Ausgabe 
22.12.1936
 
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SderyaVen dem Feuer die dem Gedächtnis der Ge­fallenen gewidmeten Kränze.

Die HI. fang das Lied von der Freiheit, und dann entzündete der Schulungsleiter der SS.. Dr. Goubeaud. die Sonnenwendjackel und übergab ste der HI. mit dem Hinweis auf die heilige Vex- pflichtung. die diese Feierstunde der Sonnenwende in sich trgLt. Du deutsche Jugend, so rief er aus, hüte das Feuer, daß es aus dem Blute hinüber­schlage in den @«ft, daß es für ewig ins Bewußt- iein eingeht. Wir werden Wächter sein!

Der Führer der HI. übernahm die Fackel und gelobte Treue zu Führer und Volk, und dann sang die Schutzstaffel ihr Trutzlied. SS.-Standartenfüh- rer Müller sprach dann das Treuegelöbnis zum Führer, in das die Staffelmänner und die Hitler- jungen einstimmten. Ein letztes Fanfarensignal kün­dete das Ende der Feierstunde an. Unter Trommel­wirbel rückte die HI. zur Stadt zurück, während SS.-Männer noch Wache an dem noch immer auflodernden Flammenstoß hielten.

Nachdem noch das Lied von der fröhlichen, seli­gen Weihnachtszeit gesungen worden war, pochte plötzlich der Nikolaus hefttg an die Tür des Saa­les, polterte herein und grüßte die vielen Kin­der mit väterlicher Herzlichkeit. In humorvoller Weise unterhielt er sich mit den Kindern, die feiner in Spannung geharrt hatten, eine Anzahl der Kin­der wußte ihn und die Zuhörer mit hübschen Ge­dichtvorträgen zu erfreuen, bis es dann schließlich zur ersehnten Verteilung der Tüten kam, die in reicher Fülle Plätzchen, Lebkuchen, Aepfel und Nüsse enthielten, und von den Kindern mit großer Freude in Empfang genommen wurden. Nach dem herzlichen Abschied der Kinder vom Nikolaus war die Weihnachtsfeier zu Ende.

Gießen-Süd.

In der weihnachtlich ausgeschmückten großen Tageshalle des Studentenhauses hielt die Orts­gruppe Gießen-Süd ihre Weihnachtsfeier ab. Ein mit großer Liebe vorbereiteter Abend erwartete die große Schar der Kinder und über 300 Jungens und Mädels fanden sich an den reich gedeckten Tischen ein. Der Propagandaleiter der Ortsgruppe Pg. B l i n z i g eröffnete die Feier und begrüßte besonders die Kleinen, die Gäste der Ortsgruppe waren. Der Kinderchor der Goetheschule fang unter Leitung von Lehrer D i e t r i ch das alte Weihnachts­liedEhre fei Gott in der Höhe". Hierauf fprach der Ortsgruppenleiter Pg. Holländer einige Worte an die Anwesenden von der glücklichen und seligen Weihnachtszeit. In früheren Zeiten seien unsere Ahnen und Väter auf die Berge gestiegen, um Ausschau zu halten nach dem neuen Licht und wenn die Herolde das neue Licht meldeten, dann zündeten unsere Vorfahren ihre Feuer an, die weit­hin in die Lande strahlten. Sie freuten sich, weil ja nun bald wieder der Frühling kommen mußte und neue Hoffnung und ein froher Glaube kehrte in ihre Brust ein. Auch heute könnten wir diesen Glauben haben, denn der Allmächtige habe dem deutschen Volke einen trefflichen Führer geschenkt. Aus vollem Herzen fei diese Feier gestaltet und die große Freude der Kinder sei der größte Lohn. Auch in dieser Stunde müsse des Mannes gedacht werden, der dafür besorgt sei, daß das deutsche Volk in Frieden leben könne. Ihm gelte in Gefolgschafts­treue der Gruß. In das dreifacheSieg-Heil.^ auf den Führer stimmten alt und jung begeistert ein.

