Ausgabe 
23.6.1936
 
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Beteiligten so starr, daß John Pierpont Morgan, der Seelenverkäufer, keine Antwort erhielt.

Der Untersuchungsausschuß hat festgestellt, daß der Morgan-Konzern böswillig gehandelt habe. Man könnte es noch schärfer bezeichnen, aber welcher Ausdruck bleibt dann für die Staatsmänner der USA., die sich von Morgan bestechen ließen und dem amerikanischen Volk erzählten, es gelte, lm Namen der Menschlichkeit und der Demokratie den deutschen Drachen Militarismus zu erlegen. Als sich in Versailles die deutsche Abordnung gegen die Friedensbedingunaen wandte, erfolgte eine Ant­wortnote, in der behauptet wurde, Deutschlands Krieg sei ein lange vorbereitetes Verbrechen und der scheußlichste Anschlag gewesen, der jemals gegen den Frieden der Welt geführt worden wäre. Für den Inhalt und für die gebrauchten Worte war Wilson, Amerikas Präsident, mit verantwortlich. Und dabei wußte Wilson ganz genau, wie der Un­tersuchungsausschuß nachgewiesen hat, daß nicht de­mokratische Ideologie, sondern das Interesse der Dollar-Milliardäre Amerika in den Krieg geführt hatte. Man sagte einmal von der englischen Politik, daß sie in der einen Hand die Bibel und in der anderen Hand die Baumwolle für die Farbigen hätte. Für die Amerikaner palt, daß sie um Morgans Milliardärsinteressen willen Europa und sich selbst an den Abgrund brachten.

Trauerfeier für Staatssekretär von Bülow

Berlin, 22. Juni. (DNB.) Heute vormittag versammelte der R e i ch s m i n i st e r des Aus­wärtigen die Beamten, Angestellten und Arbei­ter des Auswärtigen Amtes zu einer kurzen T r a u e r f e i e r für den verstorbenen Staatssekre­tär von Bülow.

Der Reicksminister des Auswärtigen und die An­gehörigen des Auswärtigen Amtes widmen dem Staatssekretär folgenden Nachruf:

In seiner langen, ehrenvollen Laufbahn hat der Verewigte die ihm von seinen Vorfahren über­kommenen Traditionen des preußischen Beamten und Offiziers auch seinerseits in vorbildlicher

Dr. Bernhard Wilhelm von Bülow Staatssekretär im Auswärtigen Amt.

Weise verkörpert. Die Außenpolitik des Rei­ches verliert in ihm einen Beamten, der mit in- nerer Leidenschaft an seinem Beruf hängend und von Höch st er Vaterlands­liebe getragen sein ungewöhnliches Können immer mit vollster Hingebung für die Mitarbeit an den Aufgaben der deutschen Außenpolitik ein­gesetzt und auf allen von ihm bekleideten Posten Hervorragendes geleistet hat. Nach sei- ner letzten schweren Krankheit haben ihn die Sor­gen um seinen Dienst bis zum letzten Atemzuge be­wegt. Menschlich haben alle, die ihm nähertraten, in seinem stillen, zurückhaltenden Wesen die charak­tervolle Persönlichkeit, den Mann von unta­deliger, vornehm st er Gesinnung ver­ehren und lieben gelernt. Soweit er als Vorgesetz­ter der Beamtenschaft zu handeln hatte, wurde seiner Sachlichkeit und seinem Gerechtigkeitssinn von allen Seiten unbedingtes Vertrauen entgegengebracht. Der Staatssekretär Dr. Bernhard Wilhelm von Bülow wird in der Geschichte des Auswärtigen Amtes als einer seiner besten Vertre­ter weiterleben."

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Botschafter von Ribbentrop richtete an die Stiefmutter des verstorbenen Staatssekretärs von Bülow folgendes Beileidstelegramm:Zu dem schweren Verlust, der Sie durch das unerwartete Hinscheiden Ihres Herrn Sohnes, des Staatssekre­tärs von Bülow, betroffen hat, spreche ich Ihnen, sehr verehrte Frau von Bülow, auch im Namen meiner Frau, unsere aufrichtigste Teilnahme aus. Joachim von Ribbentrop, Botschafter des Deutschen Reiches.

Kleine politische Nachrichten.

