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Oer Türmer von Brandenburg.

Don Joachim Lautenschlager.

Wahrzeichen ist der Turm zu Wasser und zu fcinbe. Er zeigt dem Schiffer auf hoher See, daß e den richtigen Kurs angeht, er eröffnet dem rei- -nden Kaufmann die tröstliche Gewißheit, daß er lze Mauern der Stadt bald erreichen wsrd, und in Wagenzug dann vor den Schnapphähnen ge- thert ist.

So hob sich auch über der alten Stadt Branden- turg an der Havel, die einem Lande ihren Namen cab, der mächtige gotische Turm der Katharinen- krche steil in die Höhe. Fast hundert Meter ragte e auf, weithin sichtbar, ein Wahrzeichen der Mark unb Schutz der Stadt. Denn auf dem Turm lebte d r Türmer mit seinen drei Gesellen, und diese böesen eifrig die Stunden vom Turm herab und wachten zudem die Stadt vor Feindes- und vor fLuersnot. Sie hatten sich gut eingewohnt aus ihrem Turm, sogar sein Schaukeln und das gefpen- ; Lge Heulen und Fauchen des Windes vermochte ihren Schlaf nicht mehr zu stören. Unö mit oen cnderen Bewohnern des Turmes, den Dohlen, stan- tm sie ebenfalls auf freundlichem Fuße.

Seit einiger Zeit aber wachte der Türmer f :r Nacht auf. Er hatte zuerst vermeint, es bandele sch nur um einen Traum; als er bald die seltsamen Inute auch wachend vernahm, ward ihm zum elften Male auf seinem Turm unheimlich Zumute.

Es war eben um die Zeit, als der Herbst lo/y emsetzte und der Wind sein loses Spiel über der ESart Brandenburg trieb. Da ging der Turmer mit d m liebsten seiner Gesellen, Antonius, den Turm inb bie Kirche ab. Er konnte das Knistern der Mauer nicht vergessen, bas er allnächtlich vernom­men hatte. Wie ein Alp lag es seither auf feiner Eiruft, unb er konnte seiner Tage nicht mepr trop r-ierben. Bleich und bleicher warb er von Tag zu -ag, als nehme ilM das Gespenst, das drohend die Äirche umschlich, jegliche Lebenskraft. Nun hatte er sch endlich aufgerafft und stieg Stufe um Stufe, iie Mauer sorgfältig prüfend, den Turm herab, s.ast hätte er sich frohlockend wegen seines torich- fcn Angsttraumes verspottet, da blieb er wie ge- tannt stehen: drohend zog sich in der Mauer der Lirche ein breiter Riß von oben nach unten bis cm das Fundament. Schnellste Hilfe tat not, sollten -Lurm und Stadt gerettet werden. Wenn der Turm siürzte ... '

Fieberhaft begann Antonius zu handeln. Er sackte den Türmer, den die entsetzliche Entdeckung

um alle Besinnung gebracht hatte, ins Bett und eilte zum Rat. Bürgermeister und Ratsherren er­bleichten, als sie den Tod aus der Mauer ihrer Kirche drohen sahen. Es fror sie bei dem Gedanken, was wohl werden sollte, wenn man nicht so schnell wie möglich Hilfe bringen könnte. Die gewaltigen Steinmassen mußten im Sturze die umliegenden Häuser zerschlagen und alles Leben unter sich be­graben. Dennoch mußte man bis zum nächsten Tage warten. Dann sollten als erstes die Glocken vom Turme heruntergeholt werden.

Als Antonius wieder in die Türmerstube kam, fand er seinen Meister so krank, daß er ihn auf dem Turme nicht lassen konnte. So schaffte er ihn und seine Frau hinunter in die Stadt und bezog, da die anderen Gesellen sich weigerten, die Wache auf dem Turm.

Da saß er nun beim Kerzenschein am Tisch und horchte ängstlich auf die Laute der Nacht. All der yiut, den er bewiesen hatte, als er bie Wache frei­willig übernahm, war dahinqeschwunben. Als er den Wind um dm Turm pfeifen hörte, schickte er wieder und wieder ein Stoßgebet gen Himmel, unb wenn die Fensterladen schepperten und die Wetterfahne sich über ihm quietschend drehte, daß ihr Wirbeln das Gebälk erschütterte, glaubte er, daß der Satan in eigener Person den Turm zer­stören wolle.