Nachdem die Kerzen am Weihnachtsbaum ange- zundet waren und die langen Kerzenreihen auf den Tischen ihr Licht erstrahlen ließen, nachdem das LiedLeise rieselt der Schnee" verklungen war, da erschien der Nikolaus im dicken Pelzmantel mit Nute und Stock. Als nun der Weihnachtsmann die auf Tischen aufgestellten Gabentüten zeigte und gemeinsam ein Weihnachtslied gesungen war, da meldeten sich schon die ersten Kleinen, die dem Nickels" Gedichte aufsagten. Dann gings mit großer Freude an den Kuchen und den Kakao. Als alles verzehrt war, da teilte der Weihnachtsmann den einzelnen Kindern noch eine Tüte aus, deren Inhalt an den Weihnachtstagen Freude bereiten wird. Propagandaleiter Blinzig schloß den Abend und gab der Hoffnung Ausdruck, daß es allen gut gefallen haben möge. Das Deutschland- und Horst- Wessel-Lied bildeten den Abschluß.

Volkstänze ausführten. Dazwischen wurde das VolksspielDer fahrende Schüler im Paradeis" von Hans Sachs aufgeführt, das viel Freude be­reitete. Den Schülern der beiden siegreichen Schul- Mannschaften wurden von dem Direktor Dr. Kruse kleine Erinnerungsgeschenke überreicht. Als Belohnung erhielt der Sportlehrer der Anstalt (Assessor Maus), dem die Erfolge zum größten Teil zu verdanken sind, einen neuen Satz Box­handschuhe.

Den Mittelpunkt des Elternabends stellte jedoch das Erscheinen des Nikolaus dar, der so allerlei aus der Schule mitteilte und eine schier endlose ^olge von Gedichten zum Vortrag brachte. Ein Wagen voll Geschenke wurde ausgegeben. Den Ausklang der Veranstaltung bildete eine Verlosung.

Ein froher Weihnachtsnachmittag der Arbeitsopfer.

Daß das Dritte Reich bestrebt ist, nach besten Kräften in alle Dolkskreise Freude und neue Hoff­nung zu tragen, bewies der frohe Weihnachtsnach­mittag der etwa 170 Arbeitsrentner und Arbeits- inoaliden imBurgcaft". Ein Weihnachtsbaum und ein Adventskranz gaben dem bis auf den letz­en Platz gefüllten Saal die Weihnachtsstimmung. Es herrschte frohe Stimmung. Junge Kameraden­frauen tischten Kaffee und Kuchen auf. Die Kapelle Krengel verschönte das kurze Beisammensein mit altvertrauten Weisen und Weihnachtsliedern.

Der Kreisreferent des Amtes für die Arbeitsopfer Pg. Bienen gröber sprach aufmunternde Worte von der Fürsorge und Verbundenheit des Dritten Reiches mit allen Volksgenossen und wünschte ihnen 'M Auftrage der großen Organisation aller schaffen­den Deutschen, der DAF. einige frohe Stunden, deren Erinnerung sie durch ein neues Jahr beglei­ten möge. Große Freude bereiteten den Arbeits­opfern die Darbietungen des Frankfurter Charak­terkomikers Georg Brandenstein, der es glänzend verstand, die Lachmuskeln in Bewegung zu bringen. Mit großem Interesse und herzlicher Freude nah­men sie auch die launigen, volkstümlichen Zwie­gespräche des Frankfurter Bauchredners Bachmann mit feinem August auf. Die Pause füllte die Ka­pelle mit Heimat- und Stimmungsliedern aus, die fröhlich mitgefungen wurden. Zum Schluß erhielten die Manner die von einem hiesigen Zigarrengeschäft gestifteten Zigarren. Der Arbeitskameradin Ger- trübe Velten aus der Löberftraße, die jetzt ihren 83. Geburtstag feiern kann, aab Kreisreferent Bie- nengräber nebst herzlichen Glückwünschen noch ein Kuchenpaket mit auf den Weg.

Gießener Dochenmorkkpreise

Hirtenmusik von G. Werner und die Buxtehude- Kantate: In dulci jubilo.

