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die sie ihrem Berufsstand, darüber hinaus aber auch dem Vaterland und dem Führer gegenüber zu erfüllen haben. Kreishandwerksmeister Stüh- ler übermittelte den jungen Gesellen die besten Wünsche der Kreishandwerkerschaft und der Hessi­schen Handwerkskammer. Mit einem dreifachen Sieg-Heil?" aus den Führer Adolf Hitler und mit je einem Vers des Deutschland- und des Horst- Wessel-Liedes fand die Lossprechung ihren Ab­schluß.

Im Anschluß daran sprach Herr L e u ch t von der Berufsberatungsstelle des Arbeitsamtes Gießen über die Lehrlingsfrage und über die Einstellung der neuen Lehrlinge zu Ostern 1936. Kreisamts­leiter Schimmel, der Grüße der Partei über­mittelte, beschäftigte sich in kurzem Vortrag mit Fragen des Handwerks und seiner Organisation. Kreisbetriebsgemeinschaftswalter Stein beglück­wünschte die Junggesellen zu ihrer bestandenen

Seid fröhlich mit den Zungmädeln am 27. Januar im Cafe Leib!

Prüfung, sprach in grundsätzlichen Ausführungen über die Aufgaben der DAF. und gab Erläuterun­gen über die Durchführung des bevorstehenden Reichsberufswettkampfes. Nachdem noch einige fachliche Fragen Erörterungen gefunden hatten, wurde der offizielle Teil der Versammlung in der üblichen Weise geschlossen. Kameradschaftlich blieb man noch geraume Zeit beisammen.

** Ein Fünfundachtzigjähriger. Am morgigen Samstag kann Herr Christian Weidig, Dammstraße 22, in körperlicher und geistiger Frische seinen 85. Geburtstag feiern. Der hochbetagte Mann ist seit 60 Jahren eifriger Leser des Gießener An­zeigers.

** Nicht identisch. Wir werden von dem Fuhrunternehmer Karl Huhn, Rittergasse 23, ge­beten, darauf hinzuweisen, daß es sich bei dem gestern in dem Bericht über eine Sitzung des Kreis­ausschusses genannten Karl Huhn (Verweigerung des Führerscheines) nicht um seine Person handelt.

** Kyffhäus erfilm i m Dien st e des Winterhilfswerkes. Die Aufführung des KyffhäusersilmesIm gleichen Schritt und Tritt", die am 5. Januar im Zusammenhang mit der Samm­lung der alten Soldaten für das Winterhilsswerk in beiden hiesigen Lichtspielhäusern stattfand, erbrachte für das Winterhilfswerk den Betrag von 100 Mark, der der Kreisführung des WHW. überwiesen wurde.

**TotaufdenSchienen aufgefunden. Heute morgen, kurz vor 8 Uhr, wurde auf den Schienen der Bahnstrecke GießenFulda in der Nähe des Schisfenberger Weges die Leiche eines etwa 17jährigen Mädchens vorgefunden, das anschei­nend freiwillig aus dem Leben geschieden war.

