Ausgabe 
25.7.1936
 
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Wandern und Reisen

Wasser,

Wie komme ich .5um Strandbad

Jlillorsbach 2

Alsfeld

Homberg

Schlih

Mendorf

Lauterbach

Bad Salz fchfirf

Grunbe

Ulrich Pein

ferbfteJn

Laubach

Schotten

nunoen

Nidda

Butzbach

8erftadf

Ranftadl

Schlüchtern

Bad Soden

Bad Orb

Gelnhaufen

Vilbel

4670 D

Hanau

Frankfurt

Offenbach

Eine Einladung Flensungerhof Mücke!±«SS

dieser Stelle Christi. Erholungsheim. Herrliche Höhenluit, lcindl. besuch Ihres Stille, viel Wald, gute Verpflegung, 4 Mahlz., Bao

an

z. Besuch

Gießen u.Oberh.

Bad

Homburg

Wälder, Wild, Wiesen, Weiden, Wege, Wein."

Ich wünsche glückliche Reise!

Bad Nauheim

Friedberg

streichelt und alle die roten Köpfchen des Heide­krauts purpurn in der untergehenden Sonne aus­leuchten. Schön ists, von ragender Burg ins weite Land zu blicken oder im Schatten einer stillen Klosterruine den Sommertag, zu verträumen.

Jetzt verrät uns wohl auch jemand diesieben W", die des Westerwaldes Reichtum ausmachen:

untergestellt) und wenig später sitzen die Arbeits­männer mit rechtschaffenem Hunger vor dem Mittag­essen im Saale ihrer Unterkunft.

Hauses führt zu Gästen aus

Gießen ©- Wetzlar

Strandbad

Hillersbachy-'üedem

Sevrentage auf Sylt von Margarete Boi- Mit 20 Abbildungen nach Zeichnungen von Helene Barges. 62 Seiten. Kartoniert RM. -.90. Durch jede Buchhandlung zu beziehen. Hugo Vevmühlev-Veviag, Verlin-Lichtevfelde

tauscht wird:Hui Wäller? Allemol!"

Lauscht man dann ihren Gesprächen und Er­zählungen, die mit liebevollem Stolz immer wie­der um ihre Heimat kreisen, entsteht langsam ein neues, farbenreiches Bild. Es taucht auf der schöne Westerwald.

Da spricht der eine wohl vom Siebengebirge. Zu den Schlummerliedchen,^ie ihm die Mutter an der Wiege sang, rauschten und raunten zwar des Rheines Wogen- aber wenn er auf den Drachen­fels stieg oder nach der Klosterruine von Heister­bach wanderte, dann fühlte er doch, wie vom Osten her, von den Höhen des Westerwaldes, so etwas wie Heimatlust ihn anwehte.

Der andere stopft sich seine kurze Tonpfeife mit dem abgebrochenen Rohr; fast zärllich betrachtet er den schwarzgeräucherten Kopf. 'Bon meinem Vater selig", sagt er nur.Wie er noch seine 2^-3000 Pfeifen am Tage machte, ginge ja ganz gut; aber nach dem Kriege ließ das Geschäft der Mutzen­bäcker auch immer mehr nach. Da hatten es andere Orte im Kannenbäckerland, vor allem Höhr und Grenzhausen, doch wesentlich besser. Mit ihren künstlerischen Erzeugnissen der Steinzeugindustrie konnten sie auf dem Weltmarkt wohl antreten. Ra, und zu den Bierkrügen konnten sie auch gleich den Hopfen liefern, der in ihrem Gebiet angebaut wird. Prost!"

Prost!" antwortet einer, indem er neidvoll nach dem heimatlichen Steinkrug schielt und sein Was­serglas hebt:Aber auch so bleibe ich der Heimat treu. Karlssprudel aus Biskirchen an der Lahn, ein richtiger Gesundbrunnen! Und zur Abwechslung einmal ein Gläschen von den anderen Mineral­quellen des Westerwaldes: dem Augusta-Viktoria- Sprudel in Selters, dem Arienheller oder dem Hubertussprudel mit seiner Wasserhergabe von 52 000 Liter in der Stunde."

