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Bücher unter dem Weihnachtsbaum

905 914,

1 096 592,

35 Pf., gebunden 75 Pf., Philipp Re- Verlag, Leipzig. (369) Die Aus-

In München begann unter Aufsicht des Nota­riats V die öffentliche Ziehung der 8. R e i ch s - lotterte für Arbeitsbeschaffung. Die Ziehung wurde eröffnet im Auftrag des Reichs­schatzmeisters der NSDAP, durch Stabsleiter Saupert, der in einer Ansprache auf die gewal­tigen Fortschritte und Erfolge hinwies, die auch in diesem Jahre in der Bekämpfung der Arbeitslosig­keit erreicht worden sind, nicht zuletzt dank der Reichslotterie für Arbeitsbeschaffung. Nach der An­sprache wurde zur Ziehung geschritten. Die Lotterie enthält zwei Abteilungen A und B, mit je drei Millionen Losen, die in einer großen Lostrommel eingeschüttet sind. Eine zweite Trommel enthält die Gewinnröllchen, eine dvitte d-ie Endnummerngewinne, die zuletzt gezogen werden.

Zur Ausspielung gelangen u. a. zwei Gewinne zu 50 000 Mark, 20 Prämien zu 2500 Mark, 50 Gewinne zu 1000 Mark und 100 Gewinne zu 500 Mark. Die insgesamt 424 152 Gewinne und 20 Prä­mien ergeben zusammen eine Gewinn umme von 1600 000 Mark. Bereits am ersten Tag der Zie­hung wurden die 4152 Gewinne in Höhe von 20 Mark bis 50 000 Mark von insgesamt 424 152 Lo- sen beider Abteilungen ausgelost. Dabei fiel der

r W lelm Busch: Die Kirmes und ,^^^eschichten. Mit einem Nachwort von Earl W. Neumann. (Universal-Bibliothek Nr. 7330.) Kartoniert 35 Pf., gebunden 75 Pf., Philipp Re- clam jun., Verlag, Leipzig. (369) Die Aus- wähl bringt eine der prachtvollsten Bildergeschichten aus Buschs reifster Zeit, Stücke ausDideldum" undHaarbeutel", dazu Gedichte ausKritik des Herzens undZu guter Letzt". Das Bändchen wird überall Freude und Humor verbreiten.

Kaiser oder Kanzler.

Der Kampf um das Schicksal des Bismarck-Reiches.

Für Arbett und Brot!

Oeffentliche Ziehung der 8. Reichslotterie für Arbeitsbeschaffung in München.

Hat Amerika wieder Hoffnung?

Von Dr. Friedrich Sohn.

erzeuguna von gewisser Bedeutung. Die Anforde­rungen, die der Markt an den Fettreichtum der Milch stellt, sind wesentlich höher als bei uns. Auch die Farbtönung der Milch beeinflußt die Absatzfähigkeit. Auf den Viehweiden fanden wir fast immer verschiedene Rassen zusammen, das Ge­samtbild war einigermaßen unausgeglichen. Die scharfe Trennung, die in der Zucht zwischen dem Milch- und Fleischvieh vorgenommen wird, hat zur Folge, daß sich in der Körperform ein gewaltiger Unterschied zwischen den beiden Zuchtrichtungen her- ausgebildet hat.

Der Besuch Wisconsins hat die bereits gewonnene Erkenntnis gestärkt, daß Amerika und Europa nicht mit gleichen Maßen gemessen werden können. Sie hat uns an den Siedlern deutscher Abstammung auch die gewaltige Kraft des Amerikanisierungs­prozesses vor Augen geführt. Trotz des gleich­machenden Einflusses der amerikanischen Zivili­sation sind jedoch die Einflüsse des Volkes und der Rasse gerade bei den auf dem Lande wohnenden Menschen auch dann noch wirksam, wenn die äuße­ren Erscheinungsformen des alten Volkstums weit­gehend abgestreift sind.

Gportabteilung im Innenministerium.

Berlin, 22. Dez. (DNB.) Im Reichs- und Preußischen Ministerium des Innern wird au Anordnung des Reichsministers Dr. Frick mit Wirkung ab 1. Januar 1937 zur Bearbeitung aller Angelegenheiten des Sportes und der Leibesübun­gen eine besondere Abteilung Abteilung VIII gebildet. Mit der Leitung der neuen Abteilung wird der Reichssportführer von Tschammer und O st e n betraut, dessen Stellung als Leiter des Reichssportamtes hierdurch nicht berührt wird.

