Hr.214 Erstes Blatt
186. Jahrgang
Montag, 23. November 1936
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Llngeheuerliches Willkmurteil im sowjelrussischen Schauprozeß.
Der reichsdeutsche Ingenieur Stickling in Rowo-Gibirsk zum Tode verurteilt. Scharfer Protest des deutschen Botschafters.
Moskau, 21.Nov. (DNB.) Am 19. November begann in Nowo-Sibirsk der neue Schau- prozeß gegen die „konterrevolutionäre trohki- ftische Schädtingsgruppe des Kemerower Bergwerks." Unter den Angeklagten befindet sich auch der relchsdeutsche Ingenieur Stickling. Am Sonntag wurden sämtliche neun Angeklagten zum Tode verurteilt, darunter auch der deutsche Bergingenieur S t i ck l i n g. Der Spruch des Gerichts ist als endgültig anzusehen und unterliegt keiner Berufung mehr. Die Angeklagten haben lediglich die Möglichkeit, ein Gnadengesuch einzureichen. Der deutsche Botschafter in Moskau, Graf von der Schutenburg, hat daraufhin sofort bei der Sowjetregierung eine Demarche unternommen, wobei er die Unglaubwürdigkeit der gegen Stickling erhobenen Anklagen hervorhob und als erste Maßnahme forderte, daß die Durchführung des Gnadengesuches rechtzeitig sichergestellt wird.
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Die ersten Sitzungen des Prozesses ergaben bereits das übliche Bild solcher Justizkonstruktionen nach dem Schema: „Gemeinsame Schädlingsarbeit Les Trotzkismus und des Faschismus". Nach dem Aufmarsch einer Reihe von Stachanow-Ar- b e i t e r n, die als Zeugen aussagten, daß die Angeklagten Ljaschtschenko, Kowalenko, Andrejew, Noskow und andere angeblich mit allen Mitteln unerträgliche Arbeitsbedingungen auf dem Bergwerk geschaffen hätten, wurde mit dem Verhör der Angeklagten begonnen. In der üblichen Form von „Geständnissen und S e l b st b e z i ch t i g u n g e n" bekannten sich dann die Angeklagten mit Ausnahme des deutschen Ingenieurs Stickling auch bereitwillig der ihnen zur Last gelegten Verbrechen für schuldig, und zwar angeblich Vergasung der Stollen, planmäßige Schaffung ständiger Explosionsgefahr, Herbeiführung von Ünglücksfällen mit zahlreichen Opfern usw.
Daß diese ekelhaften Selbstbeschuldigungen sich haargenau mit dem Wortlaut der Anklageschrift deckten und daß diese wiederum sich mit bekannten Propagandathesen in völliger Ueberein- stimmung befanden, braucht nicht mehr hervorgehoben zu werden. Die politischen Hintergründe dieses Prozesses waren völlig klar. Sowohl die Anklageschrift wie die Presseveröffentlichungen ließen deutlich die Tendenz erkennen, die ungünstigen Wirkungen des letzten Trotzkisten-Prozesses im Ausland einigermaßen wieder wettzumachen und daneben Sündenböcke für die Mißerfolge der Stachanow-Bewegung zu schaffen. Die verheerenden außenpolitischen Auswirkungen des Trotzkisten-Prozesses, der in der großen Politik ebenso versagt hat wie die Volksfröntpolitik der Komintern, bildeten für die Sowjets den Anlaß, diese Scharte wieder auszuwetzen. Daneben haben die Moskauer Gewalthaber das dringende Bedürfnis, die Aufmerksamkeit der Welt von ihren Machenschaften in Spanien und den daraus entstehenden Folgen abzulenken. Man erinnert sich, daß die gleiche Tendenz außenpolitischer Ablenkungsmanöver bereits dem Schlachty-Prozeß und dem Vickers-Arm st rong-Pxozeß zugrundegelegen hat. Man muß es als ein Beweis des schlechten Gewissens der Sowjetregierung ansehen, daß sie trotz der fortgesetzten Bemühungen des deutschen Konsuls um seine Teilnahme an den Prozeßoerhandlungen diese zu verhindern gewußt hat. Diese Tatsache drückte dem Prozeß einen eindeutigen Stempel auf.
