Ausgabe 
25.3.1936
 
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Nr. 72 Drittes Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, 25.März 1956

Aus der Provinzialhauptstadt.

Wichtig für die Reichstagswahl.

Der Oberbürgermeister veröffentlicht im heutigen Anzeigenteil die Bekanntmachung über die Reichs­tagswahl am Sonntag, 29. März. Alle Wahlberech­tigten werden auf diese wichtige Bekanntmachung hingewiesen.

Die Ausstellung von St i m m f ch e i n e n kann beim Wahlamt (Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 17) nur bis einschließlich Samstag, 28. März, 13 Uhr, beantragt werden.

Für den Abstimmungsbezirk 12, seither im Gymnasium, ist der Abstimmungsraum in die Turnhalle dieser Schule (Eingang von der Bismarck­straße) verlegt worden. Die Straßen: Grünber­ger Straße, Heyerweg und Rödgener Straße mit Flughafen gehören nun zum 15. Abstimmungsbezirk, dessen Abstimmungsraum im Iustizgebäude, Hitlerwall 15, Strafkammersaal, sich befindet.

Vornoüzen

Tageskalender für Mittwoch.

NSDAP., Kreisleitung Wetterau: 20 Uhr Wahl­kundgebung in der Volkshalle. Es spricht Elsner von Gronow, Swinemünde. NSG.Kraft durch Freude": 20.30 bis 21.45 Uhr allgemeine Körper­schule im Lyzeum. Stadttheater: 19.30 bis 22.30 UhrDie blaue Mazur". Gloria-Palast, Selters­weg:Die klttgen Frauen". Lichtspielhaus, Bahn­hofstraße:Kater Lampe". Oberhessischer Kunst­verein (Turmhaus am Brandplatz): 16 bis 17 Uhr Ausstellung von Gemälden von Richard Geßner, Düsseldorf. Aliceschule, Hauswirtschaftliche Fach­schule: 11 bis 18 Uhr Ausstellung: Haushaltsschule: 14 bis 18 Uhr Ausstellung.

Stadttheater Gießen.

Heute von 19.30 bis 22.30 Uhr die Schlager­operetteDie blaue Mazur". Musikalische Leitung: Ernst Bräuer; Spielleitung: Paul Wrede: Tänze: Thery Schultheis. 23. Mittwoch-Abon­nement.

SportamtKraft durch Freude".

Der Großkundgebung wegen fallen heute sämt­liche Sporlkurse ans!

Reue NdF.-Zportkurfe ab 1. April.

Neue Reitkurse. Für Anfänger und Fort­geschrittene beginnen ab 1. April neue Kurse. Die Kosten betragen für den Mündigen Kursus für Mitglieder der DAF. 6, RM., für Nichtmitglie­der 9, RM. Anmeldung und Auskunft auf der Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18. Wer schon ein­mal an einem Reitkursus teilgenommen hat, muß sich ebenfalls neu in die aufliegenden Listen eintra­gen. Ab 1. April kommt ein Nachholen der bisher versäumten Stunden nicht mehr in Frage.

F e ch t k u r s e. Auch in dieser schönen Uebungs- art sind Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene vorgesehen, für Frauen Florettkurse, für Männer Säbelkurse. Die Kosten sind so niedrig gehalten, daß es allen Volksgenossen möglich sein wird, da­ran teilzunehmen. Waffen werden gestellt. An­meldung und Auskunft auf der Geschäftsstelle.

Kurse für Rollschuhlaufen. Es werden sicher viele Volksgenossen Lust und Liebe haben, das Rollschublaufen zu erlernen. Unter Leitung von bewährten Lehrkräften ist in unseren Kursen dazu Gelegenheit geboten. Wer macht mit? Anmeldung auf der Geschäftsstelle. Rollschuhe werden gestellt.

Schacht urfe. Schachturnier in Frank­furt. Unsere Schachkurse, zu denen jetzt schon An­meldungen vorliegen, wollen für dieVerbreitung dieses außerordentlich wertvollen Spiels werben. Für An­fänger und fortgeschrittene Svieler werden U"bungs- möglichkeiten in den Abendstunden eingerichtet. Vom Karfreitag bis Ostermontag findet in Frank­furt a. M. ein Schachturnier statt, an dem alle Volksgenossen teilnehmen können. Für die Sieger stehen Ebrenpreise zur Verfügung. Anmeldung auf der Geschäftsstelle.

