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Aus aller Welt.

Das Ende

einer gefährlichen Derbrecherbande.

Vor einigen Tagen konnte in Fechingen (Hohen- zollern) auch der letzte der sechs Gebrüder Schül­ler, Erich Schüller, fe st genommen werden. Die Festnahme erfolgte so überraschend, daß der Verbrecher, nachdem er noch im letzten Augenblick einen Schuß abgegeben hatte, überwältigt werden konnte, ohne daß jemand verletzt wurde. Damit wurde eine der gefährlich st en Berbre ch e r- b a n d e endgültig zur Strecke gebracht.

Die sechs Gebrüder Schüller, Erich, Willy, Fritz, Hermann, Walter und Max, haben nicht nur den Raubüberfall auf den Bahnpostwagen bet Rothwasser in der Nacht zum 12. Mai 1935 und dem am 8. Oktober 1932 in Löwen (Kreis Brieg) an dem Kaufmann Ludwig verübten Raubmord sowie den Tod des Gendarmerie­wachtmeisters B u ch m a n n auf dem Gewissen; im letzten Jahr konnte von der Polizei auch umfang­reiches Beweismaterial für zahlreiche weitere schwerste Straftaten zusammengetragen werden, das durch die Geständnisse der in Haft befindlichen Erich und Fritz Schüller voll bestätigt wurde. In den Jahren 1932 bis 1936 sind von dieser Ver­brecherbande nicht weniger als 3 3 schwere Geldschrankeinbrüche verübt worden, bei denen in zwei Fällen von der Schußwaffe Gebrauch gemacht wurde. Weiter fallen diesen Volksschädlin- aen 115 Büro-, Geschäfts- und andere Einbrüche sowie Diebstähle zur Last, wobei gleichfalls in vier Fällen mit der Schußwaffe vorgegangen wurde.

In Verbindung mit diesen Straftaten sind 2 4 Personen a l s Mittäter überführt worden. Sie konnten sämtlich festgenommen werden. We­gen Begünstigung der Gebrüder Schüller sind ins­gesamt gegen 42 Personen, 23 Frauen und 19 Männer, Verfahren in Gang gebracht worden.

Erich Schüller, einer der gefährlichsten der Brüder, hatte vor seiner Festnahme eine Reise durch ganz Deutschland unternommen; er war in Bremen, Hamburg und am Rhein gewesen, hatte überall gezeltet und beabsichtigte, sich in Hechingen einiae Tageaufzuhalten". Bei den seinerzeit er­schossenen Willy und Hermann waren Aufzeichnun­gen gefunden worden, die darauf hinwiesen, daß weitere schwere Straftaten geplant waren, wobei sich die Täter eine Beute von 90 000 Mark erhoff­ten, eine ähnliche Summe wie bei Rothwasser.

In aller Stille und Gründlichkeit konnten von der Polizei die entsprechenden Maßnahmen getrof­fen werden. In den letzten anderthalb Jahren hat­ten zwölf besonders ausgesuchte Beamte nur den Fall Schüller zu bearbeiten. Von den Behörden wurde alles getan, um diese Volksschädlinge zur Strecke zu bringen, was denn auch dank der muster­gültigen Zusammenarbeit aller Stellen gelungen ist.

Die Beweisaufnahme

im Bauprozeß wird noch einmal eröffnet.

Im Berliner Bauunglücksprozeß ver­kündete die XI. Strafkammer des Berliner Land­gerichts den Beschluß, daß neun von den von der Verteidigung gestellten zwölf neuen Beweis­anträgen stattgegeben wird. Der Gegenstand der restlichen drei Beweisanträge wird als wahr unterstellt. Die von der Verteidigung genannten Zeugen und Sachverständigen sollen in den nächsten Tagen geladen werden. Dieser Beschluß des Ge­richts bedeutet eine nicht unwesentliche Ver­längerung des Verfahrens. Der Vor­sitzende gab hierzu folgende Erklärung ab: Das Gericht ist zwar der Auffassung, daß die teilweise mehrdeutigen Beweisanträge der Verteidigung zum Teil eine Wiederholung der Beweisaufnahme zur Folge haben, die hätte verw'"den werden können.

