Ausgabe 
23.6.1936
 
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Die Reichstagung der Rordischen Gesellschaff

n daran teil. Nach dem Nachtessen üben die Teilnehmer - die Jägersignale, die bei der Prüfung verlangt n 1 werden. (Presse-Bild-Zentrale-M.)

Ein breimotoriges Verkehrsflugzeug der Natio­nalen Luftfahrtgesellschaft mit zehn Fluggästen an Bord ist auf der Strecke AntofagastaJquique (Ha­fenstädte in Nordchile) verschollen. Lastwagen

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?ie sei der letzte Abschnitt vor dem Siege, und er danke Blum und Salengro für re Arbeit.

In der Alten Akademie in München begann ein Lehrgang für Berufsjäger in Zusammen- arbeit mit dem Reichsnährstand und der Deutschen Jägerschaft. 87 Berufsjäger aus Bayern nehmen

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Millionen Mk.), die Umsätze der Edeka-Zentrale einschließlich des Agenturgeschäftes 160 (1934: 154,3 Millionen Mk.) Millionen Mk., die der Edeka-Bank 1280 (1934: 1193) Millionen Mark. Das gesamte, in den Edeka-Genossenschaften investierte Kapi­tal stieg in den Jahren 1924 bis 1935 von 39,8 auf 66,7 Millionen Mark. Die Geschäfts gut- haben der Mitglieder erhöhten sich von 8,7 auf 16 Millionen Mark, die Guthaben der Mit­glieder von 3,6 auf 19,3 Millionen Mk. Die Waren wurden im Jahre 1935 13,7mal umgeschlagen. Die Lagerdauer betrug also durchschnittlich 26 Tage. In weiteren Ausführungen wurden der ideelle und praktische Wert der Genossenschaft für den Einzel­kaufmann und die Bedeutung der gewerblichen Ein­kaufsgenossenschaften im Zuge neuzeitlicher Wirt- schastsgeftaltung herausgestellt. Sorgsame und spar­same Bewirtschaftung des Nationalvermögens un­ter Vermeidung jeder Kapitalfehlleitung ist ebenso notwendig wie eine Verminderung des Abhängig- keitsverhältnifses in der Ernährungswirtschaft und Rohstoffbeschaffung vom Auslande. Dabei ist eine Steigerung des Exportes unentbehrlich. An diesen Aufgaben müssen sich auch die Einkaufs­genossenschaften ausrichten. Auf Antrag der Ver­waltung wurde beschlossen, daß der jeweilige vom Generalrat gewählte Vorsitzende des Verbandsaus­schusses auch gleichzeitig der Präsident des Edeka- Verbandes ist.

Wiener Univerfifäfsprofeffor einem Wordanfchlag zum Opfer gefallen.

In der Wiener Universität wurde der Philosophie- Professor Moritz Schlick von einem feiner Schuler namens Nellböck im Treppenhaus erschossen. Nellböck, der bereits sein Studium vollendet hatte, stellte Professor Schlick und gab vier Schüsse auf ihn ab. Der Grund für diese Mordtat dürfte per­sönliche Rache sein, da Schlick es verhindert haben soll daß Nellböck eine in Aussicht stehende Stellung bekam. Die Erschießung des Professors Schlick hat großes Aufsehen hervorgerufen, da der Gelehrte großes Ansehen besaß. Professor SchlickHfl.inBer­lin am 14. April 1882 geboren. Er habilitierte sich 19H als Privatdozent an der Universität Rostock, war dann Professor an mehreren deutschen Univer­sitäten und kam 1922 nach Wien, wo er seither als Professor für Erkenntnistheorie wirkte.

Chilenisches Verkehrsflugzeug verschollen.

Tnkirch an der Mosel.

Rekordflug des LuftschiffsHindenburg".

Das LuftschiffHindenburg" ist am Montag um 11.12 Uhr MEZ. in Lakehurst glatt gelandet. las Luftschiff hat die bisher schnellste Ueberquerung des Ozeans in Ost-West-Rich-

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Die Nordische Gesellschaft beging in der alten Hansestadt Lübeck ihre 3. Reichstagung. Den Höhepunkt der Tagung bildete die Nordische Kundgebung auf dem Marktplatz, auf der Reichsleiter Alfred Rosenberg und Reichsinnenminister Dr. Frick das Wort ergriffen. (Scherl-Bilderdienst-M.)

