Ausgabe 
23.10.1936
 
Einzelbild herunterladen

eines

S.Jl.-fporf

Nachdruck verboten!

31. Fortsetzung.

Volksgenosse, gib dein Brok!

Du hilfst dem DHD. und linderst HoL

# Mainzlar, 22. Okt. Die hier durchgeführte Verdunkelungsübung am gestrigen Abend klappte gut. Wo hier und da am Anfang noch kleine Mängel bestanden, wurden diese rasch behoben.

Tisch mit Stuhl, einen grünen Kachelofen und vier handfeste Nägel in der Wand. Wenn Sie noch eine Kommode wolle, so soll sie es nur sagen, die Sternbäuerin hat eine übrig, seit die Tochter in die Stadt gegangen ist.

Man merkt nicht viel von dem Gast; sie ist tags­über eigentlich immer unterwegs, kommt müde heim und geht ins Bett. Gut schaut sie nicht aus, das Fräulein aus Berlin, aber das tun die Stadt- leut ia nie. Bisserle freundlicher und fideler könnt sie schon sein, aber wen geht bas schließlich was an, findet der Sternbauer, der seine vier Stücken Vieh betreut, und nebenher sich um das Wohl und Wehe der kleinen Gemeinde zu kümmern hat.

Hanna lebt noch immer in einer Art Betäu­bung. Aber allmählich kommt der Schmerz durch, die Wunde fängt an zu bluten. Das Mädchen ringt immer wieder um Verstehen und Begreifen, tausendmal am Tag und in der Nacht fragt sie sich, warum er ihr das angetan hat. Die Scham brennt eben so sehr wie die Enttäuschung. Stun­denweit bringen sie die Skier über weiße Hänge, keine Menschenseele begegnet ihr, und niemand sieht die Tränen, die ihr übers Gesicht laufen.

Sie sehnt sich nach niemandem, nicht nach ihrem Vater, auch nicht nach dem Aepfelchen, Berlin liegt weit weg, sie will durch nichts daran erinnert sein. Es kommt auch keine Heimwehstimmung über sie, als die Glocken der kleinen Kirche den Heiligen Abend einläuten und in den Häusern die Christ- lichter aufleuchten. Sie nimmt ein Schlafpuloer und geht ins Bett. Die Sternbäuerin bleibt am Morgen drauf in der Tür stehen, als sie ihr den Kaffee gebracht hat, zupft an ihrer Schürze und sagt dann:

Ich mein halt, Fräulein Brandes, Sie sollten heut net so lang ausbleiben, schauen sich doch un­fern Baum mit an und essens mit unten. Tut doch net gut, soviel allein sein."

Es ist gut gemeint von Ihnen," dankt das Mädchen freundlich,aber lassen wir es nur beim alten, Sternbäuerin. Ich wünsche Ihnen ein geseg­netes Fest und mir gutes Wetter. Ich bleibe zwei Tage weg, einen bis zur Geierhütte hinauf und einen wieder runter, wenn es drei werden, brau­chen Sie auch keine Angst zu haben.

Mit einem Kopfschütteln verläßt die Bäuerin das Zimmer, sie mag den stillen Gast recht gern und deshalb tut ihr das Mädchen auch leid. Kein Brief i

16 deutsche Gchwimmrekorde

anerkannt.

Das Fachamt Schwimmen hat sich m einer seiner letzten Sitzungen mit den in den letzten Monaten aufgestellten deutschen Schwimmrekorden befaßt und dabei 16 neue Höchstleistungen aner­kannt. Die Liste der neu anerkannten Rekorde hat folgendes Aussehen:

Männer:

800 Meter Kraul 10:36,2, 1000 Meter Kraul 13:20,0, 1500 Meter Kraul 20:09,9 Minuten, Hans Freese (Bremen).

800 Meter Kraul 10:33,8, 1000 Meter Kraul 13:19,0, 1500 Meter Kraul 20:05,3, 1500 Meter Kraul 19:56,1 Minuten, Heinz Arendt (Berlin).