Aufgabe der neuen Abteilung ist die Bearbeitung aller Angelegenheiten des Sports und der Leibes­übungen in der Ministerialinstanz nach den vom Minister oder Staatssekretär erteilten Weisungen.

Dem Reichssportamt als der Nachgeordneten Reichsbebörde liegt die Ausführung der Anord­nungen des Ministeriums ob. Es bleibt in persön­licher und sachlicher Hinsicht von der Mnisterial- instanz getrennt. Doch wird durch die in der Per­son des Reichssportführers hergestellte einheitliche Leitung eine enge Zusammenarbeit zwischen der neuen Abteilung des Ministeriums und dem Reichs­sportamt gewährleistet.

In diesem Buche von Rich. Sexau (Verlag Hoff­mann & Campe, Hamburg, geb. 6,80 Mk.) (452), hat der Leser ein Geschichtswerk vor sich, das einen der bedeutendsten und tragischsten Abschnitte der deutschen Geschichte behandelt: das Ringen zwischen dem Schöpfer und Kanzler des Kaiserreiches Fürst Bismark und dem damals noch jungen Herr­scher Wilhelm II. Sexau hat für dieses Stück deutscher Geschichtsschreibung eine außerordentliche Fülle von Material herangezogen, das er zum Teil durch persönliche Beziehungen, als Aufzeichnungen aus dem Kreise von Augenzeugen und Mitbeteilig­ten, an der Hand hatte. Er begnügt sich nicht damit, den Leser unvermittelt in den Regierungsbeginn Wilhelms II. und in fein Verhältnis zum Eisernen Kanzler hineinzuführen, sondern er gibt auch einen tiefen Einblick in die Jahre, die den späteren Kaiser noch als Prinz Wilhelm sahen und in denen er im Schatten seines Großvaters, des Kaisers Wilhelm I. wandelte, zugleich im Konflikt mit seinen Eltern, dem Kaiser Friedrich III. und seiner Frau, der ge­borenen englischen Prinzessin, stand.

Sexau beginnt seine geschichtliche Darstellung mit der Gasteiner Monarchenbegegnung am 9. August 1886 und mit der dort vom alten Kaiser beschlos- enen Entsendung des Prinzen Wilhelm nach Ruß- and. Er schildert dann in zahlreichen Einzelkapiteln die zum Teil der breiteren Oeffentlichkeit bisher noch unbekannten Vorgänge an der höchsten Stelle der Reichsführung, nämlich das Verhältnis des alten Kaisers zum Kanzler Bismarck, die Stellung des Kronprinzen Friedrich und dessen Beziehungen zu Kaiser, prinzlichem Sohn und Kanzler, die schwe­ren Konflikte zwischen dem jungen Prinzen Wil­helm und seinen kronprinzlichen Eltern einerseits, das herzliche Verhältnis zum Großvater, dem alten Kaiser anderseits, seine verehrungsvolle Zuneigung zu dem großen Kanzler. In diesen Kapiteln zeigt ich vor dem geistigen Auge des Lesers ein Stück tragischer Geschichte der kaiserlichen Familie zu Ende der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts, bei der neben den rein familiären, aber doch für das Reich bedeutsamen Vorgängen auch ein großer Ab- chnitt staatspolitischen Geschehens in seinen viel- ältigen Auswirkungen bekannt wird. Beim Lesen dieser Kapitel lernen auch die Aelteren unter uns, die durch ihr Lebensalter jenen Ereignissen natür­lich näherstanüen als die heutige junge Generation, manches verstehen und begreifen, was bisher nur dunkel und unklar in Erscheinung trat. Denn es wird neben den großen staatspolitischen Dingen auch ein ansehnliches Stück rein menschlicher Tragik er- ennbar, durch das das Leben des jungen Prinzen Wilhelm in seiner Jugend schon schwer beschattet wurde und in ihm Eindrücke hinterließ, die für eine späteren Jahre sicherlich in mancherlei Hin- icht bestimmend geworden sind.

