Ausgabe 
26.2.1936
 
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Berlin-Hamburg mit Jampfzug im 17S-Klometer-Tempo

Unser Bild zeigt den Henschel-Wegmann-Zug bei der Abfahrt in Berlin. (Presse-Bild-Zentrale-M.)

er.

Ferdinand von Bulgarien

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Flandin verteidigt den Pakt mit Moskau

(Scherl-Bilderdienst-M.)

Hinfahrt am Vormittag, das Gefühl eines völlig ruhigen Laufens und größter Sicherheit. Auch die« ser Zug raste mit einer Geschwindigkeit von zeit­weise 187 Stundenkilometer durch die Lande. Man kann sich kaum noch vorstellen, daß vor knapp drei Jahren die Höchstgeschwindigkeit um 90 Stunden­kilometer herum lag. Heute ist die doppelte Ge­schwindigkeit fast zu einer Selbstverständlichkeit ge­worden. In Wittenberge hatte der Zug einen Aufenthalt von acht Minuten, danach in Neustadt an der Dosse noch einen kurzen Aufenthalt. Um 18.20 Uhr traf er auf dem Lehrter Bahnhof in Berlin ein.

Ein tschechoslowakisches Leichtflug zeug, das sich auf dem Wege von Straßburg nach Paris befand, um dort den zuständigen Luft­fahrtkreisen oorgeführt zu werden, stürzte etwa 120 Kilometer östlich von Paris in der Nähe von Säzanne ab. Der Flugzeugführer und der Mecha­niker waren auf der Stelle tot.

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in derEre Nouvelle", man könne Flandin nur Dank wissen, daß er so abgeklärt und deutlich die auch von ihm, Herriot, geteilten Grundsätze vertei­digt und gewagt habe, sich auf die französi­sche Revolution zu berufen. Dies habe ihm unter dem feindseligen Stillschweigen der Rech­ten den berechtigten Erfolg bei der Linken des Hau­ses eingebracht.'Eine Zeitung, die zu den Gegnern des Russenpaktes von rechts gehört,Le Jour", schreibt ironisch: Bravo Towaritsch Flan­din o f f". Die Regierung verttaue auf die Wir­kung des Sowjetgoldes, und fühle sich dabei so sicher, daß sie von der Stellung der Vertrauens- frage absehen wolle.

thou aufgestellte Plan von Deutschland als gefährlich bezeichnet worden, während Po­len eine ausweichende Antwort gegeben habe. Die französische Diplomatie habe sich bemüht, die- Befürchtungen Berlins und Warschaus zu ent­kräften. Von Beginn der Verhandlungen an sei der Begriff eines Bündnisses ähnlich der Vor­kriegsbündnisse ausgeschaltet worden, es sei festgestellt worden, daß der Beistand nur in den Fällen in Frage kommen sollte, in denen d i e Völkerbundssatzung und der Locarno- nertrag dies möglich machten. Der Bei­stand sollte nur im Rahmen des Völkerbundes er­folgen. Außerdem sollte das Abkommen nur einen ersten Schritt zur kollektiven Sicherheit im Osten darstellen; unter diesen Umständen sei im Mai 1935 der Pakt von Laval unterzeichnet worden. Er sei von den interessierten Ländern günsttg aus­genommen worden mit Ausnahme der Reichsregie­rung, die in einer Denkschrift den Standpunkt ver­treten habe, daß der französisch-sowjetrussische Ver­trag mit dem Locarnovertrag nicht vereinbar sei. Niemand könne diesem Pakte oorwerfen, daß er abgeschlossen worden sei, um Deutschland zu vereinsamen. Denn er sei abge­schlossen in der Hoffnung, daß Deutschland sich an ihm beteiligen werde. Der Pakt sei nur eine Er­gänzung der Völkerbundssatzung. Flandin wandte sich dagegen, daß Frankreich durch den Pakt die

