Ausgabe 
26.3.1936
 
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Nr. 73 Zweiter Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Donnerstag, 26. Marz 1956

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geworden ist, daß wir Mann für Mann hin» ter dem Führer stehen. Dann könne der Führer eintreten für sein Volk als der Beauftragte dieses ganzen Volkes. Weiter schilderte der Reichsbauern» führer die ungeheure Schwere der Ent­schlüsse, die der Führer für sein Volk zu tref­fen habe. Die Kraft gebe ihm nur das Bewußtsein, der Beauftragte seines Volkes zu sein. Aus diesem Grunde müsse ein jeder am 29. März seine Pflicht tun. Es gäbe heute keinen Deutschen, der nicht zu- geben müsse, daß es in Deutschland besser und besser geworden sei. Und diese Wende ver­dankten wir alle nur unserm Führer. Nur weil er seinem Volke die Treue hielt, ver­mochte er die Wende Deutschlands herbeizuführen. (Stürmischer Beifall.) Das muß, so schloß der Reichsbauernführer, am 29. März mit gleicher Treue vergolten werden.

Landesbauernführer Dr. Wagner gab Namen der anwesenden Bauern und Bäuerinnen, all der Landarbeiter und Landarbeiterinnen aus Hessen-Nassau dem Reichsbauernführer das Ver­sprechen, daß sie wie bisher auch in Zukunft b i s zum letzten Mann treu zum Führer stehen wollten. Nach dem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer, das aus den Kehlen der 24 ÖOO Kund­gebungsteilnehmer brausend über das Zelt hinaus erklang, schlossen das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied die Kundgebung.

Der Vorbeimarsch.

Unmittelbar nach der Kundgebung flutete der Strom der Besucher dieser Zentral-Kundgebung in die Stadt zurück. Vor dem Hotel Trapp staute sich die Menge, und die absperrende SA. hatte alle Mühe, standzuhalten. Der Reichsbauernführer nahm vor dem Hotel den Vorbeimarsch ab. Die For­mationen marschierten unter den Blicken vieler Tausender von Zuschauern in vorzüglicher Disziplin und gaben damit dem Festtag der Stadt Friedberg den glanzvollen und schönen Abschluß.

Sozialismus der Tat!

Beim Postamt Mainz wurde am 12.3.36 ein schon la.nge Jahre arbeitsloser Postbetriebsarbeiter eingestellt. Er erhielt am 21.3.36 zum erstenmal seinen Wochenlohn in Höhe von 33 Mark, den er in seiner Geldbörse verwahrte. Bei Ausübung des Paketzuftelldienftes hatte er die Geldbörse verloren. Dieser Verlust traf ihn besonders hart, da seine Frau in den nächsten Tagen der Niederkunft ent­gegensah. Der Arbeitskamerad stand vor dem Nichts. Um dem Kameraden zunächst die Möglich­keit zu geben, daß er sich die nötigen Lebensmittel besorgen konnte, gaben ihm zwei Beamte des Post­amtes sofort hierfür das nötige Geld. Eine weitere, unter der Belegschaft vorgenommene Sammlung, an der sich ohne Unterschied Beamte und Arbeiter beteiligten, ergab nicht nur den Betrag des Wochen­lohnes, sondern es konnten sogar noch 4,95 Mark an die Winterhilfe abgeliefert werden. Dieser Be­weis eines echten sozialen Denkens und Fühlens zeigt, daß alle Gegensätze, die einmal früher im Betriebe der Deutschen Reichspost bestanden haben, verschwunden sind, und daß der Ruf des Führers zur Betriebsgemeinschaft hier seinen würdigsten Ausdruck gefunden hat.

Devisen für Nachweise der arischen Abstammung.

