Ausgabe 
24.11.1936
 
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allgemeiner Erwartung geradezu in das Reich ein­fallen kann." So schreibt (Barnin unter den war­nenden StichwortenNicht noch einmal wie 1914!" undE i n Serajewo war genug!" England hat lange gebraucht, um diese politischen Realitäten beim richtigen Namen zu nennen. Wenn es sich be­stätigen sollte, daß die von Deutschland verkündete Einsicht, Moskau habe in Westeuropa nichts zu suchen, nun auch von England geteilt wird, dann besteht tatsächlich zum ersten Mal begründete Hoffnung auf eine gemeinsame Verständigung der europäischen Großmächte. Sind die Engländer be­kehrungsreif geworden, dann hätte der sowjetrus­sische Vorstoß nach Westen, der so viel Blut und Tränen kostet, wenigstens ein Gutes gehabt. Ev.

Der Zwischenfall auf Formosa.

England wartet auf die japanische Entschuldigung.

London, 23. Nov. (DNB.) Im Unterhaus gab Eden eine Darstellung des englisch-japanischen Zwischenfalles auf Formosa. Dort wurden drei bri­tische Seeleute verhaftet, weil sie angeblich ihren Mietkraftwagen nicht bezahlt hatten. Eden erklärte, daß im Gegensatz zu den Angaben der japanischen Polizei die Kraftfahrer ihr Geld erhalten hätten. Bei der Vernehmung auf der japanischen Polizei­station seien die britischen Seeleute Lügner ge­nannt worden und von dem die Untersuchung füh­renden Offizier mehrfach in das Gesicht ge­schlagen worden. Der Unterkiefer eines der Ma­trosen sei dabei gebrochen. Ein britischer Marine­offizier, der einzugreifen versucht habe, sei von dem­selben japanischen Polizeioffizier beschimpft worden, obwohl der britische Offizier Uniform ge­tragen habe.

Infolgedessen habe der britische Botschafter in Tokio der japanischen Regierung mitgeteilt, daß der Höflichkeitsbesuch des englischen Oberkommandieren­den der Chinastation in Hongkong nicht stattfinden könne, falls sich die japanischen Behörden nicht gehörig entschuldigten, der verantwort­liche japanische Polizeioffizier b e st r a f t werde, die verletzten Leute eine Geldentschädigung er­hielten und Maßnahmen ergriffen würden, um die Wiederholung eines solchen Zwischenfalles zu ver­hindern. (Lebhafter Beifall im ganzen Unterhaus.) Die japanische Regierung habe sich nicht in der Lagegefühlt.dieseGenugtuungsofort z u g e w ä h r e n , da sie die Angelegenheit erst selbst habe untersuchen wollen. Infolgedessen sei der Be­such des Oberkommandierenden vertagt worden. Die japanische Regierung habe nun, nachdem der Bericht des Untersuchungsgerichtshofes in Hongkong ihr zu­geleitet worden sei, eine Zwischenantwort übersandt, in der sie ihrem Bedauern darüber Ausdruck gebe, daß sich ein solcher unerfreulicher Zwischenfall ereignet habe. Sie veranstalte weitere Nachfragen. Solange die japanische Regierung nicht eine end­gültige befriedigende Antwort gegeben habe, sehe sich die britische Regierung nicht in der Lage, den Zwi­schenfall als abgeschlossen anzusehen.

Kunst und Wissenschaft.

Wechsel im Präsidium der Reichskammer der bildenden Künste.

Der Präsident der Reichskammer der bildenden Künste, Professor Eugen H ö n i g, hat den Prä­sidenten der Reichskulturkammer, Reichsminister Dr. Goebbels, gebeten, ihn mit Rücksicht auf sein vorgeschrittenes Alter und zur Erfüllung per­sönlicher künstlerischer Aufgaben von seinem Amte zu entbinden. Reichsminister Dr. Goebbels hat diesem Wunsche entsprochen mit dem Ausdruck des Bedauerns und des Dankes für die großen Ver­dienste, die sich Professor Hönig beim Aufbau der Reichskammer der bildenden Künste erworben hat. Gleichzeitig hat Reichsminister Dr. Goebbels Professor Honig sein Bild mit einer besonders herzlichen Widmung überreichen lassen. Professor H ö n i g bleibt auch weiterhin Mitglied des Prä­sidialrates der Reichskammer der bildenden Künste und des Reichskultursenates. Als Nachfolger von Professor H ö n i g hat Reichsminister Dr. Goeb­bels das Mitglied des Präsidialrates der Reichs­kammer der bildenden Künste und des Reichskultur­senates Professor Adolf Ziegler in München zum Präsidenten der Reichskammer der bildenden Künste ernannt.

