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llr.Zj Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Dienstag, 24. Mürz Mb

Friede und Aufbau.

Von Paul Kugel,

Letter des Konirollamies für Arbeitsbeschaffung der Gauleitung Heffen-Naffau, NSDAP.

Noch nie hat ein hochkultiviertes Volk in der Welt so unendlich viele zu Unrecht auferlegte La st en, Schmach und Entehrungen er­fahren müssen wie das deutsche Volk. Diese schran­kenlose Duldsamkeit eines Leidensweges feit 1918, herbeigeführt durch aufgezwungene Verträge ehe­maliger Kriegsgegner, von einem Vernichtungswil­len diktiert, hat durch die befreiende Tat des Füh­rers am 7. März 1936 ihr endgültiges Ende gefunden. Eine unerträgliche Knechtschaft ist vorbei und wie von einem Alpdruck befreit dankt dem Führer dafür das ganze deutsche Volk.

Der Führer, sich seiner außerordentlichen Verant­wortung bewußt, mußte diese Entscheidung herbei­führen. Wir wollen den Frieden, einen heißersehn­ten dauerhaften Frieden und Gleichberechtigung, wollen gleichgeachtet unter den Völkern für die Le­bensrechte unseres Volkes arbeiten. Das ist die aeringfte Forderung, die ein Volk für sich bean­spruchen kann, um auch innerhalb seiner Grenzen seine Hoheitsrechte ausüben zu können.

Wir wissen, daß das französische Volk an sich keinen Frieden zu unterbinden wünscht, ebenso wenig wie das englische oder andere Völker eine kriegerische Auseinandersetzung wünschen. So lange die Vernunft und klare Erkenntnis der Gerechtig­keit unter den Völkern richtunggebend ist für ihr Handeln und nicht andere Kräfte der überstaatlichen Mächte ihre Brandfackeln zum Entzünden bringen, kann man solche Gedanken einer kriegerischen Aus­einandersetzung für absurd erklären.

Wo kann sich ein Staatsmann rühmen, einmal mit so großen und aufrichtigen Friedensgedanken und Sicherheiten vor die Welt getreten zu sein? An den Staatsmännern der Welt liegt es, nun­mehr das Wort zu ergreifen. Wenn sie es ehrlich meinen, so werden sie den großen Gedanken einer weitsichtigen Friedenspolitik des Führers ihre Zu­stimmung nicht versagen können.

Wie beschämend ist es doch, feststellen zu müssen, daß französische Staatsmänner in diesem Frie­denswillen eine Kriegsgefahr sehen und sich von ihren jüngsten Waffengenossen, den Sowjets, ihre Meinung vorschreiben lassen.

Wir wissen, daß unsere Diplomatensprache seit 1933 eine andere geworden ist. Wir haben es nicht nötig, nach alten Methoden auf unterirdischen We­gen und Kanälen Politik zu machen. Die Gedan­ken des deutschen Volkes sind wie die Worte des Führers: einheitlich ausgerichtet, offen und wahr. Was wir wollen, kann und soll die ganze Welt wissen. Man fragt sich, ist es denn so schwer, einen Frieden zu akzeptieren, um aus einer scheinbar ewigen Feindschaft des franzö­sischen Volkes zu dem deutschen eine dauernde Freundschaft herbeizuführen? Wir oder Frank­reich wer hat die Verträge anders ausgelegt? Jedenfalls hätten wir nach allem Vorausgegange­nen mehr Grund zum Mißtrauen und trotzdem dieses Friedensangebot und das grenzenlose Ver­trauen des deutschen Volkes zur Welt.