FWD. Unter Aufhebung des Allgemeinen Er­lasses Nr. 341/35 D. St. Ue St. ordnet der wei­ter der Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung in einem neuen Runderlaß Nr. 43/36 D. St. Ue. St. vorn 24. März 1936 für die Behandlung von De­visenanträgen für die Beschaffung von Urkunden zum Nachweis der arischen Abstammung an, daß derartige Anträge bevorzugt zu behandeln sind. Grundsätzlich dürfte zur Erledigung der Anträge der Hinweis auf die den einzelnen Antragstellern zustehende Freigrenze ausreichen und eine schnelle Erledigung gewährleisten. In Fällen, in denen die Freigrenze bereits für andere Zwecke in Anspruch genommen und eine Verweisung auf einen folgen­den Monat nicht angängig ist, oder in denen es nicht zumutbar erscheint, den Antragstellern die Be- schaffung eines Reisepasses aufzugeben, können, so­weit es sich um Anforderungen handelt, die sich im Rahmen der Freigrenze halten, Genehmigungen zur Ueberweifung durch die Post erteilt werden, wenn mit den in Frage kommenden Ländern Post- zahlungsverkehr besteht.

Sofern größere Devifenbeträge benötigt werden, etwa bei Inanspruchnahme eines Familienforschers tm Ausland oder in den Fällen des vorhergehenden Absatzes Poftüberweisungen mangels Poftzahlungs- verkehr nicht möglich sind, find die erforderlichen Betrage mit besonderer Kennzeichnung unter B5 der Devisenanforderungsliste anzufordern.

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3 Jahre Nationalsozialisms: Erziehung der fugend zur Volksgemeinschaft vetne Stimme dem jührerl

Oberyeffens Bauern in aller Treue zum Führer.

DerNeichsbauernführer spricht aus einer eindrucksvollenZentralbauernkundgebunq in Friedberg

Friedberg im festlichen Schmuck.

Eigener Bericht desGießener Anzeigers".

lieber der gesegneten Wetterau lag gestern der strahlende Glanz der Frühlingssonne. Ueberall sah man die Bauern vom frühen Morgen an bei fleißiger Arbeit. Die Frühjahrsbestellung drängt! Der Bauer hätte im Grunde alle Hände voll zu tun! Es wäre aber ein Irrtum zu glauben, daß er nicht Zeit fände, sich für einige Stunden aus seinem Hofe freizumachen, um zu erleben, was ihm nicht alle Tage zu erleben möglich ist: den Reichsbauern­

konnte. Ueberall in den Dörfern, die der Wagen des Reichsbauernführers passieren mußte, waren die Häuser mit Fahnen geschmückt; teilweise waren auch besondere Schmuckbauien erstellt worden, mit Spruchbändern und Plakaten, mit Fahnentuch, Tannengrün und blumengeschmückten Strohkränzen, in denen zum Ausdruck kam, daß die Bauernschaft geschlossen hinter dem Führer steht.

Kurz nach 14.30 Uhr kam der Reichsbauernführer am Friedberger Ehrenmal an, wurde herzlich be­grüßt und schritt dann die Front der Ehrenkompanie der SS.-Verfügungstruppe ab. Dann begab er sich in den Vorhof und nahm den ihm zugedachten prächtigen Rosenstrauß entgegen, mit sichtlicher Freude auch den Willkommgruß der Trachtengruppe und deren Gabe heimatlicher Erzeugnisse in einem reizend geschmückten Körbchen. Schließlich schritt der Reichsbauernführer noch die Fronten der For­mationen ab, die im Vorhof Aufstellung genom­men hatten, begrüßte besonders herzlich die Jugend und begab sich dann zwischen dem Fahnenspalier der Parteiorganisation, der SA. und der Hitler- Jugend hindurch nach dem Platz der Kundgebung. Nachdem er auch noch die Front der Kameraden des Arbeitsdienstes abgeschritten hatte, begab er sich in das Zelt der Kundgebung.

Die Kundgebung

Schon Stunden vor dem Eintreffen des Reichs­bauernführers hatten Taufende von Bauern aus allen Teilen des Gaues Hessen-Nassau mit den Ein­wohnern der alten Bauernstadt Friedberg das Riefenzelt gefüllt. Jungbauern und Mädchen in schmucker Festtracht, Angehörige der Bäuerlichen Werkschule und des Weiblichen Arbeitsdienstes waren ein lebendiges Dokument für das Wiedererwachen des ständischen Bewußtseins im deutschen Bauern­tum, das durch die Erziehungsarbeit des Reichsnähr­standes statt der unseligen Zersplitterung früherer Jahrzehnte heute die einheitliche Haltung zeigt, die das Zeichen innerer Gesundung und wiedergefunde­nen Selbstbewußtseins ist.

