Ausgabe 
24.9.1936
 
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kaust.

Schwurgericht in Gießen

geklagtes Knau- und Baumann diesen auserlegt, zu bestrasen.

Oberheffen

V o l h a r d (Frankfurt) gewählt. Der erste Dor-

Äas letzte Mal, Nr. 296045 - das nächste Mal vielleicht Sie !

bezüglich des Angeklagten Kraft hat sie die Staats­kasse zu tragen. m

Die Anklage vertrat Assessor Keyser. Die Ver­teidigung der Knaus lag in Händen des Assessor Dr D a n n e r. Der Angeklagte Kraft wurde von Rechtsanwalt Becker (Gießen), der Angeklagte Baumann von Rechtsanwalt Wittekind (Bu-

Sprechftunden der Redaktion.

11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samslagnoch. mittag geschloffen.

Früchte gehen, in Zehnpfundkörbchen verpackt, ms ( westfälische Industriegebiet. Der Eisenbahnversand Kl hat die einheimischen Fuhrleute abgelöst, die in unt«mhm-r E. früheren Jahren den Ueberschuß der Zwetschen- übertragen.

, . ____ roomnrPiinn im nherPTI VvaelS- ihkLM Endk

staltet im 5^urhaus von Bad Hersfeld. 22: Nachrich­ten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30:

Preußen.

Ein Los weitergegeben, das 50 000 Mark brachte.

Streif um einen Gewinnanteil.

Der Kongreß der Naturforscher und A e r z t e in Dresden vereinigte die beiden Haupt­gruppenAerzte" undNaturforscher" in der ersten gemeinsamen Sitzung. Professor Dr. Oehlkers (Freiburg) sprach über denStand der Forschun­gen über die Chromosomen als Träger der Erb­anlage". Professor L. Bergmann (Breslau) be­handelteHochfrequente Schwingungen und Ultra­schall". Professor Dr. F. T r e n d e l e n b u r g (Ber­lin) berichteteAus dem Grenzgebiet der physika­lischen und physiologischen Akustik". Professor Dr. Gütlich (Köln) sprach überSchallrichtungsbe­stimmung und Bestibularapparat".

Unter den Sonderveranstaltungen waren die Vorführungen medizinischer und na­turwissenschaftlicher Filme bemerkens­wert, von denen der sogenannteBlutfilm" und dem FilmWunder, die das Mikroskop erschließt", zum ersten Male einer breiteren Oeffentlichkeit ge­zeigt wurden. Der Blutfilm enthält ausgewählte Kapitel aus der Physiologie und Pathologie des Blutes. Die roten und weißen Blutkörperchen, der Gerinnungsoorgang und die biologischen Fähig­keiten des Blutserums wurden an zahlreichen Prä­paraten, Kurven und Tabellen erläutert. Der Film Schleichendes Gift" gibt eine Uebersicht über die Geschichte, den Verlauf und die Behandlung der Syphilis. In dem FilmDer Mann ohne Gedächtnis" wird das Verhalten eines Menschen gezeigt, der durch eine Gasvergiftung die Fähigkeit verloren hat, Sinneseindrücke länger als eine Sekunde im Gedächtnis zu behalten. Die Ge­schichte der Entwicklung des Mikroskops zeigt der FilmWunder, die das Mikroskop erschließt". Be­sonders schön sind die Aufnahmen von Lebensvor­gängen im Tier- und Pflanzenreich. DerSerum- Film" stellt die Gewinnung der Heilsera von immunisierten Pferden sowie die Herstellung des Diphtherie-Serums dar.

Rundfunkprogramm

Freitag, 25. September.

ernte aus unserer Gemarkung im oberen Vogels­berg absetzten und mit ihren tuchuberspannten Wa° gen bis in die Gegend von Lauterbach fuhren. Galläpfel werden hier zum Preise von 2,50 Mark je Zentner von Franksurter Händlern ausge-

Lvd Marburg, 23. Sept. Ein lunger Mann aus dem Kreisort B u r g h ° l z hatte in einem hiesi­gen Lotteriegeschäst ein Los der vor,ahrigen Ar- b - i t - b e s ch a s s u n g s l o t t e r i e erworben, das er nach seiner Rückkehr ins Heimatdorf einem alten Nachbar verkaufte. Der Zufall wollte es, daß dieses Los mit einem Haupttreffer in Hohe von 50 00 0 R M. herauskam. Der junge Mann erhob nunmehr Ansprüche auf di- Hälfte des Gewmnes und begründete diese damit, daß ihm der alte Mann bei Ueberlassung des Loses im Falle eines Gewinnes die Hälfte versprochen habe. Wegen diests angeb­lichen Versprechens kam es zu großen Memungs- Verschiedenheiten und schließlich zu einem Prozeß. Nach mehreren ergebnislosen Gerichtsterminen schlossen die beiden streitenden Parteien einen Ver­gleich. Der junge Mann erhielt von dein großen Gewinn 3000 RM.