Das Grauenvollste aber war, daß wieder und wieder Steine mit dumpfem Dröhnen aus der Mauer zur Erde fielen. Als er mit seiner Trom­pete, deren Choralklänge der Sturm höhnisch gel­lend daoongetragen hatte, wieder ins Turmgemach trat und sich ins Bett legte, erreichte das Krachen seinen Höhepunkt. Fast ununterbrochen polterten Mauerstücke nieder, unb bet vom Sturm gerüttelte Turm ächzte unb stöhnte, schwankte hin unb roieber, als würbe er von ber Faust eines Zyklopen ge­schüttelt.

Antonius glaubte fein letztes Stünblein oekvm- men. Entsetzt harrte er auf ben furchtbaren Augenblick bes Sturzes. Unb er kam. Mit unge­heurer Kraft faßte ber Orkan ben Turm ein Bersten unb Splittern, unb mit bonnernbem Kra­chen stürzte ber Turm, bas Kirchenbach burch- schlagenb, in sich zusammen.

Die ganze Stadt erwachte und lief zusammen. Erschüttert und fassungslos standen Brandenburgs Bürger vor den Resten ihres stolzesten Bauwerks. Unb wenn sie auch wehklagten über bas Zerstörte, so hatten sie boch guten Grunb, bankbar zu sein. War boch der Turm auf Kirche unb Kirchhof ge­fallen unb hatte bie anliegenben Häuser verschont.

Dann aber erinnerte man sich bes tapferen Ge­sellen, ber in höchster Not auf verlorenem Posten mutig seine Pflicht erfüllt hatte. Mit Hacken unb Schippen begann man, den Trümmerhaufen ab­zutragen. Stunden auf Stunden vergingen. Da ge­wahrte man ein Bett im Geröll, und ein Schrei der Verwunderung brach aus aller Munde: im Bett lag, gesund und wohlbehalten, Antonius.

Ein Wunder war geschehen. Die Natur selbst hatte den mutigen Mann, der in ernster Stunde nicht an sich, sondern nur an seine Pflicht dachte, verschont und damit ein Gottesurteil gesprochen.

Der Lord alsLangstreckenredner".

Im Alter von 85 Jahren ist soeben in London Lord Banbury gestorben, einer der ältesten eng­lischen Parlamentarier, der seinen Ruhm zwei Din­gen verdankte: seinem Hut und seiner Gewohnheit, die längsten Obstruktionsreden zu halten, die ihm den Titel eines Champions der Langstreckenredner eingetragen hatte. Er war eines der letzten Mit­glieder des Unterhauses, der an ben altüberliefer­ten Formen hartnäckig festhielt und während der Sitzungen, wie es in früheren Jahrhunderten üblich war, als man damit seine Unabhängigkeit gegen­über der Krone betonen wollte, den Hut auf dem Kopf behielt und ihn nur dann lüftete, wenn ein anderer Redner seinen Namen nannte. Dann aber bestand seine ganze Politik eigentlich nur bapn, daß er sich erhob unb sagte:Ich widerspreche", um so eine endlose' Rede einzuleiten. Jeder parlamenta­rische Antrag, der nicht von der Regierung ausging, sondern vom einzelnen Abgeordneten, fand in ihm von vornherein einen erklärten Gegner gegen ben er sich erhob, sein Erfolg war der, daß bas Unter- haus sich sofort mit einer Schnelligkeit leerte,als ob die Pest eingedrungen wäre". Nur ein einziges Mal schwieg er bei solcher Gelegenheit, als er sich mit dem irischen Nationalisten Redmond geeinigt hatte, ben er zunächst mit seiner Gegenrebe zur Verzweiflung gebracht hatte; ber Ire mußte sich jedoch verpflichten, stets gegen Gesetze, die Banbury unangenehm waren, zu sprechen, unb zwar wurde ihm sogar die Länge seiner Rede genau bestimmt. Der merkwürdige Kontrakt zwischen den beiden wurde buchstäblich ausgeführt. Schließlich wußte sich die Regierung nicht anders zu helfen, um den unbequemen Redner loszuwerden, als durch die Be­rufung in das Oberhaus. Zweimal lehnte Lord Banbury ab, das dritte Mal nahm er an, nachdem er 32 Jahre ununterbrochen im Unterhaus gewirkt hatte.