Von den Schönheiten der Landschaften erzählen sie sich, rote sie überall gefunden werden.

Sie sprechen von der Nassauischen Seenplatte im Herzen des Westerwaldes oder von der Krop- pacher Schweiz; sie sprechen von den anmutigen Tälern, in denen die Nister, die Wied, die Sayn, die Dill fließt. Dunkle Tannen grüßen von den Berghängen, und weite Buchenwaldungen laden zum stillen Ergehen ein. Von den Wiesen hört man das Geläute der Rinderherden oder man sieht einen schweigsamen Schäfer nachdenklich zwischen seinen Tieren stehen. Aufblühende Städte und freundliche Dörfchen, von einer alten Kirche überragt, schmie­gen sich ins Gelände. An manchen Stellen sind die Dächer ihrer Häuser fast bis zur Erde hinabge­zogen; denn im Winter brausen die Stürme über die Höhen, und ungeheure Schneemassen stauen sich an den Schutzhecken, die in mehrfachen Reihen auf der Wetterseite gepflanzt sind.

Besonders schön ists, wenn die Sonne über den wogenden Feldern strahlt, wenn sie flimmernde Lichtkringel auf den weichen Waldboden malt und Ginster und Arnika in gleißendes Gold taucht. Schön ists auch, wenn der Abendwind die Heiden

StrUe, vrel Wald, gute Bervilegung, 4 Mahlz., i.Hse. Biele Ausflugsmöglichkeilen.Tägl. Andachten- Werbeschrift auf Verlangen. Tagespreis Mk. 3-3.5U und 10% gesetzlicher Bedienungszuschlag. mmD

Kleine Station.

Von Christian Bock.

Wenn der Zug lange Stunden gefahren ist die Reiselektüre taugt schon nicht mehr recht, dann wird mit einem Mal das tönende Klickklack der Schienen langsamer, die Leute senken die Bücher und Zei­tungen und sehen hinaus, was nun kommen mag.

Dann hält der Zug. Einer läßt das Fenster her­unter und lehnt stch heraus, die Lokomotive vorn atmet in langen Zügen, unten am Bahnsteig geht der Schaffner vorbei und ruft den Namen der Station aus er klingt ganz klein.

Es hält dich nicht länger, du stehst auf und stellst dich neben den Mann am Fenster und hälft den Kopf schief heraus, in mäßiger Neugier.

Da ist nun der Bahnhof etwas traurige Far­ben haben sie hier, das rauchige Rot der Mauern, und das Grün der Bäume ist, als sei es noch vom letzten Jahr.

An der Wand hängt ein Fahrplan in großem Quadrat, lange Regentränen sind darüber gezeich­net, laufen im sanften Zickzack von oben noch un­ten hin.

Aber hinter dem Bahnhof läßt es sich freund­licher an.

lieber das Grasgrün der weiten Flächen legen sich die breiten Streifen der Kornfelder, ein, zwei Häuser heben sich klein über den Horizont.

Kreis Wetzlar.

± Atzbach, 24. Juli. Der Haushaltsplan unserer Gemeinde für das Rechnungsjahr 1936 schließt im ordentlichen Haushalt in Einnahme und Ausgabe mit 65 550 Mark ab. Die Steuersätze für die Gemeindesteuern sind wie folgt festgesetzt: Grundvermögensteuer I 325 o. H. (des staatlich ver­anlagten Grundbeträges), Grundvermögensteuer II 325 v. H., Gewerbeertragsteuer 375 v. H., Gewerbe­kapitalsteuer 375 v. H. und Bürgersteuer 500 v. H. des Reichssatzes. Für die Instandsetzung der Kirche und die (Erneuerung der Heizungsanlage in der Kirche find 1500 Mark im Haushaltsplan vorge­sehen. Die Fürsorgekosten sind von 8600 Mark auf 5000 Mark zurückgegangen. Für die Errichtung einer Leichenhalle sind 1200 Mark bereitgestellt.