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signale Dechants, die von mehreren Zeugen gehört wurden, erklärt Bande nicht vernommen zu haben. Er habe, als er das rote hauptfignal bemerkte, sofort gebremst, aber von einer Brems­wirkung durch die Vorspannmaschine nichts bemerkt. Im übrigen meinte er, wenn der Zusammenstoß so stark gewesen wäre, wie behauptet worden ist, ständen beide Angeklagte nicht hier.

Der Angeklagte Dechant erklärt, er habe sich, als er merkte, daß er das Vorsignal überfahren habe, umgesehen und ein weißgesterntes Licht ge­sehen, woraus er geschlossen habe, daß das Signal auf freie Fahrt stehe. Der Heizer Dechants bestätigt, daß dieser zu ihm gesagt habe, er habe ein gesterntes Licht gesehen. Der Zeuge hat sich aber darunter nichts vorstellen können. Jeder der beiden Lokomotivführer erklärte, 3 u e r ft g e - bremst zu haben, als das rote Licht des Hauptsignals auftauchte. Beide wollen aber von einem Bremsen des anderen nichts bemerkt haben. Auch die beiden Heizer gaben an, sie hätten nicht gemerkt, daß auf der anderen Lokomotive ge­bremst worden sei. Dechant sagte noch aus, daß die Schnellbremsung nicht richtig zur Auswirkung gekommen sei, als er sie einstellte. Der Heizer Dechants, der diesem, als er den Knöchel des linken Fußes gebrochen hatte, helfen wollte, wurde von Dechant aufgefordert, lieber den verunglückten Fahrgästen zu helfen. Er komme ja doch ins Zucht­haus. Er fei aber kein Feigling und werde zu tragen wissen, was er verschuldet habe. An diese Aeußerung kann sich Dechant jetzt nicht mehr er» innern.

Die Verhandlung wurde dann abgebrochen. Es wurden mit einem Sonderzug, der aus einer Vor­spannmaschine, einer Schnellzuglokomotive und einem Personenwagen bestand, Versuchsfahrten auf der Unglücksstrecke gemacht.

Das Eisenbahnunglück von Groß-Heringen vor Gericht.

Die Verhandlung gegen die Lokomotivführer Dechant und Bande.

tung um 32 Minuten verbessert. 59 Stunden und 52 Minuten nach seiner Abfahrt von Frankfurt erschien es über Lakehurst und landete bald darauf. Die Führung des Luftschiffes hat sofort nach der Landung mit den Vorbereitungen für den Ruck­flug, der für Dienstag zwischen 22 Uhr und Mitternacht Neuyorker Zeit angesetzt ist, begonnen. Hindenburg" wird seine Heimreise nach Frankfurt mit vollbesetzten Kabinen antreten, wo es voraus­sichtlich am Freitag, 26. Juni, eintrifft. Nach einer kurzen Ruhepause von drei Tagen wird das tuft= schiff schon am 29. Juni in Frankfurt zur vierten diesjährigen Nordamerikafahrt starten.

Jahresversammlung des llniversitätsbundes Warburg.

Unter Vorsitz von Geheimrat Dr. h. c. h a e u- fer (höchst) hielt der U n i v e r s l t a t s b u n d Marburg seine 16. Jahresversammlung ab. Den Jahresbericht erstattete der Schriftführer, Prozessor Verse. Zwecks Stärkung der Lebenskraft der Universität wurden die Mitglieder gebeten, für den Bund zu werben. Die Vortragstätigkeit soll weiter ausgebaut werden. An Beihilfen für wissenschaft­liche Zwecke stellte der Bund un Jahre 1935 12 340 RM. zur Verfügung. Es handelt sich u. a. um Beihilfen zur Drucklegung von Werken, zur Vergrößerung des photographischen Plattenarchivs ufro9 Für den aus gesundheitlichen Gründen aus dem Vorstand ausgeschiedenen LandesratDr. Kalle wurde Gauleiter Staatsrat Weinrich gewählt. An die Stelle des nach Freiburg versetzten Verwaltungsratsmitgliedes Prof. M e r k trat Prof. Schwinge. Außerdem wurde noch Professor Duden (Frankfurt-Höchst) tn den Verwaltungsrat berufen Für das Jahr 1936 wurden als Beihilfen für wissenschaftliche Zwecke 12 350 RM. zur Verfü­gung gestellt. Mittelpunkt der Festoersammluna bil­dete die Festrede des Direktors des Kaiser-Wilhelm-