Rehkitz und Glockenklang.

In jeder Erntezeit ereignet es sich immer wie­der, daß wildlebende Tiere, namentlich aber Reh­kitze, oft auch Hasen von der Mähmaschine ange­schnitten werden und eines qualvollen Todes sterben. Schon oft hat man sich den Kopf darüber zerbrochen, warum das Geräusch der Mähmaschine denn diese scheuen Tiere nicht vertreibt. Es mag dafür wohl nur eine Erklärung geben: Das Rattern ber Mäh­maschine, bie ja meist um bas Acker- ober Wiesen­stück herumfährt, ist dem Wild noch zu neu, um von ihm instinktiv richtig erkannt zu werden. Ob es nun die einfache Unkenntnis oder ein lähmender Schrecken ist, der bas Jungwilb vor dem Rattern der Mähmaschine erfaßt, immer wieder macht man die Beobachtung, daß sich die Tiere dicht an die Erde gekauert haben und regungslos in dem immer kleiner werdenden Bestände stehender Pflanzen ver­harren, bis das Unglück geschehen ist. Der Mann auf der Mähmaschine sieht sie infolgedessen auch nicht. Aber es gibt ein Hausmittel, das darauf hindeu­tet, wie schnell das Wild auf Geräusche eingeht, die ihm als vom Menschen verursacht bekannt sind: Be­festigt man nämlich an ber Spitze der Deichsel eine schrilltönende Glocke oder Klingel, so vermeidet man all diese traurigen Unfälle der Mäharbeit. Denn auch das Kitz springt beim Erklingen ber Glocke erschreckt ab, unb durchschnittene Läufe wer­den nicht mehr eintreten. B. A.

Zeitschriften.

Das neueste Heft der I l l u ft r i r t e n Zei­tung Leipzig (Verlag I. I. Weber, Leipzig) schil­dert in eindrucksvollen Aufnahmen die sportlichen Ereignisse der Olympischen Spiele auf den verschie­denen Kampfstätten im Stadion, in Grünau und Kiel. Aber auch bie Feststabt in ihrem einzig­artigen Flaggenschmuck ist im Bild festgehalten. Drei reizvolle Bildseiten berichten von einem Be­such in Deutschlands schönstem Garten, der Reichs- gartenschau in Dresden. Anmutig ist der Beitrag über die Puppenhäuser der Fürstin Augusta Doro­thea im Schloßmuseum zu Arnstadt. Aktuelle Auf- nahmen von den Bürgerkriegswirren in Spanien, Modebilder und die Fortsetzungen des Romans Meerfeuer" unb bes historischen Tatsachenberichts Stern unb Unstern ber Romanows" machen das neue Heft interessant unb abwechslungsreich.

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Rr.197 Dritter Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Montag, 2^. August 1936

Gporiiag des BDM.1936.

Der Aufmarsch ber Wimpelträgerinnen.

Körperschule mit bem Ball. (Aufnahmen [4]: Pfaff, Gießen.)

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Beim Mannschaftskampf im Hinbernislauf.

Mit großer Freube verfolgte man ben Volkstanz.

Uebungen in einer Körperschule mit bem Ball ocr- vollstänbigte bie Reihe ber Darbietungen.

Ein schöner Volkstanz, von vielen Mäbchen in leuchtenb Hellen weißen und buntfarbigen Klei­dern, mit weiten fliegenden Röcken bildete den glück­lichen Abschluß der Darbietungen der Leibesübung.

Mit der Siegerehrung die erfolgreichen Mädelschaften wurden mit Sportgeräten als Preisen ausgezeichnet, mit der Einbringung der Fahnen und mit einem dreifachen Sieg-Heil aus den Führer wurde der Sporttag beschlossen. Jeder­mann sang zum Ausklang das Deutschlandlied unb bas Horst-Wessel-Lieb mit.

Aus der Provmzialhaupistadt.

Don Pechvögeln und Glückspilzen.

