St. 22ft sanftes Statt
siebener Anzeiger (Seneral-Anzeiger für Bderhetzen) Samstag, 26. September 1956
Die „Braune Messe—Deutsche Woche" eröffnet.
Die Leistungsschau -er heimischen Wirtschaft vom 25. September bis 4. Oktober.
Die diesjährige „Braune Messe" in Gießen ftelK in anschaulicher Weise die Leistungsfähigkeit der heimischen Wirtschaft zur Schau. Sie zeugt darüber hinaus von einem gesunden Gemeinschaftssinn, da alle kreise der Wirtschaft in einmütiger und opferbereiter Zusammenarbeit diese Ausstellung ermöglichten.
Möge die „B r a u n e M e s s e" im Jahre 1936 in Wehen nicht nur zu einer Belebung der heimischen Wirtschaft führen, sondern darüber hinaus allenthalben das Verständnis für nationalsozialistische Wirtschaftsauffassung vertiefen und fördern.
heil Hitler!
Or. Hildebrandt,
Kreisleiter.
schaffen wie aus einem Guß, die der Aufgabe der Stadt Gießen oerecht werde. Besonders dankte der Redner dem Oberbürgermeister Ritter und dem Kreisleiter Dr. Hildebrandt, sowie allen ihren Mitarbeitern, die sich für das Gelingen dieser Veranstaltung seit Wochen besonders eingesetzt haben. Sodann begrüßte er alle geladenen Gäste, sowie die Interessenten an dieser Schau.
Anschließend sprach der Redner über einige grundsätzliche Gedanken in Verbindung mit der Tätigkeit des Instituts für Deutsche Wirtschaftspropaganda. In diesem Zusammenhänge sagte er u. a.: Das nationalsozialistische Deutschland hat auf allen Lebensgebieten einen Umbruch herbeigeführt. Ich betone ausdrücklich, auf allen Lebensgebieten, denn unsere Weltanschauung kennt keine Gemeinsamkeit mit dem, was vor unserer Zeit war, sondern sie schafft etwas grundlegend Neues. Die Umwälzung
Das neue Deutschland hat sich von der früheren Politik abgewendet. Als die Sorgen und Nöte immer größer wurden, haben sich die früheren Wirtschaftspolitiker darum gestritten, wie man die Weltwirtschaftspolitik in Ordnung bringen könne, ohne aber an die eigene Nationalwirtschaft zu denken.
Im neuen Deutschland gingen die neuen Dirt- fchafisführer sofort daran, die deutsche Wirtschaft wieder gesund zu machen.
Und an dieser Aufgabe wollen wir Mitarbeiten und auch durch diese Ausstellung dazu beitragen, indem wir unser Handwerk, unsere Industrie und unseren handel fördern. Während die anderen sich streiten, werden wir in Gemeinschaft arbeit en, und wir sind sicher, daß der Sieg bei Deutschland sein wird, wie ihn das herrliche deutsche
Die heutige „Br a u n e Messe" hat gezeigt, daß sowohl handel als auch Gewerbe, Landwirtschaft und Industrie den Geist der Zeit richtig erfaßt und sich einmütig zu frohem Schaffen und gemeinsamem Aufbau zusammengefunden haben.
Die Bevölkerung Gießens und seiner Umgebung hat Gelegenheit, sich von der Leistungsfähigkeit der ausstellenden Firmen zu überzeugen. Wer die „Braune Messe" im Jahre 1934 erlebt hat, muß mit besonderer Freude feskskellen, wie gewaltig der Aufschwung und die Zusammenballung aller Kräfte sich ausgewirkt haben. Unter Ablehnung früherer theoretischer Auffassungen geht auch hier die Wirtschaftsführung gemeinsam an den Aufbau unserer Nationalwirtschaft und hält mindestens gleichen Schritt im Gesamtaufbau des deutschen
Der Ziergarten an der Volkshalle mit reizvollen Wasserspielen.