Die Grenze ist erreicht.
Der „Völkische Beobachter" zum Schandurteil von Nowo-Sibirsk.
Berlin, 23.Noo. (DNB.) Zum Nowosibirsker Schauprozeß schreibt der V B. u. a.: Das Erstarken der Front der ordnungswilligen Staaten scheint für Moskau der letzte Anstoß zu sein, d e n g r o ß- ten Ein atz in seinem blutigen Spikl zu wagen. Denn Hand in Hand mit seinem Aufmarsch in Spanien geht eine Herausforde- dung Deutschlands, die unter keinen Umständen ohne einen ganz besonderen Zweck in diesem Augenblick von Moskau heraufbeschworen sein kann. In der Moskauer Rechnung ist nur ein Fehler enthalten, nämlich der, daß die Herausforderung an das nationalsozialistische Deutsche Reich und nicht an irgendeinen Staat gerichtet worden ist.
Erst vor wenigen Tagen hat Deutschland bewiesen, daß es eine Grenze für die Wahrung der Ehre auch seines letzten Burgers gibt, deren Ueberschreitung es unter keinen Umständendulden wird. Wir verlangen, daß deutschen Menschen und ihrem Recht an jeder Stelle außerhalb unserer Grenzen die glelche Achtung entgegengebracht wird, die das Deutsche Reich als Ganzes für sich fordern muß. Wie wir bereit sind, jedem Ausländer auf deutschem Boden die Rechte zuzuerkennen, auf die er Anspruch erheben kann, so kann sich jeder Reichsdeutsche im Auslande darüber klar sein, daß die ganze Macht des Reiches hinter ihm steht, solange er es verdient. Der deutsche Botschafter in Moskau hat kei
nen Augenblick gezögert, die notwendigen Schritte nach der empörenden Justizkomödie gegen den Ingenieur Stickling einzuleiten. Den Moskauer Friedensstörern ist damit die letzte Gelegenheit gegeben, vor der Ungeheuerlichkeit ihres eigenen Treibens noch zurückzuschrecken.
Provokateure an der Arbeit.
Wieder ein deutscher Ingenieur grundlos verhaftet.
Berlin, 21. Nov. (DNB.) Wie wir zuverlässig erfahren, wurden dem deutschen Reichsangehörigen Diplomingenieur W i ck l e i n in Charkow in der Nacht vom 16. zum 17. d. M. von einem ihm bekannten sowjetischen Ingenieur eine Reihe Kon
struktionszeichnungen von Artilleriegeschossen angeblich zur Beratung über ihre Bearbeitung und Herstellung, übergeben. 15 Minuten spä- t e r erschienen Beamte des Jnnenkommissariats, um Wicklein zu verhaften. Dieser händigte ihnen die Zeichnungen noch vor Beginn der Haussuchung freiwillig aus. Bei der Haussuchung wurden einige mit Schreibmaschine beschriebene, angeblich zu den erwähnten Zeichnungen gehörige Blätter aufgefunden, die Wicklein nicht gehörten und von ihm vorher nicht bemerkt worden waren. Sie enthielten angeblich die Beschreibung der Fabrikanlagen, in der die betreffenden Geschosse hergestellt werden. Die deutsche Botschaft in Moskau hat gegen diese offensichtliche Provokation sofort Verwahrung eingelegt und die sofortige Freilassung Wickleins verlangt.
Eine Verhöhnung Europas.