** ach ts singen des Lyzeums. Wie alljährlich, so zog auch am vergangenen Frei­tag eine Gruppe von Schülerinnen des Lyzeums zu den Kranken unserer Stadt, um denen, die die Festtage in den Kliniken zubringen müssen, eine kleine Wechnachtsfreude zu bereiten. So erklangen bann m der Orthopädischen, der Frauen-, Chirur­gischen und Augen-Klinik und den beiden Schwester- Hausern die fröhlichen Weihnachtslieber, unb Block­flöten unb Geigen mischten sich in ben Jubel der Stimmen, die da kündeten vom Kind in der Krippe, ben Engeln unb Hirten.

**DieMilitärversorgungsgebühren für Januar 1937 werben beim Postamt I Bahnhofstraße am 28. Dezember, bie Sozialrenten am 30. Dezember gezahlt.

DelLautsprecherimDienstdesÄsenbahnverkehrs

Eine wertvolle Neuerung im Siebener Bahnhof.

Gegenwärtig wirb in unjerern Gießener Bahnhof eine Neuerung versuchsweise ausprobiert, bie für bie Erleichterung bes Reiseverkehrs von großer Be- beutung werden dürfte. In diesen Tagen wurden auf verschiedenen Bahnsteigen je brei Lautsprecher montiert, über bie ben Reisenden in kurzen Ab­ständen alles Wissenswerte über die Ankunft der Zuge, über bie Abfahrt über Verspätungen usw Mitgeteilt werben wird. Dieser Nachrichtenbienst der Reichsbahn, ber geeignet erscheint, ben Verkehr innerhalb bes Bahnhofs und auf ben Bahnsteigen Zu beschleunigen und sich rascher abwickeln zu lassen wird viele Fragen, mit denen bisher bie Auskunfts­beamten bie Zugführer und das Personal des Bahnhofs m Anspruch genommen wurden über­flüssig machen. Allerdings wird sich dieser Aus- funftsbienft über die Lautsprecher nicht auf alle an- und abfahrenden Züge erstrecken, sondern in erster Linie auf den Verkehr ber FD=, ber D= ber nehmet beschleunigten Personenzüge Bezug

Im einzelnen ist zu erwarten, daß ber einlaufenbe Zug gemeldet wirb, baß seine Abfahrtzeit genannt merben wird, baß Aufenthalte, Verspätungen rnit- geteilt werden, und die Reisenden darauf aufmerk­sam gemacht werden, ob es zweckmäßig ist, ben Wartesaal aufzusuchen ober vielleicht gar die ©arte« 3eit ausreichend erscheint, ber Stadt einen kurzen Besuch abzustatten.

Eine wichtige Erweiterung erfährt dieser Nach- richtenbienst dadurch, daß für bie Züge über grö­ßere Strecken zunächst bie Abfahrtszeit, bie Haupt- ftahonen bie ber Stammzug berührt, genannt merben, bie Umfteigeftationen unb die Möglichkeiten ber Reisefortsetzung mitgeteilt werben. Ein Zug ? « 9rr ?^ße". Hamburg fährt unb 3. JB. Anschlußmoglichkeiten nach Berlin ober über Stjenad) nach Leipzig unb Dresben hat, wird so bekanntgegeben, daß der Reisende über den Ver­lauf feiner Reise sehr rasch ins Bild gesetzt wird ohne daß er zu fragen braucht.

Für die Reisenden im ankommenden Zug wird es von Wichtigkeit sein zu wissen, daß in Zukunft

unb sofern bie Lautsprecheranlage endgültig fer­tiggestellt ist, nicht mehr der Zugführer ben Zug entlanggehen wird, um zu rufen:Gießen Gie­ßen. .1 vielmehr wird auch diese Ausgabe durch den Lautsprecher übernommen. Selbstverständlich w'rd im Zusammenhang damit auch sofort bekannt- gegeben, ob zu der ober jener anderen Station um- gestlegen werden muß, auf welchem Bahnsteig ber Anschlußzug fährt unb um welche Zeit er abfährt.

Wie sich leicht erkennen läßt, sind bie Aufgaben, bie ber Auskunftsübermittlung burch den Lautspre­cher gegeben finb, außerorbentlich vielfältig. Hinzu kommt, baß wichtige Auskünfte nicht nur einmal, sondern mehrere Male burchgegeben werben. Wäh­rend diese Auskünfte im Allgemeinen nur auf dem jeweiligen Bahnsteig des ankommenden oder ab­gehenden Zuges bekanntgegeben werden, so wird doch auch verschiedentlich ber Fall eintreten, daß manche Meldung über alle Bahnsteige gegeben werden wird.

