Ausgabe 
26.2.1936
 
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Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.

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Professor Toynbee ist Gründer des Royal Institute of International Affairs. Reichsminister Dr. Frank hatte mit Professor Toynbee eine Unterredung über bic rechtswissenschaftlichen Beziehungen zwi­schen Deutschland und England. Freitag wird Pro­fessor Toynbee vor der Akademie für deutsches Recht sprechen.

wurde Dr. Heinz Weiß bestimmt. Aufgabe neuen Amtes Feierabend ist die Betreuung schaffenden Volksgenossen in Angelegenheiten Theaters, des Films, der Musik, des Varietes Kabaretts, des Rundfunks soweit dieser der terhaltung dient des Schrifttums und der

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des estländischen Freistaates abändern oder neue Verfassung ausarbeiten soll.

Kunst und Wissenschaft.

knapperlsbusch im Ruhestand.

Wetterbericht

des Reichswetterdiensles. Ausgabeort Frankfurt.

Im Bereich einer naßkalten,, aus Osten zuflie» ßenden Mischluft herrscht heute in ganz Deutschland trübes Wetter mit verbreiteten Niederschlägen (teils Schnee, teils Regen), lieber Nordeuropa ist gleichzeitig lebhafte Wirbeltätigkeit in Gang gekom­men, die allmählich auch auf das Festland über­greifen wird. Anfänglich kann dabei für uns mit einer Witterungsbesserung gerechnet werden.

Aussichten für Donnerstag: Wieder mehr wechselnd bewölkt mit vereinzelten Schauern, nachts leichter Frost, westliche bis nordwestliche Winde.

Aussichten für Freitag: Voraussichtlich wieder unbeständiges Wetter mit Niederschlägen, milder.

Lufttemperaturen am 25. Februar: mittags 3,2 Grad Celsius, abends 2 Grad; am 26. Februar: morgens 0 Grad. Maximum 3,4 Grad, Minimum heute nacht8)1 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 25. Februar: abends 2 Grad; am 26. Februar: morgens 1,8 Grad Celsius. Nieder­schläge 0,1 mm.

*

Die vom estnischen Staatspräsidenten auf den 23., 24. und 25. Februar angesetzte Volksabstim­mung hat sich mit überwältigender Mehrheit für den Antrag ausgesprochen, dem Staatspräsidenten Vollmacht zu erteilen, eine Nationalver­sammlung einzuberufen, die die Verfassung

Amtlich wird mitgeteilt: Der Herr Reichsstatthal­ter in Bayern hat den Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatstheater Professor Hans K n a p - pertsbusch in den Ruhestand versetzt und chm für seine dem Reich geleisteten treuen Dienste den Dank ausgesprochen.

Aus aller Wett.

Oer Lette-Verein 70 Jahre alt.

Am 27. Februar kann der Lette-Verein in Ber­lin, dessen Berufsschulen für Mädchen im ganzen Reich bekannt und zu einem Begriff ge­worden sind, seinen 70. Geburtstag begehen. An­reger und Gründer war der Präsident des Revi­sionskollegiums für Landeskultursachen, Wilhelm Adolf Lette, der denVerein zur Förderung des weiblichen Geschlechts" ins Leben rief, der zwei Jahre danach zu Ehren des verstorbenen Gründers den Namen Lette-Verein annahm. Lette verstand es, feinem Gedenken, daß auch den Mädchen eine gute Berufsausbildung gegeben werden müsse, da­mit alle schaffenden Kräfte entwickelt und eingesetzt werden könnten, starke Werbekraft zu geben und in dem Verein wertvolle Mitarbeiter um sich zu sammeln. Freilich, der Anfang war bescheiden ge­nug: 18 Schülerinnen waren es, mit denen das Lette-Haus seine praktische Arbeit aufnahm. Zwei Aufgabengebiete stellte sich das Lette-Haus: in der Haus wirtschaftlichen Abteilung wer­den die jungen Mädchen für den Beruf der Haus­frau und Mutter herangebildet; in der G e w e r b - lichen Abteilung erhalten sie eine gründliche Schulung für die verschiedensten Berufe im Handel und Gewerbe. 1890 erweiterte sich das Lette-Haus um die Photographische Lehranstalt, die die Ausbildung für Fachphotographie, der Tech­nischen Assistentin an medizinischen Instituten und für chemische Betriebe, sowie zur Metallographin vermittelt. Anfang März wird das Lette-Haus, in öem heute 1500 junge Mädchen lernen und arbeiten mit einer Ausstellung einen Leistungsnachweis erbringen.

Rachspiel zum Seefeld-Prozeß.

