Ur. 226 vierter Blatt
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Siebener MMer «Teneral-Mzelger für VberWen) Samstag, 26. September 1956
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Apfelsaft, das flüssige Obst, ein köstliches Getränk.
Kühlxaum in einer modernen Metzgerei.
des Ernteertrages, sondern auch die Gewmnunß von Nahrungs- und Erftischungsmitteln, die lM Verlaufe des Winters oder im nächstjährigen Frühjahr sicherlich sehr willkommen sein werden. Wet dächte nicht mit Freude daran, wie prächtig ihm ein Getränk unter Verwendung von Fruchtsasten als Erfrischung bei anstrengender Arbeit oder nach einem ausgedehnten Marsche willkommen gewesen wäre! Allein schon dieser eine Hinweis erscheint vollkommen genügend, um die Wichtigkeit der rest«
Im Geschäftsleben ist der Kampf gegen den Verderb ebenfalls eine der wichtigsten Pflichten des Geschäftsinhabers und aller seiner Mitarbeiter. Schon der wirtschaftliche Nutzzweck des Geschäftsbetriebs erfordert, daß alle Dinge und Rohmaterialien in einer Weise Verwendung finden, bei der nichts verloren geht, lieber das Eigeninteresse hinaus erfordert aber auch das höhere Interesse der Gesamtheit diese umsichtige Behandlung der Vorräte.
Blicken wir beispiels- weise einmal in den Be- tieb einer Metzgerei. Derjenige Metzgermeister, der seine Fleischvorräte in weitgehendster Weise vor dem Verderb schützen
mäßigerweise davor aufgebaut. Die Hausfrau hat weitere dringende Verpflichtungen. Die zuviel gekochten Kartoffeln werden vergessen und sind schließlich verdorben, wenn man sie einen weiteren -tag später wieder hervorholt. Wie gut wäre es gewesen, wenn sie baldmöglichst zu Bratkartoffeln verwandt
worden wären! . . .
Die Hausfrau bringt em Fischgericht auf den Mittaqstisch. Es wird nicht alles gegessen. Der Rest wird 'infolge Unachtsamkeit so zweckwidrig aufbewahrt daß er schon nach einigen Stunden ungenießbar ist. Wie gut wäre es gewesen, bei em wenig mehr Sorgfalt diesen Fifchrest mit E, tg und etwas Zwiebeln zu einem schmackhaften Fischsalat herzurichten, der beim Abendessen Verwendung ^Aist dem Gasherd steht die Milch Di- Flamme brennt mit voller Stärke. Die Hausfrau laßt sich durch andere Dinge ablenken und vergißt die kochende Milch. In wenigen Sekunden ist der vor- he? gefüllte Milchtops leer, di- Milch ist paz'eren- g-gang-n". Die Konzentrierung aller Aufmerksamkeit auf diesen Küchenvoraang hatte den Schaden verhütet, sie wäre ein wirksamer Beitrag im Kamps gegen den Verderb gewesen!
Auf dem Bügelbrett steht das elektrisch geheizte Bügeleisen. Der Strom ist eingeschaltet. Die Hausmutter ober das Mädchen wendet sich zur Korridortür, denn es hat geschellt. Besuch ist gekommen. Man kann ihn nicht abweisen. Nur em kurzes Vier-
Kampf dem Verderb!
Tägliche Pflicht aller Volksgenossen in Stadl und Land
und sich selbst vor wirt- schaftlichem Schaden bewahren will, hat sicherlich ..
eine Kühlanlage mit modern gebauten Kuhlraumen. Dort hinein gehört das Fleisch, ebenso die Frischwurst, die nicht unmittelbar beim Verkaufsgeschast im Laden zur Hand sein müssen! Das behördliche Verbot der Hackfleischzubereitung auf Vorrat während der Sommermonate hat neben der hygienischen Seite auch noch einen starken wirtschaftlichen Him 1 tergrunb, denn Hackfleisch auf Vorrat ist natürlich iiKan rann ujn muji .. f[)ixfpr hem Verderb ausgesetzt, als Fleisch am
zu steigern.
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Aepfel, auf gute Hürden gebracht, halten den ganzen Winter.