Musik großer Weister in Betrieben."

Die Höhepunkte des Winterprogramms des Deut­schen Rundfunks liegen bei den Betriebskonzerten, die unter dem MottoM ufik großer Mei­st e r i n B e t r i e b e n" in den verschiedenen (Bauen durchgeführt werden. Die dritte Reichssendung aus Betrieben in Zusammenarbeit mit der Funkwalter- organifation der Deutschen Arbeitsfront bringt der Deutsche Rundfunk am 25. November von 12 bis 13 Uhr aus dem Freizeitraum der Kammgarnspin­nerei Stöhr & Co. in Leipzig. Es wirken mit das Leipziger Sinfonieorchester unter Generalmusik­direktor Weisbach, Margarete Teschemacher und Torsten Ralf von der Staatsoper Dresden.

Geheimrat Biers 75. Geburtstag.

Am 24. November feiert Geheimrat August Bier feinen 7 5. Geburtstag. Zu diesem erhielt er aus allen Teilen des Reiches die herzlichsten Glück­wünsche. Die Reichsärztekammer und das Haupt­amt für Volksgesundheit in der Reichsleitung der NSDAP, sandten ein Telegramm, in dem es heißt: Herrn Geheimrat Prof. August Bier, dem Vor­kämpfer einer neuen deutschen Heilkunde, dem be­währten Belehrer deutscher Jugend, dem großen deutschen Arzt, herzlichste Glückwünsche und wei­tere Erfolge auch in der Zukunft." Auch der stell­vertretende Reichsärzteführer Dr. Bartels sandte ein herzliches Glückwunschtelegramm.

Neues Bühnenwerk von Dr. Georg Büchner.

Der Darmstädter Fabrikant Dr. Georg Büch­ner, der schon als Verfasser einiger Dialekt-Lust­spiele bekannt wurde, hat eine neue KomödieD e r Erbprinz" vollendet, die vom Deutschen Grenz­land-Theater in Görlitz zur Uraufführung in dieser Spielzeit angenommen wurde.

Nachruf.

Am Samstagvormittag verschied nach kurzem, schwerem Leiden unsere Mitarbeiterin

Marie Lina Etzelmüller

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Betriebsführer und Gefolgschaft des Heeresbauamts Gießen.

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Dr. Ullrich (Gotha)

in das Internationale Institut zur Vereinhelllichung des Privatrechls in Rom berufen.

Die Preffestelle der Akademie für Deutsches Recht teilt mit: Exzellenz Mariano d'A rn e li 0 , Chef des Obersten Gerichtshofes des Königreichs Italien und Präsident des Instituts internazionale di Roma per lunificazione del diritto privato (Internationales Institut zur Vereinheitlichung des Privatrechts in Rom) hat unter Zustimmung des Präsidenten der Akademie für Deutsches Recht, Reichsminister Dr. Frank, den Generaldirektor Dr. jur. Hans Ull­rich (Gotha), den Vorsitzenden des Ausschusses für Versicherungsrecht der Akademie für Deutsches Recht, in das von dem italienischen Regierungschef Benito Mussolini gegründete vorgenannte Institut in Rom berufen.

Büchertisch.

Werner Beumelburg: Der Front­soldat. Erzählungen. Mit einem Nachwort von Ernst von Pfeffer. (Nr. 7326.) Kartoniert 35 Pfennig, im Meisterband (Ganzleinen) 1 Mark. Philipp Reclam jun., Verlag, Leipzig. (366) Dieses Bändchen ist unmittelbar aus dem Kriegs­erlebnis geboren. Wir begleiten einen jungen Deut­schen auf seinem Weg von der Schulbank über die Ausbildungszeit zur Front, wir erleben mit ihm die ersten Schlachten und die ersten Bewährungen im Angesicht des Todes, wir sehen den Knaben zu einem jener harten Frontkämpfer reifen, die illu­sionslos, wortkarg und todbereit bis zum Letzten ausharren. Die Kameradschaft her Front lebt in diesem Werk, die Kameradschaft über den Tod hin­aus, die alle die gefallenen Kämpfer brüderlich in sich schließt.