Am 22. Juni 1936 ist der Präsident des Reichsgerichts, Dr. Dr. h. c. Bumcke 4 0 Jahre im Dienste der Justizverwaltung tätig. Aus diesem Anlaß hat der Führer und Reichs­kanzler an Präsident Dr. Bumcke ein Glückwunsch- und Anerkennungsschreiben gerichtet. Reichsminister der Justiz Dr. Gärtner hat Dr. Bumcke die herz- lichsten Wünsche der Reichsjustizverwaltuna übermit­telt und in seinem Glückwunschschreiben die Verdienste des Reichsgerichtspräsidenten um das deutsche Recht und die deutsche Rechtspflege besonders heroor- gehoben.

Die Verhandlungen des deutschen und des unga­rischen Regierungsausschusses für die deutsch- ungarischen Wirtschaftsbeziehungen haben ihren Abschluß gefunden. Einige besonders dringliche Fragen der ungarischen Ausfuhr nach Deutschland wurden in einer den ungarischen Inter­essen entsprechenden Weise gelöst. Auf der anderen Seite wurden ungarischerseits neue Möglichkeiten er­öffnet, um die deutsche Ausfuhr nach Ungarn zu steigern.

Präsident Roosevelt erteilte das Aggrement für den neu ernannten italienischen Botschafter S u v i ch, den Staatssekretär im italienischen Außenministerium. Es wurde jedoch betont, daß das Aagrement nicht etwa die Anerkennung der Annexion Abessiniens bedeute. Sollte in dem Beglaubigungsschreiben Suvich als Vertreter des Königs von Italien und Kaisers vonAbesstnien bezeichnet werden, so werde die amerikanische Regierung diese Formulierung h in­ne h m e n , aber mit keinem Wort auf den Schrift­satz eingehen.

Oie Meerengenkonferenz in Montreux.

Llm die Zukunft der Oardanetten in Krieg und Frieden.

Das Recht aus Sicherheit.

Die Meerengenkonferenz in Mon­treux hat ihre Arbeiten ausgenommen. Konfe­renzen in großem Rahmen haben zwar im allge­meinen nur zu Enttäuschungen geführt, haben mindestens nicht das gebracht, was dem Bedürf­nis der Völker nach Frieden und erträglicher Zu­sammenarbeit entspricht, dennoch ist es nicht aus­geschlossen, daß man in Montreux in kurzer Zeit fertig werden und allen interessierten Regierungen ein neues Meerengenabkommen zur Unterzeichnung vorlegen wird. Worum es bei die­ser Konferenz gVjt, ist im allgemeinen bekannt: die Türkei wünscht, daß den veränderten poli­tischen und militärischen Verhältnissen im östlichen Mittelmeerraum Rechnung getragen und sie von den lästigen Bestimmungen des Vertrages von Lausanne befreit wird, die eine Ent­militarisierung der Dardanellen vor- sehen. Die Dardanellen find aber die Zugangs- straße zum Schwarzen Meer, wer sie in den Händen hat, dem kann es nicht schwer fallen, die Türken militärisch auch vom Rücken her zu packen. Ueberhaupt ist durch die Entmilitarisierung ein Zustand für die Türken geschaffen worden, der sie angesichts der Rüstungen und Befestigungen vor ihrer Küste und an ihren Grenzen nicht mehr ruhig schlafen läßt. Denn dauernd müssen sie fürch­ten, eines Tages in einen kriegerischen Konflikt Der» wickelt zu werden und sich dann nicht mit Aussicht auf Erfolg verteidigen zu können, weil jeder Geg­ner ungehindert mit feinen Kriegsschiffen und Truppentransporten die Dardanellen passieren kann, um Konstantinopel in Besitz zu nehmen und sich nun die Stelle auszusuchen, von der aus es sich am bequemsten in die Türkei einmarschieren läßt.