** Werbeveranstaltung der Grotz- deutschen Feuerbestattung. Vor vielen Zuhörern veranstaltete gestern abend in der Neuen Aula die Großdeutsche Feuerbestattung, Bezirks­inspektion Mitteldeutschland, eine Werbeveranstal­tung in der Form eines Konzertes. Ein Beauf­tragter der Organisation hielt einen Vortrag über das Thema:Die 'Feuerbestattung im Lichte deut­schen Kulturlebens." Der Redner sprach eingehend über die Feuerbestattung als alte germanische Sitte, sowie über ihre Bedeutung in volksgesund­heitlicher und wirtschaftlicher Hinsicht. Das Konzert des Abends brachte eine , Reihe künstlerischer Dar­bietungen. Das Schättler-Quartett (Wal­traud Schüttler, Gretel Seyfarth, Martha Schütt­ler und Hellwig Roloff) spielte zur Einleitung den Streichquartettsatz C-moll von Schubert, später den zweiten Satz aus dem Streichquartett D-moll, eben­falls von Schubert, und zum Abschluß des Abends eine Serenade von Haydn. Der Bauersche Gesang­verein brachte unter der Stabführung von Professor Dr. Temesvary verschiedene Lieder,Opferlied" (Beethoven),An den Mond" (Schubert),In der Marienkirche" (Löwe),Ans Werk" (Händel),Der Lindenbaum" (Schubert) undSturmbeschwörung" (Dürrner) zum Vortrag. Zur Bereicherung des Abends trug ferner Fräulein Helene Wacker vom Stadttheater bei. Von ihr hörte manImmer leiser wird mein Schlummer" (Brahms) und zwei Volks­lieder, schließlich noch zwei ArienNeue Freuden, neue Schmerzen" ausFigaros Hochzeit" (Mozart) und die Arie der Elisabeth ausTannhäuser" (Wag­ner). Die musikalischen und gesanglichen Darbietun­gen des Abends wurden mit großer Aufmerksam­keit verfolgt und dankbar ausgenommen.

Kleine Strafkammer Gießen.

Der Jude Julius Michel aus Gladenbach ver­kaufte am 21. August 1934 eine Kuh. Bei dieser Gelegenheit sollte der Angeklagte dem Käufer einen früheren Termin angegeben haben, an dem die Kuh kalbe. In erster Instanz wurde der Angeklagte wegen Betrugs im Rückfall unter Annahme mil­dernder Umstände zu sechs Monaten Ge­fängnis verurteilt. Auf die Berufung des An­geklagten wurde das erstinstanzliche Urteil aufge­hoben und er f r e i g e s p r o ch e n. Das Gericht er­achtete einen Betrug nicht für erwiesen.

Vom Amtsgericht Alsfeld wurde der H. G. M. aus Renzendorf zu einer Gefängnis st rase von fünf Monaten verurteilt. Ein Zeuge angelte mit behördlicher Genehmigung in einem Bach, der sich an einer Wiese des Angeklagten ent­langzieht. Zwei bei dem Zeugen sich befindende Kinder zertraten beim Spielen hier und da die Grasfläche. Es kam daraufhin zu einem Zusam­menstoß zwischen dem Angeklagten und dem Zeu­gen. Obwohl sich letzterer zum Ersatz des entstan­denen Schadens bereiterklärte, schlug ihm der An­geklagte ins Gesicht und bedrohte ihn mit einem Messer. Die gegen das obige Urteil eingelegte Be­rufung des Angeklagten wurde kostenpflichtig ver-

Wegen Unterschlagung wurde der H. B. aus Gie­ßen vom hiesigen Amtsgericht zu einem Mo­nat Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte hatte es unterlassen, die Krankenkassenbeitrage seiner Gefolgschaft zu entrichten, sowie die Arbeits- losenoersicherungsbeiträge, obwohl er sie an ben Löhnen abgezogen hatte, rechtzeitig abzufuhren. Auf die Berufung des Angeklagten wurde dieser zu 500 Mark Geldstrafe verurteilt. Bei der Strafzumessung wurde berücksichtigt, daß der An­geklagte die Gelder nicht zu seinen persönlichen Zwecken verwandte.

Gin alter 3unger der Schwarzen Kunst.

LPD. Friedberg, 23. Jan. Der in Friedberg wohnhafte Buchdrucker Karl Wilhelm wird am Freitag, 24. Januar, 92 Jahre alt Das noch erstaunlich rüstige Geburtstagskind durfte wohl der älteste Buchdrucker unseres Gaues fein.

Oberheffen.

Hügelgräber bei Harbach.