Paris, 26. Febr. (DNB. Funkspruch.) Der französisch-sowjetrussische Pakt ist schon zu oft Gegenstand von Kammeraussprachen gewesen, als daß die gestrige Rede des französischen Außenmini­sters noch eingehend erörtert würde. Man bemüht sich zumeist, einige Sätze herauszustellen und zu geflügelten Worten zu stempeln. So wird als be­sonders glückliche Wendung Flandins Wort von der Einkreisung des A n g r i f f s g e i st e s" aus­genommen. Angesichts der geringen inneren Begei­sterung für den Pakt mit Sowjetrußland begnügt man sich in der regierungsfreundlichen Presse, ihn alsnützlich und ohne Gefahr" hinzustel­len. Eine Art Kritik ist schon, wenn eine Zeitung schreibtFlandin habe wie ein Anwalt ohne Ueberzeugung gesprochen".

Ob die Regierung nach Abschluß der Aussprache am Donnerstag die Vertrauensfrage st e l - l e n und somit den Bestand des Kabinetts von der Bewilligung der Ratifizierung abhängig machen wird, ist noch nicht eindeutig ersichtlich. Es scheint aber immer wahrscheinlicher, daß die Regierung nicht die Absicht dazu hat. Herriot schreibt

Freiheit seiner Entschlüsse im Ernstfall verliere. Frankreich sei nicht gehindert, gegebenen­falls zu beurteilen, ob ein Angriff vorliege oder ob es sich um einen herausgeforderten Angriff handele usw. Der Vertrag wolle dem Kriege vorbeu- gen und unterscheide sich darin von den Vorkriegs, bündnissen. Das System der kollektiven Sicherheit sei gleichbedeutend mit der Einkreisung des Angriffsgei st es.

Der Minister wies ferner darauf hin, daß Frank­reich durch den französisch -polnischen und durch den französisch - tschecho slowakischen Ver­trag bereits im Osten Verpflichtungen übernommen habe. Er habe immer den Wunsch gehabt, eine Zu­sammenarbeit mit Deutschland zu suchen. Er wünsche, daß dieses große Volk, das der menschlichen Zivilisation viele Dienste geleistet habe, seinen gleichberechtigten Platz am Tisch der Völker einnehme zu gemeinsamer Arbeit gegen die Krise, die Arbeitslosigkeit usw. Der Lo­carnovertrag verbiete, zum Kriege zu schreiten, es sei denn, daß es sich um einen Beistand im Falle eines Angriffs handele. Der neue Pakt bestimme nichts anderes. Wenn aber eine andere Auslegung erfolgen sollte, so würde der Völkerbundsrat beru­fen sein, sich darüber zu äußern.

Eine gewisse Unruhe setzte in der Kammer ein, als der Minister betonte, daß man die Außen­politik nicht mitder Innenpolitik ver­koppeln dürfe. Keine französische Regierung werde die Einmischung einer auswärtige Macht in ihre Innenpolitik zulassen. Die Komintern sei nicht das einzige Beispiel für einen politischen Einfluß von außen in Frankreich. Als Flandin einen Aus­zug aus dem Vertrag über die Anerkennung Sow­jetrußlands vorlas, in dem sich beide Teile ver­pflichteten, von einer gegenseitigen Einmischung ab­zusehen, wurde auf der Rechten Gelächter laut. Die Außenpolitik Frankreichs dürfe nicht abhängig sein von dem inneren Regime der Nationen, mit denen Frankreich verhandele. Der französisch-sowjetrussische Pakt knüpfe an die Ueberlieferung der französischen Politik an und beeinträchtige nicht die Unabhängig­keit Frankreichs.

Nach einer Rede des Abg. Lounguets beschloß die Kammer, die Aussprache über die Rattfizierung des Paktes abzuschließen. Am Donnerstag werden die einzelnen Gruppen ihre Haltung bei der Ab­stimmung begründen.

Die neuenGuper-Zerstörer" der englischen Flotte.