Was das deutsche Volk unter Führung seines großen Kanzlers Adolf Hitler in den letzten drei Jahren in Deutschland zum Frieden beige- st e u e r t hat, liegt offen vor aller Welt und müßte von den übrigen Staatsmännern der Welt wirklich anerkannt werden. Unsere Arbeit war dem Volk und dem Frieden gewidmet. Fried­licher Aufbau im Inneren und Aeußeren des Landes, Kampf gegen Hunger und Kälte, Kampf gegen die Geißel der Erwerbslosigkeit und Kamps gegen den jüdischen Bolschewismus, den wir in Deutschland mit Stumpf und Stiel aus­gerottet haben. Er ist es aber, der den ewigen Haß und die Zwietracht unter die Völker sät. Diese falschen Propheten der Völkerverbrüderung, sie sind es, die die Welt zersetzen und die Welt herum­hetzen. Wo der Friede ist, da stiften sie den Un­frieden aus Ordnung machen sie Unordnung das Recht stempeln sie zum Unrecht und aus dem Aufbau wird Vernichtung. Sie machen den Be­griff der Ehre zur Unehre die Unehre zur Ehre. Wer den Frieden will, dem wünscht man den Krieg. Nur auf dem Boden können diese ewigen jüdischen Drahtzieher ihre Existenz begründen.

Es ist außerordentlich bedauerlich, daß ausge­rechnet einer der ersten Repräsentanten der kom­munistischen Zentrale, Herr Litwinow, zum Ausdruck bringen darf, daß Deutschland keinen An­spruch auf GleichberechUgung unter den Völkern der Erde hat. Wie aber sieht es in dem von ihm vertretenen Land aus? Unumstößliche Tatsachen beweisen, daß das Riesenvolk der Russen immer mehr einer Verelendung entgegen» aeht, aus der es nicht mehr zu retten ist. Furcht­bar war das Wüten des Bolschewismus: 1,8 Mil­lionen Menschen wurden hingerichtet, darunter 67 Bischöfe, 18 500 Geistliche, 54 650 Offiziere, 815 000 Bauern. Viele Millionen sind in dem einstmals reichsten Land der Erde verhungert. In den Rinn­steinen der Straßen liegen nackte Leichen Verhun­gerter in den verschneiten Friedhöfen sind sie zu hohen Haufen aufgeschichtet ganze Wagenladun­gen wurden in große Gruben geworfen. Millionen Menschen ist es so gegangen, während Millionen, die noch das recht zweifelhafteGlück" hatten, in diesemSowjetparadies" zu leben, stundenlang vor den Konsumgeschäften anstehen müssen, um für ihren Ausweis ein miserables Brot oder sonst ein undefinierbares Lebensmittel zu erhalten. Auf eine fachmännische Ausbildung des Arbeiters wird in keiner Weise Wert gelegt, denn die breite Masse ist zum Proletarier gestempelt worden. Ohne Rück­sicht auf-seinen erlernten Beruf wird der Arbeiter ein ach in irgendeiner Berufsgruppe kommandiert, je nach dem, wo Arbeitskräfte benötigt werden. Lei­der veröffentlichen die sonst so zahlenfreudigen und fantasiebegabten Statistiker der Sowjetunion keine Angaben über die Erwerbslosigkeit.

In den Fabriken, die gar zu gerne als die mo­dernsten Anlagen hingestellt werden, ist nach und nach ein bis zum äußersten gesteigertes Akkord­system eingeführt worden, bis die letzte Etappe bolschewistischer Freibeuterei erreicht wurde: die Einführung der Zwangsarbeit. Das riesige Reich ist damit in das Dunkel des Mittel­alters zurückgefallen. Herr Litwinow hätte allen Grund, vor seiner eigenen Tür zu kehren. Was heute in Rußland vor sich geht, das ist die Erniedri­gung, Verelendung und Versklavung des Menschen. Das ist Krieg und Vernichtung!

Uttd wie sieht es in dem Deutschland f>H(evs aas» das noch den Aussagen

Cin Mann reist durch Deutschland.

Die Straßen Adolf Hitlers die schönsten der Wett. Liebeserklärung, aus dem Auto gesprochen. - Richt Straßen für Bevorzugte, sondern für das Volk!