Da das Gericht aber ebenso wie bisher alles tun will, um etwa noch mögliche Unklarheiten zu be­seitigen, ist es zu dem Beschluß gekommen, neun von den zwölf gestellten Beweisanträgen stattzu­geben.

Meuterei auf einem französischen Dampfer.

Nach Funksprüchen von mehreren auf See befind­lichen Dampfern soll der französische Dampfer Belle Jsle", derChargeurs Reunts auf hoher See unter roter Flagge fahrend gesichtet worden sein. Angeblich hat die meuternde Mannschaft den Kapitan gefangen gesetzt. Die Agentur derChargeurs Reums" m Buenos Aires gibt gewunden zu, daß mit dem Schiff etwas nicht in Ordnung fei. Der Dampfer ist nachts im Hafen von Montevideo ohneFlaggeeingelaufen. Da an Bord alles ruhig war, gestattete die Behörde das etnstwetltge Anlegen des Schiffes.

Kunst unO Wissenschaft.

Die Naturforschertagung in Dresden.

Auf der Naturforschertagung in Dres­den sprach am Dienstag in der naturwissenschaft­lichen Hauptgruppe zurächst Professor Gerl ach, München, überTheorie und Experiment in der exakten Wissenschaft." Die exakte Wissenschaft strebt, wie Professor Gerlach ausführte, nach der Auf­stellung eines Weltbildes, d. h. nach der Erfor­schung der Begebenheiten der Natur und der zwi-

F r a n k f u r t a. M., 22. Sept. (LPD.) Im Stadt­wald parken ost zu nächtlicher Stunde Autos. Die Lichter sind abgeblendet und die Insassen halten eine Aussprache im Flüsterton, als ging es um eine ganz geheime Sache. Meist sind sie in ihr Schicksal so vertieft, daß sie nicht bemerken, was um sie herum vorgeht, und schon manchmal hat es später ein Erstaunen gegeben, wenn man feststellen mußte, daß die Handtasche oder Aktenmappe, die im Wa­gen lag, verschwunden war. So groß der Verlust war, so traute man sich aus einem gewissen Scham­gefühl heraus nicht, eine Anzeige zu machen, denn dadurch hätte die Mitwelt erfahren, daß Herr X und Fräulein Y eine nächtliche Spazierfahrt unter­nommen hatten. Immerhin gab es auch Ausnah­men, wie man jetzt in einer Schöffengerichtsver­handlung zu hören bekam. In den letzten vier Jahren sind in dem verhandelten Fall sechs solcher Diebstähle angezeigt worden, die begangen wurden, als die Bestohlenen sich entweder im Wagen be­fanden oder im Walde spazieren gingen und der Wagen verlassen dastand.

Die Anzeigen veranlaßten die Kriminalpolizei, sich auf die Suche nach dem Täter zu begeben. Nach mühevoller Beobachtungstätigkeit gelang es im Juli, drei verdächtige Leute festzunehmen, von denen jetzt der A r t u r H e r z i g aus Neu-Isenburg sich wegen fortgesetzten Diebstahls vor Gericht einfinden mußte. Die Ermittlungen der Polizei ergaben, daß sich seit Jahren Einwohner von Neu-Isenburg, insgesamt mindestens 35 Per­sonen, ein Vergnügen daraus machten, sich nachts in den Wald zu begeben und Liebespärchen zu belauschen. Es wurden Banden gebildet, die sich durch Pfiffe verständigten und sich strahlenförmig, wie auf ein Wild zugehend, den Pärchen näherten. Zu diesenGuckern" zählte auch Herzig, ein ver­heirateter Mann in gesicherter Stelle, der ein Dop­pelleben führte. Tagsüber füllte er bieder seinen Posten aus und nachts trieb er sich im Wald herum, um mit gestohlenen Handtaschen und anderen Ge­genständen wieder heimzukommen. Der in glück-