London, 26. Febr. (DNB. Funkspruch.) Wie Daily Telegraph" meldet, werden die sieben Super- Zerstörer, die im Rahmen des Zusatzhaushaltes der Marine vorgesehen sind, die größten und leistungsfähigsten Zerstörer sein, die jemals für die britische Flotte gebaut worden sind. Die neuen Schiffe werden eine Wasser­verdrängung von 1,850 Tonnen haben, d. h. die höchste unter dem Londoner Flottenvertrag er­laubte Zerstörertonnagc. Während die bisherigen englischen Nachkriegszerstörer mit 4,7-Zoll- (12 cm) Geschützen ausgerüstet sind, werden die neuen Zer­störer mit schweren Geschützen bespickt werden, die wahrscheinlich die Dertragsgrenze von 5,1 (13 cm) Zoll erreichen werden. Sie erhalten ferner mächtige Torpedo-Anlagen. Die Geschwindigkeit soll beträchtlich über die gegenwär­tig übliche Geschwindigkeit von 35,5 Knoten hinaus­gehen. Die Kosten belaufen sich auf 400 000 Pfund für jedes Schiff, während die zur Zeit im Bau be­findlichen Kreuzer nur 300 000 Pfund kosten. Der neue Zerstörertyp wird alsTribal"-Klasse bezeich­net werden. Mehrere der Super-Zerstörer werden in den Werkanlagen von Glasgow gebaut werden, wo zur Zeit bereits drei Kreuzer, elf Zerstörer und ein Uboot im Bau sind.

Paris, 25. Febr. (DNB.) Außenminister Flandin nahm in der Kammer das Wort, um den französisch-sowjetrussischen Pakt zu begründen. Flandin erklärte, Frankreich sei im­mer bestrebt gewesen, die kollektive Sicher­heit in den Dienst des Friedens zu stellen. Aber das System allgemeiner Verpflichtungen sei auf einen derartigen Widerstand gestoßen, daß man sich regionalen Lösungen habe zuwenden müs­sen. Eine solche sei der Vertrag von Lo­carno gewesen und hätte die von Briand vorae- schlagene Europäische Union sein sollen. In Uebereinstimung mit dieser Politik hätten die fran­zösische Regierung und die Sowjetregierung im No­vember 1932 einen Nichtangriffspakt abge­schlossen. Später seien auf eine Anregung von Sowjetruhland die Verhandlungen ausgenommen worden, die zu dem vorliegenden französisch- sowjetrussischen Pakt geführt hätten.

Im Juni 1934 sei der von Litwinow und Bar­

ren einen freien Ueberblick über die Strecke, wenn der Wagen am Zugschluß läuft.

Die erste Fahrt.

Auf der Lokomotive

des Henschel-Wegmann-Dampfzuges.

Um 10.06 Uhr hatte der neue Henschel-Wegmann- Dampfzug mit etwa 200 Fahrgästen die Halle des Lehrter Bahnhofs in Berlin verlassen. Der Ver­treter des DNB. zog es vor, auf der Loko­motive diese Fahrt mitzumachen. Auf dem knap­pen Raum der' Lokomotive stehen heute außer dem Führer und dem Heizer noch ein Reichsbahn­ingenieur und ein Schlosser. Der Ingenieur steht in telephonischer Verbindung mit der Zugleitung. Der Schlosser findet während der ganzen Fahrt keine Gelegenheit zum Eingreifen und geht daher dem Heizer hilfreich zur Hand. Die Geschwin­digkeit liegt, solange noch die Berliner Vorort­bahnhöfe zu befahren sind, zwischen 25 und 60 Kilometer. Schon kurz hinter Spandau steigt sie auf 120 Kilometer, dann auf 140. Kurz vor Wit­tenberge werden st recken weise 16 0 Kilo­meter erreicht. Um 11.15 Uhr wird der Bahn­hof Wittenberge erreicht und hier ein Aufent­halt von fünf Minuten eingelegt, um Wasser für die Maschine aufzunehmen. Die Fahrt wird fortgesetzt. Auf der fast geraden Strecke b i s Ludwigslust wird sehr bald eine Schnellig­keit von 160 Kilometer erreicht und teil­weise auch noch überschritten. Die Lokomotive hat damit ober keineswegs ihr Höchstes erreicht. Es handelt sich ja nicht um eine Höchstleistungsfahrt. Außerdem muß der vorgeschriebene Fahrplan ge­nau eingehalten werden. Vom Führerstand aus merkt man besser als vom Fenster des Wagen­abteils, wie die Maschine die Schienen förmlich an sich reißt. Ein Ort, der eben noch weit entfernt scheint, ist im Nu erreicht und überholt. Der Zug 1 fliegt weiter durch verschneites, niederdeutsches i Land und verlangsamt seine Geschwindigkeit erst, , als Hamburg bereits in Sicht kommt. Auf dem > Hamburger Hauptbahnhof lief der Zug, wie vor- 1 gesehen, um 12.38 Uhr ein.

