58 Hitlerjungen aus dem Gau im Olympia-Lager.
Die Reichsführung der HI. veranstaltet in der Zeit vom 26. Juli vis 16. August in Berlin- Grunewald ein Olympia-Lager, zu dem die verdienstvollsten 1000 Hitlerjungen aus dem ganzen Reiche zusammengezogen werden, namentlich solche, die sich mit der körperlichen Ausbildung der HI. beschäftigen. In das Olympia-Lager werden auch die Jugenddeleaationen ausländischer Jugendverbände eingeladen, um sie mit der körperlichen Ausbildung der HI. vertraut zu machen und um mit diesen gemeinsam die Olympischen Spiele zu besuchen. Das Ganze ist so organisiert, daß jeder Hitlerjunge ein über den anderen Tag die Olympischen Spiele besuchen kann, so daß also die Lagerinsassen einen recht umfassenden Eindruck von dem welthistorischen Geschehen in der ersten Augusthälfte in Berlin bekommen werden.
Gestern vormittag sind vom Frankfurter Hauptbahnhof die Teilnehmer aus Hessen-Nassau an diesem Olympia-Lager abgefahren.
Es waren 58 an der Zahl, darunter allein 8 Frankfurter. Aus jedem Gau kommen durchschnittlich 40 Hitlerjungen in dieses Lager, nur Hessen- Nassau und Westfalen stellen fast 60 Mann. Die Hessen-Nassauer stehen unter der Führung des Unterbannführers S ch e f f a u e r, der auch der Führer des alljährlich zum Parteitag stattfindenden Adolf- Hitler-Marsches der HI. nach Nürnberg ist. Unter der fröhlichen Schar der Abfahrenden herrschte natürlich höchste Freude, daß sie diese denkwürdige Reise unternehmen dürfen.
Amt für Dolkswohlfahrt.
Ortsgruppe Glehen-Nord.
Die Geschäftsstelle der NS.-Volkswohlfahrt befindet sich ab 17. d. M. Walltor st raße 3 8 p.
Die Sprech st unden finden wie folgt statt: Montag bis Samstag von 10 bis 12; Ortsgruppe n l e i t e r : Montag und Mittwoch von 20 bis 22 Uhr; S a ch b e a r b e i t e r i n für „Mutter und Kind": Montag von 10 bis 11 Uhr, Donnerstag von 15 bis 16 Uhr.
Die Sprechstunden müssen unbedingt eingehalten werden.
-A Die öcutfdie Rrbciiefront
? n.9.=0cmcinr(hafi „ßraft Durch frcuöc"
Sommerfest in Kloster Arnsburg.
Am Sonntag, 26. Juli, findet, wie alljährlich, das große Sommerfest in Kloster Arnsburg statt. Für Kinderbelustigung, Kasperletheater usw., sowie für Musik und Unterhaltung und Tanz am Nachmittag und Abend ist gesorgt.
Wasserfest im Freibad.
Am Sonntag, 26. Juli, findet im Freibad ein großes Wassersportfest statt. Wasserspiele, Wettschwimmen, Springen und Kinderspiele werden den Zuschauern einen angenehmen Nachmittag bereiten. Eintrittspreis beträgt 10 Pfennig.
Omnibusfahrt nach dem Nürburgring.
Die Abfahrt erfolgt am Sonntag früh 4 Uhr vor der Hauptpost, Bahnhofstraße.
Wanderung nach Kloster Arnsburg.
Am Sonntag, 26. Juli, wird (anstatt der Fußwanderung nach dem Dünsberg) eine Radwanderung nach Kloster Arnsberg zum großen Sommer- fest durchgeführt. Die Teilnehmer treffen sich um 8 Uhr Licher Straße (Stadt Lich). Die Führung hat Wanderwart Karl Rebe.
Omnibusfahrt nach Heidelberg.
Am 1. und 2. August findet eine Omnibusfahrt nach Heidelberg statt. Der Teilnehmerbetrag einschl. Uebernachtung, Frühstück und Mittagessen beträgt pro Teilnehmer 11,30 Mark. Anmeldeschluß ist der 27. Juli auf der Kreisdienststelle Gießen, Schanzenstraße 18.