Von unserem Sonderberichterstatter.

Beim Kilometerstein X, zweite Hälfte März. V.

Das große Erlebnis.

Ich möchte eine Liebeserklärung vom Stapel lassen; mir ist so, ich kann mir nicht helfen. Und damit sensationslüsterne alte Tanten mir nach der Lektüre dieses Artikels nicht den Vorwurf machen, ich hätte sie irregeführt und diese Liebes­erklärung sei gar nicht das, was sie im Artikel ge­sucht hätten, will ich gleich sagen, daß diese meine erste öffentliche Liebeserklärung keiner Dame und keinem schönen Mädchen gilt, sondern einer Straße. Die alten Tanten können hier also die Lektüre abbrechen, es steht von Küssen und Um­armungen nichts zu erwarten. Ich warne sie aber, hier aufzuhören zu lesen,denn vielleicht, vielleicht... geht diese Liebeserklärung doch aucy alte Tanten etwas an. Wenn nicht schon heute, so unter Um­ständen morgen. Bis zum Jahresende jedenfalls, so­fern die alten Tanten nicht unwandelbare Stuben­hocker sind.

Wer Liebeserklärungen machen will, muß etwas 511 seiner Qualifikation mitbringen. Vorweg also über meine Person, daß ich seit einem halben Menschenalter Auto fahre und die Straßen halb Europas einschließlich Rußlands, die Straßen Nord- und Mittelamerikas und die Straßen Ostafiens in den Handgelenken und an diskreterer Stelle ge­spürt habe. Das Paradies der Autofahrer, die Ver­einigten Staaten, habe ich viermal kreuz und quer der Länge und Breite nach genossen; im siebten Himmel aller Ritter vom Steuer, in Kalifornien, kenne ich sozusagen jeden Meilenstein. Und auf den Highways und Parkways des Staates Neuyork finde ich mich im Schlaf zurecht.

Meine Liebe aber, meine große Liebe gehört seit gestern den deutschen Reichsautobahnen, den Straßen Adolf Hitlers. Es war Liebe auf den ersten Blick, unentrinnbare, unausweichbare, hoffnungslose und schicksalhafte Liebe, die mit acht­zig Kilometer Stundengeschwindigkeit in meinem Herzen aufkeimte, als ich, von Mannheim kom­mend, die Reichsautobahn zum erstenmal sah. Die Reichsautobahn und ich, wir hatten noch nicht fünfhundert Meter gemeinsam gelebt, da wußten wir schon, daß hier eine Liebe fürs Leben ihren Anfang genommen hatte.

Vorstufen zum Gluck.

Vom Autostraßennetz Deutschlands konnte man bis zur Machtübernahme nicht viel halten. Inter­national gesehen, rangierte es durchaus an dritter oder vierter Stelle, und was bis 1933 in Deutsch­land als erstklassige Chaussee galt, hätte auf Auto­karten Nordamerikas kaum einen dünnen roten Strich, die Kennzeichnung von Sttaßen nebenge­ordneter Bedeutung, bekommen. Im zweiten Jahr nach der Machtübernahme war das eher noch schlimmer als besser geworden. Selbst die mittel­mäßigen Straßen, die für den Durchgangsverkehr zur Verfügung standen, waren alle paar Kilometer aufgerissen, eine Umleitung folgte der anderen, Baustelle schloß sich sozusagen direkt an Baustelle. Es war ein Kreuz und eine <5träfe, 1934 durch Deutschlands Gaue Auto fahren zu müssen.