In der Note der türkischen Regierung an die Signatarmächte des Lausanner Vertrages ist mit aller Klarheit und Eindringlichkeit auseinanderge­setzt worden, wie stark sich die Lage zuungunsten der Türkei verschoben hat. Als der Vertrag unterzeichnet wurde, bestand die Tendenz, die Land-, Luft- und Seestreitkräfte in ihren Beständen zu verringern. Seither hat sich aber im Mittelmeer eine besorgniserregende Unsicherheit breit gemacht, die Rüstungen haben einen schwindelerregenden Aufschwung genommen, Befestigungen sind auf dem Festland und den Inseln angelegt worden, die Türkei ist also an ihrer verwundbar st en Stelle ernsten Gefahren ausgesetzt. In der Note ist weiter betont worden, daß die Türkei seiner Zeit einer Minderung ihrer Hoheitsrechte in der Dardanellenzone nur zustimmen konnte, weil die Stech erheitsgar an tie durch die Großmächte feierlich bekräftigt wurde. Aber wie stehen denn diese Großmächte heute zueinander? Als die Note zi fbfenbung gelangte, da sah es im Mittelmeer äu :rst trübe aus. Und heute wissen wir, daß die Engländer durchaus nicht die Absicht haben, den Italienern den Gefallen eines Rückzuges ihrer Flotte zu tun. Der Ernst der Gesamtlage hat sich also keineswegs vermindert. Darum konnte die Türkei auch mit Recht unterstreichen und sie kann es heute noch immer, daß durch das Un- sicherwerden dieser Garantie das ganze Ueberein- kommen zum Nachteil der Türkei gestört wor- den ist.

Besitzt das Dardanellenproblem nicht große Aehn-! lichkeit mit der allerdings inzwischen erledigten Rheinlandfrage? Wir mußten damals eben­falls eine ernste Bedrohung unserer westlichen Flanke feststellen, ausgelöst durch die Vernichtung des Locarnopaktes. Die unerhörte französische Auf­rüstung, die enormen Befestigungen, bas alles rief bei uns nach Abschluß des französisch-sowjetrussi- schen Militärpaktes Besorgnisse hervor, die sich nicht einfach beiseite schieben ließen. Wir haben infolge­dessen getan, was d i e Stunde gebot. Deutschlands Sicherheit im Westen ist restlos wie­der hergestellt worden, eine Sicherheit, die man uns allen Ernstes abzustreiten suchte. Es ist dieselbe Sicherheit, die die Türkei für sich in Anspruch nimmt und die sie genau wie auch wir allen an­deren Nationen stets zugebilligt hat. Dieses Recht auf Sicherheit soll nun in Montreux in feierlicher Form bestätigt werden.

Noch ist der Schlußpunkt unter den neuen Ver­trag nicht gesetzt worden. Es ist bekannt, daß die Dardanellen der Schnittpunkt aller möglichen Inter­essen sind. Träumte man im Zarenreich davon, eines Tapes die russische Garde in Konstantinopel einmarschieren zu lassen, so hat die Sowjet- Union, aus realpolitischen Erwägungen heraus, diese Träume vorerst an den Nagel gehängt. Sie war die erste Macht, die den Türken im Kampfe um die Wiederbefestigung der Dardanellen Beistand leistete, sie hat es auch verstanden, sich das Ver­trauen der Türkei zu erwerben, die als Besitzerin der Meerengen gleichzeitig auch die Hüterin des Tores ist, durch das man in das Schwarze Meer und damit an die Küsten Südrußlands gelangt. So mißtrauisch ist man im Kreml noch immer, um mit der Möglichkeit einer europäischen Koalition gegen den Bolschewismus zu rechnen. Da gilt es vor­beugend zu wirken und die Wehrlosigkeit der Tür­ken an dieser Meeresstraße so zu lassen, wie sie ist. Es ist ja auch kürzlich aus sowjetrussischem Munde deutlich genug zum Ausdruck gebracht worden, wie­viel tausend sowjetrussische Geschütze bereitstehen, um die Dardanellen vor fremdem Zugriff zu be­wahren.

Die Engländer ihrerseits haben gegen die Wiederbefestigung nichts einzuwenden, die Fran­zosen zögerten zunächst mit Rücksicht auf ihre Bundesgenossen am Balkan, und die Italiener bringen durch ihre allerdings aus dem Sanktions- fampf resultierende Abwesenheit gleichzeitig zum Ausdruck, daß ihnen die Befestigung der Dar­danellen nicht sonderlich gefällt, weil dadurch in ge- roiffem Sinne der von ihnen stark befestigte Dode­kanes entwertet wird. Bleibt schließlich noch Bul­garien, dem versprochen worden ist, daß bei einer Neufassung des Dardanellen-Abkommens sein Anspruch auf einen 21 u s g a n g zum Aegäi - schen Meer zur Debatte gestellt werden soll. Aber selbst wenn die Sofioter Regierung auf dieses Versprechen zurückgreifen sollte, wird man alles tun, um irgendwelche Verstimmungen oder Gegensätz­lichkeiten in Montreux zu verhindern.