Jnstituts für Chemie in Berlin, Professor vr pb'1 Otto Hahn, über das ThemaDom Wagdaren zum Unwägbaren bei der Erforschung der Materie.

Die Edeka-Genossenschaften tagen in Königsberg.

In Königsberg begann der 29. Verbandstag des Edeka-Verbandes deutscher kaufmännischer Genos­senschaften e.V. Aus dem Vorftandsber.cht des Derbandsdirektors Dr. König ergab sich, daß der Edeka-Derdand am 1.Januar 1936 456 örtliche Genossenschaften als Mitglieder zahlte gegen 450 im Vorjahre. Die Zahl der E inz el- mitglieder der Genossenschaften erhöhte sich um 737. Die Umsätze der Edeka-Genossenschaften be­trugen 1936 rund 300 Millionen Mk. (1934. 276

Volkssendeaktion 1936.

Reichssendeleiter Hadamovski spricht in Frankfurt.

Lpd. Frankfurt a.M. - Höchst, 22. Juni. Sm vollbesetzten Kasino der I G. - F ar b e n i n- tiuftrie in Frankfurt a. M.-Höchst sprach in einer Betriebsversammlung der Reichssendeleiter Pg. Ladamovsky zur Dolkssendeaktion 1936. Er Monte, daß man auch in der marxistischen Zeit inmer und immer wieder von der Bedeutung des Rundfunks für den G e m e i n f ch a f t s e m p- fang geredet habe, aber man habe niemals den entscheidenden Schritt getan, um von der Theorie in die Praxis überzugehen. Die NSDAP, aber hat am 1. Mai 1933 den ersten wahren G e - Nieinschaftsempfang durchgeführt. Der Sprecher war kein geringerer als Adolf Hitler, und die Arbeiterschaft ganz Deutschlands rar in ihren Betrieben und auf den Festplätzen Iigetreten und hörte über die Lautsprecher feine

Sorte. Das war der erste Gemeinschaftsempfang, n die Welt gesehen hat. Der Rundfunk kann aber m Volke für noch viele andere Dinge nutzbar ge- acht werden, namentlich zur Vermittlung er kulturellen Errungenschaften. Es ist falsch, anzunehmen, daß das Volk von der Kul­tur nicht viel wissen will, weil es davon angeblich nchts verstehe. Vor fünf oder zehn Jahren hat dis Volk auch nicht viel von der Politik ver- nnben, und heute ist es auf dem Gebiete der Po- itif durchaus 4m Bilde, nachdem ein Mann aus s?m Volke gekommen ist, der feine Politik dem rutschen Volke verständlich gemacht hat. heute ver- sht das deutsche Volk von der Politik so viel, daß 5 mit Recht das p 0 litisch ste Volk der Zelt genannt werden kann. Genau so geht es it der Kultur. Nicht die Kultur ist zu kompliziert Er bas Volk, aber die reaktionären Literaten, die m Volk Kultur vermitteln wollten, waren so kompliziert, daß sie dem Volke fremd g e - norden sind. Die Kultur muß vom Volke verstanden werden, sonst ist sie nichts wert. Jetzt nuß wieder von vorn angefangen werden, und da- ju müssen wir das Volk an den Volks- ftnder rufen. Nachdem wir bas Volk in Ar­beit gebracht haben, nachbem bas deutsche Volk foroer arbeitet, soll es so viel Freude am Leben gaben, wie wir ihm geben können.