Mrd das Kabinett die Vertrauensfrage sletten?

Geringeres Interesse der pariser presse.

Die Dampflokomotive hat mit ihren Fahrten am Dienstag bewiesen, daß sie die R e k o r d g e» schwindigkeiten der schnellsten Trieb­züge erreichen kann. Es wird voraussichtlich eine Frage der Wirtschaftlichkeit sein, ob die Reichsbahn in Zukunft auf diesen oder jenen Strecken Dampfzüge oder Schnelltriebwagen einsetzt. Eines aber hat der heutige Tag mit.aller .........

Deutlichkeit gezeigt, daß nämlich die Deutsche ,f3Uf hinzuweiß Reichsbahn und der deutsche Schienenfahrzeugbau .....

ihre führende Stellung in der Welt zu behaupten

bekannt. Vor den Gerichten Indiens seien meh­rere Fälle kommunistischer Aufwiegelung abgeurteilt worden.

Der Völkerbund befasse sich mit dem offenen Krieg, niemand nehme aber Nottz von der u n te r- irdischen kommuni st ischen Kriegfüh­rung, die ohne Unterlaß von einem seiner Mit- g lieb er zur Zerstörung der übrigen betrieben werde. Tatsächlich könnten das Blutvergießen und die Leiden, die der Klassenkampf Hervorrufe, grau­samer und tödlicher sein als ein offener Zwist zwischen den Nationen. Es sei Zeit, daß dieser Verräterei ein Ende gemacht werde. Man müsse den Genossen Litwinow und Stalin Mitteilen, daß sie nicht gleichzeitig die Verbündeten und die Feinde des W e st e n s sein könnten. Es gebe genug Unruhen und Schwierigkeiten in der Welt ohne diese künst­liche Aufwiegelung zur Gewalttätigkeit, Grausam­keit und Zerstörung.

Sowjetrussische Offiziere als kommunistische Verschwörer in Polen

Warschau, 26. Febr. <DNV. Funkspruch.! Sie Warschauer Staatsanwaltschaft beschäftigt sich mit einer aufgelösten kommunistischen Gruppe, die an­fangs von einem gewissen Kowalski geleitet wurde, der später in die Sowjetunion ge- flohen ist. Dieser Kowalski heißt in Wirklichkeit Jod- lowski und ist zur Zeit Kommandeur einer Tankbrigade in Leningrad. Auch ein zweiter Leiter der aufgelösten kommunistischen Gruppe, Bortnowski, der in die Tschechoslo­wakei entflohen ist, war Gene ral stabsober st der roten Armee.

Flugverkehr Moskau-Prag.

Die sowjetrussisch-tschechoslowakischen Besprechun­gen über die Aufnahme des regelmäßi­gen Flugverkehrs auf der Luftlinie Moskau Prag sind abgeschlossen worden. Im Mai dieses Jahres wird der Verkehr ausgenommen werden. Auf sowjetrussischer Seite werden zu diesem Zweck die in der Nähe der rumänischen Grenze ge­legenen Flugplätze instand gesetzt. Auch die Ver­handlungen mit Rumänien, die die Ge­nehmigung zur Ueberfüegung rumänischen Gebietes durch Sowjetflugzeuge zum Ziel hatten, sind abge­schlossen worden.