2) Erda, 24. Juli. Der Haushaltsplan unserer Gemeinde für das Rechnungsjahr 1936 schließt im ordentlichen Haushalt in Einnahme und Ausgabe mit 71980 Mark, im außerordent­lichen Haushalt in Ausgabe und Einnahme mit 2000 Mark ab. Die Steuersätze für die Gemeinde­steuern sind wie folgt festgesetzt: Grundvermögen­steuer I 260 v. H., Grundvermögensteuer II 260 v. H., Gewerbeertragsteuer 300 v. H., Gewerbe- kapitalsteuer 300 v. H. des staatlich veranlagten Grundbetrages, Bürgersteuer 300 v. H. des Reichs­satzes. Zur Verbesserung des Feuerlöschwesens soll ein Schlauchtrockenturm errichtet werden, für den die erforderlichen Mittel im Haushaltsplan einge­stellt sind. Aus der Veräußerung von Gemeinde­grundstücken ist eine Einnahme von 2000 Mark zu erwarten, die zur verstärkten Schuldentilgung ver­wendet werden soll. Aus laufenden Mitteln soll ein weiterer Betrag von 6200 Mark für den gleichen Zweck Verwendung finden. Die Gemeinde besitzt 484 Hektar Wald und 20 Hektar Acker- und Wie­senland. Die Einwohnerzahl betrug bei der letzten Personenstandsaufnahme 1082.

> Dornholzhausen, 24. Juli. Ein Zeugnis roahrerVolksgemeinschaft legte die hiesige Ortsgruppe der NS.-Frauenschaft ab. Der Landwirt Konrad K l ö s leidet seit zwei

Jahren an einer schweren Krankheit, in deren Ver­lauf er nicht nur vollständig arbeitsunfähig gewor­den ist, sonderen noch gepflegt werden muß. Da es seinen Familienangehörigen nicht möglich war, die (Erntearbeiten allein vorzunehmen, taten sich aus eigenem Entschluß gestern die Mitglieder der NS.- Frauenschaft zusammen und ernten ein Grundstück mit Roggen ab. Innerhalb weniger Stunden hatten Frauenschaft zusammen und ernteten ein Grundstück abgeerntet, eine Tat, die nicht nur in unserem klei­nen Hüttenbergdorfe, sondern auch darüber hinaus großen Eindruck hinterlassen hat.

Rundfunkprogramm.

Samstag, 25. 3u(i.

6 bis 8 Uhr: Musik in der Frühe. Früh-Gym- nastik. Alle Reichssender getrennt: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 8.05: Von Dorf zu Dorf gefiedelt, gejodelt, gezupft und geblasen. 9: Eine kleine Morgenmusik. 10 bis 12: Unterhaltungs­musik. 12 bis 13.45: Unterhaltungsmusik zeitgenös­sischer deutscher Komponisten. Hörberichte von den olympischen Trainingsbahnen. Dazwischen 12.55 Zeitzeichen der Deutschen Seewarte. 13.45: Alle Reichssender getrennt: Neueste Nachrichten. 14: SHfc.Iei von Zwei bis Drei! 15: Serenaden. 16: Humor im Sport hat hier das Wort! Zwei

Pause (17 bis 17.10): Ein bißchen Lachen. 18: Blas­musik. Hörbericht vom Rennen in München-Riem um dasBraune Band". 19: Hausmusik. Dazwischen Hörberichte. 20: Weltkongreß für Freizeit und Er­holung 1936. 4. Tag: Freut euch des Lebens! Ein deutsches Volksfest im Spiegel der Musik. Dazwischen (20.50): Bericht vom Kongreß. 22: Tages- und Sportnachrichten. 22.15: Deutschlandecho. 22.30: Tanz und Unterhaltung. 1: Konzert nach Mitternacht: Johannes Brahms. 1.55 bis 2.15: Fackelstaffellauf OlympiaBerlin. Das Olympische Feuer erreicht Belgrad. Weihestunde an den Königsgräbern auf dem Berg Oplenac in Jugoslawien.

Montag, 27. Juli.