Aber das war eben schon der Beginn der Besse­rung. Wer heute das normale Straßennetz Deutsch­lands benutzen muß, profitiert bereits von dem Chaos aus 1934. Denn nach meiner Schätzung sind jetzt mindestens 80 v. H. aller alten Durchgangs­straßen auf eine passable Breite gebracht, die ver­

flixten Sommerwege, die weichen Bankette sind seit 1934 durchweg befestigt, Kurven gerade gezogen und überhöht und die elende Stümperei, die Stra- henmitte zu erhöhen, damit der Regen auch gut ablaufen kann, ist beseitigt. Auch die alten Durch­gangsstraßen Deutschlands präsentieren sich heute in einer Form, die für Europa konkurrenz­fähig ist; mit amerikanischen Durchgangsstraßen im Westen und Osten des Landes halten sie natür­lich immer noch keinen Vergleich aus.

Jedoch da kommt man auf einer Autoreise durch Deutschland eigentlich mehr durch Zufall als durch Absicht in der Nähe von Dortmund an ein SchildR u h r s ch n e l l st r a ß e". Oder hinter Köln will man am Rhein entlang nach Koblenz und findet sich plötzlich auf einerNur-Autostraße" nach Bonn. Man hat zwar Bilder von den Reichs­autobahnen gesehen und weiß, die sehen anders aus. Aber im Augenblick ist man verwirrt. Viel­leicht gaben die Bilder nur Teilausschnitte, und vielleicht sehen die Reichsautobahnen hier oben eben anders aus, als in Süddeutschland? Vielleicht hat man nur übersehen, daß hier oben auch schon Reichsautobahnen eröffnet sind und vielleicht sind das also die ersten, denen man begegnet?

Erstklassig, aber...

Und so fährt man sie, voller Spannung und Neugier und Entdeckerfreude. Bemerkt voller An­erkennung, daß sie vorzüglich ausgeglichen sind, daß die vier durch Striche abgegrenzten Fahrbahnen sich noch durch verschiedene Farbtöne unterscheiden, daß also die beiden Außenbahnen dunkel, die beiden Innenbahnen hell gehalten und Verwechslungen da­durch fast unmöglich gemacht sind. Voller Ver­wunderung betrachtet man im Vorbeisausen zu­nächst die eigenartigen niedrigen Masten mit den noch eigenartigeren Aufbauten rechts und links der Straße, bis man erkennt, daß sie Beleuchtungs­körper darstellen, die von hinten her dem Fahrer die Straße zeigen, ohne den Gegenfahrer zu blen­den. Man stellt fest, daß diese Straßen also allen modernen Anforderungen des Ver­kehrs genügen und jeden Vergleich, auch mit den besten amerikanischen Vorbildern, aushalten, ja, in Kleinigkeiten sogar die Vorbilder übertreffen.

Aber weiß der Teufel warum man bleibt trotz­dem beim Befahren dieser Straßen kühl und sach­lich. Erstklassige Straßen, ja; herrliche Straßen, ja; bessere Straßen als alle anderen bisher in Deutsch­land getroffenen und Straßen, durchaus dem inter­nationalen Standard angepaßt, ja. Aber das alles zusammen regt nicht auf. Das hat man anderswo auch schon gesehen. Das bringt Deutschland nur auf die Höhe der Straßenbaukunst in anderen Län­dern. Nach allem, was man bis dahin über Reichs­autobahnen gehört hatte, war man aber auf mehr gefaßt.

Der neue Standard.

Ja, und so fährt man also in leichter Enttäu­schung und Verstimmung weiter, bis ... ja, bis man eben bei Mannheim auf die wirklich erste Reichsautobahn stößt und erkennt, daß das, was man bei Dortmund und Köln gesehen hat, noch gar keine Reichsautobahn war. Bis man in­mitten von herrlichstem Wald und grünender Flur eben aus drangvollem Straßengewimmel einer Großstadt kommend, plötzlich die unendliche, weiße Schlange mit dem grünen Streifen auf der Mitte ihres Buckels entdeckt. Bis die alte Kaffee­mühle, die man bis dahin, schlecht und recht als

Auto frisiert, über die Chausseen gezwungen hat, mit einem Mal Frühlingserwachen feiert und mit den Lebensäußerungen eines jungen Tigers die Schlange anfprinat. Dann ist Enttäuschung und Verstimmung verflogen wie nichts, dann ist, wie gesagt, nach den ersten fünfhundert Metern d i e Liebe auf den ersten Blick und fürs Le­ben da.