So soll nun auf Schweizer Boden ein politischer zlft vollzogen werden, der tn Wahrheit das ist, was auf die Nutznießer der Pariser Dorortverträge wie em rotes Tuch auf den Stier wirkt, ein Rivi - fionsakt! Ob nun dieser oder jener Vertrag re« mbiert wird, ob es sich um ein Pariser Diktat oder J*? Lausanner auch nicht in völliger Freiheit der Türkei zustandegekommenen Vertrag handelt, stets

haben mir es mit einem Vorgang zu tun, gegen den sich vorneweg Frankreich mit aller Leidenschaft zur Wehr setzt. Aber die Zeiten lassen sich nicht aufhal­ten und unanwendbar gewordene Verträge nicht in Ewigkeit auf Eis legen. Wir wissen nicht, was die Türken machen werden, wenn man ihnen in Mon­treux nicht soweit entgegenkommen wird, wie es die berechtigten Verteidigungsinteressen eines jeden Staates erheischen. Sicherlich wird wohl auch von

dieser oder jener Seite her versucht werden, das Revisionsmoment einzuengen. Das alles ändert aber nichts an der Tatsache, daß die Türkei wie jede andere Nation ihrRechtaufSlcherheit geltend macht, daß alle Veranlassung besteht, dieses Recht zur Anwendung zu bringen und daß auch die gewiegtesten politischen Jnteressenvertreter feinen stichhaltigen Grund gegen dieses Recht, das Recht aller Völker, anführen können.

Die Eröffnung her Konferenz.

Oer türkische Antrag auf Aenderung des Meerengenstatuts.

Montreux, 22. Junsi (DNB.) Die Meerengen- Konferenz ist im Hotel Montreux-Palace von dem schweizerischen Bundesrat Motta eröffnet worden. Er wies darauf hin, daß die türkische Regierung ein schönes Beispiel der Korrektheit bei der Rege­lung einer diplomatischen Frage gegeben habe, in­dem sie in der oorgeschriebenen Form den Antrag auf Abänderung eines vor 13 Jahren abgeschlosse­nen Vertrages stelle. Er sprach die Hoffnung aus, daß die Einigung, zu der die Konferenz führen werde, das Vertrauen unter den Nationen stärken und manche Befürchtungen zerstreuen werde. Im Völkerleben gelte notwendiger die Regel, daß Ver­träge gehalten werden müßten, aber' diese Konfe­renz beweise auch, daß Verträge nicht unwan­delbar seien.

Oer türkische Außenminister Rüschtü Aras

dankte den schweizerischen Behörden für die der Konferenz erwiesene Gastfreundschaft und fuhr dann zu den Delegierten gewandt fort: Das Ver­ständnis, das Ihre Regierungen bewiesen haben, hat die Konferenz von Montreux ermöglicht. In­dem wir Ihnen den von uns ausgearbeiteten A b - kommensentwurf zur Aufstellung einer Rechtsordnung im Sinne der eigenen Souveränität der Türkei übergaben, haben wir eine internationale Zusam­menarbeit zur Regelung des Meerengen- Regimes schaffen wollen, nachdem wir festgestellt haben, daß dasjenige van 1923 seine Daseinsberech­tigung verloren hat und infolge von Umstän­den, die seine Grundlage verändert haben, u n» anwendbar geworden ist. Wir haben es uns angelegen sein lassen, den Interessen des Welthandels mit den Gestaden des Schwar­zen Meeres Rechnung zu tragen. Indem wir selbst im Falle des Krieges den neutralen Handelsschiffen freie Durchfahrt lassen wollen.