Arlaubsfahrl 46/36 harz vom 1. bis 8. August.
Diesen Zug mußten wir diesmal wegen zu geringer Beteiligung leider ausfallen lassen. Die gemeldeten Teilnehmer können sich sofort für die zur selben Zeit angesetzte Urlaubsfahrt nach dem Bayrischen Wald — Zwiesel — ummelden.
Rhelnfahrt.
Am Sonntag, 16. August, soll nunmehr die Rheinfahrt vom Kreise Wetterau (Gießen - Friedberg) durchgeführt werden. Die Fahrt geht mit der Bahn nach Braubach, von dort mit dem Dampfer nach Rüdesheim, wo ein mehrstündiger Aufenthalt zur Besichtigung des Niederwalddenkmals usw. vorgesehen ist. Abends erfolgt die Rückfahrt mit dem Dampfer wieder bis Braubach, von wo der Sonderzug die Teilnehmer nach Gießen und Friedberg zurückbringt. Der Fahrpreis beträgt ab Gießen 4.30 Mark. Von Friedberg nach Gießen kostet die verbilligte Zufahrt zirka —.70 Mark.
Eine Hitzewelle vor 25 Jahren.
LPD. Am heutigen Samstag sind es gerade 25 Jahre her, daß in unferm Gebiet die höchste Temperatur mit beinahe 38 Grad im Schatten gemessen wurde. Höhere Hitzegrade in früheren Jahr- hunderten müssen als unverbürgt gelten. Die Hitzewelle des Jahres 1911, die wochenlang andauerte, erreichte am 25. Juli ihren Höhepunkt. Zahlreiche Aitifcfifäge waren die Folge dieser Tropenhitze. Die Bevölkerung lebte damals, so wie die Amerikaner bei der vergangenen Hitzeperiode, fast nur im Freien. Besonders nachts wurden die Anlagen und Parks nicht leer. Die Schwimmbäder hielten bald bis Mitternacht offen, aber auch das bedeutete keine Abkühluna, hatte doch das Wasser nahezu 25 Grad Wärme. In den Restaurants und Gärten saßen die Männer ohne Rock und Weste, damals ein unerhörtes Vergehen gegen die guten Sitten. Ja, selbst der steife Stehkragen wurde abgelegt. Eisverkäufer, Limonadenhäuschen und Mineralwasserhändler machten gute Geschäfte, ja zeitweise gingen die Vorräte aus und konnten nicht so rasch wieder ergänzt werden. Die Wasserwerke arbeiteten mit Hochdruck, um die ungeheuren Wassermassen heranzuschaffen, die die Bevölkerung damals brauchte. In den Eisenbahnzügen öffneten die Reisenden sogar während der Fahrt die Türen, um wenigstens etwas Abkühlung zu verspüren. Waldbrände waren an der Tagesordnung, und das ausgedörrte Land lechzte nach Wasser. Die Ernte war längst unter Dach und Fach, denn da es wochenlang vorher sehr heiß war, konnte man sie schon anfangs Juli einbringen. Das Obst fiel gedorrt von den Bäumen, und die (Erbe bekam allenthalben tiefe Riffe und Sprünge. Flüsse und Bäche versiegten, die Quellen spendeten kein Wasser mehr, und in vielen Dörfern war ausgesprochene Wassernot. Auf dem Rhein wurde der Schiffsverkehr durch das Niederwasser schwer
behindert. Die Schiffe bekamen große Verspätungen, und in den Kesselräumen mußten die Heizer bei Temperaturen von 50 bis 60 Grad arbeiten. Ein großes Fischsterben setzte ein, da die Fische in dem warmen Wasser nicht mehr genügend Sauerstoff bekamen. Aber in den Weinbergen am Untermain, im Rheingau und in der Pfalz reifte ein köstlicher Wein heran, der zu den Spitzen der letzten hundert Jahre gehörte.