Der Aufstand in Palästina.

und Reiter suchten bas Flugzeug bisher vergeblich. Man glaubt, baß es ins Meer gestürzt ober in ber Salpeterwüste notgelanbet ist.

Schweres Unglück an einem Bahnübergang.

Auf ber Streife Moseritz-Topper ereignete sich ein schwerer Unglücksfall, ber zwei Todes« opfer forberte. An einem unüberwachten Bahn­übergang fuhr ein Lieferwagen aus Drosten gegen ben Personenzug Nr. 478 unb wurde dabei voll- tänbig zertrümmert. Alle Insassen bes Wagens würben hierbei herausgeschleudert. Einer ber In­sassen fanb sofort ben Tob, eine schwerverletzte Frau starb nach chrer Einlieferung ins Kranken­haus. Die übrigen drei Insassen trugen schwere, zum Teil lebensgefährliche Verletzungen da­von. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt.

Der lob in ben Bergen.

Der bekannte Tiroler Kletterer Mathias A u f e n- thaler aus hötting bei Innsbruck ist beim Durch­klettern der nach ihm benannten Route in der Schüft selkar-Südwand durch Seilbruch 60 Meter tief in eine steile Schneerinne abgestürzt. Berakame- raben tarnen dem Abgestürzten gleich zur Hilfe unb versuchten ihn auf einer Tragbahre ins Tal zu bringen. Auf bem Wege borthin ist ber Verunglückte feinen schweren Verletzungen erlegen.

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Auf bem Pf ab vom Burgbergerhorn zum Grün- tenhaus in ben Allgäuer Alpen stürzte bie aus München stammende Irma B i e 11 100 Meter tief ab unb blieb schwer verletzt liegen. Ins Kran­kenhaus Sonthofen eingeliefert, starb bie Vermag» glückte nach zwei Tagen, ohne bas Bewußtsein wie­der erlangt zu haben.

Beachtliche

Segelflugleistung eines Lufthanfakapitäns.

Flugkapitän Helm von der Deutschen Lufthansa gelang eine bemerkenswerte segelfliegerische Lei­stung. Helm ließ sich über dem Flughafen Tempel- Hof von einem Sportflugzeug bis auf 300 Meter Hochschleppen, klinkte dann aus und ging nach Er­reichung von etwa 2000 Meter höhe auf Strecke. Schließlich mußte Helm in der Nähe von Gifhorn bei Hannover zur Landung ansetzen, weil ihm ein schweres Gewitter den Weiterflug unmöglich machte. Flugkapitän Helm hat damit eine Strecke von 200 Kilometer in vierstündigem motorlosem Fluge zu«

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rückgelegt.

Argentinisches Militärflugzeug stürzt auf ein Haus.

Ein argentinisches Militärflugzeug, das über der Stadt Cordoba kreiste, stürzte aus geringer höhe ab und fiel auf ein Haus. Der Flugzeugmecha- niker wurde auf der Stelle getötet, während der Pilot und eine Hausbewohnerin schwer verletzt wurden.

Englisches Bombenflugzeug auf ben französischen RiesenbampferNormandie" gestürzt.

Aus ber höhe der Insel Wight stürzte ein eng­lisches Bombenflugzeug auf ben französischen Per- fonenbampferN 0 r m a n 0 i e" ab. Das Flugzeug verfing sich in ber Takelung bes Vordermastes, drehte sich um sich selbst und landete dann verhält­nismäßig glimpflich auf dem Vorderdeck. Der Flug­zeugführer, ein Leutnant, blieb unverletzt und ging sofort an Land. DieNormandie" setzte ihre Reise nach Le Havre fort. Das Flugzeug, das ziemlich beschädigt wurde, blieb an Bord.

Rouen vom Gewitter schwer heimgesucht.

Wie erst jetzt bekannt wirb, hat ber starke G e - w i 11 e r st u r m, der am Sonntagnachmittag in vielen Teilen Frankreichs gewütet hat, bie Stabt Rouen besonbers schwer heimgesucht. So sinb in einer großen Garage von Rouen mehrere Automo­bile durch die Wassermassen unbrauchbar gemacht worden. Vieh und Geflügel ist in großen Mengen ertrunken. Die Eisenbahnstrecke von Paris nach Treport ist schwer beschädigt. Am Montag fanb man im Walde die Leichen zweier jungen Leute, die wahrscheinlich vor dem Unwetter Schutz in einer Hütte aesucht hatten und von den Wassermassen fortgerissen worden sind. Man schätzt die Schäden bei Rouen allein auf über 3 Millionen Franken.