Straßen zum Rasen sind diese Reichsauto­bahnen mit ihren vier, durch eine Grasnarbe in der Mitte aufgeteilten Gleisen. Alle achthundert bis tau­send Meter sorgen Brücken oder Ueberführungen dafür, daß nie ein Spaziergänger oder Querver­kehr den Fuß vom Gashebel wegzwingen kann. Wer will, kann am Steuerrad frühstücken; die Sttaße fährt sich auch bei Vollgas allein.

Straßen zum Rasten aber sind die Reichs­autobahnen noch viel mehr. Wie sie in die Land­schaft hineingelegt worden sind, wie sie bei jed^m Kilometer neue schöne Ausblicke eröffnen, wie die an ihrem Rande angelegten Parkplätze so ausge­sucht sind, daß man glaubt, nie wieder wegfinden zu können; das alles ist schon unwahrscheinlich groß. Es mag anderswo in der Welt Straßen geben, die durch aufregendere Landschaften führen; nir­gendwo gibt es Straßen, die so auf die Landschaft Rücksicht nehmen und so das Letzte an Schönheit aus ihr herausholen. Deutschland hat der Welt mit diesen Straßen einen neuen Standard gegeben.

Wer einmal diese Straßen gefahren ist oder an ihrem Rande gerastet hat, ist ihnen verfallen. Und deswegen geht dieser Artikel auch die alten Tanten an; denn wo immer in Deutschland sie sitzen mögen; noch im Laufe dieses Jahres wird eine Reichsauto­bahn auch in ihrer Umgebung zum Besuch ein­laden. 108 Kilometer davon sind bisher dem Be­trieb übergeben worden, bis zu Pfingsten werden die Strecken BraunschweigHannover, Halle Leipzig, KölnDüsseldorf, BremenHamburg Lübeck, KönigsbergElbing und MünchenRosen­heim fertiggestellt sein. Gebaut wird im Augen­blick auf rund 2000 Kilometer Strecken­länge, und zum Bau freigegeben sind bereits 3450 Kilometer. Jeder Tag fügt einen neuen Ki­lometer fertige Straßen dem schon bestehenden Netz an, und bis zum Ende dieses Jahres werden rund eintausend Kilometer Reichs­autobahnen auf ihr Publikum warten.

Dann werden auch die alten Tanten kommen und sich an den Straßen Adolf Hitlers freuen dürfen. Und es ist mir gar nicht bange, daß dann noch eine davon schimpfen wird, weil sie sich durch diese Liebeserklärung irregeführt glaubt.

Sttaßen für wen?

Nun sage mir aber keiner, daß die alten Tanten keine Gelegenheit hätten, auf diesen Straßen zu fahren, sofern sie nicht gerade Besitzerinnen eines feudalen Wagens wären. Das aber ist falsch. Denn nicht mehr lange wird es dauern, dann werden wie heute schon auf eigenen Schiffen durch die Meere die Arbeiter in flinken Autobussen der NSG. Kraft durch Freude" über diese Straßen fahren und werden desselben Glückes teilhaftig werden, das wir beim Befahren dieser Straßen empfanden. Und es wird auch in nicht allzu ferner Zeit der Tag kommen, wo im billigen Volks­wagen auch der kleine Mann über diese Straßen fahren kann. Auch das ist ein Zeichen na­tionalsozialistischer Staatsführung, daß sie nicht Renn st raßen baut für B e- oorangte, sondern Verkehrs st raßen für das Volk. Wilhelm Schulze.

dieses Staatsmannes angeblich zu einem Revanche­krieg rüstet? Wir geben nachstehend einen kleinen Ausschnitt aus der Aufbauarbeit, die in unserem Vaterland geleistet wird.