A Harbach, 23. Jan. Bei den Kulturarbeiten im Riedwald entdeckte man kürzlich zahlreiche Hügelgräber. Da man in ihnen wertvolle vor­geschichtliche Funde vermutete, wandte man sich an den Denkmalpfleger für Bodenaltertümer der Pro­vinz Oberhessen, Dr. Heinrich Richter. Dieser leitet bekanntlich die Ausgrabungen auf dem Glau- berg bei Büdingen und ist als Fachmann weithin bekannt. Unter seiner Leitung werden nun auch die hiesigen Gräber durchforscht. Die Freilegung hat bis jetzt schon beachtenswerte Ergebnisse ge­zeigt, obwohl man erst seit einigen Tagen schürft. Die bisherigen Funde stammen aus der älteren Eisenzeit, die bekanntlich von 1000 bis 500 v. Ehr. dauerte. Diese Epoche führt auch noch nach dem an einem schönen Bergsee im Salzkammergut gelege­nen Salzort und Handelsplatz Hallstatt den Namen Hallstattzeit.

Ein breiter Gürtel mit Bronzebeschlägen hatte leider unter der Verwitterung (ganz besonders durch den eisenhaltigen Boden) so stark gelitten, daß er sofort zerfiel. Dafür sind aber zwei Halsringe aus Bronze noch sehr gut erhalten. Der eine ist ein glatter, einfacher Ring mit einem Zapfen. Nach dem Zapfen nennt man derartige Ringe Zapfen­ringe. Das andere Fundstück ist ein Wendelring mit Hakenoerschluß.

Die Ausgrabungen finden in der hiesigen Gegend großes Interesse. Täglich kommen zahlreiche Zu­schauer und verfolgen gespannt die Arbeiten. Diese verlangen nicht nur von dem Forscher, sondern auch von seinen Gehilfen ein großes Maß von Geschicklichkeit und Geduld.

Rundfunkwerbung in Leihgestern.

<£ Leihgestern, 23. Jan. Heute weilte der Reichs-Rundfunk-Werbewagen in unserem Orte. Mittags fand ein Konzert auf dem Rathausplatz statt, nachmittags eine Vorstellung für Kinder, an die sich eine Funkschau anschloß. Am Abend ver­einigte eine große Rundfunk-Werbeveranstaltung zahlreiche Volksgenossen im SaaleZum Löwen". Elektro - Jnstallationsmeister H a s s e l b a ch eröff­nete den Abend. Sodann sprach Rektor Sieg­fried in längeren Ausführungen über die Be­deutung des Rundfunks, kennzeichnete die Aufgabe des Werbewagens in unserem Orte und erinnerte an das Wort des Führers Adolf Hitler:Der Rundfunk dem deutschen Volke!" Er sprach ferner über die kulturellen Aufgaben des Rundfunks und schloß seine Ausführungen mit dem Hinweis, daß der Rundfunk in jedes deutsche Haus gehöre. Im weiteren Verlauf des Abends folgte die Vorführung mehrerer Lichtbilder. Man sah lustige Szenen aus dem Tierleben, dann eine Darstellung der Bedeu­tung des Rundfunks für die Landbevölkerung und schließlich Bilder vom bayerischen Rundfunk. Nach der Vorführung eines Tonfilms, der technische Ein­zelheiten des Rundfunks vermittelte, fand eine Ver­losung eines Volksempfängers, sowie verschiedener elektrischer Geräte statt. Die Vorträge fanden eine aufmerksame Zuhörerschaft. Mit einemSieg-Heil!" auf den Führer fand der Abend seinen Abschluß.

Ho:zversteigeiung

mit anschliehendem Volksfest.

* Schotten, 23. Jan. Eine einzigartige Neue­rung, die bis jetzt noch nicht ihresgleichen hatte, konnte man dieser Tage bei einer H o l z o e r - steigerung im Walde bei Stornfels be­merken. Der zuständige Forstmeister hatte nämlich angekündigt, daß im Anschluß an die Holzoer - steigerung ein V o l k s f e st auf einer Wald­wiese stattfinoen werde. Und so geschah es denn auch. Nach Schluß der Holzoersteigerung versam­melten sich die Teilnehmer auf der Wiese, wo man an einem Lagerfeuer einen guten Umtrunk halten konnte, Volks- und Soldatenlieder sang und sich schließlich auch an einem reizenden Waldspiel, das ein heimatliches Märchen darstellte, erfreuen konnte. Die stimmungsvolle Volksfeier, die ein schönes Stück heimatliches Brauchtum lebendig werden ließ, dauerte bis weit in den Abend hinein an und fand mit herzlichen Dankesworten an den Veranstalter, Forstmeister Bruchhäuser, und mit einem Gruß an den Führer und Reichskanzler seinen Abschluß.