Die Spannung im Zelt erreichte ihren Höhepunkt,

als laute Kommandos und Musikklänge das Ein­treffen des Reichsbauernführers am Ehrenmal an­kündeten. Wenig später durchschritt dann der Reichs- bauernführer unter lebhaften Heil-Rufen das SS.- Spalier im mittleren Hauptgang des Zeltes, während die Kapelle den Finnländischen Reitermarsch, den Lieblingsmarsch des Ministers, spielte. Im Nu stand alles auf den Bänken, ein Mädchen der Bäuerlichen Werkschule im Schmucke bäuerlicher Festkleidung, drängte sich durch die Absperrung, um dem Reichs­bauernführer einen Strauß von Frühlingsblumen zu überreichen.

Unter den zahlreichen Ehrengästen befanden sich der stellvertretende Gauleiter, Staatsrat Rei­ner, Gaupropagandaleiter Müller-Scheld und eine große Reihe von Gauamtsleitern. Außer SS.-Obergruppenführer Erbprinz zu Wal­deck waren SS.-Brigadeführer Hildebrand, SS.-Oberführer Schmidt, HJ.-Gebietsführer P o 11 h o f f, Gauarbeitsführer F a a tz , die Ver­treter der Wehrmacht und weitere SS.- und SA.- Führer erschienen. Der Landesbauernrat von Hessen-Nassau hatte ebenfalls in den vordersten Reihen Platz genommen und die Landes­bauernschaft war durch zahlreiche leitende Partei­genossen vertreten. Unter den Klängen des Baden­weiler Marsches erfolgte der Einmarsch der über 100 Fahnen. Neben dem Podium hatten die Feldzeichen der SA. - Standarte Wet­te r a u und der SS. -Standarte Hessen Aufstellung genommen. Dann sprach der 150 Mann starke Sprechchor der Arbeitsdienstabteilung Bad Homburg einen eindrucksvollen Sprechgesang, der in dem LiedWir sind die Männer vom Bauernstand" ausklang.

Landesbauernführer Dr. Wagner eröffnete darauf die Kundgebung und begrüßte in R. Wal­ther Darre den vom Führer mit der Sicherung der deutschen Nahrungsfreiheit beauftragten Mann, dessen energischem und ideenreichem Zugreifen es zu verdanken ist, daß uns heute niemand mehr den Brotkorb zu hoch hängen kann. Lang anhaltende Jubelrufe umbrauften den Reichsbauernführer, als er die Tribüne betrat.

Der ReichsbauernMrer spricht.

Reichsbauernführer Darre am Rednerpult.

Festlicher Aufmarsch der Formationen am Ehrenmal.

(Aufnahmen [2]: Neuner, Gießener Anzeiger.)

führer R. Walter Darre zu sehen und zu hören, der gestern in Friedberg weilte. Die Stadt hatte einen großen Tag. Die Kaiserstraße der alten Reichsstadt mit ihren herrlichen alten Häusern, diese Straße, die wie kaum eine andere geeignet ist, Festplatz für volkstümliche Veranstaltungen zu sein, war erfüllt von einer Betriebsamkeit, die das große Ereignis des Tages schon in den frühen Morgen­stunden ahnen ließ.