Führer
Oberbürgermeister Ritter
und
das die-
,,Braune alle ner» Gruß an
Die Grenzland- und Auslandschau der NS.-Frauenschaft.
morgen sei das komplizierte Räderwerk unserer Wirtschaft anzukurbeln und umzustellen. Aber es war für uns immer eine Gewißheit, daß die Wirtschaft nicht dazu da ist, um Volk und Staat zu regieren, sondern daß es die Aufgabe der Wirtschaft ist, dem Volke und dem Staate 3 u dienen und ihre Lebensbedürfnisse zu sichern. Diese Erkenntnis ist einer der wichtigsten Grundsätze nationalsozialistischer Weltanschauung. Der Nationalsozialismus würde sich selbst aufgeben, wenn er davon absehen würde, diesem Grundsatz Geltung zu verschaffen.
Der Führer hat auf dem diesjährigen Parteitag in Nürnberg den Weg gewiesen, den wir in den nächsten Jahren zu gehen haben. Ich möchte heute noch einmal betonen, daß das deutsche Volk in den letzten Jahren innerlich so groß geworden ist, und auch gewillt und bereit ist, die Schwierigkeiten in Kauf zu nehmen, die vielleicht in den nächsten Jahren der Uebergangszeit noch auftreten werden.
Denn wir die Freiheit und den Bestand unseres Volkes nicht nur auf Jahrzehnte, sondern auch auf Jahrhunderte hinaus erhalten und sichern wollen, dann müssen wir Opfer bringen, und wir werden auch alle bereit sein, die Opfer für das deutsche Volk und Vaterland freiwillig auf uns zu nehmen. Daran müssen wir auch in unserer Wirtschaft denken. Jeder muß sich darüber klar sein, daß hinter dem Dillen und dem Interesse der gesamten Nation das Interesse des
Einzelnen zurückstehen muß.
So müssen wir uns zu den heutigen Dingen einstellen. Wir müssen freudig bereit sein, auch auf manche Annehmlichkeiten des'Daseins zu verzichten, weil wir wisfen, daß wir dadurch eine bessere und glücklichere Zukunft für unser Volk erringen können
Ich freue mich, daß ich diese zweite „Braune Messe" in Gießen nach der Machtübernahme eröffnen darf. Ist doch diese „Braune Messe" eine schöne Gemeinschaftsleistung, die von allen Teilen unserer heimischen Wirtschaft in aufopfernder Zusammenarbeit geschaffen wurde. Wir alle erwarten von der „Braunen Messe", daß sie nicht nur den Ausstellern einen erfolgreichen Verlauf bringt, sondern daß sie auch '
uns gestellt Hut.
Ich erkläre hiermit die diesjährige Messe" in Gießen für eröffnet. Wir einigen uns in diesem Augenblick in dem
in der Volkshalle zu Giefeen vom 25. September bis zum 4. Oktober 1936 Ausstellung für Industrie. Handwerk, Handel und Landwirtschaft 603Ii>
Eintrittspreise Erwachsene 30. Kinder n. Militär 20 PL
Aus einem neuen Tätigkeitszweig der Städtischen Betriebe. — (Aufnahmen (3J: Pfaff, Gießen.)
Nach diesen Veranstaltungen ist viel gerufen worden. Wir wünschen nun, daß ebenso stark auch Interesse sein möge, wie vorher der Ruf nach ser Ausstellung erklungen ist.
entbot hierauf die Grüße der Stadt Gießen ____
hieß besonders alle diejenigen Volksgenossen willkommen, die von auswärts nach Gießen kamen, um an dem Aufbau der Braunen Messe mitzuarbeiten. Dann sagte er u. a. weiter:
Bei der ersten Braunen Messe im Jahre 1934 haben wir die große Leistungsfähigkeit unseres Handwerks, Handels und der Industrie feststellen
das neue wirtschaftliche Denken in unserem Volke vertiefen und fördern hilft, um damit die Aufgaben lösen zu helfen, die der
Volk verdient. In diesem Glauben an unser neues Deutschland, an das herrliche deutsche Volk und an den deutschen Menschen wünsche ich der Ausstellung besten Erfolg.