Diese neue Einrichtung, bie in verschiedenen groß­städtischen Bahnhöfen bereits mit gutem Erfolg emgefuhrt wurde, wird sich besonders für ben Reise­verkehr im Sommer, insbesondre für ben Urlau­berverkehr unb ben Svnderzugsoerkehr als sehr wertvoll erweisen.

Bei ber gegenwärtigen versuchsweisen Anlage ber Lautsprecher hat sich schon erwiesen, baß bie An­lage außerorbentlich zweckmäßig ist. Der Amtsvor­stand des Gießener Bahnhofes sprach sich in gün­stigstem Sinne aus und erhofft durch diese Einrich­tung auch für den Gießener Bahnhof eine (Erleich­terung bes Reiseverkehrs.

Der Reiseverkehr zur Weihnachtszeit im Gießener Bahnhof.

Der Weihnachtsreiseverkehr wird dem Gießener Bahnhof einen außerorbentlich starken Verkehr bringen. In ben Tagen des 22., 23. unb 24. De« Zember werden nicht weniger denn täglich etwa 30 außerfahrplanmäßige Züge, meist O- und Eilzüge, den Bahnhof unserer Stadt passieren. Zahlreiche

Gietzen-Ost.

Im Großen Hörsaal ber Universität vereinigte bie Ortsgruppe Gießen-Ost zahlreiche Erwachsene unb viele etwa 30 Kinber in ihrer Weihnachts­feier, bie einen sehr stimmungsvollen Verlauf nahm. Nach ber Übertragung ber Ansprache von Reichsminister Dr. Goebbels erklang das gemein- am gesungene LiedStille Nacht, heilige Nacht". Die großen Lampen des Saales waren ausgelöscht, bie Kerzen bes Christbaumes brannten unb schu­fen feine weihnachtliche Stimmung. Fräulein W i e- tauber las, nachdem das Weihnachtslieb ver­klungen war, zwei schöne Märchen, unb vertiefte damit ben Charakter ber insbefonbere ben Kindern gewidmeten Feier. Ortsgruppenpropagandawart Baas hielt sodann eine kurze Ansprache, in der er an den Sinn bes Festes ber Wintersonnenwende un­srer Vorfahren erinnerte unb bann über bie schöne Bedeutung unseres Weihnachtsfestes sprach, als eines Festes ber Hoffnung und ber Freude. Er er­innerte ferner an bie Weihnachtsfeier bes Vorjah­res und schilderte das vergangene Jahr als ein Jahr ber großen Ereignisse für unser Vaterlanb. In Worten bankbaren Gebenkens gebuchte ber Red­ner des Dichters des Dritten Reiches, Dietrich Eckart, ber Deutschlands Einigung nicht mehr habe erleben können, uns aber in feinem Werk ein wert­volles Erbe hinterließ. Die Glocken, von denen er sprach, läuteten heute Friede über das deutsche ßanb, so ganz im Gegensatz zu manchem Lande außerhalb unserer Grenzen. Mit einem Gedenken an ben Führer Abolf Hitler, bem es in erster Linie ZU banken sei, baß wir so im Frieden Weihnacht feiern könnten, schloß der Redner.

Im ersten Stockwerk eines Hauses flammte vor dem Fenster ein Streichholz in demselben Augen- blick auf, als ich absichtslos hinaufschaute. Das Streichholz schien von ungeschickten Hänben gehal- ten zu werben, benn sein gelbliches Licht schwankte ein wenig hin und her unb verlosch mit einem Male. War es nicht ein Kinbergesicht gewesen, das von bem matten Lichterschein beschienen würbe? Jetzt würbe dort oben ein zweites Hölzchen ent­zündet unb wirklich, ein Kinberkopf beugte sich be» hutsam über bie kleine Flamme. Plötzlich würbe der Schein merklich heller, unb es ließ sich deutlich erkennen, baß ein Kerzenlicht angezündet worben war.