200 Meter Brust 2:40,1 Minuten, Erwin Sietas (Hamburg).

grauen:

100 Meter Kraul 1:06,7, 100 Meter Kraul 1:06,6 Minuten, Gisela Ahrendt (Berlin).

3 X 200 Meter Brust 9:51,2, 4X200 Meter Brust 13:29,1, 4X100 Meter Kraul 4:56,0, 6X100 Meter

v ---------[laben der Kartoffeln

w"d der Wagen mit Papier und nassen Sacken abgedeckt und von der Dampfmaschine des Zim- mermeisters Muller längere Zeit unter Dampf ge­setzt. Die Landwirte sind mit dieser Dämpfunas- art sehr zufrieden. Die von der NS.-Frauen- schäft durchgeführte Honigsammlung hatte das schone Ergebnis von 230 Pfund. Die Spende wurde restlos dem Winterhilfswerk zugeführt

Vogelsberger Heimatschau in Schotten.

V. Schotten, 22. Okt. Wie mir schon beriet teten, findet in der Zelt vom 14. bis 18^November eine große Bauerntagung hier statt, die mit einer Vogelsberger Heimatschau verbun­den sein wird. Gestern fand wieder eine vorberei­tende Sitzur^ statt, in der eine würdige Ausgestal-' tung der Schau beraten wurde. Die Kreisbandm^. kerschast wird sich beteiligen und E7zeugnisst des heimischen Handwerks, be anders auch aus frühe^ re.tz Zeit, zur Ausstellung bringen. Lch das Ä mische Kunsthandwerk wird in der Schau vertreten sein. Besondere Aufmerksamkeit wird ein Zimmer der Gemeinde Kaul stoß erregen. Handwe^er- aeugniffe der Geschirrmacher, Töpfer, Sensen- Rechen-, Löffel-, Schneeschuhmacher, der Schindler ^Ä'fcme^en $U fßin' eim? bäuerliche Küche Flachsbereitung und die alte Handweberei werden ausgestellt. Viele Freunde der Vogelsberaer frei*

.^e Ortsbauernführer u. a. werden mitheHen um die Ausstellung würdig zu gestalten $

^^cktzorn 22. Okt. Zur Zeit sind die Landwirte damit beschäftigt, ihre Kartoffel- l°,8Ju füllen pag Dämpfen der Kartoffeln THPnr rtttr otnfaAUa ... -,

eigennützige Arbeit, die Adam Spamer im Dienste für seine Vaterstadt, Familienforschung u. dgl. leistet. Der Mannerchor sang seinem Mitglied, das heute noch bei keiner Singstunde fehlt, einige Chöre. Der Vorsitzende Hrch. Grandhomme übermittelte die Glückwünsche der Sänger. Der Ortsgruppen- leit er feierte den Jubilar als treuen Parteige­nossen. Einige frohe Stunden vereinten die Teil­nehmer bei der harmonisch verlaufenen Feier.

< Ob erschmitten, 22. Okt. Die Bau­tätigkeit war in diesem Jahre äußerst rege und wird auch während der kommenden Zeit nicht abflauen. Die Moufang'sche Papierfabrik nimmt größere An- und Umbauten vor, die in aller Kurze begonnen werden. Die Baufirma Lupp in Nidda hat die Arbeit übernommen.

AusdernNiddatal,22. Oktober. Die Diphthene-Epidernie in Rainrod der ein zehnjähriger Junge zum Opfer fiel, ist im A b- flauen begriffen. Der Schulunterricht ist wieder angenommen. Von der Krankheit waren nicht nur Schulkinder, sondern auch Schulentlassene befallen. In den Dörfern des Tales treten neben Erkäl­tungskrankheiten hauptsächlich Bindehautent­zündungen der Augen stärker auf.

Olympia-Fahne unter Siegel und Verschluß.

Einern olympischen Brauche entsprechend bewahrt leweils die Stadt, in deren Mauern das große Frie­densfest der Völker stattfand, die Olympia-Fahne bis zum Beginn der nächsten Olympiade auf. Die weiße Fahne mit den fünf bunten Ringen, die vom 1. bis 16. August beschirmend über den Kämpfen in der deutschen Kampfbahn stand, bekam man am Don­nerstag im Berliner Rathaus zum letztenmal zu sehen. Das weißseidene Tuch wurde noch einmal ausgebreitet und dann in eine über 10 Meter hohe Hakenkreuzfahne eingerollt. Sie wurde dann in einen auch den Fahnenstock mit einschließenden Zinkbehäl- ter von 15 Meter Höhe eingelötet, der mit einem Siegel versehen wurde und das Schildchen bekam, das fernen Inhalt bezeichnet:Olympia-Flagge". Dieser Behälter wird in einem städtischen Tresor aufbewahrt, bis sie bei den 12. Olympischen Spielen m Tokio wieder enthüllt wird.