Gießener Wochenmarktpreise
* Gießen, 25. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, Vi kg 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, bas Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 14, Klasse A 13, Klasse B 12, Klasse C 11X Klasse D 10^, ungezeichnete 10, Enteneier 11 bis 12, Wirsing, % kg 8 bis 10, Weiß- kraut 8 bis 10, Rotkraut 12 bis 15, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen, grün, 15 bis 20, gelb, 15 bis 20, Erbsen 15 bis 25, Tomaten 30 bis 40, Zwiebeln 14 bis 15, Rhabarber 8 bis 10, Pilze 25 bis 35, Kartoffeln, alte, kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,95 Mark, neue, % kg 6 bis 7 Pf., 50 kg 5 bis 6 Mark, Frühäpfel, % kg 20 bis 40 Pf., Falläpfel 8, Pfirsiche 40 bis 50, Himbeeren 25 bis 30, Aepfel, ausländische, 60 bis 80, Birnen 20 bis 50, Kirschen 20 bis 40, Heidelbeeren 25 bis 28, Stachelbeeren 12 bis 15, Johannisbeeren 10 bis 12, Mirabellen 40 bis 45, Pflaumen 30 bis 35 Pf., Hähne
Der Verkehrsverein Gießen hat in die- en Tagen den Bericht über feine Arbeit im Ge- chäftsjahr 1935/36 herausgebracht. Auszugsweise entnehmen wir dem Bericht folgende Einzelheiten:
Wikgliederstand — RNlgliederwerbung.
Der Verein, der zu Beginn des Geschäftsjahres 264 Mitglieder zählte, hat sich im Berichtsjahre intensiv bemüht, neue Mitglieder zu gewinnen. Zu diesem Zweck wurde an ine berufsständigen Organisationen mit der Bitte um Unterstützung in der Mitgliederwerbung herangetreten. Der Erfolg der Werbung war ein Neuzugang von 30 Mitgliedern, o daß zu Beginn des Geschäftsjahres 1936/37 ein Mitgliederbestand von 276 vorhanden ist. Die Arbeit des Verkehrsvereins dient dem Allgemeinwohl. Sie dient aber insbesondere den Inhabern der Gießener Geschäfts-Unternehmungen.
Der Fremdenverkehr.
Das Kalenderjahr 1934 hatte für Gießen einen Besuch von 2 5 4 5 2 Fremden aufzuweisen. Im Jahre 1935 wurde Gießen von 28 452 Fremden, die sämtlich übernachteten, besucht. Aus diesen Zahlen ergibt sich, daß die Zahl der Fremden im Jahre 1935 um etwas über 11 v. H. gestiegen ist.
Veranstaltungen.
Die in den letzten Jahren veranstalteten Reit- und Fahrturniere haben stets verkehrswerbend gewirkt. Es besteht die Absicht, diese Turniere im Laufe der Zeit weiter auszubauen und damit zu einer ständigen Einrichtung, die sich jährlich im Frühjahr und Herbst wiederholt, werden zu lassen.
Verkehrswerbende Veranstaltungen Gießener Vereine usw. erhielten die Unterstützung des Vereins.
Der Blumenschmuckwettbewerb.
An dem im Berichtsjahre veranstalteten Blumenschmuckwettbewerb haben sich eine stattliche Anzahl
Eine Versammlung der Kreisabteilung Gießendes Deutschen Gemeindetages fand am Donnerstag im Saal des Restaurants „Zum kühlen Grund" statt. Nach Begrüßungsworten des Vorsitzenden der Kreisabteilung, Bürgermeister Euler (Wieseck), an die fast vollzählig erschienenen Bürgermeister des Kreises und nach Verlesung einiger Rundschreiben des Deutschen Gemeindetages sprach Oberveterinärrat Dr. M o n - nard (Gießen) über die Mitwirkung der Bürgermeister bei der
Durchführung der veterinärpolizeilichen Bestimmungen und des Reichslierschuhgesehes.