Frühling auf der Wasierkuppe.

Von Karl Oern.

Dem Kalender nach soll ja überall schon Frühling sein. Wie man aus den Zeitungen lesen kann, blü­hen an der Bergstraße schon die Pfirsich- und Aprikosenbäume, feierte man Baumblütenfeste und veranstaltet Vereinsomnibusfahrten in die Baum­blüte. Manchmal wird auch der erste Maikäfer oder Schmetterling als dererste Frühlingskünder" pflicht- und traditionsgemäß auf der Redaktion ab­geliefert. Das sind eigentlich alles Zeichen, daß der Frühling mit Brausen naht.

Und doch sind wir hier oben auf der Wasserkuppe noch nicht ganz aus unserem bald halbjährigen Winterschlaf erwacht. Noch liegen an den Nord- und Osthängen Schneereste, die nicht so schnell von der natürlichen Bildfläche verschwinden wollen. Noch pfeift der Wind mit großem Getöse um die paar Gebäude und versucht immer wieder besonders von der Ostseite her, die Fensterscheiben einzudrücken. Der Ofen unserer Zentralheizung muß rauhe Men­gen Koks schlucken.

Ab und zu ist es draußen ja ein bißchen warm, die Sonne versucht es wenigstens, auch uns in 950 Meter Höhe zu zeigen, daß sie noch heiß genug ist, um die kleine, kümmerliche Erde zu bescheinen. Einige Tage geht es mal, es ist richtige Frühlings­stimmung. Die weiten graugelben Flächen der Wie­sen zeigen einen grünlichen Schimmer, Sträucher und Bäume, soweit welche vorhanden sind, tragen einige wenige Knospen.

Aber lange dauert das alles nicht. Eines Morgens liegt wieder der dicke Nebel oder, wie wir sa­gen, die Knofe über dem ganzen weiten Raum, und mit dieser naßkalten Erscheinung kommen die Regenwolken aus dem Westen, bleiben hier oben hängen, und dann ist für uns wieder mal tage­vielleicht auch wochenlang die Welt grau in grau. Kommt mal einer vom Tal herauf und erzählt er uns, wie warm es unten ist, daß die Landleute ihre Frühjahrsarbeit bald fertig haben und daß nur hier oben so ein ganz mieses Wetter herrsche, all' das kann uns nicht rühren und nicht weich stimmen, besser wird es davon bei uns nicht.

Den Winter über und auch schon im Herbst hatten wir oft genug dies ungemütliche Wetter mitgemacht, und uns daran gewöhnt, und jetzt war es noch nicht mal so schlimm.Laß es nur ein biß­chen toben, dann kommt man auch nicht auf Früh, lingsgedanken", meinte einer, und wir konnten ihm nur recht geben.

Was tat es, wenn morgens ein bißchen Schnee und wir an die wunderschönen Tage, wir nann-

Oie Preisaufgaben der Universität für 1936/37.

Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt:

Aus dem Zinsertrag der Osann-Beulwitz-Stiftung der Universität Gießen werden Reifestipendien für Studierende und andere wissenschaftlich gebildete Bewerber aller Fakultäten vergeben. Die Bewerber müssen eine von der Pflegschaft ausgeschriebene Auf­gabe bearbeitet und dafür den Preis erhalten haben. Die Preisaufgaben für das Jahr 1936/37 sind fol­gende:

l. Für S t u d i e r e n d e, die im Jahre 1936 oder im Winter 1936/37 mindestens ein Semester an der Universität Gießen immatrikuliert sind:

Aus dem Gebiet der theologischen Fakultät: Die Bilder vom Kampf in den Briefen des Pau­lus (einschließlich der Pastoralbriefe) und ihre Be­deutung für die sittlich-religiöse Haltung des Chri­sten."

Aus dem Gebiet der j u r i st i s ch e n Fakultät: Die rechtliche Tragweite der Verordnung des Reichs­präsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1933."

Aus dem Gebiet der medizinischen Fakultät: 1.In welcher Weise äußert sich eine Allergose am Auge?" 2.Häufigkeit, Art, Ursache und Dauer der in der Medizinischen Universitäts-Klinik Gießen von 1931 bis 1935 beobachteten Herzerkrankungen."