Viele Fahnen wurden der Straße zum prächtigen Schmuck, Tannengrün zierte die Häuser, viele Schaufenster waren ausgeräumt, um einem mit Fahnentuch und Blumen geschmückten Bildnis des Führers Platz zu machen. Schon gegen 9 Uhr rürftenj5<5 und Motor-SS. im Städtchen ein, auch die SS. aus Gießen war da, der Reichsarbeits­dienst (252/5 Bad Homburg) kam mit vielen Man­nen und blinkenden Spaten, Hitler-Jugend und BDM. marschierten in starken Kolonnen auf, hin und wieder sah man auch die Gruppen des weib­lichen Arbeitsdienstes und die bäuerlichen Werk­scharen. Musikkapellen zogen um die Mittagsstunde zum Schloßhof, wo sich alle Formationen zum ge- fchlossenen 'Abmarsch nach dem Festzelt sammelten. Die SA.-Standarte NW 4 Friedberg bildete auf langer Strecke zwischen der Burg und dem Ehren­mal zusammen mit anderen.-Kameraden Spa­lier. Gegen 12 Uhr machten sich die Formationen auf den Marsch zur Bergkaserne.

Inzwischen waren aus allen Teilen des Gaues Sonderzüge in Friedberg eingelaufen, Taufende von Bauern begaben sich sofort nach ihrer Ankunft zum Platz der Kundgebung. Aus dem Lahntal, aus der Wetterau, aus dem Vogelsberg, aus den Gegenden um Mainz, Alzey, Gelnhausen, Schlüchtern usw. kamen sie; niemand hatte die Kosten und die Mühe der Reise gescheut.

Der Empfang.

An dem wuchtigen Ehrenmal für dis Gefallenen der Stadt Friedberg mit feinen weit ausladenden Terrassen hatte sich ein großartiges Bild entwickelt. Jungvolk belagerte die breiten Treppen und säumte die Terrasse nach der Straßenseite. Die Fanfaren blitzten in der Sonne. Der BDM. und die Hitler­jugend sowie der weibliche Arbeitsdienst hatten sich im Vorhof zu einem großen Viereck formiert. Allge­meine Bewunderung ging durch die wartende Menge, als die würdigen Bäuerinnen aus dem Hüttenberg in ihren, aus vielen Perlen glitzern­den Trachten erschienen, als die Schlitzerländerinnen mit ihren farbenfrohen roten, blauen und violetten Kleidern, die Mädchen aus dem Hinterland und aus dem Katzenberg mit ihren zartfarbigen Trach­ten kamen und in großem Halbkreis unmittelbar am Hauptaufgang zum Ehrenmal Aufstellung nahmen. Kaum, daß man sich fatt sehen konnte an diesen Schönheiten einer alten Volkskultur kaum, daß das, was hier an Ehrwürdigem, Altväterlich-Bäuer­lichem mit dem Stürmend-Jugendlichen der Gegen­wart auf engem Raume vereinigt, mit einem Blick zu erfassen mar!

Nicht weniger große Freude erfüllte die Warten­den, als dann auch die Ehrenkompanie der SS.- Verfügungstruppe Arolsen voran ein stattlicher Musikzug anmarschierte. Inmitten des bunten festlichen Kreises sah man ein BDM.-Mädchen mit einem Strauß der herrlichsten Steinfurther Rosen, die für den Reichsbauernführer bestimmt waren.

Alle, die hier und im Zelt auf die Ankunft des Reichsbauernführers warteten, wußten, daß sie sich in Geduld fassen mußten. Es war bekannt, daß überall in den Dörfern, die der Reichsbauernführer im Kraftwagen passieren mußte, die Bevölkerung an den Straßen stand, ihn sehen und grüßen wollte. Oftmals mußte der Wagen auf der Fahrt von Frankfurt a. M. (Flughafen) über Eschborn, Bad Homburg, Ober-Rosbach, Ockstadt und Bad-Nau- heim anhalten, damit der Reichsbauernführer die vielen Grüße und die ihm zugedachten, von Kin­derhand gerhich^ Blumensträuße entgegennehmen