Kreis Dehlar

Unterhaltungskonzert.

Gietzener Wochenmarkipreife.

* Gießen , 27. Sept. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: D. f. Molkereibutter 1,57 Mark, f Rtolkereibutter Vi kg 1,52 Mark, Landbutter M^ maXbiitter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf. Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, Kuhl- hauseier, Klasse D 12, Wirsing, grün, % kg 7 bis 8, Weißkraut 5 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 5 bis 8, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 10 bis 15 Römischkohl 8, Bohnen, grün 15 bis 20, gelb 15 bis 20, Unterkohlrabi 8 bis 10, Erbsen 20 bis 30, Feldsalat 80, Tomaten 15, Zwiebeln 8 bis 10 Meerrettich 30 bis 35, Kürbis 5 bis 6, Pilze 15 bis 20, Kartoffeln, 5 kg 40 Pf., 50 kg 3 50 bis 3,70 Mark, Frühäpfel, % kg 10 bis 20 Pst Falläpfel 3 bis 6, Birnen 10 bis 15, Zwetfchen 7 bis 8, Nüsse 40, Brombeeren 35, Preiselbeeren 35 bis 40 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 60 Pst Blumenkohl 10 bis 40, Salat 5 bis 15, Salatgurken 10 bis 30, Einmachgurken 2 bis 5, Endivien 5 bis 10, Oberkohlrabi 4 bis 8, Lauch 5 bis 8, Sellerie 20 bis

o Wißmar, 21. Sept. Der Neubau der leinkinderschule wurde dem hiesigen Bau-

~ Pfeiffer zur Ausführung uuttnu^.u - Die Zwetfchen ernte geht ihrem Ende entgegen, so daß fast täglich Waggons voll Zwetfchen verladen werden konnten. Das ernte« ergebnis war außerordentlich reichlich.

(7^Frankenbach,20. Sept. Am Donnerstag wurden durch das Arbeitsamt in Wetzlar die rest­lichen Arbeitslosen aus unserer Gememos für die Arbeit an der R e i ch s a u t o b a h n (an der Strecke Steinbach bei Gießen) antzefordert. Bei der jüngsten Schweine-Zwrschen- z ä h l u n g wurde in unserem Orte insgesamt em Bestand von 304 Schweinen festgestellt. Inden Monaten Juni, Juli und August wurden 46 Kalber

wendig sind.

Den Abschluß der 94. Versammlung der Gesell­schaft deutscher Naturforscher und Aerzte bildete die zweite allgemeine Sitzung mit dem ThemaFör­dernde und lenkende Stoffe in der unbelebten und belebten Natu r". Da­mit wurde den Tagungsteilnehmern aus dem Ge­biet der Naturwissenschaften eine wichtige Frage unterbreitet Der naturwissenschaftliche Geschäfts­führer, Prof. Zaun ick (Dresden), dankte allen, die zum Gelingen der Versammlung beigetragen haben. Der Vorstand beschloß, die 95. Versammlung der Gesellschaft 1938 in Stuttgart abzuhalten. Als erster Geschäftsführer dieser Tagung wurde Prof. Grube (Stuttgart) bestimmt. Prof. Bosch schei­det satzungsgemaß aus. Zum dritten Vorsitzenden wurde Prof. G. von Bergmann (Berlin) ge­wählt. Für die aus dem Vorstand ausscheidenden Professoren Fitting (Bonn und B u m k e (Mün­chen) wurde Prof. Hamel (Berlin) und Prof.

Sin HZ.-Schreßabzeichen.

Wie der Reichsjugendpressedienst vom Amt für körperliche Schulung in der Reichsjugendführung er- fährt, wurde für besondere Leistungen im Klem- kaliberschießen ein HI. - Schießabzeichen geschaffen, das nach Vollendung des 15. Lebensjahres von jedem Hitlerjungen und von jedem Führer des Deutschen Jungvolks erworben werden kann. Die HJ.-Schießauszeichnung zeigt auf einem kleinen Emailleschild zwei gekreuzte Gewehre hinter einer Zielscheibe, die in der Mitte das Abzeichen der HI. trägt.