Kreisletter Dr. Hildebrandt
betonte, daß er als Kreisleiter vom Standpunkt der Bewegung aus kurz zu der „Braunen Messe" Stellung nehmen wolle. Er sagte u. a.: Wir wissen, daß das gewaltige Erneuerungs- und Aufbauwerk des Nationalsozialistischen Reiches nur dann erfolgreich durchgeführt werden kann, wenn tatsächlich
auf allen Lebensgebieten nach nationatsoziali- stifchen Grundsätzen gehandelt wird.
Wenn hier und da noch Unstimmigkeiten auftreten, dann liegt das daran, daß es bisher noch nicht überall möglich war, diesem Grundsatz restlos Geltung zu verschaffen. Gerade auf dem Gebiete der Wirtschaft hat es an verschiedenen Stellen in dieser Hinsicht noch an der Mitarbeit gefehlt. Der deutsche Mensch war durch die geistigen Kräfte der Vergangenheit und durch das liberalistische Denken 3um Teil noch so beeinflußt, daß er zu den Geschehnissen nicht immer die richtige Einstellung finden konnte, auch wenn er an sich den guten Willen dazu hatte.
Wir können als Nationalsozialisten mit Stolz sagen: wenn heute die deutsche Wirtschaft wieder einen so glänzenden Aufschwung genommen hat, so ist dieser Aufschwung nicht etwa auf die deutschen Dirtschaftsführer zurückzu- führen, sondern er ist in erster Linie als verdienst unserem Führer Adolf Hitler zuzuschreiben. (Starker Beifall.)
Wir haben auch nie angenommen, von heute auf
können. Auch jetzt wieder können wir die gleiche erfreuliche Tatsache der Leistungsfähigkeit unserer heimischen Wirtschaft vermerken.
hat fid) nicht beschränkt auf staatspolitische, wehrpolitische und sonstige Fragen, sondern sie hat auch die Wirtschaftspolitik betroffen.
Dir betreiben heute in Deutschland die Volkswirtschaft nach ganz anderen Gesichtspunkten als vor 1933 Deutschlands wirtschaftspolitische Tendenzen staatlicherseits vertreten wurden. Dir sehen die Notwendigkeit, daß das deutsche Volk, um selbständig und unabhängig auf dieser Erde leben zu können, sich wirtschaftspolitisch einen Rahmen schaffen muß, der dieser Unabhängigkeit angepaßt ist.
Wir können uns in unserer Versorgung mit dem lebensnotwendigen Bedarf nicht auf Gebiete außerhalb unseres Machtbereichs stützen, sondern wir müssen uns aus den Gebieten versorgen können, die uns zur Verfügung stehen. Wir können auch nicht in diesem Bereich für unsere eigenen Lebensnotwendigkeiten Preise gelten lassen, die auf dem Welt- markt, oder in Amerika, oder China oder Japan maßgebend sind, sondern wir müssen bei uns Preisverhältnisse haben, die unseren eigenen Lebensnotwendigkeiten gerecht werden.
Dies grundsätzlich zu erkennen und sich danach einzustellen ist eine Notwendigkeit, auf die wir das deutsche Volk auch durch die'Dinge führen wollen, die ihm in den Veranstaltungen des Instituts für Deutsche Wirtschaftspropaganda nahegebracht werden:
den Lebensbedarf einzustellen auf das, was wir in unserem Lebensraum für das deutsche Volk selbst zu erzeugen vermögen und zur Verfügung stellen können, den Bedarf so umzuändern, daß wir ihn befriedigen können aus dem, was unsere eigene Heimat, unser Fleiß und unsere Leistungsfähigkeit zu erzeugen vermögen.
Das ist ein besonderer Appell an d i e Hausfrau, und deshalb ist es auch für die Hausfrau wichtig, sich dieser Veranstaltung zuzu- wenden, ihr alle Aufmerksamkeit zu schenken und ihre Beobachtungen dann im eigenen Haushalt praktisch zur Auswirkung zu bringen.