schen chnen herrschenden Zusammenhänge. Es ist heute nicht mehr richtig, von zwei verschiedenen Forschungsmitteln, dem Experiment und der Theorie. zu sprechen, vielmehr läßt sich an der Entwicklung einiger besonders bedeutsamer Probleme zeigen, daß erst die innere Vereinigung der expe­rimentellen und theoretischen For­schungsarbeit die exakt wissenschaftliche Me­thode ergibt, die zur naturwissenschaftlichen Er­kenntnis führt.

Die folgenden Vorträge führten in das Reich der Physik. In einem Referat über die kosmische UI - trastrahlung zeigte Professor Regener, Stuttgart, ihren außerirdischen kosmischen Ur­sprung. Professor Tomaschek, Dresden, bench- tete über Schwerkraftmessungen, die eines der wesentlichen Hilfsmittel sind, um die Eigenschaften und den Aufbau des Planeten, auf dem wir leben, zu erforschen. Sie beschäftigen sich mit der Feststellung der räumlichen Verteilung und der zeitlichen Aenderungen des Schwerefeldes, wozu verschiedene Methoden ausgebildet worden sind. Die Untersuchung der örtlichen Schwerkraftverteilung über kleinere Gebiete, die z. B. in Deutschland im Auftrag des Reiches mit großer Sorgfalt durchge­führt wird, bildet ein wichtiges Hilfsmittel beim Aufsuchen der Bodenschätze, da sich diese durch ihre spezifische Masse, die Dichte, unterscheiden und dadurch die Schwerkraft beeinflussen. An praktischen Beispielen wurden diese Ergebnisse sowohl der Großraumforschung als auch der der Lagerstätten­forschung verdeutlicht.

licher Ehe lebende Angeklagte, der nun seine Fa­milie ins Elend gestürzt hat, ging so keck bei seinen Streifzügen vor, daß er in Situationen kam, wo er stahl und der Eigentümer nur handbreit von ihm weg saß. Etwa zehn Fälle gab der Angeklagte zu, leugnete im übrigen aber hartnäckig. Bei drei Haus­suchungen, die bei ihm gehalten wurden, fand sich Material vor, das in bezug auf Umfang die An­nahme rechtfertigt, daß der Angeklagte etwa fünf­zig Diebstähle begangen hat. Bei der Haus­suchung fand man Geldbörsen, Lippenstifte, Puder­dosen, Kämme und sonstige Dinge, wie sie die Dame in der Handtasche zu tragen pflegt. Dem An­geklagten war es wohl im wesentlichen stets nur darum zu tun, Geld in die Hand zu bekommen, und nach dieser Seite waren seine Diebstähle manchmal recht ergiebig. Daß er keinen Wert auf die Hand­taschen und deren sonstigen Inhalt legte, geht dar­aus hervor, daß er in seinem Ferienurlaub solche Sachen auswärts verschenkte. Das Gericht ver­urteilte den unbestraften Angeklagten antragsgemäß zu anderthalb Jahren Gefängnis.

Aus dem Krankenhaus ins Krankenhaus.

Auf der Fahrt von Gießen nach Mainz verunglückt.

Lpd. Frankfurt a. M., 21. Sept. Ein Main­zer Autobesitzer hatte am Sonntag seine Braut aus der Klinik in Gießen abgeholt, um sie zu ihren Eltern nach Mainz zu bringen. In seiner Be­gleitung befanden sich die Mutter der Braut und eine Verwandte. Auf der Landstraße zwischen Weiß­kirchen und Eschborn am Taunus kam der Wagen ins Schleudern. Er überschlug sich zwei- m a l seitlich in die Felder, stand dann aber wieder auf den Rädern. Sowohl die Braut wie die bei­den älteren Frauen erlitten ziemlich schwere Verletzungen, vor allem Knochen­brüche und Quetschungen der inneren Organe. Der Fahrer selbst kam mit unbedeutenden Hautabschür-

fungen davon. Die verletzten Frauen wurden in das Höchster. Krankenhaus gebracht.