Bedingung für die Verleihung der Schießauszeich- nung ist die E r f üllun g derSo nder klass e innerhalb der drei für die HI. bestehenden Schieß- klassen. DieSonderklasse" erfordert u. a. bei der Anschlagsartliegend aufgelegt" mindestens 45 Ringe,liegend freihändig" mindestens 40 und kniend oder sitzend" mindestens 30 Ringe. Der Bewerber für die Schießauszeichnung muß im Be- sitze des Schießbuches der HI. fein und auch die Be­dingungen derAnfänger"- undAusbildungsklasse mit ihren Vorübungen erfüllt haben. Die Bedin­gungen der Sonderklasse sind auf besonderen Schei- den zu schießen, und zwar für jede Anschlagsart je eine Scheibe

Ferner wurde im Rahmen der Versammlung der Naturforscher und Aerzte die 73. Tagung der Gesellschaft für Zahn-, Mund und Kieferheilkunde eröffnet. Professor Hüb­ner (Breslau) begrüßte die Vertreter von Partei und Staat und die in- und ausländischen Wissen­schaftler. Der Reichszahnärzteführer Dr. Stuck sprach über die Bekämpfung der Zahn, faule. Vor wenigen Monaten habe er die Ar- ,

beitsgemeinschaft für Cariesforschung und -bekamp- sitzende Prof. Dr. Sauerbruch schloß die Ver- fung ins Leben gerufen, deren Leitung er Profes- sammlung mit dem Wunsch auf ein erfolgreiches for Hermann Schröder (Berlin) übertragen habe. Wiedersehen in Stuttgart 1938.

G K r o f d o r f, 21. Sept. Im Gasthaus Moos fand hier eine Tagung.der Ortsbauern­führer des hiesigen Bezirks statt. Es handelte sich um Besprechungen über die Einführung der M i l ch l e i st u n g s p f l i ch t k o n t r o l l e, die am 1. Oktober beginnt. Bezirksbauernführer Langsdorf wies darauf hin, daß die Pslicht- kontrolle, die jetzt eingeführt werde, einerseits tm Interesse der Volkswirtschaft und Volksernahrung liege, zum andern auch dem Bauer und Landwirt große Vorteile bringe. Nur auf dem Wege über die Leistungskontrolle sei es möglich, die schlechten Tiere auszumerzen. Aufgabe der Ortsbauernfuhrer sei es, in diesem Sinne überall aufklärend zu wirken. Lel- stungsinspektor W o l f - Albshausen sprach> dann eingehend über die praktische Seite der Pflichtkon­trolle. Im Gebiet des Tierzuchtamtes Biedenkopf werden vorerst 6000 Kühe im Kreise Biedenkopf und 4000 Kühe tm Kreise Wetzlar kontrolliert. Die Milchproben werden von örtlichen Probenehmern monatlich einmal entnommen, und es wird von je­der Kuh Menge und Fettgehalt sestgestellt. Wie se­gensreich sich bisher die Leistungsprufungen errate- fen haben, geht daraus hervor, daß feit Beginn der Kontrolle im Kreise Wetzlar im Jahre 1926 bis heute eine Leistungssteigerung von 600 Liter je Kuh im Jahr erreicht wurde.

HaftiWer, Aerzte und Zahnärzte in Dresden

Vorführung medizinischer Filme. Bekämpfung der Zahnfäule und der Viruskrankheiten.- Abschluß der Tagung.

geboren.

± Dornholzhausen, 20. Sept. Wohl selten haben unsere Landleute eine solche Rekorder n t e an Haselnüssen erlebt, wie in diesem Herbst. Alle Hecken sind mit Früchten stark behangen. Aus den umliegenden Orten kommen Erwachsene und Kinder, um den Segen mitzuernten. An einem Nach­mittag haben fleißige Hände bis zu 10 Kilogramm und mehr gepflückt. Leider muß man aber die Beob- achtung machen, daß die Früchte noch nicht alle reif sind und trotzdem schon abgebrochen werden. An diesen Früchten, ebenso wie an den nicht richtig nach­behandelten reifen Früchten erleben die Sammler feine Freude. Die Kerne verdorren oder faulen, und alle Mühe des Pflückens ist umsonst gewesen.

