Nr. 500 Erster Blatt
186. Jahrgang
Mittwoch, 25 Dezember 1056
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Parole: Arbeit und Mehrproduktion.
Nie zwangsmäßigen Versäumnisse unter dem Versailler Diktat müssen aufgeholt werden.
ein entsprechender Zuschlag zum Lohn gewährt werden können.
Es hat nirgendwo in einer Volkswirtschaft, deren Glieder sich als Gemeinschaft fühlten, an Gelegenheiten gefehlt, bei denen zeitweise eine Anspannung der Kräfte über das Normalmaß erforderlich war. Selbst der leidenschaftlichste Anhänger des achtstündigen Arbeitstages würde nicht fordern, daß ein Matrose auf hoher See bei Sturmstärke 12 nach Ablauf einer acht- oder zehnstündigen Arbeitszeit die Arbeit niederlegt und dadurch sein und seiner Kameraden Schicksal gefährdet. Auch bei der Bekämpfung von Katastrophen, wie Bränden, Überschwemmungen, Erdbeben usw. ist es selbstverständlich, daß unter Umständen auch tage- und wochenlang erheblich mehr geleistet wird, als der normalen Arbeitsfähigkeit des Durchschnitts der Menschen entspricht. Völlig selbstverständlich war uns, daß im Krieg in besonderen Fällen auch das Letzte aus dem Menschen herausgeholt wurde, was in ihm steckte.
Der Nationalsozialismus hat von jeher alle ihm erreichbaren Volksgenossen dazu erzogen, sich unter besonderen Umständen rücksichtslos für das Wohl der Gesamtheit einzusetzen. Mit der Machtergreifung hat er dieses Streben auf weiteste Volkskreise ausdehnen können. Wenn er zur Schaffung des Gleichgewichts nach außen und zur Sicherung der Versorgung im Innern in einigen großen Wirtschaftszweigen ein besonderes Maß von
Zwischen Themse und Tiber.
Auf dem Wege zur Einigung zwischen London und nom.
Als erste Großmacht erkannte am 24. Oktober Deutschland die Tatsache der Besetzung Abessiniens durch Italien an, zugleich den von Mussolini für den König von Italien gewählten Titel „Kaiser von Abessinien". Dem deutschen Beispiel folgten Ungarn, Oesterreich und Japan, während sich die englische und die französische Regierung zurückhielten. Vor allem der englische Außenminister Eden, der Hauptwortführer der während des italienischabessinischen Krieges gegen Italien verhängten wirtschaftlichen Sühnemaßnahmen, hielt sich' zunächst betont zurück, die britische Presse zeigte nach wie vor Italien die kalte Schulter, und die französische Regierungspresse folgte dem von London aus gegebenen Beispiel. Aber es. ließ sich nicht verkennen, daß das Londoner und Pariser starre Gesicht in Wirklichkeit nur Maske war. Man versuchte aus dem Dilemma herauszukommen, in das man durch eine falsche Völkerbundspolitik geraten war, und sondierte unter der Hand, ob Italien sich zunächst damit zufriedengeben wolle, wenn man d i e Gesandtschaften in Addis Abeba in Ge- ralkonsulate umwandelte. Die französischen und die englischen Gesandtschaftstruppen waren schon vorher aus Abessinien zurückgezogen worden, und eigentlich stand der Umwandlung nichts im Wege als das italienische Begehren nach einer auch formalen Anerkennung des neuen italienischen Besitzstandes. Dem glaubten aber die englische und die französische Regierung nicht entsprechen zu können, weil ihnen durch den Völkerbund die Hände gebunden seien und es Aufgabe des Völkerbundes wäre, die neue Regierung Abessiniens anzuerkennen.
Die Genfer Fiktion ist also aufrechterhalten worden. Aber Eden hat bereits das Gelände geebnet, um Genf eine Anerkennung des italienischen Abessinien zu ermöglichen. Am 19. Dezember gab er im Unterhause schriftlich bekannt, die Erfolge der Italiener im südlichen und südwestlichen Abessinien seien derart, daß tatsächlich auch nicht die Spur der alten abessinischen Regierung bestände, zudem habe — ein Wink für (9enf! — die alte abessinische Regierung nie etwas gegen die Sklaverei getan. Aus alledem konnte man schon entnehmen, daß sich die kommende Tagung des Völkerbundes in Genf mit der Anerkennung des italienischen Abessinien befassen und der früheren
Arbeitsleistung und dabei einen Verzicht auf höhere zusätzliche Entlohnung und auf zusätzliche Unternehmergewinne fordert, so handelt er lediglich seinem Geist und seiner Grundforderung gemäß. Es darf und wird dann im Volk niemand geben, der sich dieser Forderung widersetzt.