Meister Scheller erfolgreichster Giraßenfahrer.

Erfolgreichster deutscher Straßenfahrer war in der abgelaufenen Rennzeit im Lager der Amateure Mei­ster Fritz Scheller (Schweinfurt), der nicht weni­ger als fieben bedeutende Rennen siegreich überstand. Bei den Olympischen Spielen reichte es infolge man­gelnder Unterstützung durch seine Kameraden nur zum vierten Platz, bei den Weltmeisterschaften in Bern placierte sich Scheller als Neunter. Dazu kommt der Gewinn der deutschen Meisterschaft. Erwartungs­gemäß folgt der Chemnitzer Schild, der sich gerade zu.n Schluß der Saison hervortat, an zweiter Stelle vor den Mitgliedern der Nationalmannschaft Barto- skiewicz, Schulze, Hupfeld, Reichel (Chemnitz) und Wendel (Schweinfurt).

die Bereitstellung der Wettkampfmannschaft und den Schützen für ihre kameradschaftliche Teilnahme. Der Kampf habe bewiesen, daß die alten Frontsoldaten im Schießen noch ihren Mann stellen und die jun- Soldaten unserer Wehrmacht als Meister» Ichutzen dem Vaterland den höchsten Dienst erwei- ftn können, wenn es sie braucht. Möge dieser Wettkampf, so schloß Kreisleiter Haus, dazu bei- tragen, uns Kyffhäuserkameraden immer mehr mit der Wehrmacht zu verbinden.

OlifL., Hochamt 2 Fußball. Zugendgruppe Gießen.

Spielansehungen für Sonntag.

^Mestck)' Amberg - Leihgestern (Hofmann, Klein -Linden Spielvgg. 1900 Gießen (Laux, Leihgestern),

AB--R. Großen-Linden (Böcher, Gießen);

VfB.-R.U Steinbach (Böcher, Gießen);

Allendorf Großen-Linden II (Arnold, Vetzberg); Sp'elvgg 1900II. - VfR. Lich (Arnold, Heuchel­heim); '

Launsbach Rodheim (Weil, Vetzberg); Sri$rna'~ Heuchelheim (Rinn, Rodheim);

Alten-Buseck Ettingshausen (Körber, Alten-

Buseck);

Saubringen Saasen (Hillebrecht, Großen-Buleck): Lollar Großen-Buseck (Dietz, Geilshausen); ' Wieseck - Spielvgg. 1900 III (Offenbacher, Gießen); o VfB.-R. III (Kirchner, Gießen);

Lollar II Staufenberg (Dietz, Geilshausen); ulcnfungen Nieder-Ohmen (Röhm, (Brünberg); Riiddingshausen Londorf (Pieh, Londorf).

Die erstgenannten Vereine sind Platzvereine. Die Vereine welche in dieser Verbandsserie mehr als zweimal den Gegner im Stich lassen, werden vom Jugendspielbetrieb ausgeschlossen.

GportamtKraft durch Freude^.

Heute folgende Kurse:

All g. Körperschule, FrauenundMän- ner: Von 20.30 Uhr bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstr. 26.

Schwimmen, Anfänger und Fortge- sch ritte ne: Von 20.30 Uhr bis 21.30 Uhr, Frauen und Männer, Volksbad; von 21.30 Uhr bis 22.30 Uhr Frauen und Männer, Volksbad.

Nächste Olympische Spiele ohne Skisport?

Deutliche Erklärung

des Internationalen Ski-Verbandes.

Landkreis Gießen

OO Klein-Linden, 22. Okt Rrf a n, con der Mirtfchaftsberatungsstelle Gießen der San- p br^te am Mittwoch

? flugelhofe der hiesigen Landwirte und 0ab Belehrungen und Aufschlüsse In vielen Fällen war si? g - nötigt Maßnahmen zur Heilung der Kalkbeine mitzuteklen. Sie beringte selbst eine größere Zahl d^sMrrger T^ere und gab Anleitungen über Stall- bau und Futter- und Trinkgefäßherstellung. In °Sn Janb Beraterin dankbare Auf- hufr 3n nac^kr TA wird eine Filmvorführung bie Anregungen von Frl. Lanz ergänzen