Die Arbeilsfchlacht im Gau hefsen-Nasiau hat die Richtigkeit nationalsozialistischer Anschau­ungen bewiesen. Bei einer Bevölkerungsdichte, die 154 v. H. über dem Reichsdurchschnitt liegt, bei der Vielart der Industrien und dem durchweg klein­bäuerlichen Landbesitz haben wir bei der Macht­übernahme äußerst ungünstige Verhältnisse ange­troffen. Trotzdem müssen die erzielten Erfolge als ausgezeichnet betrachtet werden. Die Zahl der Erwerbslosen ist von 346000 Ende Februar 1932 auf 152 000 Ende Februar 1936 gesunken. Das bedeutet einen Rückgang von 55 v. H. Die Zahl der Notstandsarbeiter stieg von 6 628 im Jahre 1932 auf 44 410 im Jahre 1934 und erreichte im Februar 1936 14 439. Die Zahl der Notstandsmaßnahmen stieg von 120 im Jahre 1932 (1933: 587) auf 790 im Jahre 1934 und ist bis Februar 1936 auf 562 gesunken. Die Zahl der abaeleisteten Tagewerke betrug im Jahre 1932: 820 000, 1933: 2 404 000, 1934: 6 182 000.

Diese Zahlen zeigen deutlich den Unterschied zwischen dem Weimarer System und dem national­sozialistischen Staat. Damals kannte man nur Un­terstützungsgelder, die zum Leben nicht ausreichten und die Kaufkraft der noch arbeitenden Schichten lähmten. Volkswirtschaftliche Werte, Straßenbauten, Aufforstungen, Meliorationen usw. ließ man verkom­men. Durch äußersten Einsatz der nationalsozialisti­schen Regierung ist es gelungen, zunächst durch Not­standsmaßnahmen viele Hunderttausende von Volks­genossen in einen bescheidenen Verdienst zu bringen und neue Werte für die deutsche Volkswirtschaft zu schaffen. Das starke Abflauen dieser Notstandsmaß­nahmen wiederum läßt erkennen, daß man sie rechtzeitig zur Vermeidung einer Verschuldung von Kreisen und Gemeinden abgedrosselt hat.

Durch diesen Angriff auf die Erwerbslosigkeit und die dadurch bedingte Erhöhung der Kaufkraft der breiten Masse ist es gelungen, die freie Wirtschaft ganz entschieden anzukurbeln. Die nachfolgenden Zahlen beweisen, inwieweit sich die Maßnahmen der Regierung auf die freie Wirtschaft ausgewirkt haben.

Der Rückgang der Erwerbslosigkeit betrug im Gau Hessen-Nassau gegenüber dem Jahr 1932 in. beit Vtzrufsgnrppem

Rückgang ca.

Eisen und Metall 73,8 v. H.

Baugewerbe 72,8

Steine und Erden 73,1

Holzgewerbe 65,3

Angestellte 53*,8

Häusliche Dienste (Steuererleichte­

rung, Ueberführung der Frau aus der Industrie) 84,1

Hierbei ist zu beachten: Der Rückgang der Gruppe Eisen und Metall ist auf die Maßnahmen der Re­gierung auf dem Gebiete des Kraftfahr- wesens und durch den Aufbau der Wehr­macht bedingt. Bei den Gruppen Baugewerbe und Steine und Erden wirken sich die großzügigen Straußenbauten und die nationalsozialistische Siedlungspolitik aus. Der Rückgang im Holzgewerbe kennzeichnet treffend die Maßnahmen über das Ehestandsdarlehen.