Im Anschluß an den großen Ueberblick vom August 1886 erzählt Sexau dann in zahlreichen weiteren Abschnitten die Geschichte des Ringens zwischen dem jungen Kaiser Wilhelm II. und dem bereits unter dem alten Kaiser zum überragenden Mittelpunkt der Reichsführung gewordenen großen Kanzler Bismarck. Auch in diesen Kapiteln Hingen mele menschlich warme, herzliche Noten auf beiden Seiten an; es treten aber auch, anfänglich nur ganz leicht, gewissermaßen schattenhaft, dann immer stär­ker und immer schwerer, die Gegensätze zutage, in denen sich Kaiser und Kanzler einander gegenüber landen und sich immer mehr entfremdeten, bis es chüeßlich Ende März 1890 zum tragischen Bruch durch den Abgang Bismarcks kam. In diesen Ka­piteln kann der Leser auch mancherlei lehrreiche Blicke in das Intrigenspiel hinter den Kulissen tun; er kann die scheinheiligen Wühlmäuse Holstein, Graf Waldersee, den aalglatten und von keinerlei charakterlichen Hemmungen beschwerten Bülow (da­mals Botschaftsrat in Petersburg, später Reichs­kanzler) und viele andere einer Hofkamarilla, ferner politische Ehrgeizlinge, wie Boetticher usw. am Werke erkennen; man sieht aber auch aufrechte Manner wie Herbert Bismarck, den alten Moltke den ehrlichen Mittler und kaiserlichen Freund Phi­lipp Eulenburg, Caprivi und andere stark in das Zeitgeschehen eingreifen. Im Mittelpunkt aller die­ser Vorgänge stehen die beiden gewaltigen Expo­nenten: der junge Kaiser und der große Kanzler als Gegenspieler, beide vom reinsten Wollen und von größtem Verantwortungsbewußtsein erfüllt, beide im Grunde einander nicht abgeneigt und doch durch verhängnisvolle Mißverständnisse,' Versäum­nisse und vor allem durch die skrupellose Jnlri- gantenwirtschaft der eigensüchtigen politischen Stre- der immer mehr in die Gegensätze und in den Kon­flikt hmeingetrieben.

So entwickelt dieses Buch die große Tragik der deutschen Reichsführung von Juni 1888 bis Ende Marz 1890. Es lenkt die Blicke rückwärts auf ein Stück deutscher Geschichte, deren Auswirkungen weit über jene Tage hinausgingen.

Ernst Blumschein.

Jungarbeiter überreichen deniGauletter ein Weihnachtsgeschenk.

NSG. Wenn es notwendig war, die Forderung der Jungarbeiterfchaft zu unterstreichen, war es im­mer der Gauleiter, der ein offenes Ohr für seine jungen Kameraden hatte. Wir denken nur an die Zeltlageraktion der Hitler-Jugend, oder an die Uebernahme der Schirmherrschaft des Reichsberufs­wettkampfes. Als ein äußeres Zeichen des Dankes überreichten ihm am Dienstag der Gaujugend­wal t e r der DAF. und vier Lehrlinge ein Schreibzeug als Weihnachtsgeschenk. Vom Ent­wurf bis zum letzten Feilstrich stammen alle Ar­beiten von Lehrlingen im ersten Lehrjahr.

Der Gauleiter brachte seine Freude über dieses wohlgelungene Geschenk zum Ausdruck und über­reichte jedem Lehrling sein Bild mit Unterschrift. Die Lehrlingswerkstatt des Betriebes, in dem die Arbeiten hergestellt wurden, erhielt ebenfalls ein Bild, das einen Ehrenplatz in dem Gemeinschafts­raum der Lehrlinge finden wird.

Weihnachtssitzung derStiftung für Opfer der Arbeit".

Berlin, 22. Dez. (DNB.) Vor einigen Tagen trat im Reichsministerium für Volksaufklarung und Propaganda der Ehrenausschuß derStif- tung für Opfer der Arbeit" zu seiner üb­lichen Weihnachtssitzung zusammen. Der ehrenamt­liche Geschäftsführer, Oberregierungsrat Dr. Zieg - ler, erstattete Bericht über die Arbeit der Ge­schäftsstelle der Stiftung, aus welchem hervorgeht, daß die Inanspruchnahme der Stiftung unvermin­dert anhält. Bei der Hilfeleistung aus Anlaß von größeren Unglücksfällen im vergangenen Jahre mar die Stiftung führend beteiligt. Ihr Hauptaugenmerk aber galt der Betreuung der Hinterbliebenen, deren Ernährer als Einzelopfer in ihrem Beruf verun­glückten, und die von der Oeffentlichkeit leider meist vergessen werden.