Die Mitwirkung der Bürgermeister hat sich hauptsächlich darauf zu erstrecken, daß das Vieh seuchenfrei bleibt. Dazu gehört in erster Linie die lieber» wachung des Diehverkehrs, damit nicht jeder einen Handel treibt. Handelsgesuche müssen den Verwaltungsbehörden zur Kenntnis gebracht werden. Ein wichtiges Mittel in der Handhabung der Viehkontrolle bildet das Ursprungszeugnis und das Ge- suydheitszeugnis, das Angaben über die Verbringung aus der Gemeinde enthält und bei den Viehmärkten stets vorzuweisen ist. Zusätze irgendwelcher Art kann das Gesundheitszeugnis enthalten, niemals aber darf bescheinigt werden, daß das Tier seuchenfrei ist. Ein Hauptaugenmerk hat der Bürgermeister auch auf die Transportmittel bei Verbringung des Viehs auf die Viehmärkte zu richten, wozu auch die Desinfizierung der Wagen und Stallungen gehört. Der Redner machte noch nähere Angaben über die Pflicht zur Führung des Haupt- und der Nebenkontrollbücher und hob hierbei hervor, daß diese Kontrollbücher nur veterinärpolizeilichen Interessen dienen. — Die sog. Wander- schafherden müssen stets besonderer Kontrolle unterworfen werden, weil off durch sie Seuchen eingeschleppt werden.
Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen erörterte der Vortragende die derzeitige Preisbildung und -Überwachung und versuchte den Versammelten klar zu machen, daß die von der Regierung getroffenen Maßnahmen zu einer rechten Fleisch- unb Preisregulierung unbedingt notwendig sind.
Was die Regelung der Händlerfrage anbelangl, so müssen in Zukunft unter allen Umständen Wittel und Wege gefunden werden, um arische
Viehhändler auf den Warkt zu bringen.
Freilich werde es hierzu notwendig sein, daß von der Regierung Kredite zur Verfügung gestellt werden. Zur Verwirklichung dieses Zieles dürften in erster Linie junge Landwirte in Frage kommen. — Im Zusammenhang mit diesen Ausführungen wurde in großen Zügen das Reichstierschutzgesetz behandelt. Die Schaffung dieses Gesetzes ist ein hohes Kulturwerk der Regierung des Dritten Reiches und zeugt von der sittlichen Größe eines Volkes. Im Mittelpunkt dieses Gesetzes steht der Gedanke, daß das Tier ein Gefühlswesen ist ebenso wie der Mensch und daß es daher des Schutzes bedarf.
Die Aufgabe der Bürgermeister ist es, den Gedanken des Tierschutzes durch Veranstaltung
1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Enten 1 bis 1,20 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 10 bis 50, Salat 5 bis 10, Salat- gurfen 10 bis 30, Einmachgurken 1% bis 5, Oberkohlrabi 4 bis 8, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 10 Pf.
*
** Sippentagung eines hessischen Geschlechtes. Das Geschlecht der Steinmüller hält am Sonntag in Heuchelheim bei Gießen seinen Sippentag ab, nachdem bereits vor drei Jahren ein solcher Tag dort stattgefunden hatte. Dieses Geschlecht ist seit 1415 auf der Steinmühle bei Gießen nachweisbar, wo dem Kappel Henn (wahrscheinlich aus dem Dorfe Kappel stammend), das Mahlrecht verliehen wurde. Don der Mühle aus wanderten Sippenträger nach Wetzlar 1617, Heuchelheim 1670, Dillenburg 1785, Kirepe 1790, Gummersbach 1835. Ein Vortrag und eine Ausstellung werden beweisen, daß die von Dr. Karl Steinmüller-Leipzig unternommenen Forschungen Ausführliches über „Die Steinmühle und ihr Geschlecht an der Bieber bei Rodheim" ergeben haben.
** DerNationalsozialistisch e R echts - wahrerbund (Fachgruppe Rechtsanwälte, Bezirk Oberhessen) macht darauf aufmerksam, daß in Zukunft die Rechtsanwaltsbüros Mittwoch nachmittags geschlossen sind. (Siehe heutige Anzeige.)
Einwohner beteiligt. Die von der Kommission mit 1., 2. und 3. Preise bewerteten Anpflanzungen in Blumenkästen, Veranden und Vorgärten brachten den Wettbewerbsteilnehmerti Preise in Gestalt von Blumen, Theaterkarten, Büchern u. a. m.