Beschleunigte Kultivierung des Emslandes.
Berlin, 22. Dez. (DNB.) Der Beauftragte für den Vierjahresplan, Ministerpräsident Generaloberst Göring, hat Reichsminister K e r r l als Leiter der Reichsstelle für Raumordnung mit der Durchführung aller Maßnahmen, die zu einer beschleunigten Kultivierung und Erschließung des Emslandes und der angrenzenden Gebiete erforderlich sind, und mit der endgültigen Regelung des Einsatzes und der Zusammenarbeit der Arbeitskräfte in Emsland betraut.
Weihnachtsanjprache des Stellvertreters des Führers.
Berlin, 22. Dez. (DNB.) Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, spricht — wie alljährlich — auch diesmal am H ei l i g e n Abend über den Rundfunk zu den Deutschen in aller Welt. Die Rede wird übertragen Donnerstag, 24. Dezember, 21 bis 21.20 Uhr.
Regierung des Negus das Land aberkennen soll. Am 15. Dezember hatte sich Ras Jmru als letzter Waffenträger des entflohenen Negus den Italienern in der Provinz Kaffa unterworfen, die Italiener waren bis zum äußersten Westen Abessiniens vorgedrungen. Also handelte es sich für England nur darum, gewissermaßen den Drehpunkt zu finden, um eine andere Stellung gegenüber Italien einzunehmen. Die Italiener waren nun im Bewußtsein ihres Sieges durchaus gewillt, Eden goldene Brücken zu bauen. Sie überließen und überlassen ruhig die äe-jure-Anerkennung der Völkerbundstagung und begnügten sich zunächst damit, eine deutliche Entspannung zwischen Rom und London festzustellen. Das äußere Zeichen dieser Entspannung wurde von London am Montag gegeben, als es die Umwandlung der englischen Gesandtschaft in Addis Abeba in ein Generalkonsulat aussprach, ein Schritt, der sofort von Frankreich befolgt wurde.
Damit aber haben England und Frankreich die Tatsachen des italienischen Sieges anerkannt, und die Italiener sind außenpolitisch genug geschult, um dieses Eingeständnis der Niederlage der englischen Völkerbundspolitik nicht noch besonders zu unterstreichen, zumal man überdies geneigt ist, sich im Mittelmeer zu verständigen. Als die englischen Kriegsschiffe aus aller Welt im Mittelmeer zusammengezogen wurden, hing der Frieden an einem Haar, aber Mussolini war klug genug, zu versichern, Italien wolle nur Abessinien, aber nicht die Macht- Verhältnisse im Mittelmeer ändern, obgleich es an englischen und italienischen heftigen Pressestimmen nicht fehlte. Nach dem Kriege mit Abessinien hat England seine Flottenkonzentration im Mittelmeer aufgehoben. Es hatte gleichzeitig seine gegen Italien gerichteten Freundschaftsvetträge mit der Türkei, Griechenland und Jugoslawien, wonach die Seestreitkräfte dieser Länder im Falle eines italienisch-englischen Konfliktes gegen Italien mobilisiert werden sollten — der französischen war England sicher — aufgehoben. Eine neue Spannung zwischen England und Italien zeugten die von der jüdischen und marxistischen Presse ausgestreuten Gerüchte, Italien wolle die spanischen Balearen nach Beendigung des Krieges in Spanien besetzt halten. Graf Ciano, der italienische Außenminister, ver-
Das anglo-ägyptische Abkommen.
Don unserem Zwt.-Berichterstaiier.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)
Kairo, Dezember 1936.
Das ägyptische Parlament und der Senat haben mit überwältigender Mehrheit das Abkommen und damit den Bündnisvertrag mit England ratifiziert. In London erfolgte die Ratifizierung im Unter- und Oberhause sogar einstimmig. Um es gleich zu sagen: beide Länder waren genötigt, 1 P f ß r zu bringen und Konzessionen zu machen, aber, und das ist das Wesentliche, beide Länder haben ungleich größere, weitreichendere und wertvollere Vorteile erworben. Jeder Versuch, heute schon feststellen zu wollen, welcher von beiden Vertragspartnern das „bessere Geschäft" gemacht hat, ist nicht nur müßig, sondern sogar anmaßend, denn die beiderseitig erworbenen Vorteile liegen auf verschiedenen Gebieten, als daß sie kurzerhand gegeneinander abgewogen werden könnten.
