Ausgabe 
25.4.1936
 
Einzelbild herunterladen

Bonbon

geruch- t streu- :b) auch

ranlage ße Nr. 3

2656 A

klchen plturm Der* p Ronboner P daß der [en Trabern

h

hi*'* te rr^\eub Ifirfrfn i ?e UM' h?Cn und li t 11*« fr ^er. fr8 PQlro und itl noch

I- , "Bl l i'U u n j) LV'06 Uhr U ?n und Mbstün. fjMof Qn, ^Abfahrt Lunft in Vetl Ser.

Wn mit folgendem ln Stuttgart an Berlin

um

irkt wie r oder

Mit

urötnftmolpflegt i auf fiunftbru*.

iunben AM. 4.80

, ausTÜner twbt ibtUeWm^aturi Ö6)te, drm wndki Aprn;»tunz

von der 5taalUchei! 9 farbigen und 16 gen im Text, gebunden NM. 4,- et der Wattirfreunh gen Wäldern heim- n vervollständige! für Lucherfteunde

hen Raubvögel mit isqegeben von der reis hart RM.V.A

, die SuKere Eriche" idimSihen. Reb« t auch die Flugari

wett

144 Selten Nlit 32 reis geb. RM-2,10 allein in der Fülle weniger bedeutsam

lifche Volkszeitung

obachtung und Ve. zkar Heinroth. iqcn nad) W schwarzen Silbern.

Werbeblatt! zu beziehen!

Verlag

>Ide

enntni=.d»6 weiter^6 .Geschäft identisch

kjr.

Ur.97 viertes Vlatt GietzenerAnzeiger(General-AnzeigerfürGberheffen) Samstag, 25.April (936

Vz

&

x.....-

V - -

-

--

l z*r . V:; :

WMK

/ tz

5 '%<.'( , ; , << K

- - W3e/5W' «<!» . \ 'd ' x. , '

f Px - <

T * <

- ' -

>.7V?z -Xp v, > <, i'i

-

' A

- JC w(

Ä X--r

Ä ...«L

P 'sdfe

V'

M

A4LWWM

M5 5**-

r/x , z"^8£r: 7- 5s p><^-

Tn'

'' P/«* '

PT' - V -' "-v*. t

L

Sauern bei der Frühjahrsbestellung

Mensch, Tier und Landschaft Dreiiklang der Frühjahrs-Feldbestellung.

Beim Streuen künstlichen Düngers.

Beim Mistbceiten. Wenn viele helfen, ist es rasch geschafft.

Mit der Egge über das Feld.

Mit dem Pflug im Ackerfeld. (Aufnahmen [8]: Neuner, Gieß. Anzeiger.)

Jauchefahren = auch eine wichtige Beschäftigung im Frühjahr«

Im Gutshof. Biele Gespanne bereit zur Fahrt in das

Einzigartiges Bild, wenn die Sonne am tiefblauen Himmel steht, und allen Glanz über Wälder und Felder breitet, daß man fast vor der Ueberfülle des Lichts die Augen schließen muß. Weiße Wolken schweben im Blau dahin. Burgen unserer engeren Heimat, Münzenberg, Schisfenberg, Gleiberg und Vetzberg, grüßen weit in das Land hinein. Und überall, den alten Mauern zu Füßen, arbeiten die Bauern an der Frühjahrsbestellung ihrer Felder, so wie es Jahr um Jahr geschieht, vor Jahrhunderten so, wie heute. Kaum jemals muß dem Menschen das Ewigwährende des bäuerlichen Berufs so zum Be­

werben brauchen, sondern das Erbe Kindern, Enkeln und Urenkeln erhalten bleiben wird.

Futterrüben sind jetzt ein willkommenes Grünfutter, wußtsein kommen wie dort, wo er im Schatten alter Mauern pflügt, die schon seinen Vorvätern der Blick und Richtungspunkt im weiten Lande waren.

Wenn nun in den kommenden Wochen und Mo­naten die Saaten aufgehen, wenn das Getreide wächst, blüht und reift, wenn im Herbst die Rüben breit und saftig werden, die Kartoffeln gute Ernte versprechen, und die Zeit der Ernte kommt, dann gibt es zwar für den Bauern noch einmal viel Ar­beit, aber er leistet sie willig und gerne. Wie oft hat er besorgten Blickes nach dem Himmel gesehen, wie oft ging er prüfend über die Felder und legte sich die Frage vor, ob er alles getan hatte, was in seiner Kraft stand. Wenn er dies bejahen konnte, dann hatte er wohl ein Recht darauf, alles andere Gott zu überlaffen.

jetzt mit Hochdruck gear- ..

beitet. Der Bauer ist gegenwärtig bei der Früh­jahrsbestellung, die so sehr entscheidend ist für das zukünftige Wachstum.

Der Bauer hat jetzt zu pflügen, es muß geeggt und gegrubbert werden, um dem Boden die Winter­feuchtigkeit zu erhalten, die Ackerkrume feinkrümelig zu machen oder aber, um Unkraut, das unter den wärmenden Strahlen der Frühlingssonne selbst­verständlich auch aufgelaufen ist, zu vernichten. Es wird gewalzt, wo es der Zustand des Ackers fordert.