Es gibt Tage, an benen man entschieben Pech hat, an benen man schon in ben frühen Morqen- tunben mit einer quittierten Rechnunggeängstigt" wirb, an benen manmit dem linken 'Bein zuerst aufsteht", den Kragenknopf bestimmt nicht findet, der Schuhsenkel sicher zerreißt und einem die Straßenbahn vor der Nase'wegfährt und an denen man abends im Hausflur über ben Mondschein tolpert.

Es gibt Tage, an denen man unternehmen Fann, was man will, es gelingt nichts, ja, es mißlingt und verkehrt sich ins Gegenteil. Glauben Sie an olche Tage nicht?! Gewiß, sie sind verhältnismäßig eiten und enden pünktlich mit dem Zubettgehen.

Nein, an einem solchen Tage bleibe ich zuhause und lese oder halt, ich denke über die mensch­liche Unzuverlässigkeit im allgemeinen und das so­genanntePech" im besonderen nach.

Es ist eine nicht wegzuleugnende Tatsache, es gibt Menschen, bie können tun, was sie wollen, es gelingt ihnen. Sie laufen keine Gefahr, baß ihnen etwas mißlingt. Das finb bie vielgenanntenSonntags­kinder" unbGlückspilze". Wie kommt es, baß die­sen Glückspilzen das Glück nur so in den Schoß fliegt, dasGlück" diese Auserwählten sogar selbst aufsucht! Ich glaube, daß dies eine nicht so schwer zu erklärende Tatsache ist. DieseGlückspilze" haben nur deshalb stets Glück, weil sie nicht mehr unter­nehmen als das, was sie können, weil sie, auf gut deutsch gesagt,in den Hosen bleiben".

Wie viele Menschen gibt es, bie sehen bei bem lieben Nächsten ein gutes Geschäft, eine hervor­ragende Leistung, einen bewundernden Erfolg und denken, warum das der nur kann und nicht ich. Wir sehen eben immer nur den Erfolg bei den andern und vergessen bas Wichtigste, was für Mühe es wohl gekostet haben mag, bicfen Erfolg zu erringen, diese von uns so bewunderte und auch beneidete Lei­stung zu erzielen. So geht es mit den meisten Er­folgen, mit bem sogenannten Glück ber andern, die wir bewundern und auch gestehen wir es nur ein etwas beneiden. Warum?

Selten noch bot ber Unioersitätssportplatz ein so Lmtberoegtes, farbenfrohes, jugendfrisches Bild, täe gestern zum Sporttag bes BDM. unb der ftmgmädel des Untergaues 116. Der herrlich ge- Igene Platz, ideal in jeder Hinsicht für eine ber­eit ige Veranstaltung, war erfüllt von ber Betrieb­samkeit einer Jugenb, die bewußt bie körperliche (~tücf)tigung pflegt unb dabei in ber ihr eigenen inib gemäßen Form an bie Oeffentlichkeit zu treten vsiß. In großen Gruppen flankierten die Mädels ir ihren schmucken weißen Blusen und dunklen Dürfen die große Zuschauer-Terrasse, auf der sich ks zu Beginn der Darbietungen zahlreiche Eltern bir Mädchen unb viele Gäste eingefunben hatten, tue bamit ber Arbeit bes BDM. alle Ausmerksam- lit widmeten. Unter ben Gästen sah man Vertreter lir Partei, ber Wehrmacht, ber Provinzial- unb heisbireftion, ber SA.-Stanbarte 116, wie auch iir SA.-Brigabe, ber SS. usw. Auch bie Stabt- iirroaltung war vertreten. Der Aufmarsch ber Bimpelträgerinnen bes Untergaues 116, ber Auf- narfd) ber Hunberte von Mabel, bie bie Körper- ioule zu zeigen hatten, gingen ber Fahnen- l i ff u n g voraus, für bie einige Fanfarenbläser l-s Jungvolks sinnfälligen Auftakt gaben.