Aus dem Gebiet der veterinär-medizini­schen Fakultät:Untersuchungen über die Brauch­barkeit des Lentin-Merck bei Uteruserkrankungen des Rindes."

Aus dem Gebiet der philosophischen Fakul­tät: 1.Welche Gesichtspunkte der Moliere-Kritik las­sen sich an Hand des Misanthrope durchführen?" 2. Die Stellungstypen des Verbums im Urgermani­schen, unterschieden nach Haupt- und Nebensatz." 3. Die bisherigen polarisationsoptischen Erkenntnisse über den Feinbau der Sehzellen sollen auf die Onto­genese und auf Formen aller Wirbeltierklassen aus­gedehnt werden." 4.Wirtschaftlicher und sozialer Aufbau der Siedlungskörper im Lahntal."

II. Für andere wissenschaftlich gebil­dete Bewerber, und zwar:

ten sie St. Moritz-Tage, des Schilaufens erinnert wurden. Oder wenn es ganz fürchterlich regnete und dazu das bekannteWaschbüttenwetter" da war.

So gehen Tage dahin, wohl mit Frühlingsbrau­sen, aber ohne jedes weitere Erwachen in der Na­tur. Wenn die Sonne auch nur mal ganz wenig durch die Wolken blinzelt, werden die verschiedenen Segel- und Gleitflug-Maschinen zu ihrem ersten Start bereit gemacht, und wenn es ganz glücklich ist, bann haben wir auch den bekanntenguten" Wind und die neueSegelflugzeit" wird als er­öffnet angesehen.

Den paar Ausflüglern und Fremden, die so Sonntags mal zu uns kommen, gefällt es gar nicht wenn der Wind mit 18 bis 22 m/sek. weht, oder der Nebel alles einhüllt, sie verschwinden recht bald und sehen sich nach freundlicheren Gegenden in Deutschland um.

Nach 14 Tagen Regen, Nebel, Schnee und Hagel muß es ja schließlich auch besser werden. Eines Morgens ist tatsächlich die Sonne zu sehen, die Vögel zwitschern viel lustiger und, was besonders als Zeichen guten Wetters gilt, wir alle stehen früh auf. Wirklich, das ist schon eher Frühling, kleine Blumen gucken vorsichtig durch das grünende Gras, die Lerchen steigen hoch und singen, der Wind hat die Richtung, auf die schon lange gewar­tet wird, und bald denken wir nicht mehr an die regenschweren, knofedicken Tage. Wir haben nun anderes zu tun.

Segelflugmaschinen raus, starten, und eine Segel- slugprüfung nach der andern wird abgelegt. Es ist eine andere, viel freudigere Stimmung im ganzen Lager. Motormaschinen besuchen uns und die Pi­loten freuen sich, daß die Wasserkuppe aus dem Winterschlaf erwacht ist.

Es ist schon so warm und überall trocken, daß wir spazieren gehen und uns über Thermikfliegen und Wolkensegeln unterhalten können. Ein wunder­schöner Anblick ist es, in der warmen, klaren Luft so einige Segelflugzeuge ihre Kreise beschreiben zu sehen. Jeden kleinen Hangaufwind muß man erst ausnutzen, um sich hochschrauben zu können, und dann ist es Geschicklichkeit und Glück des Segelflug- Piloten, den Auftrieb der Wolken zu erkennen und diePfundshöhe" zu erreichen.

Mancher schafft es, er zieht dann stundenlang Kurve um Kurve, und mit Begeisterung kann er das schöne, grünende Rhöner Land von oben besehen.

Geräuschlos fliegen und gleiten die Riesenvögel, und kein unnötiger Lärm stört die wunderbare Ruhe und die große Erhabenheit der Natur.

Der Frühling ist da, langsam und zaghaft ist er auf der Wasserkuppe eingekehrt, oft gestört und

1. Dozenten der Universität Gießen, soweit sie nicht ordentliche oder planmäßige außer­ordentliche Professoren sind, die wissenschaftlichen Beamten der Universitäts-Bibliothek, die Assisten­ten der Universität, soweit sie nicht Studierende sind, die Lektoren und Repetenten;

2. Frühere Studierende der Uni­versität Gießen:

Aus dem Gebiet der theologischen Fakul­tät:Natürliche Theologie und Offenbarungs­theologie in den reformierten Bekenntnisschriften."