Steigerung

-es Nauheimer Fremdenverkehrs.

LPD. Bad-Nauheim, 23. Jan. Das hessische Staatsbad Bad-Nauheim wurde im Jahre 1935 von insgesamt 30185 Personen besucht. Hiervon entfallen auf deutsche Besucher 26 264 und auf ausländische Besucher 3291. Nach Abzug der Besucher mit kürzerem Aufenthalt verbleiben 22750Kurgäste, von denen 19 928 Deutsche wa­ren und 2822 aus dem Ausland stammten. Gegen­über 1934 hat die Zahl der deutschen Gäste um 12,5 und die Zahl der ausländischen um 1,5 Pro­zent zugenommen. Die Zahl der Uebernachtungen betrug 688 020.

Von einem umstürzenden Rollwagen tödlich verletzt.

Lpd. Bad-Nauheirn, 23. Jan. Jrn benach­barten Ober-Mörlen waren Arbeiter mit dem Beladen von Rollwagen beschäftigt. Durch die an­haltend nasse Witterung war der Boden derart ver­schlammt, daß plötzlich das Gleis einseitig nachgab und ein schwerer Rollwag.en u m k i p p t e. Der Arbeiter Heinrich Volt er aus Ober-Mörlen konnte sich aus der aufgeweichten Erde nicht mehr schnell genug freimachen, geriet unter den W a - gen und wurde dabei so schwer verletzt, daß er noch auf dem Transport zum Krankenhaus ver­starb. Der Verunglückte hinterläßt Frau und sechs unmündige Kinder.

Tragischer Tod

* Butzbach, 24. Jan. In das Krankenhaus zu Nieder-Weifel wurde dieser Tage (wir berichteten darüber) ein Mann eingeliefert, der soeben aus der Chirurgischen Klinik zu Gießen nach überstandener Operation entlassen worden war, und auf der Fahrt nach Hause einem Autounfall zum Opfer fiel. Der bedauernswerte Mann hatte dabei einen dop­pelten Schädelbruch erlitten, dessen Folgen er nunmehr erlag.

Landkreis Gießen.

00 Klein-Linden, 23. Jan. In einer stark besuchten Versammlung der Evangelischen Frauenhilfe sprach am Mittwochabend Missio­nar W a l t h e r (Gießen) über das ThemaMütter sorgt für eure Kinder". In eindrucksvollen Worten machte der Redner die Mütter auf ihre heiligen Pflichten ihren Heranwachsenden Kindern gegenüber aufmerksam und brachte viele Beispiele aus dem

Leben, die Zeugnis davon ablegten, welche Macht und segensreiche Auswirkung das Gebet in der Familie hat. Der Ortsgeistliche, Pfarrer König, dankte dem Redner.

Hs Lollar, 23. Jan. Der hiesige Einwohner Ludwig Seipp VIII. ist heute seit 25 Jahren auf dem Buderusschen Eisenwerk tätig. Aus diesem An­lasse wurden ihm durch die Werksführung und seine Arbeitskameraden reiche Ehrungen zuteil. Eine Ehrengabe und eine Ehrenurkunde wurden ihm vom Gefolgschaftsführer überreicht.