Im Altersheim in Putbus (Rügen) unternahm der 68jahrige Friedrich Lockenvitz einen Selbstmordversuch mit Sublimat, das er anscheinend schon jahrelang versteckt bei sich ge­tragen hatte. Es gelang, noch rechtzeitig einen Arzt herbeizuholen, der den Vergifteten am Leben er- halten konnte. In seiner Tode sangst verlangte

Das AmtFeleraberio

Der Reichsleiter der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, hat jetzt die Anordnung für die Errichtung des Amtes für Feierabendgestaltung erlassen. Das neue Amt heißt: A m t Feierabend in der NSG.Kraft durch Freud e". Zum Leiter

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alle diejenigen Gebiete einzuschließen und zu ent­wickeln, die sich aus dem besonderen Jnteressenkreis des schaffenden Volkes ergeben, soweit sie in den Arbeitsbereich vonKraft durch Freude" fallen, z. B. Photo-, Schachkurse, Sammlertätigkeit usw. Die Nutzbarmachung des Vereinswesens, sofern die­ses als wertvoll anzuerkennen ist, gehört mit in das Aufgabenbereich dieses Amtes. Die aus der Feier­abendgestaltung erwachsenden, gemeinschaftsbilden­den Aufgaben werden ebenfalls diesem Amt zuge­wiesen (z. B. Dorfgemeinschaftsabende). Die Sonder­abteilung Reichsautobahn wird dem Amt Feier­abend angegliedert.

Granatsplitter 19 Iahre im Körper.

Ein Einwohner aus Lorch am Rhein war 1917 bei Verdun durch einen kleinen Granatsplit­ter verwundet worden, der in der Nähe der Wir­belsäule eindrang und nicht entfernt werden konnte. Die Wunde verheilte und der Splitter machte dem Mann keine Beschwerde. Dieser Tage spürte er Schmerzen im Hals, Brechreiz trat hinzu und schließlich kam der Granatsplitter, der 19 Jahre im Körper gesteckt hatte, zum Vorschein.

Heiratsschwindler ergaunert 80 000 Mark.

Ein Heiratsschwindler, der sich durch seine umfangreichen Hochstapeleien im Laufe eini­ger Monate rund 80000 RM. ergaunert hat, konnte von der Berliner Kriminalpolizei unschädlich gemacht werden. Es handelt sich um den wieder­holt vorbestraften 43jährigen Gustav Sch., der ge­rade wieder im Begriff war, einer Heiratslustigen 35 000 RM. abzunehmen, dabei aber an die Un­rechte geraten war. Die Frau schöpfte Verdacht und erstattete Strafanzeige. Daraufhin konnte der Hochstapler auf dem Bahnhof, als er oon einer Reise zurückkehrte, feftgenommen werden. Der Hei­ratsschwindler stellte sich unter den verschiedensten Namen als Direktor einer Lebensmittelgroßhandlung ober als Bankdirektor vor. Abwechselnd nannte er sich Schröder, Werner, Kleiner oder Döring.

Fernlastzug gegen Aulobus.

In Charlottenburg kam es zu einem schweren Derkehrsunfall. Ein Fernlastzug fuhr dort mit voller Wucht gegen einen Autobus der Linie 6, der schwer beschädigt wurde. Der Fahrer und der Schaffner des Autobusses wurden schwer, sechs Fahrgäste leicht verletzt. Der Omnibus mußte abgeschleppt werden, während der Fernlast­zug seine Fahrt fortsetzen konnte.

Ausgrabungen auf der Marksburg.

Auf der M a r k s b u r g bei Braubach am Rhein wurden bei Erneuerungsarbeiten an den Grund­mauern der Zugbrücke interessante Funde gemacht. Bei den Ausschachtungsarbeiten, die bis auf den Felsen gingen, entdeckte man zahlreiche Scherben, Knochen, Eisenteile und andere Stücke, die viele

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Jahrhunderte alt fein müssen und offenbar aus der Gründungszeit der Burg stammen. Sehr zahlreich sind die menschlichen Schädelstücke und die Knochen« teile großer Eber. Auch Geschoßstücke wurden ge­funden, die offenbar aus einem in der Purg unter- gebrühten alten Geschütz flammen, denn die Fund- stücke passen zu zwei in der Burg aufbewahrten Geschoßteilen des gleichen Kalibers.

Invalide von einem Mädchen im Streit erstochen.

3n Wesermünde wurde der 78 Jahre alte In­valide Karl Otremba nach einem Streit von der 28 Jahre alten Klara W n u ck mit einem Fisch, rnesser ermordet. Otremba war Witwer uni) wird als unverträglicher Mensch geschildert. Mit seinen auswärts wohnenden Familienangehörigen und den Nack)barn hatte er keinen Verkehr, doch war es bekannt, daß ein junges Mädchen häufig in die Wohnung kam. Die Täterin stellte sich auf der Polizeiwache. Sie wurde in das Gerichtsgefängnis in Lehe eingeliefert.