Aus dem Gebiet der juristischen Fakultät: Die Stellung der juristischen Person im inter­nationalen Privatrecht."

Aus dem Gebiet der medizinischen Fakul­tät:Reaktionen an der menschlichen Haut bei Ver­wendung von Grenzstrahlen."

Aus dem Gebiet der philosophischen Fa­kultät:Das Bauernhaus des westlichen Mittel­deutschland."

Voraussetzung für die Bewerbung unter II ist, daß die zu 1. Genannten mindestens im Jahr 1936 oder im Wintersemester 1936/37 an der Universi­tät im Amte stehen, für die zu 2. Genannten, daß sie ihre Studien zu einem erheblichen Teil an der Universität Gießen gemacht haben.

Die Preisarbeiten müssen in deutscher Sprache geschrieben sein und dürfen nur einen Verfasser haben. Die Arbeiten sind nach Wahl der Verfasser entweder unter Nennung des Verfassers oder in der für die Bewerbung um die staatlichen Preis­arbeiten üblichen Form vor dem 15. Mai 1937 beim Universitäts-Sekretariat einzureichen. Frühere Stu­dierende haben dabei den Nachweis zu liefern, daß die Voraussetzungen der Bewerbung erfüllt sind.

Heber die Zuerkennung der Preise entscheidet die Pflegschaft auf Grund von Gutachten der Fakul­täten. Die Urteile werden bei der Jahresfeier der Universität im Jahre 1937 verkündet. Die einge­reichten Arbeiten bleiben Eigentum der Verfasser.

Die Preise betragen: für die Gruppe I je drei­hundert Mark, für'die Gruppe II je sechshundert Mark.

unterbrochen von kaltem Ostwind, von dicker Knofe und wildem Regen.

Aber jetzt ist er da, und wir haben einen wun­derschönen deutschen Frühling auf einem herrlichen deutschen Berg.

Oie Witterung in der Weltgeschichte.

Zu unserem in Nr. 23 derGießener Familien- blätter" unter dem obigen Titel veröffentlichten Ar­tikel sendet uns ein Leser folgenden Zusatz:

Daß die Witterung einmal in der Geschichte der Stadt Gießen eine sehr bedeutende Rolle gespielt hat, geht aus einem Aufsatz hervor, der sich im Jahrgang 1813 desGießener Anzeigers" findet, der sich damals noch bescheidenGießener Anzei­gungsblättchen" nannte. Es handelt sich hier um eine Chronik der Stadt Gießen im Dreißigjährigen Kriege, der ^Verfasser ist mutmaßlich der Professor der Medizin Ernst Ludwig Wilhelm Nebel (1772 bis 1854), der sich als Lokalhistoriker betätigt hat.

Der Chronist meldet für das Jahr 1646:

Die Schweden forderten von dem Landgrafen, daß er ihnen Gießen einräumen und die kaiserlichen Regimenter wegschicken sollte. Beides wurde ver­weigert. General Eberstein zog sein Heer unter den Wällen von Gießen zusammen. Da wegen anhal­tender Dürre der Wallgraben ziemlich seicht war, gedachten die Schweden, den 12. Juli in der Mor­gendämmerung die Stadt zu überrumpeln und kamen mit Faschinen und anderen Werkzeugen, um Gräben und Wälle zu übersteigen. Sie fanden aber die Garnison und Bürgerschaft auf dem Wall zu ihrem Empfang bereit und zogen daher ab. Sie machten hieraus Anstalten, Bomben in die Stadt zu werfen. Jedermann bangte vor dem Schrecken einer Belagerung und Beschießung, als Gottes Güte auch dieses Unglück von der Stadt abwendete. Nämlich es entstand den 14. Juli ein so starkes Gewitter mit Hagel und Platzregen, daß das Wasser tief in allen Feldlagern stand und die angebunde­nen Pferde sich losrissen und teils in der Lahn um­kamen, teils sonst zerstreut wurden, so daß die Soldaten selbst bekannten, Gott streite für diese Stadt. Die Feinde hielten sich darauf wegen des an­dauernden Regens und Morastes ziemlich ruhig. Den 29. schickte der Landgraf den Superintenden­ten D. Feuerborn als Abgesandten in das schwe­dische Lager nach Heuchelheim, welcher von dem schwedischen Generalfeldsuperintendenten Michael Lu- dovici freundlich aufgenommen wurde. Am nächsten Morgen wurde er zu dem Generalfcldmarschall Wrangel gebracht. Hier sprach er mit solcher männ­lichen, eindringlichen Beredsamkeit dem Landes-

Oer Fischmittwoch.