Zur Beschlußfassung wurden dem Ehrenausschuß 1448 Gesuche vorgelegt. Auf Grund dieser Gesuche wurden 585 Familien zum ersten Male mit Zah­lungen von insgesamt 143 669 Mark und 564 Fa-

Hans Kloepfer: Was mir die Hei­mat gab. (Die Kleine Bücherei, Nr.70) Albert Langen-Georg Müller, München 1936. (534) Den Kräften der Heimat verdankt Hans Kloepfer, der steierische Arzt und Dichter, die Ernte seines reichen, friedlichen Lebens. Ob er von feiner Kind­heit und Jugend erzählt, von den väterlichen Ahnen in Schwaben, den mütterlichen aus der Steiermark, von den ersten Berufsjahren als Werk- und Landarzt, oder ob er mit milde lächeln­der Heiterkeit verklungene Tage aus der Geschichte seiner heimatlichen Landschaft zu neuem Leben er­weckt immer wieder erklingt in diesem Büchlein die Stimme der deutschen Heimat.

Bernt von Heiseler: Die Unver­ständigen. Erzählungen. 150 Seiten. Kart. 2,50 RM., Ganzleinen 3,50 RM. Ludwig Voggenreiter Verlag,, Potsdam. (238.) Bernt von Heiseler, der Sohn des verstorbenen Dichters Henry von Heiseler, ist bereits durch Gedichte und Laienspiele bekannt geworden. Hier legt er seine erste Prosa- sammluna vor. Die Eingangsnovelle des Bandes gestaltet das Schicksal zweier Liebenden in Brief­form. Den TitelDie Unverständigen" und feinen Sinn deutet Heiseler in fünf weiteren Erzählungen. Immer ist es das Versagen oder Sich-Bewähren der Seele, das zur Gestaltung verlockt und die handelnden Menschen einprägsam erstehen läßt.

Ulrich Sander: Die Frau von Gohr. Roman. 311 Seiten. Steif brosch. 3,50, Sei­nen 5, RM. Wilh. Gottl. Korn, Verlag, Breslau. (432) Im Mittelpunkt dieses Romans steht Alwine Treß, die Erbin von Gohr, einem uralten Gutshof an der pornrnerschen Küste. Das Leben die­ser ausgesprochen norddeutschen Frau macht den Inhalt des Buches aus: ihre zu frühe, unglückliche Ehe, die Jahre einer verzehrenden Witwenschaft, die scheinbare Erfüllung durch ihre Heirat mit einem Manne, den sie bedingungs­los liebt und den sie, als einen Fremdling auf Gohr, doch nicht zu halten vermag; das Schick­sal ihrer Kinder und Kindeskinder, die alle, bis auf eines, für Gohr verloren sind; und das Ende dieser Mutter und ihres Hofes.

Herbert Göring: Ich muß habet je in! AlsBäckergeselle" von Spanien an die Westfront. 219 Seiten, reich illustriert. Verlag von Martin Warneck, Berlin. Kart. 3 Mk., geb. 3,80 Mark. (347) In Spanien 1914 vom Kriegs­ausbruch überrascht, sucht Herbert Göring nach Hause und an die Front zu kommen. Schon in Spanien türmen sich die Schwierigkeiten. Mit fal­schem Paß alsSchweizer Bäckergeselle" besteigt er em Schiff nach Italien. Wie die Fahrt mißlang, wie List und Kühnheit helfen, bis endlich die deut­sche Grenze erreicht ist, wird man lesen und feine pelle Freude daran haben. Die Schilderungen von Land und Leuten in Spanien haben gerade heute ein aktuelles Interesse. Eine heitere StudieDie Stallwache", und ein Erlebnis aus dem Krieg,Die Sprengpatrouille", schließen sich ohne Zwang dem Heimkehrbericht an. Das Buch ist liebevoll ausge­stattet und mit vielen Zeichnungen geschmückt. Sein Wert liegt in der Frische seiner Darstellung, in der Spannung und Lebensnähe der Berichte.

Gerhart Ellert: Der Doge Fos- c a r i. Schauspiel in sechs Akten. 141 Seiten. I. G. Speidelsche Verlagsbuchhandlung, Wien und Leip- zig. (593.) Ellert, der früher bereits Romane über Attila und Karl V. erscheinen ließ, schildert in feinem Schauspiel, Venedig 1457, eine jener in der italienischen Renaissance nicht seltenen Stadtstaats- aktlonen, in deren Ablauf sich zugleich aus dem Widerspiel der Generationen ein echter und thea­tralisch wirksamer Konflikt entwickelt.