Durch die Obstpressen können viele Werte erhalten bleiben.
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Buttererzeugung gestattet monatelange Aufbewahrung.
Sachgemäße
Das „Eingemachte" wird mit Etiketten versehen.
mit Eis, gelangen die Fische zum Versand.
Im Korb, verpackt
losen Verwertung aller Obsterträge deutlich zü machen.
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Niemand sage, daß es für ihn und seine Familie doch wohl nicht so bedeutungsvoll wäre, bei allen Arten der Verwendung von Nahrungsmitteln und Stoffen immer und immer wieder nach bester Möglichkeit dahin zu streben, jeden Verderb zu vermeiden. Die bequeme Ausrede: „Mein bißchen ist doch wirklich nicht so wichtig!" darf es unter keinen
von sich ab. Ergebnis: Das Plättuch auf dem Bügelbrett fängt an zu sengen, dann beginnt es zu brennen Der Geruch macht die Hausfrau mobil. 3u spät. Der Schaden ist da. Verdorben ist der wertvolle Stoff des Plättuches, wenn nicht gar noch größerer Schaden entstanden ist!
Die Schulkinder werden mit ihrem Fruhstucksbrot zum Schulhaus geschickt. Die Kinder vergessen über ihrem Spiel das Essen. Später schmeckt es ihnen nicht mehr, denn sie haben den Hunger übergangen. Das Brot wieder heimzubringen, getrauen sie sich oft nicht. Was tun? Entweder werfen sie es m den Müllbehälter oder sie legen es auf dem Heimweg an eine Hausmauer oder werfen es auf die Straße. Die Verpflichtung „K a m p f b e m Verderb! muß derartige Dinge, die man täglich im Leben beobachten kann, künftig unmöglich machen! Die Mutter muß ihre besondere Aufgabe darin sehen,
Vorarbeit für die Apfelsaftbereitung.
(Aufnahmen j8j: Neuner, Gießener Anzeiger.)
die Kinder über den Wert des Frühstücksbrotes für die Kinder selbst und in der weiteren Auswirkung für die Volksgesamtheit zu belehren, die Kleinen anzuhalten, ihr Brot unter allen Umständen zu verzehren oder aber, wenn es einmal wirklich nicht geht, es wieder mit nach Hause zu bringen, damit es dort in richtiger Weise genützt wird.
Altmstallabsälle, z. B. Konservenbüchsen usw., gehören nicht in den Mülleimer, sondern zur Altmaterialverwertungs- stelle, denn auch dieses darf nicht verderben.
Die Erzeugungsschlacht der deutschen Landwirtschaft hat in ihrem bisherigen Verlaufe bereits zu sehr erfreulichen Ergebnissen geführt. Was. vor der Machtübernahme durch den Führer nie möglich gewesen war, wurde durch die Maßnahmen des Reichsnährstandes in kurzer Zeit bereits erreicht: eine ansehnliche Steigerung unserer landwirtschaftlichen Erzeugung und damit eine stärkere Versorgung der deutschen Verbraucherschaft aus Der eigenen Scholle, infolgedessen eine sehr erhebliche Ersparnis an Devisen, die wir früher zu Lebensmit- teleinkäufen im Auslande zum Nachteil unserer eigenen Wirtschaft aufwenden mußten. Die Erzeugungsschlacht geht aber unvermindert weiter. Unsere Bauern und Landwirte stellen alle Kräfte und ihr ganzes Können in den Dienst dieser großen, verpflichtenden Aufgabe. Die Fachwissenschaft und die Dienststellen des Reichsnährstandes fördern die praktische Arbeit des Landmannes mit stärkster Tatkraft. In finanzwirtschaftlicher Hinsicht geschieht von den Behörden alles Erforderliche, um die auswarts- strebende Linie der Erzeugungsschlacht noch weiter