Verschiedenes — Dank an die Wilarbelter.
Im Berichtsjahre wurde vom Verein ein S t a d t- plan neu herausgegeben. Der Landesfremdenver- kehrsverband hat einen Werbefilm über das Rhein-Main-Gebiet von der Ufa, Berlin, Herstellen lassen. Dieser Film, in dem auch unser Gebiet vertreten ist, wird in den größeren deutschen Städten sowie auf ankommenden größeren Schiffen vorgeführt.
Mehrere von dem-Verein aufgestellte Ruhebänke wurden einer eingehenden Reparatur unterworfen. Für das neue Geschäftsjahr ist die Aufstellung von einigen weiteren Bänken vorgesehen.
Die bei unserer Geschäftsstelle fast täglich eingehenden Ersuchen um Uebersendung von Werbeschriften unserer Stadt sind sehr zahlreich. Anfragen vielerlei Art wurden an unseren Verein im Laufe des Berichtsjahres von auswärts gerichtet. Die Anfragenden erkundigten sich u. a. über die A r t der vorhandenen Unterrichtsan st alte y, Unterkunftsverhältnisse (Wohnungen und Zimmer), Ausbildungsmöglichkeiten für schulentlassene Kinder, Tagungslokale, Umzugsvermittlungen, Adressen von Firmen, Gaststätten usw.
Der Berkehrsverein war aktiv beteiligt an den Arbeiten der Straßenverkehrsregelung, Schaffung von Fernsprechzellen u. a. m.
Der Verein dankt zum Schluß seines Berichtes den in Anspruch genommenen Behörden und der Presse, sowie den Mitgliedern und allen Helfern an seiner Sache für die erwiesene Unterstützung.
von Vorträgen und bergt in die Gemeinden hineinzutragen.
Es soll auch dafür gesorgt werden, daß ältere Tiere nicht mehr veräußert werden, um mit ihnen noch ein Geschäft zu machen, sondern solche Tiere gehören zur Schlachtbank. Redner wies noch auf die Strafbestimmungen in diesem Gesetz hin und betonte, daß bei roher Mißhandlung Gefängnisstrafe anstehe, ein Beweis dafür, mit welchem Ernst es der Regierung um die Einführung eines rechten Tierschutzes zu tun sei.
Zum Schlüsse seines mit großem Interesse verfolgten Vortrags rief der Redner die Bürgermeister aus zur tatkräftigen Mitwirkung im Sinne seiner Darlegungen und hob hervor, daß auf diese Weise auch ein wichtiges Stück Aufbauarbeit an unserem Vaterlande geleistet werde.
Regierungsrat Weber vom Kreisamt Gießen erläuterte alsdann kurz die Bestimmungen des neuen Landesgebührengesetzes, soweit sie für die Bürgermeister von Interesse sind und wies hierbei auf die Unterschiede und Neuerungen gegen das frühere Urkundenstempelgesetz hin.
Der Kreisobmann für Schwimmen, Kulturinspektor Sauer- Gießen, sprach anschließend über die Förderung des Schwimmunterrichts durch Schwimmanlagen. Unter Voranstellung von Worten des Führers und Reichskanzlers über den Wert des Sportes vom völkischen Gesichtspunkt aus erläuterte er im einzelnen die Möglichkeiten der Errichtung von Schwimmanlagen und erhob die Forderung, daß jede Gemeinde eine passende Schwimm- ober Badegelegenheit haben müsse.
Bei einer Anfrage in der Versammlung ergab
sich, daß ungefähr die Hälfte der vertretenen
Gemeinden Schwimm- oder Badeanlagen eingerichtet haben.
Den anderen Gemeinden wurde, auch vom Vertreter des Kreisamts, nahegelegt, baldmöglichst die Gelegenheit zu ergreifen, um durch geeignete Einrichtungen der Förderung des Schwimmsports Rechnung zu tragen. Eimge Anfragen aus der Mitte der Versammlung konnte der Redner auf Grund feiner praktischen Erfahrungen beantworten.
Die anregend verlaufene Versammlung wurde mit Worten des Dantes und mit einem „Sieg-Heil" auf den Führer geschlossen.