Karl Richard Ganzer:9. Novem­ber 1 9 2 3". Aus der SammlungDie junge Reihe des Verlages Albert Langen / Georg Müller in München. Preis geh. 0,50 Mark. (418) Ein Historiker der jungen Generation umreißt in knap­pen, lebendigen Zügen die Vorgänge des 9. Novem­ber. Seine Darstellung gewährt tiefe Einblicke in die Vorbereitungen zu jener revolutionären Er­hebung, die das dunkle Spiel des Separatismus durchkreuzen und die bolschewistische Gefahr mit einem Schlage vernichten wollte, und die im Blute der Ermordeten vor der Münchener Feldherrnhalle erstickt wurde. Ihr Opfer gewann zehn Jahre später vor dem ewigen Gericht der Geschichte seine Recht- ferfigung mit dem Sieg der nationalsozialistischen Idee: Aus ihrem Glauben erstand das neue Reich.

Gottfried R0 thacker : Sud eten- deutschtum. Aus der SammlungDie Junge Reihe" des Verlages Albert Langen-Georg Müller in München. Preis 0,50 Mk. (417) Das Schicksal des sudetendeutschen Volkes ist selten auf engstem Raum so packend geschildert worden. Das Büchlein erzählt von der Geschichte der Sudeten- deutschen, von ihrer Heimat und Herkunft, ihrer

künstlerischen Arbeit und handwerklichen Tüchtig, feit, und stellt diesem früheren nationalen, wirt­schaftlichen und kulturellen Wohlstand die heutige völkische Not gegenüber, zu der sie vom tschechischen Staat trotz allen humanen Versprechungen vor den Augen der Welt verurteilt worden sind. Aber hem­mungslose Entrechtung wird sie nicht zerbrechen, vielmehr ihre Liebe zum Mutterlande stärken und ihren Glauben festigen, daß eines Tages die Wahr­heit über Unrecht und Verrat triumphieren wird.

D r. Wolf Strache: Kleine Liebs zu Columbus. Ein Autotagebuch in Bildern. Preis gebunden 1,80 Mk. Deutsches Verlagshaus Bong & Co., Berlin W 35. (398) Columbus ist ein kleiner Wagen, zwei junge fröhliche Men­schen sitzen am Steuer, alles was an der Straße liegt gehört ihnen. Sie fingen in den hellen Tag hinein, ob auf sonniger Fahrt oder bei nächtlicher Panne, immer herrscht in diesem Büchlein ein von Herzen heiterer Ton, der auch aus den frischen Naturaufnahmen und humorvollen Bildern auf den Leser und Beschauer überströmt.

Wetterbericht

des Relchswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Das über dem Festland liegende Hochdruckgebiet hat sich unter rascher Abschwächung etwas nach Osten verlagert. Es ist auch weiterhin für unser Wetter bestimmend, doch nimmt die Neigung zu Nebelbil­dung im Südwesten und im Norden des Reiches wieder zu. Mit dem Einfließen etwas feuchterer Luft aus Westen wird sie sich in der nächsten Zeit vor­aussichtlich auch in unserem Gebiet verstärken.

Aussichten für Mittwoch: In den Niede­rungen vielfach Nebel, sonst heiter und trocken, bei schwachen Winden nachts Frost.

Aussichten für Donnerstag: Vielfach dunstig, aber im ganzen trockenes Wetter, Tempe­raturen wenig geändert.

Lufttemperaturen am 23. November: mittags 2,6 Grad Celsius, abends1,9 Grad; am 24. November: morgens4,3 Grad. Maximum 2,6 Grad, Mini­mum heute nacht5,3 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. November: abends 1,1 Grad; am 24. November: morgens 0,6 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 6,7 Stunden.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. X. 36: 10 00(L Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Psi mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.