8^ Lang-Göns, 22. Okt. 2fm gestrigen Abend n, unserer Gemeinde zum ersten Male eine dunxelungsubung statt. Unter der rüh- ngen Leitung des Ortswartes des Reichsluftschutzes, ^tten sich die Blockwarte bemüht, durch Aufklärung und Besuche in den Häusern dahin zu wirren, daß alle Ortseinwohner mit der Durchfüh- rung der Maßnahmen vertraut waren. Gegen 20 Ubr wurde durch Trommelschlag der Beginn der Uebung verkündet, und schon einige Minuten darauf mar alles in tiefstes Dunkel gehüllt. Der Bezirks- leiter im Reichsluftschutzbund, Selzer (Garben- teich), kam zur Prüfung der Verdunkelungsmaßnah- men und fand alles in Ordnung. Er sprach den Vlockwaltern feine Anerkennung aus. Um 21 Uhr flammten die Straßenlampen wieder auf. Damit WaI Uä,un9 beendet. Zu gleicher Zeit wurde auch die Freiwillige Feuerwehr durch Trompetensignal alarmiert. Man nahm nämlich ven Fall an daß um diese Zeit feindliche Flieger Vrand- und Sprengbomben über unserem Dorfe ab» geworfen hätten, dadurch wurde das Schiff der Kirche getroffen. Das Rathaus daneben, in dem die Hitlerjugend ihr Heim hat und anwesend war, sollte von einer Sprengbombe getroffen worden sein. In sehr kurzer Zeit war die Feuerwehr an Ort und Stelle und bekämpfte den Brandherd aus vier Rohrleitungen in der Weise, daß wenigstens der Kirchturm erhalten blieb. Die Rettungsmannschaf­ten mit den Leitern usw. drangen in das Rathaus ein und bargen die gezeichnetentoten" undver­wunderen Hitlerjungen. Sie wurden zum Sammel­platz gebracht, wo der leitende Arzt Dr. Schäfer sie in Empfang nahm. Den Durchgangsverkehr, so­wie die Zurückhaltung der nachdrängenden Zu- schauer, regelten Mitglieder des NSKK. Alle, die bei der vorschriftsmäßigen Verdunkelung sowie bei der nachfolgenden Feuerwehrübung tätig waren, können mit Stolz auf die geleistete Arbeit zurück- blicken. Ein geselliges Zusammensein im Gasthaus Zum Schwanen" schloß den lehrreichen Abend.

J Lich, 22. Okt. Die am Sonntag in unserer Stabt vorgenommene Sammlung der deutschen Arbeitsfront für bas W i n t e r h i l f s w e r k ergab den stattlichen Betrag von 179,52 Mark. Bei der Eintopfsammlung am Sonntag vorher waren in Lich 292,45 Mark eingegangen.

Die Einstellung des Internationalen Ski-Verban- des (FIS) zu den nächsten Olympischen Spielen be» roegt schon feit geraumer Zeit die Gemüter. Nun hat der Präsident des Verbandes, Major N. R. O e st g a a r d (Oslo) mit einer klar entscheidenden Erklärung alle Meinungen und Vermutungen be­seitigt. Oestgaard erklärte:

Der Internationale Skikongreß in Garmisch-Par­tenkirchen 1936 hat hinsichtlich der Olympischen Ski­wettkämpfe 1940 beschlossen: Die FIS wird sich an den Olympischen Winterspielen 1940 beteiligen unter der Bedingung, daß die Wettlaufordnung der FIS zür Geltung kommt. Die Wettlaufordnung der FIS gestattet, daß Berufsskilehrer in internationalen Ski- wettkämpfen starten dürfen. Nachdem der oben er­wähnte Kongreßbeschluß gefaßt wurde, ist festgestellt worden, daß das Internationale Olympische Komitee unter keinen Umständen zugeben wird, daß Berufs- skilehrer an Olympischen Spielen teilnehmen. Es besteht daher nur eine Möglichkeit für die Teil- nähme der FIS an den künftigen Winter-Olympiaden, nämlich den Amateurparagraphen der FIS in diesem Zusammenhang zu ändern.