Dynamitanfchläge in einem mexikanischen Dorf.

In dem mexikanischen Dorf Dalle de Juarez (Ja- lisco) wurde das Gemeindeamt von unbekannten Tätern mit Petroleum übergossen, angezündet und schließlich mit Dynamitpatronen in d i e Luft ge­sprengt. Wenige Minuten später flog auch das Gebäude des landwirtschaftlichen Bezirksausschusses in die Luft. Es handelt sich vermutlich um politische Anschläge.

Lockenvitz, vor dem Staatsanwalt eine wichtige Aussage zu machen, da er ein Wanderge­fährte Seefelds fei. Er wurde nach Bergen aebracht und dort vernommen. Nach feiner Aus­sage war Lockenvitz in den Jahren 1928/29 zu­sammen mit Seefeld auf der Wanderung. Er habe oon den Sittlichkeitsverbrechen Seefelds gewußt, auch daß dieser mehrfach deswegen vorbestraft fei. Nach feinen Aussagen habe Seefeld sogar versucht, ihn zu einem ähnlichen Tun zu verleiten. Während der Wanderzeit habe er, Lockenvitz, mehrfach bei der Familie Thomas in Wittenberge gewohnt und auch das letzte Opfer des Knabenmörders See­feld, den neunjährigen Gustav Thomas, gekannt, der am 22. März 1935 ermordet wurde. Da er schon damals Seefeld als den Täter in Verdacht hatte, sei er wegen seines Schweigens derartig oon Gewissensbissen gepeinigt worden, daß er meinte, ihnen nur durch den Tod entgehen zu können. Lockenvitz wurde, da er nicht haftfähig war, in das Kreiskrankenhaus Bergen eingeliefert.

Der Fall Hauptmann.

Einen Monat vor dem vorläufig letzten Hinrich­tungstermin ist die Lage im Falle Hauptmann ver­worrener denn je. Immer deutlicher scheint sich zu ergeben, daß persönliche und politische Feind­schaft zwischen dem republikanischen Gouverneur Hoffmann und dem demokratisch eingestellten Staatsanwalt W i l e n tz das Verfahren beein­flussen. Staatsanwalt Wilentz weigerte sich, irgend einen Belastungszeugen neuerlich zu verhören, ob­wohl Gouverneur Hoffmann offen die Beschuldi­gung erhoben hatte, daß der Zeuge Whited be­stochen worden sei. Gouverneur Hoffmann deu­tete an, daß er die Hinrichtung Hauptmanns neuer­lich a u f s ch i e b e n werde, falls nicht sein Verdacht widerlegt werde, daß die Staatsanwaltschaft wis­sentlich wichtige Tatsachen verheimliche.

Vollstreckung eines Todesurteils.

In Leipzig ist der vom Schwurgericht in Leipzig am 11. Oktober 1935 wegen Mordes zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehren­rechte verurteilte Martin Keil h i n g e r i ch t e t worden. Keil, der durch das gleiche Urteil auch wegen Sittlichkeitsverbrechens verurteilt worden ist, hat am 6. Dezember 1934 feine Frau ermordet und die Leiche unter Vorspiegelung eines Kraftwagen­unfalls verbrannt, um sich in den Besitz der Un- fallversicherungssumme zu setzen.

Vier Bergleute tödlich verschüttet.

Auf der Zeche Emscher-Lippe in Datteln (Wests.) gerieten m einem Streb im FlözSonnenschein" ein Fahrsteiger und fünf Hauer unter herabkommendes Gestein. Zwei Hauer konnten lebend geborgen wer­den. Die übrigen vier Bergknappen, darunter der Fahrsteiger, haben den Tod in der Grube gefunden.

Gewissenloser Autofahrer gefaßt.

Bei S e m b a ch (Pfalz) wurden vier junge Leute aus Mehlingen, die sich zu einem Faschingsver- gnugen begeben wollten, von einem Personenkraft­wagen von rückwärts angefahren, wobei ein Mäd- gen getötet und ein anderes lebensgefährlich verletzt wurde. Der Fahrer, der sich in feiger vlucht feiner Selbststellung entzog, konnte nunmehr ermittelt werden. Es handelt sich um Otto C h r i st- m a n n aus Rodenbach, der jetzt in einer Kaisers- lautener Garage erschien, um seinen beschädigten Wagen reparieren zu lassen. Auf Befragen gab er 3u, der Urheber des Sembacher Unglücks zu fein, der Meister solle aber nichts sagen. Christmann, der als wilder Fahrer bekannt ist, wurde verhaftet.

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