Jeder Gau des Deutschen Reiches hat in diesen Monaten der reichen Fischernte einen zusätzlichen Fischtag eingeführt, an dem die Hausfrau ein Fisch­gericht auf den Tisch bringen soll.

Vor einiger Zeit konnte man in den Zeitungen lesen, daß die deutsche Hochseefischerflotte um 15 Fahrzeuge vermehrt wurde. Das ist geschehen, um den deutschen Fischern neue Erwerbsmöglichkeiten zu schaffen. Mit dem gesteigerten Fischfang allein ist es aber nicht getan, wenn der Absatz nicht Schritt damit hält. Fische können heute in völlig frischem Zustand bis in den kleinsten Ort geliefert werden.

Um der Hausfrau zu zeigen, wie vielseitig und nahrhaft der Fisch ist, um auch das letzte Miß­trauen gegen dieses preiswerte *Volksnahrungsmittel zu beseitigen, veranstaltet die Abteilung Volkswirt­schaft-Hauswirtschaft im Deutschen Frauenwerk ständig Kurse und aufklärende Vorträge.

Für den Gau Hessen-Nassau wurde der Mitt­woch zum F i s ch t a g bestimmt. Zu diesem Tage werden besonders viel frische Fische angeliefert. Nun ist es an uns, zu helfen, daß der Fischer genügend Arbeit und Brot erhält, indem wir für den Absatz der Fische sorgen und an jedem Mitt­woch Fische essen.

Erfolgreiches Gastspiel des städtischen Orchesters Gießen in Offenbach.

Aus dem Büro des Stadttheaters wird uns ge­schrieben:

Unser städtisches Orchester erhielt vor einigen Tagen die ehrenvolle Verpflichtung, unter der Stab­führung von Professor Dr. Temesvary in Offenbach ein großes Beethoven-Konzert zu geben. Einheitlich spricht die Presse von einem musikali­schen Ereignis für Offenbach. Nach längerer, durch wirtschaftliche und politische Verhältnisse bedingter Pause ist es den Bemühungen der NSKG. und den kulturfördernden Bestrebungen der Stadtver­waltung gelungen, eine Anzahl Symphonie-Kon­zerte zu veranstalten. Nur Werke Beethovens, als des größten Symphonikers aller Zeiten, standen auf dem Programm. Mit starkem Beifall erfuhr dieEgmont-Ouvertüre" eine plastisch musikalische Gestaltung der charaktervollen Themen. Dann wurde das einzige Violinkonzert Beethovens,Vio- lin-Konzert in D-dur" op. 61, mit der bekannten Künstlerin Maria Neuß als Gast zu gehaltvoller, eindringlicher Wirkung gebracht. Die Presse nennt die vollendete Wiedergabe dieses klassischen Konzerts ein Erlebnis. Als Abschluß erklang die dionysische VII. Symphonie in A-dur" op. 92 in übersprudeln- der Lebensfreude und voll lachender Heiterkeit. Einstimmig war das Lob über die ausgezeichnete Aufführung durch das städtische Orchester. Vor­nehmlich dem Umstand, daß unser in allen Gruppen ausgezeichnet besetztes Orchester aus lauter Musikern besteht, bei denen sich die reifere Jugend als er­frischendes Element in erfreulichster Weise bemerk­bar macht, glaubt man besondere Bedeutung bei­messen zu können. Schwer nur läßt sich die Herz­lichkeit des Beifalls der begeisterten Zuhörer be­schreiben, der allen Künstlern Dank sagte für ein Konzert, wie es in Offenbach lange nicht gehört wurde, und für ein beglückendes musikalisches Er­lebnis. Für unser junges Orchester bedeutet dieses Gastkonzert in Offenbach ein neues Blatt in der Serie feiner Erfolge.

Deutsche Zügerschast.

Jagdkreis Gießen.