6 Uhr: Musik in der Frühe. Frühgymnastik. Nach­richten. 8.05: Volkslieder Volkstänze. 9: Zur Un­terhaltung. 10: Solistisches Musizieren. 11: Unter­haltungskonzert. 12: Musik am Mittag. Dazwischen Vorolympische Hörberichte. 13.45: Nachrichten. 14: Allerlei von zwei bis drei. 15: Kammermusik. 16: Unterhaltungskonzert. 18: Jetzt trag' die Trom­mel vor uns her, Kamerad! 19: Südliches Feuer. Da­zwischen Hörberichte. 20: Kurznachrichten des Draht­losen Dienstes. 20.10: Weltkongreß für Freizeit und Erholung 1936. 5. Tag: Laß doch der Jugend ihren Lauf ... Dazwischen (20.50): Echo des Tages. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.15: Vor­olympische Streiflichter. 22.30: Ballettmusiken. 24: Wir hören die Völker der Erde. Lieder aus aller Welt. 1 bis 2: Konzert nach Mitternacht.

Weit hinten kreuzt das gerade Band der Ehausiee den schlängelnden Trott der Landstraßen, nimmt mit leichtem Schwung die sanften Hügel, taucht durch Tannenwälder und fährt auch über Seen auf einem schmalen Damm, immer begleitet von Tele- graphenpfählen und einer Schnur von Bäumen.

Da hinten irgendwo liegt die kleine Stadt.

Vorn am Bahndamm stehen an den Holzplanken die hochbeinigen Fohlen mit schiefen Köpfen, äugen und stürzen plötzlich, wenn ein Geräusch sie schreckt, mit trampelnden Hufen in die Felder.

Aber das gute Volk der Kühe liegt gemächlich und käut zufrieden mit den Mäulern.

Ja, hier müßte man nun eigentlich kurzerhand aussteigen, dableiben, nie mehr weiterfahren, un­ter alles, was war, einen ganz dicken Strich malen, einfach nicht mehr mitmachen, fahrt doch weiter, reift, wohin ihr wollt,- macht Geschäfte, wenn ihr könnt, verdient, fragt eure Aktentaschen durch die Straßen der großen Städte, lauft, rechnet, strengt euch an ich mache nicht mehr mit, ich bleibe hier!

Aber dann plötzlich läuft ein Läutewerk ab, die Ketten rasseln wie in einer alten Standuhr, holen mühsam aus zu drei vollen Schlägen, gleich fahren wir wieder.

Der Zug ruckt an, langsam fährt der Bahnhof vorüber, ein Weg mit geschlossenen Schranken kreuzt die Schienen, Weichen krachen unter den Rädern, die nun schneller werden.

Hinten verschwindet die kleine Station und sieht so aus, als ob sie winken möchte.

Der schöne Westerwald.

Von Carl Peter Bauhof.

Nanu", höre ich manchen sagen, wenn er diese Ueberschrift lieft,der schöne Westerwald?"

Und bann legt er die Stirne in bedenkliche^ Fal­ten und erinnert sich dessen, was er in der Schule so gelernt hat:Der Westerwald ist ein Teil des Rheinischen Schiefergebirges und nimmt den Raum zwischen Rhein, Lahn, Dill und Sieg ein. Seine Basaltbrüche, Eisenerz- und Braunkohlenlager sind bekannt, und im übrigen ist er ein rauhes und unwirtliches Hochland, das in dem Berg mit dem bezeichnenden NamenFuchskauten" feine höchste Erhebung hat. Wo sich Fuchs und Hase also schon Gute Nacht sagen werden, und woran man im ganzen etwas Schönes bestimmt nicht finden kann."

Ja, so dachte ich auch. Zumal mir aus der be­kannten Beschreibung des Westerwaldse von W. H. Riehl noch das im Gedächtnis herumspukte: Wenn man den Südabhang der Bergkette hinauf­steigt und bei den Bewohnern Umfrage hält, wo denn nun der eigentliche Westerwald beginne, so wird man immer weiter nordwärts gewiesen; hat man aber endlich den höchsten Kamm des Gebirges erreicht und steigt die nördlichen Talgesenke hinab, so weisen einen die Leute wieder nach dem Südab­hang zurück. Kein Mensch will auf dem eigentlichen Westerwald wohnen. Und doch sind das Heimat­gefühl und der Heimatstolz des echten Westerwäl- ders mächtig genug. Auch der heimweh-selige Jung- Stilling war ein Westerwälder. Nur den Namen möchte man meiden ..."