Ein Lichtlein brannte am Fenster. Eine stille, ruhige Flamme, die ihren einsamen Schein in die Eintönigkeit ber abseitigen Straße hinausschickte. Em erwartungsfrohes Kinb ftanb daneben, beglückt von dem brennenden Wunder, das den Advent vom Fensterbrett kündete. Es war ein reizendes unb zu­gleich rührenbes Bild seliger Weihnachtsfreude, das sich mir so unverhofft in jener stillen Straße bot, die ber lebhaften Geschäftsstraße fast benachbart war und boch in biesem Augenblick fast meilenweit von ihr entfernt schien. An ein Bild von Ludwig Richter erinnerte es mich, an bie gemütvolle Art feiner beutfchen Jbyllzeichnungen.

Ach kam ein wenig zu spät an ben Ort meiner Verabredung. Aber ich brauchte es nicht zu be­dauern. Das Lichtlein am Fenster wog bie Ver­spätung um ein Vielfaches auf, benn es hatte mir m feiner stillen Weife ein Erlebnis geschenkt, bas bie weihnachtliche Poesie in ihrer ganzen Köstlich­keit sichtbar werden ließ. H. W. Sch.

Lornotizen.

Tageskalenber für Dienstag.

Gloria-Palast, Seltersweg:Burgtheater" __

Ächtspielhaus, Bahnhofstraße:Annemarie"' Weihnachtsausstellung ber oberhessischen Künstler: ab 17 Uhr im Turmhaus am Brand.

Deutsche Arbeitsfront.

Kreiswallung Deklerau.

Die Dienststellen ber Deutschen Arbeitsfront finb 24. Dezember 1936 bis einschließlich 3. Januar 1937 für den gesamten Publikumsverkehr geschloffen.

NSDAP., Gießen-Nord.

Die Geschäftsräume ber Ortsgruppe befinben sich ab Montag, 21. Dezember, in ber Marburger r xtr e .2 0, Erdgeschoß. Die Dienststunben sinb folgende:

m°ntQ9 Unb 5r6ito °°n

S0n"er6=

2030ßbisf22eU6rer: unb Mittwoch von

4. NS.-Beratung: Freitags oon 20.30 bis 22 Uhr.

EUernabend

der Oeffentlichen Sandeislehranstalt.

* Gießen, 22. Dez. Auf dem heutigen Wochen- martt kosteten: D. f. Molkereibutter, H kg 1,57 Mk f. Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1 60 ßanbbutter 1,42 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, bas Stück 4 bis 10, Eier, norwegische, Klasse C 10^ Wirsing, kg 6 bis 10, Weißkraut 6 bis 8, Rot- kraut 8 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 25, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grün­kohl 12 bis 15, Rosenkohl 20 bis 30, Feldsalat 80 bis 90, Tomaten 60, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 20 bis 30, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3 bis 3,40 Mk.,

Gietzen-Mitte.

In ber mit ben Fahnen ber Bewegung und der HI. geschmückten Turnhalle am Oswaldsgarten verbreiteten zwei große Christbäume mit ihren brennenden Kerzen eine weihnachtliche Stimmung. Hier hielt bie Ortsgruppe Gießen-Mitte unter ihrem Ortsgruppenleiter Pg. H o r st eine sehr finnig aus­gestaltete Weihnachtsfeier ab. Aufmerksam lausch­ten groß unb klein ben herzlichen Worten bes Reichsministers Dr. Göbbels und aus bem begei­sterten Gesang ber Nationallieber burch bie Jugend hörte man bie rege Anteilnahme heraus, bie bie Kinder beseelte. Eine schöne Bereicherung fand die Feier durch die Liedoorträge bes Gesangschors ber Frauenschaft. Nach einem gemeinsam gesungenen Weihnachtslieb unb einem Weihnachtsgedicht würbe das Märchenspiel von einem verwöhnten Jungen aufgeführt, der nicht mehr an bas Christkind glau­ben wollte unb bann eines Besseren belehrt mürbe, o daß bas Weihnachtswunber auch ihm eine große Freude wurde.

Aepfel, kg 15 bis 20 Pf., Taseläpfel 25 bis 30, Birnen 15 bis 20, Nüsse 45 bis 60, Hähne 1 bis 1,10 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 80 Pf bis 1,10 Mk., Tauben, das Stück 50 Pf., Blumenkohl 30 bis 60, Salat 5 bis 8, Endivien 5 bis 8, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 15 Pf.