In Anbetracht der Tatsache aber, daß keine An- Zeichen darauf Hinweisen, daß die FIS eine derartige Aenderung ihrer Wettkampfbeftimmungen herbei- fuhren wird, müffen sich die Mitglieder der FIS m i t dem Gedanken befreunden,daß die FIS von den künftigen Winterolympiad en fernbleibt, d. h. daßSkiwettkämpfebei derOlympiadenichtmehr stattfinden."

Man kann sich kaum denken, daß mit diesen Wor­ten des Präsidenten die letzte und endgültige Ent- scheldung schon gefallen ist. Winterspiele ohne Ski­sport wären, das ist wohl klar für jeden, zur völligen Bedeutungslosigkeit verdammt. Merkwürdig erscheint, daß diese Erklärung gerade von Norwegen aus, das immerhin berechtigte Hoffnungen auf die Durchfüh­rung der nächsten Winterspiele besitzt, kommen mußte.

t sack zu, langt nach der Windjacke und ist startfertig. Seufzend steigt die Bäuerin hinter ihr die schmale I Treppe hinunter, unten gibts einen kleinen Aufent- ' balt. Aus der Nachbargemeinde ist einer mit einem ' Paket roter Zettel angekommen, einen davon zweckt er gerade an die Tür, hinter der der Sternbauer ' seine Gemeindegeschäfte erledigt. Hanna wirst nur . einen flüchtigen Blick darauf. Es heißt, daß zwi- , scheu Weihnachten und Neujahr die große Winter- Gebirgs-Prüfungsfahrt stattfindet, und daß dabei auch Wöding, Greiding und Buchwald berührt würden, zwischen Greiding und Buchwald befände sich eine Kontrollstation, die Kurvereine machen die pp. Winterftischler und Sportler daraus auf­merksam, daß ..,

Aber das lieft Hanna schon nicht mehr, es bringt kaum in ihr Bewußsein, was eine Winter-Gebirgs- Prufungsfahrt ist. Sie gibt ihren Wirtsleuten noch einmal die Hand, schnallt an und fährt los.

Der Tag hält, was er versprochen hat. Die Sonne heizt so, daß Hanna im ärmellosen Pullover fahren kann, sie gönnt sich nicht viel Ruhepausen, der Weg braucht ihre ganze Aufmerksamkeit, und bis zur Hütte ist es doch ein hübsches Stück. Sie merkt auch, daß sie mit ihren Kräften nicht gut hausgehalten hat, sie hat sich für den Anfang zuviel zugemutet. Aber sie schafft ihr Ziel, noch ehe die Dämmerung hereinbricht. Sie ist allein, die Hütte liegt ganz verlassen. Holz ist genug neben der Feuerstelle, frieren wird sie also nicht. Beruhigt geht sie noch einmal vor die Tür, denn die Zeit­panne, in der Berge und Wolken zu brennen cheinen und noch einmal die Schönheit des Tages eiern, ist nur kurz bemessen. Von dem Gipfel, auf dem das Mädchen steht, ist keine menschliche Woh­nung weit und breit zu sehen; Stille und Einsam­keit ringsum, der Mensch wird klein und mit ihm sein Leid und fein Lachen. Es gibt nichts, was die Seele freier machen kann, als die Unendlich­keit eines gestirnten Himmels überragenden Berg­riesen, die wie Könige über Leben und Tod resi­dieren, nur ihrem Gesetz fühlt jede Kreatur sich untertan; kein Leid ist so groß, daß es den un­mittelbaren Ausdruck göttlichen Willens überschat­ten könnte, und keine Freude reicht mit ihren Kraftquellen an die Erhabenheit des Gefühls, das er einem menschlichen Herzen zu schenken im­stande ist.

(Sortsetzung folgt)

Der Vater ist drinnen." Er fährt aus seinen Brettern heraus, putzt sich Stiefel und Hosen mit dem Handbesen ab und macht sich daran, auch Hannas äußeren Menschen vom Schnee zu be­freien.Da habens sich ja paar Mal schwer g'setzt, wohl's erstmal Heuer?"

Hanna muß das zugeben. Sie gibt dem Jungen einen Klaps auf sein wohl gepolstertes Hinterteil und stapft dann hinter ihm her. In der Tür be­gegnen sie der Bäuerin, denn der Junge sagt:

Zum Vater wills, Mutter."