Ja, das dachte und wußte auch ich! Bis ich zweierlei entdeckte: einmal, daß die Abhandlung des guten Herrn Riehl überdas Land der armen Leute" schon von unseren Großeltern gelesen wurde, und zum anderen, daß mir gerade die beiden Schlußsätze des daraus mitgeteilten Absatzes ent­fallen waren. Die lauten nämlich:Daraus läßt sich schließen, daß der Westerwald besser sei als sein Ruf. Und so ist es in der Tat."

Solche Rückständigkeiten sind natürlich äußerst unangenehm. Und um sie zu vermeiden, kann ich jedem nur den guten Rat geben, durch sein Schul­wissen vom Westerwald einen dicken Strich zu ziehen und wohl achtzugeben, wo beim Händedruck deutscher Menschen laut und freudig der Gruß ge=

bunte Stunden zwischen Start und Ziel.. 18: Ewald Straesser: Trio, Werk 33, D-dur. 18.30: Blasmusik. 19: Volkslieder, Volkstänze. 20: Kurznachrichten des Drahtlosen Dienstes. 20.10: Weltkongreß für Frei­zeit und Erholung. Wir schlagen die Brücke. Deutschland grüßt die Welt die Welt grüßt Deutschland. Großes Treffen der Gäste des Jn- und Auslandes in der Hanseatenhalle. 22: Alle Reichssender getrennt: Wetter-, Tages- und Sport­nachrichten. 22.15: Großer Preis von Deutschland. Die Starterliste vom Nürburg-Rennen am 26. Juli. 22.30 bis 23.30: Tanzmusik aus aller Welt. Die besten Kapellen spielen für Sie! 23.30 bis E55: Unterhaltungskonzert. 1 bis 2: Konzert nach Mit­ternacht. Heitere Opernkunst.

Sonntag, 26. Juli.

6 Uhr: Musik in der Frühe. 8: Sonntagmorgen ohne Sorgen. 9: Sonntägliche Musik. 10: Frohe Weisen. 10.45: Großer Preis von Deutschland. Vor­bericht und Hörberichte vom Start und den ersten Runden des Nürburg-Rennens. 11.30: Weltkon­greß für Freizeit und Erholung 1936. Bilder und Eindrücke vom großen Festzug. 12.30: Musik am Mittag. 12.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewarte. 13: Großer Preis von Deutschland. Hörbericht vom. Verlauf des Nürburg-Rennens. 13.30: Fortsetzung der Musik am Mittag. 14:. Bunte Schallplatten. 14.30: Großer Preis von Deutschland. Hörbericht von den letzten Runden des Nürburg-Rennens. 15: Unter­haltungsmusik. 16: Unterhaltungskonzert. In der

Wanderfahrten.

Reiskirche« Winnerod Wirberg Grünberg.

Mit der Sonntagskarte Grünberg fahren wir nach Reiskirchen und gehen zunächst ohne Zeichen nach Winnerod. Hier haben wir vielleicht Gelegenheit, das Innere des efeuumrankten Kirchleins zu besichtigen, das einige sehenswerte Epithaphien aufzuweisen hat. In Winnerod treffen wir auch das von Gießen kom­mende blaue Dreieck, das nunmehr unser Wegzeichen bildet, und dem wir nach rechts folgen. Teils durch freie Gegend, t?ils durch schöne stille Waldung kom­mend gelangen wir über den kleinen Ort Bollnbach hinauf zur hochgelegenen Pfarrei Wirberg, wo sich uns eine schöne Fernsicht bietet. Das alte schlichte Kirchlein sowie einige Umfassungsmauern erinnern noch an das vor 400 Jahren eingegangene Nonnen­kloster. Auf hübschem gewundenem Pfad steigen wir hinab und erreichen über Göbelnrod nach im ganzen dreistündiger Wanderung unser Endziel Grünberg.

Wetzlar Siebenmühlenlal Napoleonsstock Kleeberg Butzbach.