Große Strafkammer Gießen.
Wegen Unterschlagung wurde der Sch. aus Friedberg zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte veruntreute einen Betrag von etwa 100 Mark. Vorn hiesigen Schöffengericht wurde der Angeklagte freigesprochen. Auf die Berufung der Staatsanwaltschaft und die daraufhin erneute Beweisaufnahme kam das Gericht zu der vorerwähnten Entscheidung.
Aus der Arbeit des Verkehrsvereins Gießen.
Oer Geschäftsbericht für das Jahr 1935/36.
Vürgermeisterversannnlung des Kreises Gießen.
Oberhessen.
Hans Winkler zum Gedächtnis.
Winklers Ansprache am Vorabend des Renntages.
Schotten, 25. Juli. Es war am Vorabend des Renntags „Rund um Schotten". Der altehrwürdige Rathaussaal war festlich geschmückt. Dort hatten sich nach hergebrachter Sitte alle alten Fahrer, erprobte Kämpfer von Ruhm und gutem Klang in der internationalen Motorsportwelt eingefunden. In herzlichen Worten begrüßte sie Bürgermeister Menge! und ließ ihnen zum Dank und zur Stärkung für den schweren morgigen Tag aus den alten Silberpokalen der Stadt einen funkelnden Wein kredenzen. Frohe, zuversichtliche Stimmung lag über der Schar der Gäste.
Der Vorsitzende der hiesigen Ortsgruppe des DDAC. Dr. Dambmann begrüßte die Gäste, Ortsgruppenleiter Zeschky tat es für die Partei.
Da erhob sich der Vertrauensmann, Sprecher und Vertreter der Fahrer bei der obersten Sportbehörde, unser guter Hans Winkler, München, und übermittelte, da die Rennleitung selbst nicht vertreten war, den Dank der Gäste. Ueberbringen Sie, Herr Bürgermeister, so führte Winkler etwa aus, der Schottener Bürgerschaft unseren herzlichsten Dank, wie gern kommen wir immer wieder nach Schotten, wie wohl fühlen wir uns hier. An anderen Rennplätzen sehen wir kein Rathaus, feinen Bürgermeister. Immer war und bleibt unsere Arbeit und unser Beruf ein Dienst am Vaterland, eine hohe nationale Sache, wenn auch manche Außenstehende unser Jagen auf den Rennbahnen nicht verstehen können, ja es als unsinnig ablehnen. Wir kämpfen draußen im Ausland auf den internationalen Bahnen für unsere deutsche Heimat, wir helfen mit, unserer einheimischen Motorradindustrie den nötigen Aufschwung zu geben, wir schaffen mit an unserer Wehrfreiheit, setzen ständig unser Leben ein und bringen das Opfer für unser Volk und Vaterland.
Tief ergriffen lauschten alle den aus innerstem bewegten Herzen kommenden Worten. Im engeren Kreis sprach Winkler noch davon, daß er schon zwölf treue K ameraden, die im schweren Kampf auf der Rennstrecke ihr Leben verloren, habe zu Grabe tragen helfen. Er sei wohl der dreizehnte. Wie sprach doch die unerforschliche Vorsehung aus all seinen Worten, die das Ende unbewußt vorausahnten.
Froh und fest trat er mit feiner Maschine zum Start an. Schon in der ersten Runde kurz hinter Rudingshain stürzte er in den Wiesengrund so unglücklich, daß der Halswirbel brach. Rundum alle Zuschauer, am meisten feine treue Gattin, warteten. Wo bleibt Hans Winkler? Als die Trauerbotschaft langsam durchsickerte, befiel eine lähmende Stimmung alle, die ihn kannten, die ihm nahestanden. Warum gerade er, der Getreueste?
Liebevolle Hände bahrten ihn auf. Blumen, Kränze ringsum, friedlich im ewigen Schlummer sein treues Gesicht. So erblickt ihn feine Gattin wieder. Dann kommen die Fahrer, seine Kameraden, mit Blumen und Kränzen, Tränen in den Augen, um Abschied von dem Heimgegangenen zu nehmen. „Ich hatt' einen Kameraden, einen bessern findst du nicht!" Schotten und deine Kameraden vergessen dicht nicht!