Für England liegt der Vertragsgewinn ausschließlich auf außenpolitischem Gebiet. Die Vertragsfreudigkeit wurde zweifellos durch die gespannte Mittelmeerlage gefördert, und der Abschluß bedeutet die Errichtung eines starken Tragpfeilers im Rahmen der beschlossenen Verlegung des englischen Schwergewichts ins östliche Mittelmeer. Es genügt, wenn hier nur einige Etappen dieser zwangsläufigen Entwicklung angedeutet werden: Erkenntnis der eigenen Schwäche — Ausbau der Beziehungen zu Griechenland und der Türkei — Pläne um Cypern — Palästina, Oel und seine Bewachung — und nun Aegypten als freiwilliger Verbündeter mit Alexandrien als Flottenbasis und im Kanalgebiet als Militär- und Fliegerzentrum.
Für Aegypten dagegen liegt der hauptsächliche Wert des Abkommens vor allem in feiner Auswirkung auf die innerpolitische Entwicklung des Landes. Diese innerpolitische Entwicklung wird sich für das Wohlergehen des Landes wichtiger und segensreicher erweisen, als die heute, gleich nach dem Abschluß, noch stark ins Auge fallenden Errungenschaften einer größeren Selbständigkeit nach außen hin, z. B. Ausbau des eigenen Heeres, bevorstehende Abschaffung der Kapitulationen, Völkerbund usw. Der Abschluß bedeutet für Aegyptens Entwicklung einen Markstein von großer Wichtigkeit, und sein tiefster Sinn kann vielleicht so zusammengefaßt werden: freiwilliges Verlassen des revolutionär- außenpolitischen Fahrwassers und Konzentrierung der dadurch freiwerdenden Kräfte des Landes zu seinem inneren Auf- und Ausbau.
Kein unparteiischer und unbeeinflußter Beobachter kann der Regierung Nahas Pascha, die für diese Kursänderung verantwortlich ist, Mut, Klugheit und weise Voraussicht absprechen. Mut: weil es leichter ist, sich von einem begeisterungs- fahigen Volke als Verkörperung einer revolutionären Freiheitsidee tragen zu lassen, als die oft undankbare, ernüchternde und langfristige innere Aufbau-Arbeit in Angriff zu nehmen. Klugheit: weil eine selten günstige außenpolitische Lage zeitlich zum Abschluß gewäblt wurde, die die Möglichkeit bot, in freiwilliger Vereinbarung das zu erreichen, was unter anderen Umständen nur durch unmittelbaren oder mittelbaren Druck und unter Zurücklassung einer Verbitterung hätte erreicht werden können. Voraussicht: weil die Erkenntnis besteht, daß nur die innere Struktur eines Volkes, sein sozialer, kultureller und wirtschaftlicher Stand und seine Einheit und Geschlossenheit die Grundlage und die Vorbedingung für seine außenpolitische Geltung und für seine vollkommene außenpolitische Unabhängigkeit sein können.
Es würde zu weit führen, im Rahmen dieser Zeilen zu versuchen, auch nur eine annähernde Uebersicht der zu bewältigenden und der Lösung harrenden inneren Aufgaben zu bieten. Eine wirklich sachliche Beurteilung der Verhältnisse eines Landes ist für einen Auslands-Beobachter immer schwer, denn nur zu häufig wird vergessen, daß mit anderen Maßen gemessen werden muß und daß das, was „anders" ist als in der Heimat, noch lange nicht kurzerhand mit „gut" oder , schlecht" oder mit „nützlich" oder „schädlich" abgetan werden kann. — Wenn im Nachstehenden einige der wichtigsten Aufgaben kurz gestreift werden, so handelt es sich um Probleme, die von der Regierung selbst und von der Landespresse als der Inangriffnahme bezw. der endgültigen Durchführung bedürftig herausgestellt werden.