Ich kann ja auch mit Ihnen sprechen er Hart Hanna.Mir hat einer im Nachbardorf gesagt, wenn ich ein Bett und einen Löffel Suppe brauche soll ich zum Sternbauer gehen. Können Sie mich für ein paar Wochen aufnehmen, ©ternbauertn?

Die Frau mit der dunklen Haarkrone auf dem schmalen Kopf besieht sich das Mädchen genau und ungeniert. Sie sind im Dorf nur au wenige Gaste eingerichtet. Im letzten Jahr hat sichkaum einer her verirrt, man könnte den Berd lenst schon gern mitnehmen, und sauber schaut die Frau ja aus, °"°W°nn?Jhn°n iufapt, Fräulein, könnens blei- ben. Habens kein Gepäck weiter?

Einen Koffer, den mir jemand von der Station holen müßte, wenn er nachgeschickt roiro.

Mein Sach," meint der Junge und feine Mut- ier Hai auch nichts dagegen. Er ist fehr emuerstan. den mit dem Zuwachs, sie kann Ski laufen, und das entscheidet bei ihm. Stümper tonnen fic im Dorf nicht brauchen, die bleiben auch nicht lang.

Das ist Hanna Brandes; Einzug beim Stern, bauer. Man macht nicht niel töejens mit ihr, fie gehört zur Zunft, und mit der wird man gut fer- fiel Sie fall ihren Kaffee mit Schwarzbrot am Margen bekommen, wie die andern auch, und am Mittag brät man ihretwegen auch ferne Extra- wurst. Das Zimmer hat ein mächtiges Bett, einen

Kreis Schotten.

* Scho "en 21. Okt. Ein treuer Sohn feiner Vaterstadt Schotten, Oberlandmesser i. R. Adam Spamer, feierte gestern in körperlicher und geistiger Frische seinen 7 5. Geburtstag. Aus diesem Anlaß veranstaltete der hiesige Zweig- B H einen Ehrenabend für sein treues Mitglied. Der Vorsitzende des DHC., Apo° theker S c r i b a , gedachte in ehrenden Worten der vielen Verdienste, die der Jubilar um den Vogels­berg hat. Bürgermeister Mengel überbrachte die Glückwünsche und den Dank der Stadt für die un°

Die Ergebnisse der beiden 10er- Mannschaften waren:

Kreiskriegerverband Wetzlar 1280 Ringe, MG.-Bataillon 1252 Ringe.

In echter Kameradschaft blieben die alten und jungen Soldaten noch geraume Zett beisammen. Der Führer des Kreisverbandes, Kreisleiter Haus, dankte dem Kommandeur des MG.-Bataillons für

verirrt sich zu ihr, sie schreibt auch keine, sie erzählt 1 auch nicht, nur einmal hat sie den Kater Mohrle ! auf den Arm genommen und sich mit ihm ganz ernsthaft unterhalten. Der Sepp hatte babeigeftan- ben, und die Sternbäuerin hat es auch mit an­gehört.

Ich habe auch so eine Katze, Sepp. Aber meine ist ganz weiß und hat einen buschigen schönen Schwanz, ihre Augen sind ganz blau, so wie euer Himmel, wenn die Sonne scheint. "

Warum hasts denn dann net mitbracht, wenns gar so schön is?", hatte der Junge gefragt und sicher nicht ganz verstanden, was mit der Antwort gemeint war:

Katzen hängen weniger an Menschen, wie an Zimmern, Sepp. Sie hat auch gar keine Sehn­sucht nach mir, sicher nicht, so traurig wie das ist. Sie würde arg frieren, mein kleines Schneferl"

Nach einem Tier ist ihr bang, aber sonst nach nichts, nach keinem Menschen, das hat die Stern- bäuerin erbarmt, und weil sie nicht weiß, wie sie ihr etwas Gutes antun kann, steckt sie jeden Abend das Mohrle ins Zimmer, damit sie was Lebendiges um sich hat, mit dem sie auch reden kann. So packt sie noch ein ordentliches Brötchenpaket, vergißt auch den fetten Rosinenkuchen nicht und steigt noch einmal die Treppen hinauf. Hanna überprüft noch einmal alles, was in ihren braven Rucksack Schnerf hinein soll. Taschenlaterne, allerlei Wachs, Strümpfe, Hüttenschuh und nun noch der reichliche Proviant sogar den Tee hat die Sternbäuerin nicht vergessen.