Vorbereitungen
zum Grünberger GalluSmarkt.
+ Grünberg, 24. Juli. Alljährlich beschäftigt sich die Gallusmarkt-Kommission schon geraume Zeit vorher mit der Ausgestaltung des Gallusmarktes. So hat sie auch dieses Jahr schon die erste vorbereitende Sitzung abgehalten und dabei den äußeren Rahmen für den Verlauf des diesjährigen Gallusmarktes festgelegt. Als Auftakt soll wieder der seit einer Reihe von Jahren sich bestens eingeführte Heimatabend am Sonntag in der Turnhalle abgehalten werden. Als Neuerung wurde angeregt, die Markteröffnung am Dienstagabend in Form eines besonderen Brauchtums mit Sprechern und Musikstücken, mit Hifsung der Marktfahne in feierlicher Weise zu gestalten.
Eine engere Komission soll die vorbereitenden Schritte hierzu leisten. Ein weiterer Vorschlag betraf die Frage der Fensterbeleuchtung am Marktplatz mit farbigen Lichtern, was allgemein gut« geheißen wurde. Vorgesehen ist dieselbe bei der Eröffnung am Dienstagabend und am ersten Markttag, am Mittwochabend, lieber die Ausgestaltung des zweiten Markttages wurde noch kein endgültiger Beschluß gefaßt. In diesem Jahre soll auch wieder eine Verlosung mit dem Markte verbunden werden.
Geqe'ftugzeug über £idh
+ Lich, 24. Juli. Ein herrlicher Anblick bot sich gestern nachmittag vielen Volksgenossen unserer Stadt. In kühnem Flug umkreiste in verhältnismäßig geringer Höhe ein Segelflugzeug unser Städtchen und landete kurze Zeit darauf glatt in den Wiesen am Roteschütt. Die Insassin, die Studentin Rosel Rösch aus Nürnberg, unterzog sich einer Leistungsprüfung des Deutschen Luftsport-Verbandes, in deren Verlauf sie einen Weitstreckenftug von mindestens 50 Kilometer zurücklegen mußte. Zu diesem Zweck war sie am frühen Nachmittag vom Flughafen Griesheim bei Darmstadt mittels eines Motorflugzeuges gestartet und hatte dann in etwa zwei Stunden die yber 75 Kilometer lange Strecke Griesheim—Lich über Frankfurt, Friedberg. Münzenberg durchflogen, womit sie den gestellten Bedingungen 7>er Prüfung entsprach. Die Pilotin äußerte sich hocherfreut über das glückliche Gelingen ihres Fluaes. Das Flugzeug, das den Namen „Iduna Germania" trug und eine Spannweite von über 15 Meter und ein Gewicht von etwa 3 Zentnern hatte, wurde am Spätnachmittag durch einen eigens für diese Zwecke gebauten Kraftwagen von Darmstadt aus abaehnft. — Ein nicht alltägliches Naturschauspiel bietet sich seit einigen Tagen, wie vor einigen Jahren schon einmal, vielen Naturfreunden in den Wiesen an der Nieder-Bessinger Strafte Dort kann man täglich 12 Störche bei der Nahrungssuche in nicht allzugroßer Entfernung beobachten. Einen außerordentlich imposanten Anblick bieten die Vögel bei ihrem allabendlichen gemeinsamen Rundflug über der Stadt.
Canbftete Gießen
Q] Heuchelheim, 25. Juli. In diesem Jahre ist die Bautätigkeit in unserem Orte recht rege. 15 Wohnhäuser sind im Entstehen begriffen und sehen im Herbst ihrer Vollendung entgegen. Während der größte Teil mit Feldbrandsteinen ober Ringofensteinen gebaut wird, verwendet man auch viel die sogenannten Schwemmsteine. — Dlt Landwirte sind jetzt mit dem Schnitt des Roggens eifrig beschäftigt. Während man die Jahre her die Frucht fast alle mit der Mähmaschine mähen