Seit der Zeit des großen Freiheitskämpfers Zaghlul Pascha hat sich die ägyptische akademische Jugend restlos und mit Begeisterung in den Dienst der Unabhängigkeits-Bewegung gestellt. Ihr ist es zum großen Teil zu danken, daß die bis dahin politsch träge und schlummernde V o l k s m a s s e aufgerüttelt wurde und daß die Landbevölkerung sich heute geschlossen zur Wafdbewegung bekennt. Heute nun, nach Erreichung des Zieles, müssen diese revolutionären Triebkräfte in den Dienst des inneren Aufbaues gestellt werden. Dies bietet vorläufig noch Schwierigkeiten, denn die Beamtenstellen sind besetzt, und sowohl die Wirtschaft als auch die noch junge Industrie zeigen nur beschränkte Aufnahmemöglichkeiten. Der H e - bung des Bauern st andes — rund vier Fünftel der Bevölkerung — wird sich die Regierung in besonders weitgehendem Maße annehmen. Hier harrt eine unendlich große und dankbare Aufgabe ihrer Erfüllung, deren Wichtigkeit und Bedeutung heute allgemein wohl voll anerkannt wird. Eng mit diesem Problem verknüpft ist die Frage der Landflucht und die dadurch verursachte Ar-
Die außerordentlichen Vorbereitungen, die überall in der Welt auf dem Gebiete der Rüstung und dem der Vorratsbeschaffung gemacht werden, lassen keinen Zweifel darüber zu, daß man es Deutschland so schwer wie möglich machen möchte, das aufzuholen, was es unter den Militär- und Wirtschaftsbestimmungen des Versailler Vertrages versäumt hat. Deutschland ist eine Art „belagerte Festung", die aus sich selbst heraus alle Abwehr- und Selbstbehauptungsmittel schaffen muß. Das Problem lautet etwa: Wie kann Deutschland in 1% Jahren das einigermaßen nachholen, wozu anderen Ländern anderthalb Jahrzehnte zur Verfügung standen?
Die Reden unserer führenden Männer über den zweiten Vierjahresplan lassen erkennen, daß es einige besondere Wirtschaftszweige sind, in denen eine Mehrerzeugung nützlich und sogar notwendig ist. In anderen Wirtschaftszweigen dagegen müssen wir uns Beschränkung auferlegen, nicht etwa, weil der Bedarf zurückgegangen wäre, sondern weil wichtige Voraussetzungen für feine normale Befriedigung fehlen. In Denjenigen Wirtschaftszweigen, in denen wir eine Mehrerzeugung anstreben müssen, gilt es personelle und materielle Schwierigkeiten zu überwinden. Der lleberroinbung der personellen Schwierigkeiten dienten die Anordnungen, die Mi- nisterpräsidsient Göring Anfang November erlassen hat. Sie verhindern, ba£ jeber Beliebige sich die- jenigen Fachkräfte verpflichten kann, bie er von seinem privatwirtschaftlichen Stanbpunkt aus braucht. Dadurch soll und wird es möglich sein, für vordringliche Zwecke der Verteidigung und der Dorratsbeschaffung geeignete Fachkräfte einzustellen. Auch die materielle Seite des Problems ist in einigen der erwähnten Anordnungen behandelt worden. Weitere wichtige Einzelheiten müssen noch geregelt werden.
Jede Mehrproduktion bedeutet bei einem der Größe und Leistungsfähigkeit nach feststehenden Produktionsapparat eine erhöhte Beanspruchung. Jedermann weiß, baß übertriebene Rekordfahrt n; von Ueberseebampfern einen unwirtschaftlichen Verschleiß bes Materials zur Folge haben, und baß ein Kraftwagen, sowie die in ihm verwenbeten Betriebsstoffe — je nach dem Typ des Wagens — bei einer bestimmten Geschwindigkeit am besten aus genutzt werden. Wird diese Geschwindigkeit längere Zeit überschritten, so beschleunigt sich die Abnutzung und so wird die Gesamtleistung, die von dem Wagen normalerweise erwartet werden kann, herabgedrückt. In den letzten Monaten sind manche Unternehmungen der Bau- und Metallwirtschaft bis an die Grenze ihrer normalen Leistungsfähigkeit und darüber hinaus beansprucht worden. Normalerweise müßte dafür ein höherer Satz für Erneuerungskosten aufgewandt werden. Geschieht dies jedoch, so wird das Produkt im Durchschnitt verteuert und das bestehende Wertoerhältnis gestört.