Berlin, 25. Febr. (DNB.) Die Entwicklung des Schnellverkehrs der Reichsbahn hat in den letzten Monaten außerordentliche Fortschritte ge­macht. Aus der Strecke BerlinHamburg fuhr vor wenigen Tagen ein elektrisch b e - triebener Stromlinienzug die phanta- sttsche Geschwindigkeit von 200 Stundenkilometer. Die sogenannten rl)-Züge sind bereits auf den verschiedensten Fernstrecken eingesetzt und erfreuen sich einer großen Beliebtheit beim reisenden Publ^ turn. Weniger bekannt ist, daß die Reichsbahn auch Dampflokomotiven mit ähnlich hohen Fahrgeschwindigkeiten besitzt. Auf der Nürnberger Jubiläumsausstellung im vergangenen Jahre erregten diese in Stromlinienform gebauten, aber nach ihrem Umfang viel gewaltigeren Dampf- lokomottven das größte Interesse. Dienstag führte die Reichsbahn zum ersten Male Dampfzuglokomo- tioen auf einer Pressefahrt der Öffentlichkeit vor. Die Fahrt von Berlin nach Hambura erfolgte mit dem Henschel-Wegmann-Dampfzug, die Rückfahrt mit der Borsig-Stromlimenlokomotive.

Die Borsig-Stromlinienlokomotive.

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Der Henschel-Wegmann-Dampfzug.

Während die geschilderte Lokomotive beliebige Wagen mit Hochgeschwindigkeiten befördern soll, wurde von der Firma Henschel angeregt, einen dem Schnelltriebwagen ähnlichen Zweiwagen- z u a mit einer entsprechend gebauten Tenderloko- mottve zu befördern. Die Reichsbahn forderte, daß zur Ausnutzung der Möglichkeiten des Dampfbe­triebes ein aus vier besonders leicht ge­bauten V-Zugwagen gebildeter Zug von einer Tenderlokomotive für Hochgeschwindigkeiten befördert werden solle. Auch diese Lokomottve hat einen stromlinienförmigen Blechman - t e l erhalten, der sie ganz umhüllt, sich vorn und hinten der abgerundeten Kopfform der Wagen an­paßt und bis über den größten Teil der Räder heruntergezogen ist. Um bei erheblichen Fahrge­schwindigkeiten den Lokomotivführer in die Lage zu versetzen, die Strecke stets scharf beobachten zu kön­nen, sind Steuerbock, Regler, Bremsventil und die sonstigen von ihm zu bedienenden und zu überwa­chenden Apparate doppelt vorhanden, einmal an der Vorderwand und außerdem an der Rück­wand des Führerhauses. Auch diese Lokomotive ist mit indukttver Zugbeeinflussung versehen. Der Wa­genzug ist von der Wagenbauanstalt Wegmann 8t Co. in Kassel gebaut. Neben der Anpassung der Wagenwände an die Stromlinienform war vor allem die äußer st e G e w i ch t s e r s p a r n i s ein unabweisbares Erfordernis. Der Zug hat 23 Sitzplätze im Speiseraum, 48 Sitzplätze 2. Klasse und 144 Sitzplätze 3. Klasse. Um den Schwerpunkt möglichst niedrig zu halten, routbe der Fußboden nur 1090 Millimeter über SO gelegt, gegenüber 1240 Millimetern bei den V-Zugwagen. In dem einen Endwagen ist ein Gepäckraum und ein Postraum vorgesehen, an die sich eine Küche mit © p e i je raum anschließt. Zur Erzielung einer guten Lüftung ist eine mechanische B e - lüstungsanlage eingebaut. Der Personen­endwagen besitzt am hinteren Ende einen durch zwei Zwischenwände vom Einstiegvorraum abgetrennten und erhöhten Aussichtsturm, der mit vier kleinen Sesseln versehen ist. Große Fenster gewäh-

Mit der Borsig-Stromlinienlokomotive wurde die Rückfahrt angetreten. Auch diese Lokomotive war bereits auf der Nürnberger Jubiläumsausstellung der Reichsbahn zu sehen. Sie war dort mit ihrer langgestreckten Stromlinieneinkleidung, die den Kes­sel mit allen Einbauten und Armaturen umschließt und bis dicht über die Schienen herabsührt, vielleicht der stärkste Eindruck. Bei den Probefahrten hat diese Dampflokomotive eine Schnelligkeit bis zu 197 Stundenkilometer erreicht. Das gut ausgeglichene Dreizylindertriebwerk verleiht der Lokomotive sehr gute Laufeigenschaften. Sie kann Schnellzüge von fünf bis sechs V-Zug­wagen in der Ebene mit 175 Stundenkilometer befördern und Strecken von 300 Kilometer Länae ohne Halt durchfahren. Der Kessel ist auf Grund der guten wärmewirtschaftlichen Er­fahrungen, die mit den langen Kesseln der Ein­heitsschnellzugsmaschine gemacht wurden, mit sieben Meter langen Rohren versehen.