Dr. Carl T. Wiskott: Griechen- lanb im 21 uto erlebt. Mit 80 Bildern von Dr. Paul Wolfs und Tritschler. Preis geb. 5,40 Mk. Verlag F. Bruckmann AG. München. (595) Dieses Buch stammt von keinem Zünftigen. Sein Verfasser ist vielmehr ein begeisterter Autotourist, der em solches Buch schmerzlich vermißte, als er im Olympischen Jahr eine Griechenlandreise oorberei- tete, und dem dann die Vielgestaltigkeit des Fahrt- aufes und seiner Ereignisse die Idee eingab, es jelbft zu schreiben. So entstand ein ungemein far­biger, temperamentvoller Erlebnisbericht, der durch stme sportliche Lebendigkeit und durch die großen Perspektiven von einst und jetzt selbst zum Erled- !sts wird, vertieft noch durch die vielen Herr- Iichen Bilder aus dem Hause von Dr. Paul Wolff, der seinen Kameraschützen an dieser Reise teilneh- men ließ. So werden an diesem Buch ihre Freude haben auch die, die auf herkömmlicheren Wegen Griechenland durchqueren, aber auch die, die über die Leistungsfähigkeit unserer deutschen Automobile unterrichtet sein wollen oder schöne Photos lieben, und nicht zuletzt die vielen, die das Land der (Bri* chen nurmit der Seele suchen" können.

Karl Foerster / Albert Steiner* Blumen auf Europas Zinnen. Bild und Wort. Mit 60 Aufnahmen nach der Natur von Al« bert Steiner. 136 Seiten. Leinen 5,80 Mark. Rot»

Haltung führen, mit der Jugend dagegen ist nur in englischer Sprache eine Verständigung möglich.

Trotzdem scheinen aber die Kräfte des Volks­tums auch dann noch wirksam zu sein, wenn die Sprache, die Sitten und Gebräuche der Vorfahren vergessen sind. Es ist sicherlich kein Zufall, daß dieses vorwiegend von germanischen Menschen bewohnte Land ordentlicher und gepfleg­te r aussieht als die meisten anderen Gebiete der Union. Der Staat Wisconsin ist besonders führend m der Milcherzeugung. Auf dem Wege nach Madison kommen mir durch Landschaften, in denen oie Dichte des M i l ch v i e h b e st a n d e s mit Däne­mark in Wettbewerb treten könnte. In einer kleinen Stadt werden wir von dem Hotelbesitzer, einem Herrn Wagner, auf das freundlichste be­grüßt. Da das Essen noch nicht bereit ist, schickt er uns in ein Haus auf die andere Seite der Straße, wo wir uns eineMilchfarm" ansehen sollen. Wir wundern uns, daß mitten in der Stadt eine Milchfarm gelegen fein soll und vermuten in dem Gebäude eine Molkerei. Doch auch diese Erwartung trifft nicht zu, denn wir besichtigen die Schrift- leitung und Druckerei einer der größten Molke- re i ze 11 s ch r i f t e n des mittleren Westens. Bei per Besichtigung der Druckerei begrüßen wir ver­schiedene Landsleute, die durchweg in Amerika ge­boren sind. Es stellt sich heraus, daß der Besitzer der Zeitschrift vor den Toren der Stadt eine Milch­farm bewirtschaftet, die uns nach dem Mittagessen gezeigt wird. Nach dem Besuch weiterer Farmen und einer Molkerei in der Umgebung der reizvoll Zwischen Seen gelegenen Landeshauptstadt Madison unter Führung des Direktors des landwirtschaft­lichen Beratungswesens und einiger landwirtschaft­licher Professoren haben mir ein einigermaßen ab­gerundetes Bild von der amerikanischen Milch­wirtschaft.