In dem ungeheuerlichen Urteilsspruch von Nowo- Sibirsk kommt wieder der fanatische Haß des Bolschewismus gegen alles, was europäische Kultur ist, zum Ausbruch. Moskau will Rache nehmen für den sichtlich erfolgreichen Widerstand, den die europäische Kulturwelt unter der beispielhaften Führung Deutschlands und Italiens gegen die Versuche zur Bolschewisierung des Westens leistet. In ohnmächtiger Wut über den schlechten Stand ihres bolschewistischen Abenteuers in Spanien suchen die Machthaber im Roten Kreml die öffentliche Meinung des eigenen Landes und der Welt durch neue Schauprozesse von dem völligen Versagen der wirtschaftlichen Experimente zum Aufbau einer leistungsfähigen Industrie und den schweren Rückschlägen der sowjetrusstfchen Außenpolitik durch das Erstarken einer Front antibolschewistischer Mächte abzulenken. Ein reichsdeutscher Ingenieur, der im Vertrauen auf die ihm garantierte persönliche Sicherheit in die Sowjetunion kam, um beim industriellen Aufbau als „Spezialist" helfend tätig zu sein, wird unter völlig fadenscheinigen Behauptungen, zu deren Begründung man jeden Beweis schuldig bleiben muß, vor ein Sowjetgericht geschleppt und als „Saboteur" zum Tode verurteilt. Alle Umstände ergeben eindeutig die gänzliche Haltlosigkeit der Verdächtigungen, die aber für ein Sowjetgericht ausgereicht haben, um gegen einen Reichsdeutschen das Todesurteil zu fällen. Dem deutschen Konsul hat man vorsichtshalber eine Fühlungnahme mit dem Angeklagten und die Anwesenheit in der Gerichtsverhandlung untersagt. Wie immer in sowjetrussischen Monstreprozessen decken sich die Selbstbeschuldigungen der Angeklagten mit der Anklage
schrift des Staatsanwalts, ein Beweis, wie gut die sorgfältig eingeübte Schaustellung funktioniert.
In diesem Prozeß hatten die übrigen Angeklagten noch die besondere Aufgabe, den einzigen Ausländer, den reichsdeutschen Ingenieur, so ausgiebig zu belasten, daß ein Todesurteil gefällt werden konnte. Daß hier ein planmäßig vorbereiteter Mord durch eine sogenannte Gerichtsverhandlung nur kaschiert werden soll, liegt nach den vielen ähnlichen Prozessen, die man ausländischen Spezialisten wie Ingenieuren sowjetrussischer Nationalität gemacht hat, klar auf der Hand. Aber niemals wird das nationalsozialistische Deutschland die Ausführung des aus Haß und Wut geborenen Mordspruches zulassen. Deutsche Reichsbürger sind nicht dafür da, die Sündenböcke abzugeben für die völlige Unfähigkeit des Sowjetsystems, die eigene Wirtschaft in Ordnung zu bringen. Sie sind auch nicht dafür da, daß sich an ihnen die Wut der roten Machthaber über den Bankrott ihrer bolschewistischen Außenpolitik austobt. Wie der deutsche Botschafter in Moskau bereits mit aller Energie gegen das Schandurteil von Nowo-Sibirsk protestiert hat, so wird das deutsche Volk nicht ruhen, diesen Mordspruch vor der ganzen zivilisierten Welt anzuprangern als eine Herausforderung, die alle Kulturnationen angeht. Wie heute Reichsdeutsche von der bolschewistischen Blutjustiz betroffen werden, so können es morgen Engländer, Italiener, Holländer oder Schweizer sein, die Moskaus Willkür sich als brauchbare Objekte für neue Schauprozesie ausfucht. Deshalb muß die ganze zivilisierte Welt sich zusammenfinden gegen Justiz- methoden, die der Gerechtigkeit ins Gesicht schlagen und jedem Anspruch auf fachliche Urteilsfindung Hohn sprechen. —e.
Mosley Über die kommunistische Gefahr in England.
Der Führer der englischen Faschiffenlfordert antibolschewistische Front mit Deutschland und Japan.