Ein leichtsinniges pabblerpaar.

Es ist nicht gerade alltäglich, baß ein Faltboot­fahrer mit 2000 Mark in der Tasche die Amper in Oberbayern abwärts paddelt. Ein junges Ehe­paar aus Olching a. d. Amper, das eine Urlaubs­reife durch Deutschland unternehmen wollte, ken­terte mit seinem Boot zwischen Emmering unb Esting, wobei es nur bas nackte Leben retten konnte, währenb ein Barbetrag von 2000 Mark samt bem Boot in bem Hochwasser ber Amper ver­schwand.

Mit bem Boot gekentert unb ertrunken.

Am Sonntag hat ber Rhein in ber Nähe bes Schiersteiner Hafens in biefer Saison bie ersten Todesopfer geforbert. Gegen abenb ist unter­halb bes Hafens ein mit zwei Personen besetztes Boot gekentert. Die beiben Insassen fielen ins Wasser und gingen unter. Die Verunglückten konn­ten im Verlauf einer halben Stunde geborgen wer­den, doch waren Wiederbelebungsversuche vergeb­lich. Bei ben Ertrunkenen hanbelt es sich um ben Otto Wieder aus Wiesbaben und um ein Mäd­chen, dessen Personalien noch unbekannt sind.

Großheringen, 22. Juni. (DNB.) Am Montag begann in bem zum Gerichtssaal umge- manbelten Wartesaal bes Bahnhofs Groß-Heringen bie Verhandlung gegen den 43jährigen Hilfsloko­motivführer Dechant unb ben 55 Jahre alten Lokomotivführer Bande wegen fahrlässiger Körperverletzung in Tateinheit mit fahrlässiger Transportgefährdung. Es wird ihnen zur Last gelegt, den Tob von 35 Personen unb zum Teil sehr schwere Körperverletzungen einer großen Zahl von Menschen durch Außerachtlassung ber ge­botenen Vorsicht veranlaßt zu haben, wobei straf- erschwerenb in Betracht kommt, baß sie als Beamte zu besonberer Vorsicht verpflichtet waren. Das Un­glück in der Schreckensnacht des 2 4. De­zember 1 9 3 5 ereignete sich dadurch, daß ber Hilfslokomotivführer Dechant, ber bie Vorspann­maschine bes D 44 führte, bas Vorsignal nicht be­merkte, und auch bas rote Licht bes Hauptsignals überfuhr. Er will bas Vorsignal, das auf halt stand, nicht bemerkt haben, weil er feinem Heizer beim Feuern half. Durch dieses Versäumnis brachte er den Zug BerlinHalleErfurtFrankfurt nicht mehr rechtzeitig zum Stehen, was beim sofortigen Bremsen noch möglich gewesen wäre.

Der Angeklagte Dechant schilderte bei seiner Vernehmung eingehend die Vorgänge. Er bestritt, daß er nach Ueberfahren des Vorsignals das Haupt­signal nicht gesehen hätte. Er habe sofort gebremst und die Achtungszeichen für die nachfolgende Ma­schine gegeben. Der Führer der zweiten Maschine, Lokomotivführer Bande, hat sich zu sehr auf ben Führer ber ersten Lokomotive verlassen unb dadurch das Ueberfahren ber auf halt stehenden Signale noch später bemerkt unb auch noch später gebremst als Dechant. Er habe bie Strecke genau beobachtet, sei aber burch den Dampf ber ersten Maschine am Ausblick qehinbert worden. Das Sig­nal habe er nicht gesehen. Die beiden Achtungs-