Seit dem Verlassen Neuyorks sind wir in der Hauptsache in der Zone gewesen, welche die Agrar­geographen als dieMilch- und Heuzone" bezeichnen. Nur in der Gegend von Chikago wurde per nördlichste Rand der auf die Viehmast einge­stelltenMaiszone" gestreift. Die Einteilung des Landes in Erzeugungszonen ist eine amerikanische Besonderheit, die sich aus der für unsere Begriffe außerordentlich starken regionalen Arbeits­teilung ergibt. Während in der Milchzone der östlichen Vereinigten Staaten die Zusammenballung der Milchfarmen nur auf einem beschränkten Teil bes Gesamtraumes festzustellen ist, beherrschen in der südlichen Hälfte Wisconsins der nördliche Teil ist für die Landwirtschaft wenig geeignet öie Milchfarmen völlig das Landschaftsbild. Der größte Teil der Milch wird zu Käse und Butter verarbeitet und auf weit entfernten Märkten ab­gesetzt. Das Genossenschaftswesen ist hier und in dem westlichen Nachbarstaat Minnesota be- anders hoch entwickelt. Der ausgeprägte Sinn für die Zusammenarbeit, die wir hier finden, scheint

Hermann Claudius: Und weiter wachsen Gott und Welt. Neue Gedichte. (Die kleine Bücherei, Nr. 68.) Albert Langen-Georg Müller, München, 1936. (532) Die Wunder der Schöpfung, mögen sie sich im Blühen der Blumen oder im Wandel der Gestirne offenbaren, der festliche Zug der Jahreszeiten, die unser aller Leben durchwirkende Kraft von Volk und Heimat, das Sehnen, Hoffen und Glauben des Menschen und das Walten der göttlichen Macht über der friedlosen irdischen Welt das sind die Erlebnisse, die Hermann Claudius in seinen zarten, besinn­lichen Liedern und Gesängen in Demut und Dank­barkeit preist.

milien zum zweiten oder dritten Male mit Zuwen­dungen in Höhe von 84 540 Mark bedacht. 299 Ge­suche mußten abschlägig beschieden werden, da eine besondere wirtschaftliche Notlage nicht vorlag, bzw. die sachlichen Voraussetzungen für die Gewährung einer Unterstützung nicht gegeben waren.

Seit Bestehen Der Stiftung sind damit rund 15 000 Gesuche bearbeitet und entschieden worden. Die bisherige Ausschüttungssumme beläuft sich au rund vier Millionen Mark. Die von dem Ehren­ausschuß bewilligten Summen sind bereits in die Hände der Unterstützten gelangt, so daß diese noch für das Weihnachtsfest darüber verfügen können.

Der ehrenamtliche Geschäftsführer berichtete auch über die zahlreichen, bei der Stiftung eingehenden Dankschreiben, die zum Teil in ergreifender Wei e die durch die Unterstützung bereitete Freude schildern. Aus ihnen ergibt sich, wie dankbar von den betreu­ten Volksgenossen das große soziale Hilfswerk des Führers als des Begründers der Stiftung empfun­den wird.

V.

Sei den deutschen Siedlern in Wisconsin.

ZdR. Folgt man von Chikago aus in nordwest­licher Richtung der Küste des Michigan-Sees, so ^reicht man schon nach knapp 100 Kilometer die Grenze des Staates Wisconsin, der wegen seines starken deutschen Blutanteils unser besonderes Interesse verdient. 3JHt Wisconsin ver­bindet sich die Erinnerung an eine reizvolle, leicht gewellte Landschaft mit schönen und gepflegten Farmen inmitten saftiger Viehweiden und ausge­dehnter Futterschläge. Die schönen Einzelhöfe mit Den stattlichen Silotürmen, die grasenden Milch- Viehherden und die zahllosen Seen mit ihren eigen­artig klingenden indianischen Namen ergeben ein Bild tiefsten Friedens, das gar nicht mit den Vor­stellungen übereinstimmen will, Die man gewöhn­lich mit dem rastlosen und unsteten Amerika ver­bindet. Ist es der Einfluß der vielen deutschen und skandinavischen Siedler, die diesem Land ein so angenehm berührendes Gepräge geben? Diese Frage wollen wir durch unseren Besuch zu klären versuchen.