Auch für die menschliche Arbeitskraft gibt es eine gesunde Normalbeanspruchung. Aus gründlichen Versuchen bat sich ergeben, daß die frühere 12-, 14- und gar lßftünbige Arbeitszeit am Tage nicht nur bie Menschen in schnellem Tempo aufzehrte, sonbern bas Arbeitsergebnis nachteilig beeinflußte. Nach moberner Auffassung ist in ben meisten Wirtschaftszweigen eine etwa um acht Stunben je Tag lie- genbe Arbeitszeit sowohl vom körperlichen' unb seelischen Stanbpunkt des Menschen, wie auch von dem der kaufmännischen Kalkulation das günstigste. In einer Reihe von Qualitätsberufen liegt jedoch die Arbeitsstundenzahl erheblich tiefer; in ihnen wird vielleicht schon bei 6 oder 7 Stunden das in jeder Hinsicht beste Ergebnis erzielt. Sind in einigen Berufszweigen, wie jetzt in der Bau- unb Me- tallinbustrie, bie Arbeitskräfte nicht beliebig vermehrbar, muß also bie Nationalwirtschaft mit einer begrenzten Zahl von Arbeitskräften Haushalten, so bleibt nichts anberes übrig, als vorübergehenb ben Arbeitskräften mehr zuzumuten, ohne baß habet allerbings bie Qualität ber Leistung sinken barf. Auch wirb nicht in bem Maße, wie es bei günstiger Allgemeinkonjunktur bes Weltmarktes möglich ist,
beitslosigkeit in ben Stabten mit ihren Begleiterscheinungen.
Kairo kann sich heute mit Recht als Trägerin unb Hüterin bes panarabischen Kulturgutes bezeichnen, und es ist feine hohe Aufgabe, ben richtigen Weg Zu finden, auf welchem biefer Schatz unb bie Vorteile unb Errungenschaften ber morgenländischen Kultur in harmonischem Zusammenfließen ben breiten Volksschichten zugänglich gemacht werben. Auf bem Gebiet bes Unterrichts, ber Volkshygiene unb ber Milberung sozialer Gegensätze ist schon vieles erreicht worben. Aber noch viel mehr harrt der Inangriffnahme. Aegypten ist eins der reichsten Länder der Erde, unb feine Regierung wirb vom Vertrauen ber überwältigenden Mehrheit bes Volkes getragen. Alle Anzeichen sprechen bafür, baß das Lanb ber Pharaonen nach Abschluß des außenpolitischen Kampfes jetzt einer Zeit des inneren Aufbaus, der kulturellen Hebung und damit der Blüte entgegengeht.
Bisheriger Oberkommissar, jetzt britischer Botschafter.
London, 23. Dez. (DNB. Funkspruch.) Der bisherige britische Oberkommissar für Aegypten, Sir Miles Lampson, ist, wie nun
mehr amtlich mitgeteilt mirb, zum britischen Botschafter in Kairo ernannt worben. Die Umwanblung bes Oberkommissariats in eine biplo- watische Vertretung bringt auch nach außen hin bie Wieberherstsllung b er ägyptischen Hoheitsrechte zum Ausbruck.
Alle englische Kreuzer werden Lustabwehrschiffe.
L o n b o n, 22. Dez. (DNB.) Die britische Regierung unterrichtete am Dienstag bie Vereinigte n Staaten und Japan amtlich davon, daß sie gemäß Artikel 21 die von dem Ersten Lord der Admiralität am vorigen Donnerstag benannten fünf Kreuzer im Dienst zu behalten wünsche. Die Schiffe würden jedoch nicht als Kreuzer verwandt werden, sondern als Luftabwehr- schiffe. Wie verlautet, werden die fünf überalterten Kreuzer, die Großbritannien beibehält, zu Luftabwehrschiffen umgebaut werden,d.h. sie erhalten Flugzeuge und besondere Luftabwehr- einrid)tungen, die sie für diesen Zweck besonders geeignet machen. Es ist zum ersten Mal in ber Geschichte der Flottenverhandlungen, daß dieser Schiftstyp als solcher verzeichnet worben ist.
König GeorgVI. und Baldwin im Weihnachtsurlaub.
London, 22. Dez. (DNB ) Ministerpräsident Baldwin trat am Dienstag seinen Weihnachtsurlaub an. Er wird ihn in Worchestershire verbringen. Baldwin beabsichtigt, 14 Tage dort zu bleiben und erst am 5. oder 6. Januar nach London zurückzukehren.
König Georg VI. verließ in Begleitung der Königin, seiner Mutter und seiner beiden Töchter am Dienstag gleichfalls London, um sich nach Sandringham zu begeben, wo er die Weihnachtsferien verbringen wird.
Streik in der französischen staatlichen Tabak Manufaktur.
Paris, 23. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die Belegschaft der staatlichen Tabakmanufaf- t u r in Nantes, etwa 800 Männer und Frauen, traten am Dienstag in den Streik, da die Direktion zwei Entlastungen ausgesprochen hatte. Dia Streikenden fordern die A b s e tz u n g d e s D i r e k- t o r s und feines Stellvertreters. Außerdem verlangen sie BezahlungderStreiktage unb sofortige Wiebereinstellung der beiden Entlassenen.