Mittwoch, den 25. Novemb. 1936, nachm. 2 Uhr, versteigere ich dahier, Neuenweg 28 (Verfterge- rungslokal) bzw.an Ortu.Stelle, zwangsweise gegenBarzahlung: Büro-, Haus- und Ladenmöbel, Schreib- u. Nähmaschinen, Schuh­machernähmaschinen, Kassen- schränke, Negistrierkasfen,, 2 Kraft­verstärker, verschied. Radiogeräte, Warenregale, 1 gold. Uhr. Klei­der-, Mantel-, Kostüm- u. Vor­hangstoffe, Möbelstoff, Damen­mäntel, Körbe, Kordel, Hanfstricke, Hüte, Mützen, Haushaltungs- gegenstände aller Art, 2 Schnell­waagen, ferner bestimmt: Bücher verschied. Inhalts. 7447A

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Erst Erkältung, dann Grippe

ist die übliche Reihenfolge. Erkaltungen oder den ersten Grippe-An­zeichen sofort wirksam begegnen, heißt schwere Erkrankungen in der Regel verhüten. .

Am besten dreimal täglich eine Taffe heißen Tee, dem ein Guß Klosterfrau-Melissengeist zugefügt ist, trinken, und zwar bei jeder Erkältung oder leichteren Störung des Befindens. Die meist wohl­tuende und notwendige Schweißbildung, die die Krankheitserreger bekämpft und unwirksam macht, wird dadurch begünstigt.

Eine sehr gute Methode der Vorbeugung ist auch bei häufigem Witterungsumschlag, überhaupt bei sogenanntem Grippe-Wetter, regelmäßig täglich zwei-bis dreimal ein Medizinglas, enthaltend ein Teil Klosterfrau-Melissengeist und zwei Teile Wasser, zu trinken, und zwar morgens nüchtern, mittags und abends nach dem Essen. Ist Erkältung bereits da, versuche man folgende Schnellkur: Je einen Eßlöffel Klosterfrau-Melissengeist und Zucker in einer Tasse gut um­rühren, kochendes Wasser hinzufügen und möglichst heiß zwei Tassen dieses Gesundheits-Grogs vor dem Schlafengehen trinken.

Halfen Sie deshalb in Ihrer Hausapotheke stets Klosterfrau« Melissengeist vorrätig. Erhältlich bei Ihrem Apotheker oder Drogisten in Flaschen zu RM. 2.95, 1.75 und 0.95. Nur echt in der blauen Packung mit den drei Nonnen.7005V

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vmevW des SklunllAlzMeus In den WWen Waldungen für 1937.

Im Wege des schriftlichen Angebots soll das Rücken des Stammholzes in den städtischen Waldungen öffentlich vergeben werden, und zwar:

Los 1: Abt. 54b = 100 fm in Betten zu rücken, För­sterei Rödgen.

Los 2: Abt. 55a, c = 100 fm in Betten zu rücken, Försterei Rödgen.

Los 3: Bersch. Abt. = 350 fm auf die Wege zu rücken, Försterei Rödgen.

Los 4: Abt. 28d, 29 = 130 fm auf die Wege zu rücken, Försterei Rödgen.

Los 5: Abt. 88b = 2500 fm in Betten zu rücken, Försterei Hochwart (Ausgleichshieb, Aus­führung zweifelhaft).

Los 6: Abt. 90a = 5080 fm, muß von der Fläche geschleift werden, Försterei Hochwart.

Los 7: Abt. 128 = 100 fm auf die Wege zu rücken, Försterei Hochwart.

Los 8: Abt. 121a = 45 fm auf die Wege zu rücken, Försterei Hochwart.

Los 9: Bersch. Abt. = 80100 fm auf die Wege zu rücken, Försterei Hochwart.

Schriftliche Angebote, getrennt für jedes Los, und mit der AufschriftAngebote für Waldarbeiten" ver­sehen, sind bis 74380

TUonfag, den 30. November 1936, 12 Uhr

im Stadthaus, Bergstraße, Zimmer 8, abzugeben. Zuschlagsfrist 8 Tage.

Gießen, den 23. November 1936.

Der Oberbürgermeister: Ritter.

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