Jerusalem, 22. Juni. (DNB.) In der Nähe ; von Tolkarem fand am Sonntag zwischen englischen truppen und arabischen Aufständischen ein sieben- sündiges erbittertes Gefecht statt, bei dem auf beiden Seiten zahlreiche Tote und $ermunbete gab. Ein Kraftwagenzug, der von englischen Truppen begleitet war, war von einer Kruppe von 60 arabischen Freischärlern Über­fällen worden. Bei bem sich entspannenden Ge­fecht wurden sofort drei enalische Füsiliere schwer verwundet. Bald darauf trafen britische V e r8 fiartungen ein, Teile bes Royal-Scotch-Füsi- lierregiments unb ber Seaforth-hochlänber sowie Kampfflugzeuge, bie mit Maschinengeweh­ren auf bie Freischärler feuerten. Später erschienen and) noch Panzerwagen. Das Militär drängte einen Teil der Freischärler nach Norden und den arideren Teil nach Süden ab. Bei Einbruch der Dunkelheit waren zehn Araber gefallen. Auf eng­lischer Seite hatte man zwei Tote zu beklagen.

Verdreifachter Gewinn K der tschechischen Rüstungsindustrie.

Prag, 23. Juni (DNB. Funkspruch.) Die 23er- «oltungsratssitzung der Skoda-Werke in Pilsen genehmigte die diesjährige Bilanz des bekannten Hüstungsunternehmens, die mit einem Reinge­winn von 39610000 gegen 11210000 Tsche- Len-Kronen im vorigen Jahr schließt. Der mehr cis verdreifachte Gewinn ermöglicht eine Di 0 i - kenden-Erhöhung auf insgesamt 55 Kronen gegen 29 Kronen im Vorjahr. Die Beleg­shaft des Unternehmens konnte um über 5000 erhöht werden. In dem Bericht wird besonders her­vorgehoben, daß dem Unternehmen auch aus dem Auslande Bestellungen im größe­ren Maße zugekommen seien.

Aus aller Wett.

100-Zahrfeier der Etadt Jena.

Die Universitätsstadt Jena feierte in diesen lagen ihr 700jähriges Bestehen. Die Ju- bilaumsfeier wurde mit Glockengeläut und einer Festsitzung im Rathaus eingeleitet, bei der Ober­bürgermeister und Kreisleiter Schmidt Vertreter dir Wehrmacht, der Behörden und der Bewegung br grüßte. Der Oberbürgermeister erinnerte an die ruhmvolle Geschichte ber Stabt und nannte bie Troßen, bie bort gewirkt haben. Er verkündete, daß bie Stadt Jena ben Gauleiter unb Reichsstatthalter in Thüringen Sauckel zum Ehrenbürger ernannt Hut. Eine weitere Ehrung vollzog ber Oberbürger­meister burch Verleihung des Kunst- und Litera- hrrpreifes der Stadt Jena für 1935 an Professor Otto D 0 rfner, den Leiter der thüingischen Lan- disstelle für Handwerksförderung in Weimar, für hi rvorragende Leistungen auf dem Gebiet bes Kunsthandwerks, unb zwar in ber Buchbinderei. Der Preis wird fönst bestimmungsgemäß alljährlich am 9. November, bem Feiertag ber Bewegung, m rliehen. m . v , .

Als Vertreter bes Deutschen (Bemembetages unb bis Reichsstäbtetages überbrachte ber Vorsitzende bis Thüringer Gemeindetages, Gauamtsleiter Land- ut Lubwig - Saalfelb bie Grüße bes Reichs- ivnenminifters Dr. F r i ck und des Vorsitzenden des ^eichsstädtetages, des Oberbürgermeisters F1 e h - l;r -München. Er überreichte eine Plakette mit b>m Bilde des Freiherrn vom Stein, des Schöpfers d^s Gedankens der deutschen Selbstverwaltung, die bjrd) bie neue beutsche Gemeindeordnung m bie 2ct umgesetzt worden ist.

In ber Stadt herrschte das Treiben eines großen Volksfestes, das echöhte Bedeutung durch das gieichzeitig mit den Jubiläumsfeiern veranstaltete Listretfen der NSDAP, erhielt Eine besondere Rürze bekam das Volksfest durch den Empfang an Abgesandten der Jenaer Patenwelngememde