In feinen programmatischen Ausführung betonte Dr. Stuck u. a., daß die Jnterefsen der Volks­gesundheit einen möglichst hohen Leistungsstandard vom deutschen Zahnarzt verlangen. Nur die Lei­stung, d. h. Charakter, Wissen und Können, seien die ausschlaggebenden Gesichtspunkte, nach denen der kommende Einheitsstand auszurichten sei, der den Dualismus ZahnarztDentist aus der Welt schaffen werde. Bei der Zunahme der Zahnerkran- fungen in Deutschland komme der Zahnheilkunde eine erhöhte Bedeutung im Dolksgesundheitsdienit zu. Die wissenschaftlichen Vorträge zeigten über- einstimmend, daß das Problem der Bekämpfung und Verhütung der Zahnfäule nur gelost werden könnte, wenn eine zweckmäßige Umstellung ö er Ernährung durchgeführt wird.

Die kombinierte Sitzung der medizinischen Haupt­gruppe der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Aerzte brachte Vorträge über Virus-Krank- heiten, wie z. B. Pocken, Gelbfieber, Papageien- krankheit beim Menschen, Maul- und Klauenseuche oder Hühnerpest bei den Tieren. Die Erforschung der Virus-Arten hat in den letzten Jahren erheb­liche Fortschritte gemacht. Man kennt heute wett über hundert verschiedene Erreger dieser Art. Prak­tische Bekämpfung und wissenschaftliche Forschung liefern sich gegenseitig Kenntnisse, die zur Aus­rottung der gefährlichen Krankheitserreger not-

6 Uhr: Gute Nacht im Walde (Schumann) Morgenspruch; Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 9.45: Nur Freiburg: Nachrichten und Spvrtovrschau. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Bauern­funk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagsmusik zur Spätsommerzeit. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagsmusik zur Spätsom­merzeit. 14: Nachrichten, Wetterbericht der Reichs- raetterdienststellen Frankfurt a. M. und Köln. 14.10: Dem Opernfreund (XVII). Szenen ausFigaros Hochzeit" von Wolfgang Amadeus Mozart. 15: Volk und Wirtschaft. Wie ist unsere gewerbliche Wirtschaft heute organisiert? 15.15: Kochern an der Mosel. 16: Konzert. 16.45: Fidele Hühner. Begeg­nungen mit Ludwig Manfred Lommel, Karl Napp, Weiß-Ferdl, Peter Jgelhoff u. a. 17.30: 1. Der Winzer die Landschaft der Wein! Ein Funk- spiel. 2. Berge und Bauern. Eine Betrachtung. 18: Musik zum FeierabLnd. 19: Kammermusik. 19.40: Der Zeitpunkt bringt den Tagesspiegel. 20: Nach­richten. 20.10: Lachender Herbst. Ein Bunter Abend, L)verroyiraoi 4 oiv o, u v« «, ---

in Gemeinschaft mitKraft durch Freude". Veran-1 25, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 10 Ps.

Am gestrigen dritten Verhandlungstag standen die Angeklagten Kätchen Knaus zu Düdelsheim, 26 Jahre alt, Heinrich Peter Kraft zu Düdels­heim und Richard Baumann aus Eichen vor den Schranken des Schwurgerichts. Die Anklage lautete gegen die Angeklagte Knaus auf Mein­eid und versuchte Abtreibung, gegen den Ange­klagten Kraft ebenfalls auf Meineid. Dem An­geklagten Baumann legte die Anklage zur Last, im Oktober 1935 oder um diese Zeit der Angeklagten Knaus zur Begehung des Abtreibungsversuchs wissentlich durch Rat Hilfe geleistet zu haben.

Die Angeklagte Knalls war nach ihrer Schul­entlassung längere Zeit in verschiedenen Orten in Stellung und eröffnete, als sie eine kurze kauf­männische Lehre genossen hatte, ein Kolonialwaren- geschäft. Sie empfing in ihrer Wohnung fortgesetzt Verehrer und Liebhaber, denen sie sich säst aus­nahmslos gegen Entgelt hingab. Am 23. Februar 1935 gebar sie ein Kind und beschwor in dem gegen einen gewissen D. anhängig gemachten Prozeß, daß dieser der Vater des Kindes sei. Die Knaus stellte unter Eid in Abrede, innerhalb der gesetzlichen Empfängniszeit noch mit anderen Männer, als dem von ihr in Anspruch genommenen D. Verkehr ge­habt zu haben. In diesem Unterhaltsprozeß wurde der Angeklagte Kraft als Zeuge vernommen, der ebenfalls unter Eid bekundete, nichts mit der Kindesmutter, der Angeklagten Knaus, gehabt zu haben. Der Angeklagte Baumann hat der An­geklagten Knaus den Rat gegeben, ein Abtrei­bungsmittel einzunehmen, und er hat sich daher der Beihilfe schuldig gemacht.