Es handelt sich aber noch barum, wie die Kriegsschiffe diese Zone durchfahren dürfen. Die Entmilitarisierung der Meerengen ist von der Türkei unter Verhältnissen übernommen worden, die von den heutigen vollkommen verschieden sind. Die Türkei hat in den Meerengen ihren verwund­barsten Punkt. Ihr Recht ist es, ihn zu schützen. Dus müßte logischerweise ein Durchfahrtsoer-

bot für Kriegsschiffe zur Folge haben. Die Türkei hat in ihrem Entwurf jedoch sogar den Kriegsschiffen die Durchfahrtsstraße im Rahmen der gebieterischen Sicherheitsnotwendigkeiten im Mar- marameer und im Schwarzen Meer gewähren wol- len. Mit der Annahme unseres Entwurfes werden Sie aus diesen seit bald zwei Jahrhunderten unter dem Gesichtspunkt des Krieges und seiner Folgen betrachteten Meerengen eine Durchfahrtstraße der Eintracht und ein Bindeglied des Friedens zwischen den zivilisierten Völkern machen, die Ihnen dafür gewiß Dank wissen werden.

Grundsätzliche Zustimmung.

Die Vertreter der Balkan st aaten erklärten ihre grundsätzliche Zustimmung zur Neurege­lung der betreffenden Bestimmungen des Lausanner Vertrages. Der englische Delegierte Lord Stan­hope erinnerte daran, daß zur Zeit des Lausanner Vertrages das Vertrauen auf eine allgemeine Mb- rüf hing und auf den Völkerbund noch sehr stark gewesen sei. Ereignisse in der Jetztzeit hätten aber gezeigt, daß die kollektive Sicherheitlangsam arbeite". Man müsse der Türkei besonderen Dank dafür wissen, daß sie nicht einseitig norge» gangen sei. Im Namen Frankreichs schloß sich Paul-Boncour der Anerkennung für die Art des türkischen Vorgehens an. Litwinow erklärte, die pazifistische Illusion, daß der Weltkrieg der letzte Krieg gewesen sei, sei im Jahre 1933 noch sehr stark gewesen. Inzwischen hätten sich die natio­nalen Gegensätze verschärft. Der japanische Dele­gierte Botschafter Sato erklärte, daß fein Land die Notwendigkeit einer Abänderung erkenne und den türkischen Entwurf grundsätzlich annehme. Da Japan dem Völkerbunde nicht angehöre, könne sich allerdings seine Mitarbeit nicht in den gleichen Formen vollziehen.

Auf Vorschlag des rumänischen Außenministers wurde der australische Delegierte Bruce zum Vorsitzenden, der Grieche Po litis zum Vizepräsidenten und der Delegierte der Abrüstungs­abteilung des Dölkerbundssekretariats A g h n i d e s zum Generalsekretär der Konferenz gewählt. Die Konferenz beschloß, morgen die allgemeine Aus­sprache zu eröffnen. Gemäß einem Antrag des eng­lischen Vertreters wird diese Aussprache nicht öffentlich sein.

Der Mische Entwurf für das neue Abkommen.

Der Entwurf der türkischen Abordnung für das neue Abkommen über die Meerengen, das an die Stelle des Lausanner Abkommens treten soll, sieht u. a. vor, daß Handelsschiffe in Friedens- Zeiten sowie in Kriegszeiten, wenn die Türkei neu­tral ist, freie Durchfahrt bei Tag und Nacht ohne Rücksicht auf die Flagge und Ladung haben. In Kriegszeiten, wenn die Türkei kriegführend ist, wird die Freiheit der Durchfahrt den neutralen Han­delsschiffen unter der Bedingung zuerkannt, daß sie in keiner Weise den Feind unterstützen.

Kriegsschiffe haben in Friedenszeiten m i t Ausnahme von Unterseebooten freie Durchfahrt bei Tag, wenn sie der Türkei einen Mo­nat vorher angemeldet werden. Unter diesen Be­dingungen kann j e o e r Nichruferstaat des Schwarzen Meeres Kriegsschiffe biszur Stärke einer Flotteneinheit durch die Meerengen fahren lassen. Eine Flotteneinheit besteht aus einem Kreuzer und zwei Torpedobooten, wobei die Ge­samttonnage 14 000 Tonnen nicht übersteigen darf Wenn jedoch die türkische Flotte von ihrer Marma-, rabajis abwesend ist, ober wenn eines ihrer

Schiffe von mehr als 10 000 Tonnen außer Dienst gestellt ist, kann die ausländische Einheit die Meer­enge nur in zwei Abschnitten durchfahren. Im Schwarzen Meer darf die Gesamttonnage der den Nichtuferstaaten gehörenden Kriegsschiffe nicht mehr als 28 000 Tonnen betragen. Die ausländischen Kriegsschiffe müssen das Schwarze Meer läng» stens in 15 Tagen wieder verlassen.