* Lollar, 24. Jan. Die Buderusschen Eisenwerke lassen gegenwärtig neuzeitliche sanitäre Anlagen sowie hygienische Trink­wasser-Springbrunnen in ihren Betriebsanlagen schaffen. Die Werkleitung folgt mit diesem Vorhaben den sozialen Gedankengängen fürSchönheit der Arbeit" der DAF. Gleichzeitig wird damit einem Wunsche der Gefolgschaft entsprochen.

t Treis a. d. L d a., 23. Jan. Vor der hiesigen NS.-Frauenschaft, welche die kirchliche Frauenhilfe für diesen Abend eingeladen hatte, hielt gestern abend in Mills Saal Fräulein Bechtolsheimer - Gießen im Auftrag der Gruppe Volkswirtschaft und Hauswirtschaft des deutschen Frauenwerks einen hauswirtschaftlichen Vortrag über die Beziehungen zwischen Volkswirt­schaft und Hauswirtschaft. Die Rednerin verstand es, in klaren, deutlichen Ausführungen den zahlrei­chen Zuhörerinnen die hohe Bedeutung der Haus­frau, durch deren Hände fast zwei Drittel des deut­schen Volksvermögens gehen, für die Volkswirt­schaft an zahlreichen Beispielen klar zu machen, und sie ermahnte, durch kluge Sparsamkeit im Ver­brauch der vorhandenen Nahrungsmittel und Ge­brauchsgegenstände den hohen Idealen des Führers nachzukommen. Anschließend gab sie noch einige Kochrezepte für die Verwendung von Grieß- und Haferpräparaten im Haushalt und ließ die Zu­hörerinnen von mitgebrachten reichlichen Proben von aus diesen Mitteln hergestellten Backarten kosten. Bei der heutigen zweiten und letzten Brennholzoersteigerung im hiesigen Ge­meindewald blieben die Preise fast dieselben, wie bei der ersten. Buchenscheiter kamen 2 Raum­meter auf 18 bis 20, Buchenknüppel 14 bis 16, 5 Meter Buchenreisig 8 bis 10 Mark.

Steinbach, 23. Jan. Der Gesangver- e i nEintracht" hielt am letzten Sonntag feine Jahresgeneralversammlung bei Johann Deuker ab. Der Vereinsleiter Friedrich Wald erstattete in gewohnter Weise den Jahresbericht, ebenso wur­den die Kassenverhältnisse durch den Rechner vor­getragen und ihm Entlastung erteilt. Obgleich der Dirigent Finanzsekretär Sommer- Watzenborn durch Familienverhältnisse am Erscheinen verhindert war, wurde in dem anschließenden gemütlichen Beisammensein manches Lied gesungen und die Versammlung, die sehr gut besucht war, klang in üblicher Weise nach rechter Sänger-Art aus.

ch Oppenrod, 23. Jan. Unsere Landwirte haben bis zum heutigen Tage ihre eigene Schafherde beibehalten. Jeder Landwirt, der sich noch als Bauer im besten Sinne des Wortes fühlt, treibt einige Schafe zur gemeinsamen Herde, die von dem Gemeindeschäfer, der selbst auch einige Tiere halten darf, gehütet werden. Auch in andern Dörfern des Busecker Tales ließe es sich einrichten, eine Schafherde zusammenzustellen.

< Reiskirchen, 23. Januar. Die Brot- getreibefpenbe für bas Winterhilfswerk er­brachte in unserem Orte eine Menge von 30 Zentner. Am Montagabenb würbe im Konfirmandensaal ein Haushaltungs- unb Säuglings­pflege-Kursus eröffnet. Etwa 25 Frauen unb Mäbchen nehmen baran teil. Der hiesige Krie­gerverein hielt biefer Tage einen Familienabend ab. Bei Gesang unb kameradschaftlicher Unterhal­tung blieb man geraume Zeit beisammen.

# Ettingshausen, 23. Jan. Bei ber gestern im hiesigen Gemeindewald burchgeführten H o l z - Versteigerung würben je 2 rm folgenbe Preise erzielt: Buchenscheiter 7 bis 8 Mark, Buchenknüppel 6 bis 7, Kiefernrundscheiter 4 bis 5, Kiefernknüppel 3 bis 4, Fichtenrundscheiter 5, Fichtenknüppel 3 bis 4 Mark. Leseholzstücke wurden flächenweise abge­geben.