Die Ausstellung „Braune Messe — Deutsche Woche" vermittelt die Erkenntnis, daß es notwendig ist,
der deutschen Ware den gebührenden bevorzugten Platz im deutschen haus und im deutschen Verbrauch zu geben.
Die von dem Institut für Deutsche Wirtschaftspropaganda veranstaltete und unter der Ausstellungsleitung von Gustav Hinte errichtete „Braune Messe — Deutsche Woche" vom 25. September bis 4.Oktober in der Gießener Volkshalle und auf dem angrenzen- gen Freigelände ist am gestrigen Freitagnachmittag mit einer Eröffnungsfeier im Tagungszelt auf dem Freigelände von dem Schirmherrn der Ausstellung, Kreisleiter Dr. Hildebrandt, der Oeffentlich- feit Übergeben worden.
Zu der schlichten Eröffnungsfeier hatten sich mit dem Kreisleiter und den Angehörigen der Kreisleitung zahlreiche weitere Vertreter der Partei und ihrer Gliederungen, Oberbürgermeister Ritter als Vertreter der gastgebenden Stadt, ferner der stellv. Standortälteste der Wehrmacht, Major Junker, sowie Vertreter von wirtschaftlichen Körperschaften usw. und zahlreiche Aussteller im Tagungszelt eingefunden. Der Musikzug der SA.-Standarte 116 unter Leitung des Musikzugführers Herrmann leitete die Feier mit der ausgezeichneten Wiedergabe der Ouvertüre aus „Wilhelm Tell" ein und brachte anschließend den Finnländischen Reitermarsch zu Gehör. Hierauf sprach als erster Redner das 23er» waltungsratsmitglied des Instituts für Deutsche Wirtschaftspropaganda.
Diplomlandwirt Elsner von Gronow
Er bezeichnete einleitend die Tatsache, daß innerhalb verhältnismäßig kurzer Zeit zum zweiten Male eine Braune Messe in Gießen stattfinde, als ein Zeichen für die wirtschaftliche Kraft und den wirtschaftlichen Lebenswillen der Bevölkerung dieser Stadt, als Ausdruck des starken Willens, die Leistungsfähigkeit und Tüchtigkeit der heimischen Wirtschaft auf den verschiedensten Gebieten den anderen Volksgenossen zur Kenntnis zu bringen. Als weitere besonders bemerkenswerte Erscheinung bezeichnete er die Eigenart der Beziehungen zwischen einer benachbarten Großstadt und einer Mittelstadt von der Größe Gießens.. Jede Großstadt werbe schon durch ihre Art bevölkerungs- und wirtschaftspolitisch wie eine Säugpumpe auf den näheren und größeren Umkreis.
Die Städte in der Nachbarschaft einer solchen Großstadt mühten daher auf dem Posten fein, ihre Kraft lebendig zum Ausdruck zu bringen, um selbst und mit Ihrer natürlichen Umgebung nicht aufgesogen zu werden von dieser Saug- purnpen-Tendenz der großen Stadt. Da sei es immer wieder eine zwingende Notwendigkeit für solche Städte, daß sie sich ihrem natürlichen Umkreis in ihrer Leistungsfähigkeit in Gewerbe, Handwerk, handel und Industrie von
Zeit zu Zeit vorstellen.
Das fei die Bedeutung auch dieser „Braunen Messe — Deutschen Woche" für die Stadt Gießen und ihre Umgebung. Das Institut für Deutsche Wirtschaftspropaganda habe es als feine Aufgabe betrachtet, wie in anderen gleichartigen Städten auch in Gießen den vorerwähnten Gesichtspunkten entsprechend Geltung zu verschaffen. Das Institut fei ollen denen dankbar, die sich in den Dienst dieser Aufgabe gestellt haben, um eine Braune Messe zu
Volkes.
Ich beglückwünsche das Institut für Deutsche Dirt- schastspropaganda zu seinem hervorragenden Erfolg und wünsche, daß die Bemühungen der einzelnen Firmen ebenfalls vollen Erfolg haben mögen.
hell Hitler!
Witter,
Oberbürgermeister.
». Braune Messe - Deutsche Woche