Berlin, 22. Nav. (DNB.) Der „Berliner Lokalanzeiger" veröffentlicht eine Unterredung mit Sir Oswald Mosley, dem Führer der „British Union 'of Fascists“. Mosley erklärte zur kommunistischen Gefahr in England daß die Gefahr der Kommunisten darin bestehe, Zellen zu bilden und Führer zu erziehen, die gewissermaßen die Ofsiziere einer späteren Massenbewegung werden sollten. „Der kommunistische Einfluß ist besonders groß im Kohlenbezirk von Südwales. Nicht minder stark im nordenglischen Industriegebiet. Straßenkämpfe find dort an der Tagesordnung. Die Rädelsführer find dabei stets Kommunisten, sie die Massen aufhetzen. Wir haben zahlreiche Verwundete, darunter eine Anzahl sehr schwer Verletzter, gehabt. Aber Sie lesen davon nie in der Londoner Presse, ebensowenig wie über unsere großen Versammlungen, die wir jede Woche auf offener Straße abhalten, da Säle uns nicht mehr zur Verfügung gestellt werden. Im Londoner O st end haben wir jetzt die absolute Mehrheit erobert. Aber noch stärker sind wir in den Industriegebieten von Lancashire und Yorkshire vertreten. Unser Kampf gegen die Juden, an dem wir nach der Prophezeiung der englischen Presse zu Grunde gehen sollen, hat uns im Gegenteil zum Siege verhälfe n."
Sodann kam Sir Oswald auf das Verhältnis zwischen Deutschland und England zu sprechen. „Die beiden Länder müssen naturnotwendig so eng wie möglich miteinander verbunden sein. Es bestehen auch keinerlei Gegensätze zwischen so eng miteinander verwandten Nationen. Schon vor zwei Jahren habe ichdieRückgabeder deutschen Kolonien gefordert und einen derartigen Schritt als Beitrag zum Frieden und der Gerechtigkeit gekennzeichnet. Wir brauchen ja die deutschen Kolonialmandate gar nicht. Wir haben ein Empire, das uns alles liefert.
was wir zum Leben benötigen. Millionen von Acres Land liegen außerdem in unserem Weltreich noch unbenutzt und brach. Wir hätten genügend zu tun, um diese Ländereien zu entwickeln und Siedler dorthin zu senden. Wozu sollen wir uns daher Besitztümer anderer Völker aneignen?" — „Ich bin überzeugt", so fuhr Sir Oswald Mosley fort, „daß nach Regelung der Kolonialfragen Deutschland und Großbritannien über keinerlei Gegensätze in Konflikt geraten können. Im Gegenteil, wir haben gemeinsame Interessen, d l e gleichen Feinde, nämlich Juden und Bolschewisten, und dieselben Aufgaben. Trotzdem sind wir in unserer Politik und unseren Methoden durchaus britisch und richten uns nicht nach fremden Vorbildern. Aber gemeinsam ist uns das Führerprinzip, und gemeinsam ist uns weiter mit der deutschen Führerschicht, daß wir die Schrecken des letzten Krieges miterlebt haben und zur Front- foldatengeneration gehören. Englands Ausgabe mühte es fein, mit Deutschland und Japan zusammen ein antlbolschewistisches Bündnis zu schließen."
Heber den Aufbau der britischen faschistischen Organisation erklärte Mosley, daß die Organisation rund 500 Ortsgruppen habe und über etwa eine halbe Million einges chrie- bene Mitglieder verfüge. Die englischen Faschisten blickten mit Zuversicht und ruhiger Entschlossenheit in die Zukunft.
Reichsbankpräsident Dr. Schacht besuchte in Teheran den Leiter der Iranischen Nationalbank General Arnir K h o s r o w i und den Parlamentspräsidenten Nuri Esfendiari. Abends fand ein Essen mit Empfang beim Außenminister Samiy statt.
Große Kulturtagung.
Drei Jahre Reichskultürkammer und NSG. „Kraft durch Freude".