Am westlichen Ufer des Michigan-Sees, der in seiner Größe einem Binnenmeer gleicht, ist der Anteil des deutschen Elements an der ländlichen Bevölkerung stärker als in irgendeinem anderen Teil der Union. Weiter westlich in Wisconsin und m Minnesota dagegen sind Menschen skandina­vischer Abstammung stärker vertreten. Die Tat­sache, daß an den in nord-südlicher Richtung ver­laufenden deutschen Siedlungsstreifen sich nach Westen hin stärkere skandinavische Siedlungen an­schließen, erklärt sich Daraus, daß die zweite große Welle der Deutschen Einwanderung in der Mitte Des vorigen Jahrhunderts um etwa 20 Jahre früher einsetzte als eine ähnliche Wanderungsbewegung aus Den skandinavischen Staaten. Die Erschließung Nordamerikas war aber in diesen zwei Jahrzehnten ein Stück weiter nach Westen vorgedrungen. Wenn nun auch in dem Gebiet, das wir auf Der Fahrt von Chikago nach Madison durchqueren. Der deutsche Blutsanteil Den aller anDeren Nationen bei weitem übertrifft, so hört man Doch nur verhältnismäßig selten auf Der Straße oder in den Geschäften ein Deutsches Wort. Die hier wohnenden Menschen sind zumeist schon seit zwei bis drei Genera­tionen im Lande. Der Amerikanisierungs­prozeß hat aber in Der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts und auch in den letzten Jahrzehnten so schnelle Fortschritte gemacht, daß es nur eine Frage Der Zeit ist, bis auch hier hie deutsche Zunge verstummt fein wird. Die Enkel verstehen nicht mehr die Sprache Der Großeltern. Man erlebt die eigenartige Tatsache, daß viele Der Alten deutsch sprechen, auch mit manchen Leuten im mittleren Alter kann man zur Not noch eine deutsche Unter- <

uns auch mit der volklichen Abstammung der Menschen im Zusammenhang zu stehen.

Auf Der ganzen Fahrt Durch Den Kontinent hat uns die große Bedeutung der Gärfutterbe­hälter beeindruckt. Wir sahen keine Farm, in der die Viehwirtschaft eine Rolle spielt, Die nicht einen oder mehrere Futtertürme hatte. Die wich­tigste Frucht für die Gärfutterbereitung ist her Mais, her außerhalb her eigentlichen Maiszone fast ausschließlich für diesen Zweck angebaut wird. Von den 40 Millionen Tonnen Gärfutter, hie in USA. im Jahr hergestellt werden, entfallen allein 26 bis 27 Millionen Tonnen auf den Mais. Der Anbau von Rüben und Kartoffeln spielt überhaupt keine Rolle; daraus ergeben sich grundsätzliche Unterschiede im Vergleich zu den Verhältnissen in her Heimat. Auf unserem Weg durch die Milch­zone lernten wir auch die Milchviehrassen Nordamerikas kennen: das schwarzbunte Niede- rungsvieh, dieHolsteiner" oderFriesen", wie man sie drüben nennt, ferner dieGuernsay", Ayrshire" und als leichteste Rasse dieJersey". Auch dieShorthorns", die z. T. als Milch- und Fleischrinder gezüchtet werden, sind für die Milch-

Haupttrefser von 50 000 Mark in beiden Abteilungen, also 100 000 Mark, auf das Doppel­los 2 7 8 6 6 2 9. (Ohne Gewähr.)

Neben den Hauptgewinnen von 50 000 Mark in beiden Abteilungen und den zahlreichen Gewinnen zu 500, 100, 50 und 20 Mark wurden auch 5 0 Ge - winne zuie 1000 Mark (oder je 2000 Mark beim Doppellos) gezogen, und zwar auf folgende Losnummern: 73 627, 230 366, 382 049, 566 671, 592 651, 726 892, 791 766, 905 914, 1 096 592,

1 322 151, 1 517 444, 1 860 239, 1 922 053, 1 941 166,

2 079 499, 2 123 190, 2 347 278, 2 435 970, 2 484 555,

2 494 207, 2 602 351, 2 612 790, 2 733 765, 2 748 895,

2 955179. (Ohne Gewähr.)

Gleichzeitig mit den 4152 Gewinnen, die ein­zeln aus dem großen Nummernrad gezogen wurden, wurden durch die letzten zehn Züge auch hie 20 Prämien zu 2500 Mark (oder 5000 Mark beim Doppellos) ermittelt. Sie fielen auf hie zu­letzt gezogenen Gewinne in Hohe von 20 bis 100

Zwar auf Die Losnummern: 164 629, 1489 695, 2 073 697, 2 504 023, 2 578 979, 2 627 615 2 642 805, 2 884 939, 2 909 550 und 2 999 170. (Ohne Gewähr.)