Die Bedingungen mit Ausnahme der Höchstton- nape und der zeitlichen Begrenzung gelten auch für Kriegsschiffe der Ufer ft aaten des Schwarzen Meeres bei der Durchfahrt ins Mittelmeer. Die Durchfahrt eines Kriegsschiffes, dessen Tonnage größer ist als das für die Durchfahrt zugelassene Höchstmaß, bedarf einer besonderen Bewilligung durch die Türkei. Wenn in Kriegsbeilen die Türkei neutral ist, ist es den Kriegführenden verboten, in den Meerengen andere Schiffe aufzubringen ober ZU sucken. Gehört aber bie Türkei zu ben Krieg­führenden, fo behält sie sich das Recht besonderer Bewilligungen vor. Zivil- und M i l i t ä r l u f t» fahrzeuge müssen einen von der Türkei zu be­stimmenden Kurs einschlagen.

Die wie Fahne ans Schiffen her französischen Handelsmarine. 0er Malrosensti-eik im Hafen von Marseille. - Oie Offiziere verlassen die von Streikenden besetzten Schiffe.

p a r i s, 23. Iuni. (D3tB. Funkspruch.) In 2Har- feiüe bat fiel) ber Streif b e r Seeleute weiter ausgedehnt, er umfaßt unter Einschluß ber Schlep- per- und Fischerbootsmatrosen bereits 5000 einge- schriebene Streikende. Die Zahl der französischen Schiffe, die von den Streikenden beseht sind, beträgt bereits 40. Es haben am Montag den Marseiller Hafen überhaupt nur noch vier Schiffe verlassen können, da nach und nach alle Schlepper vom Streik erfaßt worden sind. Das Syndikat der Handelsmarine von Marseille hat die Regierung auf diese Zwischenfälle im Marseiller Hafen und besonders auf die Besetzung der Schiffe durch die Streikenden unter hiffung der roten Fahne hingewiesen. Das Syndikat der Handels­marine verlangt, daß die Regierung die notwendi­gen Anordnungen treffen und die Verant­wortung übernehmen möge.

Wie derMalin" meldet, hatten vielfach Offi­ziere der bestreikten und besetzten Schiffe versucht, sich dem hissen der roten Fahne an dem Hauptmast ifirer Skiffe zu widersehen, aber sie hätten sich dem geschlossenen Widerstand der Mannschaft gegenüber gesehen, die sogar zu Gewalttätig- keiten bereit gewesen fei. Die Offiziere haben die Schiffe verlassen, weil die Vertreter der Streikenden alle pon den Offizieren vorgebrach- ten (Einigungsfortnein nicht angenommen haben.

Auch in dem nordfranzösifchen Hafen Rouen, wo über 800 Matrosen die Arbeit niebergelegt baden, liegen nun 30 Schiffe an den Kais fest und sind von den Streikenden beseht worden.

Der letzte Abschnitt vor dem Sieg." De la Rocque zum Kampf der Feuerkreuzler. ~$a,ri5; 2L 3unL (DNB. Funkspruch.) Der Feuerkreuzler-Fuhrer Oberst de la Rocque hat einem Vertreter desEcho de Ports" erklärt, nur öie freien ©tuppen und die angeschlossenen Ailfs- verbände seien durch die Auflösungsoerordnung be­sprochen worben. Dor Monaten bereits sei von ihm die französische soziale Partei" be­gründet worden, und fast zur gleichen Zeit hätte eine Anzahl von anderen nationalen Bünden ihre Satzungen ebenfalls geändert, um auf diese Weise einer Auflösung zu entgehen. Don drei seiner Organisationen beständen für den Augenblick zwei weiter. Die Regierung werde sich vielleicht genötigt sehen, neue Verordnungen auszu- $^n?-L^lmrer$'n ^be sie bereits bewiesen, daß fit "lcht sachg fei, auf ben ersten Wurf hin ein Gesetz au Sauarbeiten, das ihren Absichten und Zielen ent- spräche. Die Feuerkreuzler seien so stark geworden, daß sie nichts mehr zu befürchten hätten. Ohne Armut und Verfolgung sei noch keine De- .wegung zur Macht gekommen ober groß geworden.

Die Zett der Armut liege bereits hinter der Be­wegung. Die Zeit der Verfolgung lyabe begonnen.

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