*.* Ei»e Fünfundachtzigjährige. Frau ßurfe Adam, geborene Söhngen, Sonnenstraße 1 kann am morgigen Mittwoch, 23. Dezember, in geistiger unb körperlicher Frische ihren 85. Ge- burtstag feiern. Noch heute liest sie täglich, wie vor 50 Jahren, ben Gießener Anzeiger.

** 17. Musikalische Abendfeier in ber Johanneskirche. Am 24. Dezember, 17 Uhr finbet in ber Johanneskirche bie 17. Musikalische Abenbfeier statt. Die Vortragsfolge bringt Chor-1 lieber mit Begleitung von Flöten unb ©eigen, eine I

Aus der provinzialhaupistadt.

Lichtlein am Fenster.

Es kann fein Zweifel mehr bestehen: bie Stabt steht im Zeichen ihrer letzten großen weihnachtlichen Vorbereitungen. Die Geschäftigkeit hat ein unge­wöhnliches Tempo angenommen unb alles, was in den Geschäftsstraßen in strahlender Helligkeit er­scheint, kündet von jenem Schenken und Geben, das dem Weihnachtsfest seinen eigentümlichen Reiz verschafft. Es herrscht eine Atmosphäre froher Er­wartung allüberall, eine Erwartung, bie bis zum 24. Dezember ihre letzte Steigerung erfährt.

Aber manchmal wirb man in biefen Tagen auch auf anbere, stillere Art an bas Weihnachtsfest er­innert. Jenseits aller geräuschvollen Hast tritt bann bas weihnachtliche Erleben an uns heran unb übt eine Wirkung aus, bie wir um so tiefer empfinden, je kinblicher unb inniger ihr Ursprung ist. Es war nur ein kleines Erlebnis, bas mich veranlaßte, in einer abseitigen Straße stehenzubleiben. Eben kam ich in ber Dämmerstunbe aus der Lichterfülle der Innenstadt und beeilte mich, rasch durch ein paar Seitenstraßen an den Ort einer Verabredung zu kommen. Aber just in jener abseitigen Straße, bie tagsüber nichts zur Schau trägt als bas ein­tönige Gesicht ihrer gleichmäßigen Faffaben, stockte mein Fuß.

H""I^""enmal veranstaltete am Samstag die r ^"t l^e Hanbelslehranstalt Gießen einen Eltern- abenb her erneut zeigte, baß die Schule bestrebt xm,t E"^rchaus, HI., Wirtschaft und den zu­ständigen Behörden eng zusammenzuarbeiten. So ah man unter den Gästen Schulrat Rebe- lmg, Dr. Wagenbach, ben Leiter der Be- rufsberatung bes Arbeitsamtes Gießen, unb Dr grojHid), ben Hauptführer der Industrie- und Handelskammer Gießen-Wetzlar, der die Erfchiene- nen im Auftrage des Präsidenten begrüßte unb ba- mtt die Verbunbenheit zwischen Schule unb Wirt- jchaft bekundete. Die Hitler-Jugend wurde durch den Bannadjutanten V ö l z i n g vertreten.

Der Abend sollte Gelegenheit zu Zusammensein und Aussprache geben. In ein paar kurzen Wor­ten wies der Direktor ber Anstalt auf ben Sinn ber diesjährigen Elternveranstaltung hin. Er wünschte, daß bie]er Abend eine Wachstumszelle in ber nationalsozialistischen Wirtschaft bilden möge.

Der Abend bot einen ausgezeichneten Einblick in bie Arbeit ber Schule. Neben Musikvorträgen von Schülerinnen ber Höheren Hanbelsklasse sind beson­ders die Bodenturnübungen ber Jungens zu nen­nen. Sehr interessant war auch die Vorführung einer Boxschule. Die Mädels machten die Leistun­gen der Jungens wett, indem sie Reigen unb

Ortsgruppen der Partei feiern Weihnachten

Leber taufend Kinder vom Nikolaus beschenkt.

wir dieses Fest bes Friebens auch wirklich in Frieben begehen können.