Von unserem Ausgangspunkt Wetzlar folgen wir, nachdem wir die Stadt durchschritten haben, roten Strichen, die uns über Nauborn in das reizvolle Wetzbach- oder Siebenmühlental bringen. Wir kom­men an der idyllisch gelegenen Honigmühle, später noch an einigen Mühlen vorüber durch Niederwetz nach Oberwetz, wo wir das Zeichen verlassen und nunmehr gelben Punkten über den Napoleonsstock (365 m) bis zum Schnittpunktschwarzer Punkt" nachgehen. Letzteres Zeichen führt uns alsbald nach dem hochgelegenen Kleeberg, das von einer Burg überragt ist und gute Gasthäuser aufzuweisen Hot. Die schwarzen Punkte begleiten uns weiter durch das Kleebachtal (hübscher Rückblick auf Kleeberg), später durch schöne Waldung an dem anmutig liegen­den Forsthaus Butzbach vorbei nach unserem Endziel Butzbach, das wir nach insgesamt sechsstündiger Wanderung erreichen.

Das alles ist das Erlebnis der Stunden des Vor­mittags von 4 bis 12 Uhr. Und das alles ist eine Welt für sich! Ist kraftvolle, sinnvolle Existenz, ist für unsere männliche Jugend eine Schule, eine Er­tüchtigung, eine Erziehung zum Geiste der Volks­gemeinschaft und ist werteschaffende, werterhal­tende Arbeit! Da stören weder das Wetter noch die Laune eines Einzelnen die sinnvolle Tat. In der Leistung der Gemeinschaft und in der Selbst­verständlichkeit, mit der diese Arbeit getan wird, liegt die Größe, die durch den Geist im Dritten Reich ausgelöst wurde aus den Quellen der Kraft des deutschen Menschen.

30 Mann Gießener Arbeitsdienst schaffen am Hausberg! Ein Stein im Mosaik des deutschen Auf­baues!

Amtsgericht Gießen.

Wegen versuchten Betrugs im Rückfall wurde der R. I. aus Offenbach zu sechs Monaten Ge­fängnis verurteilt. Der Angeklagte bot einer Anzahl Personen Uhren an unter der Vorspiege­lung, sie seien aus Gold und von schweizerischem Fabrikat. In Wirklichkeit handelte es sich um ganz geringwertige Sachen.

Der L. G. aus Gießen entwendete seiner Dienst­herrin ein Fahrrad und verkaufte es in Frankfurt. Das Gericht erkannte auf eine Gefängnis­strafe von drei Wochen.

Wegen schweren Diebstahls wurde die I. B. aus Butzbach zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Die Angeklagte erbrach bei einer Frau, bei der sie Aufnahme gefunden hatte, einen Koffer und entwendete daraus ein Kleid.

Preußen.

Warnung vor einem Betrüger.

LPD. Frankfurt a. M., 24. Juli. In letzter Zeit trat in Frankfurt a. M., Offenbach und Um­gebung ein Betrüger auf, der sich M. bzw. Martin Schiefer nannte und sich mit dem Vertrieb von Waschmaschinen befaßte. Er bezeichnete sich als Generalvertreter einer auswärtigen Firma und engagierte in mehreren Fällen Untervertreter, denen er die Provision vorenthielt. In einigen Fällen ließ er sich auch für ein angeb­liches Auslieferungslager Kautionen zahlen, die er veruntreute. Einem Interessenten gegenüber gab er an, daß auf dem'Bahnhof mehrere Waschmaschinen lagerten und erschwindelte dann von diesem einen größeren Betrag.

Leichenfund durch Pilzsucher.

LPD. Bad Homburg v. d. H., 24. Juli. In dem Wald zwischen Friedrichsdorf und Dillingen fanden Pilzsucher eine männliche Leiche. Durch die benachrichtigten Behörden wurde der Tote als der aus Frankfurt stammende uni) im Altersheim Hüttenmühle in Köppern untergebrachte Anton Wetzelsberger identifiziert. Wetzelsbergerhatte trotz des Verbots die Gewohnheit, allein durch die Wälder der Umgebung zu streifen. Auch diesmal hatte er sich am 16. dieses Monats aus dem Heim entfernt und wurde feit dieser Zeit vermißt. Nach dem ärztlichen Gutachten ist anzunehmen, daß der Tod durch einen Schlaganfall eingetreten ist, zumal Wetzelsberger bereits zweimal Schlaganfälle gehabt hat..

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