerträger des Willens und der Autorität der Staatsführung werden." Deutschland und das deutsche Volk werden, so prophezeite der Führer, nicht untergehen, solange wir diese Bewegung hochhalten und ihr mit heißem Herzen dienen. Dann wird in uns und in unseren Nachkommen der ewige Wert unseres Volkes lebendig sein und dann kommt aus der Sicherheit der inneren Kraft auch die Kraft zur Sicherung nach außen.

Brausende Heilrufe dröhnen durch den Saal, als der Führer geendet hat. Uebermächtig füllt das Sieg-Heil des Reichsstudentenbundsführers auf den Führer den weiten Raum. Das Echo der Heil­rufe geht Über in die weihevollen Klänge der nationalen Lieder und in den Badenweiler Marsch, unter dessen feurigem Rhythmus der Führer mit seiner Begleitung das Zirkusgebäude verläßt. Drau­ßen aber harren Tausende, deren Heilrufe dem Führer das Geleit geben auf seiner Fahrt durch das nächtliche München.

Ein Kameradschastsabend als Auftakt.

Zu der Zehn-Jahresfeier des NS.-Studenten- bundes find aus dem Reich rund 3500 Mitglieder eingetroffen, wozu noch annähernd 2000 Mann aus München selbst kommen. Für den Kamerad­schaftsabend am Samstag, die erste Veran­staltung der Zehn-Jahresfeier, konnte kein wür­digerer Raum gewählt werden als der hifto- r i f ch e B ü r g e r b r ä u k e l l e r, der mit der Ge­schichte des nationalsozialistischen Ringens für ein neues Deutschland so untrennbar verbunden ist. Dieselben Parteigenossen, die einst vor zehn Jahren den Studentenbund gegründet und dann in den folgenden schweren und kampferfüllten Jahren Se­mester um Semester das nationalsozialistische Ge­dankengut in die Wandelhallen und Hörsäle der deutschen Hochschulen hineingetragen haben, waren zu diesem Kameradschaftsfest herbeigeeilt. Viele, die damals noch Band und Mütze trugen, stehen heute im Berufsleben und tun unentwegt Dienst in der SA und SS, im NSKK, als Führer in der HI oder tragen den grauen Rock der neuen Wehr­macht. Heute wie damals schlägt ihr Herz für Deutschland und seinen Führer.

An langen Tischreihen vor dem Rednerpodium haben die E h r e n g ä st e Platz genommen. Reichs­studentenbundesführer Albert Derichsweiler mit den Mitgliedern der Bundesführung, der Reichs­jugendführer Baldur v. S ch i r a ch , der Gauleiter des Traditionsgaues, Staatsminister Adolf Wag­ner, der Kommandierende General und Befehls­haber im WehrkreisVII, Generalleutnant v. Rei­chenau, der Reichsärzteführer Dr. Wagner, der Dozentenführer Ministerialdirektor Dr. Schultze.

Fanfaren und Trommelwirbel leiten über zu- einem vom akademischen Nachwuchs wirkungsvoll vorgetragenen Sprechchor. Dann richtet Reichs­studentenbundsführer Derichsweiler herzliche Be­grüßungsworte an die alten Kameraden und die junge Generation.

Neichsjugendfiihrer Baldur v.Echirach erinnert an die Verhältnisse an den deutschen Hoch­schulen zu der Zeit, als die nationalsozialistische Hochschulbewegung ihren Kampf aufnahm. Die na­tionalsozialistischen Studenten trugen das Braunhemd als Zeichen ihrer Zusammenge­hörigkeit mit der Arbeiterschaft. (Lebhafter Beifall). Das ist die große geschichtliche Sendung des natio­nalsozialistischen Studenten gewesen und wird es bleiben. Wissen und wissenschaftliche Erziehung allein sind nicht das Erlebnis der Jugend. Das ist die Kameradschaft ohne Unterschied von Stand, Klasse und Konfession. Damals sind zwölf Mann gegen 12 000 Studierende gestanden. Diese zwölf Mann aber haben in sich den Glauben an die Zukunft getragen. Die anderen dagegen haben in Gruppen, Verbänden und Bünden das Leben einer vergangenen Zeit weitergelebt und sich darin glück­lich gefühlt. Während sie sich in ihren streng abge­schlossenen Kreisen unterhielten, gingen wir nach den Vorlesungen zu anderen Volksgenossen, dem Arbeiter der Faust, und suchten ihnen ver­ständlich zu machen, daß wir auf der Universität lernten. Dabei lernten wir die Sprache des Vol­kes, lernten die Verbundenheit mit dem einfachen Menschen und lernten, daß es gerade auf die ein­fachen Leute ankomme. Wir waren immer eingedenk, daß die Stärke unseres Volkes nicht auf den Hoch­schulen, sondern in seiner Gesamtheit liege. Wir waren verschrien als Wissenschaftsfeinde, und doch waren wir die Träger einer neuen Wissenschaft, Pioniere einer neuen Weltan­schauung. Unsere Führerschule war nicht die Uni­versität, sondern der Raum, in dem wir hier ver­sammelt sind. Hier haben wir unser Kolleg gehört, hier wurden wir geschult von einem Mann, der selbst aus dem Arbeiterstand hervorging, aber von dem lebendigen Willen getragen war, Träger des ewigen Lebens unseres Volkes zu sein. Das ist unser Stolz, daß nicht die Hochschule uns zu dem gemacht hat, was wir sind, sondern die Be­wegung. Wir sind die Schüler des National­sozialismus und nicht der liberalistischen Universi­täten.

Der Reichsjugendführer schilderte dann die von Astawahl zu Ästawahl zunehmenden Erfolge der nationalsozialistischen Studentenschaft bis zu dem durchschlagenden Erfolg, da zum ersten Male ein nationalsozialistischer deutscher Student zum ersten Vorsitzenden der Deutschen Studentenschaft gewählt rourbe, an den herrlichen Tag von Graz. Die ganze nationalsozialistische Bewegung schaut auf den Stu­dentenbund und verlangt, daß er auf der Hoch­schule d i e Totalität der nationalsozia­listischen Erziehung mit aller Entschieden­heit vertritt. Wenn ich im Namen der Bewegung von dem kleinsten Pimpf verlange, daß er national­sozialistisch erzogen wird, dann verlange ich das erst recht von jener Jugend, die auf Kosten des Staates studieren darf. Es ist nicht wahr, daß ich als Reichsstudentenführer seinerzeit meine Maß­nahmen gegen die Korporationen aus irgendwelchen persönlichen Erwägungen getroste» hätte. Es ist auch nicht wahr, duß ich ein hinaus- geworfener Korpsstudent gewesen bin. Es geschah aus dem mir vom Führer gegebenen