: Die Unterqaufübrerin bes BDM., Käthe Pfef­

fer, hielt, nachdem ein kleiner Sing- und Sprech­chor dem Zielstreben unb ber Geisteshaltung im Lieb und im gesprochenen Wort Ausdruck gegeben hatte, eine kurze Ansprache, in ber sie barauf hin­wies, baß ber Sport im BDM. nicht als eine Spielerei, aber auch nicht als Selbstzweck aufge­faßt werbe, sondern als Ertüchtigungsarbeit an allen Mädels, als Dienst an der Gemeinschaft bes beutschen Volkes. Der Glaube an bas Vaterlanb und an ben Führer gebe zu all biefer Arbeit bie Kraft unb stehe über diesem Tag.

Nachdem die Untergauführerin das Kommando «Heißt Flagge" gegeben hatte, wurden an den Masten rings um das Oval des großen Platzes bie Fahnen ber Hitler-Jugend aufgezogen. Dann be­gannen die sportlichen Darbietungen, die geraume Zeit in Anspruch nahmen.

Zunächst bot sich den vielen Zuschauern mit den Vorführungen der Körperschule ein prächtiges bewegtes Bild, doppelt schön in Glanz der freundlich-hellen Sonne, schön auch durch die harmonisch-n Rhythmen, in denen sich mehrere hundert Mädel, alle im gleichen sauberen Sport­dreß des BDM., bewegten.

Anschließend gab es einen luftigen unterhaltsamen Mannschaftskampf der Jungmädel später auch

des BDM. zu sehen, der in ber Form eines Hinbernislaufes ausgetragen würbe. Währenb ein Teil ber Mäbchen die Hindernisse barstellte, ftan= ben anbere im Wettkampf, liefen, sprangen und purzelten aus Leibeskräften dem Ziele zu und kämpften so um den Sieg. Die Zuschauer hatten kaum Auge genug, bem Verlauf bes Kampfes zu folgen.

Dann wieder gab es mehrere Begegnungen im Grenzballspiel, in denen sich Möbel aus den vier verschiedenen Ortsgruppen gegenüber­standen. Hier wurde ein kleines Turnier ausge­tragen, das in derVorrunde" die Mädels von Mitte Ost, ferner Süd Nord und in der End­runde die Siegermannschaften aus beiden Spielen, Mitte und Ost, im Kampfe sahen. Sicherlich sahen viele Zuschauer dieses Spiel zum ersten Male und werden dabei festgestellt haben, daß es der Art und der körperlichen Leistungsfähigkeit der Mädchen sehr entspricht. Das Turnier gewannen die Mädel der Gruppe Mitte mit 7:0 Punkten.

Im weiteren Verlauf des Nachmittags zeigten dann Jungmädels in einfachen Formen ein So« benturnen, das ebenfalls dem Leistungsver­mögen der Kinder gut angepaßt war. Die Erwachse­nen folgten auch hier mit großer Aufmerksamkeit.

Weil wir keine Ahnung haben, wie schwer es wahrscheinlich bem Vielbeneideten geworden ist, das Glück iestzuhalten. Anstatt einzusehen, daß Glück sich ohne Leistung nicht erzwingen läßt, daß es nur durch Arbeit und Anstrengung errungen unb erworben sein will, klagen ober schimpfen wir über unserPech", unfernUnstern", ober über Schicksalstücke".

Ist bas vielgenanntePech" nicht manchmal ein Mangel an Energie, an Unentschlossenheit, vielleicht auch Ungeschicklichkeit! Wir sind vielleicht nicht fo fleißig, nicht fo strebsam gewesen wie derGlücks­pilz". Fleiß ist auch ein Talent. Und es ist ein Ta­lent, das durch Willen und Tatkraft sich jeder selbst aneignen kann. Der Fleiß nimmt es mit dem ener­gielosen, wenn auch bedeutenden Talent auf.

Wir hängen mit unseren Leistungen unwillkür­lich von augenblicklichen Stimmungen und Launen ab. Eine falsche Konstruktion, ein unvorhergesehener Umstand kann jahrelang verfolgte Absichten unb Pläne ins Gegenteil verkehren, vernichten. Eine Stunde kann eine Lebensarbeit zerstören. Nur der schwache Mensch wird die Hände fatalistisch in den Schoß legen und sagen: es kommt doch so, wie es kommen soll. Der Willensstärke, eben der Glückliche, stutzt einen Augenblick, bann packt er wieder zu.

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