(D ©rüningen, 23. Jan. Im hiesigen Rat­haus hielt gestern abend der O b st b a u d e r e i n, geleitet von dem neuen Vorsitzenden Mohn, eine Versammlung ab. Der Verein konnte durch die eifrige Werbetätigkeit des Vorsitzenden seine Mit­gliederzahl fast verdoppeln, so daß er jetzt 52 Mit­glieder zählt. Zum Rechner wurde Heinrich Alles bestimmt. Durch die gemeinschaftliche Obstbaum­spritzung bedingt wurde beschlossen, die Hedrich- spritze der Genossenschaft für 260 Mark zu kau­fen. Das Spritzen der Bäume, mit dem bei gün­stigem Wetter schon in ben ersten Tagen des Mo­nats Februar begonnen werben soll, wirb ausge- führt von ben beiden Baumwarten Heinrich A l - l e s und W. Bender. Die Versammlung beschloß weiterhin, Nistkästen aufhängen zu lassen; ins­gesamt wurden von den Mitgliedern des Vereins 66 Stück, von der Gemeinde 34 Stück bestellt. Die Gemeinde will in diesem Jahre Vogelschutzhecken bei dem Wasserbehälter an der Windmühle und bei dem Friedhof anpslanzen lassen. Die Versamm­lung wurde mit dem IrÄibefenntnis zum Führer und zum Reichsbauernführer Darre geschlossen. Anschließend fand noch eine Besprechung Des R i n- derzuchtvereins statt.

-/- Lich, 23. Jan. Gestern abend hielt in ber GastwirtschaftZur Stadt Gießen" der hiesige Ob st- und Gartenverein unter dem Vorsitz von Gärtner Hermann Süsse! feine diesjährige Generalversammlung ab. Nach Erstattung des Jahres- und Kassenberichtes durch ben Fachberater, Obftbaumroart Konrad Schöne, wurde eine größere Zahl von Anfragen, die sich mit ber Be­spritzung ber Obstbäume, ber Bekämpfung ber Wühlmaus, bem Abstand ber Bäume bei Neu­pflanzungen, bem Welken ber Früchte, ber schlechten Obsternte des vergangenen Jahres unb anberen Dingen beschäftigten, in sachverständiger Weise be­antwortet. Die Mitglieder wurden aufgefordert, alles zu tun, um auch die Erzeugungsschlacht im Obst- und Gartenbau zu einem vollen Erfolg zu führen. Eine Einladung zur Kreisversammlung nach Gießen wurde bekanntgegeben. Die Zeitschrift Der Gärtner" soll allen Mitgliedern in Zukunft kostenlos aus ben Mitglieberbeiträgen geliefert wer­den. Anschließend fand eine Gratisoerlosung von Blumenstöcken, Rosen- und Beerensträuchern und anderen Sachen statt, ein Apfelbaum, ber gestiftet war, wurde amerikanisch versteigert. Die Kapelle Schmidt spielte unermüdlich auf und trug dadurch wesentlich zur Ausgestaltung des Abends bei, der in üblicher Weise geschlossen wurde.

öp Lich, 23. Jan. Die Hitlerjugend und die Ortsgruppe Lich der Deutschen Arbeits­

front haben auch in unserer Stadt zur Durchfüh» rung des Reichsberufswettkampfes auf­gerufen. Unter Zustimmung ber Kreisjugenowaltung ber Deutschen Arbeitsfront in Gießen würbe L i ch zum Wettkampfort bestimmt. Die Aus­schüsse wurden dieser Tage zusammengestellt. Dem Ehrenausschuß gehören die Leiter sämtlicher na­tionalsozialistischen Gliederungen an, ferner die Führer der Hitlerjugend, die Vertreter Der Stadt­verwaltung, der Schule, der Industrie, des Han­dels und Gewerbes. Als Wettkampfleiter der Be­rufswettkämpfe der männlichen .Jugend wurde Schlossermeister Fritz Schmidt, der Gemeinschafts- roalter der Ortsgruppe Lich der DAF., als dessen Stellvertreter HJ.-Gefolgschaftsführer Lerch be­stimmt.