Eine notwendige und wirksame Ergänzungs- maßnahme zu den Arbeiten der Erzeugungsschlacht ist aber noch durchzusühren. An dieser Maßnahme müssen sich alle Volksgenossen beteiligen, da sie nur bann zu dem erhofften Ziele fuhrt, wenn sich die Gesamtheit des deutschen Volkes dafür emsetzt. Es handelt sich um den energischen und unermub- lichen, Tag um Tag immer neu zu führenden Kamps gegen den Verderb. Daß diese Seite unseres Ringens um die wirtschaftliche Freiheit und die ungeschmälerte Selbstbehauptung em zwingendes Erfordernis im gesamtdeutschen Kampf um den Platz an der Sonne inmitten der anderen Volker ist wird jedem ohne weiteres klar werden, der sich nur einmal in seinem engeren Lebens kreis umsieht und daraus die naheliegenden Schlußfolgerungen hinsichtlich der Gesamtheit des deutschen Volkslebens zieht. Dieser Kampf gegen den Verderb ist auch nicht etwa eine Aufgabe, die zeitlich begrenzt wäre und ihre Berechtigung nur wahrend einer gewissen wirtschaftlichen Enge hätte, sondern er muß als eine Daueroerpflichtung angesehen werden, auch in den Jahren, in denen alle Quellen der eigenen wirtschaftlichen Kraft mit^°Uer. stungsmöglichkeit spenden, denn bekanntlich gilt auch im übertragenen Sinne — der Groschen m der eigenen Tasche immer mehr als die Mark im Besitz 'eines Fremden. Deshalb mutz dl« ^arole
Samv de m Verderb!" die tägliche D l l in Stadt und Land, im reichen wie km armen Haushalt, in allen Betrieben und be. allen Unternehmungen werden und bleiben!
Beginnen wir bei einem Blick auf diei Notwendigkeit dieser Parole in dem engsten Kreist der Volksgemeinfchaft >n der F°m l S f « kommt es m der Küche, aoeruum
Arbeit im fiaurtatt »«, Z^nsmitt-loder
^Hausfrau kocht zuviel Kartoffeln. Der IM«.
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Dom Metzger 3um Fischhändler ist nur ein kleiner Schritt. Welche große Mengen Fisch wurden jahraus und jahrein verderben — und zwar schon auf dem Transport, nicht erst im Laden des Fischhändlers —, wenn sie nicht bereits von der Fischauktionshalle her in den Körben reichlich mit Eis umgeben wären und in dieser kalten Nachbarschaft beim Fischhändler so lange aufbewahrt werden, bis sie von der Hausfrau zur Verwendung in der Küche mitgenommen werden! Weitgehende Kühlmaßnahmen sind aber auch für andere Fischarten erforderlich, nicht minder sorgsame Lüftungseinrichtungen, die ebenso in Nletzgereibetrieben und Gasthausküchen unbedingt am Platze sind, wenn dem Verderb von Waren von vornherein in umfassender Weise vorgebeugt werden soll.
Mit großer Umsicht und unter Aufwand erheblicher technischer Mittel sind derartige Schutzmaßnahmen gegen den Verderb von Erzeugnissen namentlich auch in vielen M 0 l k e r e i b e t r i e- b e n eingeführt. Man denke nur einmal daran, welche große Mengen von Milch oder Butter in verhältnismäßig kurzer Zeit verdorben und ver- loren wären, wenn diese Vorbeugungsmaßnahmen nicht bestünden. Derartige Einrichtungen sollten ihre entsprechende Nachahmung mit den gegebenen Hilfsmitteln in allen Haushalten finden!
Gegenwärtig wird vom Landvolk eine Zwet- sch e n e r n t e eingebracht, wie sie in gleichem Umfange feit langen Jahren nicht mehr zu verzeichnen war. Das Zwetschenmuskochen ist jetzt in vielen Haushalten in Stadt und Land, aber auch für gewerbliche Zwecke Trumpf. Angesichts dieser überaus reichen Ernte, nicht minder aber auch bei der Verwertung der übrigen Obstarten gilt ganz besonders die Ermahnung: „Kampf dem Verderb!" Wenn auch das Uebermah von Früchten gegenwärtig bei der Zwetschenernte mancherlei Beschwernisse bereitet, so sollte doch überall unbedingt darauf gehal- ten werden, daß nichts von der Ernte umfommt. Die Verarbeitung zu Fruchtsäften ist einer der geeigneten Wege zur Befolgung der Parole „Kamps dem Verderb! . Und das Ergebnis dieses Weges ist nicht allein die volle Nutzbarmachung
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