Nach umfangreicher Beweisaufnahme es wur­den 18 Zeugen vernommen fällte das Schwur­gericht gegen 22 Uhr nach eineinhalbstündiger Be­ratung folgendes Urteil:

Die Angeklagte Knaus wird meaen eines Ver­brechens des Meineids und eines Vergehens der versuchten Abtreibung zu einer Gesamtzucht­haus st r a f e von zwei Jahre nun d einer Woche, abzüglich zwei Monaten und einer Woche Untersuchungshaft, verurteilt. Der Angeklagten wur­den die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren aberkannt, zugleich wurde die dauernde Unfähigkeit, als Zeuge oder Sachverständige ver­nommen zu werden, ausgesprochen.

Der Angeklagte Baumann erhielt eine G e - fängnisstrafe von fünf Wochen, der An- qetlagte Kraft wurde f r e i g e f p rod) en. Sie Kosten des Verfahrens wurden bezüglich der An-

J. . . _ -___k Aiiwinnn hinfort n\ATOY\P Hl

Bei der Burgbesickiigung verunqlückt.

* Staufenberg (Kreis Gießen), 23. Sept. Bei der Besichtigung der hiesigerBurganlage kam ein U n i v e r s i t a t s p r o s e s s o r aus Marburg heute schwer zu Schad en. Man fanb den Besucher, der sich in dem alten Burgbau allein zur Besichtigung ausg-halt-n hatte^ einige Zeit später am Fuhe einer Burgmauer mit Beinbrüchen und a n b e r en 33 e^ letzungen am Boden liegend auf. Allem An schein nach ist er bei der Besichtigung es werks von einer Mauer ab

dann etwa 12 Meter 11ef gestur3Ar bedauernswerte Mann wurde nach erster ärztlicher Hilfeleistung nach Marburg in die Klinik gebracht.

Landkreis Gießen

00 Klein-Linden, 22. D"s Men ber deutschen Schule amTag d I Volkstums"' mürbe «m ..»erflogenen Sonntag .n unserer Gemeinde in schöner Weise ges bem sich alle Kinder mit ihren ^brern nm neuen Schulhaus versammelt hatten, wurde . . und Musik durch das Dors zum Sportplatz mar. schiert, wo sich viele Volkgenossen als Zuscha. eingefunben hatten. Eine Gruppe Mun h spieler eröffnete mit bem Vortrag eine- alten .beub schen Volksliedes die Feier. Die Schuler Klaffen trugen ber Bebeutung des Tages ad patzte Gedichte vor und fangen mehrstimmige L der, deren Inhalt sich auf d e deutsch« BaN-tum^ arbeit bezog. Rektor Dr. « r ° ß m a n n p ach vom Schicksal der deutschen Volksgenossen lenseüs^ Grenzen, ermahnte, in Treue zu uns T nenden deutschen Grübern zu stehe» und sie

schweren Kampf um ihr Volkstum zu stützen. Er wies ferner darauf hin, daß das Dritte Reich eine feiner vornehmsten Aufgaben darin sehe, unfern deutschen Brüdern im Ausland beizustehen, denn Volkstum kenne keinen Verzicht auf Volkstum. Das Sieg-Heil" auf den Führer und der gemeinsame Gesang der beiden Nationallieder ließ die schöne Feier ausklingen. Anschließend vergnügten sich die Schüler bei Spiel und Sport. Eine Büchsensamm- lung zum Besten der DDA.-Arbeit ergab den Be­trag von rund 10 Mark.

00 Klein-Linden, 23. Sept. In der lung- sten Gemeinderatssitzung, bie am Mon­tag stattfand, wurde der neuernannte e r st e Bei­geordnete unserer Gemeinde, Elektroinstalla­tionsmeister Heinrich Bechtold, durch Bürger­meister Fischer in sein. Amt eingeführt und ver­pflichtet. Das Amt des ersten Beigeordneten war infolge des Todes des früheren Beigeordneten Wilhelm Jung 11. seither verwaist.