Kreis Alsseld.

I Alsfeld, 21. Jan. Der Alsfelder R a d- fahrerverein 1890 hielt am Samstag fein Diesjähriges Winterfest in dem festlich ge­schmückten großen Saale desDeutschen Hauses" bei recht gutem Besuche ab. Unter ben sportlichen Vorführungen fand ein Blumenreigen besonderen Beifall. Die in Alsfeld wohlbekannten Kunstfahrer Willy und Walter Göbel aus Wetzlar zeigten ganz hervorragende Leistungen auf dem Ein-Rad. Eine schöne Abwechselung bot das Ballett des Gießener Stadttheaters mit feinen ver­schiedenen Tänzen unter Leitung von Frl. Thery Schultheis. Den Höhepunkt der Tanzgruppe bildete die Tanzeinlage aus derFledermaus"^ Ansprachen hielten der Vereinsführer Rohr­bach und Ehrenvorsitzender Karl Bellinger^ Der anschließende Ball bildete den Abschluß des diesjährigen Winterfestes.

A Alsfeld, 22. Jan. Dieser Tage fand hier ein Schulungslehrgang für b i e örtli­chen Fachwarte für Obstbau, für die Vor­sitzenden ber Obstbauvereine unb für alle Baum­wärter bes Kreises Alsfelb statt. Veranstalter war bie Landesbauernschaft Hessen-Nassau, beauftragt mit der Durchführung war Landwirtschaftskammer­rat Pfeiffer. Anschließend fand im großen Saale desDeutschen Hauses" die Hauptver­sammlung des Kreisobstbauvereins Alsfeld statt, die einen sehr starken Besuch auf» wies und zu der auch viele Bürgermeister und Leh­rer des Kreises erschienen waren. Nach Eröffnung der Versammlung durch den Vorsitzenden Heinrich Koch- Alsfeld folgte ein Vortrag des Diplom-Gar­tenbauinspektors Börmer von ber Landesbauern­schaft überAufgaben der Gartenbauvereine (Obst- bauoereine) auf dem Gebiet des Gartenbaues". Der Redner wies auf die besondere Bedeutung hin, die künftig unter den Aufgaben ber Gartenbauvereine die Schaffung und Erhaltung von Bauerngärten einnehmen werde, die ganz besonders zu pflegen seien, und teilte mit, daß durch die Landesbauem- schaft in diesem Jahre ein Preiswettbewerb über die Ausgestaltung von Bauerngärten veranstaltet wer­den würde. Obstbautechniker Kurz-Lauterbach hielt alsdann einen Vortrag über das ThemaDer Obstbau in ber Erzeugungsschlacht". Der Vortra- genbe betonte bie große Bedeutung der Obstzucht für die Sicherung der Volksernährung. Das Obst sei heute ein Volksnahrungsmittel und feine Pflege daher unter allen Umständen zu fördern, sowohl hinsichtlich der Qualität, als auch ber Quantität bes Obstes. In feinen weiteren Ausführungen gab er im einzelnen bie Maßnahmen unb Arbeiten bekannt, bie zur Erreichung biefes Zieles notwen­dig sind. Für die Gemeinden wies er auf die Mög­lichkeit ber Gemeinschaftspflanzungen im Zuge der Feldbereinigungen hin, bie er als sehr wertvoll be­zeichnete. Landwirtschastskammerrat Pfeiffer sprach über bie Polizeiverordnungen zur Förde­rung ber Obstbaumpflege, bereu Berechtigung er nachwies unb bie er als eine nationale Notwendig- keit bezeichnete. Es sei bie Pflicht ber Bürgermei­ster, sich tatkräftig einzusetzen für bereu richtige Durchführung.