Berlin, 21.Koo. (DNB.) Die Relchskul- turkammer und die N S.-Gemeinschast „Kraft durch Freude" in der Deutschen Arbeitsfront blicken in diesen Tagen auf ihr dreijähriges Bestehen zurück. Aus diesem Anlah findet am 27.November in Berlin die gemeinsame Jahrestagung der Reichskultürkammer und der Deutschen Arbeitsfront, NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude" statt.
Auf der gemeinsamen Festsitzung mittags 12 Uhr in der Philharmonie werden der Präsident der Reichskultürkammer, Reichsminister Dr. Goebbels, und der Leiter der Deutschen Arbeitsfront Reichsorganisationsleiter Dr. Ley sprechen. Abends 19.30 Uhr findet im Deutschen Opernhaus eine Festaufführung der romantischen Oper „Der fliegende Holländer" von Richard Wagner statt.
Am folgenden Tag, Samstag, 28. November, wird vormittags 11 Uhr im Thronsaal des Reichsmini ft eriums für Volksaufklärung und Propaganda der Reichskultur f e n a t zufammentreten, der von feinem Präsidenten Reichsminister Dr. Goebbels zur dritten Sitzung einberufen wurde.
Moskau verstärkt den roten Widerstand in Madrid.
Marxistische Truppen meutern.
Salamanca, 23. Nov. (DNB. Funkspruch.) Vor einigen Tagen sind in Alicante mehrere sowjetrussische „Handelsdampfer" ein- getroffen. Angeblich führten sie Lebensrnittel für Madrid. In Wirklichkeit schifften sie sowjet- russische Hilfsmannschaften aus, die sofort nach Madrid weiter befördert wurden. Der Sowjetbotschafter Moses Rosenberg hat einen Ausruf erlassen, in dem er die Roten in Madrid anfeuert, weiter Widerstand zu leisten. Madrid müsse „das Grab des Faschismus" werden. Auch die bolschewistischen Machthaber in Katalonien wollten Verstärkungen nach Madrid senden und bildeten ein „katalanisches Bataillon". Im letzten Augenblick vor der Abfahrt weigerten sich jedoch die dem Bataillon zugeteilten Mannschaften, an die Front zu gehen. Es entstand eine Schießerei, bei der es mehrere Tote und Verletzte gab. Auch das rote Bataillon „Valencia", das an den letzten Kämpfen um Madrid teilgenommen hat, meuterte und kehrte nach Valencia zurück. Der Widerstand in Madrid sei völlig aussichtslos, so erklärten die Roten, da die nationalen Truppen bereits Herr der Stadt wären. Im Dolkshaus in Madrid fand eine Versammlung der sozialdemokratischen und kommunistischen Parteien statt. Dabei beschuldigten die Kommunisten die Sozialdemokraten, daß sie die Uebergabe der Hauptstadt an die Nattonal-Truppen vorbereiteten. Der Krach zwischen den feindlichen Brüdern nahm derartige Ausmaße an, daß Schüsse gewechselt wurden.
General a. D. Faupel deutscher Geschäftsträger bei der spanischen Nationalregierung.
(Scherl-Bilderdienst-M.)
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Berlin, 21. Nov. (DNB.) Zum Geschäfts- träger b er Reichsregierung bei der spanischen Nationalregierung ist der General a. D. Faupel bestellt worden. Generalmajor a. D. Faupel hat nach seinem Eintritt in das Heer frühzeitig frembe Länder kennengelernt. Im Anschluß an ein Kommando nach China unternahm er einen Ritt durch die M o n g o I e i bis zum Baikal- See. Später kämpfte er bei dem Herero- und Hot- tentotten-Aufstand in Südwestafrika mit. Während seiner Studien auf der Kriegsakademie besuchte er auch die Universität, das Orientalische Seminar und das Geodätische Institut in Potsdam. Während des Weltkrieges war Generalmajor Faupel jahrelang General st absofsizier bei Generalfeldmarschall p. Hindenburg. Er wurde mit dem Pour lö nm