Der Reichsbauernführer erinnerte an die trostlose Lage, als im November 1918 die deutschen Trup­pen über den Rhein zurückzogen. Er schil­derte, wie ihm heute morgen beim Fluge über das wundervolle Land am Rhein die Gedanken gekom­men waren an jene Zeit und wie er sich dabei gleich der Bevölkerung des Rheins von neuem der B e - deutung einer Wehrmacht bewußt gewor­den sei mit einem Gefühl tiefer Dankbarkeit für den Führer, dessen Genie es gelang, d i e Wende des Schicksals unseres Volkes herbeizuführen. Der Reichsbauernführer betonte, daß es für jedes Volk nur gut fein könne, wenn feine leitenden Männer immer wieder vor es hintreten, um Auge in Auge sich mit ihm über seine Freuden und Sor­gen zu unterhalten. In Deutschland regieren wie­der Männer, und wenn diese Männer ein ehr­liches Angebot machten, so seien sie bereit, treu und ehrlich z u ihrem Angebot zu stehen! (Stürmischer Beifall.) Deutschland wolle den Frie­den, es wolle nicht den Krieg, und gerade deshalb habe es dieses Angebot gemacht. Im deutschen Hause habe nur Deutschland selbst etwas zu sagen; der oberste Führer aber im eigenen Hause sei Adolf Hitler und nicht etwa irgendeine parlamentarische Kommission. Für den National­sozialismus gebe es nur das eine Prinzip, das zu- tun, was für unser Volk gut ist.

Vor der Machtübernahme habe auch dem flei­ßigsten Bauer d i e volle Scheune nichts mehr genutzt. Er wußte nicht, wann er gepfändet wurde, und er wußte nicht, wann der Gerichtsvollzieher ihn von feinem Hof ver­treiben würde. Er arbeitete draußen auf dem Acker und wußte im Grunde nicht mehr, warum und wofür. Er wußte nicht, ob er auf dem Hofe feiner Väter sterben könne und nicht, ob feine Söhne und Enkel auf der Scholle weiter arbeiten dürften. Und in der Stadt feien es Millionen deutscher Volksgenossen gewesen, die Arbeit suchten und arbeiten wollten und doch keine Arbeit fanden, die hunger hatten und sich doch nicht satt essen konnten. Das sei der Wahnsinn der Systemzeit gewesen.

Wenn man der Ursache nachgegangen wäre, hätte man gefunden, daß sich immer wieder zwischen den Arbeitern der Stadt und den Bauern der Jude eingeschaltet hatte. Das Judentum habe mit den Lebensrnitteln geschachert und spekuliert, und an der Not und dem Hunger der deutschen Män­ner, Frauen und Kinder verdient. Nichts gäbe es aber, so erklärte der Reichsbauernführer, das ver­brecherischer sei als die Spekulation mit Lebens­rnitteln. Sie bedeute das größte Verbrechen an einem Volke. (Wiederum wurde die Halle erfüllt von dem stürmischen Beifall der Zehntausende.) Deshalb sei nach der Machtergreifung auch sofort mit der Lebensmittelspekulation auf­geräumt worden, weil sonst die Gesundung eines Volkes nicht hätte herbeigeführt werden können.

Aber auch die Lehre des Weltkrieges dürfe man niemals vergessen. Uns zwang kein Feind zu Boden, aber wir wurden durch den Hun­ger in die Knie gezwungen. Dieses Schicksal hätte dem deutschen Volk für alle Zukunft er­spart werden können. Der Nationalsozialismus habe deshalb nach der Machtübernahme auf dem Gebiete der Ernährungswirtschaft so schnell zugegriffen und so viel erreicht. Wenn Deutsch­land im Jahre 1914 ein Siebentel Land mehr besessen hätte, dazu noch Bundesgenossen und die landwirtschaftlichen Erzeugnisse der besetzten Gebiete, und trotzdem den unseligen Steck­rübenwinter 1916/17 erleben mußte, so könne heute drei Jahre nach der Machtergreifung von 1933 erklärt werden, daß kein Mensch mehr in Deutschland hunger zu leiden braucht. Und das trotz der Devisenknappheit! Mit dem hunger könne man uns heute nicht wieder in

die Knie zwingen. (Stürmischer Beifall.)

Die Locarno-Kündigung und der Einmarsch der Truppen in das Rheinland seien notwendig gewesen, weil wir mit diesem Schritt die Völker vor der drohenden Gefahr ein er bolschewi- stischen Weltgefahr wachrütteln woll­ten. Am 29. März komme es aber darauf an, der Welt zu beweisen, daß Deutschland einig