# Ober-Ohmen, 22. Jan. Bei ber ersten Holzoer st eigerung aus ben Wölbungen der yiesigeu Freiherrlich Riedeselscheu Revierver- waltuug gelangte eine größere Quantität Brenn­holz zum Ausgebot. Buchenscheit 1. Kl. (Taxe 6,50 Mark pro Raummeter) kam auf über 7 bis 8 Mk. pro Raummeter. 2. Kl. lag im Preise etwas nied­riger. Bucheuknüppel 1. Kl. kosteten durchschnitt­lich über 5 Mark pro Raummeter (Taxe 4 Mark). Bucheustammkuüppel (Taxe 5 Mark) kamen zeit­weilig auf 6 Mark, Hainbuchenknüppel desgleichen. Fichtenknüppel und Aspeuknüppel (Taxe 1,50 Mk.) bewegten sich ungefähr auf Taxhöhe. Buchenstamm- reifig (Taxe 1 Mark) kam auf zirka 1,50 Mark pro Raummeter. Bucheuoberreisig (Taxe 70 Pf.) lag wesentlich niedriger. Kirschbaumkuüppel wurden mit 4 Mark pro Raummeter gesteigert. Allgemein ist ein leichtes Anziehen der Holzpreise zu verzeichnen.

T Groß-Felda, 22. Jan. Der Turnver­ein Groß-Felda hielt im Vereiuslokal Figge feine 30. Generalversammlung ab. Aus bem Tätig­keitsbericht des Oberturnroarts ging hervor, daß der Verein im Jahre 1935 keine besonderen Wettkampf- ergebuisse verzeichnen konnte. Nach Verlesung der Satzungen des Reichsbundes für Leibesübungen, die gutgeheißeu wurden, erstattete der 2. Rechnungs- führer H. Scharmaun den Kassenbericht, der einen Kasseubestaud von 29,22 Mark auswies. Dem Kasseuführer wurde Entlastung erteilt. Der bis­herige Vereinsführer Friedrich Schäfer wurde einstimmig wieder zum Vereinsführer bestimmt. Er richtete einen Appell an die Mitglieder, auch wei­terhin der edlen Sache ber Turnerei treu zu blei­ben. Erfreulicherweise konnte festgestellt werben, das sieben Jugendturner dem Verein neu beitraten. Die Versammlung wurde in ber üblichen Weise ge­schlossen.

£ Groß-Felda, 22. Jan. In diesen Tagen weilte im Rahmen der Werbeaktion der Reichsrundfunkgesellschaft ein Werbe- wagen in unserem Dorf. Nachmittags fand ein Platzkonzert, d. h. Uebertragung durch den Groß­lautsprecher statt. Anschließend wurde zu einer Abendveranstaltung mit Tonfilm eingeladen. Der Saal der Gastwirtschaft Figge war überfüllt, konn­ten doch die Besucher für eine Eintrittskarte von 30 Pfennigen einen Volksempfänger gewinnen. Im Tonfilm wurde die Entstehung' und Vorberei­tung des Sendeprogramms gezeigt, sowie in ver­schiedenen Trickfilms der Segen des Rundfunks für den Landbewohner. Mit großer Spannung wurde das Ergebnis der Verlosung erwartet. Schuhmachermeister Müller und Fräulein Emma Knöß waren die glücklichen Gewinner. Bei dem anschließenden Tanz lieferte wiederum ein Rund­funkgerät die Musik. Verschiedene Händler hat­ten eine Reihe von Apparaten, vom einfachen Volksempfänger bis zum hochentwickelten Gerät für annähernd 500 RM., ausgestellt. Sicherlich wur­den neue Freunde für den Rundfunk gewonnen. In der Versammlung der Ortsbauern­schaft wurden eine Reihe von organisatorischen Fragen behandelt. Neben der vertragsmäßigen Ablieferung von Schweinen unter den bekannten