Um 15.37 Uhr verließ der Zug wiederum mit rund 200 Fahrgästen besetzt den Hamburger Haupt­bahnhof. Die Lokomotive zog einen 250 Tonnen

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schweren V-Zug, bestehend aus einem Lokomotiv- , . ,

meßwagen und vier V-Zugwagen 1. und 2. Klasse verstehen.

in neuester Bauart. Wieder hatte man, wie bei der I

Vor der Abfahrt des Zuges wies Reichsbahn­direktor Dr.-Jng. h. c. Fuchs darauf hm, daß heute die Reichsbahn in die Lage versetzt sei, mit ihren Dampflokomotiven dieselben Fahrge­schwindigkeiten wie mit dem Diesel-Schnell- triebroagen zu verwirklichen. Sie habe daher eine Lokomottve sich entwickeln lassen, die einen 250 Tonnen schweren V-Zug dauernd fahrplanmäßig mit einer Geschwindigkeit von 150 Kilometerstunden befördern und zur Einholung von Verspätungen die Geschwindigkeit auf 175 Kilometerstunden stei­gern könne. Bei den B o r s i g w e r k e n seien zwei Lokomotiven für Steinkohlen-Rostfeuerung der üb­lichen Bauart und eine dritte Lokomotive mit vorn- liegenbem Führerstand und Staubkohlenfeuerung bestellt worden. Dr. Fuchs betonte die Bedeutung der neuartigen Stromlinienverkleidung, die durch eingehende Modellversuche im Windkanal der Aerodynamischen Versuchsanstalt der Techni­schen Hochschule in Berlin und dem Institut für Strömunasforschung in Göttingen ermittelt worden sei. Die Lokomottve ist mit induktiver Zug­beeinflussung der Dreifrequenz-Bauart mit Geschwindigkeitsüberwachung ausgerüstet worden, um das Ueberfahren von Haltesignalen zu Der«

Am 26. Februar feiert der frühere König von Bulgarien, Zar Ferdinand, der Vater des jetzigen Königs Boris, seinen 75. Ge­burtstag. Still und zurückgezogen lebt er, ein Sproß des Hauses Sachfen-Coburg-Gotha, auf deutschem Boden. Vorzeitig hat er seinen Thron an seinen Sohn Boris abgeben müssen. Der "

glückliche Ausgang des Weltkrieges löste seine Ent­sagung aus. War der Verzicht für ihn ein fast ebenso schwerer Schlag wie die militärische Nie­derlage Bulgariens nach vorausgegangenen un­erhörten Leistungen und herrlichen Siegen, so blieb ihm doch die tröstliche Gewißheit, daß seine schwer geprüfte zweite Heimat seinem Hause die Treue bewahrte und das Volk der Bulgaren sich in den nun folgenden Jahren schwerster Not um seinen Sohn Boris scharte. Ferdinand ist in jungen Jah­ren durch die bulgarische Nattonalversammlung zum König gewählt worden. Dreißig Jahre hindurch widmete er seine Kräfte dem bulgarischen Volke. Ihm ist es zu danken, wenn Bulgarien langsam auf dem Balkan seine Stellung befestigen und sich in der internationalen Politik durchsetzen konnte. Glückwünsche werden ihm zu seinem 75. Geburts­tag von allen Seiten übermittelt werden, auch aus Bulgarien, wo man sehr gut weiß, wie sehr sich Zar Ferdinand für seine neues Vaterland aufopferte. Unter den Gratulanten wird sich auch das deutsche Volk finden, das während des Krieges stolz darau war, die tapferen Bulgaren als Bundesgenossen an seiner Seite zu wissen.

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