Blitzschlag in einen Bergfried.

LPD W e tz l a r, 22. Sept. Bei dem gestrigen Ge­witter schlug der Blitz in den 25 Meter hohen 800- jährigen Bergfried b4e r BurgKleeberg im Kreise Wetzlar. Das dürre Gras in den Mauer- > fugen des Turmes geriet in Brand, doch entstand kein Schaden. Eine in der Nähe der Burg arbeitende < Frau wurde vom Blitz leicht betäubt.

Zwischen Wagen und Scheune totgedrückt.

Lpd. Dillenburg, 22. Sept. Der Einwohner Gustav T h i e l m a n n aus dem benachbarten D o n s b a ch wollte einen Wagen mit Grummet in seine Scheune fahren, als plötzlich die Deichsel vom Wagen abriß und das Fahrzeug zurückfuhr. Die hinter dem Wagen stehende Ehefrau wurde da- ; bei von dem zurücklaufenden Wagen mitgeriffen und derart gegen die Scheune gedrückt, daß der Tod auf der Stelle e.intrat.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

h. L. in A. Da zwischen Ihnen und dem Metzger, wie aus Ihrer Darstellung geschlossen werden muß, ein fester Kaufvertrag zuftandegekommen ist, sind Sie verpflichtet, dem Metzger das Kalb zu dem ver­einbarten Preise zu 0,64 RM. pro Pfund zu über­lassen. Würden Sie ohne Beachtung Ihrer gegen­über diesem Metzger bestehenden Verpflichtung an einen anderen Metzger verkaufen, so hätten Sie ersterem den durch Ihr von Ihnen zu vertretenes Unvermögen zur Leistung entstehenden Schaden zu ersetzen. Mindestpreise für Vieh, die auf jeden Fall von dem Käufer gezahlt werden müssen, bestehen nicht. Es sind lediglich Richtpreise, festgesetzt von der Vereinigung für Schlachtviehverwertung, vor­handen, deren Höchstgrenze sich zwangsläufig aus den von den Preisüberwachungsstellen festgesetzten Fleischpreisen ergibt.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeork Frankfurt.

Nachdem es am Dienstag noch zu vereinzelten leichten Schauern gekommen war, setzte sich bei ab­steigender Luftbewegung Aufheiterung durch. Sie brachte in der vergangenen Nacht stärkere Aus- , strahlung und Abkühlung, die in den Niederungen mit weiterer Nebelbildung verbunden war. Bis in die deutschen Küstengebiete hinein macht sich bereits der Einfluß der kräftigen, über Skandinavien hin­wegführenden Wirbeltätigkeit in lebhaften West­winden und zunehmender Unbeständigkeit bemerk­bar, die langsam von Norden her auch auf unser Gebiet übergreifen wird.

Aussichten für Donnerstag: Morgens vielfach dunstig oder neblig, sonst anfänglich noch heiter, dann Bewölkungszunahme und besonders nach Norden und Osten hin aufkommende Nieder­schlagsneigung, meist südliche bis westliche Winde.

Aussichten für Freitag: Bei Luftzufuhr aus Westen voraussichtlich durchweg unfreundliches Wetter. _________________________

Hauptfchriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange.

Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hays Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VIII. 36: 9350. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags

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Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.

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nach vollendetem 69. Lebensjahr.

Die trauernden Hinterbliebenen;

irere andere

Lieh, den 22 September 1936.

[Verschiedenes]

Die Beerdigung findet am Freitag, dem 25. September, nachmittags, um 3 Uhr statt.

Von Beileidsbesuchen bittet man höflichst absehen zu wollen.

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