Auf vielen Feldern wurde gerade in den ver­gangenen letzten Wochen viel Mist gefahren, der Mist vom Wagen auf viele Haufen geworfen und dann sorgfältig gebreitet, so gleichmäßig verteilt, daß jedes Stückchen Erde der wertvollen Aufbau­stoffe, wie sie im Mist nun einmal vorhanden sind, teilhaftig wird. Die Städter, die auf ihren Wegen über Land an Feldern vorbeikommen, auf denen Mist gebreitet wird, haben längst aufgehört, gerade über diese Arbeit die Rase zu rümpfen. Wenn es Unvernünftige immer noch tun, so hat der Bauer für solche Leute bestenfalls ein berechtigtes spötti­sches Lächeln Er weiß zu genau, daß der Acker auf die Dauer nur durch Stallmist in gutem Zu­stande gehalten werden kann Das hindert ihn aber nicht, auch Kunstdünger zu streuen, der heute kaum mehr einem Felde oorenthalten wird. Die Düngung ist überhaupt ein besonderes Kapitel, sie ist auch für den Bauern fast eine Wissenschaft geworden, und wer auf diesem Gebiete am besten zu Hause ist, schneidet bei der Ernte am besten ab. Sorgfältig überlegt heute der Bauer, was seine Felder an Stallmist, an Kalk, Kali, Phosphor und an Stick­stoff brauchen. Wo ihm seine Erfahrung nicht sicher genug den Weg weist, da hilft ihm die Wissenschaft.

Die bäuerliche Arbeit ist über die reine Feld­bestellung hinaus unendlich vielseitig und oft genug, besonders um die Frühjahrszeit, drangen sich viele Arbeiten auf kurzem Zeitraum zusammen

Im Haus und im Hofe muß sich die Bauenn neben ihren vielen Pflichten um die Aufzucht der Gänse- und der Hübnerküken bekümmern. Dann sind schließlich auch die Ferkel da, die meist ihrer Obhut anvertraut sind, denn die Manner haben Tag für Tag auf den Feldern zu tun und kommen nur zum Essen heim, und zwar meist mit einem tüchtigen Hunger. Nicht wenige Frauen sind es auch, die selber auf den Feldern mitarbeiten, tja, so manche Frau weiß auch den Pflug zu fuhren.

Das ist ein erhebendes Erleben, wenn man Über­all dem pflügenden Bauern begegnet, der, ein Sinn­bild des Fleißes, im Dienste am Boden unserer Heimat und so im Dienst für das ganze Volk über die Felder geht. Sicherlich ist das Pflügen eine schwere Arbeit. Stundenlang im weichen Erdreich auf und ab zu gehen dem allein wäre mancher Städter schon nicht gewachsen. Aber die Gewohnheit ist es, die auch hier die Arbeit leichter werden laßt. Das Tier ist dabei dem Menschen ein treuer Helfer. So manches Pferd und so manche Kuh

26 Jahre alt ist und noch heute vor dem Pfluge geht, neben einem jungen Pferde so selbstver­ständlich, als könne es gar nicht anders sein. Es gibt sicherlich keinen Bauer, der einem solchen Tiere feine Liebe und Achtung versagte.

In den Tagen der vergangenen Woche herrschte auf den Feldern unserer Heimat ein besonders reges Leben. Es war mancherlei Arbeit noch nachzuholen, die das feuchtkalte Wetter der vorhergegangenen

Wir alle hier in Ober­hessen brauchen nicht weit zu gehen, um diesen kraft- * vollen bäuerlichen Men- sschen kennenzulernen. Der hessische Bauer ist allem echten Bauerntum noch so blutnahe, daß kaum zu befürchten ist, daß er je einer Verstädterung zum Opfer fallen wird. Heute weniger denn je zuvor!

Schöner als zu mancher anderen Zeit des Jahres ist es jetzt, über die Fel­der unserer Heimat zu gehen, denn überall auf den Feldern wird gerade

gehen schon jahrelang vor dem Pflug und kennen ihre Pflichten. Wer das Auge und den Sinn dafür hat, der kann erkennen, daß auch diese Arbeitstiere Charakterköpfe haben und im Laufe der Zeit dem Menschen, der sie leitet, mehr Kamerad geworden sind, denn nur Helfer bei der Arbeit. Auf einer Anhöhe vor Lich trafen wir einen jungen Bauern mit zwei Pferden vor feinem. Pflug, von denen eines den Weltkrieg mitgemacht hatte, nun schon

Wochen verhindert hatte. Da begegnete man auf manchem Felde nicht nur einem Bauern, der da pflügte oder eggte, nein, häufig genug waren und sind jetzt oft mehrere Gespanne unterwegs. Auf den größeren Aeckern ist das an sich schon üblich, und die Güter nehmen häufig genug einen Acker unter mehrere Pflüge und Eggen jetzt aber mußte auch der Bauer mit weniger großen Ackerstücken zu dieser rascheren Arbeitstechnik übergehen, wenn ihm genug Zugtiere und Hilfskräfte zur Verfügung standen. Jede Stunde mußte für die Frühjahrs­feldbestellung ausgenützt werden, zudem die Wetter­vorhersagen immer noch wenig zuversichtlich lauteten.