Nun war für bieKleinen" ber Augenblick ge­kommen. Fanfarengeschmetter des Jungvolks ver­kündete den Einzug desNikolaus". Wenn fein Kommen auch bei vielen große Freude auslöste, so saßen auch manche ganz in sich gekehrt mit ängst­lichem Gesichtchen da. Aber es war ja ein guter Nikolaus, ber auch halb bie richtige Fühlung mit den Kindern gefunden hatte. Auf seinen Wunsch sangen die Kinder mit ihren hellen Sümmchen bas alte WeihnachtsliebIhr Kinberlein kommet". Auf ber Bühne waren die Gaben aufgebaut. Die Kleinen mußten sich aber noch etwas gedulden. Erst spielte ihnen der Spielmannszug des Jungvolks noch einen Marsch mit Fanfaren. Endlich kam bie Verteilung der Gaben. Freudestrahlend empfing jedes Kind feine Tüte, unb es gab viele glückliche Gesichter.

Propagandawart Weber fprach anschließend zu den Großen unb Kleinen von ber Fürsorge unb Anteilnahme bes Führers, ber in seiner großen Liebe zum Volke bemüht ist, jeben einzelnen Volks­genossen die uns alle umschließende Gemeinschaft empfinden zu lassen unb ber ganz besonbers ber Jugend zugetan ist. Ihm, ber unser Volk roieber zu einem Hort bes Friedens in einer unruhevollen Zeit gemacht hat, wurde in Dankbarkeit unb Treue gedacht.

Zur großen Freude ber Kleinen kam schließlich ein richtiger Nikolaus, ber ben Kleinen gute Er­mahnungen auf den Weg mitgab. Größer als bei feinem Erscheinen war dasHalloh" ber Kleinen als er von der Bühne herab in ben Saal kam unb ben 250 Kinbern einen großen Beutel mit Nüssen unb Pfefferkuchen schenkte. Propaganbaleiter We­ber dankte ihm, daß er auch bie Kinder in der Ortsgruppe Mitte nicht vergessen hat unb dankte ganz besonders der NSV. und bem WHW., allen Mitarbeitern und der Frauenschaft, die burch ihre tille, aufopfernde Mithilfe ber Jugenb als ber Zukunft unb Hoffnung bes Volkes eine so große Freube bereitet haben.

Gießen-Nord.

Die Ortsgruppe Nord hatte sich im Saale des Cafe Leib eingefunben, um ihrenKleinen" eine rechte Weihnachtsfreude zu bereiten. Der große Saal war über unb über gefüllt. Don ber Empore grüßten bie Fahnen bes Dritten Reiches, ein großer Weihnachtsbaum strahlte feinen Glanz aus unb auf ben weiß gebedten Tischen, die mit frischem Tan­nengrün geschmückt waren, brannten bie Lichter unb gaben bem Ganzen ein echt weihnachtliches Ge­präge. Unruhig rückten bie Kleinen schon auf ihren Stühlen umher, voller Erwartung bes Kommenben. Die Musik spielte Weihnachtslieber.

Ortsgruppenleiter Thomas begrüßte alle Volks- genossen, bie sich zur Feierstunbe eingefunben hatten. Auf ber Bühne war ein großer Laut­sprecher ausgestellt, ber es ermöglichte, bie Weih- nachtsmusik unb die Rede Dr. Goebbels' aus der Reichshauptstabt in guter, reiner Wiebergabe zu hören.

Eine Abteilung Jungvolk zeigte bei Spiel unb Gesang einen Ausschnitt eines schönen luftigen Heimabenbs, ber bei groß unb klein viel Freube und Heiterkeit auslöste, besonders bie vorgetragene Moritat", bie mit ben gestellten Pantomimen munberbarklappte".

Nach bem gemeinsam gelungenen LiebeStille Nacht, heilige Nacht" sprach Pg. B u r g e t e i t zu ben Anwesenden über Öen Sinn und bas innere Wesen des deutschen Weihnachtsfestes unb wies darauf hin, wie jeden Deutschfühlenben draußen in ber weiten Ferne in biefen Tagen bas Sehnen nach ber Heimat erfülle. Am Schlüsse gebuchte er bes Führers, bem wir es zu danken haben, baß