Da fehlt uns ja nichts weiter als viel Son- nenfchein, mehr verlange ich von Weihnachten nicht; in drei Tagen bin ich wieder da und vielleicht ganz gut ausgehungert auf Ihren fetten Suppen­topf."

Es soll ein Scherz sein, aber die Bäuerin hat keinen rechten Sinn dafür. Sie gäbe was drum, wenn das Mädchen daheim bliebe. Sie traut ihr nicht recht.

Is ist kein guter Aufstieg zur Hütten, Fräu­lein. Diel Neuschnee, den Weg kennens doch auch nett. Solltens net doch die Hütten bis nach dem Fett lassen und den Walter vom Schuhmacher mit- : nehmen?"

Aber es ist ja gerade das Fest, dem Hanna ent- 1 gehen will, da oben hört sie keine Glocke, 1 die Frieden und Glück läutet sie bindet de» Ruck-

MMeuesWA

Roman von Zlse Schuster.

Copyright 1936 by Aufwärts - Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68

Kraul 7:34,5, Kraul-Schwellstaffel (100, 200, 400, 200, 100 Meter) 14:11,9, 4 X 100 Meter Rücken 5:59,0 Minuten, sämtlich Nixe Charlotten- bürg.

Kleinkaliberschießen Wehrmacht und Kyffhäuserbund.

Der Bunbesführer des Deutschen Reichsfrieqer- bundes, SS.-Obersührer und Oberst a. D. Rein- hard, hat angeordnet, daß die Schützengruppen des Bundes mit der Wehrmacht Wettkämpfe im Klernkaliberschießen durchzuführen haben.

Im Kr^isverband Wetzlar wurden die Wett- kämpfe am vergangenen Sonntag auf den Schieß- ftänben der Kreisschützengesellschaft in Wetzlar ausgetragen. Wenn auch der Himmel ein regne- nsches und stürmisches Gesicht machte, so konnte

QHnMHHMnaHmnaa

doch das Schießen von 9 bis 12 Uhr ununterbro- djen durchgeführt werden. Teilnehmer waren die zehn besten Schützen des letzten Wertungsschießens des MG.-Bataillons und des Kreiskriegerverbandes Wetzlar. Es wurden 15 Schuß auf die Einheits- fctjeibe des Deutschen Reichskriegerbundes (12er-Ring° scheibe) geschossen, und zwar auf 50 Meter je fünf Schuß liegend freihändig, kniend ober sitzend frei- händig und stehend freihändig. Der fremde Schieß­stand und das stürmische, teils trübe, teils Helle Wetter beeinflußten die Resultate der beiden 10er Mannschaften. Der Konmmandeur des MG.-Batail- lons, Major H o p p e, und Kreisleiter Haus wohn- ten dem Wettkampf bei.

Nach Beendigung des Schießens gab Kreisschieß- roart Armbrecht nachstehende Resultate bekannt:

1. Unteroffizier Debus, MG.-Batl., 143 Ringe;

2. Förster Melching, Kameradschaft Bieber 141; 3- Feldw. Dietz, MG.-Batl., 137; 4. Wilh. Schmidt, Kameradschaft Ehringshausen 135; 5. Hoff. Klingel- Höfer, MG.-Batl., 134; 6. Rud. Axt, Kam. Wetzlar, 133; 7. Willi Loth, Kam. Wetzlar, 133; 8. Jos. Schütz, Kam. Bieber, 132; 9. Uoffz. Höht, MG.-Batl., 130;

10. Unteroffizier Brand, MG.-Batl., 130 Ringe.

Der Landesverband Hessen und Kreisverband Wetzlar hatten je drei Preise zur Verfügung ge­stellt. Unteroffizier Debus erhielt als 1. Preis eine Httlerplakette, während sich die anderen fünf Sieger in der Reihenfolge ihrer Ergebnisse die weiteren Preise auswählen konnten.

lro6en von 1842 Bauplätze. " Pa die Steinbacher von jeher ihre Behörden in Gie- Lar feen hatten und sie zwei Versuche, zu Lich zu kom- sil men, abgewehrt hatten, schreibt die ehrnnip- orrt»..T '£"'xn'm uer nanos,

tetfeissshs'Ä'fijj fe» *£«»» Sitz habenden Behörden und Beamten veranlaßten die Steinbacher dazu, daß sie sich des Näherrückens an Gießen durch die neue Chaussee freuten!"