T Klein-Linden, 23. Sept. Bei der Ver­steigerung des Gemeindeobstes am Mittwochvormittag waren zahlreiche Käufer er­schienen. Es kostete der Zentner Zwetfchen am Baum 4 bis 5 RM. An Birnen waren meist Ho­nigbirnen vorhanden, die mit 1,20 bis 1,50 RM. für den Zentner bezahlt wurden. Die Apfelernte war nur gering, zum Ausgebot tarnen die Lo­kalsorte Allendorfer Rosenäpfel, einige Luxembur­ger Renetten und etliche Bäume mit Goldparmänen. Der Zentner kam auf 8 bis 11 RM.

Kreis Schotten.

* Eichelsdorf, 22. Sept. Bis jetzt wurden an unserer Bahnstation drei Waggon Zwetfchen zum Zentnerpreise von fünf Mark verladen. Die

dingen) vertreten. m ... x

In der Urteilsbegründung führte der Vorsitzende Landgerichtsdirektor Dr. Speckhardt aus,^daß das Schwurgericht als erwiesen ansehe, das sich die Angeklagte Knaus des ihr zur Last gelegten Ver­brechens des Meineids schuldig gemacht habe. Das Schwurgericht sei zu der Ueberzeugung gekommen, daß die Angeklagte in der Empfängniszeit nicht nur mit dem Zeugen D., sondern auch mit anderen Männern Verkehr gehabt hat. Zur Unterstützung diente einmal das ärztliche Gutachten über die Blut­gruppenuntersuchung, durch das im Wege der qaE= torenbeitimmung einwandfrei erwiesen ist, daß der Zeuge D. nicht der Erzeuger des Kindes der Angeklagten sein kann, zum anderen die Aussage eines Zeugen B., der, wenn auch zögernd, doch zu- geben muhte, mit der Kindesmutter in der gesetz­lichen Empfängniszeit Verkehr gehabt zu haben.

Bei dem Angeklagten Kraft bestanden erhebliche Verdachtsmomente. Er hat sich auch während der Empfängniszeit öfter im Haufe der Angeklagten Knaus aufgehalten, und wußte, daß die Knaus leicht zugänglich war. Zugunsten des Angeklagten Kraft sprach jedoch, daß er mit der Schwester der Knaus ein Verhältnis unterhalten hatte und erst bann mit der Angeklagten Knaus in Beziehungen trat, als deren Schwester aus dem Elternhause weggezogen war Das Gericht konnte nicht einwandfrei feftfteb len, daß der Angeklagte Kraft innerhalb der Emp­fängniszeit mit der Angeklagten Knaus verkehrt hat, und es mußte daher zu einem Freispruch form ^Was den der Knauß zur Last gelegten Abtrei­bungsversuch anlangt, sv sah das Schwurgericht die Angeklagte als überführt an. Die Angeklagte hatte dem Angeklagten Baumann von ihrer Schwan­gerschaft Mitteilung gemacht, der ihr dann riet, em Abtreibungsmittel zu nehmen, das jedoch fernen Erfolg zeitigte. Die Angeflagte mußte daher auch in diesem Falle bestraft werden.

Der Angeklagte Baumann hat sich dadurch, daß er der Knaus ein Abtreibungsmittel bezeichnete und ihr den hierzu erforderlichen Geldbetrag gab der Beihilfe schuldig gemacht und war demgemäß

wenigen Tagen hat die Lostrommel im Ziehnngs- saal der Staatslotterie wieder einmal das große Los Lttokben eine Nummer, eine Hoffnung wurde -nm Millionenbetragl Mag das Los auch von mehreren Glücklichen in Teilabschnitten gespielt worden sein jeder Beteiligte erhält immer noch eine stattliche

Summe, die seine Wünsche erfüllen kann. Schon ein Achtellos kann 100 000. Reichsmark gewinnen.

Schon sind die Vorbereitungen für die kommende Lotterie im Gange. Am 20. Oktober 1936 beginnt die Ziehung zur 1. Klaffe. Da ein Achtellos nur Z.- Reichsmark je Klasse kostet, kann sich jeder, auch

Der Präsident der Preußisch

der, der nur einen geringen Betrag einsetzen will, beteiligen. Und wieder werden auf 800 000 Lose 343 000 Gewinne mit insgesamt 67 591680. Reichsmark ausgespielt. Fast jedes zweite Los ge­winnt also, und alle Gewinne sind einkommen- steuerftei.

Süddeutschen Staatslotter'ie

uwe