Der Kreisjägermeister des Kreises Gießen gibt bekannt:

Wegen Verzögerung in der Belieferung mit Gift­eiern, die bis zum Ende dieser Woche eintreffen, werden als Tage für die Krähenbekämpfung unter Aenderung meiner Anordnung vom 22. Februar 1936 bestimmt: Auslegetag: Montag, 30. März, Be­kämpfungstage: 31. März bis 2. April einschließlich.

fürsten und der Stadt zum Besten und stellte die allgemeine Not so dringend vor, daß der schwe­dische Assistenzrat Alexander Erskine mit ihm in die Stadt geschickt wurde zum Landgrafen. Worauf Sonntags, den 2. August, die ganze schwedische Kriegsarmada aufbrach und wegzog."

Die Belagerung der Stadt Gießen fällt in die Zeit desHesfenkrieges". Niederhesfen mit Kassel als Hauptstadt kam in Fehde mit Hessen-Darm­stadt, weil Kaiser Ferdinand II. das ganze unter dem Landgrafen Philipp vereinigte Land Hessen- Darmstadt zugesprochen hatte. Die Schweden ver­einigten sich mit den Niederhessen. ImHessen­kriege" wurde die Burg Gleiberg zerstört. Der in dem mitgeteilten Berichte erwähnte Superinten­dent Feuerborn war 1587 zu Herford geboren, er starb zu Gießen am 6. Februar 1656. Sein lebens­großes Bild ist in der Kapelle des alten Friedhofs zu sehen.

Hochschulnachrichten.

Der Münchner Zoologe Professor Dr. Ludwig D ö d e r I e i n ift im Alter von 80 Jahren g e - ft o r b e n. Döderlein, einer der hervorragendsten und vielseitigsten zoologischen Systematiker der älteren Generation, lehrte früher in Straßburg und war auch zwei Jahre lang Lehrer an der Medizinschule in Tokio.

Geh. Rat Professor Dr. Julius P i r s o n, Ordi­narius für Romanische Philologie an der Univer- sität Erlangen, ist wegen Erreichung der Alters­grenze von den amtlichen Verpflichtungen entbun­den worden.

Professor Dr. Hans Oppermann, Extraordi­narius für Klassische Philologie an der Universität Heidelb e r g, ist zum ordentlichen Professor an der Universität Freiburg ernannt worden.

Zeitschriften.

Der Bergsteiger". Verlag F. Bruck- mann AG. Das März-Heft ist zum Teil dem Früh­jahrsskilauf gewidmet. Der bekannte Vortrags- meifter und Lichtbildner Dr. Ernst Hanausek führt die Leser in die Dolomiten, in die Sella-Gruppe und auch auf die Marmolata. F. v. Dall'Armi er­zählt von beschaulichen Wintertagen in Sexten und eine Kurzgeschichte von Karl SpringenschmidHja, das Skifahren, sagt der Göggl" steht ebenfalls im Zeichen des Wintersports. Für die Felsgeher ent­hält diese Nummer einige Schilderungen schwieri­ger Fahrten, vor allem ist auf den Bericht Hubert Peterkas über eine Begehung der Pallavicinirinne, den direkten Großglockneranstieg zu verweisen.

Wahlkundgebung in der Volkshalle

Heute Mittwoch, 25. März, um 20 Uhr (pünktlich).

Es spricht einer der ältesten Reichsredner der RSDAp.

Elsner von Gronow. Swinemünde

überDer Kampf um unsere Freiheit in Deutschland und in der Welt".

Diese Kundgebung soll ein geschlossenes Bekenntnis der Gießener Bevölkerung zu Adolf Hitler werden. Kommt alle zu dieser Kundgebung und reiht euch ein in die Front des deutschen Volkes für Freiheit und Ehre und Gleichberechtigung.

Die Gliederungen, die sämtlich geschlossen an dieser Kundgebung teilnehmen, müssen spätestens um 19.50 Ahr vor der Volkshalle eingetroffen sein.

Am Iahneneinmarsch nehmen teil:

Die Fahnen der SA.» ein Ehrensturm der SA.

Die Fahnen der politischen Leitung, eine Ehrenbereitschast.

Die Bannsahne der Hitler-Jugend und des Jungvolks.

Oeffnung der Volkshalle um 19 Uhr. Die Volkshalle ist geheizt. Unkostenbeitrag 20 pf.

Kreisleitung Wetterau der RSDAp.