Weitere besonders beachtenswerte Momente find: das große Bauvorhaben der Reichsautobahn im Gau Hessen-Nassau. Mit 700 Arbeitern wurde im September 1933 begonnen und Mitte 1935 be­trug die Belegschaft der Baustellen 7500 Arbeiter! Das Meliorationsprogramm im Hessischen Ried umfaßte 66 000 Hektar, wovon im Herbst 1935 bereits 15 288 Hektar erntereif waren! Dieses Projekt ist größer als die Trockenlegung der Pon- tinischen Sümpfe durch Mussolini. Sumpfland wurde hier fruchtbarer Ackerboden, während die Ukraine, einstmals dieKornkammer Europas", verödet. Die von der Regierung für Instand- setzungsarbeiten gegebenen Reichszuschüsse brachten dem deutschen Handwerk allein im Gau Hessen-Nassau für 110 Millionen Mark Arbeiten. Der größte Teil dieses Betrages entfällt auf Löhne.

Auch in den öffentlichen Einrichtungen, die der All­gemeinheit dienen, wirkt sich dieser Aufbau ganz entschieden aus. So konnte die R e i ch s p 0 st tm Direktionsbezirk Frankfurt a. M. die Zahl der K r a f t p 0 st l i n i e n um 15 v. H. gegen das Jahr 1932 erhöhen. Im Postscheckverkehr flieg die Zahl der Buchungen um 20 v. H. und der Rundfunk zählt seit der Machtübernahme im Gaugebiet bis yeute rund 100 000 Hörer mehr. Aus den Flüssen zeigt sich wieder ein bewegliches Leben; Fracht- Dampfer fahren stromauf und -abwärts. Der G ü - terverkehr a u f dem Main stieg von 3 335 695 Tonnen im Jahre 1932 auf 4 139 935 Tonnen im Jahre 1934. In Frankfurt stieg der efetfct Hd)e Stromverbrauch von 94 Mil­

lionen Kilowatt 1932 auf 102 Millionen Kilowatt im Jahre 1934, der Gasverbrauch in der glei­chen Zeit von 10 Millionen auf 13 Millionen Kubik­meter.

Einen erheblichen Aufschwung hat die freie Wirtschaft genommen. Neue Betriebe wurden eröffnet und zahlreiche Volksgenossen wieder in Ar­beit und Brot gebracht; das beweist die folgende Aufstellung, die nur für die Stadt Frankfurt a. M. gilt:

Ende 1932:

Betriebe

Gefolgschaft

Kleinbetriebe

3 981

7 633

Mittelbetriebe

2 478

30 231

Großbetriebe

332

66 331

Zusammen 6 791

104 195

Ende 1934:

Betriebe

Gefolgschaft

Kleinbetriebe

4 583

8 975

Mittelbetriebe

2 741

33 996

Großbetriebe

360

79 016

Zusammen 7 684 121 967

Und wie sich diese Aufwärtsentwicklung trotz der ungeheuren Schwierigkeiten der gewesenen ent­militarisierten Zone auswirkt, dafür noch einige Beispiele über Einzelfirmen:

Adam Opel AG., Rüsselsheim:

1932: 1935:

Gefolgschaft 6129 17 500, fast 3fach

Jahreserzeugung 20 981 Wagen 72 061, fast 3^ fach

Alfred Teves, Frankfurt a. M.:

Gefolgschaft: 1.5.1933: 792; Ende 1935: 1403.

Voigt SrHaeffnerAG., Frankfurt a. M.:

Gefolgschaft: 30.1.1933: 1300; Ende 1935: 2700.

Heddernheimer Kupferwerke:

Gefolgschaft: 1932: 856; 1935: 2800.

Umsatz verdoppelt! Ausgaben für Löhne und Ge­hälter 83 v. H. mehr!

Metallgesellschaft:

Gefolgschaft: 30. 9.1932: 13700; 31. 3.1935: 22700 (Steigerung 56 v. H.).

Presser & C0. (Derkehrsunternehmen):

1932: 1935:

Gefolgschaft 567 751

Umschlagmengen 169 208 t 207 864 t (!)