Der Bauer in der Landschaft in der schönen Gegend des Busecker Tales, im Hüttenberg, in der Wetterau, in den Tälern der Lahn, der Lumda, des Biebertals usw. ist überall das Bild des Friedens und der Naturverbundenheit, wie man sie auch dem Städter wünschen möchte.

Aber so vielen aus der Stadt ist es kaum ver­gönnt, den Bauern einmal bei feiner Arbeit zu sehen, denn werktags hat der Städter auch feine Pflichten, und er kann nicht spazieren gehen. Und wenn der Schaffende aus der Stadt feinen Sonn­tagnachmittags-Spaziergang hinaus ins Freie macht, dann gönnt sich der Bauer einmal einige Stunden der wohlverdienten Ruhe.

Am Sonntagvormittag, zwischen Kirche und Mittagessen macht aber auch der Bauer häufig einen kurzen Spaziergang über seine Felder, denn er will sich vom Stand der Saaten überzeugen, um seine Arbeit der kommenden Wochen entspre­chend einrichten zu können.

In den letzten drei Jahren sind sich Bauern und Städter zum Glück erheblich nähergekommen. Unter dem Einfluß nationalsozialistischen Geistes erkennt der Bauer ebenso wie der Mensch aus der Stadt die gegenseitigen Abhängigkeiten. Der Städter weiß heute mehr denn je zuvor, daß er dem Bauern für seine Arbeit dankbar zu sein hat. Der Bauer seinerseits weiß, daß er seine Kartoffeln nicht alle selbst essen kann.

Die großen Missionen aber hat der Bauer zu erfüllen. Er hat die Erzeugungsschlacht zu schlagen! Er hat dafür zu sorgen, daß Deutschland seine Nahrungsfreiheit gewinnt und unabhängiger wird, als es je in Vergangenheit und in der Gegenwart war.

Aber der Städter hilft ihm dabei! Genau gesagt, der Wissenschaftler hilft ihm! In den Instituten und Laboratorien wird mit äußerster Leistung ge­arbeitet. Ja, die Wissenschaft rüstet Forschungsexpe- bitionen aus, um mit den Ergebnissen den deutschen Bauern in seiner Arbeit zu unterstützen. Es sei in diesem Zusammenhang nur daran erinnert, daß deutsche Wissenschaftler unter der Leitung eines Gießener Gelehrten eine Forschungsreise bis in das Himalaja-Gebiet unternahmen, um dort Pflan­zen aufzusuchen und Samen zu sammeln, mit deren Hilfe in vielen Züchtungsversuchen Pflanzen entwickelt werden können, die auf den Böden un­seres Vaterlandes bessere Erträge bringen, als es mit den bisherigen Sorten unserer Kulturpflanzen der Fall war.

Eine wahrhaft große und schöne gemeinsame Aufgabe, an der hier Volksgenossen Bauern und' Wissenschaftler zu arbeiten haben!

*

Wie um so friedlicher kann auch heute der Bauer seiner Arbeit nachgehen, da er weiß, daß sie mehr geschätzt wird, als es in der schlimmen Zeit nach dem Kriege und vor der nationalen Erhebung der Fall war. Außerdem beweist es sich ihm täglich, daß der neue Staat stets dazu beizutragen bemüht ist, ihn auf Haus und Hof zu halten, ihm den Absatz seines Getreides, feiner Kartoffeln, der Eier, der Milch und des Obstes zu einem gerechten Preis zu sichern, der im rechten Verhältnis zu Arbeit und Mühe steht. Die Marktregelungen schützen ihn vor man­chem Nackenschlag und außerdem bleibt er vor Ueberoorteilungen bewahrt. Was das Erbhofgesetz anbetrifft, so gibt es dem Bauern das sichere Be­wußtsein, daß Blut von seinem Blute weiter auf dieser Scholle werken wird, auf dem schon er man­chen Schweißtropfen vergoß. Selbst wenn einmal schlechte Zeiten kommen, bann weiß er, baß Hof unb Ackernahrung noch lange nicht preiszugeben

Mehr als jedermann in der Stadt weiß der Bauer um den Kreislauf in der Natur. Niemand ist aber auch diesem Kreislauf so innig verbunden wie der Bauer. Das Wirken und die Erscheinungen der Natur bestimmen sein Handeln. Und seine Ar­beit wiederum ist es, sein Teil dazu beizutragen, daß alles wächst, was der Mensch braucht. Den Er­folg und den Segen hat Gott in der Hand. Er gibt und nimmt nach unerforschlichem Ratschluß. Bauer fein ist fast eine göttliche Berufung! So ist es denn «auch selbstverständlich, daß ' ine Grundlage für ein Volk, für dessen Bestand, für feine innere Kraft und für seine stetige Er­neuerung der bäuerliche Mensch ist.